Nr. 300. Menementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Big.. ne baus gebracht 60 Pfg., burch die Post bezogen viertel jährlich Mr. 1.50. Ballebeilagen Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obft- nud hrtenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 24. Dezember 1902. Gießener 12. Jahrgang. Rafectionspreis: Die einspaltige Petitieile für Gießen wie ganz berbeffen, die Kreise Wetlar und Marburg 10 Bfg. fonft 15 Pig.; Reklamen die Peritzeile 30 refp. 40 f Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gitzen and Ume hung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh Bürgermeisterei Gießen und a derer Behörden von Oberhessen. Das Єbedrama im lächsischen Königsbaufe. OR. Dresden, 23. Dezember. Schon im Schatten des Weihnachtsfestes wird aus uiner fürstlichen Familie ein Ereignis betannt, das gewiß bei allen, die für menschliche Leiden und herbe Schidjale ein Empfinden haben, Teilnahme hervorrufen wird. Während andere Kinder sich auf die Freuden des Beihnachtsfestes vorbereiten, herrscht in der Familie ides Kronprinzen Friedrich August von Sachsen Schmerz ind Trauer, denn die Mutter und Gattin fehlt. Aus cinem bis jetzt noch nicht aufgeklärten Grunde hat sie den Aufenthalt an dem Hofe des Großherzogs von Toscana in Salzburg aufgegeben und ihr augenblicklicher Lufenthalt soll durchaus unbekannt sein. In ganz Sachen und auch weit über die Grenzen des Landes hinrus wirst man in allen Gesellschaftsschichten die bange Frage auf, ob hier eine Verfehlung, oder ein Unglück orliegt, ob die Kronprinzessin einer Leidenschaft folgt, oder in einem Zustande von gestörter Willensfreiheit andelt. Es ist nun einmal das Schicksal hochgesteller Bersonen, daß sie mehr als andere Menschen von Der Kritik der Umgebung verfolgt werden und je höher hinauf irgend einem Menschen Stellung und Rang angewiesen wurde, um so mehr züngelt die Böswilligkeit and die üble Nachrede zu ihm empor. Auch die Kronprinzessin Friedrich August ist davon nicht unberührt geblieben. Die am 2. September 1870 als Tochter des GroßHerzogs Franz Ferdinand von Toscana geborene und seit 1892 mit dem um fünf Jahre älteren Kronprinzen Friebrich August vermählte fürstliche Dame iſt eine Lebenslustige Frau, die sich manchmal gerne über die Frengen Vorschriften der Hofetikette hinwegsegte und Daburch die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zog. So erlernte sie wider den Willen des Königs Albert das Radfahren und zeigte sich alltäglich in einem geschmackvollen Radlerkostüm mit ihrem Hojzahnarzte- einem Amerikaner in den Straßen von Dresden; schon damals schlug Die üble Nachrede in grellem Scheine aus der Asche. Reuerdings wurde sie mit dem französischen Sprachlehrer ihrer Kinder- sie ist Mutter von 3 Söhnen und 2 Töchtern ins Gerede gebracht. Man behauptete, daß sie mit diesem ins Ausland gegangen sei. In Dresden wußte man nach einigen Darstellungen nichts von ihrer Abwesenheit; erst als sie auf einer unter ihrem Protettorate stehenden Wohltätigkeitsvorstellung nicht erschien, erfuhr die Oeffentlichkeit, daß sie bereits seit acht Tagen in Salzburg sei. Und nun begann die Fama zu arbeiten; die vorstehend erwähnten Gerüchte gingen in die Welt. Andererseits steht aber auch fest. daß die Kronprin zefin, die einem neuen Familienzuwachs entgegensicht, sich in einer gewissen in solchem Zustande nicht seltenen leberreizung befindet, es steht fest, daß eifrige Verhandlungen zwischen dem Haus Wettin und Habsburg gepflogen wurden und es wird über Wien zuverlässig gemeldet, daß die Kronprinzessin mit einem ihrer BrüDer, aber nicht mit einem sonstigen Manne nach Genf gereist sei. Sei dem, wie ihm wolle. Jedenfalls ist es nicht Eilligen, daß die großstädtische Klatschpresse jede unlontrollierbare Nachricht weiter verbreitet und dadurch emen ungünstigen Schein auf die fürstliche Dame wirft, che noch näheres bekannt ist. Es ist das Vorrecht der hochstehenden, daß sie durch das Gesetz besser geschützt jind, aber es ist doch auch ihr Schicksal, daß sie der iblen Nachrede mehr ausgesetzt sind. Auf alle Fäll: haben die beteiligten Personen Rücksicht zu fordern. * Man Ueber die Entwickelung und den Verlauf der traurigert Angelegenheit werden aus Salzburg über Wien mehtere Einzelheiten gemeldet. Nach einer Darstellung des Wiener Fremdenblaites" traf die Kronprinzessin Luise am 10. Dezember in Salzburg ein und überreichte an nächsten Tage dem Brimararzt Dr. Minnich), welcher dem tronprinzen nach seinem Jagdunfall am 20. November ärztliche Hilfe geleistet hatte, eine sächsische Ordensauszeichnung. In der Nacht vom 11. auf den 12. d. Mts. berließ Kronprinzessin Luise mit ihrem ältesten Bruder, deant Erbherzog Leopold Ferdinand, Salzburg. spricht davon, daß sich die Geschwister nach der Schweiz md Frankreich begeben haben. Am toscanischen Hose maar die Bestürzung am Morgen des 12. eine überaus große. An die Salzburger Zeitangen wurde seitens des toscamischen Oberhofmeisteramts sofort das Ersuchen getet, teine Nachrichten aus fremden Blättern zu überneh men, sondern zu warten, bis offizielle Verlautbarungem erfolgen. Einige Tage später erschien im ,, Dresbener Journal" die Meldung von einer Erkrankung der Kronprinzessin. Man wunderte sich, daß die Kronprin zein in Salzburg weilte, obgleich der Kronprinz frank barniederlag. Die Eltern drangen in ihre Tochter, um jedes Aufsehen zu vermeiden, sich sobald als möglich nach Dresden zurückzubegeben. Erzherzog Leopold stellte sich auf die Seite seiner Schwester; es soll zu beftigen Sze nen gekommen sein, welche schließlich dazu führten, daß Kronprinzessin Luise und der Erzherzog Salzburg heimlich verließen. Die ,, Tribune de Genève" behauptet, daß die Kronprinzessin von Sachsen in Genf eingetroffen sei. In Dresden ist mittlerweile der Hofstaat der Kron prinzessin aufgelöst worden. Allgemein heißt es dort, daß eine Ehescheidung auf feinen Fall in Betracht käme, auch nicht eine solche mit päpstlichem Dispens. Die Politik. Die Aufhebung der städtischen Octrois. ) Infolge der Bestimmung des Zolltarisgesetzes, wo nach vom 1. April 1910 ab die städtische Besteuerung von Lebensmitteln im Deutschen Reiche beseitigt werden soll, waren Vertreter deutscher Stadtveraasungen in Berlin zusammen gekommen, um gemeinsamte Maßregeln für die Zukunft zu beschließen. Es wurde eine Betition an den Reichstag beschlossen und eine Eingabe an den Bundesrat gerichtet mit der Bitte, den in Betracht kommenden Städten eine Entschädigung von Reichswegen für die erheblichen Aufwendungen zu gewähren, die ihnen durch die Pensionierung der zahlreichen, am 1. April 1910 außer Funktion tretenden Steuerbeamten erwachsen werden. Roosevelt als chrlicher Maffer. Es steht ziemlich sicher fest, das Präsident Roose velt das ihm von Deutschland, England und Italien angetragene Schiedsrichteramt inn der venezolanischen Angelegenheit übernehmen wird. Einstweifen ziert er sich noch ein bischen, und die amerikanische Presse uns terstützt ihn dabei, indem sie sich stellt, als halte sie die Uebernahme des Schiedsrichteramts durch den Präs sidenten der Union nicht für vorteilhaft. Einige ganz besondere Schlauberger machen sogar den Vorschlag, der Präsident solle als„ Mister Roosevelt" und nicht als Präsident Roosevelt" das Amt des Schiedsrichters an nehmen. Man will angeblich auf diese Weise der Regierung die Verantwortung dafür abnehmen, daß Castro ctwa dem Schiedsspruche nicht nachkommit. All solche Vorschläge sind lediglich faule Finten. Es ist nicht daran zu denken, daß drei Großmächte irgend eine Privatperson " mag sie noch so hervorragend sein, zum Richier über ihre Forderungen machen würden. Sie wenden sich an den Präsidenten der Vereinigten Staaten, nicht an Mister Roosevelt. Und der Präsident der Vereinigten Staaten wird sich auch nicht ernstlich weigern, dem Ersuchen der Mächte zu willfahren. Aus Venezuela liegen neue Nachrichten nicht vor, bis auf die eine, daß Castros angebliche Krankheit eine Er findung ist. Von Wilhelmshaven hat am Dienstag ein 134 Mann starfes Kommando die Reise nach Venezuela angerreten. Kindermorde in Deutsch- Ostafrika. Nach einer Meldung des Pater Oberlé, der elf Jahre lang in der Missionsstation Mrogoro war und von der Regierung zum kaiserlichen Bezirksrat ernannt wurde, herricht in Deutsch- Ostafrika vielfach der gräßliche Branch, Kinder mit irgend welchen Gebresten zu morden. Von den Eingeborenen werden die neugebrenen Kinder in großer Zahl aus Aberglauben ermordet. Alle Rinder, die einen törperlichen Fehler oder eiwas hellere Hautfarbe haben, ferner solche, die später an unregelmäßiger Zahnung franten, werden getötet. Von der Dorfältesten wird der schreienden Mutter das kind einfach abgenommen. Pater Oberté hat einen bis her noch unbekannten Grund für die Kindermorde jestgestellt. Es ist ihm aufgefallen, daß er in Ostafrika niemals von der Geburt von Zwillingen gehört, und da habe er nach einigem Forschen in Erfahrung gebracht, daß auch sämtliche Zwillinge ermordet werden. Erst die christliche Missionstätigkeit habe hierin langsam Wandel geschaffen. Die Regierung hab: nur selten Gelegenheit, einzuschreiten, weil eine Mutter, die als Zengin über den Tod des ihr geraubten Kindes aussagen würde, unzweifelhaft nach kurzer Zeit ebenfalls getötet würde Zum Zwecke der Ermordung Erwachsener und älterer Minder, die oft aus Neid von anderen Müttern getötet werden, bedienen sich die Eingeborenen eines Baumharzes, das unter die Nahrung gemischt wird und in drei bis sechs Monaten zum Tode führt, weil das Harz im Wagen verdict. Gegen diesem schrecklichen Branch wirtsam einzuschreiten, wird der deutschen Regierung ja nicht leicht sein, nichtsdestoweniger muß der Versuch dazu mit allem Nachdruck gemacht werden. Sturmzeichen in China? Die Gerüchte von neuen Unruhen in China er halten sich. Allerdings sind es englische Zeitungen, die davon zu melden wissen, und diese sind meistens unzuverlässig. 11. a. meldet ein Londoner Blatt, eine neue Verschwörung in China, mit dem Mittelpunkt in Befing, jei ausgebrochen, um das von den Mächten erzwungene Arrangement über den Haufen zu werfen. Der englische Konsul in Hondar hat die englischen Untertanen aufge fordert, jetzt den Nordwesten Chinas zu verlassen.- Nad) einem anderen Londoner Blatte sollen chinesische Truppen, die fürzlich aus dem Norden zur Unterdrückung der auf ständischen Bewegung nach der Provinz twangsi gesandt wurden, infolge schlechter Behandlung gemtentert haben. Der Vizekönig der Provinz Stwangji sei zwischen seweiling und Wutschau( Provinz Stwangfi) von den Rebellen um zingelt. Die Chinesen betrachteten die Lage als sehr ernst, da die Siege der Aufständischen unter der Bevölkerung der Provinz Kwantun eine Gärung hervorgerufen beginnen. Zugleich mit diejen Meldungen, die zweifellos start übertrieben sind, ist in London eine andere eingegangen, die uns beachtenswerter dünft. König Leopold von Belgien soll nämlich ein Handschreiben des Kaisers von China erhalten haben, worin dieser ihm eine große Ronzession in der Nähe von Riautschau gewährt. Belgien erhielt dieses Zugeständnis ohne jede friegerische oder diplomatische Drohung. Inzwischen ist die ganze britische Be sagung von Schanghai nach Indien abgegangen, eine weitere deutsche Kompagnie ist von Schanghai nach Tsingtau gesandt worden. Kurze politische Nachrichten. * Berlin, 23. Dezember( ofbericht). Der Kaiser hörte heute Morgen die Vorträge der Chess des Mili tärfabinets, des Admiralstabes und des Marine Rabinets. Mittags empfing der Kaiser in Gegenwart des Staatsjekretārs Frhrun. v. Richthofen den neuernannten chilenischen Gesandten Franzesto Antonio Pinto und daraus die mit der Postdampfer ,, Moltke" nach West Indien rei jenden Herren Polizeipräsident Graf Bernstorff, Legations sekretär v. Verdy du Vernois vom Auswärtigen Amt, Hauptmann v. Berg vom 2. Garde- Regiment 3. F., Hauptmann v. Bardeleven vom Füsilier Regiment Nr. 80, Rittmeister v. d. Knesebec com Hujaren Regiment von Zieten und Hauptmann Albert v. Hahnke vom Großen Generalstabe. * Brinz und Prinzessin Rupprecht sowie Prinz Georg von Bayern sind Montag Abend turz nach 10 Uhr mit dem Brenner- Schnellzug nach Genua abgereist, wo sie sich zu einer mehrmonatigen Reise nach Indien einschiffen werden. * Der bekannte Professor Dr. Dittrich von der theo logischen Fakultät des Lyceum Hofianum in Braunsberg hat einen Ruf an die neuerrichtete fatholisch theologische Fakultät der Universität Straßburg i. E. erhalten. * Der von seinen Truppen zum Präsidenten von Haiti musgerufene General Meris Nord wurde am Sonntag muchy von den Kamera zum Präsidenten gewählt. Jezi Ist in Haiti alles ruhig. Neue Humbert- Legenden. Aaris, 23. Dezember. Binnen kurzer Frist, vielleicht noch vor Ablauf des Weihnachtsfestes, werden die Humberts der französischen Regierung ausgeliefert werden. Der Schriftwechsel zwischen Paris und Madrid, der sich auf die Auslieferung bezieht, dürste ohne Schwierigkeiten zum Zwecke führen. Madame Humbert, die ebenso wie ihr Bruder Romain d'Aurignac sich Zeitungsberichterstattern gegenüber in Be teuerungen ihrer Unschuld und bombastischen Drohungen zu ergehen liebte, wird dann ja vor den französischen Gerichten Gelegenheit haben, sich zu verteidigen. Für jezt ist sie erfreulicherweise zur Schweigsamfeit verurteilt: Dem Unfug, daß die Schwindlerfamilie in den Madrider Gefängnissen Gelegenheit findet, sensationslüsternen Reportern allerhand wichtigtuerische, verleumderische ,, Enthüllungen" zu machen, ist jeẞt endlich gesteuert worden. Auf Wunsch des französischen Geschäftsträgers in Madrid werden Journalisten nicht mehr ins Gefängnis gelassen. Gewisse Pariser Streise versuchen jetzt, für die halb. wüchsige Tochter der Madame Humbert, Eva, Stimmung zu machen. Es wird von ihr erzählt, sie habe die ganzen lezten Jahre sozusagen in Gefängnishaft gesessen: Von dem Tage an, als ihre Mutter sand, sie sei groß genug, um den Schwindel zu begreifen, habe sie das Kind von allem Verkehr abgeschnitten. Sogar die Großmutter durfte die Entelin nicht um sich haben. Jeden Sonnabend habe Therese Humbert im Zimmer ihrer Tochter, die sich am liebsten mit Walen und Musizieren beschäftigt habe, eine Art Haussuchung gehalten und nicht nur in allen Schub laden, sondern sogar in den Matratzen nach Papieren herumgestöbert. Sie las alle Schnitzel, die ihr in dic Hände fielen, durchblätterte die Schulhefte und die Noten, jerriß Aussäge in tausend Stücke und warf sie ins Feuer oder ins Wasser. Der Eva Humbert wird auch eine aus gesprochene Abneigung gegen ihre Tante Maria, die ewige Braut der Crawford, nachgejagt. Ganz so unschuldsvoll und dem Treiben ihrer Ange hörigen abgeneigt, wird Fräulein Eva wohl nicht gewesen ihr Schweigen zu gebieten. Er berührte ihre gudenden Lippen sanft mit der Hand daß du nicht nur diese, sondern mich Herz begehrt, widerte Mart. Aber dennoch kann der Fall eintreten, Schuld der Dankbarkeit gegen mich vergessen wirst," erNein, ich glaube nicht, daß du deine eingebildete anes. mas dein fann dein selbst vergißt. Besißtum Manches Mal rier im Geiſte die Stille und den Frieden jener werde, während die untergegangene Sonne jeden Morgen bem unterschiede, daß für ihn es nie wieder aufgehen zelt schwand, so alles Licht aus seinem Dasein, nur mit damals empfunden: daß, wie alles Licht vom Himmelsund stets fühlte er noch mit gleicher Lebendigreit, was er in den fommenden Tagen er g zurüd, seinem Namen zu Ehren, ein Gesicht, als tönne ' runtergehe heute Nachmittag hören, wenn ich ,, Was die Lene sonst noch sagt Wässerchen trüben. er Tein zufällig die Treppe das kann ich erst Doktor Flock legte sich wieder zurück in die weichen Kissen. to noch eine andere freudige Tachricht ermartet, einer Werbung an die reiche und abelsstolze Mutter Werbe etwas bas Tild ist dem Kühnen hold!" deines Mädchens herantreten. in denen die Majorin verkehrte, waren ihm fremd und vernähern zu fönnen, nicht weiter gekommen. Die Kreise, seinem Namen das Wörtchen ,, Doktor" vorseßen zu dürfen. du mit Dennoch war er in seinen Bestrebungen, sich Trenfens Einige Monate später hatte Herbert Flock das Recht, sein. Die Madrider Behörden sind überzeugt, daß sie nur die Rolle des Unschuldsengels spielt. Nichtsdestoweni ger hat der französische Geschäftsträger in Madrid Frau Humbert im Gefängnisse besucht und erklärt, daß ihre Tochter Eva das Gefängnis verlassen und in einer fran zösischen Pension in Madrid untergebracht werden könne. Eva Humbert hat jedoch erklärt, sie ziehe es vor, bei ihrer Mutter im Gefängnis zu bleiben. Der Gouverneur von Madrid erklärte, daß nach seiner Ansicht das bei den Humberts beschlagnahmte Geld tatsächlich das gesamte Ver mögen der Flüchtigen bilde. Nach Meldungen aus Paris beteuert der dort als Mitschuldiger verhaftete frühere Haushofmeister der Hum Berts, Barayre, seine völlige Unschuld: Er habe als Diener ber Familie nur getan, was ihm befohlen wurde. Seit bem Parahre in haft ist, weigert er sich, irgendwelche Nahrung zu sich zu nehmen und erklärte einem Bericht erstatter, er wolle lieber sterben. Er wird schon wieder en; es stirbt sich nicht so leicht, und zumal Verhungern eine schlechte Todesart. Lokales. Gedenktafel für den 24. Dezember. - 1524. Vasco de Gama, Entdecker des Seemeges nach Ostindien um das Kap der guten Hoffnung- 1546, Der Astronom Tycho Brahe in Knudstrup( Schonen)*. 1791. Eugène Scribe in Paris*. 1845. Georg L., König der Hellenen,* 1863. Der englische Humorist William Thackeray in London †. 1866. Ginverleibung Schleswig- Holsteins in Preußen. 1884. Gefecht der Mannschaften von S. M. SS.„ Olga“ und„ Bismarck" in Kamerun. Gedenktafel für den 25. bis 28. Dezember. 35. Dezember 800. Karl der Große wird zum deutschen Kaiser gekrönt. 1642. Der Physiker und Astronem Newton*. 1742. Charlotte v. Stein, die Freundin Csethes, in Weimar*. 1745. Friede zu Dresden( Ende des 2. Schlesischen Krieges). 1870. Verfolgung der geschlagenen französischen Nordarmee. 1884. Großes Erdbeben in Südspanien. 26. Dezember. 1769. Ernst Morib Arndt in Schoriz auf Rügen*.- 1800. Sieg der Franzosen über die Desterreicher am Mincio. 1805. Napoleon I. und Franz II. von Desterreich schließen nach der Schlacht von Austerliß den Frieden zu Preßburg; Bayern und Württemberg als Königreiche anerkannt. 1896. Der Physiolog Emil Du Bois- Reymond in Berlin f. 27. Dezember. 1571. Der Astronom Kepler in Beil der Stadt( Württemberg)* 1796. Der preußische Feldmarschall v. Steinmetz in Eisenach* 1822. Der Chemiker Louis Pasteur*. 1870. Beginn des Bom bardements von Paris( Mont Avron). - Neigung findet, fich zurückzuversehen in die goldenen Träume seiner Kinderzeit, da die Mutter ihn noch eifrig ermahnie, sein artig zu sein und der Vater ihm drohte mit der Rute des gefürchteten Knechts Rupprecht: er ruft sich die Tage zurück, da er im heimlichen Kämmerlein bis tief in die Winternacht arbeitete an einer Kleinen Ueberraschung für die lieben Eltern am heiligen Christfest. Und in der Erinnerung an die eigene glückliche Kinderzeit wird auch der sorgenvollste und verdrießlichste Familienvater mit seinen Kindern an diesem Feste der Kinder wieder zum Kinde, er läßt all die Unbequemlichkeiten geduldig über sich ergehen, die das Rumoren im Hause über ihn verhängt, und auch der Sparsamste gibt gern das sorglich verwahrte Geld aus dem Kasten, um sich und seinen Lieben eine Weihnachtsfreude zu machen. Mögen aber die Glücklichen, wenn sie die freudeglänzenden Mienen ihrer Lieben mit heiteren Augen erblicken, auch derer nicht vergessen, die am Tage der heiligen Weihnacht darbend und frierend sehnsüch tig in die Fenster der Reichen blicken zu dem strahlenden Kerzenglanz des Christbaumes, der Armen, die keine Weihnacht kennen, denen keine liebe Hand ben prangenden Lichterbaum anzündet. Wohlzutun und mitzuteilen vergesset nicht, mahnt der göttliche Kenner des Menschenherzens, dessen Geburt wir heute feiern; mitzuteilen vergesset nicht von der Freude, die Ihr Euren Lieben und die sie Euch bereiten! Dann feiert Ihr erst die rechte fröhliche Weihnacht!" 28. Dezember. 1746. Friedrichs des Großen Einug in Berlin. 1870. Attentat auf General Prim in Mabrib. Siegreiches Gefecht der Deutschen gegen die Franzosen bei Longpré. ** Weihnachten! Es ist ein geheimnisvoller Zauber, der diesem Worte für deutsche Ohren inne wohnt. Nirgendwo in der Welt ist das Weihnachtsfest, das hohe Jest der Ankunft des Heilandes, so sehr ein Fest der Freude als in den gesegneten Gauen, in denen die deutsche Zunge flingt! Die Weihnachtsfeier unserer fränAschen Nachbarn, die ,, Christmas" der Vettern auf dem meerbeherrschenden Inselreich an der Nordsee, wie kühl und frostig mutet sie den Deutschen an, dem mit dem Mange der heiligen Weihnacht die Erinnerung unzertrennlich ist an das trauliche Familienfest im behag fichen Zimmer, an den würzigen Duft des lichtergeschmückten, buntschillernden Sprossen der heimatlichen Wälder mit seinen verlockenden Schäßen! Auch der Exwachsene, der, jahraus jahrein in Sorge ums tägliche Brot für sich und seine Lieben, nicht oft Muße und Sikung der Stadtverordneten. Gießen, 22. Dezbr. 1902. weiteren Altersren Cinrichtung feinen felbft zuzufchreiben. wird das 65. Leb bann schon die Rente der Reichsb tritt. Die Sozial angefchloffen und b chen Lebens- und Borfchläge bes Obe wie folgt lautet: fäglich beschließen Berficherung auf Ge fönnen 300, 600, 900, jährlich 150, 30 mit Ablauf de fönnen aufgeno 25-45 Jahren maßgebend ift. flatt, jedoch fan schen Vertrauer Gründen die A ficherten haben und nach der Hö der versicherten 60 Lebensjahres ( Fortschung der Verhandlung vom Montag.) Es folgt die Beratung betr. Errichtung einer städtischen Lebens- und Rentenversicherung, ein vom Oberbürgermeister Me cum schriftlich vorliegender Antrag. Einleitend wird darin darauf hingewiesen, daß der Umstand, daß infolge der beabsichtigten Aenderung im B. gräbniswesen, die Stadt das Bermögen der Leichenkassen. Gesellschaft und damit alle Rechte und Pflichten dies r Gesellschaft gegenüber ihren derzeitigen Mitgliedern übernimmt. Veranlassung für den Antragsteller war, die Frage zu prüfen, ob es sich nicht empfehlen dürfte, die LeichenkassenGesellscha't in der jezigen oder auch in anderer Form weiter. zuführen." Der Oberbürgermeister weist dann darauf hin, daß das 111jährige Bestehen dieser Vereinigung und die vor einigen Jahren erfolgte Gründung der allge. meinen Sterbefasse Gießen als ausreichender Beweis für die Nüßlichfeit einer solchen Anstalt anzusehen sein dürfte, so könnte doch behauptet werden, daß die großen Lebensversicherungen, insbesondere die, welche die sogenannte Volksversicherung betreiben, dem vorhandenen Bedürfnis genügen. Die Borlage weist darauf hn, daß tie Meh zahl der größeren Versicherungsgesellschaften fleine Besi heraugen nicht annimmt, die Aufnahme auch von dem günstigen Er. gebnis einer ärztlichen Untersuchung abhäng g machte, daß ferner diese Gesellschaften hohe Verwaltungsfosten durch die große Bahl ihrer Beamten und Agenten, die sie unterhalten müssen, aufzubringen haben und daß die Aktiengesellschaften auf die Erzielung hoher Dividenden bedacht sein müssen. Die schriftliche Vorlage erörtert dann das System der Ver. sicherung mit Gewinnbeteiligung u. s. w. Der Antrag er örtert, in welch r Form die Beiträge zu einer solchen Kasse zu erheben seien, verwirft das häufig bei Sterbefassen angewandte Umlageberfahren und begründet eingehend die Nachteile desselben. Es wird empfohlen, feste Prämien zu erheben und zwar in solcher Höhe, daß jeder Jahrgang in Lebensalter der Versicherten die zu zahlenden Sterbegelder felbst aufbringt. Der Oberbürgermeister macht den Bor schleg, mit Rücksicht an Einbuße an Arbeitskraft im höheren Alter die Beiträge nur bis zum tollendeten 60. Lebensjahre zu heben. Ferner das Eintrittsalter auf 25-45 Jahre zu beschränken. Bon einer ärztlichen Untersuchung soll Abstand genommen und die Entscheidung über das Aufnahmegesuch einer oder mehreren Vertrauens personen überlassen werden. Gegen mißbräuchliche Ausnußung der Rasse durch Arante, elde als solche von den Vertrauenspersonen nicht erfannt werden, müßte nach dem Beispiel anderer Rassen Sicherheit dadurch geschaffen werden, daß beim Tode im ersten Versicherungsjahr die gezahlte Prämie ohne Abzug zurückgegeben würde, dagegen im zweiten Versicherungsjahr die Hälfte des Sterbegeldes gezahlt wird. Zur Begründung einer Rentenversicherung in Verbindung mit einer Lebenss versicherung in der Stadt Gießen wird in der Vorlage vom Oberbürgermeister das Folgende ausgeführt: ** Neue Titel und Uniformen für Poftunterbeamte. Der Kaiser hat folgende Aenderungen in den Titeln und den Uniformabzeichen der Unterbeamten der Reichs- Postund Telegraphenverwaltung genehmigt. Den etatsmäßig angestellten unterbeamten werden bei tadelloser Führung nach einer Gesamtdienstzeit von 15 Jahren, von denen die letzten fünf Jahre in der Stellung als vollbeschäftigter Bost- und Telegraphen- Unterbeamter zugebracht sein müssen, als Auszeichnung goldene SchulterPlattschnüre verliehen. Die Unterbeamten in gehobener Dienststellung erhalten nach der Art ihrer Verwendung die Titel ,, Ober- Postschaffner" ,,, Ober- Briefträger" oder ,, Ober- Leitungsaufseher". Für die bestätigten gehobenen Unterbeamten tritt diese Titelverleihung sofort in Kraft. Es ist in Aussicht genommen, die gleichen Titel auch bewährten Unterbeamten in nicht gehobener Stellung nach Vollendung einer längeren tadelfreien Dienstzeit zu verleihen. ** Die einheitliche deutsche Rechtschreibung ist jetzt im vorliegenden Entwurf vom Bundesrat genehmigt worden. Damit soll endlich einmal in das Tohuwabohu, als das sich unsere deutsche sogenannte Orthographie" dem kritischen Auge darstellte, Ordnung gebracht werden. In lezter Zeit konnte wirklich jeder schreiben ,,, wie ihm die Feder gewachsen war". Vor allem sträubte man sich In den Kreisen der eigentlichen Leute von der Feder" gegen die Annahme der herrschenden Schulorthographie, der man nicht mit Unrecht viele Inkonsequenzen vorwarf. Man fand deshalb gerade in den Zeitungen aus einer gewissen Opposition die allerälteste Orthographie mit unendlich vielen b und e. Am schlimmsten war bei dieser orthographischen Anarchie unsere Schuljugend daran. Wenn sie die Schwelle des öffentlichen Lebens überschritt, mußte sie das, was sie in langen Jahren mühsam als richtige Schreibweise sich angeeignet hatte, wieder umlernen. Jetzt wird hoffentlich eine Aenderung in diesem trostlosen Zustande eintreten. Gegenüber der logischen Turchführung der neuen orthographischen Regeln merden sich auch die enragiertesten Lobredner des Alten nicht mehr der Pflicht entziehen können, die neue Schreibart in der Oeffentlichkeit anzuwenden. Gerade die Zeitungen müssen auf diesem Wege bahnbrechend vorangehen. Wir haben uns bereits vor der offiziellen Anerkennung zur Einführung der neuen Orthographie entschlossen, da die Annahme der Verordnung gesichert erschien. Je eher, desto besser. - Es ist allgemein anerkannt, daß die Rentenver sicherung des Reiches, trok ihrer erheblichen Vorzüge gegenüber der Zeit vor der sozialpolitischen Gesetzgeb ung wegen der mäßigen Höhe der Altersrente nicht ausreicht, den Minderbemittelten in höherem Alter, unter allen Umständen vor Not und Entbehrung zu schützen. Am schlimmsten sind die ge stellt, welche feine Angehörigen besigen und die, deren Angehörige nicht in der Lage sind, ihren alten Vater zu unterstützen, oder dies nicht zu können behaupten. Für die alten Leute, welche mit Unterstützung ihrer Stinder leben, ist dies mitunter ein drückendes Gefühl, wenn die Hilfe nicht gern gewährt wird. Das wird anders, wenn die Stadt gegen geringe Beiträge in der Zeit voller Arbeitsfähigkeit, das Recht auf Bezug eine Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die Einziehung der Invalidenversicherungsbeiträge für diejenigen Berficherten, für die sie seither urch die Großh. Bürger meisterei Gießen erfolgte, mit Wirkung vom 29 Dezember 1902 an die Ortstranfenfasse Gießen überwiesen ist. Gleich zeitig sind der Ortstranfenfasse Gießen die Geschäste der Melbestelle übertragen worden. Die Einziehung der Beiträge seitens der Ortstrank.n. taffe Gießen erfolgt in demselben Umfange wie bisher durch Erhebung. Sämtliche erforderlichen Meldungen haben vom 29. De zember 1902 an ausschließlich bei der Ortskrankenkasse Gießen[ Ludwigstraße 12] zu erfolgen. Bon dem gleichen Tage an haben die sog. unſtändigen Arbeiter ihre Quittungsfarten zur Kontrolle der D tatrankenlaffe Gießen vorzulegen. Gießen, den 23. Dezember 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Sießen. Mecum. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß durch Beschluß der Stadtverordneten- Bersammlung vom 22 1. Mts., mit Wirkung vom Januar 1903 an der Preis für bie aus dem städtischen Elektrizitätswerf abgegebene Energie für Beleuchtung auf 50 Pf., " Kraft 20 " für eine Rilowattstunde festgesezt worden ist. Gießen, den 23. Dezember 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Anschaffung und Unterhaltung zweier Fasel ochsen von Simmenthaler Rasse soll vom 1. April f. J. 49 Rmtr. Eichen- Stockhol 63,4 " 2 If NadelBuchen" " " " 3 Aspen" " 1 Birken " " " ab im Wege schriftlichen Angebots anderweit unter den auf unserem Seftetariat Zimmer 15 offen liegenden Bedingungen vergeben werden. Interessenten wollen ihre Offerten bis spätestens 10. Januar f. J. Vormittags 12 Uhr verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bei der unterzeichneten Behörde 6590 Wellen Buchen- Reisig einreichen. Gießen, den 23. Dezember 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen Mecum. Holzversteigerung der Stadt Gießen im Gießener Stadtwald. Montag, den 5. Jannar 1903, vormittags 9% Uhr beginnend, werden zu Annerod in der Weller'schen Wirtschaft aus den städtischen Waldungen im Distrikt Fernewald versteigert: 31 Eichen Stämme mit 10.42 Festmeter( darunter SchnittSchwellen- und Grubenholz, 219 Riefern und Fichtenstämme mit 68.02 Festmeter( darunter Schnitt- und Bauholz) 1880 Riefern und Fichtenstangen mit 95.11 Festmeter( darunter zu Sparren- Gerüst- und Spalierholz geeignet) 2 Rmtr. Eichen- Nuzscheitholz Eichen Nußknüppelholz Kiefern Rußtnippel( 4 Meter lang) Buchen- Scheitholz 4 46 " 5 " 19 Birken Rundscheitholz M 109 Eichen- Scheitholz " 26 " 4 " 25 " Buchen- Knüppelholz 12 Birken Н " 84 Eichen" " 9 Aspen" 1 Nadel- Scheitholz Aspen- Scheitholz 5590 5840 " " Eichen- Retfig Radel- Reisig teilweise Durchforstung 1300 Wellen Birken- und Aspern- Reifig 4970 Wellen Weichholz. Gießen, 23. Dezember 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr. 2( BürgermeistereiGebühren in For gebühren und derg haben die Berliche Ausfertigung der ficherungsjahre wi ficherte Summe, Beitrag, im zweite Sterbegelbes gezab werden nicht gema Die Sagungen der halten. Die späte lich auf folgende Wer tann fich Bichen wohnen, o der Beiträge? S iderten, welche ste Rente getreten ji gezahlt werden? Berwendung etwat Swede, zu deren ung nicht vorliegt, Indem ich de dirin Antrag dring möchte ich nochmal Träger der Versicheru aber auch nichts zuf Stadtb. Seiche Finanz- putation, gegenüberitebne. M Zeitpunkt für das Rechnerisch habe da fonnte die Sterblic werden. Es fehle tommen, ein Mit BRENNSPI Eingetragenes Wa Merweg: Beter Ge Bahnhofstr.: Augu " Biomardir.: Frich Gebr. Bleidir.: Julius Wilhelm " Dammirake: Bill Ebelltrake: bwi Eberstraße: W. B Frankfurt rftr.: S 2 Wil Aufgabe, gebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern( Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 1hr und von 3 bis 6 geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 2 Schmiede, 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Bauschreiner, 3 Knechte, 1 Hausbursche, 2 Dienstmädchen, 1 landwirtschaftl. Magd, 2 Lauffrauen. Lehrlinge: 2 Bäder, 2 Kaufleute, 1 Schreiner, 1 Sattler, 1 Friseur. Nachfrage der Arbeitgeber: 2 Bäder, 3 Mezzer, 1 Steinhauer, 1 Sattler, 2 Schloffer, 2 Schmied, 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 4 Schreiner, 3 Taglöhner, 1 Schneefehrer, 1 Rellner, 1 Fahrbursche, 5 Hausburschen, 5 Schweizer, 1 Knecht, 2 Bureaugehilfen, 3 Dienstmädchen, 1 Zimmermädchen. Lehrlinge: 1 Kaufmann. " Götheftr.: Jobar Grünbergeritrake Schäfer Wwe. Arenzplan: Georg Arofdorferftr: Ab Wei eftraße: Fried Stein in Refelbach bei 8 R. Döbler, in Lolla Eng SpiritusBrüder Sc eten. Degbr. 1902. Rontag.) tung eine berlicherun ich vorliegen wiesen, daß nderung im 8 er Leichenta hten dies r rn übernim Die Frage Die Leichentaffe Ter Jorm we ift bann ba Bereinigung ng der allge usreichender& It anzusehen j daß die große e bie fogenam nen Bedürfni tie Web s Be fi terung n günftigen 9g machte, d tosten durch d e sie unterhalte ttiengesellschafte cht sein müssen Syftem der Ber Der Untrag ner solchen Raf Sterbefaffen an eingehend die feste Prämien zu Der Jahrgang in den Sterbegelde macht den Br raft im höhern 60. Lebensjahn 25-45 Jahr uchung foll das Aufnahme fonen überlaffe ber Kaffe burd neperfonen nid I anderer Raff beim Tode mie ohne b Be ficherungsjah Zur Begründu it einer Lebens wer Boriage von die Rentenver blichen Vorzüge ischen Bejeggeb Altererent mittelten in bor Not und en sind die ge und die, derer Ten alten Vate nnen behaupten terftügung ihre üdendes Gefühl rd. Das wird Beiträge in der auf Bezug eine uchforftung t Gießen neifterei 14. die Aufgabe, ( Acbettern und Lehr. eln. Uhr und von macher, 1 Bau mädchen, 1 land 1 Schreiner, 1 Sattler, 2 Schuhmacher, 4 Rellner, 1 Fabr necht, 2 Bureau weiteren Altersrente gewährt. Wer dann von dieser Einrichtung feinen Gebrauch macht, hat fich die Folgen selbst zuzuschreiben. Für den Beginn des Rentenbezuges wird das 65. Lebensjahr in Vorschlag gebracht, weil dann schon die Arbeitsfähigkeit beschränkt ist und die Rente der Reichsversicherung einige Jahre später eintritt. Die Sozialpolitische Kommission hat sich dem angeschlossen und beantragt die Errichtung einer städtischen Lebens- und Rentenversicherung im Rahmen der Borschläge des Oberbürgermeisters, dessen Antrag selbst wie folgt lautet: Die Stadtverordneten mögen grundfäglich beschließen eine städtische Lebens- und RentenVersicherung auf folgende Grundlage einzurichten: Es können verfichert werden Sterbegelder von 300, 600, 900, 1200 und 1500 Mt., Altersrenten mit jährlich 150, 300, 450, 600 und 750 Mt., beginnend mit Ablauf des 65. Lebensjahres. Als Mitglieder fönnen aufgenommen werden Personen im Alter von 25-45 Jahren, wobei der nächstfolgende Geburtstag maßgebend ist. Eine ärztliche Untersuchung findet nicht statt, jedoch kann Jedem auf das Gutachten der städtischen Vertrauenspersonen hin ohne Angabe von Gründen die Aufnahme verweigert werden. Die Versicherten haben je nach ihrem Alter bei der Aufnahme und nach der Höhe der versicherten Sterbegeldes, bezw. der versicherten Jahresrente bis zur Vollendung des 60 Lebensjahres feste Beiträge zu entrichten. Weitere Gebühren in Form von Eintrittsgeldern, Quittungsgebühren und dergleichen werden nicht erhoben, jedoch haben die Versicherten etwaige Stempelgebühren für Ausfertigung der Police zu tragen. Im ersten Verficherungsjahre wird als Sterbegeld nicht die berficherte Summe, sondern der bis dahin gezahlte Beitrag, im zweiten Jahre die Hälfte des versicherten Sterbegeldes gezahlt. Ausnahmen für Selbstmörder werden nicht gemacht. Spätere Beschlußfassung über die Sagungen der Versicherungsanstalt bleibt vorbe halten. Die spätere Beschlußfassung würde namentlich auf folgende Punkte sich beziehen müffen: | Propaganda zu machen. Unser Gemeinwesen sei auch wohl noch nicht groß genug, um mit Erfolg eine solche Er sei der Ansicht, daß die Kaffe zu begründen. Stadtverordneten unter Anerkennung der großen und umfassenden Arbeit, die der Oberbürgermeister sich mit der Ausarbeitung der Vorlage gemacht, um damit etwas Gutes für die arbeitende klasse zu schaffen, ein vorläufiges Beruhnlassen der Angelegenheit beschließen mögen. Der Oberbürgermeister erklärt dagegen gerade jezt, wo die Leichenkassen- Gesellschaft als solche aufhöre neue Mitglieder anzunehmen, sei der Zeitpunkt günstig für die Stadt einzutreten in der von ihm angeregten Weise. Wenn der Kollege Heichelheim meint, ohne Propaganda könne die Sache nicht ins Leben gerufen werden, so verweise er auf die Preſſe, welche mit Freude und unentgeltlich für die Sache ein treten würde. Die beste Werbekraft aber würden die Prämien sein, die sich billiger stellen müssen als bei einer Gesellschaft. Stadtv. Hanau hat nun Bedenken wegen der Ausführbarkeit aus Mangel an Beteiligung. Es sei vorerst durch Umfrage festzustellen, wieviel Personen sich in unserer Stadt finden, die versichern wollen. Giessener Cagesneuigkeiten. sch.( rijattelegramm) Enen Selbstmordversuch unternahm gestern der Leutnant im Infanteri Regt. Nr. 115( Darmstadt) Prinz zu Isenburg Büdingen. In bedenklichem Zustand liegt derselbe im städtischen Ranfenhause. ** Das Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des Großherzogtums Heffen Nr. 12, vom 23. Dezember enthält die Bekanntmachung, wonach der rozherzog mit Rücksicht auf seine überseeische Reise und für die Dauer seiner Abwesenheit das Oberkonsistorium< r< mästigt hat, Anstellungen und Ruhestandsveisetzungen von Geistlichen vorzunehmen. Wer kann sich versichern? Nur solche, welche in Gießen wohnen, oder auch andere Personen. Höhe der Beiträge? Sollten den Erben der Mentenver- fach sicherten, welche sterben, bevor sie in den Genuß der Rente getreten sind, die gezahlten Beiträge zurück. gezahlt werden?( Diese Frage möchte ich bejahen.) Verwendung etwaigen lleberschusses für gemeinnüßige Zwecke, zu deren Erfüllung eine geseßliche Verpflichtung nicht vorliegt, oder wofür sonst? Indem ich der Stadtverordneten- Versammlung diesen Antrag dringend zur Genehmigung empfehle, möchte ich nochmals hervorheben, daß die Stadt nur Träger der Versicherung sein und dabei nichts verdienen, aber auch nichts zusehen soll. ** Die Prüfung für das Gerichtsschreiber haben folgende aspiranten bestanden: 1. Merle, Alsfeld; 2. Diehl, Friedberg; 3. Weiß, Bad- Nauheim; 4. Knaup, Vilbel; 5. Zachais, Friedberg; 6. Schröd r. Gießen; 7. Wiehold, Boingenberg; 8. Bücking, Homberg a. d. Ohmi; 9. Escher, Gießen; 10. Schmal, Dungen; 11. Hau, Schotten; als richte vollzieher der Militäranwärter Otto Hezier in Gießen. Aus Hessen und nachbargebieten. Frankfurt a. M., 23. Dez. Geftera verfehrten iai hie im sien Hauptbahnhofe 14 Bostsonderzüge, die zusaminen rund 110 000 Postpad te beförderten. ** Frankfurt a. M., 23. Dez. Im Armenasyl auf Aus dem Gerichtssaal. Stadtv. Heichelheim erklärt als Mitglied der Finanz- eputation, daß diese derselben sehr sympatisch dem Sandhof soll der Typhus ausgebrochen sein. gegenüberstehne. Man halte jedoch den augenblicklichen Zeitpunkt für das Unternehmen nicht für geeignet Rechnerisch habe das Problem Bedenken und zwar fönnte die Sterblichkeit durch Epidemien gesteigert werden. Es fehle auch, wenn die Agenten in Wegfall fommen, ein Mittel für die städtische Versicherung BRENNSPIRITUS Eingetragenes Warenzeichen. Dienstmazd Mare S. von Balsbach vermietete sich zu Mggermeister S. in Friedberg. Sie ließ sich das Wirt geld mit 3 Mt., sowie 2 Mt. sum Einlösen ihrer Effekt n geben, trat aber den Dienst nicht an, sondern vermirtete sich Brennspiritus Marke Herold" " in Patentflaschen mit Originalverschluss Original- Literflasche 90 Volumen- Prozent 25 Pfg. excl. Glas in Giessen erhältlich: Aerweg: Veter Geisel Bahnhofstr.: August Noll 11 Gebr. Noll Bismarckite.: Friedrich Kopp Bleichstr.: Julius Bräutigam Wilhelm Haas Dammstraße.: Wilhelm Gang Ebelstrake: Ldwig Gräf Ederstraße: W. B. Hofmann Frankfurt rftr.: Georg Adami Adolf Lenhard. Wilhelmine Rusag Carl Seibel Götheftr.: Johannes Marker Grünbergerftrake: Melchior Schäfer Wwe. " ". Krenzplan: Georg Kinkel Krofdorferstr.: Adolf Rörig " Löwengeffe: Heinrich Becker Ludwigspl.: Jobannes Seibel Rudolf Schlabach Nachi. Ludwigstr.: Friedrich Kühnhold Emil Justus Lenz Joseph Seeler Mänsburg: Gebr. Adami Gustav Walter Marburgerftr.: Emil Kalbfleisch Marktplay: Philipp Schwager Christian Wallenfels A.& G. Wallenfels Heinrich Arnold II Adolf Bieler " Marktstr.: " J. M. Schulhof Nenentäne Johannes Seeger " Ludwig Steinhäuser Neneuweg: H. F. Nassauer " Neustadt: Christoph Biecker Emil Bender Cail Schmidt II Nordant.: Christ. Schönhals Robert Stuhl Rodheimerstraße: Christian Haubach II " Schillerstr.: Gail Schulze Il Schloßgaffe: Wilhelm Ulrich Seltersweg: Emil Fischbach Adolf Griffe Carl Herber Philipp Hermann Eberhard Megger Steinstraße: Katharine Elle Wallthorstr.: Conrad Bender " " " " Eberhard Dort Ludwig Loth Gebr. Michel Wes rstraße: Friedrich Bausch Ww., Westanlage: L. Kalkhof Nachf., Bandplan: Peter Berg, Steinftsaße: Heinrich Graßfeld, in Allendorf a. Ld.: W. Reuning, Garbenteich: Balth. Häuser, Krofdorf: Heinrich Rinn, ferner zu beziehen: in Refselbach bei W. Meisinger II, in Lich bei A. Bing, H.& Bingmann, Carl Heller und K. Döhler, in Lollar bei Heinrich Geißler II, Aug. Zimmermann, in Mainzlar bei W. T. Schlapp. Engros- Vertrieb: Ed. Silbereisen, Giessen. SpiritusKocher,-Bügeleisen, Lampen,-Heiz- Oefen etc. in Giessen zu beziehen durch; Brüder Schmidt, A. Kröll Söhne, Ludw. Steinhäuser und Carl Hensel, Eisenwaren. In Lich durch Ferdinand Zimmer. zu W., Wirt bortselbst, wo sie 20 Mt. stahl. Das Gericht verurteilte die Angeklagte, welche zur Zeit eine dreijährige Gefängnisstrafe verbüßt, zu einer Gesamtstrafe von 4 Jahren Gefängnis. Schäfer Adam St. von Niebar Ofleiden, welcher ohne tierärztlichen Gesundheitsschein eine Schafherde durch Homberg trieb, wurde vom dortigen Schöffengericht freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft verfolgte Berufung, welcher das Gericht stattgiebt und den Angeklagten zu zwei Tagen Gefängnis verurteilt. Albert M. von Melevken nahm in Treis- Horloff seinem betrunkenen Arbeitskollegen etwa 15 Mt. aus der Tasche. Der Angeklagte leugnet zwar, aber das Gericht hält den Beweis für erbracht und nimmt ihn in eine 8 monatige Gefängnisstrafe. Lehrer Philipp S. von Ober- Seemen ist angeklagt, bei zwei seiner Schülerinnen das Büchtigungsrecht überschritten zu haben. Unter Annahme mildernder Umstände kommt das Geript zu 20 Mt. Geldstrafe. Schweizer Mey K. von Lauban, welcher bei Molkereibesizer F. in Selters in Diensten stand, erschwindelte sich von seinem Weittnecht eine diesem Aum Auszahlen übergebene Summe Geldes von 609 Wit. Das Gericht verurteilte ihn zu 2 Jahren Gefängnis. wird die Berufung der Staatsanwaltschaft, welche sich gegen ein Erkenntnis des Schöffengerichts Nidda, das den Landwirt Ludwig H. von Ober- Widdersheim frisprach, zurückgewiesen. Philipp K. von Weiterfeld, welcher wegen unterlassener Straßenreinigung vom Schöffengericht Laubach zu 6 Mt. Strafe verurteilt worden ist, varfotate Berufung. Der gewünschte Erfolg blieb aus, denn seine Berufung wird fostenfällig zurückgewiesen. Zum Schluss wird über die von dem Ludwig 8. von Nauenheim eingelegte Berufung verhandelt, welcher wegen Bettelus zu 4 Wochen Haft und Ueberweisung an die Landespolizeibehörde verurteilt worden ist. Das Gericht, welches der Ansicht ist, daß der Angeflagte in das Arbeitshaus gehört, verwirft dessen Berufung. - Neueste Nachrichten. - Sodanu Genf, 24. Dez.( Tel.) Die Genfer Polizeibehörde erklärt amtlich, daß sich die Kronprinzessin von Sachsen nicht in Genf befinde. Von anderer Seite wird versichert, daß die Kronprinzessin seit 10 Tagen unter dem Namen eines Fräulein v. Oben mit ihrem Bruder, dem Erzherzog Joseph Ferdinand, der unter dem Namen Curiano ins Hotelregister einge= traien ist, und mit dem Brüsseler Brofessor Giron im Hotel Angleterre in Genf weilt. Man vermutet, daß die Kronprinzessin die Absicht habe, die Weihnachtstage über dort zu bleiben. Die drei Gäste leben ganz zurückgezogen und richteten an das Hotelpersonal die Bitte, ihre Namen nicht zu nennen. La Guayra, 24 Dez( Tel.) De Kriegsschiffe Tribune"( englisch) und Giovanni Bous.n"( ualien.) haben die Schooner" Castor" und" Maria Luia" und die Scha ( uppen" Carmen"," Josefica" und" Cornelia", die Stückgut geladen hatten, aufgebracht. Für den Weihnachtstisch empfehle Cigarren und Gigaretten in schönen geschmackvollen Weihnachts packungen von 25, 50 und 100 Stück. Richard Buchacer Neuen- Bäue 11. Drud und Serlag der Gießener Berlagsbruderei, für die Rebaftien verantwortlich: Ibin flein. Sieken. Bürger- Gesellschaft. Am 1. Feiertag Weihnachtsfeier in der Turnhalle. Lose à 50 Pfennig bei Gustav Gerhardt. Der Vorstand. Steins Garten. Saalbau. Am 2. Weihnachtsfeiertage und Sonntag, den 28. Dezember: Grosse Konzerte, ausgeführt von der Stapelle des Inf.- Regts. Staiser Wilhelm( 2. Großh. Hess.) Nr. 116 unter Zeitung des Großh. Mufifdirektors Krauße. Am 2. Feiertage Anfang 4 Uhr. Eintritt 50 Big. 28. Dezember 42 40 " " " Gasthaus zur Traube Gross- Felda. Samstag, den 27. Dezember ( 3. Feiertag) Sängerball. Freunde und Gönner sind höflichst eingeladen. Gießener EisvereinE.D. Eisbahn heute eröffnet. Gießen, 25. Dez. Der Vorstand. Nächsten Samstag den 27. Dezember( 3. Feiertag) Nachmittags 3 Uhr Groß- Felda Versammlung des Ortsgewerbevereins Groß- Felda Welche Anforderungen stellt die Gegenwart an die Ausbildung der Handwerker. statt, in welcher Herr Reallehrer Stahl- Darmstadt spricht über: Auch Nichtmitglieder sind höflichst eingeladen. findet im Gasthaus ,, Sur Tranbe" in Stadttheater Gießen. Dienstag, den 23. Dezember 1902: ( 2. Weihnachtstag.) 4 1hr. 4 1hr. Alt- Heidelberg 8 Uhr. zu fleinen Breifen. 8 Uhr. Im bunten Rock. Th. Brück, Möbelfabrik m. Motorbetrieb, Gießen. Edhe Schloßgaffe- Kanzleiberg- Brandplatz. Franko- Lieferung nach jeder Bahn- Station Besichtigung der jeder großstädtischen Konkurrenz die Spitze bietenden Ausstellungs- Räume ohne Verbind= lichkeit erbeten. Ehrendste freiwillige Anerkennungsschreiben. 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Bie es so weiter tr fie hielt inne. Warum stoder Wenn dann nicht mehr ba fein" in den Augen. und ihm so oft int gegeben ift- wenn Das Schlimuite eith fönnen- jelbit ban Dann wird er den „ Er wird fie fein et wird Ihre tot- lange bevor ins Grab betten. light bringen! Ich näher zu fein, we nahm ich auch Ihre mein Herz glüht m Feuer verzehrt mich In diesem Au jung und heiter a