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Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 25. Juni 1902. 11. Jahrgang. Insertionsvreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie, ganz Oberbessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Gießener ERSTE Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Albert, König von Sachsen. Wie wenige der Zweige, die getragen Zuerst am Baum des Reiches ihre Frucht, Sind übrig aus den grünen Frühlingstagen! Der Gärtner Tod hat sie herabgeschlagen, Morsch, grau verwittert, Doch seufzend hat der ganze Baum gezittert, Wenn ihrer einer niederfiel mit Wucht. So bist auch Du, der letzten Zweige einer, Gefallen endlich wie vor Dir soviel', Soviel, die größer und noch mehr, die kleiner Als Du gewesen- besser aber keiner, Und Keiner so getreu und unerschüttert!- - Der Baum erzittert. Es war ein edler Zweig, der niederfiel! ( Jugend). Hessischer Landtag. Darmstadt, 24. Juni. Auf der Tagesordnung stand die Regierungsvorlage betr. die öffentlichen Sparkassen. Die Abg. Schönberger( fr. V.) und Koch( nt.) sprechen sich im Großen und Ganzen zustimmend aus. Abg. Dr. Gutsleisch( fr. V.): Der Gemeindeverband solle die Basis für die öffentlichen Sparkassen sein, da man Offene Stellen: heutzutage soziale und wirtschaftliche Pflichten den Gemeinden in höherem Maße zumute, als früher. Dem giebt die Regierungsvorlage Ausdruck, dem habe schließlich auch der Ausschuß zugestimmt. Er begrüße die Kommunalisirung der Sparkassen und bittet, von den prinzipiellen Grundsäßen der ersten Artikel des Gesezentwurfes nicht abzugehen Abg. Haas- Darmstadt: Er betrachte es als sehr notwendig, daß die Sparkassenverhältnisse endlich geseßlich geregelt würden. Die Sparkassen tönnten hierdurch nur an Butrauen gewinnen. Er vermisse aber zwei Dinge, deren Festlegung im Gesetz er wünsche. Das Gesetz gestattet nämlich Gemeinden, Sparkassen zu gründen, ohne zu sagen, wie groß die Gemeinden zu diesem Zwecke sein müssen. Er möchte festgelegt wissen, daß teine Gemeinde unter 10000 Seelen eine solche Sparkasse gründen dürfe. Man habe schon versucht, Genossenschaftstassen zu Gemeindepartassen zu machen, aber für fleinere Gemeinden eigne fich das nicht. Ferner wünsche er, daß im Gesez eine Begrenzung der Geschäftsthätigkeit der Sparhabe zunächst Die Bezirkssparkassen teten erlaubten Staatsbatten ähnliche Aufgaben; den Personalkredit soll dagegen die Kreditgesellschaft pflegen. Ministerialrat Breidert: Die Regierung ist der Meinung, Zirh. am 1. Juli ung. Hausbursche fofort gesucht. Sonnenftras Grosse teten die in ganz Deutfcht die Pfandbriefbank zu übernehmen. Serienloose in allen Details, sondern nur in den Hauptsachen der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht würden. Ministerialrat Breidert: Die Regierung sei mit den Ausführungen des Abg. Gutfleisch einverstanden. Abg. Haas- Darmstadt bringt einen Antrag ein, daß im Artikel 3 des Gesetzentwurfs das Aufsichtsrecht der Regierung, betr. die Begrenzung der Geschäftsthätigkeit, festgelegt werde. Erf und Pitthan sprechen sich gegen den Antrag Haas aus. Der Antrag Haas wird darauf gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. Der Artikel 8 des Gesetzentwurfes, der der Sparkasse das Recht zuspricht, gegen den Schuldner schon nach einmonatlichem Rückstand vorzugehen, wird gestrichen. Die weiteren Artikel werden nach furzer Debatte angenommen. Die Vorlage wird darauf ein stimmig angenommen. - Nächste Sigung morgen 9 Uhr: Pfandbriefbank gesetz, Landeskreditkassen, Wohnungsgesetz. Das amerikanische Betroleum- Monopol und der deutsche Petroleumhandel. - ber= * Unsere Leser erinnern sich noch der Kämpfe, die vor etwa acht Jahren gegen die Standard Oil Company und ihre Monopolifirungsbestrebungen einsetzten, und längere Zeit mit großer Erbitterung aber ohne jeden Erfolg, geführt wurden. deutschen Firmen, denen noch eine gewisse WiderstandsDie letzten beiden fraft gegen den amerikanischen Aussaugungsprozeß zu getraut wurde die Firmen Philipp Poth in Mann heim und Rassow, Jung u. Co. in Bremen sagten ebenfalls in ihren Bemühungen, und die Firmen August Sanders u. Co. und G. J. H. Siemens u. Co. in Hamburg, wie die Stettin- Amerikanische Petroleum: Import- Gesellschaft in Stettin waren von der Standard Oil Company einfach ausgekauft, die Königsberger Handels- Kompagnie in Königsberg i. Pr. und die Petroleum- Raffinerie, vormals August Korff in Bremen durch Ankauf von Aktien und rechtsverbindliche Abmachungen zu Organen der Standard Oil Company gemacht worden. Die Omnipotenz der Standard Oil Company erschien unbezwingbar, nachdem auch die noch freien, d. h. nicht der Kontrole der Standard Oil Company unterstehenden Raffinerien- damals noch 21 an Zahl nicht verhindern konnten, daß z. B. die Standard Oil Company es durchsetzte, statt des Typs" penn sylvanisches", den Typ„ amerikanisches" Del als maßgebend für den deutschen Handel einzuführen, obgleich die Standard Oil Company damals nur etwa 3/8 des Delquellen- Gebiets in Pennsylvanien im Besitz hatte, und die freien Distrikte noch 5/8 des Quellen- Gebiets ausAbwechs. Haupttr. in ftatte das sei nicht nötig; denn sie habe es ja jetzt schon in der findenden 12 Biehungen hand, die Genehmigung zur Errichtung einer Gemeinde- machten. Mart„ baar" 480000, 240000, 105000 102000, 48000, 45000 etc. d h. solche Loose die parkasse zu versagen. Abg. Dr. Gutfleisch wendet sich gegen die Bedenken hssen, daß auf die Sicherheit der Sparkassen von der ReAls alle Selbsthilfe zu versagen schien, versuchte mar Staatshilfe zu erlangen, indem man für eine daß der Zoll auf raffinirtes Petroleum wesentlich in dessen die Standard Oil Comp. sich durch die französische Zollgesetzgebung gezwungen sieht, den Verlust am Paraffinpreise durch höhere Notierung des Leuchtöls wieder herein zu holen. Ganz dasselbe würde bei uns in Deutschland der Fall werden. - Nun ist ja fürzlich in der Zollkommission des Reichstages die differentielle Behandlung des Zolles auf Petroleum wieder angeregt worden, aber der Regierungsvertreter, Geheimer Oberregierungsrat im Reichsschazamt von Henle hat sich in motivierter Form dagegen erflärt; er hat eine im Druck erschienene Wiedergabe seiner Ausführ wie jetzt durch ungen bekannt wird, erklärt, daß eine in Deutschland hervorgerufene Petroleumreinigungs- Industrie in erheblichem Umfange auf die Verarbeitung von pennsyl vanischen Rohöl, oder doch eines Gemisches von Rohöl aus Pennsylvanien und Ohio, angewiesen wäre. Die Gewinnungsstätten von rohem Erdöl in Pennsylvanien befinden sich aber heute zum großen Teil in den Händen der Standard Oil- Komp., und diese dürfte bei ihren ungeheuerlichen Geldmitteln jederzeit in der Lage sein, sich in den Besitz oder Mitbesitz der übrigen Erdölquellen in Pennsylvanien zu setzen, oder wenigstens das daraus gewonnene Rohöl aufzukaufen. Ebenso Verständigung mit den Besitzern der Erdölquellen in würde die Standard Oil Komp. wohl unschwer zu einer Ohio gelangen könne, wenn sie Wert darauf legte. Komp. auch enge Fühlung mit den Besißern der ErdDem Vernehmen nach unterhält die Standard Oil ölquellen im Kaukasus und Numänien, und verfügt wahrscheinltch schon über einen ansehnlichen Teil dieser eine etwaige deutsche Petroleumreinigungs- Industrie, Gewinnungsstätten. Hiernach spricht Alles dafür, daß die ihren gesamten Bedarf an Rohöl aus dem Auslande beziehen müßte, in Abhängigkeit von der Standard Oil Komp. oder einer anderen ausländischen Nohölgruppe kommen würde, falls nicht, was wahrscheinlich ist, die Standard Oil Komp. sich selbst der deutschen Petroleumraffinerie bemächtigen sollte. sichtlich Alles aufbieten, um sich ihre bevorzugte Die Standard Oil Komp. wird deshalb vorausStellung in Deutschland zu erhalten, und zu dem Zwecke entweder selbst die Ausbeutung eines etwaigen Unterscheidungszolles für rohes und gereinigtes Mineralnehmern errichteten Betriebe, erforderlichen Falls durch öl in die Hand nehmen, oder die von anderen UnterMaßnahmen auf dem Gebiete der Preisbeſtimmung für rohe und gereinigte Dele, unter ihre Botmäßigkeit zu bringen trachten, so weit ihr dies angezeigt erscheint. Herr Geheimrat von Henle kommt dann auch auf die von uns vorhin berührten Verhältnisse in Frankreich zu sprechen, und sagt darüber:„ Das Schicksal der in Frankreich durch einen Unterscheidungszoll hervorgerufenen PetroleumIndustrie bietet ein lehrreiches Beispiel. Um diese Industrie Comp. lange Zeit hindurch den Preis für Rohöl möglichst Jedes Loos ein Treffer des Abg. Haas- Darmstadt. Man müsse sich darauf ver- Aenderung der Zollgesetzgebung in dem Sinne eintrat, nicht zu Kräften kommen zu lassen, hielt die Standard Dil " Nichts" gezogen werden gerung das Maß von Sorgfalt gewendet werde, wie es der die Höhe geschraubt, der Zoll auf rohes Petroleum hoch, dagegen den Preis für gereinigtes Del thunlichst giebt es hier nicht. Monat bg. Haas wünsche. Wenn man sage, es sei nicht gut, fich aber ermäßigt oder ganz aufgehoben werden solle, niedrig. Nachdem die Unternehmer auf diese Weise mürbe M. WOLTER, TRIER erlassen, so gebe es hier eben feinen anderen Weg, so viele die Raffination des Rohöles selbst in die Hand zu Einzahl. Mr 10.( Mt. Gefl. Anmeldung. beförd General- Agen solchen Dingen auf die Wachsamkeit der Regierung zu Bersuche man auch im Ausschuß gemacht habe, solche andere Bege zu finden. Ebenso verhalte es sich mit dem zweiten Bedenken des Abg. Haas. Das Spaarkassenwesen habe sich in Hessen sehr gut und sehr solid entwickelt und bitte. So würde es auch in der Rukunft bleiben. Es würde dann mit der Zeit ganz von selbst dahin kommen, daß die langfristigen Hypotheken der Pfandbriefbank zufelen, die anderen den öffentlichen Sparkassen und der Perpralkredit den Vorschußvereinen. Aber man möge das nicht durch Zwang erreichen, sondern man könne es der atürlichen Entwicklung der Dinge getrost überlassen. gemacht worden waren, verkauften sie teils ihre Betriebe an träge ab, durch welche die Gesellschaft das Recht erhielt, die Standard Oil Comp., teils schlossen sie mit ihr Verdie Preise für den Bezug von Rohöl und für den Verkauf reich die Preise für Petroleum so hoch wie in keinem Lande von gereinigtem Del zu bestimmen. Dabei sind in FrankPetroleumzoll 36,40 für 100 kg beträgt." für die Lebens- Bolls Unfall war ohne daß die Gesetzgebung sich bisher darum gefümmert sie tarierten die Kapitalmacht der Standard Oil Europas, vielleicht mit Ausnahme von Italien, wo der Gießen pflicht- und Einbruchsbie branche berbunden mit Intaffo und Umgegend zu befezen. Nur folche Bewerber Berüdfichtigung, welche Lage und gewillt find, Organisation und co Gutes zu leiften. Offerten 8. 2006 an G. 2 & Co., Frankfurt a. Abg. Haas- Darmstadt: Er wünsche jedenfalls, daß den Sparkassen alle Bankgeschäfte untersagt würden. Er wolle sich beruhigen, wenn man der ReSparkassen zu überwachen, was aber dann im vor legenden Gesetzentwurf besonders zum Ausdruck kommen müffe. damit dem deutschen Stapital Gelegenheit geboten werde, nehmen, und so die Standard Oil Company mit ihrem Import caffinirten Deles lahm zu legen. samkeit solcher Mittel mit faltem Zweifel gegenüber; Die deutschen Regierungen standen aber der WirkComp. für bedeutend genug, daß sie dann selber die Begründung einer deutschen Petroleums- Industrie in umfangreichem Maße in die Hand nehmen werde, und sie hatten in Frankreich bereits ein lebendiges Beispiel dafür. Frankreich hatte schon damals die differentielle Zollbehandlung von rohem und raffinirtem Petroleum darauf beeilt. selber Raffinerien in Frankreich zu bauen, eingeführt, und die Standard Oil Comp. hatte sich ia sie hatte sehr bald die französischen Raffineure so weit eingeschüchtert, daß sie sich verpflichteten, nur von die den Amerikanern einen jährlichen Nutzen von mehreren Millionen Franken sicherte, ihren Bedarf an damit nicht gebessert worden, dem Konsum ist vielmehr Rohöl zu kaufen. Der französische Petroleumhandel ist das Leuchtöl unnötig verteuert worden, weil nämlich ein wichtiges Nebenprodukt in der Delraffination, das Paraffin, in Amerika doppelt und fast dreimal so hoch Paraffin, in Amerika doppelt und fast dreimal so hoch hin, und schon vor etwa acht Jahren, über diesen Burkt Herr Geheimrat von Henle bestätigt also, was wir vorausgeführt haben. Man kommt damit zu dem Schluſſe, daß alle gangbaren Mittel gegen das Vordringen der Standard Oil Comp. versagen, und daß man sich mit der ihr einrichten könne. krage vertraut machen muß, wie man sich am besten mit Seit etwa zehn Jahren hat die Standard Oil Comp. in Deutschland festen Fuß gefaßt, hat Zentralen und Spec.- Arzt Dr.gierung das Recht gebe, die Geschäftsthätigkeit der der Standard Oil Comp. auf einer gewissen Preisbasis, größere Niederlagen in Bremen, Hamburg, Harburg, Frankfurt a. M. Geschlechts, Handhe Dalen, Ohrenleide anterebit, Wedlebiscon Birless papatheter Ba In der Spezialdebatte ergreift Abg. Gutfleisch das Bout zu Artikel 3 des Gesezentwurfs, in dem der Ausschuß alle zwei Jahre eine Revision der Sparlossen vorsieht, wofür Redner eintritt. Man solle aber Man solle aber B. Siri Berig, augleich hier konstatieren, daß die Revisionsberichte nicht bezahlt wird, als in Frankreich, und weil in Folge heng biscret in feber be Magdeburg, Roßlau, Geestemünde, Nordenham, Mannheim, Straßburg, Hüningen, Duisburg, Kassel, Dortmund 2c. errichtet, sie hat namentlich in Westdeutschland längs der Flüsse in allen Städten von Bedeutung Tankstationen errichtet, wohin sie in Tankfähnen das Petroleum in losem Zustande befördert; sie unterhält Straßen- Steffelwagen, in denen sie das Del dem Detail listen zuführt und es ihnen direkt in kleine Tanks, die sie ihnen unentgeltlich zur Benutzung in den Keller stellt, einfüllt. Als sie mit dieser Praxis, sich den Detailhandel dienstbar zu machen, erkennbar hervortrat, erregte dies scharfe Erbitterung speziell in den Grossisten kreisen, und der von dieser Seite geführten Abwehr schlossen sich ohne Weiteres unsere Detaillistenkreise an. Auffallender Weise verstummte aber die Opposition ver. hältnismäßig bald, ja es erschienen sogar vereinzelte Stimmen, als Eingesandt, in den Zeitungen, die für die neue Einrichtung Partei nahmen, dafür aber als ,, bestellte Arbeit" von den Grossisten verdächtigt wurden. Jahre hindurch schien eine Art Gottesfrieden eingetreten zu sein, bis jetzt auf einmal ein neuer Vorstoß der Standard Oil Comp. oder ihrer Tochtergesellschaft, der D.-A. P.-G., in Mecklenburg, Pommern und im Großherzogtum Hessen, den Kampf gegen die monopolistischen Bestrebungen wieder aufleben läßt. Der erste Schuß ist von den Stargarder Kollegen gefallen, und die Stettiner Grossistenwelt, die sich dabei auf die Pure Oil Company eine der letzten Konfurrenzgesellschaften stüßt, hat mit Hilfe der OstseeZeitung" einen neuen Feldzug gegen die D.-A. P.-G. hervorgerufen, den zu unterstützen auch wir uns moralisch berpflichtet fühlten, nachdem besonders der Verein Stettiner Kaufleute auf die Seite der Stargarder Kollegen getreten war. Im Großherzogtum Hessen wird sich ein ähnlicher Kampf, wenn auch weniger energisch, unter der Führung einer Handelskammer, abspielen. - Im Königreich Sachsen wo die D.-A. P.-G. sich ebenfalls festzusetzen sucht haben sowohl die Grossisten, wie auch vereinzelte Detaillisten, der Anregung einer Dresdner Petroleum- Grossofirma folgend, | ganz entschieden ablehnende Referate an die Handelss| und Gewerbekammern erstattet in dem Sinne, daß die Eisenbahnverwaltung das Gesuch der D.-A. P.-G., thr in der Nähe der Bahnhöfe bestimmter Pläße Raum zu in der Nähe der Bahnhöfe bestimmter Plätze Naum zu Tankanlagen anzuweisen, abschlägig bescheiden möge. Der Kampf gegen die D.-A. P.-G. wird nun von allen Seiten mit der Motivierung geführt, die Gesell schaft wolle den Detailhandel ruinieren, weil sie direkt an die Konsumenten verkaufe, oder verkaufen wolle. Wenn man so wäre, dann hätten wir alle die brennendste Veranlassung, Mann für Mann gegen die D.-A. P- G. mobil zu machen, uns mit den Grossisten zu verbünden, und Alles aufzubieten, den Plan zu hintertreiben. Zur Steuer der Wahrheit muß aber gesagt werden, daß hier eine an sich erklärliche Aufregung zu Uebertreibungen und unrichtigen Behauptungen geführt hat. Wir haben die ganze Angelegenheit sine ira et studio geprüft, und haben gefunden, daß die Bestrebungen der D.-A. P- G. auf Monopolisierung des Petroleumgeschäfts in allen ihren Dispositionen deutlich erkennbar sind, daß aber nirgends davon die Rede ist, den Kleinhandel, oder vielmehr den Kleinhändler, zu verdrängen. Dagegen werden alle Geschäfte durch das Vorgehen der D- A. P.-G. Einbuße am Umsatz in Petroleum erleiden, die den Artikel nicht direkt an den Konsumenten, sondern auch en gros abgeben. Das gesamte Engros- Geschäft, auch der barrelweise Verkauf unserer Detaillisten an Landkrämer oder sogenannte Krüger, geht unbedingt verloren, wenn es der D.-A. P.-G. gelingt, überall festen Fuß zu fassen. Die D.-A. P.-G. fann aber nicht überall die Geschäftsleitung durch eigene Beamte in die Hand nehmen, sie sucht vielmehr solche größeren Händler, die seit lange den Artikel Petroleum bearbeiten, als Vertreter zu gewinnen was ihr auffallend leicht gelingt. So kommt es, daß die was ihr auffallend leicht gelingt. allergrößten Schreier unter den Grossisten plößlich mäuschenstill werden, nachdem sie mit der D.-A. P.-G. ihren Kontraft abgeschlossen haben. Da ist mit einem Male von der Vergewaltigung des Geschäfts fein Rede mehr, da heißt es nicht mehr, die Gesellschaft wolle direkt an de Konsumenten sondern die Herren bemühen sich eifrig, für verkaufen, - die D.-A. P.-G. das Geschäft zu machen. Nehmen wir z. B. an, die Gesellschaft hätte den Stargarder Kollegen die Vergünstigung eingeräumt, das Land in 40 Kilometer Umkreis mit ihrem Del versorgen zu dürfen, so wäre voraussichtlich die Explosion garnicht erfolgt; wohl aber hätten die Kollegen in Arnswalde, Altdamun, Jakobshagen, Pyrit 2c. die dominierenden( aus der L. Kol. Beitg.) Stargarder wahrscheinlich sehr übel vermerkt. Oder nehmen wir an, die Pure Oil Company hätte es vermocht, die D.-A. P.-G. aus dem Sattel zu heben, und ihrerseits das Geschäft zu machen, dann hätte eben sie die Tankeinrichtungen getroffen, den Engros- und Detailhandel an sich gebunden, überhaupt ganz dieselbe Rolle gespielt, wie sie die D.-A. P.-G. spielen wollte. Worin liegt da der Unterschied? ( Schluß folgt.) Unregelmäßigkeiten beim Zustellen der Zeitungen bitten wir sofort direkt uns melden zu wollen. Expedition der Gießener Neueste Nachrichten. Die 529 Havanna- Eck in Giessen. Babnbofstrasse 50 vis- à- vis d. 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