Nr. 220. Erstes Blatt. Abonnem entspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen bierteljährlich Mt. 150. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Ober hessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Montag, den 22. September 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg. fonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Erbedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluk Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Politische Nachrichten. Berlin, 20. September. Das erste für den Dienst auf den großen Strömen Chinas zur Zeit im Bau begriffene Stanonenboot soll in der ersten Hälfte des Jahres 1903 die Ausreise nach China antreten. E sollen mehrere derartige Fluß- Kanonenboote für China in Dienst gestellt werden. - rücksichtigung finden, ist eine namhafte Herabsetzung der Industriezölle notwendig. Heilbronn, 20. Sept. Die hiesige Fleischer innung beschloß in ihrer heutigen außerordentlichen Versammlung, von einer Erhöhung der Wurst- und Fleischpreise vorerst Abstand zu nehmen, dagegen im Hinblick auf die hohen Viehpreise den Gemeinderat um zeitweise Aufhebung der Konsumsteuer zu ersuchen und Stellung zu nehmen. ferner überzeugt, daß ihm noch ein Thronfolger bescheert werde. Es liege gar kein Grund vor, daran zu zweifeln. Bezüglich der Best in Odessa sagte Dr. Berthenson, daß die Seuche infolge umfassender Vorkehrungen lokalisiert und für Europa keine Gefahr bestehe. Auf die Eingabe des Ausschusses der deut. ihn zu veranlassen, für das Oeffnen der Grenzen geschlagen wird. General Natos befindet sich auf dem Wege schen Turnerschaft an den Reichskanzler wegen Unterstützung von Turnhallenbauten in den polnischen Gebieten des Reiches ist die Antwort ergangen, daß anheim gestellt wird, sich mit bezüglichen Anträgen an die zuständigen Oberpräsidenten zu wenden, denen die Verfügung über den zur Förderung des Deutschtums bereitgestellten Fonds übertragen ist. Berlin, 20. Sept. Der frühere Präsident des Oberverwaltungsgerichts Dr. Persius ist gestorben. - Die ,, Germania" kann die Meldung, daß bei der Kölner Erzbischofwahl namentlich Bischof Dr. Schneider von Paderborn, Professor Dr. Esser aus Bonn und Dom- Kapitular Hespers in Betracht kommen, auf Grund guter Information als irrig bezeichnen. Berlin, 21. Septbr. Die feit einiger Zeit umlaufenden Gerüchtte, daß ein Mitglied des Centrums für den Posten des Unterstaatssekretärs im Reichsamt des Innern in Aussicht genommen sei, beziehen sich, wie der Lokal- Anzeiger erfährt, auf den Reichs gerichtsrat Dr. Spahn. In der am Samstag zu Berlin abgehaltenen nahezu vollzählig besuchten Sitzung der konservativen Fraktion gingen die Beschlüsse dahin: die konservative Partei steht nach wie vor fest auf dem Boden des ausreichenden Schutzes der gesamten nationalen Arbeit. Daher ist 1. die Zolltarif- Vorlage der verbündeten Regierungen nicht annehmbar, 2. auch die Beschlüsse der ersten Lesung der Kommission berücksichtigen die berechtigten Wünsche der Landwirtschaft nicht genügend. An der Bindung aller Getreide- und Viehzölle ist unbedingt festzuhalten, 3. falls die Forderungen der Landwirtschaft nicht eine wesentlich weitergehende Be7] Entlarvt. Roman von Moriz Lilie. ( Nachdruck verboten.) „ Schreck. Gemütserschütterung, Nervenaufregung fein Wunder!" sagte er leise vor sich hin. Dann gab er der alten Wärterin genaue Verhaltungsmaßregeln und versprach, früh am folgenden Morgen wiederzukommen. Brigitte begleitete ihn hinaus. Sagen Sie mir, Herr Doktor, ist Gefahr vorhanden?" fragte sie angstvoll. Der Arzt wiegte das Haupt hin und her. Eine Gehirnentzündung ist wohl niemals unbedenklich", erwiderte er, und eine solche wird sich zweifellos entwickeln. Befolgen Sie meine Vorschriften aufs Genaueste und sorgen Sie für größte Ruhe in der Nähe der Kranten." Der Arzt ging, die alte Frau aber kehrte sorgenvoll in das Krankenzimmer zurück. Bald darauf ließ sie der Schloßherr rufen und hörte ſcheiben wenig tröstlichen Bericht an, den dieſe erſtattete, meiner Tochter gewesen befahl er turz und wandte sich dann ter Foden Gie morgen, den Doktor zu mir, nachdem er bei wieder seinen Studien zu. Die Nacht verging sehr unruhig. Die Kranke lag in schwerem Fieber und phantasierte. Schon frühzeitig am nächsten Morgen erschien Ernas Vater im Krankenzimmer, um nach seiner Tochter zu sehen. Ihr Zustand war entschieden bedenklich, was auch der Arzt bestätigte, der bald darauf eintraf. „ Thun Sie alles, was Sie können, Doktor, die Kranke zu retten; wenden Sie Ihre ganze Kunst an, ihr das Leben zu erhalten, und rechnen Sie auf meine Dankbarkeit", sagte Herr von Faltenhof in einem Tone, dessen bittender Klang ganz ungewohnt an ihm erschien.- In den ersten Wochen kam der Arzt täglich zu früher Morgenstunde, und eine Zeit lang schien es, als wundere er sich jedesnial, die Kranke noch am Leben zu finden. Endlich aber zeigte sich eine Wendung zum Besseren, und als der Frühling ins Land gekommen, war jede Gefahr vorüber. Ueber den Tod der Königin der Belgier wird noch berichtet, daß dieselbe um 5 Uhr nachmittags ein leichtes Unwohlsein verspürte. Der herbeigerufene Leibarzt erklärte, der Zustand sei sehr unbefriedigend. Die Stönigin legte jedoch eine große Charakterstärke an den Tag und verriet keinerlei Aufregung. Sie er kundigte sich vielmehr nach mehreren Tagesfragen. Plötzlich gegen halb 8 Uhr versuchte sie sich zu erheben und sagte zu der Krankenschwester, sie fühle sich sehr unwohl. Als die Schwester herbeieilen wollte, sank die stönigin bereits zusammen und war sofort eine Leiche. Umgehend wurden die Mitglieder der königlichen Familie benachrichtigt, ebenso die Minister. Wie es heißt, wünschte die Königin in der letzten Zeit auf das bestimmteste, in Spa beigesetzt zu werden. Man glaubt jedoch nicht, daß diesem Wunsche entsprochen werden wird, die Beisehung vielmehr in Brüssel in der Königsgruft erfolgen dürfte. Brüssel, 20. Sept. Der Gemeinderat versammelte sich gestern Abend 11 Uhr und erließ einen Aufruf an die Bevölkerung, in welchem dieser der Tod der Königin mitgeteilt wurde. Der Gemeinderat berief alsdann die Mitglieder des Burenkomitees und vereinbarte mit diesen eine Vertagung des Besuches der Burengenerale in Brüssel. Vom Zar. Ein Mitarbeiter des„ Berl. Tagebl." hatte in Wien eine Unterredung mit dem Ehren- Leibarzt des Zaren Berthenson. Derselbe erklärte die Gerüchte, daß der Bar wegen angegriffener Gesundheit und Depression über das Ausbleiben eines Thronfolgers sich mit Rücktrittsgedanken trage, für unsinnig. Troß seiner kleinen zarten Figur besige der Bar eine außerordentliche Widerstandskraft und bedeutende Arbeits- Kapazität. Der Typhus vom Vorjahre habe feine Folge- Erscheinungen gehabt. Das Zarenpaar sei Gesicht, ein Ausdruck von Müdigkeit und Lebensüberdruß. Schwere Seufzer hoben die Brust des Mädchens, und zwischen den Wimpern stahlen sich perlende Tropfen hervor. " Es ist aus mein Lebensglück begraben, mag auch das Geheimnis begraben sein, daß ich verheiratet war!" flüsterte sie leise vor sich hin. Niemand soll es erfahren, keine Seele gessen wenn ich dies vermag!" soll es ahnen, und vergessen will ich, was hinter mir liegt, verWohl fannte außer dem Küster und dem Geistlichen drüben in dem bayrischen Gebirgsdorfe niemand ihr Geheimnis, und von denen hatte sie nichts zu fürchten. VI. Die Pflegemutter. Während sich die geschilderten Ereignisse auf dem Falkenbemüht, die Enkelin des Grafen ausfindig zu machen. Freilich hofe zutrugen, waren die Bewohner des Schlosses Rodeck eifrigst Dem Grafen und seinem Rechtsanwalt war um das junge verfolgten die Beteiligten dabei verschiedene Pläne und Absichten. Drädchen zu thun, Cue echte monit tan est me ben jollie, ausfindig zu machen, un, mit ihr gemeinſchaftlich ſeine Bläne Ancelot, bagegen war lediglich badu beige bie rant abat, geheueren Vermögens seines Gönners zu ſezen. Um ſeine Nach zu verfolgen, die darauf zielten, sich selbst in den Besiz des unforschungen bequemer ausführen zu können, mietete er sich in Wien eine Wohnung, und allwöchentlich einmal fuhr er hinaus Bemühungen Bericht zu erstatten. nach Schloß Rodeck, um dem Grafen über das Resultat seiner Sofort nach seiner Ankunft in Wien suchte Ancelot den ehemaligen Reisegefährten des Sohnes des Grafen, Markhofer, auf, dessen Adresse er von Hartwig erfahren hatte. Der junge Mann teilte Markhofer den Zweck seines Besuches mit und fand diesen gern bereit, ihm bei dem Aufsuchen der Frau Raday zu unterſtützen. " Ich würde mich unendlich freuen, die Tochter meines armen wiederzusehen", beteuerte der Mann treuherzig, und ich will Freundes Georg Reinhard, wie er sich in der Fremde nannte, Ihnen mit allem Eiser suchen helfen. Ich bin der feſten Ueberzeugung, die Ungarin wohnt hier in Wien und wahrscheinlich auch in der Gegend, wo ich sie fürzlich gesehen habe." Markhofer", meinte Ancelot, denn wenn die Frau merkt, daß " Wir werden sehr vorsichtig zu Werke gehen müssen, Herr man sie verfolgt, verschwindet sie möglicherweise auf NimmerIn den ersten Tagen des Mai saß Erna, in einen weichen Bolsterstuhl gebettet, an dem weit geöffneten Fenster ihres Zimmers und schaute in den sich mit zartem Grün bedeckenden Park hinaus. Ein schwermütiger Ausdruck lag in diesem, auch in seiner trankhaften Blässe noch so lieblichen und anmutigen wiedersehen." Zu den venezuelauischen Unruhen. Bort of Spain, 20. Sept. Präsident Castro befindet sich mit 3000 Mann auf dem Wege nach Valenzia, wo eine Schlacht nach Carracas. Die Lage wird immer ernster. Die Lebensmit großer Mühe über die Grenze gebracht werden und mittel- Preise steigen bedeutend. Das Schlachtvieh tann nur Jedermann sammelt Vorräte, um für alle Eventualitäten gesichert zu sein. Aus Algier meldet Petit bleu", daß dort der russische Großfürst Paul Alexandrowitsch, der vor kurzem mit der Frau eines Ingenieurs aus Petersburg verschwand, durch einen Revolverschuß in den Kopf einen Selbstmordversuch gemacht habe. Das Motiv hierzu ist noch nicht bekannt. Man glaubt aber, daß er den Selbstmordversuch verübte, weil die betreffende Frau erklärt habe, sie wolle wieder nach Petersburg zurückreisen. 13. Parteitag der Deutschen Bolkspartei. Offenburg, 20. Septbr. Der Parteitag ist zahlreich besucht. Die ,, Frankf. 3tg." berichtet darüber in folgender Weise: Zu Vorsigenden der Verhandlungen werden gewählt: HeimburgerKarlsruhe, Payer- Stuttgart und Rößler- Frankfurt, zu Schriftführern Rieth- Aschaffenburg nud ZirndorferFrankfurt. Den Parteibericht erstattet Dr. Heinrich Nößler. Er gedenkt ehrend des zu früh gestorbenen Abgeordneten Sänger- Frankfurt, bespricht die Wahlen in Baden, die Stuttgarter Gemeindewahlen und die Frant furter Landtagswahlen. Die Volkspartet, sagt er, ist feine große Partet und krankt nicht an Größenwahn, aber sie hat doch eine wichtige Mission im Vaterlande, sie muß die Kluft zwischen der Arbeiterpartei und der bürgerlichen Linken überbrücken helfen und durch ihren Einfluß wird im Süden so mancher Fortschritt durchgesezt, der auch für den Norden vorbildlich wird. Der Redner schließt unter allseitigem Beifall mit dem Mahn" Das Weib hat ein böses Gewissen, das beweist ihre Flucht vor mir", sagte der Australier nachdenklich. " Frau Raday hatte zwei kleine Mädchen bei sich, als fie fich nach Europa einschiffte", warf Ancelot ein.„ Emmy war ohne 3weifel eins davon; aber wem gehörte das andere? war bies ein Kind der Frau Raday?" " Nein, die Ungarin besaß keine Kinder." Dann haben wir wenigstens nicht zu fürchten, daß fie ihre eigene Tochter an Stelle der wirklichen Erbin unterschieben wird", versezte der naturalisierte Franzose befriedigt. " Die Frau weiß überhaupt nicht, von welch' vornehmer Abfunft ihr Pflegling ift", erläuterte der ehemalige Auswanderer. " Noch weniger hat sie eine Ahnung, daß dieser Anwartschaft auf ein reiches Erbe befigt. Die Klugheit wird uns gebieten, ihr für den Fall, daß wir sie auffinden, feinerlei Mitteilung von dem wahren Sachverhalt zu machen; sie würde sonst gewiß ihre Kenntnis zu Erpressungen mißbrauchen." " Das ist auch meine Ansicht, Herr Markhofer", fiel Ancelot rasch ein. Es ist große Vorsicht nötig. Lassen Sie uns Hand in Hand geben, beſter Herr, Ihrer Umſicht und meinem Gifer zuzuführen." wird es gewiß gelingen, die Angelegenheit einem guten Ende Er reichte dem Auſtralier die Hand, in welcher dieser kräftig einſchlug. " Es gilt", sagte der lektere, und es wird mich glücklich machen, meinem Freunde noch im Grabe einen Dienst zu erweisen. Von diesem Tage an wanderten Markhofer und Ancelot allabendlich die Straße auf und ab, wo ersterer die Ungarin gesehen zu haben glaubte, aber keine Spur von der Frau war wieder aufzufinden. Die Frau schien verschwunden zu sein. Es war an einem unfreundlichen, regnerischen Abende, als die beiden Verbündeten wiederum ihre Wanderung antraten. Bum Schuge gegen den Regen in ihre Mäntel gehüllt, schritten fie langsam dahin. ist Plöglich blieb Markhofer stehen. Mit festem Griff pacte er den Arm seines Begleiters. Eine Frau besorgte in einem Viktualienladen kleine Einkäufe. Sie ist es", flüsterte der Australier seinem Begleiter zu,„ cs die Raday." Mit weit aufgerissenen Augen starrte Ancelot auf das Weib. Diese Frau, das glaubte er aus dem rohen Gesichtsausdruce schließen zu müssen, war zu allem fähig. gebärdenden Frau gegenüberstand, fuhr zusammen. Sie wie Du eigentlich beschaffen bist. a, sie soll erfahren, Und wenn sie es ist, mag fie ich doch kennen lernen, Um Gottes, willen, es ist Synnove Denen Tex ergriffen, stürzte sie auf Frau Salgren zu. wußte, wer fam! Synnöve! Von einer furchtbaren Angſt daß ihre Mutter gebetefe Schwester ihre Synnove gen duldete. Er fragte wiederholt nach Trine, ehemaliger Amme. Synnove die Aubeinahe finster angesehen. Endlich öffnete Als er einmal feinen Blick auf Freda gerichtet, hatte er te bewölkt, und bläuliche Adern stark auf derselben sichtbar. Seine Stirn war borwurfsvoll, fa um fich. Zuerst erfar Sie blickte mit einem irren Ausdruck demiolben Mofahren, die nach langer internacht zaghaft sich hervorüber die frischen Blüthen und keimenden Triebe dahingesich herzustellen. Es war abermals wie ein starker Frost machen, das zärtliche Verhältniß zwischen derselben und zu begegnen, hatte sie aufgehört, fruchtlose Versuche zu Bustand Synnove veranlaßt, ihr mit sichtlicher Abneigung überall Einsamkeit und liebloses Wesen. Zukunft Nun aber die war thörichten ihren Bären i geworden. Gefühlen hatte Wie sie sich gestalten würde, gestalten müsse, in all den stillen Stunden, in welchen sie mit ihren bollständig abzuschließen versucht, Lars schon klar ihr Sie Kenntniñ Onkel von ruf zur Einigkeit der linksstehenden Parteien. Der Finanzstand des Volkes ist schlecht; nun flagen auch die Kreise, die in den guten Jahren für alle übertriebenen Ausgaben zu haben waren. Wenn unsere Sozialpolitik neue Anre jungen erfährt, so kommen sie nicht von der Regierung. Daß die Arbeitslosenversicherung auf die Tagesordnung unseres öffentlichen Lebens kommt, verdanken wir der deutschen Volkspartei und den Bemühungen Sonnemanns, die Anfänglich so viel Widerstand fanden. Der Redner berührt dann noch den Niedergang des Antisemitismus und den Verzicht Württembergs auf die eigene Postmarke. Die Zollfrage schwebt noch. Wir hoffen, daß die Politik der Handelsverträge, von der auch die Landwirtschaft Vorteil gehabt hat, fortgeführt wird. Es ist möglich, daß diese im Reichstag aber durchdringen, und daß wir Reichstagswahlen bekommen, die sich um den Zolltarif drehen. - Sonnemann bemerkt bezgl. der Anregung zur ArbeitsIosenversicherung, daß die Stadtgemeinden zuerst die Versicherung einführen sollten. Aber wir sind auch mit einem andern guten Wege einverstanden, wenn er nur zum Ziel führt. Handelt es sich auch nicht um die Lösung der sozialen Frage, so doch um einen weiteren Fortschritt zugunsten der wirtschaftlich Schwachen. Landtagsabg. Prof. Dr. Heimburger befürwortet sodann eine Reform der Wahlkreis- Einteilung. Er zeigt statistisch die Ungleichheit der Wahlrechts, die aus der Ungleichheit des Wahlkreisbevölkerungsziffer hervorgeht und der Rechten zu Gute fommt, während die Linke geschädigt wird. Dr. Größ- Berlin hebt die praktisch- politischen Schwierig feiten hervor, die der Reform entgegenstehen, und fordert eine Vermehrung der Reichstagssite. Bayer erinnert daran, daß nur die Wahlkreiseinteilung zur Debatte steht. " ** Das hessische Justizministerium hat soeben an sämtliche Staatsanwaltschaften und Justizbehörden des Landes ein Ausschreiben folgenden Inhalts gerichtet: Wenn gegen einen Offizier des Beurlaubtenstandes auf Zuchthausstrafe, auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und auf Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter rechtskräftig erkannt worden ist, so ist das Urteil in beglaubigter Abschrift unmittelbar dem Präsidenten des Reichsmiliärgerichts zu übersenden. Quidde hebt hervor, daß es sich darum handle, daß die jetzige Wahlkreiseinteilung einfach der Verfassung angepaßt werde. Venedey befürwortet die von Heimburger vorgeschlagene Resolution; ebenso Kohn- Dortmund Die Resolution wird angenommen. Sie lautet: manchmal gere Serren nennen gefelt werber Boubach un borf. Legtg fonnte Perfon Debungen gr bee geftaltung falls nur mit ** Aus d fich zweds g Waffergenoffer ** Neue Reichsbant- Nebenstelle. Am 1. Oktober wird in Neu- Ruppin eine von der Reichsbankstelle in Brandenburg a. H. abhängige Reichsbant- Nebenstelle eröffnet. ** Der Starkenburgische und Oberhessische MissionsVerein, die sich im Mai d. Is. in Frankfurt a. M. zu einer Hessischen Missionskonferenz zu ſammengeschlossen hatten, hielten vorgestern im großen Saale des Stadtmissionshauses zu Darmstadt thre diesjährige zahlreich besuchte Jahresversammlung ab, die durch Herrn Oberkonsistorialrat Petersen er öffnet wurde. Nach herzlicher Begrüßung der Erschienenen durch den Vorsitzenden, Herrn Landgerichtsdirektor Dr. Kolb, und einem Ueberblick über die Vereinsthätigkeit im letzten Jahre durch den Schriftführer, Herrn Pfarrer Röm held von Pfungstadt, erhielt Herr Pfarrer& ppler von Basel das Wort zu seinem Referate:„ Katholische und evangelische Missions praris". Aus vollſter Bedeutung des Werkes heraus schilderte er darin die Verschiedenheit der Leitung, der gesandten Missionare, der Sendungsaufgabe, der Sendungsmittel und der Sendungserfolge der Mission der katholischen und der evangelischen Kirche und fand für seine klaren und warmen Ausführungen die lebhafte Zustimmung der Versammlung. *** Polizeibericht. Die Thäter, welche auf der Rodheimerstraße in der Nähe des„ Abendstern" einen Burschen und ein Mädchen aus Heuchelheim, die sich auf dem Heimweg von der Krofdorfer Kirchweihe befanden, überfallen, das Mädchen belästigt und den Burschen arg mißhandelt und körperlich verletzt haben, sind am Samstag in Person zweier hiesiger verheirateter Arbeiter ermittelt und zur Haft gebracht worden. Im Laufe vergangener Woche kam ein junger schwarzer Jagdhund in hiesiger Stadt abhanden. Vermutlich ist das Tier gestohlen, vor Ankauf wird gewarnt. Aus einem Hausgarten der Göthestraße wurde am vergangenen Samstag ein 15 bis 20 Meter langer Gartenschlauch( Gummi) gestohlen. Ein hiesiger Ein-| wohner wurde gestern auf Requisition der Behörde wegen Meineides verhaftet; ebenso ein junges Mädchen wegen Verbrechens gegen§ 218 R.-St.-G.-B. Der Parteitag erklärt: Die heute giltige Wahlkreiseinteilung zu dem Reichstag entspricht infolge der seit ihrem Erlaß eingetretenen Verschiebungen in der Bevölkerungszahl den thatsächlichen Verhältnissen so wenig mehr, daß durch sie der Begriff des gleichen Wahlrechts illusorisch gemacht wird und daß ein auf Grund dieser Wahlkreiseinteilung gewählter Reichstag nicht als Spiegelbild der Volksmeinung betrachtet werden fann. Es ist daher eine Forderung der Gerechtigfeit und des ehrlichen Konstitutionalismus, daß eine neue den Bestimmungen der Reichsverfassung und Bevölkerungseinteilung Rechnung tragende Einteilung getroffen werde. Als Ort des nächsten Volksparteitages wird Heilbronn gewählt. Der Vorort bleibt in Frankfurt. Sozialdemokratischer Parteitag. München, 20. Sept. In der Nachmittagssigung wurde der Parteivorstand gewählt: Bebel und Singer wurden Vorsigende, Gerisch Kassierer, Pfannkuch und Auer Sekretäre. Nun fommt noch eine Alkoholdebatte, denn es liegt eine Reihe Anträge vor, den Alkoholismus zu befämpfen. Die Diskussion darüber wird verhältnismäßig rasch geschlossen. Die radikalen Alkoholanträge fallen alle unter den Tisch, dafür wird folgende Resolution gefaßt: M. Unglücksfall. Am Samstag Mittag furz nach 2 Uhr beobachteten wir, wie beim Sielbau an der unteren Wieseck ein Arbeiter, anscheinend am Kopfe verletzt, aus dem Kanalgraben herauf befördert wurde und, von mehreren Mitarbeitern gehalten, zu der nahen Bauhütte geschafft wurde. -Straßensperrung. Die Bewohner der Marburgerstraße und des Wieseckerweges weisen wir auch an dieser Stelle auf die heutige Bekanntmachung des städtischen Gas- und Wasserwerfs hin, nach welcher die Wasserleitung in genannten S'raßen am Mittwoch den 26. vorübergehend abgesperrt wird. ** Militärdienstnachrichten. v. Bierbrauer zu Brennstein, Leut. im 4. Großh. Hess. Inf.- Regt.( Prinz Carl) Nr. 118, in das Inf.- Regt. von Goeben( 2. Rhein.) Nr. 28 versetzt. ** Eisenbahn- Personalien. Das badische Mitglied der Direktion der Main- Neckarbahn, Geheimrat Robert Stub, wurde zum Vorstand der Rechnungsabteilung der General direktion der Badischen Staatseisenbahnen ernannt, und das Kollegialmitglied der lettgenannten Direktion, Regierungsrat Max Herrmann, nach Mainz versetzt und die ihm bei der Gemeinschaftsdirektion daselbst von Baden zu beseßende Mitgliedstelle übertragen. Der Parteitag erkennt rückhaltlos die Gefahr an, die aus einem übermäßigen Genuß alkoholischer Getränke für den Kampf um die politische und wirtschaftliche und damit die physische und geistige Befreiung der Arbeiterklassen entspringen; der Parteitag ist aber nicht in der Lage, die Agitation für die völlige Abstin nz von alkoholischen Getränken als eine der Aufgaben der Partei oder die Verpflichtung der Abstinenz als Voraussetzung für die Parteizugehörigkeit zu erklären. Die deutsche Sozialdemokratie ist cine politische Partei, die ihre politischen und wirtschaftlichen Grundsäße zu ihrem Programm niedergelegt hat. Daher muß es der Parteitag ablehnen, über ein Urteil zu fällen, die, wie die Frage der absoluten oder relativen Schädlichkeit des Alkohols, in das Gebiet der Sozialwissenschaften ge= hören. In der Erwägung, daß die deutsche Sozialdemokratie es von jeher als ihre Aufgabe betrachtet hat, die Arbeiter flasse nicht blos förperlich, sondern auch geistig und sittlich zit heben und sie so zur Führung ihres Befreiungs ampfes immer mehr zu befähigen, geht der Parteitag über die Anträge betreffend die Alkoholfrage zur Tagesordnung über. und Oberlais tommt gegen Monradsdorf, Merkenfrit Oberwal 20 000 Mt am ** Kro Hauptlehre mirtiamfeit Beteiligung feiern durft haben hier ganzes Jahr bon Gliedern sein Vater Munmehr he fohn, Herrn ernannt und übertragen. und die Lehre o. Libell Kirchweih; Jugend aus weniger. Längden und Grholung. 3öllner in ernannt und i ab die Verwal Das zweite Referat des Tages erstattete sodann in trefflicher Weise Herr Hoffaplan Palmer von Schönberg über das Thema:„ Die Feier unserer Missionsfeste", Es folgte die Organisation der neu gegründeten Hessischen Missionsfonferenz und die Beratung der vorge= schlagenen Statuten, die einstimmige Annahme fanden. Die Konferenz hat demnach den Zweck, ihre Mitglieder und Freunde auf dem Wege wissenswaftlicher Arbeit tiefer in das Verständnis der Theorie und Praxis der Missionsfragen einzuführen. Sie sucht diesen Zweck zu erreichen durch die Jahresversammlung, ein Jahrbuch und eine Bibliothek. Stimmberechtigtes Mitglied fann jeder evangelische Christ werden, dem die Heidenmission am Herzen liegt und der einen Jahresbeitrag von 1 Mark entrichtet. Bei der sodann vorgenommenen Wahl des Vorstandes für die Jahre 1902-1907 wurden gewählt: zum Vorsigenden Landgerichtsdirektor Dr. Kolb in Darmstadt, zum Schriftführer Pfarrer Römheid in Pfungstadt, zum Rechner Hofkaplan Palmer in Schönberg, sowie zu Beisißern Dr. M. Rieger in Darmstadt, Pfarrer Walz in Bessungen, Pfarrer Bezler in Mörfelden, Pfarrer Schlosser in Gießen, Stiftspfarrer Weber in Lich und Dekan Hainer in Hungen. Herr Pfarrer Widmann sprach unter allgemeiner Bustimmung dem seitherigen Vorstande den warmen Dank der Versammlung für seine Thätigkeit aus. Zum Orte der nächstjährigen Konferenz wurde Friedberg gewählt. =* Vom Manöver zurück- es lebe der Reservemann! Am Samstag sind mit der Bahn unsere 116er aus dem Manöver zurückgekommen und heute schon erfolgte die Entlassung der Reservisten„ Drum Brüder stoßt die Gläser an, es lebe der Reservemann", dieses allbekannte Lied hörte man schon gestern aus den kräftigen Soldatentehlen und heute Morgen erst, die Wogen gingen da bei Manchem noch viel höher, als sie dann mit der Reserv müße auf dem Ohr und dem R servistenstock in der Hand dem Kasernenthor den Rücken kehrten. Die Lust nach dem bürgerlichen Berufe machte ihnen das Herz so weit. Aber nicht alle blicken nach ihrer Entlassung vom Militär fröhlich und zuversichtlich darein; denn gar mancher muß sich jetzt eine Eristenz shaffen und eine Stellung in seinem Berufe suchen, dem er durch Erfüllung seiner Militärpflicht entzogen wurde. Aber der Riservist braucht nicht ängstlich zu sein, hat er sich doch während seiner Militärzeit schäzenswerte Eigenschaften erworben: Disziplin, Ordnungssinn, Pünktlichkeit und sicheres Austreten sind heutzutage schon Empfehlungen. Der Kampf ums Dasein wird von ihm dann viel leichter aufgenommen. Wir wünschen allen Reservisten, daß ihnen das bürgerliche Leben nun das bringen möge, wonach ihr Sehnen jetzt ist. Einstimmig angenommen wird ein Antrag, gegen den Fleischwucher zu agitieven und zu protestieren. Schmidt- Frankfurt teantragt eine Resolution, die Einführung des Proportionalwahlsystems für alle Wahlen zu verlangen. Pfannkuch weist darauf hin, daß das ja schon im Programm steht. Der Antrag Schmidt wird abgelehnt. Zu Ehren der russischen Genossen wird ohne Debatte einstimmig eine Resolution gefaßt, die den Zarismus und die Dienste, die ihm von deutscher Seite geleistet werden, verurteilt. Wildberger, ein einstiger Junger", der 1891 aus der Partei ausgeschlossen wurde, soll auf Antrag des Parteivorstandes und Andere wieder in Gnaden aufgenommen werden. Es wird aber von Schmalfeldt beantragt, den ganzen Beschluß vom 21. Oktober 1891 aufzuheben, damit alle" Jungen" wieder in die Partei eintreten fönnen. Dies wird angenommen. Der nächste Parteitag findet in Dresden statt. Damit ist Schluß der langen Tagung. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Prinzessin Elisabeth reiste heute Vormittag nach Schloß Wolfsgarten ab, wohin die gesamte Hofhaltung verlegt wird. Aus Hessen und Nachbargebieten. [-] Holzheim, 22. Sept. Gestern feierte man unsere seit langen Jahren beliebte und befannte Kirchweih. Der Himmel war uns Holzheimern sehr hold, und infolge des schönen Wetters waren von den nächstgelegenen Ortschaften gekommen. Die Wirte hatten vollauf zu thun wie von Gießen und Buzzbach sehr viele Kerwegäste herbeitrog der von verschiedenen Seiten gern gesehenen Abschaffung unseres Volksfestes. - " [-] Holzheim, Hier hat man einem Landwirt einen die legthin hier lag, mit keiner besonderen Kost aufger artet bösen Streich gespielt. Derselbe soll seiner Einquartierung, haben, und irgend welcher gute Freund" hat diese ErzähDeffentlichkeit übergeben. An der Sache ist aber kein wahres lung" poetisch in der„ Buzzbacher Zeitung" der breiten Wort; der betreffende Landwirt ist selbst Soldat gewesen und hat seinen Manövergast sehr anständig bewirtet. Die Sache wird ein gerichtliches Nachspiel haben. Recht fidel und in bestee harmonischer Stimmung feierte gestern der Gesangverein Heiterkeit" in Cafè Leib sein 24jähriges Stiftungsfest. Nicht allein, daß die Mitglieder mit ihren Angehörigen fast vollzählig erschienen waren, auch von den eingeladenen hiesigen Brudervereinen hatten sich sehr viele mit eingefunden, um mit der Heiterkeit" heiter zu sein. Der Vorstand hatte aber auch Hand in Hand mit dem Dirigenten, dem Herrn Lehrer Becker, ein Programm aufgestellt, welches der ganzen Festverſammlung schr zusagte. Mehrere Chorlieder, darunter Des Kindes Sehnen",„ Tief ist die Mühle verschneit" und der„ Schwur freier Männer", wie neben den Konzert Piecen auch die komischen Vorträge brachten sehr schnell eine urfidele und dabei sehr gemütliche Stimmung in den Saal. Zum Schluß gab's dann noch das Theaterstück:„ Auf der Alm da giebt's fa Sünd" Man hatte damit, als letzte Nummer, das Beste aufgehoben. Wer das Stück auch schon gesehen hatte, die Bretterkünstlerinnen und Künstler der Heiterkeit, sie hatten Schwung in das Stück hineingelegt, so daß man's am gerngesehenen Beifall beim Fallen des Vorhanges auch nicht fehlen ließ. Ein Tänzchen bildete den Schluß des Abends. Heute Vormittag fanden sich die Sänger zum Frühschoppen im Schipfapaß" ein, daß es auch hierbei recht fidel zuging, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Manches Glas wurde auf das nächstjährige, das 25jährige Stiftungsfest dabei geleert. **( Privattelegramm.) Bei der heutigen Schlußziehung der Darmstädter Schloßfreiheitslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 100 000 f. mit der Prämie von 150 000 Mt. zusammen eine Viertel Million auf das Los Nr. 8075 nach Mainz, ferner 10000 mt. auf 1550 ebenfalls nach rainz. 5000 Mt. auf Nr. 19 498( Darmstadt), 1000 Mt. auf Nr. 24 938( Offenbach), 500 Mk. auf Nr. 22 291 und 23 199. Steinberg- Wagenborn, 23. Sept. Unser Kirchweihfest, zu dem uns der sonnige Himmel das herrlichste Wetter geschenkt hatte, hat den denkbar schönsten Verlauf genommen. Ueberall fam man von Nah und Fern, um mit uns zu feiern. Besonders von Gießen strömten um die Nachmittagsstunden ununterbrochen und scharenweise die Besucher herbei. ge= ** Weblo verwalteten A tragen worden * Keltero 23. und 24. ftattfindenden stelle für Ob Angebote und einen guten drücklich sei werden darf. in Steinberg und zwei in Wagenborn) von ihrem StaminKurz vor 4 Uhr zogen die vier Vereine( zwei lokal aus, die festlich geschmückten Dorfstraßen und unter den Klängen der Musik und mit wehenden Fahnen ging es hinab zum Festplatz. Dieser, in dem Wiesengrunde zwischen beiden Orschaften gelegen, war bereits belebt worden. Zwei Karoussels sorgten für Abwechslung, von denen aus eine lange Gasse mit Schaubuden auf beiden Seiten zu den Tanzböden führten. Letztere waren das Endziel der einzelnen Vereine, für die je ein Tanzplatz errichtet war. Nachdem die Fahnen hier niedergestellt waren und die einzelnen Musikabteilungen ihre erhöhten und umkränzten Sitze eingenommen hatten, begann der Tanz. In den Zwischenpausen konnte man sich bei den langen, fürsorglich überdachten Sizreihen, um die durstigen Kehlen zu stillen, erholen. Gegen Abend zog man wieder mit Musik in die gewohnte Dorfschente und feierte und tanzte hier noch lange, sehr lange weiter. ** Drei Neuesten Nad ** Schotten. Nach nahezu einjähriger Arbeit ist unser Rathaus, ein Denkmal früherer Zeit, wieder vollständig dem früheren Aussehen entsprechend hergerichtet worden und gewährt nun einen stattlichen Anblick. Das Holzfachwerk, vornehmlich aus Eichenholz gezimmert, war gut erhalten geblieben und hat einen braunen Anstrich, die Fenster zierliche und sechseckige Scheibchen, die Ecktürmchen neue Beschieferung erhalten. Die innere Einrichtung entspricht allen Erwartungen. Es können in dem Gebäude wieder Versammlungen usw. abgehalten werden. so luftig erzä Strähwintel, fi der alten Kai Mainmetropo ** In dem Wahlbezirk Schotten kommt allmählig die Wahlbewegung in Fluß. Der seitherige Abgeordnete Sebastian Weidner wird voraussichtlich nicht wieder gewählt werden. Nach einer Statistik soll derselbe im 31. Landtag 321 Mal gesprochen haben, was das Land jedenfalls viel Geld gekostet hat. Und was hat Herr Weidner nicht für mö hierorts bor „ Der Grillen fich der Ver weiblich luftig bauten ein Ra es die weiser gefangen? M bergaß- die fahrt zu dem Kein Wagen Neubau fürs zubringen, u in der Barfü Kabinette an 3wvei enge R und auch di Wunderfelt Frankfurt." ** Franti meinen De Thorwart F febe und schl Der Diskussion f zu dieser Sache Der erste allger des Checkverfeh Die Reich gefe glaubt nicht, bringendes Be Die Reichsregie ** Frant Bantiertag ha wald- Denkmal ** Eise gestern früh einen Güterzu felben, welche waren, geriet Gifenteile eing fabren en Buge find nicht zu ** Rheinhe burgundertraut Leje ersehen la Herbste sein. bezahlt. Das ** Wiesba thal bei einem Elisabeth M machte in der Selbstmor Fenster ihrer Ile. Am 1. Oftober Reichsbankstelle in manchmal geredet! Man hört jezt schon die Namen mehrerer Herren nennen, die als Kandidaten für den Wahlkreis aufgestellt werden sollen, u. a. Sanitätsrat Dr. Vogel in Laubach und Oberförster Dr. Weber in Konrads= dorf. Legtgenannter Herr ist den Vogelsbergern eine be= fannte Persönlichkeit, er hat sich um das Aufforsten von Dedungen große Verdienste erworben, ebenso um die Neugestaltung des Sparkassewesens. Seine Wahl würde jedenfalls nur mit Freuden zu begrüßen sein. ** Aus dem Vogelsberge. Einige Ortschaften haben sich zwecks gemeinsamer Wasserversorgung zu einer Wassergenossenschaft zusammengethan, wie Feuerbach und Oberlais. Ein großartiges gemeinsames Projekt tommt gegenwärtig von den Gemeinden Ortenberg, Konradsdorf, Dchartsborn, Wippenbach, Lißberg und Merkenfritz zur Ausführung. Gewaltige Quellen wurden am Oberwald gekauft und die Gesamtanlage dürfte über 20 000 Mt. fosten. Nebenstelle eröffnet. Theffische Missions rankfurt a. M. zu onferenz 34Jestern im großen Darmstadt thre Dersammlung t Petersen er üßung der Gr En Landgerichts blick über die ch den Schrift Pfungstadt, er das Wort 34 ebangeliige Bedeutung des e Verschiedenheit Der Sendungs Sendungserfolge er evangelischen 1 und warmen er Versammlung. sodann in treff Schönberg über issionsfeste", gegründeten Hes tung der vorges Annahme fanden. Mitglieder und Arbeit tiefer in Missionsfragen eichen durch die eine Bibliothek. ngelische Chrift liegt und der htet. Bei der Vorstandes lt: zum Vor Darmstadt, zum ot, zum Rechner Beifißern Dr. M jungen, Pfarrer in Gießen, Hainer in nter allgemeiner warmen Dant Zum Drte der gewählt. gebieten. te man unsere feit rchweih. Der und infolge des enen Ortschaften ermegäste herbei hun- trog der bschaffung unseres Landwirt einen r Einquartierung, Roft aufgerartet " at diese Erzäh g" der breiten aber fein wahres dat gewesen und rtet. Die Sache Infer Kirchweih errlichste Wetter clauf genommen. ** Krofdorf. Mit dem 1. Oktober tritt der hiesige Hauptlehrer Herr Weil, nach einer 54jährigen Amtswirksamkeit und nachdem er vor 4 Jahren unter großer Beteiligung der Gemeinde sein goldenes Amtsjubiläum feiern durfte, in den wohlverdienten Ruhestand. Wir haben hier den gewiß seltenen Fall, daß beinahe ein ganzes Jahrhundert in dieser Gemeiude der Schuldienst von Gliedern derselben Familie ausgeübt wird. Schon sein Vater war beinahe 50 Jahre Lehrer dortselbst. Nunmehr hat die Regierung zu Koblenz den Schwiegersohn, Herrn Lehrer Hoffmann I. zu seinem Nachfolger ernannt und ihm die Befugnisse eines Hauptlehrers übertragen. Möge diese Verbindung für die Gemeinde und die Lehrersfamilie zum Segen sein. o. Lüzellinden. Sehr gut besucht war unsere Kirchweih; friedlich und vergnügt tobte sich unsere Jugend aus, und die Alten sie amüsierten sich nicht weniger. Flotte Musik sorgte für ein gemütliches Tänzchen und die Wirte auf's Beste für die körperliche Erholung. - ** Weylar. Herr Katasterlandmesser Hermann Zöllner in Braunfels ist zum Kataster- Kontroleur ernannt und ihm für die Zeit vom 1. November d. Is. ab die Verwaltung des bisher von ihm auftragsweise verwalteten Katasteramtes Braunfels definitiv übertragen worden. ** Kelterobstmarkt in Frankfurt. Zu dem am 22., 23. und 24. Septbr. in der Stadthalle, Klostergasse 14, stattfindenden Kelterobstmarkt liegen bei der Zentralstelle für Obstverwertung zu Frankfurt bereits zahlreiche Angebote und Kaufaufträge vor. Der Markt verspricht einen guten und lebhaften Verlauf zu nehmen. Ausdrücklich sei bemerkt, daß nur Kelterobst gehandelt werden darf. ** Drei Schildbürgerstädchen erzählen die Frankf. Neuesten Nachr.": Die Abderiten, von denen Wieland so lustig erzählt, die Bürger von Schöppenstädt und Strähwinkel, sind noch nicht ausgestorben und selbst in der alten Kaiserstadt Frankfurt, der intelligenzreichen Mainmetropole, passieren manchmal Sachen, die man nicht für möglich halten sollte, wenn man bedenkt, daß hierorts vor jetzt nahezu 400 Jahren das berühmte Buch " Der Grillenvertreiber" herausgegeben wurde, in dem sich der Verfasser über allerlei Schildbürgerstückchen weidlich lustig macht. Die weiſen Herren in Schilda bauten ein Rathaus und vergaßen die Fenster. Haben es die weisen Herren von Frankfurt schlauce an= gefangen? Man baute ein neues Schauspielhaus und vergaß die Kaffenlokalitäten! Man baute eine Einfahrt zu dem neuen Hause und machte sie zu eng! Kein Wagen fonnte durch. Und man machte einen Neubau fürs neue Rathaus, um das Tiefbauamt unterzubringen, und vergaß die Aborte! Jezt klebt man in der Barfüßergasse rasch die doch ziemlich notwendigen Kabinette an den Neubau an. im Theater hat man zwei enge Räume nachträglich für die Kasse eingerichtet und auch die Einfahrt hofft man noch zu furieren. " Wunderseltsame Geschichten und Thaten der Leute von Frankfurt." ** Frankfurt a. M., 20. Sept. Auf dem 1. Allgemeinen Deutschen Bankiertag sprach Direktor Thorwart Frankfurt über Schaffung eines Check gesetzes und schlug eine diesbezügliche Resolution vor. In der Diskussion sprachen mehrere Bankiers dagegen. Es wurde zu dieser Sache folgende Resolution einstimmig angenommen: Der erste allgemeine Bankiertag erklärt, daß er die Ordnung des Checkverkehrs zwar für eine der Aufgaben hält, deren die Reichsgesetzgebung sich wird unterzieh n müssen, allein er glaubt nicht, daß das Eingreifen der Gesetzgebung ein so bringendes Bedürfnis sei, um zur Zeit deshalb Anträge an die Reichsregierung zu stellen. um mit uns zu die Nachmittagsie Besucher her r Vereine( zwei ihrem Staminßen und unter Fahnen ging es grunde zwischen its belebt ge bwechslung, von uden auf beiden Letztere waren die je ein Tanz men hier nieder abteilungen ihr ommen hatten fen fonnte man hten Sigreiben echolen. Gegen n die gewohnte noch lange, feh ger Arbeit if eit, wieder voll end hergerichtet en Anblick. Das Jolz gezimmert en braunen An ge Scheibchen, die en. Die inner en. Es fönnen nufw. abgehalten fommt allmählig gerige Abgeordnete htlich nicht wieder foll derfelbe im en, was das Land hat Herr Weidner ** Frankfurt a. M., 20. Sept. Die Teilnehmer am Bankiertag haben gestern eine Festfahrt nach dem Niederwald Denkmal unternommen. ** Eisenbahnunfall. In Wächtersbach fuhr gestern früh gegen 6 Uhr der Eilgüterzug Nr. 7221 auf einen Güterzug Fünf Wagen entgleisten. Zwei der selben, welche mit leicht brennbaren Stoffen beladen waren, gerieten in Brand und wurden bis auf die Eisenteile eingeäschert. Der Lokomotivführer des auffahren en Zuges wurde leicht verletzt. Weitere Personen sind nicht zu Schaden gekommen. ** ** Rheinhessen, 19. Sept. Der Ertrag in Frühburgundertrauben dürfte, soweit die bis jetzt abgehaltene Lese ersehen läßt, gleich einem Drittel bis einem halben Herbste sein. Für das Viertel werden 2.30-2.80 Mr. bezahlt. Das Mostgewicht ist 70-85 Grad( Dechsle). Wiesbaden, 19. September. Die im Dambachthal bei einem Maurermeister bedienstete 17 Jahre alte Elisabeth Mertel aus Niederolm bei Mainz machte in der verflossenen Nacht einen originellen Selbstmordversuch. Sie hängte sich vor dem Fenster ihrer Mansarde auf. Der Strick riß jedoch und das Mädchen stürzte vier Stock tief auf die Straße.| Trotzdem hat sie äußere Verlegungen nicht davongetragen. Ihr Zustand läßt jedoch innere Schäden vermuten. Sie wurde ins städtische Krankenhaus gebracht. Liebeskummer soll das Motiv der That gewesen sein. ** Wiesbaden, 20. September. Im Aarthal ist das Thermometer vorige Nacht unter Null gefallen, so daß viele Gartenfrüchte erfroren sind. ** Koblenz, 12. September. Die diesjährigen Manöver des 8. Armeekorps unter Leitung des kommandierenden Generals Erbgroßherzog Friedrich von Baden waren gegen die früheren grundverschieden. Heuer gab es forcierte Märsche, Gefechte, welche die ganze Nacht andauerten, eine Korpsparade, Brückenschlag, Eisenbahnverladung der Truppen an einem Punkte, kurz alles Uebungen, die sonst nicht in solchem Umfange gemacht wurden. Heute ist es bestimmt hier bekannt, was man schon vor einigen Wochen in wissenden Kreisen sich erzählte, daß im nächsten Herbste in unserer Gegend Kaisermanöver im modernen großen Stile abgehalten werden. Der Kaiser wird während fünf Tagen hier Stadtquartier nehmen und die zahlreichen Gefolge, Stäbe und was dazu gehört werden in den hiesigen Hotels untergebracht werden. Für einen mehrtägigen Aufenthalt der Kaiserin wird eines der Fremdenzimmer( neben den sogn. Sultanszimmern) im hiesigen Schlosse zu einem Boudoir umgebaut. Die Arbeiten haben schon in der verflossenen Woche begonnen. Die Parade des 8. Korps wird vor dem Kaiser wieder auf demselben Gelände bei Urnik- abgehalten, wie im Jahre 1897. - In bei geschlossenen Thüren geführt und nach dem Beschluß der Kammer vertagt. Der Landwirt Heinrich Blez aus Hochweisel steht unter dem Verdacht, an den Oberförster Schlatterer in Buzbach eine Postkarte geschrieben zu haben, Die mit einem fingierten Namen nämlich„ Ruchel" unterschrieben war und die starke Beleidigungen des Gastwirts Dilges in Hochweisel enthielt. Der Angeklagte leugnet die That. Die Sache wird auf den 7. Oktober vertagt.- Der ** Niederlahustein, 19. Sept. In Troisdorf wurde Fruchthändler Markus Grünebaum und der Kaufmann gestern morgen der in Oberlahnstein stationierte Bremser Moses Grünebaum in Groß- Karben hatten wegen anGerhard tot auf dem Geleis aufgefunden. Der Körper geblich falscher Angabe ihres Einkommens und ihres Verwar vollständig in zwei Teile geschnitten. Der Vermögens je zwei Strafen erhalten, eine von 1977 m. und unglückte hinterläßt eine Wittwe und acht Kinder. eine von 100 Mt. Da die Angelegenheit in dieser Sigung nicht völlig geklärt werden kann, wird auch sie vertagt. Der Müller Melchior Jost aus Echzell war wegen Be drohung vom Schöffengericht Nidda abgeurteilt und dabei freigesprochen worden. Hiergegen hatte der Amtsanwalt Berufung eingelegt. Jost, ein nach dem Zeugnis des Echzeller Bürgermeisters braver, harmloser Mann, war von dem Müller Sohl aus Echzell mit nicht wiederzugebenden Beleidigungen traktiert worden. Darauf soll er nun dem Sohl mit" Rehlzudrücken" gedroht haben. Der Jost macht heute selbst nach Ansicht des Staatsanwalts einen sehr guten, der Sohl dagegen einen sehr schlechten Eindrud. Joft wird auf Antrag der Anklagebehörde wiederum freigesprochen. Wezlar war vor einiger Zeit der Karl Lamprecht aus Schwefe als Gymnasiallehrer angestellt. Als er dort entlassen wurde, verübte er, da er kein Geld hatte, mehrere Schwindeleien. So borgte er auf dem Bahnhof in Friedberg den Telegraphisten Wilhelm um 10 Mt. an unter der offenbar falschen Angabe sein Geld sei ihm auf der Fahrt von Frankfurt nach Friedberg von Unbekannten gestohlen worden. Dem Bürgermeister Leun in Großen- Linder gab er seine Uhr und erhielt dafür 13 Mt., auch unter der Angabe, sein Geld sei ihm abhanden gekommen. Der Angeflagte, der nicht zu erscheinen braucht, da eine ihm befreun dete Dame 500 Mt. Raution für ihn gestellt hat, behauptet, nicht ganz zurechnungsfähig zu sein, er leide sehr an Gedächtnisschwäche, verliere oft sein Geld 2c. Die ärztliche Be obachtung ergab jedoch für die Behauptungen keinen zwingenden Anhalt. Vom Schöffengericht in Friedberg hatte er wegen der genannten Vergehen 6 Wochen Gefängnis erhalten. Der Angeklagte, der wegen 5 Betrugsfällen schon mit 9 Monaten Gefängnis vorbestraft ist, dringt mit seiner Berufung nicht durch. Es bleibt bei dem Friedberger Erkenntnis. Fabritarbeiter Wilhelm Bach, der Schuhmacher Ludwig Kühl und der Taglöhner Ludwig Hed, sämtlich aus Schotten sind der schweren Körperverlegung angeklagt. Der wegen ähnlicher Delikte schon sehr oft vorbestrafte Heck machte eines Tages in seiner Wohnung, die sich im selben Hause befindet, wo auch die andern Angeklagten ihr Domizil haben, einen argen Radau. Der Bach und die andern tamen dazu, es entstand eine Keilerei, bei der dem Heck das rechte Auge ausgeschlagen wurde. Wer zuerst angefangen hat, läßt sich nicht feststellen, da andere Beugen als die Angeklagten nicht zugegen waren. Wer Recht hat, vermag das Gericht nicht zu entscheiden; es erkennt deshalb auf Freisprechung sämtlicher Angeklagten. - Der Johann Anton Kröckel, Dienstknecht bei dem Landwirt Joh. Weiß III in Storndorf, hatte vom SchöffenMutter seines Dienstherrn bei einem Streite mit einem Stück gericht Alsfeld drei Wochen Gefängnis erhalten, weil er der " ** Marburg, 18. Sept. Der erste Preis der Pferdemarkt- Lotterie wurde gestern Nachmittag durch den glücklichen Gewinner K. Lemmer aus Sicherts ausen bei Gastwirt Valentin 3eiß abgeholt. Dem hfeierlichen Akt" der Abholung wohnten ziemlich viel Leute bet. Der Gewinner des vorjährigen ersten Preises, der aus der Gegend von Homberg a. Efze stammte, ließ es sich etwas fosten, als er den schönen Preis in Empfang nahm. Der diesjährige Gewinner war in dieser Beziehung etwas zäh". Er machte eine Zeche von 60 Pfg., setzte sich auf seinen„ eleganten Zweispänner" und fuhr stolz gen Sichertshausen. Das Publikum, das dem„ feierlichen Akt" der Abholung betwohnte, war etwas enttäuscht über den„ trockenen Verlauf" dieses Aftes. Vermischtes. * Einen Abfall wie nie zuvor wird die konservative Partei erleben, wenn die Reichstagsfraktion nicht fest bleiben sollte, so hat der Kreuzztg." ein in höherer Stellung im Westen der Monarchie befindlicher einflußreicher Konservativer geschrieben. Von den Großindustriellen sei„ nichts zu erreichen, wenn ihnen nicht gründlich die Zähne gezeigt und sie am eigenen Geldbeutel gefaßt werden. Auf die neuliche Resolution des Centralverbandes giebt es nur eine Antwort, nämlich eine erhebliche Herabseßung der Industriezölle unter allen Umständen." burg haben die Abgg. Fischbeck und Genossen folgenden An* Zum Parteitag der Freisinnigen Volkspartei in Hamtrag zur Arbeiterfrage eingebracht: Der Parteitag der freisinnigen Volkspartei erklärt sich nach wie vor entschieden gegen jedes Ausnahmerecht in Bezug auf die Arbeiterverhältnisse. Der Parteitag tritt ein für Sicherung und Verallgemeinerung der Koalitionsfreiheit, für Aufrechterhaltung der Freizügigkeit unter Herabseßung der Personentarife auf den Eisenbahnen. bank. Nach Mitteilung der Länderbank entfernte sich * Unterschlagungen in der Desterreichischen Länderam letzten Donnerstag der Beamte der Hauptkasse Edmund Jellinek vor der Kassenrevision. Die vorgenommene Revision ergab große Unregelmäßigkeiten Höhe von 1 259 000 kronen festgestellt. Jellinek, in der Chekgebahrung. Bisher wurde ein Abgang in welcher flüchtig gegangen war, wurde verhaftet. * Paris, 10. Sept. Ein erschütterndes Eifersucht- Nantes ab. Die dort wohnhafte 53 jährige Hebamme Boisdrama spielte sich in der Nacht zum Donnerstag in robert, die seit einem Monat auf den Tod erkrankt und die Fleischermeister Amiot, der ein schönes Geschäft besißt, mit ihren Zustand genau kennt, wurde von dem 35 Jahre alten der größten Hingebung gepflegt. Amiot war seit langer die Mittel gab, sein Geschäft einzurichten, und zeigte sich Zeit der Liebhaber der älteren Frau, die ihm, wie es heißt, seiner Geliebten gegenüber von einer großen Anhänglichkeit. Kranten betrat, fand sie Amiot blutüberströmt in einem LehnAls am Donnerstag früh die Aufwärterin das Zimmer der stuhle und Frau Boisrobert erzählte ihr mit erlöschender Stimme, sie habe, als Amiot in dem Lehnstuhle eingeRevolver zwei Schüsse auf ihn abgefeuert, die den jungen schlummert war, alle ihre Kräfte gesammelt und aus einem Mann auf der Stelle töteten. Amiot wollte sich nach dem Tode seiner Geliebten, der bald zu gewärtigen ist, verheiraten, gehörte. allein die Sterbende wollte nicht, daß er einer anderen anAus dem Gerichtssaal. Straffammer fitung. Gießen, 18. September. Landgerichte direktor Dr. Güngerich eröffnet furz nach 8 Uhr die Sigung. Vertreter der Anklagebehörde ist Staatsanwalt Hezel. Der Andreas Wagner von Hers brück ist der Unzucht beschuldigt. Die Berhandlung wird - - Der derart auf den Kopf geschlagen habe, daß eine 2 Rentimeter lange, aber tiefe Wunde entstand, die von dem Angeklagten verfolgte Berufung wird verworfen. Schluß der Sizung 21/2 Ühr. - Neueste Nachrichten. Berlin, 23. Sept. Nach einem Telegramm der Welt am Montag" aus Hamburg ist das deutsche " Schiff„ Zooland", das in Husum beheimatet ist, mit der ganzen Besatzung untergegangen. Berlin, 22. Sept. Den Morgenblättern zufolge hat der bon Darmstadt im Frühjahr nach Berlin übersiedelte 24jährige Architekt Patriz Huber am Samstag Abend sich That soll eine Liebes- Affaire sein. in seiner hiesigen Wohnung erschossen. Die Ursache der Leipzig, 23. Sept. Vorlezte Nacht ist der bekannte Theologe und Senior der theologischen Fakultät der Universität Leipzig, Geh. Kirchenrat Dr. Luthardt im Alter von 70 Jahren gestorben. Starkenbach, 22. Sept. In Krolo schnitt die TageKindern die Kehle durch. Alle vier sind tot. löhnersfrau Anna Holaczet aus Not sich und ihren drei wird nicht aufgebahrt. Die Verwesung geht so schnell Brüssel, 21. Septbr. Die Leiche der Königin vor sich, daß die Leiche bereits heute früh in den Sarg energisch verbeten. gelegt wurde. Die Königin hat sich jede Einbalsamirung nicht mehr sehen. Der König wird somit die Leiche Stefanie) hat ein Telegramm gesandt, worin fie ihr Die Gräfin Lonyay( Prinzessin ihrem Vater ausgesöhnt. Eintreffen ankündigt. Wie es heißt, hat sie sich mit Louise nach Brüssel kommt, erscheint völlig ausgeschloſſen. Daß auch die Prinzessin Der französische Kriegsminister André hat den Redekrieg eröffnet. Zuerst sprach er in Agen, dann in Toulouse und Villefrancs. Ueberall drückte er sich mit militärischer Ungeniertheit aus. In Agen sagte er ungefähr Folgendes: Jeßt, da ich das 16. und 17. Armeekorps habe manöverieren sehen, finde ich sie ebenso herrlich und ebenso vorzüglich auf den Felddienst vorbereitet, wie die berühmte eiserne Division".( Die Division an der deutsch- französischen Grenze.) Mit einer solchen Armee hat Frankreich nichts zu fürchten und ich, der sie befehligte, werde mich glücklich schäßen, sie zum Siege zu führen. " Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Infolge Herstellung der Hausanschlüsse an die neu verlegte Hochbrud- Rohrleitung in der Marburgerstraße wird die Wasserversorgung der an genannter Straße gelegenen Häuser aus der städtischen Leitung am Mittwoch den 24. d. Mts., von morgens 6 Uhr an nicht erfolgen können. Die Leitungen im Wieseckerweg und in der Marburgerstraße vom Schwarzlachweg an in der Richtung nach Lollar werden voraussichtlich von 2 Uhr nachmittags an wieder in Betrieb sein, ebenso wird voraussichtlich dem Ventilbrunnen in der Mar: burgerstraße von 2 Uhr nachmittags an wieder Wasser entnom= men werden können, während die Versorgung des übrigen Teiles der Marburgerstraße voraussichtlich nicht vor 8 Uhr abends erfolgen fann. Wir teilen dies den Anwohnern genannter Straßen zur gefl. Beachtung unter dem Anfügen mit, daß es sich für dieselben em= pfehlen dürfte, am Mittwoch den 24. d. Mts. ihren Tagesbe. darf au Wasser vor morgens 6 Uhr aus der städtischen Leitung zu entnehmen. Gießen, den 22. September 1902. 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