Nr. 193. Erstes Blatt. Avonnement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ins Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- nud Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 21. August 1902. Gießener 11. Jahrgang. Infectionsvreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzei tungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferusprechanschluk Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Enthüllung des Kaiser Friedrich- Denkmals in Gronberg. Cronberg, 20. August. Heute fand hier die feierliche Enthüllung des vom Bildhauer Uphues in Berlin modellierten Kaiser Friedrich- Denkmals statt. Das 80. Infanterie- Regiment von Gersdorff hatte auf dem weiten Wiesenplan, auf welchem das Denkmal seinen Platz hat, Aufstellung genommen. Alle Zugangsstraßen waren für das Publikum abgesperrt. Nur Geladene und Ehrengäste, für welche Tribünen errichtet waren, fonnten passieren. Um 10 Uhr eine Viertelstunde vor der angesetzten Zeit- traf bereits das Kaiser= paar ein. Mit demselben waren erschienen: Der Kronprinz, der Großherzog und die Großherzogin von Baden, der Kronprinz und die Kronprinzessin von Griechenland, der Prinz und die Prinzessin Adolf von SchaumburgLippe, der Prinz und die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und die Erbprinzessin von Sachsen- Meiningen. Ferner bemerkte man neben den Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden noch den Herzog von Cambridge und auch den englischen Botschafter am Berliner Hofe. Sir Frank Lascelles. Gleich nachder Ankunft des Kaiserpaares, welche durch Böllerschüsse und Trompeten- Fanfaren angekündigt wurde, schritt der Kaiser die Front der Ehren- Kompagnie ab. Sodann überreichte Frau Landrat Dr. von Meister der Kaiserin ein Bouquet, während Fräulein Kannengießer aus Wiesbaden der Großherzogin von Baden ebenfalls ein solches überreichte. Nachdem der Main- Taunus- Sängerbund mit Orchester Begleitung unter der Direktion des Kapellmeisters W. Geis aus Wiesbaden die Hymne:" Seht er fommt" aus Judas Maccabäus vorgetragen hatte, richtete Herr Landrat von Meister, der Vorsitzende des Denkmal- Ausschusses eine längere Ansprache an den Kaiser. Der Feredner sagt etwa folgendes: Wir stehen auf geweihtem Boden, auf einer Stätte, die geheiligt ist durch die Erinnerung an die erhabene Fürstin und Frau, welche hier ,, Friderici Memoriae", wie es die Inschrift über dem Schloßportal ankündet, das Schloß Friedrichshof als ihren Wittwensiz errichtet hatte. Wenn schon lange im deutschen Volke der Gedanke rege war, dem Kaiser Friedrich außerhalb des Lärms und Treibens der großen Städte und nicht auf den Schlachtfeldern, auf denen sein siegreiches Schwert die deutsche Einheit In eigener Sache Richter. Roman von L. Haidheim. ( Nachdruck verboten.) ( Fortsetzung.) Vor Schrecken vergaß er zu antwerten. Da wiederholte der Fremde schon genau mit dem verdrießlich gereizten Tone, den die Leute von Strapolno so oft von dem Seligen gehört: was cr gefagt. Ich weiß, er ist tot! Ich will den sprechen, der hier an seiner Stelle ist. Wo ist er?" Der gnädige Herr ist im Kriege-", gab der Gärtner Auskunft. So ruft den Verwalter, oder jemand. Ich bin der älteste lebende Sohn des verstorbenen Grafen und gekommen mein Erbe anzutreten. So lauft, Mann, und ruft Der älteste Sohn! Alle Welt wußte, der Verstorbene hatte seinen Aeltesten längst als tot betrachtet und sich nie um ihn gefümmert, nie von ihm gehört. Der Gärtner rief den Hauslehrer. " Ja! Es war Thatsache um fein Erbe zu fordern; der Verschollene kehrte zurück Ernst Nepomuk Graf von Ebern, der in Südafrika große Landstrecken sein nannte. " Ich habe mich in Prag beim Statthalter erkundigt, es ist feine Tobeserklärung seitens meines Vaters für mich erlassen worden. Mein Erbrecht ist nicht verfallen", sagte der alte Herr. Der Hauslehrer hatte den verstorbenen Grafen nie gesehen; aber des Gärtners Miene sagte ihm deutlich genug, es bedurfte ber Papiere nicht und all der beglaubigten Atteste, die er ihm da binbtelt Sie haben natürlich nur zu befehlen, Herr Graf! Der Mandatar und Erbschaftsvollstrecker des seligen Herrn ist im Kriege und unter den jezigen Umständen seine Rückkehr wohl nicht sofort zu ermöglichen", hatte er endlich erklärt. Natürlich, lassen Sie, bitte, mein Herr. Dienerschaft kommen, welche den Wagen abpackt und uns Zimmer anweisen." Dann war Ernst Nepomuk Graf von Ebern in seinem altmodischen, aber von gutem Stoff gemachten Rock an den Wagen getreten und hatte hineingerufen was wie holländisch, oder ein Gemisch von holländisch und deutsch flang:„ Kommt heraus, Jungen, es ist alles in Ordnung." Sofort ftiegen zwei junge Burschen aus, bäuerisch, wie der Vater, gekleidet und in den Manieren ihm gleichend, sonst aber frisch und rundwangig und mit gutmütigem Lachen. „ Jest heißt Ihr hier Grafen!" jagte ihnen lachend der Bater. Das sind meine Jungen, Geerd und Willem", stellte er fochten, ein Denkmal zu errichten, so lag es nabe, diese Pflicht der Dankbarkeit hier zu erfüllen. Hier in den Taunusbergen, in denen der Kaiser so oft und gerne verweilt, hier zu Cronberg zwischen Schloß Friedrichshof und der alten Stammburg derer von Gronberg", die auch in der Ahnenreihe des preußischen Königshauses einen Platz gefunden. So ist dieses Denkmal entstanden und aufgewachsen, begleitet von dem kunstverständigen Interesse der dahingeschiedenen Kaiserin, welche die erste Skizze für dasselbe entworfen, und unter der treuen Schirmherrschaft des Großherzogs von Baden. Der Redner dankte dem Großherzog und schilderte den unvergeßlichen Kaiser Friedrich, den Feldherrn im Losen und Brausen der Schlacht, den hochherzigen Förderer von Kunst und Wissenschaft, der bei der Bethätigung der Werke des Friedens im Gemüt und in der Seele seines Volkes einen unverrückbaren Plaz gefunden. Dieses Dentmal mit seinem herrlichen Park soll vorzugsweise für unsere Nachkommen bestimmt sein. Es sei ein Zeuge des Dankes, den das deutsche Volk an der Jahrhundertwende einem seiner edelsten Fürsten entgegengebracht hat uns aber und allen, die heute und späterhin das Wohl des Vaterlandes zu schüßen und zu fördern haben, soll das Denkmal nicht nur zur Freude gereichen, sondern auch eine Mahnung sein. Es soll uns ermahnen, die Tugenden zu pflegen, die von jeher uns Deutschen eigentümlich gewesen: die Tapferkeit und die Pflichttreue: Tugenden, die sich in dem hohen, reinen und idealen Sinne Kaiser Friedrichs in so herrlicher Weise wiedergespiegelt haben. Es soll uns aber dabei jetzt und immerdar vor Allem des gemeinsamen deutschen Geistes gedenken lassen, der das Wunderwerk der politischen Einigung unseres Vaterlandes zu Stande gebracht hat, nachdem Kaiser Friedrich hierzu die Brücke über den Main geschlagen. Ein frischer Seewind weht über unsere Stüsten. Er streicht über die großenen Ebenen des Binnenlandes und zieht hinein in die deutschen Gebirge. Er hat große und neue Aufgaben mitgebracht, die der deutsche Geist sieghaft lösen muß, der deutsche Geist der Einigkeit unseres teuren Vaterlandes, deren die heutige Erinnerungsfeier an den unvergeßlichen Kaiser Friedrich ein Zeichen ist. Denkmal. Kaiser Friedrich ist in der Uniform der Nachdem der Redner geendigt, fiel die Hülle vom Pasewalker Kürassiere dargestellt, auf der Brust das Großkreuz zum Eisernen Streuz, den Orden pour le sie dem Hauslehrer vor und Sefer hielt es nun an der Zeit, seine Stellung im Schlosse festzustel en als Erzieher der Wazlawschen- Wazlaw? Habe feinen Wazlaw gekannt, ist nicht mit uns verwandt", wurde er unterbrochen. Die Komtesse Alir von Ebern heiratete den Baron von Wazlaw-." " Alir?" schrie der alte Herr auf;„ die Alerandra? Lebt fie noch? Und Witwe? Die! Die hab' ich gekannt, die wird mich Sind denn die anderen alle tot? Mein Bruder-? Und Cäcilie?- " Frau von Frohberg lebt, auch ein Sohn Ihres verstorbenen Bruders, Herr Graf." Cäcilie lebt? Wo?- Na- habe fast vierzig Jahr ohne die alle fertig werden können und stand mich wohl dabei, da wird's auch jest zur Not gehen. Nur die Alir- die kleine Alir- sie war noch ein Kind als ich- Also geheiratet? Und hat noch so junge Kinder? Sehr spät geheiratet sagen Sie-? Muß doch eine Frau an Fünfzig sein? Etwa so alt wie meine Schwefter?" Inzwischen war der Wagen abgepackt, der Heimkehrende zahlte den Kutscher und bekam einen Wortwechsel mit ihm über eine Gelddifferenz, in der er nach Herrn Gürtlers Entscheidung Unrecht hatte, weil er den österreichischen und holländischen Gulden verwechselte. Dann waren die Fremdenstuben aufgeschlossen. Wie ein Schreckensruf halte die Kunde durch das Schloß und das Dorf, der Erbe" sei gekommen und genau das Abbild feines Vaters im Aeußern wie im Wesen. Und das erwies sich wie in der ersten Minute, von da an Stündlich, täglich. Klug und scharfsinnig, aber kleinlich und widerspruchsvoll, praktisch tüchtig, aber das wirkliche Leben durchaus verkennend, schnell von Begriff und doch mit dem engsten Horizont bäuerlicher Gewohnheiten, gierig und besorgt, sich fein Jota von seinen Rechten und feinen Kreuzer von seinem Gelde nehmen zu lassen, ruhte er feine Minute, sondern war unablässig bemüht, sich aus eigener Anschauung ein Urteil zu bilden. Jedenfalls überſtieg der Reichtum, den er vorfand, seine Hoffnungen um das Vielfache. Als er ein nichtsnugiger blutjunger Bursche- damals in die weite Welt hineinlief, war sein Bater, wie er geglaubt, ein armer Gutsbesizer, dessen Geiz und Strenge ihm unerträglich dünften. Damals hatten sie auf dem Majorat gewohnt, das verfallen und verschuldet dem Vater zufiel. Klaino stand verkommen und auch ebenso verschuldet, Strapolno sah aus wie heute. Aber was hatte dieser geizige, strenge Bater aus dem Besiz gemacht? mérite und die Kette zum Schwarzen Adlerorden. Ein gewaltiger Mantel wallt von den Schultern herab. Die Rechte hält den Marschallstab, die Linke stützt sich in der Hüste, der Blick des Kaisers wendet sich nach der Burg Cronberg. Das Standbild, von H. Gladenbed und Sohn in Berlin gegossen, ist etwas über 3 Meter hoch und in dem konventionell- militärischen Stil ge halten. Das mächtige Postament aus weißem Kalkstein trägt die Inschrift: Friedrich III. Deutscher Kaiser. König von Preussen. Rechts nnd links führen breite Aufgänge zum Denkmal, an einer Balustrade vorbei, aus deren Mitte ein Kopfrelief in eine Muschelschale und von ihr in ein tiefer liegendes Bassin Wasser sprudelt. längerem Gespräch mit dem Baurat Ihme, welcher die Der Kaiser verweilte nach der Enthüllung noch in Umgebung des Denkmalsplages arrangiert hatte, und nahm dann auf der Hainstraße den Parademarsch des 80. Infanterie- Regiments ab. Hierauf begaben sie sich nach Schloß Friedrichshof, wohin ihm die Staiserin und die Großherzogin von Baden zu Wagen folgten. 1 Uhr fand im Schlosse Familientafel statt. Um 3um Dreiflassen- Wahlsystem in Preußen. Preußen erregt ohne Zweifel ein weitgehendes InDie Aufwerfung der Wahlrechtsfrage in teresse. verfahren ist veraltet. Die Klassenwahl wird dem fortDas ganze preußische Wahlgesetz und Wahlgeschrittenen politischen Empfinden unerträglich und das Wahlverfahren läßt sich technisch überhaupt nur noch unter den größten Schwierigkeiten ausführen, so daß die Drohung der Sozialdemokraten mit Wahlobstruktion bringt. Wird doch mit dem Anschein der Offiziösität die gouvernementale Seite in fichtliche Verlegenheit bereits eine Aenderung der Ausführungsbestimmungen zum Wahlgesetz angekündigt, wobei einstweilen wohl der Wunsch der Vater des Gedankens ist. kann durch derartige kleine Maßregeln die Frage nicht gelöst werden und wenn auch die Parteien bei der Beratung des Antrags Barth im Landtag noch glaubten, ausweichen zu können, wenn insbesondere das Centrum den Antrag von oben herab abthun wollte, so werden reform Farbe zu bekennen. sie sich doch bald gezwungen sehen, zur Wahlrechtsder Volkszählung von 1858! Inzwischen hat die EinDie Einteilung beruht auf wohnerzahl Preußens bedeutend zugenommen, aber sehr Natürlich Graf Eberns erster Beschluß war im Wege des Prozesses sich das von seinem Vater aufgegebene Majorat zurüd zu erstreiten. Sodann mußte er zu erfahren suchen, wie die Erbschaft sich ver teilte; er war durchaus nicht gesonnen, Erstgeburtsborrechte aufzugeben, dazu tam er nicht aus Afrika herüber. Im übrigen fonnte er jegt aber seinen Vater als vorzüglichen Haushalter nicht genug loben und wenn auch nie ein Hauch von Liebe fiir denselben in seinem Herzen sich geregt, jest plöslich bedauerte er, den alten Mann nicht gekannt zu haben, dem sich seine ganze Achtung zuwandte, weil er verstanden hatte aus dem Heller einen Gulden zu machen." Seine beiden Söhne hatte er notdürftig erziehen lassen; die gutartigen Jungen", vielleicht energielos von Natur, standen der Despotie des Vaters gegenüber wie unreife Stnaben; trog ihrer achtzehn und zwanzig Jahre, ohne jebe Regung eigenen Willens. Aber sie freuten fich, wie der Vater, des ihnen zukommenden großen Befiges, hatten auch Verständnis für wirtschaftliche Fragen und amüsierten sich Grafen" zu sein; nannten sich gegenseitig aus Neckerei so, doch durfte der Vater dies nicht hören. Dieser ritt und fuhr zunächst von einem Advokaten und einer Behörde zur anderen. Niemand war in diesen unbeschreiblich aufregenden Tagen und Wochen geneigt, fich um die viel besprochene Ebernsche Erbschaft den Stopf zu zerbrechen; der wenig fympathische, ältliche Mann, der sich allerdings vollauf genügend als Sohn des Erblassers auswies, fand eben um feiner Gleichgültigkeit gegen des Vaterlandes Not willen eher Mißwollen als Entgegen. tommen. So rückte seine Sache nach feiner Seite hin vor; er brannte darauf in sein Erbe eingesezt zu werden und niemand beeilte sich damit. Unterdes lastete auf dem ganzen Lande die tiefste Trauer, man sah nichts als decimierte Truppenteile, die sich auf dem Süd marsch befanden, Ambulanzabteilungen, Leichenbegängnisse, Trübsal um Gefallene und Verwundete. Und in das alles hinein lachte der blaueste Julihimmel, bie Rosen blüten, und unzählige wandten davon die thränenmüben Augen verbittert ab. War ihnen nicht zu Mute, als lachte die Sonne ihres Summers? Eine Scheune bei Nachod hatte auch als Lazarett bienen müssen. Jest war man daran die transportfähigen Verwundeten fortzuschaffen, soweit Krankenwagen, oder ordinäre Leiterwagen bies möglich machten. Ach, und diese Sommerhige!- Das Jammern der Verwundeten wurde noch weit erhöht durch die unbeschreiblichen Mißstände, welche allein der Jult mit feiner Sonnenglut heraufbeschwor. ( Fortseßung folgt). dem sie jetzt erwachen würde. fie sei das Opfer eines furchtbaren Alpdruckes gewesen, von entsebliche Wirklichkeit. Zu ihren Füßen lag die mit Bluunter den Rosen hindurch auf die Stufen hinaus. Gott, es war fein Traum, tein Alpdruck, sondern Frau, das faute Stöhnen ihres Ontels, und so schritt sie schon hörte fie den unterdrückten Schreckensschrei der alten Gerade innerhalb der Thür blieb sie stehen, aber Tannen bestandene anhöhe, auf welcher Esmondhall lag; men betreute Rai wieder zu erlangen. stalt ihres Herrn begab sie sich in das Haus zurück. auf, und mit einem mitleidigen Blick auf die gebeugte Genen, aber verhüten Sie ja, daß Meta erschreckt wird." ,, mein armer Liebling," schluchzte die Alte wieder ( Fortsetzung folgt.) ,, Gehen Sie so rasch als Sie könZusammenleben möglich gewesen wäre. lachender Philosoph. furz: ein immer lachender Optimist oder richtiger: ein Regenschauern und Stürmen die Augen geflissentlich schloß, nur im Sonnenschein sah und sehen mochte und bor ben gutmüthige, etwas weich gerathene Natur, die die terit Er, eine aber er hatte seinen Abschied aus dem mimic er eit fühlte er für dieſen allzu seriösen Be gewesen; Dr. Henius war Jurist, warisanwalt erbeten, biglich in ,, Es ist Zeit, daß wir fahren," sagte er turz und beſtager steht eidung jebes, bertraulichen Beiwortes, ,, der nicht bemerkt und glaubte sich allein. der Thür." ten Sie hatte den Eintritt ihres Gatten in ihr Gemach Die junge Frau schrat jäh zusammen bei dieſen Worwelcher Wader Wagen der Wagen.. 96 jo?! sie sich umgewendet und halblaut, fast flüsternd hinzugesett: gen?" hatte sie rein mechanischmiederholt und dann, als Gatten ansichtig ward, nur ungleich, so daß z. B., wie die„ F. 3tg." schreibt, Berlin statt 9 Abgeordnete deren 24 za entsenden hätte, wenn auf je 50 000 Seelen ein Abgeordneter kommen soll. Nun beruft sich die konservative" Post" auf die Steuerleistung. Auch dieser Maßstab würde gegen die Agrarier ausfallen, denn Berlin mit seinen 9 Abgeordneten zahlt 3. B. mehr Steuern als die sämtlichen Wahlkreise, in denen die 140 konservative Abgeordnete gewählt sind. Mag auch das Dreiklassen- Wahlsystem seine Lichtseite haben; auf alle Fälle steht aber fest, daß das Gros der Wähler durch dieses System politisch immer mehr und mehr einschläfert. Politische Nachrichten. Der deutsche Kaiser will in den Karpathen auf Steinböde jagen. Bu diesem Zwecke wird der Monarch demnächst in Jawolzina eintreffen. - Prinz Eitel Friedrich ist mit Gefolge in Pontresina eingetroffen. Der Prinz wird einige Wochen in der Schweiz verweilen. - den evangelischen Dekan des Dekanats 8wingenberg, Friedrich| ist perfekt geworden und folgende Herren tamen in den VorAnthes zu Bensheim, auf sein Nachsuchen unter An- stand: Carl Valentin, Th. Nebe, Hr. Koch, A. Nebing, erkennung seiner ersprießlichen Geschäftsführung von diesem Joh. Becker, Gg. Trinkaus und Hr. Rausch. Es ist hiermit Amte entbunden. der längst ersehnte Wunsch der Schweinebesizer zu Gießen erfüllt. Neue Mitglieder wollen sich bei dem Direktor C. Valentin, Schüßenstr. 15, melden, welcher zu diesbezüglicher Auskunft gern bereit iſt. ** Der hessische Fechtverein Waisenschutz, Verband Gießen, hielt vorgestern Abend eine Sitzung in der„ Ludwigsburg" ab. Zunächst wurde der Ertrag der Sammelbüchsen, welche in den Wirthschaften aufgestellt sind, zusammengezählt und das Resultat ergab 76 Mt. 9 Pfg. Die Gelder kommen an Halbwaisen zur Verteilung, eine spätere Versammlung beschließt noch näheres darüber. Ueber die alljährlich stattfindenden Winterfestlichkeiten wurde nachdem beraten und man einigte sich dahin, das erste Vergnügen Anfang November abzuhalten, nahestehende Vereine werden dazu eingeladen. Zum Schluß wurden noch mehrere Herren als Mitglieder aufgenommen. - Der König von Italien wird bei seinem Aufent-Der halte in Potsdam und Berlin auch das Mausoleum in Charlottenburg und die Friedenskirche in Potsdam besuchen, um an den Grabstätten Kaiser Wilhelm des 1. und Kaiser Friedrich des II. Kränze niederzulegen. Die zum Ehrendienst bei dem König von Italien fommandirten Offiziere fahren dem König bis Magdeburg entgegen, wo der Monarch am 27. August nachmittags 3 Uhr eintrifft. Bei dem Empfange in Potsdam werden alle in Berlin und Potsdam anwesenden königlichen Prinzen, die im Gardekorps dienenden Prinzen aus regierenden Häusern, das kaiserliche Hauptquartier, die Generalität von Potsdam und eine Ehrentompagnie vom Gardejägerkorps anwesend sein. Zur Stichwahl im Reichstagswahlkreise Kulmbach- Forchheim. Die Parteileitung der deutsch freisinnigen Partei richtet an die deutsch freisinnigen Reichstagswähler des Wahlkreises Forchheim- Kulmbach die dringende Aufforderung bei der Stichwahl Mann für Mann für den liberalen Fabrikbesizer F. Faber zu stimmen. " - r. Was ist eine Frechheit? Wenn Herr K.- wie sich das vor wenigen Tagen hier ereignete, am hellen lichten Nachmittag auf das Feld des Nachbars geht und ruhig seinen Korb Kartoffeln ausmacht! Was ist aber Pech? Wenn, wie das dem Langfinger passierte, die Besitzerin des Ackers hinzukommt, und der " Kartoffelausmacher" umsonst gearbeitet und sich gebückt hat. Aus Hessen und Nachbargebieten. Aren Alles Na In di Berge Oder find Vor Drin flöße Alle Taufen fig ge mild an die Ohne sans m wird entschieden bestritten, daß, wie einige Blätter ** Darmstadt, 20. August. In eingeweihten Kreisen bereits meldeten, Generalmajor v. Viebahn, Kommandeur der 50.( 2. großh. hess.) Infanteriebrigade, nach einer scharfen Kritik Sc. Majestät des Kaisers über einen von Viebahn am 16. August auf dem Großen Sande bei Mainz geleiteten Gefechtsangriff sein Entlassungsgesuch eingereicht habe. r. Der verhängnisvolle Name.( Eine wahre Geschichte.) Es mag etwa 7-8 Jahre her sein, da hatte sich in der Meusenstadt Gießen auch ein Studiosus Ruich angesiedelt Wie bei vielen Musensöhnen, so kam es auch bei ihm auf dem Nachhauseweg einst vor, daß ein wandelndes Auge des Gesezes sich erfühnte, so neugierig zu sein und sich nach seinem Namen zu erkundigen. Es war in der Nähe des ehemaligen, nun leider auch der Vergangenheit angehörenden Steges über die Wieseck am Eisenbahnviadukt. Ob er nun seinen Begleiter für schwerhörig gehalten hatte und in der wohlmeinendsten Weise ihm seine Gedanken durch das in diesem Falle auch bei Studenten so häufige laute Rufen suggeriren wollte, oder ob er durch seine letzte Unterhaltung mit einem über die Steuern schimpfenden Spießbürger zu dem hoch herzigen Entschluß gefommen war, die kommunale Sparsamfeit, so weit es in seinen schwachen Kräften stand, zu unterſtüßen zu diesem edlen Zwed kann man sich als Student sehr nüßlich machen, wenn man durch Ausdrehen der Laternen der Stadt das teuere Gas spart furz und gut, Bruder Studio wurde vom Herrn Wachtmeister nach seinem Namen gefragt." Ruich!" ruft er ihm sehr vernehmbar entgegen. gefragt." Ruich!" ruft er ihm sehr vernehmbar entgegen. Der Herr Wachtmeister denkt: Erst macht er dumme Streiche un) nachher schnauzt er mich auch noch an„ ruhig", da hört doch verschiedenes auf. Barsch fährt er den mit der un schuldsvollsten Miene Dastehenden an: Ich frage Sie noch einmal, wie Sie heißen? Noch um eine Nüance barscher tönt es unerschütterlich zurück:" Ruich". Als auch zum dritten Mal dieselbe niederschmetternde Antwort kommt, wird der Herr Wachtmeister ungemütlich, redet von Widerstand gegen die Staatsgewalt, Beamtenbeleidigung u. s. w. und gegen die Staats gewalt, Beamtenbeleidigung u. s. w. und schreit den Studio an:" Entweder temmen Sie jest mit zur schreit den Studio an:„ Entweder kommen Sie jetzt mit zur Wache oder sie zeigen mir ihre Studentenkarte!"„ Mit Vergnügen fönnen Sie die haben. Da ist sie schon." Hastig Vergnügen fönnen Sie die haben. Da ist sie schon." Hastig greift der Herr Wachtmeister danach und will den Namen greift der Herr Wachtmeister danach und will den Namen des Sünders abschreiben. Das Gesicht, das der Mond zu sehen bekam, soll, wie der Augenzeuge berichtet, unbezahlbar gewesen sein. Da stand sie auch noch gedruckt, die Beamtengewesen sein. Da stand sie auch noch gedruckt, die Beamtenbeleidigung Ruich! Persönliche Verunglimpfungen des Herrn Löhning sind in lezter Beit das Mittel gewesen, mit denen man von Bosen aus die Situation der Finanzverwaltung in Sachen Löhning zu verbessern gesucht hat. In diefes Kapitel gehörte eine vom Reichsboten" veröffentlichte Bofener Korrespondenz, die Herrn Löhning's privateste Angelegenheiten in äußerst gehässiger Weise an die Deffentlichkeit zu zerren unternahm. Gegen diese niedrige Art der Verheßung wendet sich jeßt Herr Löhning in einem Schreiben an die Germania", aus dem man ersehen kann, was alles über diesen Mann in der Korrespondenz des Reichsboten" zusammengelogen worden ist. Herr Löhning schreibt an die Germania": " " Wie ich erst jetzt erfahre, hat der Reichsbote eine Zuschrift eines sauberen Herrn aus Posen veröffentlicht, in der es heißt:„ Herr Löhning ist 58 Jahre alt und besitzt aus seiner ersten Ehe eine mindestens 30jährige Tochter, die ihm den Haushalt führte. Bei dieser Sachlage mußte die Art und Weise, in welcher der an der Schwelle des Greisenalters stehende Mann nach dem Tode seiner zweiten Frau in dem letzten Winter auf der Schlittschuhbahn und in Gesellschaften jungen wohlgebildeten Mädchen den Hof zu machen pflegte(!) Lächeln und Kopfschütteln hervorrufen. Noch mehr Befremden erregte is, als allmählich die Art des Verkehrs des Herrn Löhning im Verein deutscher Katholiken bekannt wurde. Die Art, in welcher der bald 60jährige Mann dort mit hübschen Töchtern dieser Familien bis in die Nacht hinein tanzte, wurde als mit den Rücksichten, die er seinem Amt und seinem Alter schuldete, nicht verträglich empfunden " Diesem aus leicht erkennbarer Quelle stammenden Schmähartitel, welchem sich ähnliche der seit einiger Zeit nicht mehr unabhängigen Bosener Zeitung" anreihen, entgegenzutreten, fönnte nicht angebracht erscheinen; doch will ich hier Folgendes anführen: " - ** Lich, 20. August. Die hiesige Stadtverwaltung erwarb heute den an der Buzbacher Straße gelegenen Garten der Geschwister Melchior. Sicherem Vernehmen nach soll auf dem Grundstück ein Wohnhaus für den Oberförster errichtet werden. ** Marburg, 20. August. Der Physikus Dr. Hildebrand in Hamburg ist zum außerordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der hiesigen Universität ernannt worden. Demselben sind die Obliegenheiten eines Kreisarztes für die Kreise Marburg und Kirchhain übertragen worden. ** Büdingen, 19. August. Als heute Morgen der hier stationierte Wachtmeister L. seinen Bezirk begehen wollte, gelangte er bis vor den Ort Wolf. Hier wurde dem Mann plöglich unwohl und er verstarb nach einigen Augenblicken auf dem Weg. Der H nimm Der eilt, was tidifd Босел - ohn Nur di „ Sui, Unfre flüchter Weile d ziehen b werfen j fangen a Hand' un und die Biele Elter Ferien"! Erft das warf man Muß so'n Aleid fchon Und der V 2 fest betnei ** Wetzlar, 20. Aug.( Straffammer.) In Oberlemp gerieten in der Nacht vom 8. zum 9. Juni d. I. einige junge Burschen, die Hüttenarbeiter Wilhelm Sch. und Heinrich Sch. nach einer spaßhaften Balgerei und nachdem Beide auf die Straße gekommen waren, ernsthaft aneinander und versetzte der erstere dem Heinrich Sch. einen Hieb mit einem Wellenprügel über den Kopf, sodaß diesem Hören und Sehen verging. Der Schädel wies eine etwa thalergroße Vertiefung( Schädel- Impression) auf, durch welche Bewußt= lofigkeit, Erbrechen und eine geringe Gehirnerschütterung herbeigeführt wurden. Sch. blieb 3 Wochen arbeitsunfähig. Der ungeklagte bekam 3 Monate Gefängnis. z. Aus dem Kreise Wetzlar. ie landwirtschaftliche Provinzialtierschau für dheinland, welche zu Düsseldorf vom 12. bis 15. September vorgesehen ist, wird sehr zahlreich beschickt werden. Es sind angemeldet 349 Pferde, 558 Rinder, 52 Schweine, 10 Schafe und 92 Biegen. Auch das Vogelsberger Rind wird durch Aussteller aus dem Kreise Weglar in 35 Exemplaren vertreten sein. Die Summe der Prämien, welche diesen Viehzüchtern winken, beträgt nahezu 3000 Mart. Darunter auch ein Ehrenpreis von Se. Durchlaucht dem Prinzen Friedrich zu Solms- Braunfels mit 200 Mt., welcher der besten ausgestellten Kuh Vogelsberger Rasse aus dem Kreise Wetzlar zufallen soll. o. Hohenjolms. Sonntag den 24. August findet auf unserer stattlichen Berges höhe Missionsfest statt. Bei günstiger Witterung wird die Feier auf dem sogenannten Hals der kleinen Bergeslehne in unmittelbarer Nähe des Schlosses abgehalten. Herr Pastor Dr. Busch- Elberfeld und Missionar Jung- Sumatra sind zu Festpredigern ausersehen. ** Frankfurt a. M., 20. August. Durch eine bei dem Lotteriekollekteur Frank hier vorgenommene Haussuchung wurde eine große Anzahl von Spielern der in Preußen berbotenen Darmstädter Schloßfreiheits Lotterie ermittelt. selben sehen ebenso wie Franke gerichtlicher Bestrafung entgegen. r. Der„ Schiplapaß" feiert sein 25. Jubiläum eigentlich erst heute oder vielmehr die ganze Woche. Die berühmte Schlacht am Schipkapaß, die den Anlaß zu seinem Namen gab, begann nämlich erst am 21. August. August. Im russisch- türkischen Krieg 1877 waren die Russen aus Ostrumelien vertrieben worden. Es gelang ihnen, unter dem Feuer der Türken den Schipkapaß, diesen 1330 Mtr. hohen Felsenweg zwischen Bulgarien und Ostrumelien, zu erklimmen und sich oben zu befestigen. Am 31. August versuchten die Türken einen Sturm auf diese Stellung. Doch all' ihr Bemühen war erfolglos. erfolglos. Beiden Parteien hatten schließlich keine Munition mehr, und so wurde denn mit Baumstämmen, Steinen 2c. gefämpft. Im September versuchten die Türken abermals einen Sturm wieder vergeblich. Im Januar des nächsten Jahres wurden die Russen aggressiv und umzingelten schließlich das 32000 Mann starke türkische Heer. Zum Andenken an die heldenmütige Beſtürmung und Verteidigung wurde das altbekannte Gießener Lokal an der Ecke BahnhofstraßeKaplansgasse 3um Schipfapaß" genannt. Diese Bezeichnung war übrigens damals auch in lofaler Beziehung durchaus gered, tfertigt. Es waren an jener Stelle nur alte Häuser und Sackgassen. Man vollzog auch gerade den Durchbruch der Bahnhofstraße zur Neustadt. Neben dem Schipkapaß fließt noch jetzt ein kleines Bächelchen. Es wurde damals, wie sich noch mancher alte Gießener erinnert, das schwarze Lamm" genannt. Dieses mußte auch überbrückt werden. Ringsum abgebrochene Häuser, Trümmer und Schutt, in der um abgebrochene Häuser, Trümmer und Schutt, in der Mitte als Paß von hüben nach drüben der schwankende Steg. So verdiente die Wirtschaft ihren Namen. Der damalige Besitzer des Schipkapasses hieß Lony mit dem Spitznamen„ Atlich". Nach ihm kam Abel, dann Ulbrich, schließlich der jetzige Besitzer Herr Ihring, der im vorigen Jahre das Restaurant zeitgemäß umbauen und verschönern ließ. Zur Erinnerung an die geschichtliche Vergangenheit hat der rührige Wirt, Herr Arnold, einige Wandgemälde im Saal von dem hiesigen Maler Herrn Weller herstellen lassen. Sie zeigen den Aufmarsch einer russischen Proviantfolonne auf den Paß hinauf unter türkischem Feuer, eine Scene aus der Schlacht selbst Balken und Steine sausen von oben herab auf die Köpfe der Türken, ferner die Portraits von Suliman Pascha und Osman Ghazi und schließlich noch ein Bild von der Beratung, die in Berlin unter Bismarcks Vorsitz über die Schlacht stattfand. Gestern fügte es nun der Zufall, daß eine Festlichkeit des Gesangvereins„ Heiterkeit" mit dem Jubelfest des Restaurants zusammenfiel. Ein Mitglied des Vereins gedachte in einer schwungvollen Rede dieses Zusammentreffens des silbernen Jubelfestes mit der Festlichkeit eines mit der Wirtschaft so gut befreundeten Vereins. Die Schlittschuhbahn habe ich nicht nur nach dem Tode meiner zweiten Frau, sondern auch bei ihren Lebzeiten, und und zwar seit meiner Jugend jeden Winter regel mäßig besucht. Jungen wohlgebildeten Mädchen habe ich auf dem Eise in Posen niemals den Hof gemucht. Den Eissport treibe ich für mich allein. Ebenso wenig habe ich in Gesellschaften in Bosen jemals jungen Mädchen den Hof gemacht. Den tatholischen deutschen Verein habe ich im ganzen 3 Mal besucht und zwar bloß auf Bitten und Wunsch meiner erwachsenen, noch lange nicht dreißigjährigen Tochter. Ich bin fein Mitglied des Vereins gewesen und bin auf wiederholte Einladung als Gast daselbst erschienen. Bei dem ersten Besuche im September v. Is. schloß eine bei mir zu Besuche weilende Nichte Bekanntschaft mit einem jungen Arzte in Bosen; einige Tage darauf fand die Verlobung statt. Getanzt habe ich nicht. Das zweite Mal besuchte ich den Verein, und zwar wiederum nur auf Bitten meiner Tochter im November v. J. Getanzt habe ich nicht. Das dritte Mal im Januar d. I. und zwar wiederum auf Bitten meiner Tochter. Dieses Mal habe ich eine einmalige Runde mit den Töchtern des mit mir an einem Tische sißenden Steuerrats und des Gymnasialdirektors Schroer getanzt und einmal mit meiner jezigen Frau. Dies mag genügen zur Abfertigung eines Bubenstücks. Es ist bedauerlich, daß anständige Zeitungen solche Schmusartitel aufnehmen. Berlin, den 19. August 1802. Löhning. Geheimer Oberfinanzrat und Provinzial- Steuerdirektor a. D. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Pfarrstellenwechsel. Der Großherzog hat am 17. August dem Pfarrer Adolf Heussel zu Alsheim die evangelische Pfarrstelle zu Dienheim, Dekanat Oppenheim übertragen, Die ** Straßenreinigungsmotore. Das Frankfurter Tiefbauamt stellt bei der Straßenreinigung eine Anzahl Motore in Dienst, welche das Sprengen, Kehren, Schuttaufladen usw. selbstthätig besorgen und nur einen Mann zur Bedienung nötig haben. ** Am letzten Samstag fand beim Wirt Rahnefeld eine Versammlung betr. Gründung einer Schweineversicherungs- Kasse zu Gießen statt. Die Sache ** Niedernhausen, 18. August. Die Sitte, bei Beerdigungen die Leidtragenden festlich zu bewirten, besteht in manchen Gegenden immer noch. Anläßlich eines Todesfalles hatte ein hiesiger Bäcker, dem„ Nass. B." zufolge, 70 Kuchen nach Ober- Seelbach zu liefern. ** Offenbach a. M., 20. August. In der Halle eines Bürgeler Ringofens wurde gestern Abend der 22 Jahre alte ledige Ziegelarbeiter Friedrich Schlink aus Lage ( Lippe- Detmold) vom Blig erschlagen. ** Darmstadt, 19. Aug. Dem Regierungsbaumeister Heinrich Kaiser aus Darmstadt ist auf Grund seines ausgezeichneten Examens von dem Preuß. Minister für öffentliche Arbeiten eine Reiseprämie bon 1800 Mark verliehen worden. Herr Kayser hat an der hiesigen Hochschule studiert, war auch während zweier Semester Assistent an der Abteilung für Ingenieurwesen. ** Mainz, 20. Aug. Der Verband der hessischen Viehhändler hat heute eine Bekanntmachung. erlassen, nach welcher der Boykott des hiesigen Viehmarktes nächsten Montag wieder aufgenommen wird, wenn eine Verständigung zwischen den Viehhändlern und Meggermeistern bis dahin nicht stattgefunden hat, bezw. wenn die Bestimmungen über die Fleischbeschauung nicht in derselben gelinden Form, wie in unseren benachbarten Städten gehandhabt werden. mit dem fam er n Wenn do Alles ge - Die fonnte des Qu Koich Unfe haben beim Va und dem Drum fin Dreie def Als Chro Daß wir Biefe Mit de baben Swe 20 Leut -Aün Von Ba wenn m B Bir hingen der flädtische Fried Ottober von Mor bleibt, und daß di telftunde vor Schl zeiden anfmerksam Gießen, am 1 Gro Be Serr Stadtr Auguft 1.38. beur Durch den ersten S Bießen, 19. Gro H Nachdem di Gibung vom 15. Formadehydde Die dazu erforderl fettionsfolonne in worden. Die For bisher hier gebräu Vorteil, daß die werden brauchen, da зи Stunden beendigt if Möbel und Stoffe n Wenn es auch Belteile, Wäsche un Aliniten zur Verfüg reinigen zu Laffen, baraglid geeignet bungefagrlidhen Indem mir tn wir die E Hender Arant ren tamen in den Bor t. Koch, A. Neding, Rausch. Es ist hiermit Deinebefiger zu Gießen bei dem Direttor C. cher zu diesbezüglicher enn Herr St.- wie ereignete, am hellen Feld des Nachbars feln ausmacht! dem Langfinger zukommt, und der beitet und sich ge argebieten. ingeweihten Streifen wie einige Blätter Biebahn, Komman nteriebrigade, nach Des Kaisers über auf dem Großen Sangriff fein Ent ge Stadtber: Bußbacher Straße Ichior. Sicherem stück ein Wohnet werden. fifus Dr. Hilde entlichen Profeffor iesigen Universität die Obliegenheiten urg und Stirchhain Heute Morgen der " n Bezirk begehen Bolf. Hier wurde tarb nach einigen mer.) In OberLim 9. Juni d. J. Wilhelm Sch. und Jerei und nachdem nsthaft aneinander . einen Hieb mit diesem Hören und etwa thalergroße welche Bewußt ehirnerschütterung en arbeitsunfähig. is. landwirtschaftliche u Düsseldorf vom rd sehr zahlreich 49 Pferde, 558 Biegen. Auch das aus dem Kreise Die Summe der en, beträgt nahezu von Se. Durch nfels mit 200 Mt., berger Raffe aus August findet auf nsfest statt. Bei uf dem sogenannten mittelbarer Nähe des Busch- Elberfeld und predigern ausersehen. t. Durch eine bei orgenommene Haus von Spielern der Darmstädter Kreuz und quer durch Gießen. Alles ist jetzt ausgeflogen - Nach der Nordsee wilden Wogen, In die Schweiz, wo riesenhohe Berge sind, wo nur mit Strohe, Oder auch von hölznern Schindeln sind gedeckt die kleinen Häuser. Vor der Thüre hängen Windeln, Drinnen ist man stramm Karthäuserklöße und die Kühe muhen. Alle, wie gesagt, jetzt ruhen, laufen, atmen, steigen, riechen fich gesund, fie trinken Ziegenmilch und glauben steif und ficher an die Nährkraft dieser Viecher. Ohne Schirm geht der Professor, sans monocle der Assessor. Der Herr Leutnant in civile nimmt die Sennerin sich zum Ziele. Der Student hockt haam bei Muttern, eilt, sich wieder anzufuttern, was der Trinkzwang, der elende tüdisch raubte. Ja, die Hände hören wieder auf zu zittern - - ohne Cognac, ohne Bittern. Nur die Nachbarleute sage " Hui, was habbe se den verhaage. Unsre Kinder- ach die Nangen flüchten eiligst vor der langen Weile auf die Pläg' und Straßen, ziehen diesem lange Nasen, werfen jenen wohl mit Steinen, fangen auch mal an zu greinen. Händ' und Antlitz sind sehr dreckig und die Hosen stark fettfleckig. Viele Eltern denken immer " Ferien"! Nichts ist wohl schlimmer. Erst das Jugendfest. Für Kleider warf man liebe Geld weg leider, Muß so'n Kind denn mit dem weißen Kleid schon Blicke um sich schmeißen? Und der Mann, der war beim Jugendfest bekneipt und scheußlich fluchend mit dem Lampion befacelt fam er nächtlich angewackelt. Wenn doch wieder Schule wäre! Alles geht die Kreuz und quere. - Die auguftliche Verreistheit fonnte man bei der Verwaistheit des Quintettes jüngst erfassen. Koschat sang drum auch verlassen". Unsere Hundertsechsundzehner haben Oberst wie Gemeener beim Parademarsch florieret und dem Kaiser imponieret, Drum sind auch mit hohen Orden Dreie dekorieret worden. Als Chronist muß ich erwähnen, Daß wir neulich in dem schönen Wieseck Kerb gefeiert haben. Mit dem Mauern, Puddeln, Graben haben an dem Siechenhause Zweck war eine kleine Pause- 20 Beute aufgehöret. - Künftig bleibt man unversehret Von Bazillenungeziefern wenn man schleunigst sich läßt liefern Bekanntmachung. Formalinde hyd unsichtbar. Alles ist damit vernichtbar, Von dem Pilz der Dichteritis bis zur hohen Krawattitis. Selbst die Qual der stillen Nächte, pulex irritans*), der echte flieht von seiner Arbeitsstätte aus dem trauten warmen Bette. v. Flottwiz. *) pulex irritans= der gem. Floh. Vermischtes. " - - - mit seinem neuen Motorwagen nach Paris zurückkehrte. Außer seiner Frau befand sich der geprüfte Mechaniker Louis Brotet auf dem Wagen. Auf der schönen Strecke von Pach- sur- Eure nach Acquigny, die von den Motorwagenfahrern mit Vorliebe aufgesucht wird, um Rekords zu schaffen, muß nun Fair, der das Gefährt lenkte, eine ungeheure Geschwindigkeit nach Augenzeugen 100 bis 120 Kilometer per Stunde- eingeschlagen haben. Der Mechaniker Brotet behauptet allerdings, daß die Schnelligkeit kaum 70 Kilometer erreichte. Auf dem Hinsausen nach Saint- Aquilin plaßte eine Pneumatit, der Wagen geriet ins Schlenkern, ohne daß Herr Fair aus noch nicht aufgeklärten Gründen man nimmt losgelöst hatte ihn zum Stehen zu bringen ver an, daß sich eine Schraube in dem Führungsapparate mochte und fuhr gegen einen Baum. Die drei Inlassen wurden herausgeschleudert und zwar mit so furchtbarer Gewalt, daß Herr und Frau Fair auf fiel so glücklich, daß er nur einige Hautabschürfungen der Stelle tot waren. Der Mechaniker dagegen erlitt. Tie Gewalt des Anpralls scheint indessen doch gerufen zu haben, da er noch wirre redet. Die Vereine starke innere Erschütterung auch bei ihm herbor ftümmelungen der Körper Fairs und seiner wegen ihres Liebreizes gefeierten Gattin spotten jeder Beschreibung. der jungen Frau ist ein Auge herausgequollen, während Der Kopf Fairs ist von oben bis unten gespalten und in das andere das Glas der Staubbrille tief eingedrungen ist; das Kinn ist ganz in den Unterkiefer dürfte ein langwieriger Erbschaftsprozeß, wie hineingedrückt. Wie aus New- York gekabelt wird, Fair selbst bereits einen durchzufämpfen hatte, wegen seines Nachlasses der auf 100 Millionen Francs geDarum, ob seinen oder seiner Frau Angehörigen sein schätzt wird sich entspinnen. Es handelt sich nämlich Vermögen zukommen soll, was davon abhängt, ob er oder seine unglückliche Gattin zuerst- wenn auch nur eine Sefunde vorher das Leben ausgehaucht hat. Der Mechaniker Brotet behauptet, Frau Fair noch im letzten Augenblicke sprechen gehört zu haben; überhaupt müsse Herr Fair als vorne ſizend, zuerst getötet worden sein. ** Der letzte Kurfürst von Hessen. Ein Frankfurter schreibt: Einige Züge aus dem Leben Friedrich Wilhelm I, des letzten Kurfürsten von Hessen, die kürzlich in der„ Frf. 8tg." veröffentlicht wurden, rufen Reminiscenzen über diesen Fürsten wach, die sich an dessen bisweiligen Aufenthalt in Frankfurt fnüpfen. Sehr beliebt war der Herr hier nicht, sein ehemaliges Gebahren seinen Landeskindern gegenüber fonnte ihm die Liebe der Frankfurter nicht gewinnen, und es bedurfte nur eines äußeren Anlasses, um die nicht freundliche Gesinnung der Frankfurter Bevölkerung ihm gegenüber zum deutlichen Ausdruck zu bringen. Freilich war es eine Freilich war es eine Brovokation seinerseits, die den Etat hervorrief, aber man darf wohl annehmen, daß er die Entrüstung nicht absichtlich gewollt; er glaubte nur seine landesväterlichen Gewohnheiten auf Frankfurt übertragen zu dürfen. Im Hoftheater zu Rassel war es nichts Ungewöhnliches, den Kurfürsten während der Vorstellung in lauter Unterhaltung zu ſehen und zu hören. Er meinte, sich das auch in Frankfurt leisten zu können und so knüpfte er, als er einmal das Frankfurter Theater besuchte, gerade während eines Monologs auf der Bühne in seiner Lage ein lautes Gespräch mit seinem Adjutanten an. Zuerst ein immer mehr vernehmbares Pst! Pst!" aus der Mitte des Publikums, doch ohne Erfolg; als aber das Publikum endlich erfuhr, woher diese Unterbrechung tam, da ging der Tumult erst recht los. Hinaus!"" Hinaus!" schrie es von allen Seiten, und dem furhessischen Landesvater blieb nichts anderes übrig, als mit seinem Adjutanten das Theater zu verlassen. Bulegt sah ich ihn hier in Frankfurt während des Fürstentages im Jahre 1863. Aufsehen erregte sein prächtiges Gespann; 6 wunderbare Isabellen zogen seinen Wagen. Ein biederer Sachsenhäuser ließ sich aber von dieser Bracht nicht blenden; es war an der Hauptwache, als jener Mann aus dem Volte, da er erfahren, wer der Insasse des Wagens war, coram publico ausrief:" Was! der Kurferscht!" und diese Worte mit Gesten begleitete, die niemand als Zeichen der Hochachtung und Ehrfurcht deuten konnte. Uebrigens sah der Fürst an einem Abend jener Festtage seine hohen Vettern und Gevattern bei sich zu Gaste. Von der Beranda seines am Untermainquai gelegenen Balastes, wohin die Fürsten zum Thee geladen waren, betrachteten diese das Feuerwerk, das am jenseitigen Mainufer abgebrannt wurde. Einer Jrrenanstalt überwiesen wurde in Leipzig der 20 jährige Wilhelm Grabich, der das 8 jährige Schulmädchen Klein vor 14 Tagen ermordet und die verstümmelte Leiche in eine Riste gezwängt hatte. * Paris, 16. Aug. Ueber die AutomobilKatastrophe des amerikanischen Millionärs Fair werden jetzt folgende Einzelheiten mitgeteilt: Herr Fair, ein Schwager des Herrn W. K. Vanderbilt, hatte mit seiner Gattin diesen nach Cherbourg geleitet, wo Vanderbilt sich auf dem„ Kronprinz Wilhelm" nach New- York eingeschifft hatte, und war dann nach Trouville gefahren, von wo er noch am selben Nachmittage Amtlicher Teil. - Neueste Nachrichten. Berlin, 21. Juli. Die Mitteilung von dem Rüd tritt des Kriegsministers von Goßler findet dem„ LatalAnzeiger" zufolge an amtlichen Stellen, die zunächst orientiert sein müßten, feinen Glauben. v. Goßler ist gestern Abend gestern Abend zum Immediatvortrag zum Kaiser nach Homburg abgereist. Große Neberschwemmungen. Nach einem Telegramm aus Meran brach am 20. August Nachts infolge eines Wolfenbruches die Naif aus, riß die Bension Naifmühle bei St. Valentin( Obermais) nieder und richtete auch sonst viel unheil an. 2 Frauen wurden getödet, während zwei andere Personen aus der Pension gerettet wurden. Die Haustiere sind zu Grunde gegangen. Gestorbene. Am 20. August: Susanna Wacker, geb. Schmall, 61 Jahre, 9 Monate alt, Ehefrau des Schreinermeisters Jakob Wacker dahier. Die Beerdigung findet statt am 22. August bormittags 10 Uhr. besonders aber auch Tuberkulose jeder Art), wenn Kranke ver-| Für Gebührenpflichtige, denen in Folge von Unglücks-, storben oder auf die Klinik gebracht worden sind oder ihre Krankheits- oder Sterbefällen die Entrichtung der Gebühren Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß Wohnung gewechselt haben, dem Stadtbauamt alsbald An- besonders schwer fallen würde, können auf deren Antrag die der städtische Friedhof in der Zeit vom 16. Auguſt bis 15. zeige zu machen und die Vornahme der Desinfektion zu be- Gebühren weiterhin ganz oder teilweise erlassen werden. Oftober von Morgens 6 Uhr bis Abends 8 Uhr geöffnet bleibt, und daß die auf dem Friedhof verweilenden eine Vier- gehren. Die zu entrichtenden Gebühren sind aus der gleich- Die Befreiung von Gebühren hat nicht den Charakter einer ermittelt. dieſen durch ein Glocken zu ersehenöffentlichten Gebührenordnung vom 2. Mai 1896 Armenunterſtügung aus öffentlichen Mitteln. Die Gebühren sind auf Anfordern an die Stadtkasse ichtlicher Bestrafung zeichen anfmerksam gemacht werden. Gießen, den 2. Mai 1896. 18 Frankfurter Tief igung eine Anzahl Sprengen, Stehren, Jesorgen und nur haben. Die Sitte, bei Be zu bewirten, besteht . Anläßlich eines cker, dem„ Najf. B Der- Seelbach In der Halle eines Abend der 22 Jahre Sahlint aus Lage agen. Regierungsbaumeifter ift auf Grund feines Preuß. Minifter für ramie von 1800 Gayfer hat an der während zweier ng für Ingenieur der hessischen Bieh Gießen, am 16. August 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Herr Stadtrechner Doepfer ist vom 19. bis 25. Gießen, am 12. August 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Betreffend: Die Wohnungsdesinfektion in der Stadt Gießen. Gebühren- Säße Auguft I. Js. beurlaubt und wird während dieser Zeit für die durch die städtischen Desinfektoren besorgte durch den ersten Stadtkaffegehülfen, Herrn Peter, vertreten. Wohnungsdesinfektion und für die Desinfektion Gießen, 19. August 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Nachdem die Stadtverordneten- Versammlung in ihrer Sigung vom 15. Mai 1. J. die Einführung der sogen. Formadehyddesinfektion beschlossen hat, sind nunmehr die dazu erforderlichen Apparate angeschafft und eine Desinfeftionsfolonne in deren sachgemäßen Handhabung ausgebildet worden. Die Formaldehyd- Desinfektion besigt gegenüber der bisher hier gebräuchlichen Desinfektionsmethode den großen Vorteil, daß die zu desinfizierenden Zimmer nicht geräumt zu werden brauchen, daß die Desinfektion im Verlauf von wenigen Stunden beendigt ist und schädliche Wirkungen auf Tapeten, Möbel und Stoffe nahezu garnicht ausübt. erlassen, nach welcher Bettteile, Wäsche und Kleidungsstücke in dem auf den neuen hmarttes nächsten nn eine Verständigung Jermeiftern bis bahin Die Bestimmungen über n gelinben Form, wie andhabt werden. Wenn es auch nach wie vor dringend geboten scheint, Aliniten zur Verfügung stehenden Dampfdesinfektionsapparat reinigen zu lassen, so ist die Formaldehyd- Desinfektion doch borzüglich geeignet zur Durchführung einer wirksamen und doch ungefägrlichen Wohnungsdesinfektion. von beweglichen Sachen in dem klinischen Des infektions- Apparat. Die Gebühren, welche von den zur 1. Abteilung der Einkommensteuer Eingeschäßten( Einkommen über 2600 Mt.) zu entrichten sind, betragen mit Wirkung vom 1. April d. J. ab: A. Für die Desinfektion der Wohnungen: 1 Mt. für die Stunde der darauf von jedem Desinfektor verwendeten Zeit. B. Für die Desinfektion von beweglichen Sachen in dem flinischen Desinfektions- Apparat: a. für die Thätigkeit der Desinfektoren einschließlich der Abholung und Rücklieferung der Sachen, je nachdem eine, zwei oder drei Abteilungen des Apparates benugt werden, 3, 4 oder 6 Mt. b. für die Benutzung des Apparates selbst, je nachdem eine, zwei oder drei Abteilungen benutzt werden, 4, 5 oder 6 Mt. zu entrichten. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Grummetgras- Versteigerung der Stadt Gießen. Montag, den 25. und Dienstag den 26. August, jedesmal vormittags 9 Uhr beginnend, foll das Grummetgras bon den städtischen Wiesen, von dem Friedhof, von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wiesed. böschungen meistbietend versteigert werden und zwar: Montag, den 25. Auguft a. an Ort und Stelle von den Wiesen vor der Neustadt, vor den Wieseckböschungen, sowie von der früher Pascoe'schen Wiese. b. am Neuenwegerthor vor den Wiesen im Heegstrauch und Rußland c. an Ort und Stelle vom Friedhof( Abteilg. 1-8) und von den Anlagen vor dem Friedhof. a. im Bhilosophenwald nachmittags 2 Uhr, von den Wiesen im Fürstenbrunnen, im Wieseckthal, von zwei Hospitalwiesen und von zwei Pfarreiwiefen in der Gemarkung Wiesed, sowie um 5 Uhr von ca. 16 Morgen Wiesen in der Schwarzlach. Dienstag, den 26. August e. von den Ochsenwiesen, einer Hospitalwiese, von den Wiesen im Stolzenmorgen, am Utersbrunnen und Altentisch f. nachmittags 2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Nödgen. g. nachmittags 2.30 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Alten- Bused Buseck. nachmittags 3 Uhr von den Wieſen in der Gemarkung GroßenDie Zusammenkunft ist am 25. August am Neustädtert Hor 26. Auguſt in den Ochsenwiesen. am Für Sachen, welche, wie einzelne Kleidungsstücke, nicht h. einmal eine Abteilung des Apparates ausfüllen, 2 Mt. Die in den Klassen 6 bis 10 der II. Abteilung der und Einkommensteuer( Einkommen von 1300 bis 2600 Mt.) Eingeschäßten haben nur die Hälfte der vorstehenden Gebühren ersucht, Indem wir dies zur öffentlichen Kenntnis bringen, zu entrichten, während von den mit weniger als 1300 Mt. rn wir die Einwohner unserer Stadt auf, in allen Fällen Einkommen oder gar nicht Besteuerten Gebühren überhaupt dkender Krankheiten,( Typhus, Scharlach, Diphteritis, ganz nicht erhoben werden. Die Großh Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden Worſtehendes in ihren Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Gießen, am 18. August 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Kirchweihfest..Lollar Atelier für Portraitmalerei Während den Kirchweih tagen findet bei mir Gutbesetzte Tanzmusik statt, wozu ergebenst einladet Friedrich Weinrich, Gasthaus zur Linde. Ferdinand Nennstiel 8 Plockstrasse 8 Lager in sämtlichen Kastenmöbeln poliert und lackiert wie: Vertikows, Kleiderschränke etc. Luxusmöbel Tische Stühle - - Küchenmöbel. - Spiegel Spezialität: Betten u. Polstermöbel in eigener Anfertigung. Uebernahme vollständiger Ausstattungen. von Otto Fritz akad. Kunstmaler. Unterricht. Goethestrasse 46, Atelierhaus. Farbiges Panorama von Giessen 45 X 65 zu 5 Mk. Der alte Praktikus sagt: ORI ist thatsächlich das Beste. Mehrere tüchtige Mädchen finden Stellung durch Frau Heßler, Gießen. Sonnenstraße 24. Tüchtige Frau empfiehlt sich im Waschen u. Puken oder nimmt Laufstelle an. Näh. 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