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Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Politische Nachrichten. - Der Chef des Admiralstabs der Marine, Admiral von Diederichs, ist nunmehr unter Bewilligung seines Abschiedsgesuche mit der gesetzlichen Bension zur Disposition gestellt worden. Zu seinem Nachfolger ist der Biceadmiral Büchsel, Direktor des Reichsmarineamtes ernannt worden. Assesorismus im Postdienst? Eine Umwälzung in der Beseßung der höheren Stellen im Reichs postdienst soll Staatssekretär Rraette beabsichtigen. Die Tägl. Rundschau" berichtet darüber: " In den Kreisen der höheren Postbeamten läuft seit einigen Tagen ein schnell verbreitetes Gerücht um, das allgemein größte Bestürzung und Beunruhigung hervorgerufen hat. Der Staatssekretär des Reichspostamts soll auf seinen Dienstreisen bei mehreren Oberpostdirektionen- es werden u. a. Potsdam und Düsseldorf. genannt vor den versammelten höheren Beamten etwa folgendes gesagt haben: Keiner von Ihnen allen, ob Sie nun zur Post oder zur Telegraphie gehören, wird mehr die Stellung eines Postrats erreich. n, sondern Sie kommen nur bis zum Hilfs referenten; nur die besten von Ihnen haben Aussicht auf eine Direttorenstelle. Sie, meine Herren zu den Poft räten gewandt sind ja nun einmal in der Stellung und müssen darin bleiben. Ich werde aber neue Postratsstellen nicht schaffen und die frei werdenden vorläufig durch Hilfsreferenten verwalten lassen. Später werden die Stellen vom Rat einschließlich aufwärts durch Juristen und Ingenieure besetzt!" - Sollte der Assessorismus im Eisenbahnwesen und in anderen Verwaltungen Herrn Kraette so imponiert haben, daß er das ganze System der höheren Postverwaltung auf den Kopf stellen möchte? Leidet die Postverwaltung jetzt etwa Mangel an tüchtigen höheren Beamten? Die sensationelle Meldung sollte ja bald wie möglich widerrufen werden. -Der deutsche Gesandte in Peking, Dr. Mumm von Schwarzenstein, soll dem Ostasiatischen Lloyd zufolge, nicht mehr auf seinen Posten nach China zurückkehren. Leben - Sechs sozialdemokratische Versammlungen Versöhnung. Stizze von Hrch. Ludwig- Lich. ( Weitarbeiter der„ Gießener Neueste Nachrichten"). ( Nachdruck verboten.) Es war ein trauriges Sterben, draußen im einsamen Bahnwärterhäuschen im Walde. Ein junges rang mit dem Tode und mußte unterliegen. Eine tückische Strankheit nagte unablässig an dem ideal schönen Körper des Jünglings, der schon länger als ein halbes Jahr auf dem Sterbebette lag. Wer hätte das von dem kraftstrogenden jungen Manne, dem Lehrer voll Feuergeistes und Pflichtgefühls, geglaubt, daß er so bald das ihm lieb gewordene Amt verlassen müsse! Ihm selbst hatte es am wehesten gethan und es hatte harte Kämpfe gefoftet, schlaflose, thränenfeuchte Nächte, bis er Ruhe in sich gefunden und sich dem Schicksale gefügt hatte. Sein Freund und Kollege, der Gespiele in seinen Jugendtagen, der Genosse bei der Arbeit in den Jahren des Strebens, hatte ihm geholfen bei dem Durchringen. So, wie sie alljährlich am Sylvesterabend im engen Zimmer nach der Lektüre eines gedanken tiefen Schriftstellers ſich ſelbſt anhielten, so hatte der Gesunde den Kranten mit schonender Milde zu der Einsicht gebracht, daß die Hoffnung für ihn dahin sei. Wie hatte sich sein Inneres dagegen aufgebäumt, er hatte den Freund beleidigt und geschmäht und gleich darauf wieder um Verzeihung gebeten. Zwischen ihnen hatte es nie einen Hehl gegeben, warum sollte jetzt feine Wahrheit zwischen ihnen walten! Die Einsicht mußte über den Willen siegen und machte dem jungen Manne den Abschied von all den fühuen Plänen und berechtigten Hoffnungen leicht. Dann und wann, in den Tagen des vorübergehenden Wohlbefindens, erstand wohl auch der Wunsch, noch länger zu leben, wieder, um bald durch ärgere Strant heitssymptome wieder ectötet zu werden. Er war stets ein Feind des Halben gewesen; fonnte er nicht wieder ganz genesen, so mochte der Tod immerhin sein Werk thun. Wohl wurde dieser oder jener berühmte Arzt gefragt, doch keiner konnte die gewünschte Antwort per gleich oder später zu Kreuzplak 10. nem Neubau Goethe5, sind der Parterreftod nebst 2 Entrefols immern canda), die Beletage( 5 u. Fremdenzimmer neft Veranda), die Mansarde Zimmer nebft allem Zuer Sept. oder Oftober zu Hahn, Föberftraße 17. 1. möbli rte Stube zu ber Neuenweg 48, " tagten am Donnerstag Abend in Berlin, um zur Brandenburger Konferenz sowie zu dem Parteitag der deutschen Sozialdemokraten in München Stellung zu nehmen. Den Sozialdemokraten in München Stellung zu nehmen. Den Versammlungen lagen drei Anträge über das Verbot des Busammengehens der Sozialdemokraten mit den Freisinnigen und über die Stellungnahme der sozialdemokratischen Partei zur Alkoholfrage vor. Anträge wurden mit großer Mehrheit abgelehnt, dagegen Die gelangte eine Resolution zur Annahme, daß die Parteipresse fich mehr als zuvor mit der Alkoholfrage beschäftigen und auf die Schädlichkeit des Alkohols hinweisen soll. Die deutsch- bolländische Postunion soll noch vor Neujahr perfekt werden. Desterreich- Ungarn wird vor Neujahr perfekt werden. Desterreich- Ungarn wird fich der Union anschließen. - Zum Empfange des Burengenerals Louis Botha, der am Donnerstag Abend 7 Uhr in Brüssel eingetroffen ist, wird gemeldet: Sobald der Zug zum Stillstand gekommen war, stürzte sich eine nach Hunderten zählende Menge zum Eisenbahnwagen und riß den General förmlich zum Wagen heraus. Frauen fielen ihm um den Hals und entlockten ihm Thränen der Rührung. Unter den Rufen: Es leben die Buren" wurde Botha im Triumph zum Bahnhofausgang getragen. Tausende von Personen hatten vor General eine begeisterte Ovation dar. Der General bestieg dem Bahnhof Aufstellung genommen und brachten dem einen Landauer und fuhr zur Wohnung seiner Gattin, wo seiner Kinder brachen alle Anwesende in Thränen aus. ihm ein rührender Empfang zu Teil wurde. Beim Umarmen Botha wird mehrere Tage hier verweilen. Giessener Cagesneuigkeiten. vinzialarresthaus Ludwig Röder wurde zum GefangenaufErnennung. Der Gefangenwärter am hiesigen Bro seher an dieser Anstalt ernannt. ** Der Alkohol und die Eisenbahner. Es ist kein Geheimnis, so schreibt die Köln. Btg.", daß der übermäßige Alkoholgenuß, den wir allgemach als unser großes Voltsübel anzusehen und zu bekämpfen beginnen, unter dem niederen Eisenbahnpersonal mehr verbreitet ist, als gerade diesem Berufe gestattet werden kann. Der wechselnde Aufenthalt in geben. So hatte er sich denn in die Stille des elterlichen Wärterhäuschens zurückgezogen und lag jetzt dort im kleineren der beiden einzigen Zimmerdchen auf dem Krankenlager. Das war eine schöne stille tiefe Einsicht kam ihm in den Zusammenhang der Zeit, in der er nachdenken konnte. Und welch Dinge; Es war im, als ob sein Geist von Tag zu Tag freier würde. Er wurde nicht viel gestört; Wöchentlich einmal kam der Arzt. Was sollte ihm der auch nüßen! Dann und wann kam der Geistliche, der ihn fonfirmict hatte und zu dem er immer mit unendlicher Verehrung aufgeblickt hatte. Mit ihm konnte er sich unterhalten, die Tiefen der menschlichen Erkenntnis durch messen, und doch fühlte er sich schließlich getäuscht, er hatte sich das Urteil des einst so geliebten Seelsorgers unbefangener, seinen Standpunkt erhabener gedacht. mit dem Pfarrer befriedigte ihn nicht mehr und er ließ Das Gespräch ihm durch den Arzt bedeuten, daß ernste Unterhaltungen den Kranken zu sehr angriffen. Ganz wohl fühlte er sich einst so erhaben geglaubt, in schlichter einfältiger sich jetzt, wenn er sich mit seiner Mutter, über die er Weise unterhalten fonnte. die traurigen halb thränenfeuchten Augen hätte ansehen Wenn er nur nicht immer müssen. Schmerzen, die sie geheim um ihren Sohn trug, ahnte Die Mutterliebe that ihm wohl, aber die Zeit war es dann, als der Freund in Ferien zu Hause er und machte sich Kummer darüber.. Eine föstliche war. Täglich fonnten sie zusammen sein. gleiches Fühlen und Empfinden, gleiches Denken: es Hier war gleiches Fühlen und Empfinden, gleiches Denken: es war die Harmonie, die der Kranke haben mußte. Einen sehnte. Schon während der letzten Schuljahre hatte er Wunsch hatte er noch, nach dessen Befriedigung er sich ein Mädchen, eine Schulfameradin, gerne gesehen, hatte ihr alljährlich die ersten Maiblumen mitgebracht und lassen. Auf einem Feste, nach einem Tanze im Freien, sich durch einen Handdruck, einen zärtlichen Blick danfen hatte er ihr den ersten Kuß jugendlicher keuscher Liebe gegeben, dann aber waren sie auseinandergekommen, wie er glaubte, durch seine Schuld. er sein Mädchen noch einmal bei dem Karuſſel getroffen, Am Abend hatte weil sie dort in dem Trubel am unauffälligsten bei Wind und Wetter, der anstrengende Nachtdienst, vielleicht gefühl bilden Verführungen zu alkoholischer Stärkung, denen auch das hier beständig angespannte Verantwortlichkeitsandere Berufsarten in solchem Grade nicht unterworfen sind. Um so mehr scheint es aber Pflicht der vorgesetzten Behörden zu sein, der einmal vorhandenen Neigung geschickt und doch für bas Vorgehen der bayerischen Staatsbahnverwaltung be nachdrücklich engegenzutreten. Als Muster möchten wir hierschrift zugehen lassen, nach der der Alfoholgenuß während zeichnen. Diese hat fürzlich dem Ministerium eine Dentder Fahrt bezw. während des Dienstes verboten oder wenigstens nommen, die Verabreichung alkoholischer Getränke an Bestart eingeschränkt werden soll. Auch ist in Aussicht gedienstete durch Bahnhofswirte während der Nachtstunden von 11 Uhr nachts bis 8 Uhr früh zu verbieten, Koch gelegenheiten in den Uebernachtungslokalen und Unterkunftsräumen zu schaffen, diese behaglicher einzurichten und Lektüre zur Unterhaltung zu bieten. Diese Lokale sollen zu Erfrischungshülfe der Verwaltung Thee, Kaffee, Sodawasser und Limonade stationen ausgestaltet werden, in denen unter finanzieller Beiverabreicht werden sollen. Aus Hessen und nachbargebieten. ** Aus dem Rodgan, 20. Aug. Der gestrige Tag glückstag. Gegen Abend überzog zwischen 6 und 7 war für viele unserer Landwirte ein schwerer UnUhr ein furchtbares Gewitter unsere Gegend, das allent schlag, wie er hier in gleicher Stärke noch selten erlebt halben bedeutenden Schaden anrichtete. Ein Hagelwurde, ging nieder. Die Hagelförner zeigten durchweg die Größe kleiner Vogeleier und bedeckten vollständig den Boden. Die Feldfrüchte haben hierunter sehr schwer gelitten. Der Hafer ist stellenweise wie auszerschlagen. Den schwersten Schaden dürften jedoch die gedroschen, auch Dickwurz und Gemüse find start Obstbäume erlitten haben, denn es steht sehr zu befürchten daß die Aepfel, wie vor zwei Jahren, derart zerschlagen sind, daß sie als haltbares Tafelobst nicht verwendet werden können. letzten Winter in der Schweiz verstorbenen Rentier, ** Grünberg. Ein Sohn hiesiger Stadt, der im frühere Kaufmann, Herr Oehl, hatte wie bekannt, Ani einander sein konnten. Hand in Hand, eines glücklich durch die Gegenwart des Sie ftanden nebeneinander, andern, wunschlos, in sich vergnügt. gleichalterige Gesellschaft war zu ihnen gekommen und Eine andere, hatte sie eingeladen, mitzufahren. Ihm war es scheinScherz hatte er dann gesagt: Wenn Du nicht willst, bar gleich recht; sie aber sträubte sich dagegen. Halb aus fahre ich allein. Das hatte sie scheinbar als Ernst aufgenommen und war gegangen. Er schloß sich der anderen Gesellschaft an, nicht aus Luft nach Vergnügen, sondern um die Sache unauffällig zu machen. andern Tage mußte er abreisen, ohne seine Liebste noch einmal gesehen oder gesprochen zu haben. Das Leben hatte ihn dann in seine ernste Schule genommen und ihm nicht viel Zeit gelassen, an seine jähgeendete Liebdie Sehnsucht, die einst Geliebte noch einmal zu sehen. schaft zu denken. Jezt auf dem Krankenlager tam ihm Sein Freund mußte ihm dazu behilflich sein. Gile that not, denn mit dem schwindenden Sommer nahmen die Ende bringen, jede Nacht den letzten Kampf verhüllen. Kräfte des Kranken merklich ab. Jeder Tag konnte das Freund die Ersehnte mit, blühend von Gesundheit, An einem milden Sommerabend brachte dann der glücklich ein schönes Bild einer deutschen Jungfrau. Wie war der Sterbende, als er sie einfriedigung, als sie ihm die Hand reichte. Der Freund eintreten sah, wie leuchtete sein Antlig boller Be war Zeuge des Zusammenseins, in welchem sie beide ihre Thorheit bereuten. Beim Abschied der Jungfrau trat er aus dem Zimmer, als er sich dann verabschiedete, sagte ihm der Stranke strahlend von Glüd:„ Sie hat Stirne, zum Sprechen war er zu matt. Der Freund mich noch einmal gefüßt". Dabei deutete er auf die fonnte sich nicht mehr beherrschen, er beugte sich über Finger vorhin bezeichnet hatte. Dann drückte er ihm den Müden und füßte ihn auf dieselbe Stelle, die sein innig die Hand und sagte:„ Auf Wiedersehen". Der Der Strante nidte faum merklich und wandte sich ab. Regen einem rauhen Winde gefolgt, eilte die Kunde Am anderen Morgen, in der Nacht war ein milder durch die Stadt, der Lehrer Heinrichs ist gestorben. TAL, 14 JAYAIT if if ft HUDDATOTEAEDRETE f 3 seiner Vaterstadt Grünberg ein Legat von 80 0000 Mark vermacht, dieses später aber auf 60 000 Mt. und zulegt auf 40'000 mt. bezw. 20000 Mt. herabgesetzt. Da im legten Zusatz des Testaments nicht ganz flar gegeben war, ob nur 20000 Mt. für einen Kindergarten, oder dafür noch weitere 40 000 Mk, die früher für ein Krankenhaus bestimmt waren, der Stadt zufie das Schlimmste für die Sittlichkeit ihrer Stadt zu besie das Schlimmste für die Sittlichkeit ihrer Stadt zu befürchten schienen. ** Aus dem Ried, 21. Aug. Der hessische Jagdflub hält zu Anfang des Monats September bei Darmstadt interne Preisschliefen und Schweißsucher für Dachshunde und eine Prüfung von Jagdhunden ab. Am 29. und * | in den Gartenanlagen überfallen und ihm über 300 Mr. baares Geld und die goldene Uhr geraubt. Braunschweig, 20. August. Beim Entlehren einer Düngergrube wurden 5 Arbeiter durch giftige Gase betäubt. 1 ist tot, 1 schwebt in Lebensgefahr und 3 sind leicht erkrankt. Neu! Ro Für Gießeng fallen sollten, so hatte der Stadt- Vorstand die Ange: Trebur und Astheim) internationale Preissuchen für Jagd- angenehmes Abenteuer zu bestehen gehabt. Er besuchte Aufsichen vo legenheit dem Justizministerium in Darmstadt zu einem Gutachten, bezw. zwecks Einholuug eines Rates, unterbreitet. Das Ministerium hat nun, nachdem es den Inhalt des Testaments eingehend geprüft bezw. hat prüfen lassen, der Stadt Grünberg geraten die 20 000 Mark anzunehmen und bezüglich der weiteren 40 000 Mark von Erhebung eines Prozesses mit sehr zweifelhaftem Ausgange abzusehen. Der Stadt- Vorstand hat bemgemäß beschloßen. Wann die 20 000 Mt. zur Verwendung kommen, ist noch nicht bestimmt. ** Zu den demnächst stattfindenten Landtags: wahlen schreibt man uns aus Grünberg: Die Wahlbewegung in dem Bezirk Grünberg ist durch die Antisemiten in Gang gebracht worden, indem der Landtagsabgeordnete Herr Bürgermeister Köhler Langsdorf begonnen hat, den Bürgermeistern und sonstigen einflußreichen Persönlichkeiten des Wahlbezirke seinen Freund und Parteigenossen Redakteur Hirschel in Offenbach a. M. als Kandidat vorzuschlagen. Da nun der seitherige Abgeordnete Herr Geheimrat Schönfeld in Schotten erklärt hat, er lehne eine Wiederwahl mit Rücksicht auf sein hohes Alter bestimmt ab, so ist von den anderen Parteien des Wahlbezirks Herr Kaufmann Louis Moll in Grünberg als Kandidat in Vorschlag gebracht worden.- Berücksichtigt man, daß bei der letzten Wahl der hochangesehene, im Bezirk sehr bekannte und beliebte Geheimrat Schönfeld mit nur einer Stimme Majorität über den auch von Herrn Abgeordneten Köhler präsentierten, im ganzen Wahlkreis vollständig unbekannten Fleischhauer siegte, so wäre Herr Kaufmann Moll in Grünberg die einzige geeignete Persönlichkeit, welche in Stadt und Land das nötige Ansehen und den nötigen Anhang hat, um dem antisemitischen Kandidaten die Spize zu bieten. Daß Herr Kaufmann Moll den Wahlkreis auch in würdiger Weise im Landtage vertreten kann und wird, ist jedem außer Zweifel, der Herrn Moll in öffentlichen Angelegenheiten seines Wohnortes hat auftreten sehen. Im Wahlkreise ist man nun endlich auch zu der vernünftigen Ansicht gekommen, nur einen Mann zu wählen, der im Wahlkreise wohnt und sämtliche einschlägigen Verhältnisse fennt. " e. ** Friedberg, 18. Aug.( Technifer- Verbindung) An der hiesigen Gewerbe- Akademie hat sich eine kathol. TechniferVerbindung Arminia" gebildet. Sie führte sich dieser Tage durch einen Kommers ein, dem der Direktor der Akademie und viele angesehene Mitglieder der katholischen Gemeinde beiwohnten. " - hunde statt. Zugelassen werden nur drahtharige Vorstehhunde, die im deutschen Stammbuch eingetragen und zur Eintragung vorgemerkt sind. Das internationale Preissuchen zerfält in eine Jugendsuche, Feldjagdsuche, Jagd- Gebrauchssuche. Nennungsschluß 15. September. ** Mainz, 21. Aug. Der seit einiger Zeit herrschende Streit zwischen dem Hessischen Viehhändlerverein und den Mainzer Meßgern wegen Befahrens des hiesigen Viehmarktes ist nach langem Bemühen gestern Nachmittag Viehmarktes ist nach langem Bemühen gestern Nachmittag beigelegt worden. In einer stattgehabten gemeinsamen Versammlung, wurde im allseitigen Einverständnis beschlossen, daß sämtliches Vieh, das auf dem Mainzer Markt zuge= trieben wird, der obligatorischen Viehversicherung zu unterliegen habe, und daß die Viehversicherungsfosten gemeinsam von Viehhändlern und Meßgern getragen werden. Der Viehhändlerverein wurde beauftragt, mit einer der bestehenden Biehversicherungs- Gesellschaften dieserhalb in Verhandlung zu treten. Im Interesse der Konsumenten und der Stadt Mainz, sowie der Viehhändler und Megger selbst kann man diese Lösung der schwebenden Frage nur freudig begrüßen. ** Mainz, 22. Aug. Infolge der flauen derzeitigen Verhältnisse beabsichtigt ein altes Schifffahrtsunternehmen auf dem Gebiet der Rheinschifffahrt den Betrieb vollständig einzustellen. Es ist die„ Amsterdamsche RijerileumtoawtMaatschappy, welche ca. 17 Schlepptähne, die zwischen 500 und 1000 Tonnen Tragfähigkeit haben, besitzt. Vermischtes. * Zu der Frage: War der Kaiser als Prinz in Paris? schreibt dem„ Berl. Lok.- Anz." noch Herr C. Kohlis, Direktor des" Hotel Kronprinz" in Berlin: Gewiß hat unser jetziger Kaiser die Sehenswürdigkeiten der 1878er Weltausstellung in Paris während einiger Wochen genossen. Unter einem gräflichen Namen wohnte der damalige 19jährige Prinz Wilhelm in Begleitung zweier Kavaliere in stengstem Incognito in dem von der internationalen Aristokratie damals bevorzugten Hotel Mirabeau, Rue de la Pair Nr. 8; mir wurde die Ehre zu teil, Sr. Kgl Hoheit als Zimmerfellner zugewiesen zu werden. Die Direktion hatte mir aufgetragen, den Prinzen nur in der Landessprache zu bedienen und„, Monsieur le comte" zu titulieren. ,, Monsieu le comte" saß nun eines Tages im Salon vor dem Schreibtisch, als mich die- elektrische Klingel zu ihm rief. Ich klopfte an die Thür: Entrez! Apportez moi donc, s'il vous plait, une autre plume! Une plume--"( Herein! Bringen Sie mir doch, bitte, eine andere Feder.)„ Ein Stahlfeder, zu Befehl, Königliche Hoheit!"( Wir hatten im hotel nur die damals noch beliebten Gänsettelfedern.) „ Ich „ Nanu, woher kennen Sie mich denn?!" werde doch unseren Prinzen Wilhelm kennen, Königliche „ Nun hört doch alles auf! Vor Guch Hoheit!" deutschen Kellnern ist man doch nirgends sicher!" Hierauf folgten noch die üblichen Fragen:" Soldat gewesen? Wo zu Hause im deutschen Vaterlande 2c." Von dem Tage ab gab sich„ Monsieur le comte" mir gegenüber stets als leutseliger deutscher Prinz und sprach mich immer in unserer, in der Fremde doppelt lieblich klingenden deutschen Muttersprache an." - ** Frankfurt als Universitätsstadt. Man schreibt der Frtf. 8tg." Eine medizinische Hochschule, wie sie jetzt in Aussicht genommen werden soll, ist für Frankfurt fein Novum. Frankfurt war so unbekannt die Thatsache auch sein mag bereits einmal eine akademische Stadt. Am 11. Nov. 1812 wurde die von dem Fürsten Primas nach französischem Muster als Fakultäts- Hochschule ins Leben gerufene medizinische Schule eröffnet. Als Dozenten walteten acht ordentliche Professoren, ein Honorarprofessor und ein Privatdozent ihres Amtes. Mit dem Großherzogtum Frantfurt( Dalberg flüchtete Ende September 1813) ging indeß die Hochschule wieder ein, die in dem ersten und einzigen Jahre ihres Bestehens 42 Studenten zählte.( Vgl. Stadtarchiv B 89 No. 54). Die Hochschule war gedacht als Ergänzung zu den Spezialhochschulen in Aschaffenburg( fath. Theologie, Jurisprudenz und allgemeine Kulturwissenschaften) und in Weglar( Juris prudenz), sodaß das Großherzogtum insgesamt einer„ Uni- Medaille) zuerkannt. versität" sich rühmen konnte. Man hatte damals sie Spezialschule nicht nach deutschem Muster den anderen Fakultäten angegliedert, sondern dem sich aufdrängenden und naheliegenden französischen Beispiel nachgebildet, allein deshalb, weil -wie heute die Vorbedingungen in Frankfurt durch die medizinischen Anstalten und naturwissenschaftlichen Institute zu einer medizinischen Fakultät gegeben waren. Die Frankfurter waren allerdings wenig zufrieden mit der Schöpfung des Großherzogs und hatten denn auch in dem Augenblick, als es in ihrer Macht stand, nichts Eiligeres zu thun, als die Spuren der Akademie zu vernichten, von deren Bürgern * Auf der Gastwirtsgewerblichen Ausstellung Hamburg wurde der altbekannten MaggiGesellschaft Berlin wieder die höchste Auszeichnung( Goldene * Halle a. S., 19. Auguft. Der Altmeister der alloren, Salzsiedemeister Karl Moritz, ist in Halle, 85 Jahre alt, gestorben. Moritz gehörte in früheren Jahren regelmäßig zu der Hallorenabteilung, die dem Kaiser zu Neujahr die üblichen Gaben der Salzwirkerbrüderschaft überbrachte. * Wegen Straßenraub wurde der Musketier Feld mann von der 2 Kompagnie des 58. Inf.- Negts. in Koblenz vom Kriegsgericht zu 5 Jahren Zuchthaus verFeldmann hatte den Hausmeister des städti: schen Museums in Bonn in der Nacht vom 20. April urteilt. Das am 20. August in Eronberg enthüllte Kaiser Friedrich- Denkmal. " im Haag eine Werft, und ein nach Java bestimmter Dampffefsel reizte seinen Wissensdurst derart, daß er in das Innere des Kessels hinabstieg, um ihn genau zu besichtigen. Plötzlich fehlte es jedoch zu dieser Besichtigung an dem nötigen Licht. Der Deckel des Mannlochs hatte sich geschlossen und ließ sich trotz aller Anstrengungen nicht wieder öffnen. Nur durch Aufbrechen der Seitenwand des Kessels gelang es nach einstündiger schwerer Arbeit, den Vrinzgemahl aus seinem sonderbaren Gefängnis zu befreien, das er gesund und munter verließ. Kein Glüd ist dauernd.*) ( Nachdruck verboten.) Kein Glück ist dauernd! Trug man doch zu Grabe Mein armes Weib, das ich so heiß geliebt, Was ich gefühlt und still gelitten habe, In tiefem Weh das arme Herz erbebt. An's Schicksal stellt ich oft die bange Frage: Warum ward mir kein dauernd Erdenglück? Weltenschöpfer, höre meine Klage, Warum ging fie, blieb einsam ich zurück? Kein Glück ist dauernd! Nur in Gottes Frieden Ist wahre Ruh'! Vergänglich ist die Welt! So lehrt dein Wort, darum sei auch hienieden Des Menschen Hoffen nur auf Gott gestellt! Ich aber frage, tief von Weh durchzittert, Dich ewigen Gott mit thränenfeuchtem Blick: Warum die Trennung, die mich tief erschüttert, Warum ging fie, blieb einsam ich zurück? Kein Glück ist dauernd! Nacht ist es geworden Wo einst des Lebens Sonne mir gelacht! Der Tod mit faltem, schonungslosem Morden Zerstört des Lebens heit're Blütenpracht! Darum, o. Schicksal, höre meine Klage: Warum gabst du mir erst ein snlches Glück? Und zürne nicht, wenn ich dich grollend frage: Warum ging sie, blieb einsam ich zurück? Kein Glück ist dauernd! Mir voll Lieb' ergeben Warst du mir treu in Freude und im Schmerz! Durch dich erwacht' ich erst zum wahren Leben, Denn volles Glück giebt nur ein treues Herz! In Liebe will ich immer dein gedenken, Wie ich es auch auf deinen Grabstein schrieb. Ein frohes Wiederseh'n mag Gott uns schenken, Das sei mein Trost, der ich zucück hier blieb. *) Vorstehendes Gedicht wurde von einem treuen Leser der „ Gießener Neuesten Nachrichten" eingesandt. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Aufgebote. Am 18. Aug. August Karl Wittich, Kaufmann dahier mit Karoline Johanna Tertor in Frankfurt a. M.; Arthur Hugo Raykowsky, Kaufmann dahier mit Margarethe Karoline Maeze in Graudenz. Am 19.: Adam Übrig, Kaufmann in Marburg mit Elisabethe Schük dahier. Am 20.: Adam Becker, Weißbinder in AltenBuseck mit Maria Hofmann dahier. Am 22.: Christian Buck, Milchhändler mit Kunigunde Bager. Eheschließungen. Am 16. Aug.: Michael Franz Friedrich Birnbaum, Gerichtsaffessor in Laubach mit Julie Magdalene Fran ziska Elise Wimmenauer dahier; Johannes Friedrich Wilhelm Fiedler, Bauaspirant dahier mit Anna Katha rina Bambach in Bensheim. Am 18.: Nikolaus Rausch, Straßenkehrer mit Katharine Hofmann; Karl Keßler, Metzger mit Frieda Kahn. Am 19.: Sebastián Josef Schmitt, Kaufmann mit Franziska Margarethe Elise Wirsig. Am 21.: Heinrich Schwöbel, Lehrer mit Jo hanna Caroline Elisabethe Pfaff hierselbst; Wilhelm Ernentraudt, Sergeant mit Dorothea Lein. Geborene. Am 10. Aug. Dem Pedell am Gymnasium Jo: hannes Fersch ein Sohn, Heinrich Hans. Am 11.: Dem Handschuhmacher Heinrich Henne eine Tochter, Elisabethe Henriette. Am 15: Dem Schreiner Martin Lämmer eine Tochter; dem Lokomotivheizer Karl Ger lach eine Tochter. Am 16: Dem Hilfsbremser Heinrich Schönhals eine Tochter, Lina Anna Elisabeth; dem Bäcker Leonhard Euler ein Sohn, Adolf; dem technischen Bureau- Aspirant Rudolf Rohrmann ein Sohn; dem Schreiner Heinrich Freihöfer ein Sohn, Hans Peter; dem Taglöhner Philipp Schmidt ein Sohn, Konrad Hermann. Am 17.: Dem Schlosser Peter Bott ein Sohn, Emil Friedrich. Am 18.: Dem Hilfsbremser Heinrich Herr eine Tochter. Am 19.: Dem Eisenbahn bureau- Diätar Peter Josef Wagner eine Tochter, Maria Klara. Gestorbene. Am 17. Aug.: Anna Elisabethe Krauße, geb. Liebe henz, 68 Jahre alt, Ehefrau des Wagenmeisters i. P Karl Krauße. Am 20.: Susanna Wacker, geb. Schmal 61 Jahre alt, Ehefrau des Schreinermeisters Jakob Wacker; Anna Schäfer, 1 Jahr alt, Tochter des Cigarrenmachers Friedrich Schäfer. Am 21: Frieda Pi 100 Mart Dem A Sur jabire Ph Wege rote un Schuhl 15 Menenb G Port fowie andere erfit Jea Wefanlage 31. Jn der C Juse Speziell für fli zahlreichen r wirft toloffal wie andere Originalflafd Tiemals lofe pro flafde 30 nights anderes Rapid fit In Gie Bieler, Dro N Naumanni Naumanni Naumannia Naumannia 60 Ku erhält Die AltenGroßen- Linder Rosenbecker, 1 Jahr alt, Tochter des Taglöhners Johollar, Livell Peter Rosenbecker; Heinrich Kuhne, 51 Jahre alt, Gaft außerdem fom wirt. Sämtlich dahier. , Der heutigen Auflage liegt ein Prospekt des be fannten Spezialisten Theod. Konezky in Stein ( Aargau, Schweiz) bei." Wut ist kaum halb so teuer wie Fleischertrakt. Be bitten wir bjo und ihm über 300 M. Neu! geraubt. 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Er besuchte Aufziehen von deutschen, französ. u. österreichischen Truppen Schwedisch, Polnisch, um ihn genau zu verbunden mit einem großen Piano- Orchestrion nebst schöner elektrischer Beleuchtung. eu dieser Besichtigung 100 Mart Demjenigen, der mir nachweist, daß diese zwei Werke nicht aller Anstrengungen fbrechen der Seiteninitündiger schwerer em sonderbaren Ge und munter verließ mernd. ( Nachdruck verboten.) man doch zu Grabe eiß geliebt, en habe, erbebt. Sange Frage: Erdenglück? age, zurück? Gottes Frieden die Welt! uch hienieden Ott gestellt! chzittert, htem Blid: ief erschüttert, zurüc? es geworden gelacht! em Morden pracht! Hlage: ches Glück? rollend frage: ich zurück? Lieb' ergeben im Schmerz! wahren Leben, treues Herz! edenken, bftein schrieb. t uns schenken, hier blieb. einem treuen Leser der Stadt Gießen. Wittich, Kaufmann in Frankfurt a. M. in dahier mit Marenz. Am 19.: Adan it Elifabethe Schü Weißbinder in Alten T. 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