Nr. 144. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberhesfische Beitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 25. Juni 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pf., fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruderet, vorm. Wilh. Keller'sche Buchbruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Politische Nachrichten. England. In London gehen die Wogen des Festjubels an läßlich der Feier der Krönung des Königspaares immer höher. Adler zu erteilen und den Generalmajor a. D. Budde zum Staatsminister und Minister der öffentlichen Arbeiten zu ernennen. Mit großer Genugthuung nimmt die gesammte englische Preffe eine Rebe auf, welche Feldmarschall Graf Waldersee bei einem ihm zu Ehren von Lord Roberts gegebenen Bankett gehalten hat und in welcher Graf Waldersee der britischen Armee in Südafrika hohes Lob spendete, auch ihre Führung durch Lord Roberts gehörig herausstrich. In Deutschland hat man der Neder feinen Beifall gespendet. Neues französisches Militär. Infolge des günstigen Ergebnisses, welches ein vor drei Jahren vom Generalgouverneur von Indochina unternommener Versuch hatte, beschloß der Kriegsminister auf Grund des Gesetzes betreffend die Kolonialtruppen, in Indochina ein aus Eingeborenen bestehendes Bataillon chinesischer Schüßen zu errichten. Vorläufig wird das Bataillon aus zwei Kompagnien beftehen. Die aus Martinique zurückgekehrte amtliche Kommiffion erklärte einem Berichterstatter, der nördliche Teil der Insel sei für Ackerbau und Industrie als vollständig verloren anzusehen. - i did on@ China. * Rußland thut in der gemeinsamen Verwaltung der wichtigen Stadt Tientsin durch die Generäle der Mächte nicht mehr mit; es berief seinen dortigen fommandierenden General, Wogad, ab. In der China- Provinz Stschwan wurde die dortige Methodistenkapelle zerstört, 10 Chriften fanden hierbei den Tod; die Borerbewegung breitet sich aus. Der Wechsel im Eisenbahnminifterium. In Bestätigung unserer Meldung in der gestrigen Ausgabe bringt der Reichs- und Staats- Anzeiger in seiner neuesten Nummer folgende amtliche Mitteilung: Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Staatsminister und Minister der öffentlichen Arbeiten von Thielen die nachgesuchte Entlaffung aus seinem Amt unter Belassung des Titels und Ranges eines Staatsministers und unter Verleihung des hohen Ordens vom Schwarzen Geerteerd. Novelle von E. Vely. - - ( Rachbrud verboten.) Solche Worte! sagt sie, aber in ihrem Herzen ist eine Stimme, die spricht genau so, wie die seine noch zur Stunde gönnt sie ihn lieber dem Tode- als der Andern. Und dann schaut sie ihn an mit den schwarzen Augen und hat nur den einen Gedanken dabei: Wenn sie jetzt seinen Arm faßt, nur ein Worf in sein Ohr flüstert, so ist die blonde Meerie für immer allein so allein, als ob der Jo Toben unten auf dem Meeresgrund läge. Glaub's glaub's! bittet Jo. Sie gewinnt wieder die Herrschaft über sich selbst. Ob hier oder draußen, Jo, ich meine, allemal ist's zu spät. Der drøben der soll sich hüten! schwört der Matrose. Sie legt ihm die Hand auf die Schulter. Brauchst Keinem in den Weg zu treten, Jo! sagt sie sanft und zwei Thränen rollen langsam über ihre Wangen. Er hat sie noch nie weinen sehen, das Zeichen von Schwäche macht ihn aber nur muthiger. dub julbs inding L Ter frühere Eisenbahnminister Thielen. Mit Herrn von Thielen scheidet eine der marfantesten Persönlichkeiten aus dem Staatsministerium. Genau 11 Jahre hat er dem Eisenbahnministerium borgestanden. Unter seiner Leitung haben sich die Kilometer vergrößert. Dazu sind auch die hessischen Staatsbahnen von 24,700 Kilometer auf rund 32,000 Staatsbahnen gerechnet, die seit dem Jahre 1897 mit den preußischen Staatsbahnen zu einer Betriebs- und Finanzgemeinschaft vereinigt sind. Seit dem Jahre 1891 ist das Beamten und Arbeiterpersonal der Reichs- und Staatsbahnen von rund 250 000 auf beinahe 400 000 angewachsen. Zu den Neuerungen und Verbesserungen, welche Herr v. Thielen für das Pers sonal geschaffen hat, gehören u. A. die Sonntagsruhe im Güterverkehr, eine Neuerung, durch die er sich den besonderen Dank seiner Unterbeamten erwarb. * Sabon oid Der neue Minister Budde. gehörte bis zum Ende des Jahres 1900 dem Generalstabe an. Am 12. April 1869 wurde er aus dem Geerteerd steht nicht eher still, als bis sie den hintersten Winkel des Zimmers erreicht hat, wo der kleine Schemel ist. Auf den kauert sie sich nieder, stüßt die Ellbogen auf die Knie und legt den Kopf in die Hände. Ihre Augen sind brennend heiß, sie schließt sie. - - Was hat sie gehört- was muß sie denken? Eine Ordnung ist nicht hinein zu bringen in all das Wirre, das ihren Sinn durchkreuzt. Dann schreit sie plötzlich laut auf sie weiß jest, was sie muß, was sein soll Jo Toben ist ihr Herr, ihr Abgott- und will er's, daß sie fortgeht, so muß es sein. Sie sicht das schwankende Boot vor sich, sie sieht ein bleiches, weinendes Weib einsam am Strande zurückbleiben was kümmert sie Meerie, was das niedere Haus hier mit den bunten Porzellanscheiben an der Wand was der Wächter oben bei seiner Laterne? Sie gehört dem Jo zu, weiß er's? - Weit Zu jeder Stunde mag er kommen, sie ist bereit. öffnet sie jetzt die Augen und schaut um sich, es ist ein glücklich Lächeln, das dabei ihren Mund umzieht. Jo Stunde! zu jeder Du bist nicht wie die Andern, flüstert er, Du brauchst's bange Furcht plöglich laut gesagt hat, erfaßt sie eine auch nicht zu sein sieh, sie haben Alle ein Reden, daß Du das mit dem Seehund vermocht hast ist leichter. Geh heut, giebt sie zurück. - in ein Boot steigen Aber wieder komm ich, sagt Jo. Dann horcht er auf, sein Name wird gerufen, die Mutter oder Meerie schauen nach ihm aus. Just nicht! sagt er mit einer bezeichnenden Handbewegung, greift dann nach Geerteerd's Arm und zieht sie nah an sich heran. Ich laffe Dich nicht, Deern daß Du's weißt - - jie schnellt zurück, reißt sich los und eilt dem Hause zu, er steht, blickt ihr nach, nimmt den Hut vom Kopf und fährt über seine Haare, dann wendet er sich langsam zum Sehen. - Wie sie das aber weiß er's? Warum sind ihre Lippen denn eben stumm geblieben, als er geredet hat verzweifelt, so verlockend? - - - - so dringlich, so Sie springt auf. Wenn er unwissend, ungläubig da von ihr fortgegangen ist und ist doch jede Fiber an ihr und jeder Blutstropfen in ihr sein schreit, verlangt nach ihm sie hält sich an der Wand, weil ihr die Kräfte versagen- wie soll er's wissen, daß sie jede Minute bereit ist, fortzugehen fie lacht wie geistesabwesend all die Zeit her hat es" Ja, ia!" in ihrem Herzen geschrien und er weiß es nicht. Des Vaters tappender Schritt der kommt schon wieder. Der alte Mann, den sie allein lassen will bah, der braucht sie nicht. Jo, Jo ist all ihr Denken! Welch ein Windstoß, welch ein Geheul in der Luft, dem Maniel schlägt die Thür aus der Hand. - - Cadettencorps als Leutnant bei dem 81. Infanteria Regiment in Mainz angestellt. Indeed, pro 7 Der jegige Eisenba nminifter Budde. Nach dem Kriege gegen Frankreich, in dem er sich das Eiserne Kreuz erwarb, wurde er Bezirks- Adjutant in Kassel, besuchte dann die Kriegsakademie und fam im Juli 1877 als Oberleutnant in das 116. InfanterieRegiment nach Gießen.( Herr Budde ist also hier in Gießen feine unbekannte Persönlichkeit.) Die Aufschiebung der Krönung König Eduard VII. * London, 24. Juni. Die Nachricht von der Erkrankung des Königs und die Aufschiebung der Krönung ist, wie wir gestern noch durch Extrablatt verkündeten, offiziell und wurde vom Vordmayor im Manſion Houſe mitgeteilt. Wann die Krönung stattfindet, hängt davon ab, wie bald sich der König von der Operation erholt. Jedenfalls dauert es Wochen. Der König leidet an Perityphlitis.( Entzündung des Blinddarms und seiner Umgebung.) In der Westminster- Abtei übte gerade der Knabenchor, als der Bischof von London ankündigte, der König leide an einem Eingeweidebruch und die Krönung sei verschoben, weil der König operirt werden müsse. Der Bischof fagte, die Operation werde zu Mittag im Buckingham Palaste ausgeführt. Der Knabenchor wurde dann Ja so ist's recht! sagt er und tritt ein. Geerteerd macht eine Bewegung auf ihn zu. So ist's recht! wiederholt er, in der Mitte der Stube stehen bleibend, das giebt ordentlich was. Sie nicht mechanisch. Alle Mann an den Strand! tommandirt Maniel, als stehe er in Hörweite sämmtlicher Einwohner, zwischen hier und einer Stunde erleben wir viel. Dann kragt er sich hinter den Ohren und setzt hinzu: Da sollt unser gutes Strandrecht noch gelten! Geerteerd wischt über die Augen. Ist denn noch etwas in der Welt, was außer Jo Werth haben kann? Aber sie muß dem Vater einen Beweis geben, daß noch Leben in ihr ist, daß sie nicht starr geworden, wie sein hölzern Bild da außen. Sahst's von droben? Freilich von droben ist heut lebendig auf dem Wasser, wie auf' ner Landstraße Sie seufzt wenn sie draußen wäre mit Jo, was möchte sie der Sturm kümmern. - - Die Sandbänke, ja, freilich- murmelt Maniel und wiederholt für sich: Alle Mann an den Strand. An den Stuhllehnen sich haltend, kommt das schwarze Mädchen näher. Wenn ich's in den Häusern sagen soll, spricht sie, mühsam dabei athmend. - Maniel Hay lacht auf. Deern, das ist noch'n Wort zur tann ein Tag sein, wo sich das Bergen und rechten Zeit find Heranlootsen lohnt der mit dem Kieker meint's freilich nicht viel Leute am Land Geerteerd schlingt ein Tuch um den Kopf und hat schon die Thür in der Hand. Sie fühlt nur eins, daß sie Jo suchen muß, um zu ihm zu sprechen: Was Du willst, will ich - Und wenn er fie nimmt und an's Meer führt, was fümmert sie der Sturm. Der Alte zündet sich seine Pfeife an, vielleicht sieht sie das zum lezten Mal. ( Fortsetzung folgt.) Mc. 148. Elftes Kapitel Doechessische Familienzeitungzu haben wünschte. anlegend, während Alice den Thee auf ibrem 3immer allein Mrs. Parifb war viel zu geschäftig, überall die lekte Hand Toilette, aber nur der Colonel und tiles waren anwesend, Bristos agen beute früb zu Mittag und machten nagber · Als Mr. Miles nach oben ging, um fid umzutleiden, fiel genäbt wurde. Seite 3 bätte schwören mögen, daß er fie gerünt hätte, on begann Mann wie Mr. Miles zu abgeicomadt gewesen wäre, über sie geneigt hatte, daß, wenn die Annahme nicht bei einem er fie in seiner flachen Hand gebalten und sein Gesicht so ther mit den Svisen seiner Finger die blonde Lode binein, nachdeur welcher an beiden Seiten an ie einem Ende des Bandes festIn diefen kleinen Sad schob er nun sorgtig man 116 pirituosen itern 143 Overhesse amittenzeitung. Belgien Dänemark Deutschla. England Frankrch Holland Italien Der Verbrauch alkoholischer Getränke in den bedeutendsten Staaten. Norwegen 51 1,10 33 Sette B entlassen. Die Operation wurde um Mittag ausge-| führt und verlief erfolgreich. Der König erlangte das Bewußtsein wieder; um 2 Uhr schlief er. Der Earl Marschal erhielt vom König den Befehl, das tiefe Bedauern des Königs bekannt zu geben, daß wegen seiner ernsten Erkrankung die Krönungs- Ceremonie verschoben werden müsse. Alle in London geplanten Festlichkeiten werden in Folge dessen ebenfalls aufgeschoben, aber der König hofft, daß die Festlichkeiten in den Provinzen, wie festgesetzt war, stattfinden. Der König ließ dem Lord- Mayor den Wunsch aussprechen, daß das Festessen für die Armen nicht verschoben werde. London, 24. Juni. Trotz der Krankheit des Königs ist der auf heute angesetzte Empfang der fremden Abgesandten und Vertretungen im Palaste ununterbrochen bon Statten gegangen. Die allgemeine Einstellung der Fest lichkeiten macht sich im Bilde der Stadt überall bemerkbar. Es fehlt an Worten, um die Bestürzung und den Schmerz auch nur anzudeuten, mit denen die Bevölkerung die Nachrichten von der Erkrankung des Königs und dem Aufschub der Krönung entgegengenommen hat. Das erste Anzeichen kommender Beunruhigung war die plößliche Berufung der Vertreter der Hauptsächlichsten Nachrichtenbureaus nach dem BuckinghamPalaste, wo der Privatsekretär des Königs, Sir Francis Knollys ihnen das von den ersten Aerzten des Landes unterzeichnete Bulletin mitteilte. Mittlerweile war die Nachricht nach dem Unterhause und nach anderen Mittelpunkten gelangt. Telegraph und Telephon verbreiteten sie auf das schnellste in ganz London. Die festtäglich gestimmten Menschenmengen, die sich in den Straßen drängten, wurd.n wahrhaft in Bestürzung versetzt und von Entsetzen ergriffen, als die Abendblätter erschienen und große Plackate von den Ereignissen Kunde gaben. An der Börse erlitten Konsols natürlich einen scharfen Kursrückgang, denn die volle Bedeutung der Schwere der Nachrichten kam jedermann sofort zum Bewußtsein. hauptet, wenn man jagt, daß aller Herzen zittern. Der König erschien dem Auge des Laten gestern, als er im Buckingham- Palaste eintraf, wohl aussehend, aber das flarsehende Auge des Arztes, das ihn scharf beobachtete, bemerkte, daß er sehr frank ist und schon der bloße Name der Krankheit, an welcher der König leidet, flößt Schrecken ein. Heiteres und Ernstes aus dem Leben bilas med ni König Alberts. ad se - - Eines † Kronprinz Albert von Sachsen und der Wachtposten im Ständehaus. Als Kronprinz nahm König Albert an den jedesmaligen Berathungen der ersten Ständekammer im Dresdener Tages begab sich wie Eugen Schurig in seinem Buche„ Der Humor in der sächsischen Armee" erzählt der Kronprinz nach Schluß der Situng das große Treppenhaus hinunter und traf unten im Flur einen befreundeten Abgeordneten, mit dem er stehenden Fußes sofort ein eifriges Gespräch begann. Mitten in diesem zündete sich der Kronprinz er war bekanntlich ein starker Raucher eine Cigarre an. Dieser Vorgang konnte den im Flur des Landhauses paradirenden zwei Wachtposten eines Dresdener Regiments um so weniger entgehen, als ihre damalige Instruktion alles Rauchen in den Räumen des Landhauses ohne Ansehen der Person auf strengste verbot. Die zwei Posten waren in arger Verlegenheit, denn der Kronprinz, zugleich ihr fommandirender General, blies unaufhörlich starke Rauchwolfen von sich und geruhte augenscheinlich doch nicht gleich, das Landhaus zu verlassen. Da faßte sich der eine der Posten, ein biederer Dresdener, ein Herz, schulterte, trat stramm an den Kronprinzen Heran und meldete fest, wenn auch mit etwas zaghafter Stimme: Königliche Hoheit entschuldigen, aber hier darf eegentlich nich geroocht wär'n!" Der Kronprinz schien anfangs betroffen, doch schnell in ein herzliches Lachen ausbrechend, klopfte er dem pflichteifrigen Posten auf die Schulter und sagte: Ah! ganz richtig, mein Sohn, haft recht, daran habe ich nicht gleich gedacht. Es ist gut, ich danke!" und verließ immer noch lächelnd das Haus. - Auch ein Verwandter. In Ragaz traf einmal König Albert mit dem französischen Schriftsteller Maurice Sand, dem Sohne der bekannten George Sand, zusammen Majestät“, sagte dieser, ich habe die Ehre, mit Ihnen verwandt zu sein."" Wieso?" erwiderte der König. " Meine Mutter war die Tochter von Maurice Dupin, und dieser war der Enkel des Marschalls Moritz von Sachsen. Dessen Mutter war die Gräfin Aurora von Königsma: ck, der Vater König Auguft der Starke. Da nun August der Starfe Hochdero Urgroßvater ift, so"." Herr Vetter", unterbrach ihn hier lächelnd König Albert, ich bin infognito hier; wollen Sie nicht auch infognito bleiben?" ( Ein trüber Hochzeitstag.) Am 18. Juni, als dem( 49.) Hochzeitstage der Majestäten, ließ sich der König eine Rose bringen. Nachdem er diese lange sinnend be= trachtet, bat er die Königin an sein Lager und überreichte ihr, schwach und sehr leidend, ohne ein Wort zu sprechen, die Blume mit tiefschmerzlichem Blick. Wohl hielt die Königin mit dem Aufgebote aller Kräfte der ergreifenden Huldigung einige Augenblicke Stand, dann aber brach sie in Was in den Seelen des fonvulsivisches Weinen aus. Königspaares in diesem Momente vorging, läßt sich leichter begreifen, als mit Worten sagen. Giessener Cagesneuigkeiten. f. Postalisches. Vom 1. Juli ab wird die zweite Landpost von Altenbused nach Gießen statt 645 schon 6° Nachmittags von Altenbuseck abfahren und bereits 710 Nachm. in Gießen eintreffen. dt. Bohrungen der geologischen Landesanstalt. Wir bringen hiermit zur Kenntnis der Interessenten, daß für die von der geologischen Landesanstalt vorzunehmenden Bohrungen für nicht staatliche Institute, Städte, Gemeinden und Private, für jeden Tag eine Gebühr von 12 Mark zu entrichten ist. Für lleberlassung des Bohrzeugs bis zum Ausbau eines Brunnens beträgt die Abnutzungsgebühr pro Tag 2 Mf. Bank für Handel und Industrie. Seitens der Bank wird uns mitgeteilt, daß sie mit Wirkung vom 1. Juli d. J. ab die seither" Gießener Depositenkasse und Wechselstube der Bank für Handel und Industrie" lautende Firma ihrer Zweigniederlassung in Gießen in Bank für Handel- und Industrie, Depositenkasse Gießen, abgeändert hat. Mit Wirkung von dem gleichen Tage ab hat die Bank das Bankgeschäft des Herrn Conrad Diek in Gießen übernommen und verlegt die Niederlassung an demselben Termine von Wiesenstraße Nr. 2 in das seither von Herrn Dietz innegehabte Haus, Johannisstraße 1. Herren A. von Jungenfeld und Gustav Müller ist Herr Conrad Dietz mit der Leitung derart betraut worden, daß je zwei der genannten Herren die Firma rechtsgültig zeichnen können. AWie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren wird unser Stadtbaurat Herr Schmandt voraussichtlich am 1. Oktober sein Amt niederlegen, um in Köln die Direktorstelle einer großen Hypothekenbank anzunehmen. g. Besitzwechsel. Der Bauunternehmer Georg Pfaff kaufte heute die Grundstücke der Frau Häuser Wtw. ( Klein- Linden) zum Preise von 38000 Mt. Die Grundstücke liegen an der Frankfurterstraße. Der Verband der Handelsgärtner Deutschlands hält in den Tagen vom 3. bis 5. August in Berlin in den Räumen des„ Hotel Imperial", Enckeplay, seine 19. Hauptversammlung ab. A Die Festlichkeiten anläßlich des 1000. State efficient infinity der Gematrifugation beg des Rektoratswechsels, dem 1 Juli, wird in der großen Aula eine akademische Feier stattfinden, daran anschließend am folgenden Tage im Philosophenwald das von der städtischen Behörde ins Werk gesetzte Waldfest. Den Vorbereitungen nach, soll das letztere ein Volksfest sein, woran jeder Einwohner der Stadt nach Belieben Teil nehmen fann. Nun, wir wollen hoffen, daß diese erstmalige und Zwecke Feier auch ihrem Werte entsprechend, bei allen Teilnehmern die angenehmsten Erinnerungen zurückläßt. Am liebsten hätte man gesehen, so wird uns von vielen Seiten zu Ohren gebracht, daß der Eintritt etwas niedriger sein könnte. Auch dem kleinen Mann müßte eine Beteiligung ermöglicht fein Aber nur Vertrauen- unſere Stabtbäter und Jeftausschuß wiljen in, daß es Auslagen bei einem solchen Feste nicht wenige giebt; wir möchten nur dabei hervorheben, daß nach dem Festplat eine besondere elektrische Beleuchtungsanlage gelegt wird. Auf der anderen Seite würde man schiefe Gesichter sehen, wennn es nach dem 2. Juli bekannt würde, das Studentenfest hat dem Stadtsäckel so und soviel Defizit eingebracht. Civis. r. Etwas ganz Neues und Originelles! Zur Feier des 1000. Studenten ist sogar eine Ansichtspostkarte in dem bewährten Verlage des Kunstmalers Herrn Friz erschienen. Die Karte bringt in fünstlerischer, sinniger Anordnung das Univerſitätsgebäude. Die vorzüglich getroffenen Bilder von Herrn Prof. Dr. Hansen, dem derzeitigen Rektor der Univerſität, und Herrn stud. med. Außerdem zieren Simons, dem 1000sten Studenten. noch 2 Wappen und eine kleine Totalansicht von Gießen die Karte. Diese schöne Erinnerung an das diesjährige Semesterereignis wird sicher auf dem Philosophenwaldfest reißenden Absatz finden. * Viehmarkt. Gestern Dienstag, waren auf dem Markt 1194 Stück Rindvich, darunter 165 Kälber. Heute sind ca. 200 Stück Kälber, 1000 Stück Schweine. Für Fahrochsen wurden gezahlt zwischen 600 und 700 Mart. Für Kühe zahlte man zwischen 200 und 220 mark. Stälber besserer Sorte wurden für 70 Mark und mehr gehandelt. * Von oberhessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Dienstknecht Otto Kroll aus Blankenfelde wegen Diebstahls; Viehschweizer Ernst Selmoni aus Basel wegen Diebstahls; Schuhmacher Joseph Dimmerling aus Klein- Lüder wegen Diebstahls; Dienstknecht Heinrich Drege aus Göttingen wegen Diebstahls; Schäfer Peter Reuter aus Eschborn wen Betrugs; Siebmacher Joseph Gorgan aus Ludwigshöhe wegen Betrugs u. s. w.; Heinrich Peter Theiß aus Steinperf wegen Diebstahls; sämtlich von der Staatsanwaltschaft Gießen ferner Johann Adam Berg aus Wölfersheim wegen Strafvollstreckung vom Amtsgericht Friedberg. Aus Hessen und nachbargebieten. | müses hat schon überall bei der für diese Arbeit überaus günstigen Witterung stattgefunden. Der Klee ist üppig. Die Sommerfrucht berechtigt zu den schönsten Hoffnungen. Im Obstgarten dagegen sind nur teilweise günstige Erträge Die Aevfelbäume werden voraussichtlich zu erwarten. eine gute mindestens Mittelernte, die Birnbäume etwas weniger liefern, während 3retschen-, Pflaumen- und Kirschbäume fast überall ohne nennenswerte Fruchtansäge zu finden sind. Der Bienenzüchter schaut in diesem Jahre recht verdrießlich drein, denn der Ertrag ist sehr gering, dazu sind die meisten Völker sehr schwach. Schwärme sind eine große Seltenheit. p. Butzbach, 27. Juni. Herr Diebel hat aus Transvaal eine 1,70 m lange Nieleidechse( Varanus niloticus) mitgebracht. pp. Kirchhain, 24. Juni. Zum heutigen Pferdemarkt sind ca. 180 Fohlen aufgetrieben, die teilweise aus weiter Ferne stammen. Der Handel war etwas schleppend, doch waren bis 8 Uhr vormittags ca. 25-30 Verkäufe abge= schlossen. Bei dem Markte ereignete sich ein bedauerlicher Unfall. Ein älterer Mann von Bleidenrod wurde durch einen Huftritt ernftlich verlegt, o eignete sich auf hiesiger Bahnstation ein aufregender Vorfall, wobei wie durch ein Wunder ein Menschenleben Als sich der um 9 Uhr 30 Min. abverschont blieb. gelassene Personenzug in der Richtung Frankfurt in voller Fahrt befand, sprang ein dem Arbeiterstande angehörender Mann, in dem Glauben er sei im falschen Zuge, von demselben ab, zum guten Glück aber nach der Fahrtrichtung. Diesem Umstand hat er es zu danken, daß er unverletzt blieb, wäre er nach rückwärts abge sprungen, so wäre bei dem engen Raume zwischen der Unterführung und dem Zuge das Schlimmste undermeidlich gewesen. Noch aufregender war aber der Anblick, als der Mann, nachdem er seinen Irrtum gemerkt, wieder auf den Zug springen wollte! Nur durch den umsichtigen Schaffner fonnte er davon abgehalten werden. st. Neukirchen, 23. Juni. Auf schreckliche Weise verunglückte gestern Abend das 22 jährige Söhnchen des Schreiners Wteriz Merz hier, indem es von bem even ge fochten, abgeschütteten Kartoffelwasser trank. Das Kind verbrühte sich hierbei derartig, daß es nach zehnstündigen, fürchterlichen Qualen erlöst wurde. Wochen erst war demselben Kind ein Schrotschuß in die Stirn gedrungen, der vom Arzt entfernt werden mußte. dt. Darmstadt, 24. Juni. Der Großherzog hat am 21. Juni dem Oberkonsistorialrat und Superintendenten der Superintendentur Mainz D. Karl Walz die Würde eines Prälaten der evangelischen Kirche des Großherzogtums verliehen. J. Mainz, 24. Juni. Beim Aussteigen aus einem Wagen stürzte gestern Nachmittag eine Dame, die sich auf das lange Straßenkleid getreten hatte, zu Boden und verlegte sich schwer an per a nici deibe " ein Opfer der Mode" fönnte man wohl sagen. In Amerika verstorbene Hessen. Jackson, Tp.: Leonhard Haumann aus Brandau, 60 Jahre alt. Lenzburg, J.: Anna Margarethe Winter geb. Wälz aus Harpertshausen, 84 Jahre alt. Im Alter von 84 Jahren starb in Chillicothe, O., Frau Anna Marg. Eberle, geb. Kröck, geboren den 23. April 1818 zu Lampertheim. Akron, Q. Johann Kreuder aus Vockenrode, 63 Jahre alt. Salem, Jl. Anna Marg. Kraft geb. Gotta aus Aldenheim, 75 Jahre alt. Brookklyn, N.- Y: Marg. Steuernagel geb. Wiesen ecker aus Darmstadt.- Erie, Pa., der aus Fomborn gebürtige Christian Guelcher, im beinahe vollendeten 63. Lebensjahre. Pittsburg, Pa.: Vikar Leonhard Autsch aus Mainz, 67 Jahre alt.- Jersey City Heights, N.- J.:' Heinrich Klöber, 9 Jahre alt. Newport, Ky. Micha elis, aus Allendorf 48 Jahre alt. * Vermischtes. V Pathenstelle bei drei Kaninchen. Seine Bemertungen über die Kaninchen- Eigenschaften der Polen haben dem Reichskanzler Grafen Bülow eine unerwartete Ehrung eingetragen: Bei Inowraz Ia w wurde die Frau eines Bauern von Drillingen entbunden. Der glückliche Vater hat den Reichskanzler gebeten, so schreibt der„ Frks. Sturier" bei seinen neugeborenen drei„ Kaninchen" Pathenstelle zu übernehmen. Köln soll entfestigt werden. Der Kriegsminister soll das gesamte militärfiskalische Terrain einschließlich der Militärringstraße, der Forts und der Kasernengrundstücke gegen den Betrag von 98 Millionen Mart der Stadt angeboten haben, Die Stadtver tretung schreckt jedoch vor dem Gedanken zurück, in der gegenwärtigen Periode des geschäftlichen Niederganges eine derart hohe Schulverpflichtung zu übernehmen. * Königin Wilhelmina wird nach ihrem Aufenthalt auf Schloß Schaumburg eine längere Kur in Langensch walbach gebrauchen. Der Tag des rr. Wetzlar, 24. Juni. Zur Vornahme des Ober- Kurbeginnes ist noch nicht festgesetzt. ersaßgeschäfts ist der Kommandeur der 21. Feldartillerie- Ein Kavallerie Distanzritt ersatzgeschäfts ist der Kommandeur der 21. FeldartillerieBrigade Generalmajor Nirrnheim hier eingetroffen. m. Aus dem Lahnthale, 24. Juni. Seit einigen Tagen haben die Landleute in unserem Thale und in dem benachbarten Ohmgebiete mit der Heuernte begonnen. Der Juni hat seinen alten Ruf als Heumonat in diesem Jahre bewiesen, denn die Ernte fällt überall sehr reichlich aux. Der Stand des Roggens ist in allen Feldern vorzüglich, Halme über 2,50 Meter gehören nicht zu den Seltenheiten. In manchen Gemarkungen wird über Lagerfrucht geklagt. Der Körneransatz ist, soweit sich dies bis jetzt feststellen läßt, normal. In etwas fälteren Orten steht der Roggen in der Blüte. Das Pflanzen des Ge ähnlich dem s. 3t. von Berlin nach Wien, wird am 27. August von Brüssel nach Ostende( 135 Kilometer) begonnen. Derselbe ist ein internationales Neiten für Pferde aller Länder, geritten von Aktiven Offizieren in Uniform. Ausgesetzt sind: Ehrenpreis und 4000 Fr. dem Ersten, Ehrenpreis und 2500 Fr dem Zweiten, Ehrenpreis und 1800 Fr. dem Dritten, goldene Medaille und 1200 Fr. dem Bierten, goldene Medaille und 1000 Fr. dem Fünften, goldene Medaille und 500 Fr. dem Sechsten. Also, man ignoriert die damals von den Tierschutzvereinen mit Recht erhobenen Beschwerden, daß derartige Veranstaltungen unter leiben möcht aviber denkt Die„ Rad Begleitung bon Baris- Wien tei * Bei den Barts, dem Bitt, Grogna, m Tandemfa rend Erftes fants. Rojtod, 24 efigen Uniber Seidel- Groß Geburtstag * Dem Bittingen Birde eines I New- Yo te Is hatte et bon Acapulco, to dt, Bartel 3 hat die Boste erdem hat Spre Kenntnis urentdeckt ihr diefer Handl 311 lebensläng * Madrid ein furchtba mbrend ber 25 Personen London, 35 Jahren Pro College von Mal fenem Bette to Oft an feiner grdrieben: J macht." Wachter Ein tire von Ai S42" wurde erglifden Dam der Kapitänle Chermaidhinifte wegen und der retet wurden wesende Gäste. Ehiffbautechni Geheim Der ausg bor Curhaven a. Das Tor fith 24 Many emem Diener 2over- Help usley sp und wurde so zhlt, daß e Steward ein fort zerquetsc ei berbrüht n pitänem tam 4. Apri Batent als Sto 12. Gr bat Firstlic B Bi diefe Arbeit überaus Der Klee ift üppig fchönften Hoffnungen meife günftige Ertrag verden voraussichtli Die Birnbäume etwas Pflaumen- und Kirih ut in diesem Jahre bleiben möchten. Was man in den betr. Kreiſen barüber denkt, kann man sich schon denken. Die„ Radwelt" meldet, daß August Lehr in Begleitung von W. Struck an dem Automobil- Rennen Baris- Wien teilnehmen wird. * Bei den Vorläufen im Großen Preis von Baris, dem Radrennen, siegten: Ellegard, Meyers, Swerte Fruchtanfäße zu Bütt, Grogna, Arend, Momo, Mayer, und Domain. trag ist sehr gering rend Erstes gegen Meyer- Bütt und Grogna- Diedier ach. Schwärme fin ebel hat aus Trans Sm Tandemfahren wurde das Paar EllegardNauts. Rostod, 24. Juni. Die philosophische Fakultät der hiesigen Universität ernannte den Dichter Heinrich 60. Geburtstages zum Dr. honoris causa. Jahren fünf Monaten zu verzeichnen, er galt als tüchtiger Offizier. Wie es seine Kommandostellung mitbrachte, unterstand er der Nordsee- Station. Der Kaiser hat mit Rücksicht auf den beklagenswerten Unfall die Teilnahme an dem Festessen des Regatta vereins abgesagt. Er fährt um 4 Uhr nachmittags auf der Hohenzollern" nach Stiel. Aus dem Gerichtssaal. aranus niloticus) mit Seidel- Groß- Lichterfelde anläßlich seines morgigen so im Laufe der Jahre ein recht ausgiebiges Straf heutigen Pferdemart 5-30 Berläufe abge Frankfurt a. M., 23. Juni.( Oberkriegsgericht des 18. Armeecorps.) Der Gardist Heinrich Hau von der 9. Stomp 115 Regts.( Leibgarde, Darmstadt) hat sich register zusammengesessen. Zu Schotten in Oberhessen Dem Sanskritforscher wurde dem Tode seiner in er Metallpresser. Vor seinem Eintritt ist er wegen ford die twas schleppend, doch würde eines Doctor of letters berliehen. 65ttingen wurde von der Universität etben ein bebanerligen te 13 Date in Duell mit dem Wilitärkommandanten eidenrod wurde burd bon capte en Duct bon Willmet. Zegierer ist Gestern Morgen er * New- York. todt, Bartels schwer verletzt. pos 31 Patienten vergiftet Offenbad, von Bilegeeltern erzogen. Von Gewerbe ift trugs bestraft worden. Beim Militär behagt's ihm ganz und gar nicht. Deshalb brennt er öfters einmal Surch. Das erste Mal war er länger wie 7 Tage weg und wanderte dafür 3 Monate ins Gefängnis. Dann tion, ein aufregender hat die Boſtoner Stantenwärterin Jane Toppan, tniff er wieder aus, wurde aber schon nach 22 Stunden Der ein Menschenleben außerdem hat sie auch vielfach Brände angelegt. Dingfest gemacht und vom Regiment auf 14 Tage in chtung Frankfurt in unentdeckt ihr Treiben fortsetzen konnte. Das Motiv en er sei im falschen zu lebenslänglichem Jerenhaus verurteilt. uten Glück aber nad Schlimmste unber * Madrid. Aus Allariz( Prov. Orense) wird heute über d hat er es zu danken, ein fur ch tbares Unwetter berichtet. Der Blitz schlug nach rückwärts abge während der Messe in eine Kirche ein und zerstörte sie, Raume zwischen der 25 Personen wurden hierbei getötet und 30 verwundet. * London, 24. Juni. Prof. Dr. Oswald Wachter, seit er war aber der Un. 35 Jahren Professor des Französischen und Deutschen im inen Jutum gemert, College von Malvern in Worchestershire wurde heute früh in ollte! Nur durch den seinem Bette tot aufgefunden, mit mehreren Flaschen on abgehalten werden. Gift an seiner Seite. Auf einem Zettel hatte er auf Deutsch schredliche Weiße ver- geschrieben:„ Ich habe meinem Leiden freiwillig eiu Ende geährige Söhnchen des macht." Wachter war in letzter Zeit leidend gewesen. es von dem eben ge trant. Das Kind daß es nach zehn Ein neuer Schiffsuntergang. er zum 3. Male los. Aber auch diesmal hatte man Gefängnis zu. Im April wurde er nach Verbüßung dieser Strafe entlassen, und schon am Samstag 3. Mai verließ er seinen Truppenteil wieder ohne Urlaub und begab sich nach Offenbach. Dort nahm man ihn schon am folgenden Tage beim Schlafittchen und brachte ihn nach Darmstadt zurück. Das Kriegsgericht der 25. Division hat diesmal den Ausreißer etwas strenger hergenommen und ihn zu 6 Monaten Gefängnis und hergenommen und ihn zu 6 Monaten Gefängnis und Versetzung in die 2. Klasse verurteilt. Dagegen hat Hau Berufung eingelegt, da ihn die Strafe zu hoch ist. Der die Anklage vertretende Kriegsgerichtsrat beantragt, die Strafe auf 4 Monate herabzusetzen und auf den Verlust der Kokarde zu streichen, da er den Mann noch für Befferungsfähig hält. Das Gericht verwirft jedoch ihn nach 2 Tagen wieder und dittierte ihm 2 Monate die Berufung Hochschulnachrichten. Die theologische Fakultät der Universität Marburg hat den Generalsuperintendent Lohr in Kassel und Liz. theol. Sardemann, den verdienten Leiter des hessischen Diakonissenhauses, zu Ehrendoktoren der Theologie ernannt. Würzburg. Von den im Sommersemester an der hiesigen Universität immatrikulierten 1198 Studierenden find 1134 Deutsche und 64 Ausländer. Bayern stellt die Hauptzahl nämlich 723, dann kommt Preußen mit 271, Hessen mit 37 usw. Vom Auslande sind die Japan er mit 11 vertreten. dag in wurde. Vor einigen wird von Kiel gemeldet: Das Torpedoboot in Schrotschuß in die S 42" wurde beim Feuerschiff„ Elbe IV", durch einen cnt werden mußte. englischen Dampfer überrannt und ist gesunken. Großherzog hat Der Kapitänleutnant Rosenstock von Rhöneck und der cat und Superinten Obermaschinistenmaat März, Maschinistenmaat Keilainz D. Karl Walz wagen und der Matrose Reimers sind ertrunken. Geangelischen Kirche des rettet wurden 23 Personen, darunter zur Regatta anwesende Gäste. Unter den Geretteten ist der bekannte Tussteigen aus einem Schiffbautechniker Geheimrat Busley. eine Dame, die sich Geheimrat Busley über den Zueten hatte, zu Boden sammenstoß. der Kniescheibe Der ausgehende Dampfer Firsby" rannte direkt man wohl sagen. vor Curhaven das Torpedoboot an der Backbordseite essen. Jackson, Tp.: an. Das Torpedo sant sofort. An Bord befanden Landau, 60 Jahre ſich 24 Mann Besatzung, vier englische Herren mit Aus Göttingen schreibt man: Profeſſor Hilbert Margarethe Winter einem Diener und Geheimrat Busiey, die von der gaufen, 84 Jahre Dover Helgoland Regatta famen. Geheimrat gelehnt. En starb in Chillicothe. Busley sprang mit dem Rettungsgürtel ins Wasser e, geb. Kröd, geboren und wurde so schwimmend aufgenommen. Busley erheim. Afron, ählt, daß er gerade im Begriff gewesen sei, dem denrode, 63 Jahre Sterward ein Trinkgeld zu geben. Der Steward ist Marg. Kraft geb. ofort zerquetscht worden. Von den Geretteten sind Jahre alt.- Broot drei verbrüht worden. agel geb. Bieſen kapitän leutnant Rosenstock von Rhöneck Arte, Va., der aus if am 4. April 1890 in die Marine eingetreten; ſein Guelcher, in Batent als Kapitänleutnant datiert vom 15. April re.Pittsburg, Pa Mainz, 67 Jahre N- I: Heinri oport, Ky.: Micha Ce alt. es. 1902. Er hat eine Gesamt- Seedienstzeit von acht chen. Seine Bemer enschaften der solen Bülow eine uner n: Bei Inowraz ern bon Drillingen hat den Reichskanzl Aurier" bei seinen ne athenstelle zu übe 1. Der Kriegsminij je Terrain einschließli rts und der Kasernen von 98 Millione haben, Die Stadtver Gedanken zurück, in de fchäftlichen Niedergange tung zu übernehmen. ina wird nach ihrem mburg eine längere fu brauchen. Der Tag efeßt. Distanzritt nach Wien, wird a Oftende( 135 Stilomete ein international er, geritten von Affi gefegt find: Chren Shrenpreis und 2500 1800 Fr. dem Dritten Fr. dem Bierten, golden inften, goldene Medaill Also, man ignoriert di einen mit Recht erhobene Beranstaltungen unter hat den an ihn ergangenen Ruf nach Berlin abNeueste Nachrichten. Zur Erkrankung des englischen Königs. Das Berliner Tageblatt meldet: König Eduard sei seit seiner Thronbesteigung nervös und ängstlich wegen der Strönung, da ihm hinterbracht worden, eine Ziegeunerin habe ihm prophezeit, er werde nie ein gekrönter König sein. Die Aeußerung habe namentlich auf die Königin einen starken Eindruck gemacht(?) Auch in intimen Hoffreisen macht man sich über den Zustand des Königs ernste Vorstellungen. eines Kranken- Hospitals sprach die Ansicht aus, daß überhaupt nicht an eine Krönung in dem beabsichtigten Umfange zu denken sei. Der König wurde sogar schon todt gesagt. todt gesagt. Das um Mitternacht veröffentlichte Bulletin lautet: Der Zustand des Königs ist so gut, wie nach einer so schweren Operation erwartet werden fann. Seine Kräfte werden aufrecht erhalten, die Schmerzen haben nachgelassen und der König hat ein wenig Nahrung zu sich nehmen können. Es werden einige Tage vergehen, bevor man sagen kann, daß der König sich außer Gefahr befindet. Berlin, 25. Juni. Zum Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts ist der Ministerial- Direktor im Ministerium des Innern Dr. Peters ernannt. * London, 25. Juni. Das Blatt Lancet erklärt, daß bisher keinerlei Komplinationen der Operation gefolgt sind Eduards Gerüchtweise verlautete, der stung sei era befriedigen fei. feines Gobnes zu entfager.mgtonight ſen, au Gunsten König entschlossen, zu - Bette ihres Gemahls Wache. Die Hotels leeren sich mit großer Schnelligkeit. Viele zur Krönung hergekommene Amerikaner haben sich bereits nach dem Continent begeben. * Washington, 25. Juni. Präsident Roosevelt hat ein Wünsche auf seine baldige Genesung ausspricht. Telegramm an König Eduard gesandt, in welchem er die Von einem eifrigen Leser unseres Blattes erhalten wir folgendes„ Knittelgedicht", das wir seiner Originalität halber folgen lassen: SWII Nimmer müde zu berichten Ernste, wichtige Geschichten Und auch heitere daneben, wjjiM IM Eilend wie der Blitz durchs Leben Streifend alle Tagesfragen: Trust und Studium, städtische Plagen, Ehrenhändel: wie Graf Pückler, late Neuester Eisenbahnzerstückler Antijuden- Dreſchgraf- Tschirned that Chapeau claque bedeckt die Stirne Riesengroß an frechen Reden Immer wilder wünscht zu töten Christlich im Duelle jeden Treubesorgten Sanitäten id Erntet Ihr das Lob von allen. ,, Neueste Nachrichten" gefallen! Quassel, eifriger Leser. Briefkasten. Ungenannter. Sie fragen, ob in der betreffenden Zeitungsnotiz die Arbeiter nicht zu den Menschen gerechnet werden? Das ist wohl ein Mißverständnis von ihnen. Im Vordersaß steht„ Verlust von Menschenleben ist nicht zu beklagen. Ihre Klage wäre berechtigt, wenn nun im Nachsak stünde: nur ein Arbeiter wurde getötet; dann erst stände der Nachsatz im Gegen= satz zu dem Vorsaz. Den Satz, über den Sie sich beschweren, haben Sie nur mißverstanden. Ganz anders flingt es, wenn ich dasselbe mit etwas andern Worten sage: Getötet wurde niemand, nur leicht verlegt ein Arbeiter. Wenn der Verlegte Geheimrat wäre, so würden Sie auch nichts dagegen ſagen können, wenn dastände: ,, Der Verlust von Menschenleben ist nicht leicht verlegt." zu beklagen, nur der Geheimrat M. aus N. wurde 52525252525252525252525252525252525252 md bij Münchener Bürgerbräu, Bid Inub es nob.gsinnos Production 1880: 30,000 Hectoliter. 1901: 255,000 " Münchener Loewenbräu, Production 1901: 642,000 hectoliter, 790 in den bekannten feineren Cafés und Restaurationen in Gießen und Umgebung im Ausschant OTT Beide Hochfeine Biere sind vielfach mit höchsten Auszeichnungen prämiirt. 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Juli a. cr. übernommen haben und von dem genannten Tage ab unsere Niederlassung in Gießen von Wiesenstraße 2 in das seither von Herrn Dieß innegehabte Haus verlegen werden. Johannisstraße 1 Mit der Leitung dieser Niederlassung haben wir neben den seitherigen Vorstehern, Herren Arnold Freiherrn von Jungenfeld und Gustav Müller, Herrn Conrad Dieß derart betraut, daß je zwei der genannten Herren die Firma gemeinschaftlich zu zeichnen berechtigt sind. Darmstadt, im Juni 1902. Bank für Handel und Industrie. Рассив. Hedderich. Mit Bezug auf die obige Ankündigung bringe ich meiner werten Kundschaft zur Kenntnis, daß mit dem 1. Juli d. Js. mein Geschäft an die Bank für Handel und Industrie( Darmstädter Bank) Steins Garten. Donnerstag, den 26. Juni 4. Abonnements- Concert. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pfs. Krauße, Großh. Musikdirektor. Hotel Royal. Heute Mittwoch Abend von 8 Uhr ab Konzert, übergeht, welche dasselbe in unveränderter Weise unter meiner persönlichen Mitleitung meiterführen wird. Laufende Rechnungen und sämtliche schwebenden Geschäfte werden an dem gleichen Termin auf die Bank für Handel und Industrie, Depositenkasse Gießen übergeleitet. ausgeführt von der hiesigen Reg.- Kapelle. Universitätsfest. Hochachtungsvoll Conrad Diek. Nach Beschluss der städtischen Behörden wird zur Feier der Immatrikulation des Tausendsten Studenten unserer Hochschule von der Stadt am Mittwoch, den 2. Juli ein Waldfest im veranstaltet. Philosophenwald Bekanntmachung. Bei der in der Sizuug der Stadtverordneten- Versammlung vom 12. b. Mts. vorgenommenen planmäßigen Verloosung der am 1. Oktober b. J8. zur Rückzahlung fommenden Schuldverschreibungen der Anlehen der Stadt Gießen aus den Jahren 1890 und 1892 sind folgende Stüde gezogen worden: a. vom 1890'er Anlehen: Lit. A Nr. 32. 37, 112 und 113 a 2010 Mr. B " " 29, 73, 88, 129, 138 und 146 a 1000 mt. C " " " " 8, 43, 46, 54, 137, 150, 202, 293 u. 447 a 500 Mr. 26, 115 und 143 a 300 mt. 56, 57 und 93 a 200 Mr. " " DUDE b bom 1892'er Anlehen: Lit. F Nr. 41, 112 und 150 a 2000 mr. G 64 und 65 a 1000 Mr. " " " " H 7, 47 und 48 a 500 mt. I 44 a 300 Mt. " " K 1 a 200 Mr. " " Um 5 Uhr nachmittags bewegt sich der Festzug vom Oswaldsgarten durch die Es wird dies mit dem Bemerken zur Kenntnis der Besizer Neustadt über die Marktstrasse, Markt, Mäusburg, Kreuzplatz, Seltersweg, Südanlage, der vorbemerkten Schuldverschreibungen gebracht, daß die Einlösung Bleichstrasse, Löberstrasse, Goethestrasse, Ludwigstrasse, Ludwigsplatz, Grünberger- berselben und zwar: strasse und den Trieb nach dem Festplatze. Alsdann Festkommers mit Konzert und Tanz. a. von dem 1890'er Anlehen: H. Elges. Liebigshöhe. Täglich Nr. Abonnement in's faus gebr Gratisbeilage Chcheffliche Gatenban, fo Das Blatt e frische Waffeln Zu vermieten: für A Wie Quer Sind Karl Schmid. Der G Morich Doch fe Wenn So bi Gefalle Soviel Als Du Und Kei - Der && wa In der früher Lindenftruth' schen Bofratte, Tiefenweg 13 ist das im hinteren Hof gelegene mehrstöckige Lagerhaus alsbaldu vermieten. Näheres bei Groß Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 16 Beletage Molktestraße 26, Zimmer, Badezimm., Gaseinr Trockenbod., Bleichplaz p. 1. Gab 1130 Näh. Molkteftr. 28, part zu vermieten. Frankfurterstraße bei der Deutschen Genossenschaftsbank von Soergel und Parrisius ist der III. Stock, 8 Zimmer, u. Cie. Commandite Frankfurt a. M. Die Bürgerschaft wird freundlichst gebeten, an dem frohen Festtage teilzu- bei der Stadtkasse Gießen, nehmen und ihre Häuser zu schmücken. b. von dem 1892'er Anlehen Ephraim Meyer u. Sohn in Hannover, Mauer u. Plaut in Cassel, Gebrüde Neustadt in Frankfurt a. M. eriolgen fann, sowie daß die Verzinsung mit dem 1. Oktober 1902 aufhört. " " " " " " " Die Festschleifen, welche leicht sichtbar zu tragen sind und ausschliesslich zum Betreten des Festplatzes berechtigen, werden von heute ab gegen Einzeichnung bei der Stadtkasse Gießen, in eine Liste und Zahlung von 2 Mk für Herren( schwarzweissrot) und 1 Mk. für bei dem Bankhause A. Heicheilheim in Gießen, Damen( rotweiss) ausgegeben. Die Festteilnehmer sind zum unbeschränkten Genuss der von der Stadt gestellten Getränke und Speisen berechtigt. Schluss der Listen bei Erreichung einer bestimmten Teilnehmerzahl bleibt vorbehalten. Auf dem Festplatz werden Schleifen nicht ausgegeben. Die Listen sind aufgelegt: a. auf der Bürgermeisterei, Zimmer 15, b. bei Herrn Metzger, Seltersweg 70, c. bei Herrn Balser, Mäusburg 11, d. bei Herrn Scharmann, Lindenplatz 3. Giessen, den 24. Juni 1902. Der Festausschuss. I. A. Mecum, Bürgermeister. Großzes Sommerfest des Fechtverein heff. Waisenschutz Sonntag, den 29. Juni auf der Schönen Aussicht. Mufit vom Inf. Regiment Nr. 116. Eintritt 20 Pfg. 1240 757 Empfehle mein grosses Lager in Kinder frei. 225 Student " Gießen, 24. Juni 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum Bekanntmachung. Die nachstehende Bekanntmachung des Großh. Feldbereinigungsfommissärs zu Friedberg bringen wir hiermit zur Kenntnis der betr. Grundbesizer. Gießen, 24. Juni 1902. Balton, Badezimmer u. Zubehör per 1. Oktober zu vermieten. 110 Bu erfragen: Zahnarzt Jaeger Einfach möbl. Zimmer Schönberger( fr Kost zu vermieten. Neustadt 18. Offene Stellen: Tüchtige Verkäuferin sofort gesucht. Zu erfr. in d. Expe meinden in hö Auf der Betr. die öff 116 and Ganzen zu Abg. Dr. Wolle die Bafi heutzutage fo Die Regierungs er Ausschuß der Sparkasse fäßen der erf Ein Hausburiche gesucht. Ludwigsplay 3. wendig, daß Abg. H regelt würde Butrauen gew elegung im nämlich Gemein vie groß die ridle feftgelegt 110000 Seele Man habe schon d. Bl. Ein schreibgewandter Jung Großh. Bürgermeisterei Gießen findet auf meiner Expedition Mecum. Bekanntmachung. 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Die Einwendungen find schriftlich abzufassen, zu begründen und findenden 12 Ziehungen: Mark„ baar" 480000, 240000, 105000 102000, 48000, 45000 etc. Jedes Loos ein Treffer d h. solche Loose die mit " Nichts" gezogen werden, as night. Fe grenzung de Maffen festgelegt die Pfandbriefba atten ähnliche Die Brebitgefech Sinisterial das fei nicht no Band, die Gene partaffe zu berja Abg. Dr. Abg. Sane laffen, daß auf Saterung das Ma auf Papier in Aftengröße( mindestens 1/2 Bogen) einzureichen. giebt es hier nicht. Monat bg. Haas wün Friedberg, den 18. Juni 1902. Der Großh. Bereinigungskommissar. Spamer, Kreisamtmann. O Einzahl. Mr 10.( Mr. 5.) Geft. Anmeldung. beförd M. WOLTER, TRIER Nr.59 General- Agentur für die Lebens- Volks- Unfall pflicht- und Einbruchsdiebst branche verbunden mit Inkassoi Gießen und Umgegend zu besetzen. jolchen Ding Declaffen, to ge Verfuche man Wege zu fin Bebenten des in Hejjen e war ohne d batte. 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