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Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Was bieten die„ Giessener Neueste Nachrichten" ihren Lesern? " Die Gießener Neueste Nachrichten" wollen zur politischen Aufklärung Jedermann beitragen und die Interessen aller Stände, vornehmlich die des gesamten Bürgerstandes und der wirtschaftlich Schwachen vertreten; sie dienen keiner ausgesprochen politischen Partet, aber weniger dem Interesse eines Einzelnen. Die„ Gießener Neueste Nachrichten" besprechen in zahlreichen Original- Leitartikeln und einer sorgfältig ausgearbeiteten politischen Rundschau die politischen und wirtschaftlichen Tages- und Zeitfragen in unabhängigem Sinne und Geiste. Täglich werden der Redaktion die wichtigsten Nachrichten aus aller Welt durch eins der größten Depeschen- Bureaus auf dem sichersten und chnellsten Wege übermittelt. Zahlreiche Korrespondenten aus dem gesamten Verbreitungsgebiete unferes Blattes teilen alles Wissenswerte in volkstümlicher und kerniger Form mit, decken vorhandene Mißstände auf und geben so ein interessantes und treues Spiegelbild des ländlichen Lebens. Im lokalen Tell werden die Tagesneuigkeiten zur Kenntnis gebracht, kommunale Fragen und Wünsche besprochen, die Erscheinungen des Vereinslebens registrirt, über die Stadtverordnetenjitzungen unterrichtet. Vorzügliche Romane, Feuilletons aus allen Gebieten, praktische Mitteilungen verschiedenster Art, allgemeiner Briefkasten bieten des Unterhaltenden und Belehrenden eine Fülle. In den Beilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) fommen vorzügliche Romane und packende Gedichte zum Abdruck, dabei ist für unsere Kleinen eine Rätselecke mit eingefügt. Die Giessener Seifenblasen( wöchentlich) sorgen für den nötigen Wik und Humor und in der Oberhessischen Zeitschrift für Landwirtschaft, Obstund Gartenbau( wöchentlich) finden unsere Landwirte und Gartenbefizer reiche Anleitungen und Belehrungen für die Bewirtschaftung ihrer Ländereien und für die Haltung aller n ü lichen Haustiere; den schädlichen Tieren wird zur passenden Zeit ein Wort für deren Vernichtung und Bekämpfung geschrieben. Unablässig ist die Redaktion der„ Gießener Neueste Nachrichten" bemüht, den Kreis des Gebotenen zu erweitern, ausgehend von dem Gedanken, daß für das Bolf nur das Beste gut genug ist. Man abonnirt für 60 Pfg. pro Monat bei freier Zustellung( incl. der drei Beilagen) bei unsern Trägern, in der Expedition, Gieken, Neuens weg 28, oder bei der Post. Die Redaktion der ,, Giessener neueste Nachrichten". Vermischtes. * Verwundeter Wilderer. Am Sonntag, 14. Sept. stieß ein in Privatdiensten stehender Jäger bei Begehung seines Reviers in der Waldabteilung Weichselgarten bei München auf einen jagdmäßig ausgerüsteten Mann, der, als er den Jäger erblickte, mit raschem Sprunge hinter einem Baum sich deckte und auf den Zimmerwohn. Jäger anlegte. Der Jäger seinerseits gab rasch hinterraße 50, F. Coft. mer, 1 Treppe hod ftober oder späte h. Wallthorstr. 53,1 mit Küche und Bu nd. Leute zu ver Rodheimerftr. 29. erwohnung od per sofort zu Kirchstraße 2. obl. Zimmer uf Wunsch mit Penj Löbers- Hof 8, III. öbl. Zimmer Ballthorstr. 16, Ill miges Logis 18 sofort oder spät bergerftrage 36, I rdenwohnung mit Zubehör zu ver nil Log, Kirchenblaz möblirtes Zimmer instraße 42 mit voller natlich 50 Mt per 1, bermieten. Grünbergerstr. 15. Meine Logis mufe zu vermieten. Leop. Schlatter. rterstraße 31 Stod, bestehend aud Bleichplay, Garten Bubehör, fowie Stall tutscherwohnung, per zu verm. Näh. bei ant, Bahnhofftr. 18. Reigenfran eftens empfohlen juchard, Afterweg 7. 8] Entlarvt. Roman von Morik Lilie. ( Nachdruck verboten.) Offenbar befand sie sich in sehr gedrückten Verhältnissen, wenigstens sah ihre Kleidung ärmlich genug aus. Jezt packte die Frau einige Düten in einen mitgebrachten Korb, legte eine fleine Münze auf den Ladentisch und entfernte sich. einander drei Schüsse auf den Wilderer ab, worauf dieser zusammenstürzte. Als der Jäger sich ihm näherte, bat ihn der Wildcrer, der stark blutete, ihn in Ruhe zu lassen, da er doch bald sterben werde. Der Jäger nahm die Büchse des Wilderers und begab sich, um Hülfe zu holen, zum Bürgermeister von Großhadern. Als er mit diesem zur Stelle zurückkehrte, war der Wilderer verschwunden und nur mehr eine große Blutlache sichtbar. fernte Verwandte von mir, über deren Verbleib Sie Auskunft zu geben vermögen", erklärte der Gefragte. Sie ist die Tochter ienes Farmers, der Sie in Australien in sein Haus aufnahm. Nach dem Tode der Eltern haben Sie sich des Kindes bemächtigt. Sie sehen, ich bin gut unterrichtet; Ihr Leugnen hilft also garnichts." " Und wenn ich nun wirklich die wäre, für welche Sie mich halten, wie wollten Sie mich zwingen, die Wahrheit zu sagen?" versetzte die Frau. Das vermag selbst die Polizei nicht.". In dem Augenblick, als sie die Thür hinter sich schloß, traten die beiden Männer vor. " Frau Raday, wir haben mit Ihnen zu reden", sagte Martes ist besser für uns beide, wenn wir es nicht erst dahin kommen hofer, indem er den Mantelfragen zurückschlug, sodaß das Licht der nächsten Laterne voll auf sein Gesicht fiel. Das ohnehin schon bleiche Antlik der Frau nahm eine erdfahle Farbe an, und starr heftete sich ihr Blick auf den Sprecher. Aber nur eine Sefunde, dann wandte sie sich, und in vollem Laufe rannte sie die Straße entlang, Ancelot ihr sofort nach, während der Australier, der nicht so schnell zu folgen vermochte, zurückblieb. Durch Schmuß und Pfützen ging die tolle Jagd, bis die Frau endlich erschöpft an der Schwelle eines Hauses niedersant. Damit die endlich Gefundene nicht zum zweiten Male verschwand, faßte Ancelot sie fräftig am Arm. Weshalb fliehen Sie, Frau Raday?" sagte er, indem er mühsam nach Atem rang. " Ich heiße nicht so", versezte die Frau kurz und barsch. Soll ich als ehrbare Frau nicht fliehen, wenn mich auf offener Straße fremde Männer anreden?" " " Herr Markhofer ist Ihnen nicht fremd", sagte Ancelot bestimmt. Er fennt Sie von Auſtralien her, als Sie mit ihrem Manne auf der Farm des Herrn Reinhard bedienstet waren." Aber um des Himmels willen, sagen Sie mir doch nur, was Sie von mir wollen!" jammerte die Frau." Ich habe Sie nie gesehen; ich bin nicht die, für welche Sie mich halten." " Gut", entgegnete Ancelot mit eisiger Ruhe, dann weiß ich Rat, die Wahrheit zu ergründen. Ich werde mit Ihnen nach der Wohnung des Herrn Markhofer fahren. Kennt er Sie in der That nicht, so werde ich sie nicht weiter behelligen und für den gehabten Schreck entschädigen; andernfalls werde ich Sie aber zwingen, hören Sie es, Frau, zwingen, mir Rede und Antwort zu stehen." " Aber so sprechen Sie doch, was wollen Sie von mir- was soll ich thun?" fragte die Frau in ängstlichem Tone. " Ich suche ein junges Mädchen, Emmy Reinhard, eine ent" Das fäme auf einen Versuch an; vielleicht würden Sie doch gefügig werden", sagte der andere in spöttischem Tone. Aber lassen, sondern ein Abkommen in Güte treffen. Hier sehen Sie", fuhr er fort, ein Papier aus der Brusttasche nehmend und der Frau zeigend, diese Fünfhundertguldennote schenke ich Ihnen, wenn Sie meinen Wünschen Folge leisten." Gierig schaute die Frau auf das Wertpapier. Eine Weile schien sie zu überlegen, dann sagte sie: Folgen Sie mir in meine Wohnung. Wozu sollen wir hier in Wind und Regen stehen? Sie sollen erfahren, was Sie zu wissen wünschen." Sie schritt in den Hausflur voran, in welchem die tiefste Finsternis herrschte. Unwillkürlich packte Ancelot den Griff seines Revolvers fester, den er in der Tasche trug. Bis hinauf unters Dach führte die Frau den jungen Mann. der es schon fast bereute, sich der ihm gänzlich unbekannten Führerin anvertraut zu haben. Aber das brennende Verlangen, das Geheimnis von Emmys Aufenthalt zu lüften, ließ ihn jedes Bedenken überwinden. Endlich waren sie oben angelangt. Die ganze Einrichtung des Zimmers zeugte von großer Dürftigkeit. Ancelot hatte der Frau gegenüber Plaz genommen. " Sie wollen wissen, ob ich Frau Raday bin?" begann fie. Nun ja, ich führte früher den Namen Eva Naday, aber als ich, nachdem mein Mann gestorben war, aus Auſtralien zurückkehrte, heiratete ich zum zweiten Male und wurde Frau Mende; das war der Name meines zweiten Mannes. Auch mein zweiter Mann starb wenige Jahre nach unserer Verheiratung." " Das alles ist mir zunächst Nebensache", versicherte der Franzose mit einer abwehrenden Handbewegung. Bleiben wir bei dem Hauptpunkte stehen: Wo ist Emma Reinhard, welche Sie ohne jedes Recht an sich nahmen?" " Wir nahmen die Kleine, als wir die Farm aufgeben mußten, mit uns nach Sidney, wo wir sie für unser eigenes * Wien, 19. Sept. Der hiesige Gerichts- Advokat Dr. Nandel wurde wegen Untreue im Amte zu 2 Jahren schweren Kerker und Ersatz der vom Gläubiger- Ausschuß beantragten Summe verurteilt. * Ala( Tirol), 19. Sept. Der Advokat Murri wurde hier durch den Polizeikommissar Dr. Muck verhaftet. * Decazeville, 19. Sept. Der Ausstand hat seit gestern Abend bedeutend an Umfang zugenommen und Kind ausgaben. Nach dem Tode meines Mannes kehrte ich in die Heimat zurüd." Sie schwieg und schien weitere Fragen abzuwarten. Es waren zwei kleine Mädchen, welche sie bei Ihrer Abreise mit sich führten", sagte Ancelot nach einer furzen Bauſe. Das eine war Emmy Reinhard, wem aber gehörte das andere Kind?" „ Helene Bozdech ist die Tochter eines Mannes, der in einer Branntweinschänke beim Spiel seinen Partner erschoß und dafür an den Galgen fam. Als ich nach Europa reiste, nahm ich beide Mädchen mit mir, und fein Mensch zweifelte, daß sie meine eigenen Kinder feien, obgleich Emmy viel zarter und vornehmer aussah als Helene, die von gewöhnlichen, ungebildeten Leuten abstammt" " Eines Tages ging ich mit den Kindern im Prater ſpazieren; fie waren ein wenig zurückgeblieben. Plöblich vernahm ich Geschrei, Rufen und Fluchen, und zu meinem Schreden bemerkte ich, daß eines der Mädchen von einer herrschaftlichen Equipage überfahren worden war. Die Kinder waren im Eifer des Spiels der Fahrstraße zu nahe gekommen, der Kutscher hatte nicht rechtzeitig auszuweichen vermocht, und so war das Unglück geschehen. Die vornehme Dame, die in der Equipage gesessen, war ausgestiegen und erkundigte sich nach meinen Verhältnissen. Als sie erfuhr, daß ich Witwe sei, machte sie mir den Vorschlag, ihr das Mädchen zu überlassen, dem seltsamerweise nichts geschehen war. Ich stimmte zu; denn ich sah, daß die kleine ihr Glück machen werde, und am nächsten Tage unterschrieb ich vor Notar und Zeugen einen Verzicht auf alle Rechte an das Kind, wogegen mir die Dame und ihr Gemahl als Entschädigung breitausend Gulden auszahlten." Und dieses Kind war natürlich Emmy Reinhard?" unterbrach sie Ancelot haftig. In dem Gesichte der Frau zudte es plöklich auf, und ein lauernder giftiger Blick traf den Fragenden. " Habe ich das gesagt?" forschte sie in ängstlicher Haft. „ Dann habe ich mich geirrt. Es war nicht Emmy, sondern Helene, die Tochter des Gehenkten. Emmy Reinhard ist noch bei mir; sie wohnt und schläft hier, wenn sie des Abends thre Arbeit gethan hat." " Ihre Arbeit und des Abends?" fragte Ancelot erstaunt. " Die Kleine ist schön und jung dazu, taum achtzehn Jahre alt", meinte die Frau mit widerlichem Schmunzeln. Sie ist Mit glied einer Singspielgesellschaft und der Liebling des Publikums." " Mitglied einer Singspielgesellschaft?" fragte Ancelot entsegt. indem er aufſprang. 0000000000 1902 ་ ་ ་་་ ist jetzt ziemlich allgemein. Die Ausständigen beabsichtigen die Gruben sowie die Maschinen durch Arbeiter bewachen zu lassen. Man glaubt allgemein, daß der Streit von langer Dauer sein werde. Viele Gruben arbeiter haben Beschäftigung bei Landwirten angenommen. Bedeutende Gendarmerie- Verstärkungen sind eingetroffen. Ernste Zwischenfälle kamen bisher nicht bor. S * Paris, 19. Sept. Gestern wurde hier der Kongreß der Post- und Telegraphenbeamten eröffnet. Die Vereinigung zählt 20,000 Mitglieder. * London, 19. Sept. Ein furchtbarer Brand brach gestern in den Wolllagern der Docks an der Themse aus. Obwohl 18 Dampfsprigen in Thätigkeit waren, gelang es erst nach zwölfstündiger angestrengter Arbeit, das Feuer zu löschen. Zwei Feuerwehrleute erlitten Verlegungen. Der entstandene Schaden wird auf mehr als 100 000 Pfund geschätzt. * Von einer Stadt, die nie schläft, wird der Frff. 3tg." berichtet: Keine Stadt der Welt kann sich mit Butte in Montana( Vereinigte Staaten von Amerika) vergleichen. Es ist dies eine Bergwerksstadt mit etwa 45 000 Einwohnern- eine Stadt, die nie schläft. Die Läden, Vergnügungslokale und sogar einzelne öffentliche Bureaus sind Tag und Nacht offen; man kann sich zu jeder Tages- oder Nachtstunde rassieren lassen, ein Theaterstück sehen, in den Wirtschaften sich zu einem Spielchen niederlassen und Eintäufe aller Art machen. Der einzige Erwerbszweig der Bevölkerung ist der Bergbau; dieser wird ununterbrochen in drei Schichten zu je 8 Stunden betrieben. Und nach dem Drei- Schichten- System ist das ganze Leben geordnet; die ganze Nacht durch erstrahlen die Läden im hellsten Glanze elektrischen Lichtes, wohlgekleidete Menschen sieht man zu jeder Stunde umherpromenieren; nur weiß man nicht recht, ob sie eben aufgestanden sind oder erst zu Bett gehen wollen. Man muß nicht denken, daß es in Butte ähnlich zugeht. Die Bergleute verdienen sehr viel Geld, sie arbeiten intensiv und wollen auch ebenso intensiv das Leben genießen. * Wenn der König sein„ Bemmchen" ißt. Wir leſen in den„ Nachrichten für Grimma" geschrieben:„ Wenn König Georg ins Manövergelände ritt, so war von Absperrungsmaßregeln keine Rede. Wer den König in nächster Nähe sehen wollte, hatte die beste Gelegenheit dazu. Von dieser Gelegenheit ist denn auch reichlich Gebrauch gemacht worden; und man mußte dabei die Geduld bewundern, mit der der sächsische König es sich gefallen ließ, daß seinem Gefolge ein Schwarm getreuer Unterthanen sich anschloß, und die andauernde Freund lichkeit, mit der er jeden Gruß erwiderte. Nur dann wurde ihm die Neugier lästig, wenn sie ihn selbst beim Frühstück nicht ungestört ließ.„ Ich habe es nicht gern, wenn ich esse, und zehn bis zwanzig Hunrige schauen mir zu," wandte er sich das eine Mal an die ihn umgebende Menge, und ein anderes Mal fragte er sie: " Thr habt wohl noch Niemand Bemmchen essen sehen?" Beide Male erreichte er, daß den Zuschauern einigermaßen ihre Taktlosigkeit zum Bewußtsein kam. Sie wichen zurück- aber nicht weit, denn die Neugier siegte bald wieder." Aus Heffen und Nachbargebieten. ** Ujingen, 19. Sept. In Rod a. Weil tritt der Forstmeister Blackert, nachdem er dort 31 Jahre gewirkt hat, in den Ruhestand. Blackert war früher in furfürstlich- hessischen Diensten. m. Butzbach, 19. September. Der langjährige Rechner des hiesigen Mathildenstifts, Herr Gerbereibesitzer Jakob Küche I 4ter., ist gestern Nachmittag ganz plöglich verstorben. Herr Küchel litt schon längere Zeit an einer schweren Krankheit. ** Frankfurt a. M, 19. Sept. Unsere Nachbarge meinde Fechenheim erhält am 11. Oftober hohen Besuch. An diesem Tage trifft der Bischof von Fulda auf Station Mainfur ein, um am 12. in Fechenheim die Förmung vorzunehmen. ** Frankfurt a. M., 19. Sept. Heute früh wurde der 20 Jahre alte Georg Leister von Nieder- Eschbach, als er an der Station Eschersheim auf der verkehrten Seite den Bug verließ, um die Lokalbahn schneller zu erreichen, von dem von Frankfurt kommenden Personenzuge überfahren und getötet. ** Frankfurt a. M., 19. Sept. Als der Hehleret in den Diebstählen, die von Metzgerburschen in der Bauerschen Wurstfabrik begangen sind, dringend verdächtig sind bis jetzt sieben Metzger und ein Wirt verhaftet worden. Mehrere andere Wirte sind gegen Stellung hoher Kautionen auf fretem Fuße belassen worden. ** Frankfurt a. M., 20. Sept. Wie wir bereits meldeten, begann gestern Abend im" Frankfurter Hof" der 1. allgemeine deutsche Bankiertag durch einen von den Banken und Bankiers Frankfurts veranstalteten Begrüßungsabend. Der große Saal war schon nach kurzer Zeit bis auf den letzten Platz gefüllt, und die Elite der deutschen Bantiers dort versammelt. Als Vertreter des Magistrats war Oberbürgermeister Adickes, als Vertreter der Stadtverordnetenversammlung Stadtverordnetenvorsteher Geh. Justizrat Dr. Humser erschienen, ferner bemerkten wir u. A. die Staatskommissare der Börsen in Berlin und Frankfurt. Im Laufe des Abends begrüßte Handelskammerpräsident Kommerzienrat Andreae- Bassavant die Festversammlung und betonte, es erfülle die Frankfurter Banfiers mit wahrem Stolze, eine solche Anzahl Vertreter der deutschen Banken hier anwesend zu sehen. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß die Verhandlungen des Bankiertages einen gedeihlichen Verlauf nehmen möchten. Lebhafter Beifall folgte diesen Ausführungen. Ein reichhaltiges Buffet nebst entsprechenden Getränken sorgte für das leibliche Wohl der Gäste. Erst in später Stunde trennte man sich. ** Mainz, 19. Sept. Eine Erhöhung des Preises für Ochsenfleisch tritt hier vorerst nicht ein, da sich eine Minderheit der Ochsenmetzger dagegen erklärte. Litterarisches. Buren- Oberst Schiel, eine echte deutsche Soldatennatur, der totes mutige Kämpfer auf dem Schlachtfelde Helena seine abenteuerreichen Erinnerungen niedergeschrieben von Elandslaagte, hat während der Gefangenschaft in St. unter dem Titel: 23 Jahre Sturm und Sonnenschein in Leipzig zur Veröffentlichung anvertraut hat. Jede Seite des Südafrika", das er der Verlagsfirma F. A. Brockhaus in Manuskriptes, soweit es Schiels Abenteuer unter den Zulufaffern und die Zeit vor dem Burenkriege enthält, ist mit dem roten Stempel des englischen Censors der Kriegsgefangenen versehen. Diejenigen Teile des Werkes aber, welche über die Vorbereitung der Buren zum Kriege, über sind aus begreiflichen Gründen den Späheraugen des Censors die englische Politik in Südafrika und den Krieg handeln, entzogen worden. Nach dem reichen Inhalt zu urteilen wird das Werk bei jedem, ob Alt oder Jung, Mann oder Frau, größtes Interesse erregen. Wie die Verlagshandlung mitteilt, begreift man auf Grund seines Werkes, wie der südafrikanische Krieg möglich war, wie er kommen mußte und wie er so verlaufen mußte, wie er geendigt hat, mit der Unterjochung eines kraftvollen Eingeborenen- Volkes und mit der Vernichtung der Selbständigkeit der freiheitdürstenden dem Autor die Feder; seine knappen Schilderungen von GeBuren. Soldatischer Freimut gegen Freund und Feind führt fahren und Abenteuern, seine föstliche Erzählung derber Scherze reißen den Leser mit fort. Wir werden in der Lage sein, im Laufe des Erscheinens einen oder den anderen intereffanten Abschnitt aus Oberst Schiels Buch zu veröffentlichen. Das Werk erscheint zunächst in 18 Lieferungen zu 50 Pfg. Die Heimat seiner Hoheit" betitelt sich der neue, überaus spannende Roman des Zapp, mit dem das beliebte Moden- und Familien- Journal, Mode und Haus" ( Berlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35) seinen XIX. Jahrgang beginnt. In völlig neuer, hochmoderner Ausstattung, bedeutend vermehrt, in elegantem Umschlag präsentiert sich jetzt„ Mode und Haus" seinen zahlreichen Abonnenten, und trotzdem beträgt der Abonnementspreis nach wie vor nur Mt. 1-( Ausgabe ohne Colorits) resp. Mt. 1,25 ( Ausgabe mit Colorits) bei allen Buchhandlungen und Postanstalten. Neben einer vorzüglichen Moden- Zeitung mit großem Schnittbogen, der es jeder Dame ermöglicht, ihre eigene Garderobe und die der Kinder selbst herzustellen, sowie naturgroßen Handarbeiten bringt das Journal eine 20 Seiten starke, reich illustrierte Belletristik mit Beiträgen erster Autoren in jeder Nummer. Außerdem weisen wir hin auf die beliebten Beilagen„ Aerztlicher Ratgeber", illustriertes Damen- Wißblatt Humor" und die sehr begehrte, 8 Seiten starke„ Illustrierte Kinderwelt". So vereinigt sich alles in diesem Journal zu einem harmonischen Ganzen sodaß die deutschen Frauen immer mit Spannung dem Erscheinen ihres Lieblingsblattes ent gegensehen. Das Heft 18 von Hessenland", ausgegeben am 16. September, enthält wiederum ganz günstige Sachen. In unserer heutigen Nummer geben wir das u. a. mit enthaltene Gedicht in Schwälmer Mundart: De ahle schlächte Boh" wieder. Freunde der Hessenkunde sollten ein Abonnement auf diese Zeitschrift nicht scheuen. De ahle, schlächte Zoh.) ( Schwälmer Mundart.) Hansklos hat em lengte Backe So in ahler, schlächter Zoh, Krech de Angflad) senge Macke³), Fangt e löut se dowe¹) a. Alles dar e, än se destes), Bas sich nurscht erdenke luß, Dokterwärk) schlockt) hä zwo Meste 8), Dach es bleb om ahle Fuß. Hinnerch mennt, hä mißt en wärme, Hansklos dats, vergäblich blebs, On mâcht nu em Höus in Lärme, Däß m'r ment, e Angled") gebs. - Wellem rut met Schnaps se betseln 10), Hansklos bett¹0) sich vom Verstand, Menges11) woẞt e Dozend Retseln, On de Schmäh · bleb ver d'r Hand. Do seng Frä, die säi¹) bedächtig, Bruche mißt e„ ver" die Zeh, Nackenicht¹³) on metternächtig Mißt e o e Wasser geh, So on so mißt hä da spräche, Wasser namme en seng Möul¹); Hansklos dats, die Quâl se bräche Schmäße frechte bi in Göul! 15) Nu gung hä nâm¹6) lahme Schnejrer, Dä langt senge Zang vom Brät, Rosterig on on so wejrer, Nomm de Hansklos ens Gebät. Of on ab em ganze Härwel¹7) Donz en¹8) bi e lâhme Stut: Dretthalb Stâng durt das Gesärwel19) On Gegärgel20) bis ofs Blut. Do of emol de Knâche Ens, zwe, drei, em Stowedräck¹). On die Schmähe von sächs Wâche Wann, Göttlob, of emol wäg; Bi in Ädstack22) met drei Wazeln23) Sage öus, so stark on groß. Bi e Zweelengspår von Hazeln24), Bi in rächter dicker Klos. On de Hanklos säd:„ De Lemper25) Höt mich lang genung gefâhmt26), Langt Uch de Stattöffelstemper27), Stlapt en of, bo hä dro lahmt!" Da bi nu de lâhme Schenger28) Sich de Zoh langt von der Del29) On befuhlt met steffe30) Fenger, Märkt e bal, bâs wâr em Spel. Senge³1) Schmäh32) will necks33) bedejre³4), Konn e gâr gelehrt gemenn, Helf het hä gesucht bei Zejre35) Nurscht in Quätschekänn³6) wer drenn. Dach, meng Jang 37), das wär deng Gleckche38), Schreib dersch hebsch hej ver die Stänn³9), Du wascht ohne Gnad ems Eckche40), Wâd in Böm¹¹) de Quätschekänn!!" 1) Zahn; 3) Unflat, Bösewicht; 3) Fehler; 4) toben; 5) stillen; Arznei;) schlucken, trinken; 8) Meste, Fruchtmaß gleicht 30 Pfd. Roggen;) Unglück; 10) beizen; 11) Magnus; 2) sagte; 1) nackend; 14) Maul, Mund; 15) Gaul; 16) nach dem;") Herberge, Wohnung; 18) 30g er ihn; 1902) zwei spez. schwälmer Ausdrücke für sinnlos an etwas herumzuarbeiten; 21) Stubendreck; 22) Erdstock; 23) Wurzeln; 24) gedorrte Birnen; 25) Lump; geschmerzt; 7) Holzgerät zum Zeiftampfen der Kartoffeln; 28) Schinder; 29) Diele, Fußboden; 80) steifen; 31) fein; 32) Schmerz; 33) nichts: 34, bedeuten; 35) bei Beiten; 3) Zwetschenstein; 37) Junge; 38) Glück; 39) Stirn; 10) um die Ecke: gleich verloren sein; 4) Baum. J. H. Schwalm. 26 261 Werte Doktorarbeiten Preislisten Briefumschläge Rechnungen Plakate Tabellen Visiten-, Speise:. Weinfarten sowie alle sonstigen Buchdruckarbeiten bei mäßigen Preisen und solider Ausführung. duu jus di adnad 2nd at this unds tolbou signals kiti sigu Geburts-, Verlobungs-, Vermählungs-, Todesanzeigen Beileidskarten Gießener Verlagsdruckerei. ( vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei) Gießen, Neuenweg 28, im Gasthaus zum Löwen. OOOGOO JUGEND FÜR UNSERE habe. Erräth er aber nicht erreicht hat, worauf dann das Spiel von den Namen seines Schafes, dann wird er von demselben so lange geGelingt es ihm, ſein Schaf an der Stimme zu erkennen, so wird er burch dasselbe von seinem Amte abgelöst. schlagen, bis er den Neuem beginnt. Nr. 220. Montag, den 22. September. Oberhessische