en, 11 25, 28 Pfg. ick 36 ück 22 aar 30 60, 70 11 15 " 52, 65 Mark 2.05 Mark 1.95 2.45, 3.50 35, 45 Pfg. 1.10, 1.50 ck 48 Pfg. 20, 30 Pfg. 20, 30 75,0.95,1.20 , 55, 85 Pfg. 3, 0.85, 1.10 Paar 30 Pfg. Paar 45 58, 75 27 11 دو 85, 98 rk 0.95, 1.Paar 85 Pfg. 0.98, 1.20, 1.45 Mk. 1.65, 1.95 2.45, 3.50, 4.50 sen ark 0.98, 1.20 2.25, 2.75 " 1.20, 1.45 0.95, 1.20 tück Mark 0.75 1.68 27 و" Nr. 248 Erstes Blatt. Avonnement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 fg., ins Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Grattebeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 24. Oktober 1902. Gießener 11. Jahrgang. Jusectionsvreis: Die einspaltige Petitzelle für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Bfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3082. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Berufprechauschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen. Deutscher Reichstag. - - Abstimmung über den Gersten- und Haferzoll. CB. Berlin, 23. Oktober. In der heutigen Sizung waren auch die letzten Bun Desratsvertreter verschwunden. Nur der Staatssekretär Graf Posadowsky, der eigentliche Lastträger der ganzen Zolltarifreform, war anwesend und widmete in gewohnter Weise den Verhandlungen seine Aufmerksamkeit. Und das will viel heißen, denn interessant kann man Es wird nichts jie beim besten Willen nicht nennen. Neues mehr vorgebracht. Die Abgeordneten entledigen sich ihrer Wahlversprechungen, die sie mit einem wissenschaftlichen Mäntelchen umkleiden. Der nationalliberale Abgeordnete Franken plaidierte für Einigkeit zwischen Industrie und Landwirtschaft, denn Eisen, Kohle und Getreide seien nach einem Wort des Fürsten Bismarck die brei Pole unseres Wirtschaftslebens. Mit diesem Saze war der landbündlerische Abgeordnete Lucke vollständig einverstanden, aber er bestritt, daß die Landwirtschaft ebenso berücksichtigt werde, wie die Industrie. Ein Land, Das jährlich 18 000 Millionen Mark für Bier und Schnaps ausgebe, könne auch die Zollasten tragen. Ganz im Sinne seines Vorredners trat dann der Zentrumsabgeordnete Echinger für den Kommissionsantrag ein, während ber sächsische Sozialdemokrat Stolle, mit seiner leisen Stimme auf den Tribünen kaum verständlich, behauptete, bie höheren Zölle dienten lediglich den Militär- und Flottenzweden. Sie seien eine Erfindung des Fürsten Bismarck, der stets die Reichen ent- und die Armen belastet habe und überhaupt der größte Arbeiterfeind gewesen sei. Daß der Abg. Dr. Heim für seinen" Zoll eintrat, bedarf wohl keiner Erwähnung. Mit echt bayerischer Kraft nahm er auch den früheren Angriff des Abg. Dr Müller- Meiningen auf, dem er vorwarf, daß er keine Bier, sondern eine wässerige Rede gehalten habe. Sein Landsmann Schwarz, der sich noch zu keiner Fraktion entschließen konnte, trat als Vertreter jener Urbayern auf, die vor einer Verteuerung des Lieblingsgetränkes zittern. Nur keine teure Gerste, denn die macht das Bier teurer. Nachdem noch der inzwischen angekommene bayerische Ministerialdirektor v. Geh ger festgestellt hatte, daß der Gerstenzoll nicht auf Antrag Bayerns erniedrigt worden sei, wurde von den Abgg. Rettich und Spahn ein Schlußantrag gestellt, Abg. Singer beantragte hierzu namentliche Abstimmung und hielt diesen Antrag auch aufrecht, als Rettich und Gen. ihren Antrag zurückziehen wollten. Der Schlußantrag wurde mit 209 gegen 104 Stimmen angenommen. Dann wurden 12 Abstimmungen vorgenommen, darunter 7 namentliche. Der Antrag Heim( 6 Mark für Gerste) wurde mit 248 gegen 83 Stimmen abgelehnt. Der Kommissionsantrag( 5,50 mf.) wurde mit 189 gegen 133 13] Dr. Rumseys Patient. Roman von Dr. Halifax und T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner. ( Nachdruck verboten) O Tante, ich bitte Dich, schilt mich nicht", unterbrach Hetty den Redestrom, indem sie ächzend auf einen Stuhl fiel, den Hut vom Kopf nahm und die Hände gegen die hämmernden Schläfen preßte. Um Gotteswillen, Kind, wie siehst Du aus!" rief jezt Frau Armitage erschreckt. Du bist totenblaß und- Sie stellte sich dicht vor Hetty hin und blickte ihr forschend in das verstörte Gesicht. Am Ende hast Du den armen Menschen doch gern gehabt!" fagte sie endlich in milderem Tone.„ Du gabst ihm vielleicht, was Dein thörichtes, flatterhaftes Herz zu geben vermochte? Wenn er es ehrlich mit seinen Absichten auf Dich meinte, hättest Dit es gut gehabt, Hetty. Er war reich und niemandem Rechenschaft über seine Handlungen schuldig, sagtest Du. Doch nun genug davon, Du hast Deine Strafe weg und wirst die Lektion hoffentlich nicht vergessen. " Tante Fanny, darf ich in meine Kammer gehen?" " Was in Deine Kammer? Bist Du etwas Besseres, als tir? Du bist ebenso gut zum Arbeiten da, wie wir anderen. Das wäre noch schöner! Binde nur Deine Schürze um und hilf mir das Geschirr abwaschen." Hetty gehorchte und erhob sich müde von ihrem Stuhl. Der Körper des Gemordeten lag steif und kalt in dem einen der fleinen Vorderzimmer. Viele Menschen waren im Laufe des Tages dort ein- und ausgegangen, mancher hatte traurig und voll tiefen Mitleids auf das wachsbleiche Antlig des Toten geschaut. Der Arzt hatte die Wunde sorgfältig untersucht, der Untersuchungsrichter das Protokoll aufgenommen. Alles war für die Verhandlung vorbereitet, die nächsten Vormittag stattfinden Sollte. Hetty schickte sich an, der Tante zu helfen. Diese war soeben in die Gaststube gegangen, fam nach einer Weile wieder in die Küche und befahl betty, schnell ein bestimmtes Papier aus dem Borderzimmer zu holen, welches auf der Kommode lag; der Onkel wolle es schnell haben. Mach schnell, Hetty, der Onkel wartet darauf!" Setty gehorchte. Ohne eine Ahnung zu haben, welcher Anblick threr harrte, betrat sie das Bimmer. Ein Licht hatte sie nicht mitgenommen. Auf einer improvisierten Bahre in der Mitte des Stimmen abgelehnt. Der Antrag Heim( 6 Mark für Hafer) wurde zurückgezogen. Dagegen wurde der Kommissionsantrag( 5,50 Mf.) mit 180 gegen 139 Stimmen angenommen. Bei beiden Getreidearten wurde außerdem der autonome Satz von 7 Mark in einfachen Abstimmungen angenommen. Die Politik. Der Reichskanzler zum Vortrag befohlen. * Reichskanzler Graf Bülow war am Donnerstag in Potsdam zum Vortrag beim Kaiser. Offenbar war die augenblickliche politische Lage Gegenstand der Beratung. Die Samoafrage endgültig erledigt. * Als im Jahre 1899 Samoa durch Vertrag zwischen Deutschland, Amerika und England auf Deutschland allein überging, wurde in einem Zusaz die Entscheidung über die Frage, ob Deutschland an die drei anderen Mächte eine Entschädigung zu zahlen habe, einem Schiedsgericht vorbehalten. Zum Schiedsrichter wurde König Oskar von Schweden ernannt, der nunmehr seine Entscheidung gegetroffen und eine Entschädigungspflicht Deutschlands verneint hat. Besuch des dänischen Kronprinzen in Berlin. * Uebereinstimmend mit einem von dem Kronprinzen von Dänemark ausgesprochenen Wunsche, dem Deutschen Kaiser und der Deutschen Kaiserin in diesem Herbst einen Besuch abzustatten, ist jetzt festgestellt, daß ein solcher Besuch stattfinden wird und zwar wahrscheinlich im Laufe der nächsten Woche. Der Kronprinz wird über Hamburg nach Berlin und Potsdam reisen und von dem Generalmajor Kranold, dem Kammerherrn Bull und einem Rittmeister begleitet sein. Das ist der beste Beweis für den Umschwung der dänischen Politik. Ein deutsch- englischer Geheimvertrag. |::] Durch die Verhandlung im englischen Abgeordnetenhause ist es allgemein bekannt geworden, daß zwischen Deutschland und England ein Vertrag besteht, dessen Bestimmungen aber unter allen Umständen geheim bleiben. Ganz gewißte Personen wollen wissen, er beziehe sich auf Afrika und sei s. 3t. von Cecil Rhodes perfekt gemacht worden. Skandal im österreichischen Parlament. Im österreichischen Abgeordnetenhause kam es zu einem Skandal, weil ein tschechischer Abgeordneter seine Rede in tschechischer Sprache hielt. Die Deutschen erhoben dagegen Protest und inscenierten zulegt, als der Vicepräsident nichts tat, um die tschechische Rede zu hindern, einen wahren Höllenskandal. Wahrscheinlich wird demnächst das Abgeordnetenhaus aufaelöst werden. Die Zimmers stand ein einfacher, schmuckloser Sarg, in welchem die Leiche ruhte; diese war mit einem großen, weißen Tuche bedeckt. Der Mond warf sein bleiches, magisches Licht durch die Fenster. Die Umrisse des toten Körpers hoben sich unter der dünnen Decke gespensterhaft ab. Hetty lief im Dunkeln fast gegen den Sarg; entsegt mit lautem Aufschrei prallte sie zurück, ihr Nervensystem war ohnehin erschüttert, sie war nicht vorbereitet auf den graufigen Anblick, der sich ihren, vor Todesangst weit geöffneten Augen jezt bot. Wie eine Wahnsinnige stürzte sie aus dem Zimmer und sank der Tante erschöpft in die Arme. Wie wie konntest Du mich nur dorthin- schicken?" ächzte das junge Mädchen. Du hättest mir sagen sollen, daß daß er dort ist." - Wußtest Du denn das nicht? Was für ein dummes, unniges Ding Du bist! Bleibe hier, ich werde das Papier selber holen. Was man mit Dir für Aerger und Aufregung hat!" Frau Armitage ging in das Zimmer, holte das Papier und Schloß die Thür hinter sich zu. Als sie im Hausflur war, fam Hetty ihr atemlos entgegengelaufen und pacte sie krampfhaft beim Arm. ,, Tante, Tante!" jammerte sie.„ Wenn ich es nicht irgend einem Menschen fagen fann, verliere ich den Verstand! Ach, Tante Fanny, ich muß Dich sprechen- sofort, ich ertrage es nicht fänger!" Mein Gott, Hetty, was hast Du nur? Woher soll ich jest die Zeit nehmen, auf Dein Geschwäß zu hören! Dein Onkel ist schon ganz wütend, daß er alle Hände voll zu thun hat!" ,, Es ist fein Geschwäb, Tante Fanny! Ich muß Dir etwas sagen, etwas Fürchterliches! Du mußt mich anhören! Ich halte es nicht länger aus- ich werde sonst wahnsinnig!" Sag' mal, Hetty", entgegnete Frau Armitage, die Nichte mit strengen Blicken messend, Du erlaubst Dir doch nicht etwa einen schlechten Scherz mit mir?" ,, Nein, Tante, ach Gott, nein! wahrhaftig nicht! Ich gehe jest hinauf. Komm zu mir, sobald Du irgend fannst. Sage Dutel, Du seiest todmüde, Du müßtest zu Bette gehen. Erfinde irgend eine Ausrede, nur komm so schnell als möglich zu mir. Ich befinde mich in einem so schrecklichen Zustande, in bin fähig, in die Gaststube zu laufen und es laut hinauszuschreien. Es wäre ein gräßliches Unglück. Tante, Tante, habe Erbarmen mit mir und fomm schnell!" Du bist ja ganz außer Dir", versezte die Tante nachdenklich, um Gottes willen, so verhalte Dich doch nur ruhig! Gut, geh' hinauf, ich bin in ein paar Minuten bei Dir." Frau Armitage rief ihren Mann aus der Gaststube hinaus. drei tschechischen Parteien in Desterreich haben für den Fall einer Parlamentsauflösung ein Wahlbündnis miteinander abgeschlossen. Kurze politische Nachrichten. * Berlin, 23. Oktober.( Hofbericht.) Der Kaiser hörte heute vormittag die Vorträge des Chefs des Generalstabes Generaladjutanten Generals der Kavallerie Grafen von Schlieffen, des Chefs des Militärkabinetts, Generaladjutanten, Generalleutnants Graf Hülsen- Haeseler und des Obersten Pawel, Kommandeurs der Schutztruppe von Kamerun. Um 11 Uhr empfing der Monarch den Maler Frizz Gehrke. An der Kaiserjagd in Blanfenburg( Harz) werden, wie jetzt von dort gemeldet wird, teilnehmen: der Kaiser mit dem Prinzen Albrecht und dessen drei Söhnen, ferner der Kronprinz, Prinz Heinrich, die Herzöge von Sachsen- Altenburg und Anhalt, die Fürsten von Schaumburg- Lippe und Stolberg- Wernigerode nebst Gefolge. - * Auf das Begrüßungstelegramm, das am Schluß der Düsseldorfer Ausstellung von Geheimrat Lueg an den Kaiser gerichtet worden war, hat der Kaiser in einem Danktelegramm geantwortet, er teile die an die Ausstellung geknüpften Hoffnungen. Zur Erinnerung an den glänzenden Verlauf der Ausstellung hat Herr Franz Haniel der Stadt 100 000 Mark mit der Bestimmung geschenkt, daß dafür Bilder und sonstige Kunstwerke für die städtische Gemälde- Galerie angekauft werden sollen. * Der Kaiser hat den Stationschef in Kiel Admiral Köster beauftragt, dem Kommandanten des russischen Kreuzers Dschigit", auf welchem neulich beim Salut schießen infolge einer Explosion ein Matrose getötet wurde, das Bedauern des Kaisers anläßlich des Unfalles auszusprechen und bei der Beisegung einen Kranz niederzulegen. * Die christlichen Gewerkschaften der Kohlenarbeiter am Rhein werden nach einem in Essen gefaßten Beschluß den französischen Ausstand nicht unterſtüßen. * Der Reichstagsabgeordnete Jacobsen hat sein Mandat niedergelegt, um von der freisinnigen zur sozialdemokratischen Partei überzutreten. * Reichstagsabgeordneter Dr. Barth wird im Reichstagswahlkreise Köslin kandidieren. * Der Präsident des Bundes der Landwirte, Freiherr von Wangenheim hat seinen Wählern in Torgau erklärt, daß er eine Wiederwahl in den Reichstag ablehnt. An seiner Stelle wurde der antisemitische Pfarrer Krösel aufgestellt. * Der Präsident des Kaiserlichen Patentamtes, von Huber, ein geborener Württemberger, hat sein Amt niedergelegt. * Der angebliche Anarchist, der gegen den Präsidenten Ich habe unerträgliche Kopfschmerzen, John", sagte fie. Hetty ist ganz elend. Könntest Du nicht für den Nest des Abends ohne uns auskommen?" ,, Natürlich, Fanny, wenn Du Dich so schlecht fühlst", verlegte Armitage etwas verdrossen. Es ist zwar für drei zu thun, aber da hilfts nichts. Lege Dich nur nieder, wenn Dir so schlecht ist. Es ist wirklich schlimm, John. Und Hetty ist ganz gebrochen." ,, Das kann ich begreifen. Ich wundere mich nur, daß sie überhaupt noch leben fann, wo fie doch weiß, daß ihr die ganze Schuld an dem Unglück in die Schuhe geschoben wird. Die Kleine Here, ich könnte sie ohrfeigen Ja, ich hätte es auch thun mögen", entgegnete seine Frau. Das arme Kind befindet sich aber in einem höchst jammervollen Bustande; wenn ich sie nicht schleunigst zu Bett bringe, wird fie uns noch frant. Und das fostet doch auch wieder Geld und Beit." Strenge Dich nur nicht zu sehr an, indem Du etwa gar bei ihr fizen bleibst, Fanny, sie ist es wirklich nicht wert", rief Armitage seiner Frau noch nach, als sie die Küche verließ. Einige Augenblicke später trat sie in Hettys Stube, welche nur von dem bleichen Licht des Mondes erhellt war. Es mar ein kleiner, ziemlich enger Raum mit schiefen Wänden. Hetty tniete am Fenster und blickte stumm in die Nacht hinaus. Als fie die Thür gehen hörte, erhob sie sich rasch und stürzte auf die Tante zu. Schließe die Thür ab, Tante Fanny", flüsterte sie mit heiserer Stimme. Kind, Kind, was ist nur auf einmal über Dich gekommen?" Schließe die Thür ab, Tante Fanny- oder laß mich es thun. Nun gut, ich will Dir den Willen thun. Hier ist der Schlüssel, ich will ihn in meine Tasche stecken. Warum haft Du fein Licht angezündet, Hetty?" Ich will feins der Mond giebt Licht genug. Ich muß Dir ein Geheimnis anvertrauen, Du mußt es mit mir tragen, Tante Fanny, Du und ich wir zwei müssen es hüten- für jegt und ewig- bis zum Grabe." ,, Wie tragisch Du redest-" „ Höre mir zu. Laß mich so zu Deinen Füßen knieen halte meine Hand fest, ganz fest. Ich war in meinem ganzen Leben noch nicht so von Sinnen vor Entfegen, wie jest ringt verzweifelt die Hände. fie So tomm doch endlich zur Sache", fiel die Tante un geduldig ein, der schon ganz unheimlich zu Mute war. Loubet einen Attentatsversuch unternommen haben soll, ist ein Geisteskranker namens Bissonois. * Das dänische Parlament hat den Verkauf der westindischen Inseln an Amerika mit Stimmengleichheit abgelehnt. Bunte Chronit. Bei der Durchfahrt in Breslau gelegentlich seiner Rückkehr von Pleß benutzte der Kronprinz einen Aufenthalt auf dem Oberschlesischen Bahnhofe zu einer eingehenden Besichtigung der Lokomotive des Schnellzuges. Er bestieg die Maschine und unterhielt sich mit dem Führer und Heizer über verschiedene Einrichtungen der Lokomotive, wobei ihn besonders der Regulator und die Steuerung lebhaft interessierte. In Kiel wurde eine Falschmünzherwerkstätte entdeckt. Man fand außer allerhand Instrumenten 80 geschickt angefertigte Fünfmarkstücke. Ein Goldarbeiter aus Kiel wurde in Hamburg beim Ausgeben falscher Geldstücke, die aus der Werkstatt stammten, verhaftet. - In Lüdenscheid schleuderte im Jähzorn ein Arbeiter seinem 21 jährigen, nur mit dem Hemd bekleideten Sohne eine brennende Petroleumlampe ins Gesicht. Das Kleidungsstück fing Feuer, und der Unglückliche erlitt derartige Brandwunden, daß er unter den entsetzlichsten Schmerzen verstarb. Die Kleider der zu Hilfe eilenden Mutter sowie des jüngeren Bruders gerieten gleichfalls in Brand, desgleichen die des rabiaten Vaters. Alle drei wurden schwer verwundet dem Hospital zugeführt. Die hochbetagte Mutter hat bereits das Augenlicht eingebüßt. - Wie man aus Petersburg meldet, begnadigte der Zar den Obersten Mayimoff, welcher zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt war, weil er den Fürsten von Sayn- Wittgenstein im Duell erschossen hat. In sehr geschickter Weise entfloh in Paris der vor bierzehn Tagen infolge des von uns gemeldeten Rosenbergschen Ehescheidungsschwindels verhaftete Bankier Boulaine. Er sollte von zwei Polizeiagenten nach dem Verhör bei dem Untersuchungsrichter in das Gefängnis zurückbegleitet werden, unterhielt sich unterwegs lebhaft mit ben Agenten und war dann plöblich, als diese einen Wagen rufen wollten, verschwunden. Bis jetzt fehlt jede Spur von dem Flüchtling. Nab und fern. Altertumsfund. In der Leistenstraße zu Würzburg wurde bei einem Hausbau ein altes Kanonenrohr gefunden. Es trägt das Wappen des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn. Das Kaliber des Rohres beträgt etwa 15 Centimeter. Die Kanone dürfte aus dem Ende des 16. oder dem Anfange des 17. Jahrhunderts stammen. Der Fund wurde den städtischen Sammlungen einverleibt. Kirchweih und Messer. Wie alljährlich zur Zeit der Kirchweihfeste werden aus Bayern Messerstechereien gemeldet. In Gegenbach wurde der ledige Dienstknecht Otto Donaubauer von dem Privatier Raimund Steininger von Schönberg erstochen. Die Gendarmerie von Breitenberg hat den Täter, der ein Sechzigjähriger ist, bereits festgenommen. In Markt Geiselwind bei Scheinfeld wurden bei der Kirchweih drei Knechte erstochen. Der Gendarmerie gelang es, den Täter zu verhaften. Die Ursache ist in Liebeshändeln zu suchen. In Aschaffenburg spielte zur Abwechselung auch einmal der Revolver eine Rolle. Dort wurde der Schlosser Georg Prasch von dem Müllerssohn Miltenberger gelegentlich einer Rauferei durch einen Revolverschuß lebensgefährlich verlegt. Miltenberger soll in Notwehr gehandelt haben. In Sassanfahrt bei Bamberg wurde der erst kurz verheiratete Gastwirt und Metgermeister Georg Then von einem Gaste, dem Scheerenschleifer Wilhelm Turapnisch, durch einen Stich in den Hals getödtet. Der zu Hilfe herbeigeeilte Schwager des Wirtes, Zimmermann Georg Schmidt, wurde von dem Bruder des Mörders durch vier Stiche in den Rücken lebensgefährlich verletzt. Die Frau des Ermordeten, welche die Tat mit ansah, brach ohnmächtig zusammen. Die Täter wurden verhaftet. [ der ,, Preußenfresser" Kitchener.] Eben noch hallten die Pariser Boulevards von dem Jubel der Menge wieder, die die tapferen Burenführer Dewet, Delarey und Botha stürmisch begrüßten. Jetzt ist zur Abwechselung wieder einmal deren Besieger, Lord Kitchener, der Abgott der wandelbaren Pariser. Allerdings bringt er dazu eine Eigenschaft mit, die in den Augen der Revancheschreier den höchsten Ruhm auf Erden bildet: Er soll 1870 als französischer Soldat gegen die verhaßten PreuBen gekämpft haben. Das Journal" erzählte die Geschichte mit dem Hinzufügen, Kitchener sei heute noch stolz darauf, den deutsch- französischen Krieg seinen ersten Feldzug zu nennen. Der englische Oberst Stuart Wortley garantiert die Wahrheit der Geschichte. Danach trat Kitchener, zwanzig Jahre alt, als Freiwilliger in das sechste Bataillon der Mobilgarde der ,, Cotes- du- Nord" gegen den Willen seiner Mutter, machte verschiedene Gefechte mit und diente dann als Ordonnanz in der Luftschiffer- Abteilung. Nach der Niederlage der Loire- Armee ging er nach England zurück und trat im Dezember 1871 in bie britische Armee. [ Ziegelsteine als Heizmaterial]- und sogar als gutes, das ist die neuest amerikanische Erfindung. Newyorker Blättern wurde dieser Tage aus Massachusetts gemeldet, daß mit Petroleum getränkte Backsteine einen guten Ersatz für Kohle, namentlich in Küchenöfen, abgeben. Ein Newyorker Groß- Ziegelhändler bestätigte diese Nachricht, und er bewies sofort vor Zeitungsleuten experimental, daß poröse Ziegel, namentlich Terracottaziegel, wie sie für Zimmerdecken und leichte Zwischenwände verwendet werden, für Heizzwecke ganz besonders geeignet sind. Er ließ einen Terracotta- Stein von 8 Zoll Länge, 4 Zoll Weite und 2 Zoll Dicke in einen halb mit Betroleum gefüllten Blecheimer gleiten, im Petroleum etwa 15 Sefunden liegen, drehte ihn mittels eines Feuerhakens um, ließ ihn wieder 15 Sekunden ziehen, hob ihn dann heraus, legte ihn über zwei gewöhnliche Ziegelsteine und segte ihn mittelst eines Streichholzes in Brand. Der Stein begann dann zu brennen wie etwa Preßkohle oder hartes Holz. In zehn Sekunden brannte der Ziegel von allen Seiten, und die bläuliche Flamme schlug etwa zwei Fuß hoch. Der Backstein brannte auch nach einer halben Stunde noch fort. Um zu zeigen, wie leicht die Flammen zu läichen sind. liek Herr Müller den Stein nun in einen Eimer Wasser werfen, zog ihn aus diesem wieder heraus, tränkte ihn von neuem mit Petroleum und zündete ihn wieder an. Der Stein brannte jeẞt fast besser als vorher. Der Ziegel war völlig schwarz geworden, aber weder ge[ prungen noch außer Form geraten. Die Flamme sonberte wenig oder keinen Ruß ab. Ein Ersaz für die teuren Kohlen wäre somit gefunden. [ Ein neuer Wunderquell] ist auf Sardinien entdeckt worden. Ein kleines Dorf bei Sassari gewinnt gegenwärtig eine Berühmtheit, die bald der von Lourdes in Frankreich gleichkommen dürfte. Das Dorf besigt nämlich einen Brunnen, dessen Wasser Wunder wirkt. Das Dorf besteht aus einem alten Kirchlein im mittelalterlich- toskanischen Stil und aus einigen Hütten, die eher den Hütten eines Negerdorfes als europäischen Wohnräumen gleichen. Links von der Kirche liegt ein kleiner Friedhof und da hinter ein Brunnen, dessen Wasser kaum 0,50 Meter hoch steht und immer frisch ist. Rings um den Brunnen sieht der Besucher Bettlaken und Decken ausgebreitet, auf welchen die Kranken liegen, bie hierher gekommen sind, um in ben Brunnen hinabzusteigen und in seinem Wasser Heilung zu suchen. Wer ein Bad nehmen will, zahlt dem Totengräber des Ortes- das klingt wie Ironie!- einige Pfennige. In der Gegend war es seit Jahrhunderten bekannt, daß das Wasser von Uti- so heißt das Dorfheilkräftig ist; seine geradezu wunderbaren Eigenschaften hat man aber erst in den letzten Jahren entdeckt. Gines Abends, als der Totengräber ein frisches Grab grub, erschien, hoch zu Roß, ein Fremdling vor der Kirchhofsmauer und sprach: ,, Sage den Bewohnern des Ortes und Umgegend, daß dieses Wasser alle Krankheiten heilt." Vor zwei Monaten erblickte ein gelähmter Mann aus einem Nachbarorte eine Frau, die ihn aufforderte, nach Uta zu pilgern und von der wunderbaren Quelle dort zu trinken. Er ging hin und wurde gesund. Einer Frau, die gleichfalls gelähmt war, erschien die Madonna und sagte, sie solle Sardava, einen anderen Wunderkurort auf Sardinien, verlassen und nach Uta gehen, wo sie die Gesundheit wiedererlangen werde. Sie nahm den guten Rat an und wurde gesund. Der Pfarrer des Dorfes beschränkt seine Tätigkeit darauf, die Wunder, die ihm berichtet werden, weiter zu erzählen und die Opfergaben in Empfang zu nehmen. Oft ist die Zahl der Heilung suchenden Kranken so groß, daß der Brunnen nicht alle aufnehmen kann; man füllt dann große Tonnen mit dem wunderbaren Wasser und läßt die Kranken in diesen Tonnen ein Bad nehmen. Jezt kommen jeden Tag Hunderte von Kranken nach Uta. Ein Prozeß gegen König Leopold. Wie ,, The Truth" berichtet, ist es wahrscheinlich, daß die Gräsin Lonyay und die Gläubiger der Prinzessin Luise einen Prozeß gegen König Leopold von Belgien anstrengen werden, um die Auszahlung des Erbteiles, der diesen Prinzessinnen von ihrer Mutter zukommt, zu erlangen. Nach der Auszahlung der kleinen Legate für ihren Kammerdiener und ihre Kammerfrau sowie einige andere Personen beträgt das persönliche Vermögen der verstorbenen Königin ungefähr eine Million Francs. Geseßlich kommt diese Summe ihren Töchtern zu. Aber man glaubt, daß König Leopold behaupten wird, er habe als Gläubiger ein Vorrecht für das Geld, das er zu wiederholten Malen seiner Gemahlin geliehen und das diese ihm niemals zurückgezahlt habe. [ Eine Erinnerung an Ludwig den Zweiten von Bayern.] Dieser Tage starb zu Nymphenburg der Verwalter des dortigen föniglchen Schlosses, Leonhard Hu ber. Dieser war 1886 Verwalter des Schlosses Berg und gehörte zu den wenigen Personen Schloßbediensteten und Gendarmen- welche am Abende des 13. Juni 1886 den Assistenzarzt Guddens, den zur Zeit in privatärztlicher Praxis in München wirkenden Psychiater Dr. Franz Karl Müller, begleiteten, als dieser auf die Suche nach König Ludwig und Dr. v. Gudden ging. Dr. Müller hat den grauenvollen Vorgang in einer kleinen, heute wohl kaum mehr auffindbaren Schrift: ,, Die letzten Tage König Ludwigs II." sehr anschaulich geschildert und erzählt, wie erst der durchnäßte Hut des Königs mit einer Diamantagraffe, dann seine beiden Röcke gefunden wurden, bis man im seichten Wasser die Leiche des Königs in Hemdsärmeln, wenige Schritte duvon die seines Leibarztes entdeckte. Huber half dann auch bei den Wiederbelebungsversuchen, die Dr. Müller an dem starren Körper vornahm, bis er wahrnehmen mußte, daß alle ärztliche Kunst hier nichts mehr vermochte. Sechzehn Jahre sind seitdem vergangen, und schon lichtet sich, wie der Tod dieses bescheidenen und getreuen Dieners des unglücklichen Bayernkönigs wieder zeigt, von Jahr zu Jahr bie Schar derer, die Zeugen des tragischen Ausganges seines Schicksals waren. Aus dem Gerichtssaal. § Urteil im Prozeß Baden- Bruns. Das Schwurgericht 31 Oldenburg berurteilte den Bankier Baden- Bruns, der, wie gemeldet, des Mordes an dem dortigen Amtsrichter Becker angeklagt war, wegen Totschlags zu zwölf Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Der Ober- Staatsanwalt hatte beantragt, den Angeklagten unter Verneinung der Frage der Ünzurechnungsfähigkeit des Mordes schuldig zu sprechen, während der Verteidiger auf Freisprechung plaidierte, da bei der Tat die freie Willensbestimmung ausgeschlossen gewesen sei. In der Tat hatte man anfangs allgemein angenommen, daß Baden- Bruns geistesgestört sei, seine Untersuchung in einer Jrrenanstalt ergab jedoch, daß er durchaus mit Vorbedacht gehandelt hatte. Der Tatbestand ist nach den Feststellungen des Prozesses folgender: Baden- Bruns war Leiter der Oldenburger Volksbank, die allerlei faule Geschäfte machte, sich Wucherzinsen dafür zahlen ließ und viele Geschäfte dadurch schließlich zum Zusammenbruch brachte. Unter letteren befand sich auch eine Delmenhorster Ziegelei, die in Konfurs geriet. Oberamtsrichter Becker wurde mit der Regelung dieses Konkurses beauftragt und erhielt so einen genauen Einblick in die Machenschaften und Geschäfte der Oldenburger Volksbank; er unterzog das Gebahren des Direktors Baden- Bruns bei verschiedenen Gelegenheiten einer abfälligen Kritik. In seiner Wut darüber begab sich Baden- Bruns in die Wohnung des Oberamtsrichters Becker und ließ diesen, der gerade mit seiner Familie beim Frühstück saß, herausrufen. Als er dem Becker im Empfangszimmer gegenüberstand, zog er plöglich einen Revolver hervor und gab auf den Unglücklichen drei Schüsse ab, die so gut trafen, daß der Oberamtsrichter in wenigen Minuten eine Leiche war. Hierauf ergriff der Attentäter einen Stuhl und zertrümmerte in seiner maßlosen Wut noch die ganze Zimmereinrichtung seines Opfers. Erst nach längerer Beit gelang es, den Rasend n zu überwältigen. Giessener Cagesneuigkeiten. Karl Vogt II., der Kontrolleur der hiesigen Gewerbebant, ist heute morgen 1/26 Uhr ganz unerwartet an einem Karfunkelleiden verstorben. Ehrlichfeit, Tüchtigkeit und ganz besonders sein bescheidenes Wesen hatten ihm überall die Zuneigung seiner Mitmenschen gewonnen; nte ist er, trotzdem er allseitig als sehr tüchtiger Beamter bekannt war, egoistisch hervorgetreten. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, daß er das Amt als Kontrolleur, welches er seit 1. Januar 1883 bekleidete, bis zu seinem Tode behielt. R. i. P. mit Ring Steinbei für die Albach, Gating& mit 16 Miniter, Cher- Bef Am 8 am für die Mllerta Göbel Stadt Lagm und Papier Georgen ftruth, Gainitt ( GroßQuedbo Saafen Stange mit den Be 8 Lage das Han Birgerm Behörde ften Notf Die ( deinen. bother te Die geflebt zeugni San ganzen f Militär Ein in Gießen wie in ganz Oberhessen sehr befannter und hochgeschätzter Eisenbahnbeamter, Herr Regierungs- und Baurat Stünded ist aus seinem Wirkungsfreis, der Direktion Frankfurt a. M., als Ober- Baurat an die Eisenbahndirektion Elberfeld bersegt worden. Dieser für Herrn Stündeck sehr ehrenvolle Ruf wird im Frankfurter Bereich ja allgemein bedauert, aber auf der anderen Seite ersieht man, was für ein tüchtiger und verständiger Beamter er ist; seinen Untergebenen begegnet er mit lieber Freundlichkeit. Fast alle großen Bahn- Um- und Neubauten in Hessen( darunter Bahnhof Nauheim, die Stellwerksanlage auf Bahnhof Gießen, die Vergrößerung der Bahnhöfe Lauterbach, Salzschlirf, Niedergemünd und Lollar, ferner die Strecken Mücke- Laubach, Burg Nieder- Gemünd- Nieder- Ofleiden, Lollar- ondorf Grünberg, sowie sämtliche Gleisumbauten und Barackenbauten in Gießen) sind Werke der unermüdlichen Thätigkeit des Herrn Oberbaurats. Alle, die mit dem Herrn Stündeck verkehrt haben, werden dem Scheidenden eine sehr freundliche Wertschätzung bewahren. Bei den diesjährigen Herbstkontrollversammlungen im KreiseGießen haben, so giebt das Bezirksfommando Gießen bekannt, zu erscheinen alle zum Hauptmeldeamt Gießen gehörigen: 1. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve( Kleiner Dienstanzug: Müße, Waffenrock oder Ueberrock, Achselstücke, lange Hosen oder hohe Stiefel beliebig, bei schlechter Witterung Paletot); 2. Reservisten, sowie zur Disposition der Truppenteile und der Ersatzbehörden Entlassenen aller Waffen; 3. diejenigen, der Landwehr 1. Aufgcbots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbst. fontrollversammlung zugegangen ist. Die Ersazreservisten haben bei der Herbftfontrollversammlung nicht zu erscheinen. Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Kontrollpflichtigen anzutreten haben: A. Zu Gießen im Hofe der alten Kaserne am Brand für die Bewohner von Annerod, Allendorf a. d. Lahn, Alten- Buseck, Beuern, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Großen- Bus cf, GroßenLinden, Heuchelheim, Klein- Linden, Lang- Göns, Leihgestern, Oppenrod, Rödgen, Trohe, Wazenborn und Steinberg, Hausen, Wieseck, und zwar: Am 4. November 1902: 1. Appell vormittags 9 Uhr. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve, sowie sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1895 und 1896 eingetreten sind. 2. Appell nachmittags 2 Uhr. Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1897 und 1898 eingetreten sind. Am 5. November 1902: 1. Appell vormittags 9 Uhr. Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1899, 1900 und 1901 eingetreten sind. 2. Appell nachmittags 2 Uhr. Sämtliche zur Disposition der Truppenteile und der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften der Infanterie, sowie sämtliche Reservisten der Garde, Jäger, Kavallerie, Feld- und Fußartillerie, Pioniere, Eisenbahn-, Telegraphen- und Luftschiffertruppen. Am 6. November vormittags 9 Uhr.: Sämtliche Reservisten des Trains( einschließlich Kranfenträger), Sanitäts- und Veterinärpersonals, Büchsenmachergehilfen, Dekonomiehandwerker, Marine mannschaften, sowie zur Disposition der Truppenteile und Ersazbehörden entlassenen Mannschaften der Spezial waffen und die zur Landwehr 2. Aufgebots überzu führenden Wehrleute. B. Zu Lollar. Am 6. November 1902, nachmittags 2 Uhr 30 min., an dem Bahnhof für die Bewohner von Allendorf a. d. Lumda, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Lollar, Mainzlar, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lumda. C. Zu Hungen. Am 7. November 1902, nachmittags 9 Uhr 15 Min., an der Post, für die Bewohner von Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd die Ver Affeffor tragene an der den Stad idere mußte, wurde v Beigeor heutiger Bürgern Organ fondern Sonnta Feie Su zab Opfers. Erft nad zu überwältigen. igkeiten. colleur der htefigen 26 Uhr ganz un erstorben. Ehrlig sein bescheidenes igung feiner Mit Bdem er allseitig , egoistisch herbor ud zu berdanten, , welches er jeit seinem Tode be Oberheijen jehr be ahnbeamter, Ser tünded ist aus 1 Frankfurt a. M. direktion Elberfeld Stünded sehr ehren ereich ja allgemein e erfieht man, was amter er ist; seinen Ver Freundlichkeit Neubauten in 1, die Stellwerts Vergrößerung der Niedergemünd und de- Laubach, Burg Lollar- Lon iche Gleisumbauten nd Werke der uner baurats. Alle, die haben, werden dem jchäßung bewahren. bersammlungen in ommando Gießen uptmeldeamt ere und Be nstanzug: Müße tücfe, lange Hofer hlechter Witterung ition der Truppen Entlaffenen alle 1. Aufgebots an en ein besonder men bei der Herb en ist. Sen bei der Ha einen. und zu welcher 3 ben: am Brand Lendorf a. d. Lah den, Gießen mi en- Bus d, Großen Lang- Göns, Leib Wazenborn und siejed, 02: Uhr. Beamte der Reserve fanterie, welche i Eten sind. 2 Uhr. iterie, welche in de find. 02: Uhr. terie, welche in d treten find. 2 Uhr. Truppenteile un annschaften der J en der Garde, Jäge rie, Pioniere, Gijen fertruppen. ags 9 Uhr.: Trains( einschließli Veterinärperfonale ehandwerker, Marin ition der Truppente annschaften der Spezia 2. Aufgebots überz ar. age 2 Uhr 30 of ch, Daubringen m r, Ruttershaufen m delhausen, Treis a gen. tage 9 Uhr 15 Min t, ngen, Inbeiden, Lang Langsdorf, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof Graß, Röthges, Steinheim, Treis- Horloff, Utphe, Billingen. D. Zu Lich. Am 7. November 1902, nachmittags 3 Uhr, in der Amtsgerichtsstraße, für die Bewohner von Albach, Birklar, Dorf- Gill, Ebe stadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher Hoi, Stolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Muschenheim mit Hof- Güll, Nieder- Beffingen, Ober- Bessingen, Ober- Hörgern, Steinbach. E. Zu Grünberg. Am 8. November 1902, vormittags 9 Uhr 15 Min., am westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen für die Bewohner von Bersrod, Geilshausen, Allertshausen, Beltershain, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Lazmü, le, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenau'schen Papiermühle, Lauter mit der Arzmühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Linden struth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schnittmühle, Reizenmühle und Ziegelhütte, Lumda ( Groß- und Klein-), Odenhausen mit Appenbörner Hof, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollenbach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen. Weickartshain, Weitershain mit dem Hainer- Hof, Winnerod. Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege( durch das Hauptmeldeamt) einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei, bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendften Notfalle genehmigt. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu er scheinen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind borher wegzulegen. Die Militärpapiere( Paß mit ein geklebter Kriegsbeorderung und Führungs zeugnis) müssen zur Stelle sein. Sämtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Stontrolltages bis einschl. Mitternacht unter dem Militärgesez. Sihung der Stadtverordneten. Gießen, 23. Oktober. Bürgermeister Mecum eröffnete Nachmittags 4 Uhr die Versammlung, er stellte derselben den MagistratsAssessor Curschmann vor, welcher das ihm übertragene Amt übernommen hat und der das erste Mal an der Sigung teil nimmt. Der Bürgermeister begrüßt den Stadtverordneten Schäfer, welcher durch eine schwere Operation, die er in Hamburg durchmachen mußte, längere Zeit von den Sigungen fern gehalten wurde und spricht ferner sein Bedauern aus, daß der Beigeordnete Grüneberg schwer erkrankt ist, daher der heutigen Versammlung nicht beiwohnen kann. Der Bürgermeister teilt anschließend mit, daß die neue Organisation der Volksschule, welche nunmehr durch den Rektor und 2 Oberlehrer geleitet wird, die Genehmigung Großh. Ministeriums gefunden hat. Vor Eintritt in die Tagesordnung erbittet und erhält Stadtverordneter Pirr das Wort.Er verweist darauf, daß die Frage über hat, trotzdem die Versammlung den erbetenen Dispens zum Ausbau einer früheren Feldscheuer zu Wohnzwecken nicht befürwortet hat, den Ausbau doch vorgenommen.( Er hat darin einen Pferdestall und Kutscher Wohnung eingerichtet.) Die Baudeputation schlägt vor, Rübsamen aufzufordern, die Fleischnot binnen 4 Wochen das Gebäude niederzureißen; auf Antrag Gegenstand einer Debatte im landwirtschaftlichen Hanau's beschließt die Versammlung, diese Frist auf zwet Bezirks- Verein Gießen gewesen ist. Er habe Monate festzusetzen. Die Holzversteigerung vom 21. März sich überaus gefreut, daß in jener Versammlung der 1902 schließt mit einem Minus von zirka 500 Mart gegen Vorsitzende Dekonomierat Schlenke den jezig hohen die Taxe ab. Die Mindererlöse rühren hauptsächlich daher, Preis für Schweinefleisch im Interesse der Konsumenten daß die Steigsumme für Brennholz und für Reifig gegen für zu hoch bezeichnet und weiter erklärt hat, daß ein die Tare zurückblieben. Auf Antrag der Oberförsterei ge Preis von 60-62 Pfg. per Pfund noch ein lohnender nehmigt die Versammlung nachträglich die Versteigerung. für die Produzenten sein würde, ein Preis, bei dem Als nächste auf der Tagesordnung stehende Punkte verder Landwirt noch zurecht komm. Er, der Redner, handelt die Versammlung über ein Gesuch des Keßler, welcher in wolle hierzu nur erklären, daß wenn Schlenke auch der Grünbergerstraße nach einem der Stadt gehörenden wünsche und hoffe, ein Abschlag der Preise für Fettvieh Bauplatz hinaus in seinem Hause ein Fenster brechen werde eintreten, daß er als Sachverständiger glaube, will, welchem Gesuch widerruflich entsprochen wird.- daß ein Preisabschlag wohl noch lange ein frommer Profeffor Wagner wünscht sein Haus in der Moltke Wunsch bleiben werde. Herr Schlenke habe dann weiter straße provisorisch an das Regenwasserfiel der Kanalisein Verwundern darüber ausgesprochen, daß bei Be- sation angeschlossen zu haben. Ein dahin gehendes atung der Fleischnotfrage im Gießener Stadtparlament Gesuch wird genehmigt. Es werden gefordert und beein Sachverständiger einen Unterschied konstruiert hat willigt 550 Wf. zur zwischen großen und kleinen Ferkelproduzenten. Der Anlage eines Riestrottoirs an der Lonyselbe habe dann auf unsern Gießener Schweinemarkt straße von der Bleichstraße an. verwiesen und erklärt, daß dort nicht etwa unsere großen Magnaten aus der Provinz, sondern nur lauter kleine Bäuerchen die Ferkel zu Markte bringen. Demgegenüber konstatiert Stadtverordnetee Pirr, daß in unserer Gegend jede Woche 3-4 Waggon Ferkel aus der preuß. Provinz Hannover eintreffen, weiter werde der Auftrieb von Jungvieh auf den Gießener Schweine märkten mindestens zu 2/3 von Schweinehändlern besorgt, die überhaupt feine Zucht treiben und die ihre Ware aus Hannover oder vom Essener Markt beziehen, der auch aus der Provinz Hannover versorgt wird. Unter den Verkäufern von Ferkeln auf unseren Märkten sei der kleine Bauernstand nur ganz minimal vertreten. In Hannover treiben die großen Bauern mit 3 bis 6 Zuchtschweinen und die größeren Dekonomen mit 20 bis 30 Zuchtfauen die Ferkelproduktion. Hannover sei auf diesem Gebiet das Eldorado in ganz Deutschland, da Herr Pirr erklärt, daß das, was er in der Stadtberordneten- Versammlung gesagt habe, er voll und ganz aufrecht erhalte, daß er bedauere, in der Versammlung des Bezirksvereins nicht anwesend gewesen zu sein, sonst hätte er dem Herrn Dekonomierat Schlenke, der mit dem Sachverständigen nur ihn gemeint hat, sofort erwidert. Die vom Brauereibesitzer Bichler für ein Lagerhaus an der Hardt und von der Firma Brittner & Damm für ein an der verlängerten Ederstraße zu errichtendes Wohnhaus erbetenen Dispense werden befürwortet.( Es handelte sich in beiden Fällen um Bauten außerhalb des Ortsvebauungsplanes.)- Die Errichtung eines Petroleum- Lagerhauses, für das die amerikanische Petroleum Ges.- Dispens nachsucht und das am Schiffenberger noch geplant ist, findet feine Genehmigung mit der Begründung, daß man sich die schöne Promenade nach dem Schiffenberger Wald nicht durch einem Speicher verunzieren lass n will.- Konrad Rübsamen Nicht nur einige Tage - sondern fortwährend kaufen Sie am vorteilhaftesten Ihren Schuhbedarf im Schuhwarenhaus Chr. Kaufmann Nachfolger. Seltersweg 22. Giessen. Filzsohle: Seltersweg 22. Damenhausschuhe mit Bilfoyle 70 Pfg. Damenhausschuhe mit Filz- und Ledersohle 85 Pfg. Damen Leder- Winterstiefel besetzt 2.50 Mt. Herrenhausschuhe mit Fleck 90 Pfs. Herren Schnür- u. Zugstiefel 4.90 wt. Auf dem Lagerplatz an der Margarethenhütte, der für unsere Kanalbauten eingerichtet wurde, find sechs Arbeiter beschäftigt, denen man bisher die Stunde 23 Pf.. also den Lohn der Straßenfegermannschaft, bezahlte. Die dort vorzunehmenden Arbeiten sind schwer und erfordern die Arbeitskraft eines fräftigen Menschen, der aber, was in der Natur der Sache liegt, auch zuberlässig sein muß. Die Baudeputation schlägt vor, diesen Arbeitern pro zehnstündigen Arbeitstag einen Lohn von Mt. 2,50 zu zahlen. Der Bürgermeister ist der Ansicht, daß dieser Lohnsag nicht entspricht der Arbeitsleistung, er bittet Die Versammlung zu beschließen, daß diesen Lagerarbeitern derselbe Lohn zu teil wird, den die städtischen Wafferarbeiter erhalten, nämlich: 28 Pfg. pro Stunde = 2,80 pro 10tündiger Arbeitstag. Der Stadtverordnete Schaff städt wünscht noch zu wissen, ob auch für diese Arbeiter den ganzen Winter über Beschäftigung da sei, dem der Bürgermeister hofft versprechen zu können. Für Hochbauzwecke beim Sielbau sind 30 000 Mauersteine erforderlich. Eine Umfrage hat ergeben, daß die Lahnfalfe und Marmor- Industrie auch Gabriel jr. für Maschinen- Hintermauerungssteine die billigsten Preise berlangt und ist die Versammlung damit einverstanden, daß diesem Werke die Lieferung übertragen werden soα. ( Fortsetzung folgt.) Gestorbene. Am 23. Dt.: Kaspar Kuhl, 44 Jahre alt, Megger dahier. Beerdigung: Sonntag, den 26. d. M., Nachmittags 1½ Uhr von der Friedhofskapelle aus. Am 23. Dtt.: Adam Fegbeitel, 37 Jahre alt, Fuhrmann dahier. Beerdigung: Samstag, den 25. dz. Mts., Nachmittags 2 Uhr vom Sterbehause, Riegelpfad 18, aus. Wir machen das geehrte Publikum darauf aufmerksam, daß wir durch unsere großen Einkäufe in der La ge sind, für wenig Katholischer Gesellen- Verein Gießen. Sonntag den 26. Okt., abends präzis 8 Uhr in Steins Garten Feier d. 5. Stiftungsfestes berbunden mit Theater und Ball. Zu zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein Der Vorstand. 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