Nr. 168. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 23. Juli 1902. Gießener 11. Jahrgang. Jusertionsvreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neue nweg 28 Ferus rechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdrucker i, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen Der Untergang des Passagierdampfe: s „ Primus" hat uns Menschen, die wir doch wie alles andere auch nur den Weg alles Fleisches gehen, gelehrt, wie das Leben doch so manchmal inmitten festlichster Stimmung in Gefahr und zu Ende ist. Ein Augenzeuge berichtet:„ Hansa" fuhr dem„ Primus" direkt in die Flanke. Der Kessel des„ Primus" explodierte und der größte Teil der Passagiere wurde über Bord geschleudert. Am Strande spielten sich schreckliche Szenen ab. Jammernd suchten Eltern ihre Kinder, Männer ihre Frauen. Als die Katastrophe eintrat, spielte die Musikkapelle auf dem Primus" gerade„ Nach Hause geh'n wir nicht, nach Hause geh'n wir lange nicht." Ein Musiker, der später im Wasser trieb, gab mit der Trompete Hilfssignale bis er verstummte. Ein anderer von den Geretteten, der Glaser Lippelt, giebt folgende Schilderung von dem Unglück: Ich saß mit meiner Braut und etwa sechs anderen Personen unter Deck. Wir hatten eben ein Lied angestimmt, als plötzlich ein heftiger Stoß erfolgte. Ehe wir uns befinnen fonnten, flogen wir von unseren Sißen auf den Boden. Einige Augenblicke war es still, dann aber, als das Elbwasser durch die zertrümmerten Fenster strömte, schrie alles wirr durcheinander:„ Wir er trinken! Das Schiff geht unter! Unser Schiff ist in Grund gebohrt worden!" Es entstand ein wildes Drängen. Jeder wollte zuerst auf Deck kommen. Wie ich mit meiner Braut nach oben gelangt bin, weiß ich nicht. Als ich oben auf dem Deck Umschau hielt, sank das Schiff schon in die Tiefe. Der Schlepper, der anscheinend in unserent Dampfer fest saß, schob unser Schiff dem Lande zu. Primus"" sank immer mehr und mehr in die Tiefe. Als das Wasser uns schon umspülte, umhalste meine Braut mich und sprach angesichts des Todes:" Wir gehen in den Tod; ich gehe mit Dir in den Tod." Ich kroch auf allen Vieren mit meiner Braut und meinen wenigen Sangesbrüdern auf den noch aus dem Wasser stehenden Schiffsteil hinauf, wo wir uns festklammerten. In dieser gefährlichen Lage hielten wir uns. Giner von uns, ein Musiker, nahm seine Trompete zur Hand und blies darauf, um vorüberfahrende Dampfer oder Boote auf uns aufmerksam zu machen. Bald kam denn auch ein Boot und brachte uns auf den Schlepper„ Hansa". Eine Frau erzählt Folgendes: Auf dem Dampfer herrschte ein recht lustiges Leben. Alle besprachen den Verlauf des Ausfluges. Keiner dachte daran, daß er in den In eigener Sache Richter. Roman von L. Haidheim. ( Nachdruck verboten.) ( Fortsetzung.) Sie umstanden minutenlang in tiefem Schweigen das Bett, bann war es vorbei; der lezte Atemzug zitterte von den weißen Lippen. Die drei Herren murmelten ein kurzes Gebet, Graf Joseph fonnte es nicht. Es war furchtbar, was er in dieser Minute litt. Die Schwester drückte dem Toten sanft die Augen zu. Welch hartes unschönes Gesicht er hatte. - „ Ich bin Joseph, Graf Ebern aus Wien, Sohn des Grafen Franz Ebern", trat dieser zu dem dunklen jungen Manne, der offenbar auch ein Enkel war. Derbe blickte sehr überrascht ihn an. Und ich fürchte ich habe ihn-" Graf Josephs Lippen zitterten, er rang nach so viel Ruhe um auszusprechen:„ Ich habe ihn erschreckt." Sie bemitleideten ihn, die Herren; er sah so grenzenlos erschüttert und blaß aus. Wohl kaum in dem Maße. Er war ein Sterbender!" fagte beruhigend der Arzt. Wie ihm das Wort wohlthat! Er dankte dem Tröster, indem er ihm die Hand bot. Daß er gern genug glauben wollte, was ihm Erleichterung gab; daß er glaubte, obwohl er es im geheimsten Innern besser wußte, machte er sich auch nicht klar, vor dem ihn von neuem packenden Bewußtsein seiner verzweifelten Lage. Daß der Alte seinen Vater und ihn enterbt hatte, bezweifelte er jest garnicht mehr. Ich glaube, meine Herren, wir lassen die Schwester Veronika jezt ihres Amtes walten", sagte der Arzt und alle drei wandten fich der Thür zu, um hinauszugehen. Der dunkle Herr nahm ohne weiteres Josephs Arm:„ Bitte, Herr Vetter!" und bot ihm so den Vortritt. Mechanisch schritt der hinaus, die anderen folgten ihm. " Was soll werden? Was fange ich an?" schrie eine wilde, Befinnungslose Aufregung in Graf Joseph, indes sie hinabstiegen. Alm Fuß der Treppe hielt er plöglich den Schritt an. „ Ich habe meinen Großvater nie gekannt, ich möchte ihn-" Er sprach heiser vor Aufregung. Sie glaubten ihn zu verstehen. Gewiß! Gewiß, Herr Vetter! Gehen Sie zurück!" stimmte Der andere Entel ihm freundlich ernst zu. " nächsten Augenblicken den sicheren Tod vor Augen haben würde. Ich stand mit meinem sieben Jahre alten Sohn, meiner zwölf Jahre alten Tochter und meiner Schwiegermutter auf dem Hinterdeck, während mein Mann mit seinem Schwiegervater etwas weiter von uns entfernt standen. Eben sprach ich mit meinen Kindern, als plößlich ein heftiger Stoß den„ Primus" erbeben machte. Im Nu durchdrangen gellende Hülferufe die Luft. Alles schrie wirr durch einander:" Ein Dampfer hat uns angefahren! Das Schiff sinkt! Wir gehen unter!" Als der heftige Stoß erfolgte, fragte mich mein kleiner Sohn ängstlich Mutter, wir gehen doch nicht unter?" Kaum hatte er dies gesagt, als das Wasser von allen Seiten auf uns einstürmte. In Folge der nun ausbrechenden Panit wurde ich mit meinem Sohn ins Wasser geschleudert. Zwei Mal sank ich mit meinem Knaben in die Tiefe, fam aber immer wieder in die Höhe. Als ich zum dritten Male untersant, ergriff mich eine Hand und zog mich in ein Boot. Mein Sohn aber war verschwunden. Er war ein Opfer der Katastrophe geworden. Ich wurde mit noch einigen anderen Geretteten gelandet. Als ich in meiner Wohnung ankam, fand ich meinen todtgeglaubten Mann dort zu meiner großen Freude gesund und munter vor,( die Glückliche, wie viele aber trauern jetzt um die Angehörigen). Bald traf auch mein Schwiegervater ein, den man auch schon zu den Ertrunkenen gezählt hatte. Mein zwölf Jahre altes Mädchen war, als ich mit meinem Sohn in die Elbe geschleudert wurde und das Wasser ins Schiff strömte, am Schornstein unseres Dampfers herauf geklettert und von dort auf den noch in unserem Schiffe festsißenden Schlepper" Hansa" gesprungen. Meine Schwiegermutter dagegen ist ertrunken. * Zu der Dampfer- Katastrophe wird noch gemeldet, daß die Bahl der amtlich als vermißt Gemeldeten bis jetzt auf 96 angewachsen. Voraussichtlich werden die Arbeiten heute soweit gefördert sein, daß die Hebung erfolgen kann. Der Reichskanzler telegraphirte an den Oberpräsidenten in Schleswig: Tief ergriffen von dem Unglücksfall bitte ich Sie, den Familien der Verunglückten mein innigstes Beileid auszusprechen. Einem Bericht über Vorschläge für die Unterstützung der Hinterbliebenen sehe ich entgegen. Die erste Meldung, daß etwa 100 Tote zu beflagen sind, ist richtig. 183 Personen waren an Bord. Politische Nachrichten. Der Minister des Innern Freiherr von Hammerstein hat gelegentlich der Grundsteinlegung in Wilmersdorf eine Aeußerung gethan, die troß ihrer scherzWährend die drei befreundeten Männer im Eßzimmer verschwanden, stieg er mit bleischweren Gliedern die Treppe wieder hinauf. " Ich will leben! Ich will!" weiter empfand er nichts; von Denken fonnte keine Rede sein. Im Vorzimmer traf er die Nonne. Schwester, lassen Sie mich einen Augenblick mit meinem Großvater allein!" forderte er. Geroiß! Sofort Herr Graf!" sagte sie unterwürfig. Ob sie vorhin gehört hatte? Er dachte darüber nicht nach, all seine Geistesklarheit fonzentrierte sich auf einen einzigen Bunft. Fast bewußtlos that er alles was die Klugheit gebot. Bunächst schloß er die Thür des Sterbezimmers, nachdem er der Schwester stumm bedeutet, auf den Vorplab zu treten. Oder that sie dies freiwillig, zufrieden dort Luft zu schöpfen. Er fümmerte sich nicht darum. Er blieb, wie ihr schien, ziemlich lange im Gebet an der Leiche, in Wahrheit mochten es kaum zehn Minuten sein.. Als er herauskam war er aschfahl und sah förmlich entstellt aus. Möchten Euer Gnaden sich nur nicht zu sehr beunruhigen", sagte sie wohlmeinend zu ihm,„ der Herr Graf hätte die Nacht nicht überlebt." " Ich danke, Schwester, ich danke Ihnen", murmelte er und ging an ihr vorüber. Ein ältlicher Diener trat eben zu ihr; er trug was zur legten Toilette des Toten gehörte. Die Schwester fand die Bettdecke, die Kissen verschoben, als fie in das Sterbezimmer zurückfam. Der arme Herr! Er hatte sich über das Bett hergeworfen in seinem Schmerz den Sterbenden erschreckt zu haben, meinte sie bei sich. Sie hatte, gleichgültig geworden im Laufe ihres Amts, wirklich vorhin nicht gehorcht, sondern sehnsüchtig am offenen Fenster gestanden und ihr Brevier mechanisch lesend, über die Blätter des Buches hinweg gesehen. Zu dem alten Thomas sprach sie von dem allen kein Wort Schweigsamkeit war eine der Pflichten ihres Amtes, und noch mehr Verschwiegenheit. Graf Joseph Ebern stieg die Treppe hinab. Nuhe! Verrate Dich nicht. Lasse Dir nichts merten! rief er fich zu, mit der eiskalten Hand über die Stirn fahrend. Aber ihm war momentan die Selbstbeherrschung ganz unmöglich. Ein Bittern überlief ihn. haften Form einen Einblick in die von ihm gewünschte Handhabung der Verwaltung gewährt. Unter den dem Minister vorgestellten Persönlichkeiten, so meldet unser bl.- Mitarbeiter, befand sich auch der Gemeindevorsteher von Wilmersdorf. Herr von Hammerstein begrüßte ihn freundlich und richtete an den Ortsgewaltigen dann die Frage:„ Na! Halten Sie in Ihrer Gemeinde auch die Zügel recht straff? Ich liebe es, daß man die Bügel straff hält. Man fann dabei freundlich sein, aber immer stramm!" Und hierbei ahmte der Minister die Handbewegung eines Rosselenkers nach, der sein Pferd fest an die Leine nimmt. - Ueber die Beseitigung der Gerichtsferien schreibt man der„ Voss. 3tg." von juristischer Seite: Man denkt es sich in Laienkreisen so leicht, die Ferien zu beseitigen, ohne nicht nur den Richtern und den Anwälten die Gewähr für eine regelmäßige Erholungszeit zu nehmen, sondern auch der Justizverwaltung die ordnungsmäßige Leitung der Geschäfte zu erschweren, ja unmöglich zu machen. Man verweist dabei auf andere Zweige des Staatsdienstes", vergißt aber, daß bei den Richtern die Persönlichkeit des Einzelnen eine ganz andere Rolle spielt als bei den Verwaltungsbehörden. Dies gilt besonders von den Kollegialgerichten, wo jede Aenderung des Kollegiums zu Unzuträglichkeiten und Verschleppungen führt und eine einheitliche Rechtsprechung in Frage stellt. Beispielsweise wird eine 3ivilkammer, bei der jeder der drei Richter einen sechswöchigen Urlaub hat, mehr als ein Drittel des Jahres hindurch nicht regelrecht zusammengesett sein. Welche Schäden dies für die Allgemeinheit haben kann, liegt auf der Hand. Kommissarische Hilfsarbeiter werden, zumal bei größeren Gerichten, niemals das volle Arbeitspensum eines ordentlichen Richters leisten können, wenn sie immer nur auf die Zeit der Beurlaubung eines Richters eingestellt werden. Die Folge wird sein, daß die Bearbeitung der Sachen leidet. Ueberdies wird auch die Möglichkeit, Hilfsarbeiter aus der Zahl der überflüssigen Assessoren zu stellen, überschätzt. In Preußen würden, wenn man die Ferien auf das ganze Jahr verteilte, bei einec Ruhepause von sechs Wochen etwa 550, bet einer solchen von vier Wochen etwa 400 Assessoren ständig nötig sein, um die beurlaubten Richter zu vertreten. Da es aber ungemein unbillig wäre, fast drei Viertel der Richter zu einer Zeit zu beurlauben, in der sie mit dem Urlaub der Jahreszeit wegen nichts anfangen fönnen, müßte, falls die Mehrzahl der Beurlaubungen im Sommer stattfände, eine Zahl von Vertretern zur Disposition stehen, wie wir sie selbst in So schritt er ein paarmal im Hausflur auf und ab, bis er sich wieder in der Gewalt hatte. Den drei Männern hatte dieser hergeschneite Enkel nicht schlecht gefallen. Er fah gut aus, war, was man so nannte, ein fescher Rerl", elegant, Lebemann, aber ein Mensch, der offenbar ein Herz hatte und dessen Offenheit einen günstigen Schluß auf seinen Charakter zuließ. Nun trat er ein, verbeugte sich und wandte sich an den .Herrn Vetter". Ich habe mich Ihnen vorhin vorgestellt, mein Herr, aber ich fühle, mein plögliches Erscheinen bedarf doch einer Erklärung. Die Sache ist die, daß ich nicht wußte, wie es um den Großbater stand, der sich um mich nie gefümmert, mich aufwachsen ließ wie ein Unkraut im Feld." 44 Das flang sehr bitter. Er sprach aber sofort weiter:„ Ohne das mindeste gelernt zu haben, tröstete ich mich damit, daß ich meines Großvaters Erbe sein werde, bis mein Vermögen völlig aufgezehrt war. Da erst erfuhr ich zufällig, mein Vater und ich feien enterbt; ich tam so schnell ich fonnte meinen Großvater um Gerechtigkeit und ehrlich gestanden! um Geld zu bitten; er empfing mich nicht sehr gütig, aber er war ein Sterbender Sich schüttelnd schwieg er. Offener fonnte man nicht sein. Und feiner der Männer, die den Frembling interessiert anblickten, verhehlte sich, daß da vor ihnen eine dieser Eriſtenzen sich offenbarte, welche noch einen lezten verzweifelten Versuch vor dem Unter gange machen. Und er war Graf Eberns Enfel! „ Ich danke Ihnen für Ihre offenen Mitteilungen, Better Ebern, und will sie in derselben Weise erwidern. Zunächst ſtelle ich mich Ihnen als Burkard von Frohberg vor, meine Mutter ist die Schwester ihres verstorbenen Herrn Vaters und ebenso wie jener bei dem Großvater in Ungnade gefallen, seit sie gegen seinen Willen heiratete. Diese beiden Herren", er stellte sie vor: Doftor Freimann und Notar Haberkorn, haben dem Verstorbenen näher gestanden, wie irgend ein Glied seiner Familie und selbst fie haben keine Ahnung, in welcher Weise Großvater, der das unbeschränkteste Verfügungsrecht über seinen großen Besiz hatte, über denselben testiert hat. Er war zerfallen mit seiner ganzen Familie." Nur das eine weiß ich, Herr Graf, daß das Testament erst ein volles Jahr nach dem Tode des Erblassers eröffnet wers den soll und daß das lezte, er machte deren fünf im Laufe der legten beiden Jahrzehnte, vor reichlich fünf Jahren beim Kreis gericht deponiert worden ist". sagte Notar Haberkorn. ( Fortsetzung folgt.) Nr. 167. Obechessische Familienzeitung. Ihr follt fünfhundert davon in hartem Golbe haben, wenn doch nicht, daß ich das Geld hier habe? Es ist in London. Shr ichwört, mir nächſte ch haizuſtehen. Ich gehe in der Seite 2. Bound nahm und entfaltete zusammengefalteten Bogen Bavier aus ihrem Kleide bervor. Worten zu verstehen, sog Elisabeth Ryan mechaniſo einen Rüden nach Ryan Nr. 167. Kleines Feuilleton. Oberhessische Familienzeitung. ni den Goldonkel. zu fahnden hätten. Seite 3. der Appell an schien aus finanziellen Gründen ausgeschlossen. Mir blieb in diesem Dilemma nur ein Ausweg: Hierfür Dienstmänner anzuwerben, Dosegialitätsgefühl on die Spli - In der Zolltarif- Kommission des Reichstages erklärte gestern Staatssekretär Posadowsky, feinem Bundesstaate könne man das Recht nehmen, Abänderungen zum Bolltarife zu empfehien. Dies sei ein unbeschneidbares Recht der Staaten, das ihnen verfassungsmäßig zustehe. Der Staatssekretär bezeichnete hierauf der Deffentlichkeit gegenüber es für erfunden, wenn in Zeitungen etc. gesagt worden sei, der Tarif sei aus einem Ressort herausgegangen. Es hätten sämtliche reichs- und einzelstaatlichen Ministerien dabei mitberaten. Zum Schluß sagte Graf Posadowsky: Troß vielfacher lebhafter und eindringlicher Warnungen, die von ihm ausgegangen seien, habe die Kommission Erhöhungen gegenausgegangen seien, habe die Kommission Erhöhungen gegen über der Vorlage beschlossen. Das müsse er schmerzlich bedauern. Er glaube, daß der Zolltarif niemals zu Stande fomme. Die Rede des Staatssekretärs erregte allgemeine Verblüffung und wurde mit vollem Stillschweigen aufgenommen. Wie die„ Vossische Zeitung" hört, beabsichtigt die Mehrheit der Kommission am 8. Aug. Sie eine Pause in den Verhandlungen eintreten zu lassen. Sie trägt sich mit der Hoffnung, bis dahin die erste Lesung zu dieser Zeit des Assessorenüberflusses nicht besitzen. Wie sollte das nun werden, wenn einmal wieder ein Assessorenmangel, wie wir ihn vor 25-30 Jahren gehabt haben, eintritt, wenn etwa ein Krieg oder nur eine Mobilmachung dem Zivildienst den größten Teil der jüngeren Kräfte entzieht? In Berlin sind mehr als 500 Richter thätig. Ein Urlaub von sechs Wochen dürfte bei der angestrengten Thätigkeit der hiesigen Richter als normal angesehen werden. Nimmt man an, daß nur drei Viertel dieser Richter den Wunsch haben, zwischen dem 15. Juni und 15. September beurlaubt zu werden, so würden in dieser Zeit in Berlin allein etwa 200 Assessoren als Vertreter bon Richtern gebraucht werden, abgesehen von denen, die für erkrankte, zu andern Behörden beurlaubte usw. Richter nötig sind. Die Justizverwaltung würde hier vor einer Unmöglichkeit stehen, und ein allgemeines Justitium würde zeitweilig unausbleiblich sein. Da ist es schon besser, auch für das rechtsuchende Publikum, einfach den Sigungssaal zu schließen, zumal ja alle ihrer Natur nach schleunigen Sachen weiterlaufen. Auf einem anderen Gebiete liegt die Frage, ob es nicht angezeigt und möglich wäre, den Kreis der sogen. Feriensachen etwas auszudehnen. Hier anzusetzen, wird die Aufgabe reformatischer Bestrebungen sein müssen. Die Gerichtsferien ganz abzuschaffen, diesen Gedanken sollte man nicht nur im Interesse der Richter und Anwälte, von denen die letzteren nur dann in Ruhe fich der Erholung hingeben können, wenn ihre großen Processe nicht weiterlaufen, sondern auch im Interesse der sachgemäßen einheitlichen Rechtsprechung aufgeben. Professer Karl Gerhardt, der berühmte Kliniker, über dessen Tod wir gestern berichteten, wurde am 5. Mai 1833 zu Speyer geboren. Er studierte von 1850 an in Würzburg Medizin und promovierte 1856 daselbst unter Vorlegung einer Dissertation:" Beitrag zur Lehre von der erworbenen Lungen- Atelektase". Gerhardt war Assistent von Bamber und Rinecker, später bei Griesinger in Tübingen. 1860 wurde er Privatdozent daselbst. Ein Jahr nach seiner Habilitation beenden. Charbeiten the rabl ins Auge Ein schn bezig." in S Gin Knecht wurd gt, daß er ftar Dot, um auf Un berführt zu we c. Buzbach am Abend des Franz Gout on einem Au arüd. Die 2 Frankfurt a. M. Fahrpreisermäßigung zum Besuch der Düsseldorfer Ausstellung gewährt wird. Arbeitern industrieller Werke einschließlich der sachverständigen Führer wird eine Erleichterung des Befuchs in dieser Weise zugestanden, daß bei einer Teilnehmerzahl von mindestens 20 Personen, jedoch nur an Sonntagen, für die Person und das Kilometer in 3. Wagenklasse für die Hinfahrt und die Rückfahrt ein Preis von je 1,5 Pfg.( zusammen also 3 Bfg.) berechnet wird. Die Hin- und Rückfahrt muß an einem Kalendertage ausgeführt werden. Anträge auf Gewährung dieser Ermäßigung sind von den in Frage kommenden Unternehmungen 3 Tage vorher bei der Abfahrtstation zu stellen, bei großer Anzahl der betreffenden Besucher empfiehlt sich eine frühere Anmeldung. Seitens der Bürgermeisterei Gießen, des Vereins zur Förderung wirtschaftlicher Interessen zu Hennef a. d. Sieg und der Handelskammer Gießen war an die Eisenbahndirektion Frankfurt das Ersuchen gerichtet worden, eine allgemeine Fahrpreisermäßigung für den Direktionsbezirk eintreten zu lassen. Dieselbe wurde jedoch ab= gelehnt. - Im Leipziger Bankprozeß wurde auch noch die gesammte Verhandlung am Montag durch die Plaidoyers der Verteidiger ausgefüllt, als letzter von ihnen sprach Rechtsanwalt Dr. Zehme, in Verteidigung der Aufsichtsratsmitglieder Fiebiger, Vorester und Wilfens. Neuerdings wurde das Urteil in diesem Sensationsproceß für Mittwoch erwartet. Der Gesundheitszustand Krügers läßt viel zu wünschen übrig. Er erklärte gegenüber seiner Umgebung, er wolle gern sterben, da in der Transvaal- Sache doch nichts mehr zu erreichen sei. In Reuß ä. L. sind Strömungen eingeleitet zur Herbeiführung eines Anschlusses an die preußischen Eisenbahnen. Bisher haben die Bahnen von Reuß zu Sachsen gehört. ** Der heutige Krammartt war infolge des schönen Wetters sehr belebt. Die Kauflust ließ nichts zu wünschen übrig. Für Unterhaltung sorgte ein Karroussel und Schiffs= schaufel. Posen, 22. Juli. Der Enthüllung des Kaiser- Dentmats am 1. September werden auch der Reichskanzler, Graf Posadowsky, die Minister von Rheinbaben, Studt und voraussichtlich auch Freiherr von Hammerstein beiwohnen. Wien, 22. Juli. Sämtliche Blätter widmen dem verstorbenen Kardinal Ledochowski längere Nachrufe. Die Mittagszeitung schreibt: Mit ihm scheidet einer der fanatischsten Verfechter der national- polnischen Sache aus dem Leben. Das Neue Wiener Abendblatt bezeichnet Ledochowski als den streitbarsten Vertreter einer intransigeanten Politik. amerhin hatter ajammen gebed e hinter die H paren fie allei Zopfen und der Worte, dann Ri fe fich mit Meff minder gefährli dabon. Einer Andere fei der 2 gehandelt, beh 2. Division in Happen und di zu. Dagegen thier hat sich der Anficht: hauptung Se widerlegt erfo Klienten meh des Steinme habe. Das jenige geweje gn fret, fezt be auf 3 Mon FC Fran Hausmarichall heute hier ein ** Aus wie viel Teilen seßt sich ein Fahr= rad zusammen? Diese Frage beantwortet R. Hofer in der„ Rad- Welt". Er zählt alle Einzelheiten auf und kommt zu dem Ergebnis! ein Fahrrad besteht aus 980 Stücken. Wers nicht glaubt, der möge nachzählen. Rom, 22. Juli. Kardinal Ledochowski ist heute gestorben; 2. war seit 1865 Erzbischof von Posen und wurde anläßlich des Kulturkampfes am 3. Februar 1874 verhaftet und in das Gefängnis in Ostrowo verbracht, woselbst er ene 2 jährige Strafe verbüßen mußte. Der Kardinal ist nahezu 80 Jahre alt geworden. wurde er nach Jena als innere Kliniker berufen. Er wirkte daselbst bis 1872. Von da folgte er einem Ruf der Universität Würzburg, woselbst er bis 1885 thätig war. In diesem Jahre starb plötzlich der bekannte Kliniker Frerichs in Berlin. Gerhardt wurde sein Nachfolger und damit Leiter der zweiten medizinischen Klinik. Garhardt war ein Feind jeder Pose, jeder Effekthascherei, ein gerader Charakter konnte er gelegentlich auch grob werden, ohne verlegen zu wollen. ** Giessener Cagesneuigkeiten. ** Auf Grund einer Auslieferungsforderung der deutschen Regierung hat die Polizei heute Vormittag in Paris in der Rheinstraße den 40 jährigen, aus Schrattenbach gebürtigen Schreiner Wilhelm Bocher, der von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Fälschung und Betrügereien verfolgt wird, verhaft.t. Bocher wird bis zur Erledigung der Auslieferungsformalitäten im Gefängnis de la Santé gehalten. C* Das Regierungsblatt, Beilage Nr. 19, ausgegeben am 21. Juli enthält u. a. die Bekanntmachungen für die Prüfung für Hochbauaufseher, Dammeister und Kreisstraßenmeister im Spätjahr 1902; den Steuerausschlag zur Bestreitung der Bedürfnisse der Landwirtschaftskasse für das Rabbinat Darmstadt II pro 1902/03, die Aufbringung der Mittel zur Bestreitung der Bedürfnisse der Landwirtschaft der Provinz Oberhessen. „ Die ** Gegen den Patentverschluß. internationale Mineralquellen" bringt folgenden Artikel, weicher allgemeines Intereffe haben dürfte. Die zustäneige Bezirkshauptmannschaft hat an das Vürgermeisteramt Marienbad einen Erlaß gerichtet, in welchem unter Hinweis darauf, daß sich die Patentflaschen zur Füllung von Mineralwässern nicht eignen, der Brunnenversendung aufgetragen wird, daß fortab zur Füllung von Wässern, insbesondere der Rudolphsquelle, nur solche Flaschen verwendet werden dürfen, die mit einem guten Kork verschließbar sind. Diese Maßregel ist nicht nur aus hygienischen Rücksichten, sondern auch im Hinblick auf die Haltbarkeit der Mineralwässer von hoher Wichtigkeit. ** Aenderung in der Justiz prüfungstom= mission. An Stelle des verhinderten Senatspräsidenten Schäfer ist für die nächste Staatsprüfung der Ministerialrat Dr. Best in Darmstadt zum Mitglied der Prüfungskommission für das Justiz- und Verwaltungsfach ernannt ** Durch die Großh. Handelskammer Gießen wird uns mitgeteilt, daß für den Arbeiterverkehr der Strecke Weglar- Cöln seitens der Eisenbahndirektion Blick auf Blankenese vom Süllberg aus gesehen. पक ་་་ ་་་ ་་་ ་་་ ་་་ ་་་ ** Zur Erhöhung der Betriebssicherheit sollen auf den preußisch- hessischen Bahn die Hauptbahnlinien nach und nach mit Fernsprechanlagen versehen werden, die eine schnelle und bequeme Verbindung zwischen den Stationen und den Bahnwärterposten ermöglichen. Zwischen je zwei Stationen soll eine Fernsprechleitung gelegt werden, an welche alle auf dem Betriebsstreckenabschnitt befindlichen Bahnwärterposten angeschlossen werden. Aus Hessen und nachbargebieten. Fürstenhof). 2 hotels für den tändig hier Berfügung stehe Mainz. om Sonntag auf der Silberich bewertet wird, Schotten, 21. Juli. Heute Morgen 10 Uhr brach in der Scheuer und anhängendem Stall der Konrad Schmidt w. F uer aus, das auch auf die Nachbarscheuer des Herrn Böhm sich verbreitete. Dem raschen und energischen Eingreifen der Freiwilligen und Pflichtfeuerwehr ist es zu verdanken, daß das Feuer auf seinen Herd beschränkt blieb. Die Scheuern wurden zusammengerissen. Dem bei den 0 a nu * Biebrich burg, Herzog Fenster der hi C Erbenh unzheim 1/2 jährige M Das Kind wa 19. Bun Der zwe richtet, die ber großen den Thoren Trotz des ü Stern- Wander ein und wurd Dem Feitlofa Eurzen Ansp Fahrt lag Wanderfahre Um 9 1 Jeftaft im S eröffnet. Di Baue und Ve Bannern aus der Bühne Bannerreihe Herr Oberbür Blankenese, in dessen Nähe sich das entsetzliche Dampfer- Unglück ereignet hat, ist wohl in der ganzen Welt als ein Vorort von Hamburg bekannt, der wegen seiner malerischen Lage und des großartigen Schiffsverkehrs viel und gern besucht wird. Ein großer Prozentsatz der Landratten, die zum ersten Mal in Hamburg an der„ Wasserkant" vorsichtig vor Anker gehen, fährt zum mindesten nach Blankenese hinaus. Die Fahrt auf dem Elbufer unterhalb Altonas mit seiner ununterbrochenen Reihe von Gärten und Landhäusern an dem schiffbelebten Strom, bildet dann den eisernen Bestand der WanderErinnerungen für alle Zeiten. Die Dampfboote an der St. Pauli- Landungsbrücke machen die Fahrt alle Stunden; hierzu treten zahlreiche Extradampfer, so daß dieser Lieblingsausflug der Hamburger immer auf das bequemste zu erreichen ist. Aber auch der rüftige Fußgänger fommt auf seine Rechnung, wenn er auf der Elbchaussee nach Blankenese marschiert; reizende Landhäuser begleiten seinen Weg; die Aussicht auf die Elbe und die sogenannten Harburger Berge ist ent zückend. Blankenese ist das größte aller holsteinischen Dörfer und zählt fast 4500 inwohner. Sein Name hat einen sehr prosaischen Ursprung; er leitet sich von einem früheren ganz wüsten und fahlen Sandberg, der sogenannten„ Blanken Nase" her. Das zumeist von Schiffern und Fischern bewohnte Dorf steigt terrassenförmig zwischen den Hügeln auf; zahlreiche schmucke Villen im Besize reicher Hamburger Familien geben ihm das Gepräge der Wohlhabenheit. Die schönste Elbaussicht hat man von dem 76 Meter hohen Süllberg, der höchsten Spize der Hügelgruppe. Diese Erhebung ist mit einem Aussichtsturm bekrönt; von diesem Standpunkt aus ist unser Bild aufgenommen. herzlichen Be Die zur Un gebände zu Gießen auf den Minifter Deg bergeben we Bureau zur Ein lare gegen Entr fprechender Au Angebote 3uichlag Gießen, Ordeftr Ferdina Shones Inftrum 05 Balk- und Aug Renfabri Werke Löscharbeiten thätigen Spediteur Wenzel tam ein Waffertrahl ins Auge, sodaß es sehr schwer verletzt ist. um Besuch ewährt wird. Tich der jac cung des é ei einer Teil: jedoch nur an lometer in 3. Rüdfahrt ein Bfg.) berechnet in m Kalender § Ein schwerer Unglüdsfall hat sich laut Hess. 20sztg." in Schredsbach bei 8iegenhain zugetragen. Ein Knecht wurde von einem wütenden Bullen so schwer verlegt, daß er starb, noch ehe er zur Bahn gebracht worden war, um auf Unordnung des Arztes in die Marburger Klinik überführt zu werden. c. Buzbach, 22. Juli. Mit blutigen Köpfen tamen am Abend des 1. Juni die Musketiere unseres Rgts. f Gewährung Franz Gouthier und Ludwig Steinmetz 4./168 e fommenden Abfahrtstation Seitens der Böck| willkommen. Der Bundes- Vorsitzende Herr Th. Böd| ling- Essen dankte Namens des Bundes und erwiderte mit einem brausend aufgenommenen„ All Heil" auf die Feststadt Kassel. Der Vertreter des Dresdener Vereins, Herr Mar Ullrich, übergab nunmehr in feierlicher Ansprache das Bundesbanner, welches bisher in Dresden aufbewahrt worden war, an den Kasseler Sau 17a. Der Vorsitzende des Kasseler Gaues, Herr Blumenauer, übernahm das Bundesbanner und heftete zur Erinnerung an den Kasseler Bundestag eine neue kostbare Schleife an das Banner. Darauf intonierte die Liedertafel das Bundeslied, die Musik spielte die Weber'sche Jubel- Ouverture und die Festversammnimmt zu dem Antrage des Gaues 18, welcher die Ein. führung der Haftpflichtversicherung fordert, Stellung. Der Gau 18 hat im Interesse der gewaltigen Propaganda, welche eine derartige Versicherung darstellen würde, beschlossen, auf die Rückzahlung der üblichen 50 Pfg. aus der Bundeskasse zu verzichten. Herr Daltrop- Breslau ist gegen die allgemeine Einführung, er will haben, daß nur diejenigen Gaue versichert werden sollen, welche es selber wünschen. Nach langer, heftiger Debatte wird der Antrag auf Einführung der allgemeinen Haftpflichtversicherung an ( Schluß folgt.) von einem Ausflug nach hochweichel in ihre Kaserne genommen. Die Beiden hatten eine Picke aufeinander, den Besucher immerhin hatten sie Nachmittags in Hochweisel friedlich lung sang gemeinsam zum Schluße die Nationalhymne. r Förderung D. Sieg und t worden, eine en Direktions de jedoch ab. folge des schönen ts zu wünschen Tel und Schiff zusammen gebechert. Sogar eine Flasche Wein hatten sie hinter die Halsbinde gegossen. Auf dem Heimweg waren sie allein. Die Getränke rumorten in den Glenbahn stöpfen und der Krach war fertig. Zuerst wechselten fie Worte, dann Rippenstöße und zum Schluß bearbeiteten sie sich mit Messer und Seitengewehr. Jeder trug außer minder gefährlichen Verlegungen eine schwere Wunde davon. Einer schob die Schuld auf den Andern. Der Andere sei der Angreifer gewesen, er habe mit Notwehr gehandelt, behauptete Jeder. Das Kriegsgericht der 2. Division in Darmstadt dachte: Gleiche Brüder, gleiche Kappen und diftierte Jedem 5 Monate Gefängnis zu. Dagegen haben beide Berufung eingelegt. Gou thier hat sich einen Verteidiger genommen. Dieser ist der Ansicht: man müsse beide freisprechen, da die Behauptung Jedes, er habe in Notwehr gehandelt, nicht widerlegt erscheine, wenn man nicht der Aussage seines Derung der deut Klienten mehr Glauben bemessen wolle, wie derjenigen ittag in Paris des Steinmez, der sich verschiedentlich widersprochen Schrattenbach ge habe. Das Gericht glaubt dem Gouthier, daß er der von der Staatsjenige gewesen sei, der in Notwehr handelte, und spricht und Betrügereien ihn fret, setzt aber auch bie Strafe des Steinmetz von zur Erledigung 5 auf 3 Wtonate herunter. de la Santé ein Fahr: tet R. Hofer in auf und tommt 8980 Stüden. luß. Die enden Artikel, cfte. Die zu das Bürger gerichtet, in die Patent nicht eignen, d, daß fortab der Rudolphs verden dürfen, ar sind. Diese ischen Rück die Haltbarkeit t. FC Frankfurt a. M., 22. Juli. Der Oberhof- und Hausmarschall des Kaisers, Graf zu Eulenburg traf heute hier ein und besichtigte das Hotel Imperial( früher Fürstenhof). Wie man hört, soll eine ganze Etage des hotels für den faiserlichen Hof gemietet werden, die ständig hier durchreisenden hohen Herrschaften zur Verfügung stehen soll. Mainz. Während sich die Familie eines Weinhändlers am Sonntag auf der Regatta befand, wurde in ihrer Wohnung der Silberschrank, dessen Inhalt auf über 5000 Mt. bewertet wird, völlig ausgeraubt. * Biebrich, 22. Juli. Der Großherzog von Luxemburg, Herzog zu Nassau stiftete 8000 E. für ein großes Fenster der hiesigen Kirche. Sodann wurden die Verhandlungen des 19. Bundestages um 10.30 Uhr mit Verlesung der Präsenzliste eröffnet. Der Kassenbericht schließt mit einer Bilanz= summe von 214473,79 Mt. ab. Für die Deutsche Radfahrer- Zeitung wurden im Jahre 1901: 66 000 Mark ausgegeben. Der Bund hat 16 658,14 Mark Activa, denen 12 777,87 Mark Passiva gegenüberstehen. Der Sport- Ausschuß giebt eine Uebersicht der im Bundesgebiet, von Unterverbänden, sowie vom Bunde selbst veranstalteten Wettbewerbe. Es wurden im Jahre 1902 neue Wettfahrbestimmungen für Saalund Korsofahren ausgegeben, die den ganzen einschlägigen Sportbetrieb neu regeln. Eine reiche Thätigkeit entwickelte der Vertreter für Rechtsschuß. Der Mitgliederbestand betrug am 30. Juni 1902: 36 556. Die Thätigkeit des Vorsitzenden war in der Hauptsache der Einrichtung einer Zentralgeschäftsstelle gewidmet, diese Geschäftsstelle hat ihren Sitz in Effen und arbeitet in jeder Beziehung zufriedenstellend. Herr Böckling erklärt in seinem Bericht, daß die Bundeszeitung im Jahre 1902 die für ihre Erhaltung eingesetzte Summe nicht überschreiten wird. Es ist mit einer Versicherungsgesellschaft ein sehr vorteilhafter Abschluß getroffen worden, der den Bundesmitgliedern wesentliche Vergünstigungen gewährt. Während der Ausdauer des jetzigen Vorsitzenden find an die Gaue für Tourenbücher, Karten, Ehrenpreise 2c. 44 232, 68 Mt. gezahlt worden. Neueste Nachrichten. Berlin, 23. Juli. Der bei der Seehandlung als Kassenbote angestellte frühere Schußmann Friedrich Wagner ist gestern Nachmittag unter Mitnahme einer Summe von 54,000 Mt. flüchtig geworden. Wagner war von der Hauptkasse der Seehandlung beauftragt worden, Effekten im Werte von etwa 200,000 mt. bei hiesigen Banken einzulösen. Nachdem er 54,000 Mt. eingezogen hatte, verschwand er, ohne daß bisher eine Spur von ihm entdeckt werden konnte. Die nicht eingelösten Wertpapiere ließ er der Seehandlung durch einen Dienstmann wieder zustellen. Alle erforderlichen Schritte zur Ergreifung des ungetreuen Beamten find in die Wege geleitet. Berlin, 23. Juli. Der„ Lokal- Anzeiger veröffentlich ein Interview mit dem hier auf der Durchreise befindlichen früheren Bürgermeister von Blömfontein Dr. med. Keller. Nachdem derselbe sich über verschiedene Persönlichkeiten aus dem letzten Kriege geäußert, darunter auch über Krüger, den er einen halsstarrigen Mann nannte, bezeichnete er die Engländer als Gentleman. Die Konzentrationslager feien ein furchtbares Rapitel, doch hätten die Engländer selbst schwer darunter gelitten. Später hätten sich die Verhältnisse gebessert und in der letzten Zeit sei es in den Lagern durchaus wohnlich und angenehm gewesen. Zum Schluß erklärte der Bürgermeister, daß die Buren hätten Frieden machen müssen. Der Einzelne zeigte es zuletzt in seiner Erscheinung, daß es mit der Gesamtheit zu Ende gehe. Proviant und Munition waren zu Ende. Von allen Seiten umstellt und geheßt, mußten die Buren Frieden machen. Europäer und Eingeborene. Es entspinnt sich eine lebhafte Debatte wegen der zugelassenen Vertreterzahl der Gaue, da nach altem Brauch nur diejenigen Mitglieder vertretungsberechtigt Brauch nur diejenigen Mitglieder vertretungsberechtigt sind, welche am Bundestage ihren Beitrag bezahlt haben. Es sind im ganzen 115 Stimmen berechtigt( mit 6 Berlin, 23. Juli. Nach brieflichen Meldungen, die in Zum Kassenbericht Vorstandsmitgliedern) anwesend. nimmt Rechtsanwalt Daltrop- Breslau das Wort. Er Lissabon eingetroffen sind und dem Berliner Tageblatt aus will wissen, wie die Kasse am Bundestage steht. Mt. will wissen, wie die Kasse am Bundestage steht. Da- London zugehen, ist die westafrikanische portugiesische Kolonie rauf erklärt der Vorsitzende, der Bund habe einen Kassen- Benguela und die Bezirke nördlich davon in vollem Aufruhr. bestand von 47 000 art nach Bezahlung aller Rech- Nach Nachrichten, welche an der Küste am 22. Juni eingenungen, so daß am Schlusse des Jahres ein fleines Vermögen vorhanden sein wird. Vermögen vorhanden sein wird. Zum Bericht des Fahrwarts für Wanderfahren nehmen mehrere Herren das Wort, Fahrwart Richter antwortete auf die Frage nach dem versprochenen Bundeswegweiser, daß derselbe in sehr ausführlicher Form mit Profilen durch die Bundeszeitung veröffentlicht werden soll. Herr Bernhardt- Madeburg stellt eine Reihe von wichtigen Fragen. Der Wegweiser soll Eigentum des Bundes werden und wird von Herrn Richter selbst verfaßt. C Erbenheim, 22. Juli. Der Omnibusbesizer Der Omnibusbesitzer Runzheimer aus Wallau überfuhr gestern das bssicherheit 1/2 jährige Mädchen des Gemüsehändlers Hugo Sturm. Die Hauptbahn: Das Kind war sofort tot. echanlagen bequeme Ver BahuwärterStationen soll an welche alle lichen Bahngebieten. 0 Uhr brach in nrad Schmidt heuer des Herrn energischen Ein hr ist es zu ver beschränkt blieb. Dem bei den De sich das enteignet hat, ist sein Borort 19. Bundestag des Deutschen Radfahrerbundes. ( Ausführlicher Bericht). Kassel, 22. Juli. Der zweite Festtag brachte, wie bereits furz berichtet, die Einholung der zahlreichen Teilnehmer an der großen Bundes- Stern- Wanderfahrt vor den Thoren Kassels Seitens der Kasseler Kameraden. Trotz des über Nacht gefallenen Regens trafen die Stern- Wanderfahrer pünktlich um 8 Uhr Morgens hier ein und wurde im festlichen Zuge durch die Stadt nach dem Festlokal marschiert, wo die Fahrt mit einer furzen Ansprache endigte. Die Leitung der ganzen Fahrt lag in den Händen des Bundesfahrwarts für Wanderfahren, Herrn E. L. Richter. Um 9 Uhr Morgens wurde sodann ein feierlicher Festakt im Hanusch'schen Saal des Bundestages offiziell eröffnet. Die zahlreichen Abgeordneten der einzelnen Gaue und Vereine hatte, mit ihren prächtig geschmückten Bannern ausgerüstet, in einer malerischen Gruppe vor Die neuen Wettfahr bestimmungen finden lebhafte Kritik, weil sie zu eingehend und zu streng sind. Nach langer Debatte erklärt sich Herr Meyer bereit, die neuen Bestimmungen in gewünschter Weise zu ändern. Wie alle Jahre giebt Herr Wittenberg-Berlin den Bericht der Revisions- Kommission. Die Etatsüberschreitung von 27 425,74 Mt. wird einstimmig bewilligt. Es folgt sodann die Beratung der Anträge. Als erster Beratungsgegenstand kommt hier die Einführung der Haftpflichtversicherung für alle Bundesmitglieder zur Sprache. Herr Böckling giebt der Versammlung Mitteilung über in dieser Angelegenheit unternommene Schritte. ßartigen Schiffe Bannerreihe war das kostbare Bundesbanner aufgestellt. 3ahlung von 50 Pfg. das Mitglied bei Personenschäden Derr Oberbürgermeister Wüller hieß in einer längeren mit 100 000 Mt., bei Sachſchäden mit 40000 Mt. pro berzlichen Begrüßungsrede den Radfahrer- Bundestag Jahr versichert werden soll." Herr Bernhardt- Magdeburg Belt wird. Ein atten, die zum der„ Waffertant" fährt zum minaus. Die Fahrt lb Altonas mit Dachdeckerarbeit. Die zur Umbedung eines Teils der Dachflächen vom Anatomiegebäude zu Gießen erforderliche Dachdeckerarbeit soll unter Hinweis iffbelebten Strom, beg vergeben werden. Die nötigen Unterlagen liegen auf unserem| eihe von Gärten auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 auf dem Submissionstand der Wander ten. Die Dampf Bureau zur Einsicht offen und können daselbst auch Angebotsformu lare gegen Entrichtung der Selbstkosten in Empfang genommen werden. Angebote sind bis zum 31 d. Mts, vorm. 10 Uhr, mit ent li- Landungsbrüde sprechender Aufschrift versehen, portofrei an uns abzugeben. nden; hierzu treten To daß dieser Lieb ger immer auf das t. Aber auch der auf feine Rednung, fee nad Blankenele ndbäufer begleiten auf die Elbe und er Berge ift ent größte aller hol olt faft 4500 Cin inen sehr profaifchen on einem früheren en Sandberg, der Cafe" her. Das zu mig zwischen Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, 22 Juli 1902. Großh. Hochbauamt. Reuling. Reparaturwerkstätte für Orchestrions u. mechan. Musikwerke FerdinandBauer, Instrumentenmach. Gießen. Kirchstraße. Gießen. Schönes Instrument zum Verkauf ist in meiner Werkstätte aufgestellt. 00005 30006 Fischern bewohnte Balk- und Marmorwerke, Dampfziegelei|| Schmude Villen im er Familien geben Bohlhabenheit. Die Gefront; bon diefem Aug. Gabriel jr., Gießen. Raffenfabrikation.( 559) Werke Abendstern. 1 Bahnanschlüsse. Telephon Nr. 84. Ein Führer zum Wohlstand für Jedermann Das Buch ist der praktischen Erwerbslehre. Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner von Reinhold Fröbel. 3. Auflage. Preis geheftet 5 Mark, gebunden 6 Mark 50 Pfg. Die Wiener ,, Presse" ur teilte über das Werk: ,, Das Fröbel'sche Buch ist ein Volksbuch, ein praktischer Führer durch die Wirrsale des Erwerbslebens, ein Vade mecum für Jedermann. Es zeigt durch verständige Anweisung und praktisches Beispiel dem kleinen Mann wie dem grossen Capitalis ten, dem Handwerker wie Beamten, dem Kaufmann wie Landwirt kurz allen Ständen und Berufsarten die Mittel und Wege, wie der materielle Wohlstand zu begründen und zu erhalten, wie die ganze Erwerbsthätigkeit praktisch u. erfolgreich zu gestalten ist. Leipzig. Fröbel'sche Verlagshandlung. Maculatur- Papier abzugeben. ,, Gießener Neueste Nachrichten. troffen sind, hätten die Eingeborenen furchtbare Grausamkeiten an Europäern verübt und deren Besitzungen niedergebrannt. Es entstand eine allgemeine Flucht der Europäer. 70 von ihnen erreichten Novo Redonda in schrecklichem Zustande. Der Aufstand wird Mißbräuchen von Lotal- Behörden bei Erpressung von Steuern zugeschrieben. Hamburg, 23. Juli. Alle Versuche zur Hebung des " Primus" sind bisher vergeblich gewesen. Fortwährend werden Leichen bei Altona, Neumühl und Blankenese ange schwemmt. Die auf 104 angegebene Zahl der Ertrunkenen wird wohl noch steigen, da der Kapitän auf der Rückfagrt auch v.ele Passagiere mitgenommen hatte, die nicht Mitglieder des Vereins waren. An der Börse wird sich heute ein Eilbecker Bürger wählten gestern Hilfs- Komitee bilden. - in einer Versammlung ein Hilfs- Komitee, um die durch das Schiffsunglück Betroffenen zu unterstüßen. Große Summen sind bereits gezeichnet. Viele Herren erklärten sich bereit, Bollwaisen an Kindesstatt anzunehmen. Busch stellte seinne Cirkus zu einer Wohlthätigkeits- Vorstellung zur Verfügung. Gestorbene. Am 23. Juli: Auguste Koch, geb. Langermann 75 Jahre alt, Witwe des Fabrikanten Wilhelm Koch dahier. Wut- Koch- Rezepte überall zu haben, wo Wuf- Plafate hängen. Durch concurrenzlose CoronaFahrräder Bennerfolge ausgezeichnete und Dürkopp's Diana billigst. Sonstige prima deutsche Marken schon á Mt. 115 u. 130-. Eingetauschte, gebrauchte Räder massenhaft und enorm billig. in Gießen, Wetsteinstraße 44. Joh. Fr. Schaaf, renommirteſtes Geschäft der Branche Marianne Wulf, Schiller- Theater, Berlin, schreibt: „ Eine ganz vorzügliche Selfe ist Aok"; sie ist sehr milde und erhält die empfindlichste Haut zart und weich!" HOK- SEIFE Die Not- Selfe( Kräuter- Sahnen- Seife) tft infolge threr eigenartigen Busammenlegung nnd ihrer einfachen durch die Not- Methode gegebenen Anwendungsvorschriften, welche jedem Stud Seife beiliegen, bas beste, weil natürlichste und erfolgreichste Teintpflege- Mittel der Gegenwart. Gefchent- Badung A, in künstlerischer Kartonausstattung, 1 Stid r. 1.50, 3 Stud Mt. 4.50. 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Mannheimer Ruderverein ,, Amicitia", Mannheim. Offenbacher Ruderverein 1874 e. V., Offenbach a. M. OffenWetzlarer Ruderklub, Wetzlar. Giessener Ruder- Gesellschaft, Giessen. bacher Ruder- Gesellschaft ,, Undine", Offenbach a. M. Ruderverein ,, Hellas", Offenbach a. M. Wetzlarer Ruderklub, Wetzlar. Während der Regatta: Grosses Konzert, ausgeführt von der Kapelle des Leib- Dragon er- Regiments Nr. 24( Kaiser Nikolaus) Sonntag den 27. Juli, vormittags 9 Uhr: Beginn der Samstag den 26. Juli, abends 9 Uhr Gesellige Zusammenkunft auf dem Bootplatz. Anfang der Regatta: Vorrennen. 10 Uhr Frühschoppen am Bootplatz. Mittags 121/2 Uhr Festessen im Festsaale des Gesellschaftsvereins. nachmittags 3 Uhr. Nach Beendigung derselben Preisverteilung am Bootplatz. Abends 9 Uhr: Reunion in den Sälen des Gesellschaftsvereins für aktive und passive Mitglieder und die Inhaber der Passe- partout- Karten. Preise der Plätze: Im Vorverkauf: I. Platz Mk. 1.50, II. Platz Mk. 0.80. An der Kasse: I. Platz Mk. 2., II. Platz Mk. 1., Schürz'sche Bleiche 20 Pfg., nur Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt. Karten im Vorverkauf sind zu haben bei den Herren: Heinrich Hettler, Südanlage; Heinrich Noll, Mäusburg; Daniel Heil Nachf., Lindenplatz. unter Leitung des Musikdirektors Herrn Stützel. Programm: Vorrennen. Der Regatta- Ausschuss. Preise der Plätze für unsere Mitglieder nur im Vorverkauf bei Herrn Ernst Challier, Neuenweg 9: I. Platz Mk. 1.-, Beikarte 75 Pfg., II. Platz gratis, Beikarte 50 Pfg; Kinder unter 14 Jahren freien Eintritt. Der Vorstand der Giessener Ruder- Gesellschaft von 1877, e. V. Frühkartoffeln Offene Stellen: Poliklinik für Zahn- und Mundkranke. Steins Garten. Frühkartoffeln Donnerstag, den 24. Juli Großes Militär- Konzert ausgeführt von der Kapelle des I. Hannov. Dragoner- Regizu haben. Steinstraße 11. Saaterbjen zu haben bei G. Simon, Grabenstraße. ments unter persönlicher Leitung des Kgl. Muſik Wasche mit direktors Herrn Gehrmann. Anfang 8 Uhr. 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