Nr. 170. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberheifische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 25. Juli 1902. Gießener 11. Jahrgang. Jnsertionsvreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen Graf Posadowsky verzweifelt am Zolltaris! Berlin, 22. Juli. Jetzt fängt auch Graf Posadowsky an zu berzagen nnd das Zustandekommen des Zolltarifs offen zu bezweifeln! Ich kann Ihnen verraten, meine Herren", so sagte der Staatssekretär in der heutigen Sigung der Tariffommission, daß ich glaube, unser Zolltarif kommt niemals zu Stande". heißt, diese Aeußerung habe allgemeine Verblüffung hervorgerufen. Das Staunen fann sich aber doch wohl nur darauf beziehen, daß gerade Graf Posa dowsky, ein Hauptmitarbeiter am Tarifentwurf, und vor etlichen Wochen noch der Hoffnung, daß eine „ wundervolle Bildsäule" aus dem rauhen Marmorblock erstehen werde, mit einem Male so viel Entmutigung zu erfennen gab. Um übrigen kann die Kommissionsmehrheit unmöglich überrascht sein davon, daß die vollständige Umkorrigierung des Tarifs, durch zahllose Zollheraufsetzungen nach Wunsch und Laune, nicht den Beifall der Regierung findet. Der Zolltarifentwurf ist, das wurde auch heute wieder von den Regierungsbertretern erklärt, ein Kompromiß der Regierungen. Wohl jeder Bundesstaat hat gewisse Opfer bringen, gewisse Forderungen im Interesse des Ganzen zurückstellen müssen. Das macht die Lage so schwierig: die Umgestaltung des Entwurfs durch die Kommission und womöglich eine zweite noch umfassendere Abänderung durch das Reichstagsplenum bedingen neue, verwickelte Ausgleichsverhandlungen unter den Bundesregierungen. Daß hierbei Differenzen einschneidender Art nicht ausgeschlossen sind, ließ auch die heutige Beratung erkennen. Der Hanseatische Generalvertreter Dr. Klugmann verfocht den Standpunkt, daß der Tarif in der Form der Regierungsvorlage sämtlichen Bundesstaaten genehm sei; dagegen beanspruchte der Vertreter Badens, Geheimrat Scheerer, für jeden Ginzelstaat das Recht, cine abweichende Haltung zum aufgestellten Tarif einzunehmen. Eine sehr bemerkenswerte prinzipielle Meinungsverschiedenheit, die in dieser pointirten Weise bisher noch nicht zum Ausdruck gekommen ist. Was aber wird Graf Bülow sagen, wenn er in Norderney Kenntnis erhält, wie Graf Posadowsky dem gepreßten Herzen Luft gemacht hat? Graf Bülow, der allen Prophezeiungen zum Trozz dabei bleibt, die Sache werde sich machen lassen, Regie: rung und Reichstag würden auf der berühmten mitt leren Linie" zusammenkommen? Graf Bülow glaubt, In eigener Sache Richter. Roman von L. Haidheim. ( Nachdruck verboten.) ( Fortsetzung.) Das Bild hatte jedenfalls, in dieser Beleuchtung von einer Lampe ohne Suppel, etwas sehr Anziehendes; aber Burkard von Frohberg fühlte diesen Reiz nicht. Man verliert auch bei vornehmster Gesinnung nicht ohne Bedauern eine Erbschaftsaussicht, wie er sie heute mit ziemlicher Sicherheit gehabt; wenn er auch zu stolz dachte, sich seinen Kummer selbst nur einzugestehen, geschweige ihn nach außen zu verraten, so trug er doch schwer daran, denn sein ganzes Leben war bis heute Entbehrung und anstrengende Arbeit gewesen. Ganz ungehört fam er nicht zu Mutter und Tochter. Sie blickten plöglich auf und nach dem Fenster, er öffnete schon die Thür des Hauses und stand in der nächsten Minute vor ihnen. Gnädige Frau, ich bebauere unendlich, daß ich Sie nicht selbst empfangen, Sie nicht willkommen heißen fonnte. Sie werden wohl schon wissen, daß mein Großvater-" Er ist tot?" rief Frau von Wazlaw, ihn mit dem Ausdrud jähen Schreckens unterbrechend. Er sab iezt, sie war eine früh gealterte, völlig verblüte Frau, die kaum noch die Reste ihrer einstigen Schönheit behalten. " „ Er ist um sieben Uhr gestorben, gnädige Frau, nun doch unerwartet, trog seiner schweren Krankheit." " Darum also mußten wir hier einziehen wie bettelnde Bigeuner?" rief fie unsäglich bitter; und ohne darauf zu achten, daß er eine neue Entschuldigung aussprechen wollte, fuhr sie in demselben Tone fort:" Von einem Knecht, der eben aus den Ställen fam, bin ich in dieses Zimmer geführt und daß der gute Mann nicht im Irrtum war, bewiesen mir meine hier hereingestellten Möbel, bewies mir das im Ofen zurechtgelegte Feuerungsmaterial." Sie zeigte mit unbeschreiblich verächtlicher Miene um sich Her. Nicht im Irrtum!" wie das flang! In den drei Worten Dag eine Kritik der Mildthätigkeit des Verstorbenen gegen sie, Daß Burkard, nach einem raschen, scheuen Blick über das Zimmer Chin, für diesen sich schämte. Sie werden einem franken, schwachen Greis, der fast schon ein Sterbender war, Nachsicht zollen, gnädige Frau", sagte er beflommen. Auch seinem Gefühl nach glich es einer Verhöhnung des Unglücks, wie hier diese einst so reiche, herrschgewohnte nahe Verwandte, eine geborene Gräfin Ebern untergebracht worden. Natürlich hatte der alte Mann dies selbst befohlen, man konnte Graf Posadowsky glaubt nicht an den Sieg, beide Herren haben diese ihre Meinung vor der Oeffentlichkeit bekundet. Auch das ist ein neues Bild in der an Abwechslung so reichen Geschichte des Zolltarifentwurfs. Politische Nachrichten. Berlin, 24. Juli. Der Kaiser hat die Rückreise von seiner Nordlandsfahrt angetreten. Wegen andauernden Regens und großer Kälte ging die Hohenzollern" gestern direkt nach Bergen zurück, wo weitere Bestimmungen getroffen werden sollen. An Bord ist alles wohl. Ueber spätere Reisedispositionen meldet ein Telegramm, der Kaiser beabsichtige, der Einweihung des neuen Schauspielhauses in Frankfurt a. M. beizuwohnen, die zwischen dem 19. und 24. Oktober stattfinden wird. - - Der Kaiser wird sich gelegentlich seiner Anwesenheit in Emden die geretteten Mannschaften des unterge gangenen Torpedobootes S. 42" vorstellen lassen und ihnen hierbei die verliehenen Ordensdekorationen persönlich überreichen. – Der Kaiser trifft, wie nunmehr definitiv bestimmt ist, am 16. August in Homburg v. d. H. ein, um der am 19. August erfolgenden Enthüllung des Kaiserin Friedrich- Denkmals beizuwohnen. Am 21. Auqust begiebt sich der Kaiser zur Enthüllung des Kaiser Friedrich Denkmals nach Cronberg. Ein Attentat auf den Prinzen Arnulf von Bayern, welcher sich gegenwärtig auf seiner Befißung Leopold stein in Steiermark aufhält, war dort geplant. Noch ehe der Prinz und seine Gemahlin sich vorgestern dort hin begaben, war von Angestellten des Prinzen der hiesigen Polizei der Vlan mitgeteilt worden. Es ist den Bemühungen der Münchener Polizei gelungen, die Persönlichkeiten der Thäter ausfindig zu machen, doch ist nicht bekannt, ob man ihrer habhaft geworden ist. Der Bundesrat hat eine Gebühren ordnung für die Untersuchung des in das 30 Ilinland eingehenden Fleisches festgeseßt. Danach betragen die Gebühren bei frischem Fleisch für ein Stück Rindvieh oder ein Renntier 2.50 Mt., für ein Kalb 0.75 Mt., für ein Schwein oder Wildschwein 0.75 Mf., für ein Schaf oder Ziege 0.60 Mf., für ein Pferd oder ein anderes Tier des Einhufergeschlechts 3 Mt., bei zubereitetem Fleisch von Därmen für jedes Kilogramm 0.025 Mt. Jedoch sind von Därmen mindestens 0.40 Mt., von sonstigem zubereizu feiner Rechtfertigung nur annehmen, daß er die Näume seit Jahrzehnten nicht, oder wohl gar nie betreten." Natürlich tönnen wir hier nicht bleiben", unterbrach sie abermals seinen Versuch sie zu begütigen. " Wohin wird man uns nun treiben, mein Herr?" " " Burtard von Frohberg, gnädigste Frau!" stellte er fich bor. Erinnern Sie sich auch meiner nicht, der ich Sie in meinen Schülerjahren nur einmal flüchtig sah, so kennen Sie doch meine Mutter Offenbar hatte sie bis jest überhaupt nicht zugehört, ganz mit eigener Sache beschäftigt, als er sich ihr als Enkel des Verstorbenen genannt Cäcilie? Cäcilie von Frohberg Ihre Mutter?" Sie sah ihn mit tritischem Blick vom Stopf bis zu den Füßen an.- In Reitstiefeln und einem derben Winterrock stand er vor ihr, wie er durch Wind und Wetter geritten gekommen und wie man ihn durch einen Erpreßboten von seinen Feldern nach Krapolno geholt, nichts weniger als elegant. " Ist meine Cousine Cäcilie hier? Dann sind ja alle Schwierigkeiten gelöst! Aber nein, unmöglich hätte sie mich so hier einziehen lassen! Haben Sie denn von Ihrer Mutter nie gehört, daß wir Freundinnen waren? O, es ist eine Schmach uns fo! fo! zu behandeln. Mich seines Bruders älteste Tochter! Mich, die er trennte von meinem Verlobten und verheiratete mit Aber das Geld, der Mammon! Es war stets sein Gott und der andere Gott, der dort oben, er strafte den herzlosen Tyrannen in seinen Kindern, in den einzigen Wesen für die er überhaupt Empfindung hatte-" Gnädigste Frau! Er ist tot! Von den Toten nichts Böses. Sein trostloses Alter war wohl Strafe." Sie hörte garnicht. Wer ist der Universalerbe? Wohl Sie? Cäcilie war seine älteste Tochter." Er gab Auskunft, so weit er fonnte; nur Mandatar des Verstorbenen war er und zum Testamentsvollzieher von dem= selben bestimmt. Es verlegte ihn, daß sie nicht eine Spur von Milde in ihrem Herzen hatte. Ihre Augen funfelten und flammten so düster und haßerfüllt und für nichts hatte sie Anteilnahme, außer für ihre eigenen Angelegenheiten. Wie muß sie in Not sein, die Aermiste!" dachte er mitleidig. Er hatte sonst wenig Verständnis und Blick für Toilette, aber wie abgenuẞt ihr Kleid war, das fiel ihm doch auf. Sie weinte nicht; aber er mußte denken: In ihren Augen find die Thränen vertrocknet an der Glut ihres Hasses, oder ihrer Erbitterung." | tetem Fleisch mindestens 0.50 Mt. für jede Sendung zu erheben. Die Gebühren für die Untersuchung auf Trichinen betragen für ein ganzes Schwein oder Wildschwein 1 Mt., für ein einzelnes Stüd Fleisch, ausgenommen Speck, 0.50 Mt., für ein Stück Speck 0.35 Mt. Für die Hilfeleistung der Trichinenschauer bei der Finnenschau sind besondere Gebühren nicht zu erheben. - Jm Befinden des sächsischen Königs ist eine wesentliche Besserung eingetreten. Fieber ist nicht mehr vorhanden. Der König hat gestern stundenweis das Bett verlassen. Verdiente Dekorationen. Der Zar verlieh 13 deutschen Unteroffizieren des dritten Seebataillons, die zu den Verteidigern der Gesandtschaften in Peking im Jahre 1900 gehörten, die goldene Kriegsberdienstmedaille. Vom Dreibund ist fortgesetzt die Rede. Gegenüber Andeutungen französischer Blätter über den militärischen Inhalt des Dreibund- Vertrages erklärte der Bester Lloyd" folgendes: ,, Allerdings ist früher, und zwar in den achtziger Jahren, auf italienischen Wunsch für den Mobilmachungsfall die Verwendung italienischer Truppen an der Westgrenze des deutschen Reiches in Aussicht genommen gewesen. Man ist davon aber lange vor der letzten Erneuerung des Dreibundes aus praktischen Gründen militärischer Natur zurückgekommen. Im Dreibundvertrage hat niemals eine Verpflichtung Italiens zur Entsendung von Truppen durch Tirol nach Deutschland bestanden. Diese Frage konnte daher auch weder bei dem Abschluß noch bei der Erneuerung der Bündnisse zur Sprache kommen." Hierzu bemerkt die„ Voss. 3tg.", daß die Ver ständigung darüber nicht aus den achtziger Jahren, sondern aus der Zeit stammt, wo der Vertrag unter dem Ministerium Rudini verlängert wurde, d. h. aus dem Jahre 1891. Italien erbot sich damals, zwei Divisionen an die deutsch- französische Grenze zu werfen. Der Vorschlag ging von dem Generalleutnant Cosenz, dem damaligen Chef des italienischen Generalstabes, aus und wurde von deutscher Seite angenommen, nachdem der österreichische Generalstab gegen den Durchzug italienischer Truppen durch österreichisches Gebiet nichts einzuwenden gefunden hatte. Militärische Zweckmäßigkeitsgründe haben vor der jüngsten Bertragserneuerung zur Beseitigung dieses Abkommens geführt. Was die österreichisch- ungarischen Politiker jezt zu seiner Veröffentlichung veranlaßt hat, ist nicht ersichtlich. Juzwischen tam ihr die Beleidigung, die man ihr angethan, bon neuem in den Sinn. " Nicht einmal einen Wagen hat man uns an die Bahn station geschickt. Auf einem elenden Rumpelfasten hat man uns hierher geschleift, ein Gefährt zu lächerlich, um Mitleid mit uns zu erwecken! Nun, Alexandra, Gräfin Ebern, bleibt auch auf einer solchen Starrete was sie ist! Aber dann! Seit zwe Stunden find wir hier, der Aderknecht hatte so viel Gefühl, daß er uns das Licht dort anzündete, unser Gepäck ins Haus trug. I befahl ihm mir die Haushälterin, irgend einen dienstbaren Geist zu schicken, er wußte wer ich war, es ist fein Zweifel, denn er geleitete uns ja doch in diese„ Scheune"; er wird meinen Befehl in der Küche gemeldet haben, es ist aber niemand gekommen; man hat uns weder einen Trunt, noch einen Bissen angeboten. Sie hatte gar fein Gefühl dafür, daß in der Todesstunde des Herrn des Schloffes alle Gedanken aller nur diesem Er= eignis galten. Nur sich selbst bedachte sie. War das Not? Verzweiflung? oder etwa dieser rücksichtslose Egoismus, den man an dem Verstorbenen so oft und bitter getadelt? Sie sagte auch nicht ein freundliches Wort zu dem jüngeren Verwandten. Dennoch ließ er gegen fie fein Wort des Mißfallens in sich auffommen. Seine Mutter hatte ihm gelegentlich öfter von Alerandra von Wazlam erzählt. Er suchte die leidenschaftlich Empörte zu beruhigen, der er in seinem Herzen zugestand, daß sie als nahe Verwandte des Hauses nicht in dies Quartier hinein gehörte. Helfen Sie mir, gnädiges Fräulein, raten Sie, was man etwa thun könnte. In das Haus, worin heute ein Toter liegt-" „ Alles eher, als hier bleiben! Man wird drüben doch ficher" Räume genug haben?" rief die blonde Tochter, die ihm sehr reizend erschien, aus der gleichgültigen Ruhe, die sie bis jezt gezeigt, emporfahrend. Maria hat Recht. Schicken Sie mir die Haushälterin oder ben Haushofmeister!" stimmte die Mutter zu, ich werde mit ihm reden". Der Großvater hielt nur eine einfache böhmische Köchin, die Zustände im Hause find feineswegs mustergültig." Das glaube ich schon, aber für uns gut genug; wir sind nicht verwöhnt. Und jedenfalls sind sie besser als dies hier. Fürchten Sie nicht, daß wir die Ruhe Ihres Großvaters stören werden." O, bitte, Gnädigste, ich denke nicht daran!" Warum, wenn Sie Cäcilies Sohn sind, nennen Sie mich so feierlich Gnädigste? Wie ich die Cousine Ihrer Mutter bin, so dürfen Sie mich Tante begrüßen und meine Tochter Cousine." Nr. 169. Oberhessische Familienzeitung. Dick fühlte eine leichte schung, begleitet von einer Ich wünsche über etwas Besonderes mit Dir zu sprechen- Did, ich möchte, daß Du bei mir im vauſe bliebeft. über etwas ſehr wichtiges." Seite 2. Du meinft, ob er es von mir geborgt hat" antworten. Hat er Geld auf seine Station hin erhoben?" „ Entschuldigen Sie, ich fann nur mit einer anderen Frage " Ja, das meine ich." Nr. 169. Oberhessische Familienzeitung. Eine Berliner Bohémiade von Alfred Gottwald. Die Jagd auf den Goldonfel. Kleines Feuilleton. ( Nachdruck verboten.) Sette 3. Diese Annahme war falsch. ein Mensch unter Anwendung von Gewalt in meine zugeführt wurde, der angeblich mein Onkel sein sollte. Ich hätte nur noch zu erwähnen, daß mir am ähnlich fight Es war mein Schneider, der meinem Ontel entfernt Mark, Helfmann- Hanau 30 636,85 M.; ProvinzialSiechenanstalt K. Bölling- Lüdenscheidt 18 170,75 Mt., Birkenstock& Schneider- Gießen 17 227,60 Mt. Man kann hier wieder einmal sehen, welche Resultate eine Submission mit sich bringt. Im Loos I wurde der erste vom Mindestfordernden um 105 pCt., im Loos II um 100 pCt. und die Arbeiten beim Sielbau gar um 150 pet. unter boten. gar nicht gefallen sind oder wenigstens nicht so, wie fie der Referent wiedergiebt. Die Los von RomBewegung ist nicht durch Wort und Schrift des G.- A.Vereins angeregt worden. Sie ist ohne sein Gutsinn entstanden, aber infolge der zahlreichen Uebertritte sind dem Verein neue Aufgaben erwachsen. Der Verein hat in den mit seiner Hilfe gegründeten Gemeinden Diakonissen als Gemeindeschwestern verwandt, nicht aber die Schwesternschaften, die sich der Krankenpflege widmen, selber in's Leben gerufen. Außer 2007 Kirchen und Kapellen und 854 Schulgebäuden sind 815 Pfarrhäuser gebaut worden. Es ergiebt sich aus dieser aber immerhin, daß der| 98 061,25 Mt., Loos II Beppler- Emmendingen 59 583,15| bericht werden Aeußerungen zugeschrieben, die entweder Charakter des Dreibundes durch die Vertrags- Erneuerung keine Aenderung erfahren hat. Er ist früher ebenso wenig aggressiv gewesen, wie er heute ist, und andererseits ist er durch den Fortfall der nun allgemein bekannt gewordenen Abmachung feineswegs zu einer bloßen Förmlichkeit herabgedrückt worden. Denn diese Abmachung betraf nur eine Frage der Zweckmäßigkeit, und ihre Beseitigung ändert nichts an der Verpflichtung Italiens, im Falle eines französischen Angriffes auf Deutschland uns Waffenhilfe zu leisten. Paris, 24. Juli. Gestern Abend wurde ein Priester von einer Anzahl Demonstranten angefallen und ihm ein Messerstrich in den Unterleib verseßt. Er wurde ins Hospital gebracht. Auch aus der Provinz werden Demonstrationen aus Anlaß der Schließung der congreganistischen Schulen gemeldet. In Quimper wurde ein Gendarm verwundet. p. Ein angetrunkenes auswärtiges Frauenzimmer verursachte gestern Abend in der Wallthorstraße einen großen Menschenauflauf. Sie wurde durch einen Schuhmann nach der Bahn geschafft. 8ur Kongregationsbewegung in Frankreich. Von den Teilnehmern der gestrigen Rundgebungen erschienen heute sieben bereits vor der Straffammer wegen thätlichen Widerstands gegen die Polizei. Sie wurden zu Strafen von 50 Franks bis zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Nur in einem Falle wurde die Vollziehung der Strafe suspendiert. Sämtliche in Paris zur Schließung aufgeforderten Kongregationsschulen haben dem Befehle Folge gegeben, mit Ausnahme von fünf Schulen über deren weiteres Schicksal der Ministerrat beschließen wird. p. Obstrevision.. Gestern Vormittag fand auf dem Wochenmarkt eine polizeiliche Revision bezüglich Ein Korb des zum Verkauf unreifen Obstes statt. aufgestellten Marktobstes wurde beanstandet. p. Einsogenannter Geldwechsler, welcher sich Großgeld verschafft, in einen Laden geht für einige Pfennige Ware kauft und dabei ein größeres Geldstück hingiebt und dann das herausgegebene Geld, sowie auch im passenden Moment z. B. wenn andere Kundschaft im Laden erscheint, das von ihm hingelegte Geldstück wieder einstreicht und dann verschwindet, wurde gestern Nachmittag bei einer solchen Manipulation vom Ladenbesitzer ertappt und später verhaftet. Der frühere französische Kabinetschef Waldeck Rousseau, der sich gegenwärtig in Kopenhagen aufhält, beabsichtigt, wie der Vossischen Zeitung" von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, auch Kiel zu berühren und die dortigen maritimen Einrichtungen zu besichtigen. Der Tag für die Ankunft in Kiel steht noch nicht fest. - große Meng der Landwir berbraud in trog bedeuten Molkereien b Fann. Nicht Margarinefab 19 Millionen 10 Millionen beziehen, fomi Mugen bringer Dann fei berbrauch in D betrug, daß a höchften Durchf land alle prod 49,000 Centr fremde Butte beweisen de Butterverbra denkt, daß b Deutschland Ausland vert Deutschland i Aus Hessen und nachbargebieten. *** Ruttershausen b. Gießen. Sehr große Mißstimmung herrscht nicht nur allein in unserer Gemeinde, nein auch in benachbarten Orten ist man über den langsamen Bau der Bahnbrücke unzufrieden. Dieselbe ist im vorigen Frühjahr begonnen worden und bis zum Herbst hat man daran gearbeitet, an eine Vollendung aber ist bis heute noch nicht zu denken. Warum? Seit langer Zeit ist gar nicht mehr daran gearbeitet worden. Besonders den Fuhrleuten ist das sehr unangenehm, und die Fuhrherren zahlen doch auch Steuern. waren ( U. A. w. g.) Margarinefon ein Bergleich Deutschland Pfund, in beträgt in Bevölkerung, eigenen Konf Centuer Butt und Bollschuß dem beträgt der b Die Rohstoffe in Dänemart b Weylar, 24. Juli. Eine Gesamtsizung aller für das XXIV. Gesangfest des Lahnthalsängerbundes gebildeten Ausschüsse wurde gestern Abend im„ Schüßengarten" abgehalten. Von den Mitgliedern des Ehrenausschusses die Herren Gymnasialdirektor Professor Dr. Fehrs, Generaldirektor Kaiser Herr Friedrich Oberstleutnant stießlich anwesend. Heinzenberg, der Vorsitzende des hiesigen Männergesangvereins, eröffnete die Sitzung mit Grußes- und Dankesworten an die erschienenen Herren. Die Gesamtausgaben werden bis jetzt auf ca. 3000 Mt. veranschlagt. ** Riesentinematograph. Vom Sonntag an wird uns auf Oswalds Garten etwas ganz Besonderes geboten- Bläsers Riefentinematograph. Auf diese glänzende Erfindung können Photographen und Mechaniker in gleicher Weise stolz sein. Denn nur beiden zusammen ist es gelungen, nicht ein totes, sondern ein lebendiges Bild in Lebensgröße vor den Augen der erstaunten Buschauer zu entrollen. Ganze lange Szenen Aufzüge u. s. w. spielen sich naturgetreu von Anfang bis zu Ende ab. Um ein solches lebendes Bild" aufführen zu können, braucht der Photograph nicht weniger als 20-30,000 eir zeine Blatten. Ein ige wenige Kinematographenbilder haben wohl schon die meist en unserer Leser im Varietee gesehen. Aber diese Menge, diese Auswahl, des Allerneuste fann nur ein Spezialist bieten. Bläsers Kinematograph ist das erste und bis jeßt unübertroffene Institut dieser Art in Deutschland. Ueberall, wo er hintam, haben die Zeitungen nur Lob für ihn. Auch viele hohe Herrschaften bewunderten schon seine Darbietungen. Wir fönnen den Besuch dieses Theaters, das ebenso billig, wie lehrreich ist, nur empfehlen. ( Näh. s. Inserat.) Neues Völkerbündnis. Zwischen England und Korea soll in Socul ein Abkommen abgeschlossen worden sein, wonach England und Japan der foreanischen Regierung in allen wichtigen Fragen, der inneren wie der auswärtigen Politik mit ihrem Rat zur Seite zu stehen haben. Korea darf auswärtige Anleihen nur in Japan, England oder Amerika aufnehmen, darf keine Ausländer als Staatsbeamte mehr aufstellen und verpflichtet sich, seine Flotte und Heer bis zu einem erforderlichen Grade zu verstärken. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Herborn( Dill), 24. Juli. Auf dem heute abgehaltenen 8. diesjährigen Markt waren aufgetrieben 344 Stück Rindvich und 452 Schweine. Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Ochsen I. Qual. 68 bis 71 Mt., II. Qual. 65 bis 67 Mt., Kühe und Rinder I. Qual. 60 bis 63 Mt., II. Qual. 53 bis 58 Mt. per 50 Kilo Schlachtgewicht. Auf dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 60 bis 80 Mt., Läufer 90 bis 110 Mt. und Einlegschweine 120 bis 150 Mit. das Paar. Der nächste Markt findet am 25. August d. Js. statt. * Der Kaiserpreis des 18. Armeekorps. In der vorigen Woche fand der Ritt der Kavallerieoffiziere des 18. Armeekorps um den vom Kaiser gestifteten Ehrenpreis statt. Von den Kavallerieregimentern des 18. Armeekorps beteiligten sich etwa 30 Offiziere an dem Ritt, der um 9 Uhr Abends begann. Die Teilnehmer ritten in ihren Garnisonsorten Hanau, Bockenheim und Darmstadt ab. Als Aufgabe war die Erkundigung einer Vorpostenstellung links des Rheines gestellt. Die Meldung über die Rekognoszierung mußte nach Alzey gebracht werden. Freitag Morgen 9 Uhr war der Ritt beendet. Der Sieger wird erst später befannt gegeben. ** Jugendfest. Die Zahl der bisherigen Anmeldungen von Schülerinnen der höheren und erweiterten Mädchenschule zur Teilnahme am Jugendfest hat die Erwartungen weit übertroffen, ein Beweis dafür, daß zahlreiche Eltern die schweren Bedenken" des Lehrerkollegiums der Schule nicht teilen und daß Bürgermeisteret und Kuratorium ganz richtig handelten, wenn sie trotz des Widerspruches der Lehrer unsere höheren Töchter zur Teilnahme an dem allgemeinen Volksfeste aufforderten. Auch unser früherer Oberbürgermeister, Herr Gnauth, ist jederzeit entschieden für Beteiligung der höheren nnd erweiterten Mädchenschule am Jugendfeste eingetreten. Die geäußerten Bedenken sind um so weniger gerechtfertigt, da der Festzug nicht mehr vom Oswaldsgarten, sondern von der Bürgermeisterei ausgeht und die Kinder jetzt nur einen furzen schattigen Weg zum Festplate haben. Es wird sich empfehlen bisher unterlassene Anmeldung schleunigst nachzuholen, weil die Frist hierfür Morgen, Samstag, abläuft und eine Verlängerung wegen der Vorbereitungen für die Festspiele und die auszuteilenden Geschenke nicht angängig ist. Anmeldungen werden auf der Bürgermeisterei, Zimmer 15, entgegen genommen. ** ** Dieburg, 23. Juli. Fortan fönnen auch die Schüler der Progymnasialabteilung das wissenschaftliche Befähigungszeugniß zum einjährig freiwilligen Militärdienst bereits nach durchlaufener Untersekunda erlangen, wenn sie sich der Abschlußprüfung nach der Prüfungsordnung vom 15. Dezember 1899 mit Erfolg unterziehen. Kriegerkameradschaft Hassia. Nach Erfüllung der sagungsmäßigen Pflichten sind in den Landesverband der Kriegerkameradschaft Hassia" auf genommen worden: Kriegerverein Ober- Erlenbach mit 29 Mitgliedern, Bezirk Bilbel; Krieger- Militärverein Nieder- Beerbach mit 38 Mitgliedern, Bezirk Darmstadt; Kriegerverein Wernges mit 21 Mitgliedern, Bezirk Butz bach; Kriegerverein Zeilbach mit 19 Mitgliedern, Bezirk Ulrichstein; Kriegerverein Hörgenau mit 21 Mitgliedern, Bezirk Herbstein. Kanal Die Submission zu den Kanal: bauten für den Sielbau sind gestern vergeben worden und zwar zunächst für Loos I, Loos II und für die Provinzial- Siechenanstalt. Es waren u. a. folgende Offerten mit eingegangen: Loos I Th. W. DürenGodesberg 201 145,000 Mt., Jäger& Rumpf- Hanou In eigener Sache Richter. Roman von 2. Haidheim. ( Nachdruck verboten.) ( Fortsetzung.) Sie gab ihm mit königlicher Huld ihre Hand, die er ritterlich an seine Lippen zog. hat die Margarine den Butterverbrauch und die Butterpreise beeinträchtigt? * Leipzig wird gemelde eingelegt hat. Halle a tödtete die Ehe Mann, der fie einer Flasche, * Düffel Rheinisch We Kommis bo findet in di Auguft bis * Was bon einem eines Proze flügelten gem neue Beleuchtu Als die Kunstbutter oder Margarine im Handel auftauchte, war die Gefahr zunächst nicht gerade von der Hand zu weisen, daß dadurch der Butterverbrauch und die Butterpreise gedrückt, also die allgemeine Wohlfahrt wie auch die Landwirtschaft durch die Margarine ges schädigt werden können. Indessen hat die große Volksvermehrung in Deutschland und die wirtschaftliche Praxis, die der Margarine nur beschränkten Konsum ermöglicht, nunmehr klipp und klar die Erfahrung gezeitigt, daß trotz der großen Vermehrung des Wargarineberbrauches der Butterkonsum und der Butterpreis in den legten 10 bis 15 Jahren doch noch bedeutend gefliegen ist. Den deutschen Landwirten ist sonach durch die Margarinefabrikation im allgemeinen kein Nachteil entstanden, zumal wenn man bedenkt, daß die Margarinefabriken zur Herstellung ihrer besseren Margarineforten Hilfe in großer Geldnot gebeten hatte. Sie begleitete Burkard hinaus und erzählte ihm, wie höhnisch und rauh der Alte ge= wesen, bis dann plöglich das Sterben eintrat. ** Ueber den Bericht betr. Gustav AdolfFest in Alsfeld geht uns noch eine Berichtigung zu: Es war nicht der Zweigverein Grünberg, welcher das Jahresfest feierte, sondern der Zweigverein Gießen. Dem in der Morgenversammlung erstatteten JahresDann tam sie aber sofort auf das standesgemäße Quartier zurück. Hier blieb sie nicht! Keine Nacht! Konnte sie etwa zu Cäcilie fahren? Nein? Zwei Stunden weit? Und im ganzen 30g fie auch vor hier zu bleiben! Wer auch der Erbe oder die Erben sein mochten, sie war entschlossen dies Interimsjahr bis zur Testamentseröffnung auf Strapolno zu bleiben und dann fonnte man sie und ihre Kinder schon nicht auf die Straße sezen, die Familie war verpflichtet für sie zu sorgen. Und wenn das der Oheim nicht anerkannt hätte, so würde er sie nicht haben tommen lassen. Aber freilich, von dem zu erwarten, daß er großherzig und freigebig gegen Verwandte fei, ja nur anständig! bas wäre thöricht genug, hatte er doch seine eigenen Kinder vertommen laffen, während er auf Säcken voll Geld faß. ficht war nicht allzu regelmäßig, die Backenknochen traten hervor, ber Mund war größer, als es sich mit den Gesezen der Schönheit bertrug und das Kinn sehr energisch, aber der Teint zart und burchsichtig und fast marmorweiß, die Augen so groß und schön umrahmt, der Blid flug und freundlich, nun der starre Hochmut fich aus ihnen verloren hatte. So floß immer das mit Bitterfeit gefüllte Herz der schwer geprüften Frau über. Daß Burkard von Frohberg sich bereit zeigte ihre Ansprüche anzuerkennen, stimmte sie gegen ihn selbst etwas milder. Sie rief ihre Kinder und stellte sie ihm vor; die Kleinen sahen blaß und übermüdet aus. Der älteste Knabe war acht Jahr alt, Ludwig nannte sie ihn, Bela und Lizzi zählten erst sechs und vier. Aber Joseph, ihr ältester, ein Jahr jünger als Maria, sei im Kadettenhause mit böhmischem Königspatent. So nannte sie die Freistelle, die man dem jungen Wazlam gegeben. Der Name erinnerte Burkard an den Vetter, den er nun schon ziemlich lange allein gelassen. Er sagte den Damen von dem anderen Antömmling des heutigen Tages. Kaum fand er Zeit die Böhmin in den unteren Regionen aufzusuchen und ihr begreiflich zu machen, daß durch einen„ unglücklichen Irrtum" die Frau Baronin zu seinem größten VerBruß und seiner tiefsten Beschämung von einem der dummen Knechte in das Nebengebäude gebracht worden und daß die Gnädige sofort im Oberstock Zimmer haben müsse. " Der wäre von Gottes- und Rechtswegen der Majorats erbe, wenn nicht seine Mutter-! Sie war von gutem Adel, aber allerdings eine Frau, die ihrem ersten Manne durchgegangen und auch nachher nicht sehr vorsichtig gelebt hatte. Better Franz war ein Narr sie zu heiraten, aber der Sohn sollte es nicht entgelten", sagte Frau von Wazlaw. Bergeblich beteuerte die nicht allzu fluge, der felige Herr Graf habe sie angewiesen drüben die Damen zu logieren; er ließ fie garnicht ausreden, fuhr sie beinahe zornig an und brachte es dann endlich so wett, daß sie sich bereit erklärte, nach dem Park hinaus die Gnädige mit den Kindern unterzubringen. Und ganz wie es fich gehörte, wo ein Toter lag, still und lautlos und mit allem Respekt. Ja, ja, gewiß, der gnädige Herr könne sich auf die Nandl verlassen. Endlich ließ fie Burkard von Frohberg los, mit der schon lächelnd gegebenen Buficherung, sie würden nicht mehr Geräusch machen wie eben so viel Mäuse. Jest sah sie angenehm aus, sie entließ ihn sehr freundlich und Maria leuchtete ihm sogar mit ber Lampe, die feine Kuppel hatte. Sie war wirklich ein schönes Mädchen, sah er, schlank und hoch gewachsen, mit dem föniglichen Anstande der Mutter. Ihr Ge Noch einmal sah Burkard flüchtig zu seinen Gästen in das Eßzimmer hinein. Er war viel zu beschäftigt in seinen Gedanken, ihnen jezt erst noch Rede und Antwort stehen zu mögen. Ganz erleichtert atmete er auf, als sie ihm erklärten, sie wollten zu Bett gehen. Es fiel ihm auf, wie düster und blaß Graf Joseph stumm neben den plaudernden alten Herren gesessen. - Ebern that Burkard leid! Er war doch Großvaters Enkel! Aber womit hätte er ihn trösten sollen? Und am Ende- morgen tam auch noch ein Tag, er hatte jezt wirklich noch zu piel zu besorgen und anzuordnen. Er ging hinauf, noch einmal nach dem Toten zu sehen. Dort hatte die barmherzige Schwester Ordnung gemacht, das Bett in die Mitte des Zimmers gerückt und zu häupten desselben ein großes Kruzifir, brennende Lichter auf silbernen Leuchtern, aufgestellt. Auf Bahnhof Gattin eines für 20 Pfenn Dame den Bug Graf Joseph stieg die Treppe zu seinem Zimmer, begleitet von einem ihm das Licht tragenden jungen Diener, hinauf mit einem Grauen, welches ihm eisige Schauer über den ganzen Leib jagte. So war es ihm in der letzten Stunde wohl zehn Mal gegangen! Und dabei bohrte ihm ein Wurm im Hirn und ein gräßlicher Gedanke fam immer wieder, so auch ießt:„ Du bist fein anständiger Kerl mehr!" Nicht einmal mehr das wenigste, was ein Graf Ebern sein kann! Im Bette lag, schon mit einem dünnen weißen Tuche bedeckt, der Großvater, und als Burkard die leichte Hülle einen Moment zurücknahm, durchschauerte ihn der Anblick dieses unbeschreiblich harten Gesichts, in dem jezt auch nicht ein Schimmer von Frieden und Verklärung lag, nur die Lieblosigkeit seines Lebens und die düstere Majestät des Todes. In einer Ecke des Zimmers sprachen die beiden Geistlichen des Dorfes die Totengebete. Alles, auch ihr gleichgültiges Starren, machte einen so falten, fühllosen Eindruck. Die Nonne war die einzige, bei der ein wärmeres Empfinden hervortrat und dies galt dem jungen Herrn, der so plöglich am Bette des Sterbenden erschienen war und ihn so dringend um fie plöblich mi daß ihr Bill borsteher. Karte aus 800 Billette gestohlen S Sie eine Leg neinte, dan w bei fi rif Auftrage berbe Fefteling zu Bierge mit Rape minen, Dort Hephoni mira telephon Mustunt 31 9 dur die neug 2, bon dem buren antrete Gramen und d genannten vier Statt diffent dia werde folgen mi Stunde bab und dem Bear Uebel vor Aufregung und tödlicher Abspannung warf er sich mit dem Zeug aufs Bett und schlief in demselben Moment ganz fest. Aber nach zehn Minuten schon wachte er wieder hell und sprang empor. Er wühlte mit zitternder Hand in seiner Brusttasche und brachte eine ganze Anzahl großer Scheine hervor, die er scheu ansah, als fürchte er sich vor ihnen. Was sollte er nun damit anfangen? Er wollte sie nicht; er wollte nun und nimmer ein Schuft sein. Daß ein beschriebenes Stückchen Papier hinter das Bett glitt, sah er nicht. Sollte er sie verbrennen? Er grübelte. War er dann weniger ein Dieb? Oder, wenn er sich zu dem Toten schleichen könnte und-? Aber bei dem hielten die beiden Geistlichen des Dorfes Sterbegebete und zwei Diener die Totenwacht, so hatte er den Doftor sagen hören. Das war also unmöglich! Aber wen man nun das Geld vermißte? Laß sehen, wie viel war es? Er zählte die Scheine, erstaunt, daß die Summe so viel mehr war, wie er gedacht. Aber am Ende, man ist darum nicht mehr ein Dieb, als für zehn Kreuzer! Ein Dieb! Ein ganz gemeiner Dieb! Großer Gott, er ein Dieb? Aber der Alte war doch sein Großvater! Das Geld tam von Rechtswegen fowohl ihm, wie anderen Erben zu! Wenn er- es war ja wahnsinnige Verzweiflung, die ihm die Hand geführt!- wenn er nun in der halben Bewußtlosigkeit sich vorab einen Teil seines Erbes aneignete? War nicht im Grunde das Geld unter allen Umständen sein? und war es nicht Notwehr, die er übte gegen den bösen alten Mann, der seine Kinder, seine Enkel Not leiden ließ und zum Verbrechen trieb? ( Fortseßung folgt.) meldete: Sie ein anderer Bu flart, daß D Summern, aber angezeigten Se pat, aber au Frau&. tor war fie in G der Entschuldi Bort freig ge * Gine Diefer Lage ein Bite lag, mit Baler bringen, Rantheit habe Egriftitud: Lochter Auguf fürchten, bie fedende Aran Dem nicht fo. belommen, un * Tid in dem Wenn Bibei Anabe waren, blie agrend Andern, ob Die entweder nicht so, wie bon Rom cift des G.-A. e sein Gutsinn lebertritte find - Der Verein ten Gemeinden erwandt, nicht Strantenpflege er 2007 Stirdjen nd 815 Bfatt gebieten. große Mif ferer Gemeinde, über den lang Dieselbe ist im zum Herbst hat ber ist bis heute er Zeit ist gar ders den Fuhr hrherren zahlen ( U. A. w. g.) Bung aller für ngerbundes ge im„ Schüßenern des Ehrenmnasialdirektor Kaiser und Derr Friedrich igen Männer it Grußes- und Die Gesamt 3000 Mt. ber theute abgehal ufgetrieben 344 wurden bezahlt 68 bis 71 Mt., Finder I. Qual. per 50 Stilo marft fofteten 110 Mt. und ar. Der nächste tt. auch die Schüler enschaftliche Be Freiwilligen laufener Unter lußprüfung nach er 1899 mit Gr erverbrauch rächtigt? im Handel auf gerade von der rberbrauch und eine Wohlfahrt Margarine ge ie große Volks wirtschaftliche ränften Konsum e Erfahrung ge des Margarine Butterpreis in h bedeutend ge ist fonach durch en fein Nachteil 3 die Margarine Margarineforten egleitete Burkard Juh der Alte geBroßvaters Enkel! ein Tag, er hatte uordnen. Bimmer, begleitet Diener, hinauf mit er über den ganzen wohl zehn Mal ge m im Hirn und ein auch jest:" Du bift mehr das wenigste, Abspannung warf er n bemfelben Moment te er wieder hell und and in seiner Bruft er Scheine hervor, die 1. Was sollte er nun pollte nun und nimmer Tes Shiddhen Papier e er fie verbrennen? Dieb? Oder, wenn des Dorfes Sterbe te und-Aber ht, fo hatte er den möglich! Aber wen wie viel war es? Time so viel mehr war an ift barum night er! Ein Dieb! Fin ein Dieb? Aber ber tam von Rechtswegen In eres war jo no geführt!-wenn prab einen Teil feines bas Belb unter allen ehr, bie er libte gegen eine Entel Not leiden große Mengen Milch und Sahne zu guten Preisen aus der Landwirtschaft beziehen und im übrigen der Butter verbrauch in Deutschland so groß geworden ist, daß er trotz bedeutender Vermehrung der Milchwirtschaften und Molkereien vom Inlande leider nicht mehr gedeckt werden fann. Nicht zu unterschätzen ist ferner, daß die Margarinefabriken gegenwärtig jährlich für circa 18 bis 19 Millionen Mark Rinderfett und ferner für 9 bis 10 Millionen feine Speiseöle aus deutschen Delmühlen beziehen, somit dadurch indirekt der Landwirtschaft auch Nutzen bringen. Dann sei erwähnt, daß im Jahre 1901 der Margarine verbrauch in Deutschland zwar über zwei Millionen Centner betrug, daß aber zugleich in diesem Jahre die Butter den höchsten Durchschnittspreis hatte, außerdem wurde in Deutschland alle produzirte Butter fast ganz selbst verbraucht, nur 49,000 Centner ausgeführt, aber über 360,000 Centner fremde Butter nach Dentschland eingeführt. Diese Zahlen beweisen deutlich, daß die Margarine den einheimischen Butterverbrauch nicht geschmälert hat, zumal wenn man bedenkt, daß die Butterproduktion an sich gestiegen ist, und daß Deutschland vor 15 Jahren fast ebenso viel Butter an das Ausland verkaufte, wie es jetzt von dort noch bezieht. In Deutschland ist übrigens weder der Butterverbrauch noch der Margarinefonsum für den Kopf berechnet besonders hoch, was ein Vergleich mit Dänemart ergibt. Der Butter- Konsum in Deutschland beträgt pro Jahr und Kopf der Bevölkerung 15 Pfund, in Dänemark 31 Pfund. Der Margarine- Konsum beträgt in Dänemark 17 Pfund pro Jahr und Kopf der Bevölkerung, in Deutschland 4 Pfund. Trotz des großen eigenen Konsums exportirt Dänemark jährlich ca. 1,000,000 Centuer Butter. Diesen Zahlen zeigen, wie wenig unser Bollschutz dem Molkereigewerbe genußt hat. In Deutschland beträgt der vertragsmäßige Zoll auf Butter 16 Mt., auf die Rohstoffe von Margarine 10 bis 12 mt. pro 100 kg.; in Dänemark besteht für alle diese Artikel Zollfreiheit. Vermischtes. * Leipzig, 24. Juli. Zum Leipziger Bank- Prozeß wird gemeldet, daß Dr. Gentsch ebenfalls Revision eingelegt hat. Halle a. S., 22. Juli. Im anhaltischen Dorfe Rieder tödtete die Ehefrau des Landwirts Hosang im Streit ihren Mann, der sie bedrohte, durch einen wuchtigen Schlag mit einer Flasche, der dem Hosang die Schädeldecke zertrümmerte. * Düsseldorf. Die Jahresversammlung der Vereinigung Rheinisch Westfälischer Bezirke des Vereins für Handlungs Rommis bon 1858( Kaufmännischer Verein) im Hamburg findet in diesem Jahre dahier während der Zeit vom 30. August bis zum 2. September statt. * Was einer Dame in Berlin passieren kann. Dieses von einem Gerichtspräsidenten in Moabit bei Einleitung eines Prozesses gesprochene Wort, das seitdem zu einem geflügelten geworden ist, hat auf der Berliner Stadtbahn eine neue Beleuchtung erfahren. Der B. L.-A." meldet darüber: Auf Bahnhof Charlottenburg hatte eine Frau L., die junge Gattin eines Bankbeamten dem Automaten eine Fahrkarte für 20 Pfennig entnommen. Als auf Station Börse die Dame den Zug verlassen und ihr Billet abgegeben hatte, wurde sie plößlich mit der liebenswürdigen Bemerkung aufgehalten, daß ihr Billet gestohlen sei, sie müsse uit zum Stationsvorsteher. Hier erzählte sie wahrheitsgemäß, daß sie die Karte aus dem Automaten gezogen habe.„ Es sind 800 Billette gestohlen worden und das Ihrige zählt zu den gestohlenen Numinern," entgegnet der Vorsteher." Haben Sie eine Legitimation bei sich?" Als Frau L. dies verneinte, denn welche Dame führt in Berlin eine Legitimation bei sich, rief der Beamte einen Bahnbediensteten mit dem Auftrage herbei, sie nach dem Stationsbureau zur weiteren Feststellung zu führen. Vergebens protestierte die Dame hiergegen mit dem Bemerken, daß ihre Eltern ganz in der Nähe wohnen, daß ihr Mann noch auf der Bank thätig und dort telephonisch zu erreichen ist. Auch zwei Schwäger wären telephonisch zu erreichen, um über ihre Persönlichkeit Auskunft zu geben. Aber es wurde alles abgelehnt, und burch die neugierig gewordene Menge hindurch mußte Frau 2., von dem Beamten esfortirt, den Weg nach dem Stationsbureau antreten. Hier der gleiche Empfang, das gleiche Gramen und das Ablehnen jeden Versuchs, sich an einer der genannten vier Stellen über die Dame zu unterrichten. Statt dessen die fühle Ankündigung, daß sie zur Polizeiwache werde folgen müssen. Hierüber war eine für Frau L. qualvolle 1/2 Stunde dahingegangen, als ein Bahnangestellter erschien und dem Beamten im Auftrage des Stationsvorstehers meldete:„ Sie können sie(!) gehen lassen! Es ist ein anderer Buchstabe!" Die Sache hatte sich dahin aufge= flärt, daß die Fahrkarte zwar eine der gestohlenen Nummern, aber nicht denselben Buchstaben der als entwendet angezeigten Serien trug. Die Entdeckung kam zwar etwas pät, aber zum Glück noch immerhin rechtzeitig genug, um Frau L. vor dem Transport zur Wache zu bewahren. So war sie in Gnaden, d. h. in diesem Falle ohne eine Silbe der Entschuldigung oder des Bedauerns mit dem klassischen Wort freigegeben: Sie können sie gehen lassen!" * Eine überaus ängstliche Münchener Lehrerin schickte dieser Tage eine Schülerin, deren Mutter angeblich frank zu Bette lag, mit dem Auftrage nach Hause, sie müßte es vom Vater bringen, ob die Mutter nicht etwa eine anst dende rankheit habe. Auguste fam wieder und überreichte folgendes Schriftstück:" Geehrtes Freilein! Sie haben mir meine Tochter Auguste zu Hause geschickt, weil Sie vermuten und fürchten, die plößliche Krankheit meiner Frau sei eine ansteckende Krankheit. Beruhigen Sie sich nur darüber, es iſt dem nicht so. Meine Frau hat nur einen gesunden Knaben bekommen, und hoffentlich ist das nicht ansteckend." * Wenn Kinderspielen". Ein entsetzlicher Vorfall hat ich in dem Dorf Wustrau bei Fehrbellin abgespielt. Zwei Knaben, deren Eltern auf dem Felde beschäftigt waren, blieben sich infolge dessen selbst überlassen. Während sie zusammen spielten, fragte der Eine den Andern, ob er ihm das Ohr abscheiden sollte, was von - dem Letzteren bejaht wurde. Der Stnabe ergriff nun ein Messer und schnitt seinem Spielgefährten das eine Ohr glatt vom Stopfe ab. Der so verstümmelte Stnabe wurde nach Fehrbellin in ärztliche Behandlung gebracht. Ganz entschieden ein Scheidungsgrund! Der Ge richtshof von Philadelphia hat soeben die Scheidung zwischen Mrs. Christine Weatherill- Nice, die aus einer der ältesten und reichsten Familien der Stadt stammt, und Mr. John- Nice ausgesprochen, weil dieser die Gewohnheit angenommen hatte, seine Frau zu zwingen, die ganze Nacht hindurch Clavier zu spielen. Um zu verhindern, daß die Unglückliche einschliefe, schlug der claviertolle Ehemann von Zeit zu Zeit furchtbar auf ein Tamtam. Das Urteil ſtellte fest, daß die chinesische Grausamkeit" Alles überbiete, was man bisher in Ehescheidungssachen zu beurteilen ge= habt habe. Einem umfangreichen Fahrkartenschwindel ist man auf der Pfälzischen Eisenbahn auf die Spur gekommen. Der in der Billettdruckerei der Bahn angestellte Drucker Schwind hat Arbeiter- Wochenkarten angefertigt, die er durch Unteragenten zu billigem Preise an Arbeiter verkaufen ließ. Der Betrug wurde schon seit längerer Zeit betrieben und gelangte durch Verrat zur Kenntnis der Eisenbahndirektion. Diese verstärkte das Personal eines Arbeiterzuges. Es wurde eine scharfe Kontrole vorgenommen, und in diesem einen Zuge entdeckte man mehr als 20 Inhaber von gefälschten Fahrkarten. Diese Passagiere sowie der Drucker der Falsifikate und seine Unteragenten, die fich ebenfalls in dem Zuge befanden, sind in Haft genommen worden. * Ein interessanter Fall stand am 23. Juli in Koblenz in der Ferienkammer zur Verhandlung. Vier Kroaten, welche in Hochstetten bei Kirn vorübergehend wohnten, ließen sich von ihrem Logiswirt zwei Loose, ein Lübecker und ein Marienburger Loos, besorgen, die jener von einem Lotteriekollekteur in Lübeck bezog. Als Dankbarkeit versprachen die Kroaten der Frau des Logiswirtes von einem allenfallsigen Gewinne den fünften Teil herauszuzahlen. Das Marienburger Loos erzielte in der That einen Treffer von 60 000 mt. Der Lotteriecollecteur reiste mit dem Geld von Lübeck nach Hochstetten und verdrehte dem Logiswirt und dessen Frau, welche das Loos in Verwahrung hatten, derart den Kopf, daß sie ohne Genehmigung der Kroaten dem den Kopf, daß sie ohne Genehmigung der Kroaten dem Lotteriecollecteur die Summe von 10000 Mt., welche dieser sich als Trinkgeld erbat, auszahlten. Den Kroaten wurde mitgeteilt, das Loos sei mit 50000 Mr. herausgekommen. Diesen Betrag verteilte man wie verabredet, so daß die Frau des Logiswirtes ein Fünftel erhielt. Bald nachher erfuhren die Kroaten von dem noblen Trinkgeld, mit dem sie nicht einverstanden waren und erstatteten Anzeige. Die Ferienkammer verurteilte gestern den Lotteriekollekteur wegen Anstiftung zur Untreue zu vier Monaten Gefängniß und 1000 Mt. Geldstrafe, sowie wegen Versendung Lübecker Loose nach Preußen zu 300 Mt. Geldstrafe und zu den Kosten. Der Logiswirt erhielt wegen Untreue 2 Monate Gefängniß und wegen Spielen in einer auswärtigen Lotterie 10 Mt. Geldstrafe. * Das aufregende Abenteuer eines Badegastes. Einen Kampf um Leben und Tod bestand nach einer Meldung aus Newyork in Alantic City ein Badegast, Harry M. Speerman von Fort Wayne. Speerman badete und war eine Viertel Meile ins offene Meer hinausgeschwommen, als er einen dunklen Gegenstand, anscheinend von den Fluten getragen, auf sich zukommen sah. Der Badende glaubte die Leiche eines Ertrunkenen vor sich zu sehen, tauchte unter und packte zu seiner Ueberraschung statt des erwarteten Beines den Schwanz eines 8 Fuß langen Haifisches. Natürlich ließ er feine Sefunde verstreichen, um das Hinterteil der Bestie wieder los zu lassen, und suchte dann aus ihrem Gesichtsfelde zu kommen. Der Fisch war wie der Blik hinter ihm her. Augenscheinlich war er sich der Thatsache bewußt, daß das gütige Schicksal ihm ein besonderes leckeres Mahl in das gütige Schicksal ihm ein besonderes leckeres Mahl in Aussicht stellte, dessen Erlangung zudem mit feinen speziellen Schwierigkeiten verbunden zu sein schien. Im nächsten Augenblicke hatte ihn das Ungeheuer erwischt und schnappte nach Speermans Bein. Nur eine rasche Wendung bewahrte ihn vor einer höchst unfreiwilligen Amputation. Der Bedrängte rief inzwischen aus allen Kräften um Hilfe. Der Kampf zwischen Hai und Mensch war unterdessen vom Bier aus bemerkt worden, und zwei Männer famen ihm zu Hilfe. Bevor sie jedoch den verzweifelt sich gegen die Angriffe der Bestie Wehrenden erreicht hatten, war es dem Haifisch gelungen, seine ſpißen, scharfen Zähne fest in Speermans Arm einzubohren. Der Verwundete schrie laut vor Schmerz. Der Hai war eben im Begriff, seinen Rachen von Neuem in gefährlichster Nachbarschaft von Speermanns Hüfte zu Bootshaken har punierte. Speerman wurde bewußtlos ins öffnen, als einer der herbeigeeilten Retter ihn mit seinem Boot gezogen, aber bald wieder zu sich gebracht. Seine Wunde ist schmerzvoll, aber nicht gefährlich. Hochschulnachrichten. Göttingen. Vom Kultusministerium erwartet man, daß es Anstrengungen macht, Herrn Prof. Dr. Althaus, der bekanntlich einen materiell glänzenden Ruf nach Erlangen erhielt, der Georgia Augustia zu erhalten, Althaus gehört der Universität erst seit sechs Jahren an. Sein Lehrauftrag umfaßt besonders Dogmatit, Ethik und praktische Theologie. Nachdem Münster Universität geworden ist, erscheint es selbstverständlich, daß zu den 3 anderen Fakultäten noch die medizinische in absehbarer Zeit hinzukommt, d. h. es dürfte sich lediglich da um handeln, wann die Finanzlage des Staates das erlaubt. Dr. jur. Jena. Der hiesige Rechtsanwalt 2. Kuhlenbeck, als juristischer Schriftsteller bekannt, hat einen Ruf als v. Professor an die Universität Lausanne erhalten für den dort neu errichteten Lehrstuhl für deutsches Recht. Der Staatsrechtslehrer der Universität Wien Prof. Dr. W. Luftk and I tritt, da er die Altersgrenze erreicht hat, in den Ruhestand." Doch Eines! Junge Männer steh'n am offenen Grabe, D'rin ein Jüngling eben ward gebettet, Düſter blickend Einer tritt zum Rande, Schaufelt Erde nieder mit den Worten: Rolle Scholle zu ihm nieder, Drücke nicht des Helden Glieder, Dem es war erwünscht, zu sterben, Weil umsonst hier alles Werben. Um die heißersehnte Freiheit. Und ein And'rer tritt zum Grabesrande, Hoheit ruht auf seiner edlen Stirne, Und im Aug' der Blick des Forschergeistes; Er auch spendet Erde und die Worte: Rolle Scholle zu ihm nieder, Drücke nicht des Denkers Glieder, Welchem wertlos schien das Leben, Weil vergebens alles Streben. Nach der heißgesuchten Wahrheit. Zu dem Grabesrande Icis' und schüchtern Tritt ein junges Mädchen, bleich von Wangen, Ihre zarten Lippen sieht man beben Wie die Blüte, die im Luftzug zittert Und sie weiht dem Toten Erb' und Worte: Rolle Scholle zu ihm nieder, Drücke nicht des Dichters Glieder, Der sich zögernd losgewunden, Weil er Eines doch gefunden, Das zurück ihn zog: die Liebe. Adolph Timo. Neueste Nachrichten. Berlin, 25. Juli. Gegenüber der gestrigen Wiener Meldung über den Dreibundvertrag wird dem„ Berliner Tageblatt" von hiesiger unterrichteter Stelle auf das Positivste versichert, daß der Dreibundvertrag ohne alle Aenderungen erneuert worden sei. Eine Verpflichtung Italiens, wie sie jene Nachricht angegeben, habe im Dreibundvertrage niemals gestanden. Dresden, 25. Juni. König Georg hat den gestrigen Nachmittag und den Abend gut verbracht und die Mahlzeiten mit Appetit eingenommen. Er schlief mehrere Stunden am Tage und begab sich zeitig zu Bett. Sein Allgemeinbefinden zeigt noch eine gewisse Schwäche, indessen hofft man in der nächsten Umgebung des Königs, daß der Patient in wenigen Tagen seine gewohnte Beschäftigung wieder aufnehmen wird. Bon verschiedenen Höfen liefen telegraphische Anfragen über das Befinden des Königs ein, so aus Wien, Berlin und anderen. Das Oberhofmarschallamt erteilte auf diese Anfragen die Antwort, daß das Befinden des Königs Anlaß zu ernsten Befürchtungen nicht mehr gebe. Der Patient bedarf noch sehr der Schonung, da ihn der Lungenkatarrh sehr angegriffen hat. Hamburg, 25. Juli. Professor Remé hielt gestern Abend in der Eilbecker Kirche einen Trauergottesdienst für die Verunglückten des Primus ab. Das Gotteshaus war überfüllt. Viele Angehörige der Verunglückten waren anwesend. Weitere neue Leichen sind gestern aufgefischt worden. Der Blankeneser Amtsvorsteher ersuchte die Lüneburger Regierung, auf Hamburg einen Druck auszuüben, daß die Leichen schneller geborgen werden. Das Wrack des Primus ist bereits bei der Werft der Taucherfirma Beckedorf aus Waltershof feft. gemacht, nachdem das Schlepp von der Teufelsbrücke nach der Werft verhältnismäßig rasch gelungen war. Der Taucher ist der Ansicht, daß sich in den Kajüten noch Leichen befinden, konnte jedoch noch nicht in den Schiffsraum eindringen. Prag, 25. Juli. Der evangelische Pastor Ungnad in Klostergrab wurde aus Desterreich aus gewiesen. Dieses Ausweisung erregt großes Aufsehen. Graz, 25. Juli. Beim Wetterschießen in Stoppling explodierte die gesamte Pulvermasse. Der Pulvermeister wurde schwer verlet. Montreal, 25. Juli. Das französische TrappistenKloster auf dem Berge Laurenzius ist durch eine Feuersbrunst vollständig zerstört worden. Der Materialschaden beträgt über eine Million Francs. Das Protokoll zwischen den New- York, 25. Juli. Vereinigten Staaten und Columbien betr. den Panama. Kanal ist gestern unterzeichnet worden. Gestorbene. Am 24. Juli: Emmy Elisabeth Prinz, 2 Jahre alt, Tochter des Kutschers Heinrich Prinz dahier. Am 25. Juli: Johann Wallenfells, 65 Jahre 5 Monate alt, Stationsassistent i. P. dahier. Briefkasten. s. in Laubach. Leider mußten wir Ihre Nottz gestern wegen Raummangels bis cuf heute zurückseßen. Lassen Sie bald wieder von sich hören! Im übrigen ganz einverstanden. Nach Lollar. Fahrpreisermäßigung zum Besuch der Düsseldorfer Ausstellung besteht nicht. Bekanntmachung. Betr. Ausführung des Körgesetzes; hier: Wahl der Zuchtrichtung. Turnverein Rodheim. Nächsten Sonntag, den 27. Juli, findet die Durch Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung vom 17. d. Mts. ist gemäß Art 3 des Gesetzes betreffend das Faselwesen vom 7. August v. J. und nach Anhörung der Viehbesizer der Simmenthaler Rasse unter Aus- erbaut vom Gast. und Vereinswirt, Herrn Wilh. Bender statt. schluß einer weiteren Zuchtrichtung für die Stadt Gießen zur Ausführung gelangt. Einweihung der neuen Turnhalle, Wir bringen dies zur Kenntnis der Interessenten mit dem Anfügen, daß etwaige Anfechtungen dieses Beschlusses entsprechend den Vorschriften in Art. 120 der Städteordnung innerhalb einer Frist von 4 Wochen, von heute an gerechnet, bei Großh. Kreisamt Gießen entweder schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden müssen. Gießen, 18. Juli 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Auf dem hiesigen Friedhof entbehren die Denkmäler auf den Gräbern der nach verzeichneten Personen der nötigen Standfestigkeit Die Angehörigen der Verstorbenen werden daher aufgefordert, umſogewisser für Instandssetzung der Denkmäler bis spätestens 20. August zu sorgen und hiervon uns Anzeige zu erstatten, als sonst auf Grund des§ 7 der Friedhofsordnung die Beseit'gung jener Denkmäler erfolgen müßte. Im Quadrat VI. von Humbracht Margarete Louise, gestorben 27. April 1848. Im Quadrat XIV. Reisenweber, Joh. Georg, gestorben am 13. September 1877. Gießen, 19. Juli 1902. Großh Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Gascokes. Infolge Stadtverordneten- Beschlusses vom 10. April d. J. tritt eine Preisermäßigung unserer Gascokes 1,10 Mr. - Bu vermieten: 3 Zimmer- Wohnung per 1. August zu vermieten. Krofdorferstraße 5, part. In meinen Neubauten, Liebigstraße 29 und 31 sind noch zwei Mansardenwohnungen mit allem Komfort der Neuzeit entMit der ab zu vermieten. Der Verein giebt sich aus diesem Anlaß die Ehre, alle Gönner und Freunde des Vereins wie sprechend eingerichtet, vom 1. Juli alle Turner und Turnfreunde des Gaues Hessen hiermit zu der Feier höft. einzuladen. Feier verbunden sind ein und wurden die Preise derselben bis auf weiteres festgesetzt wie folgt: Für den Centner ab Verkaufsstelle: Buk- Cokes, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiede= nen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: Stück- Cokes Preisturnen, Conzert u. Ball - Georg Pfaff, Bismarckstraße 32, II In dem Hause Nordanlage 7 ist eine elegante 6-3immer wohnung mit Bad, Balton und sprechenden Einrichtungen zu ver mieten. Näh. Frankfurterstr. 29. Eintritt zum Conzert 20 Pfg. Mit der Bitte um zahlreichen Besuch ladet höflichst ein allem sonstigen der Neuzeit entDer Vorstand. P. S. Für gute Speisen und Getränke hat der Vereinswirt bestens gesorgt. Gießen Oswaldsgarten. - Von Sonntag den 27. ds. bis Sonntag den 3. August. Bläser's Original Riesen- Kinematograph Biograph Vorführung der lebenden Photographieen in nie geschener Vollendung. 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