Nr. 296. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 19. Dezember 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Gefahren der Venezueiakrise. Amerika hat, wie die Leser wissen, zuerst erklärt, bei einer Kriegserklärung Deutschlands und Englands gegen Venezuela nicht untätiger Zuschauer bleiben zu können. Nun hat der englische Premierminister Balfour im Londoner Oberhause erklärt, selbstverständlich setze die Blockade der venezolanischen Häfen den Kriegszustand voraus, und auch amerikanische Schiffe würden dem Blockadezwang unterworfen werden. Das klang wie eine Art Herausforderung der Union. Aber es scheint, als habe Balfour sich vorher vergewissert, daß man seine Aeußerung in Washington nicht so übel nehmen wird, und in der Tat wird neuerdings von amerikanischer Seite versichert, seitens der Vereinigten Staaten werde fein Bemühen erfolgen, sich einer Kriegsblockade gegen Handelsschiffe zu widersetzen. Ja, man tut noch mehr in Washington: Man versichert neuerdings, die Washingtoner Regierung sei zu dem Schluß gekommen, eine friedliche Blockade der venezolanischen Häfen könne, als gegen die Schiffahrt der Vereinigten Staaten gerichtet, nicht anerkannt werden. Die Verbündeten dürften die Schiffahrt der Vereinigten Staaten nur unterbrechen, wenn ein wirklicher Kriegszustand anerkannt sei. Wenn die Verbündeten die amerikanischen Handelsschiffe auszuschließen wünschten, müßten sie alle Schiffe einschließlich ihrer eigenen ausschließen, was die Anerkennung des Kriegszustandes in sich begreifen würde, die der jezigen regellosen Lage ein Ende machen würde. Mit dieser Erklärung fordert Amerika die verbündeten Mächte a so gerad zu uci er icgserff rung cui, na dem es vorher gejagt hat, bei einer Kriegserklärung müsse die Union tätlich eingreifen. Was bezweckt dieser Schachzug des Washingtoner Kabinets? Nichts anderes, als eine Einmischung Ameritas unter allen Umständen zu ermög lichen. Der britische Premierminister hat diese Absicht unterſtüht, indem er ausdrücklich und im Gegensaß zu Deutschland, das die Blockade für eine Friedensblockade erklärte, öffentlich erklärte: Wir sind im Kriege mit Venezuela. Man wird sich über diese befremdliche Taktik des englischen Staatsmannes nicht weiter wundern dürfen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß es der Wunsch Englands ist, einmal aus dem üblen venezolanischen Handel so bald als möglich sich herauszuziehen und zum andern Deutschland und die Union in unfreundliche Beziehungen zu treiben. Sobald England sich aus der Affäre gezogen hat, wird Amerika gegen das deutsche Vorgehen in Benezuela offen Front machen, und wenn vielleicht die Labinette auch nicht allzu hart auf einander schlagen werden, so hat die Union doch Admiral Dewey in die venezolanischen Gewässer geschickt, denselben Herrn, der vor Manila sich so unmanierlich gegen den deutschen Geschwaderchef benahm. Die Grobheiten dieses Herrn, für die das Washingtoner Kabinett selbstverständlich achher auf diplomatischem Wege um Entschuldigung bittet, werden in die Welt posaunt werden, um das Prestige Deutschlands zu schädigen. Und außerdem ist kein Zweifel, daß die Union mit ihrem ewigen Dreinreden in die Venezueía- Affaire Deutschland schließlich dazu bringen wird, daß wir die Sache ausgehen lassen müssen, wie das Hornberger Schießen. Zweifellos wird das für unser Prestige noch viel schädlicher sein, als die sicher zu erwartenden Dreistigkeiten des Herrn Dewey. Aufgabe unserer Politik wird es daher sein, auf Englands Winkelzüge ein scharfes Auge zu haben und die englische Absicht, sich bei der ersten besten Gelegenheit vom Schauplatz der Ereignisse zu drücken, zu verhindern. Ter erste Einmischungsversuch der Union liegt bereits vor: Das Washingtoner Staatsdepartement beabsichtigt, auf England und Deutschland wegen einer Antwort auf Caftros Schiedsgerichtsvorschlag energisch zu drücken. Staatssekretär Hay hat bereits zweimal beide Regierungen moniert und ist über das Ausbleiben einer Antwort von beiden Regierungen ,, peinlich berührt"; das Ausbleiben der Antwort wird in Washington als Unhöflichkeit empfunden". Selbstverständlich kann Deutschland sich nach allem, was vorgegangen ist, nicht mehr auf den Schiedsgerichtsvorschlag einlassen. Das weiß man in Amerike sehr wohl, man weiß aber auch, daß England sich in der Lage befindet, ohne Schädigung seines Ansehens sich jetzt noch auf ein Schiedsgericht einzulassen. Mit dem Drängen auf eine Antwort des Schiedsgerichtsverschlags scheint die Union den Briten die Tür öffnen zu wollen, durch die sie sich vom Schauplatz zurückziehen können. Bei so vielen unerfreulichen Aussichten ist es doppelt erfreulich, daß der bisherige Verlauf der Aktion den deutschen Schiffsbesaßungen die von britischer Seite gemeldeten Verluste nicht gebracht hat. Nach amtlicher Meldung ist es falsch, daß ein deutscher Offizier getötet sei, auch die deutschen Schiffe sind nicht beschädigt. Die Flottendemonstration ist vielmehr ohne jeden Verlust verlaufen. Ueber die inzwischen degonnene Blockade liegen recht widerspruchsvolle Nachrichten vor. Aus La Guayra wird gemeldet, daß die Blockade sich nur gegen venezolanische Schiffe richte. Dagegen wird, wie schon erwähnt, vom Londoner Kabinett erklärt, die Blockade sei eine Kriegsblockade, richte sich also gegen die Schiffe aller Nationen. Von deutscher Seite steht übrigens eine Mitteilung an die Mächte bevor, in welcher Weise die Blockade gehandhabt werden soll. Schließlich sei noch erwähnt, daß nach neueren Rachrichten der Aufstand in Venezuela tatsächlich wieder ausgebrochen ist. Die venezolanischen Aufständischen nähern sich Valencia. Die Bevölkerung in Caracas verlangt dringend Castros Rüdtritt; es heißt, daß dieser sich verborgen habe. In Willemstad ist der frühere venezolanische Präsident Andrade aus Kolumbien eingetroffen, der vor Castro dorthin geflohen war. Er wird selbstverständlich die Gelegenheit möglichst ausnüßen, seinen Widerfacher Castro zu verjagen und sich selbst zum Präsidenten zu machen. Die Politik. Eine parlamentarische Scheidung. Von einem Austritt der Mitglieder des Bundes der Landwirte im Reichstag und Abgeordnetenhause aus dem konservativen Fraktionsverbande weiß ein Leipziger Blatt zu melden. Man nimmt an, daß außer den Herren v. Wangenheim und Rösicke etwa sechs bis acht Mitglieder aus der Partei austreten werden, und daß diese im Verein mit einer Anzahl von Wilden und einem Teil der unter Führung des Herrn v. Liebermann stehenden Antisemiten zu einer losen Vereinigung sich zusammenschließen werden. Spanische Heeresreformen. † Tie Reform des spanischen Heeres, die jetzt die spanischen Staatsmänner beschäftigt, soll sich auch auf das Spiel im Heere erstrecken. Das neue Kabinett Silvela geht ziemlich energisch gegen das Spiellaster der Offiziere vor; der Zivilgouverneur von Madrid hat jezt sɔgar einen Vetter des Königs, den General Franscesco de Bourbon, wegen Glücksspiels verhaften lassen. Nachtäglich hat Silvela zwar den General in Freiheit setzen lassen, der Schreckschuß dürfte aber genügen, die Spielwut zu beschränken. Uebrigens hat auch der neue spanische Kriegsminister eine Verordnung erlassen, die verbietet, daß Generale als Präsidenten nicht reinmilitärischer Vereine fungieren. Kurze politische Nachrichten. * Berlin, 18. Dezember.( Hofbericht.) Der Kaiser hörte heute die Vorträge des Präses der ArtilleriePrüfungskommission, Generalleutnants Fuchs v. Bimbach, des Kriegsministers von Goßler, des General- Inspekteurs der Festungen Generalleutnants Wagner und des Chefs des Militärkabinetts Generalleutnants Grafen Hülsen- Haeseler. * Ter jugendliche Herzog von Koburg- Gotha hat am Mittwoch sein Abiturienteneɣamen in Groß- Lichterfelde bestanden. * Tem Reichstag ist ein Abkommen mit Italien und der Schweiz über Patent- und Markenschuß zuge gangen. * Außer dem Reichsetat wird dem Reichstage nach Weihnachten auch der Geseßentwurf über die kaufmännischen Schiedsgerichte zugehen. Daneben wird sich der Reichstag noch mit dem Gefeßentwurf betr. die Regelung der gewerblichen Kinderarbeit und mit dem Geseze betr. Verhütung der Phosphornekrose zu beschäftigen haben. * Der preußische Landtag wird erst am 13. Januar zusammentreien. Gleich zu Beginn der Tagung wird der Etat dem Hause vorgelegt werden. * Die Errichtung einer landwirtschaftlichen Akademie in Bromberg ist jeßt gesichert. Es sollen fünf landwirtschaftliche wissenschaftliche Institute mit zujammen mindestens zehn Professoren errichtet werden. Tie Regierung gibt einen einmaligen Beitrag von 900 000 Mark und eine jährliche laufende Beihilfe von 130 000 bis 150 000 Mark. * Zwischen der österreichischen und der ungarischen Regierung ist nach unendlichem Hin und Her jetzt der neue österreichisch- ungarische 3olltarif und das Handelsbündnis bis auf wenige Punkte vereinbart. * Der französische Ministerpräsident verhängte über den Bischof von Nizza die Gehaltssperre, weil dieser öffentlich erflärt hatte, daß er einer der Urheber der Petition in Sachen der Kongregationen sei und sich deshalb wundern müsse, daß er nicht gleich den übrigen Bischöfen mit Gehaltssperre bestraft worden sei. Nab und fern. Der Defraudant Neßler, der der Bank für Handel und Industrie zu Berlin 700 000 Marf unterschlagen hat, scheint seine Spuren recht schlau verwischt zu haben. Man schwebt noch immer völlig im Ungewissen darüber, wohin er sich gewandt hat. Die geschädigte Bank hat auf die Ergreifung des Flüchtigen eine Belohnung von 3000 Marf ausgesezt. Die Berliner Kriminalpolizei hat die umfassendsten Maßnahmen getroffen und sofort alle auswärtigen Behörden mit einer Personenbeschreibung versehen. Vor einigen Tagen ist übrigens aud; ein Kassirer der Bank, namens Gollnow, flüchtig geworden. Es ist möglich, daß die beiden Geflüchteten im Einverständnis miteinander gehandelt haben. Ein gefährlicher Patient. In der Klinif des Projessors Przibram zu Prag ereignete sich ein aufregen der Vorfall. Ein Mann wurde von der Aufnahmefanzlei des Krankenhauses an die genannte Klinik gewiesen. Die Aerzte untersuchten den Patienten und fonstatierten, daß derselbe gar nicht trant, sondern start angetrunken sei. Diese Diagnose versezte den Mann in Raserei, er bedrohte jeden, der in seine Nähe kam, mit dem Tode, und selbst vier Krankenwärter waren faum im stande, ihn zu bewältigen. Erst zwei Eicherheitswachleuten, die man rasch herbeigeholt hatte, gelang es, seiner Herr zu werden, nachdem sie ihm Eisen angelegt hatten. Der gewalttätige Mensch wurde als ein Einbrecher Karl Kopp festgestellt, der erst vor kurzem aus einer Strafanstalt entlassen worden war. Eine ganze Stadt durch Erdbeben zerstört. Wie erinnerlich, wurde aus Margellan( Russisch- Turkestan) starkes Erdbeben gemeldet. Jezt kommt aus Petersburg die Schreckenskunde, daß durch dieses Naturereignis die Margellan benachbarte Stadt Andischan fast ganz zerstört ist, ebenso alle Stationsgebäude und Eisenbahnwege. Besonders gelitten hat die Strecke FedschenkoAndischan, die vorläufig für den Verkehr geschlossen ist. Von Margellan aus haben sich ein Ingenieur, ein Arzt und ein Vertreter des Kriegsministeriums nach Andischan begeben. Ebenso sind Lebensmittel und warme aleidungsstücke dahin abgesandt worden. Die unglückliche Be völkerung soll sich an dem zerstörten Stationsgebäude gelagert haben. Ob und wieviel Menschenleben zu beflagen sind, steht noch nicht fest. = Das boykottierte Brautpaar. Eine originelle GeGeschichte wird in französischen Blättern von dem meinderat einer in der Normandie gelegenen Ortschaft erzählt: Im Dezember vorigen Jahres wurde die Besizerin von Thuitanger bei Etecgug ermordet aufgefunden. Tes Mordes verdächtig war ein Dienstmädchen der Ermordeten, das mit dem Ehemanne der Besizerin ent Liebesverhältnis gehabt haben soll. Das Mädchen wurde in Untersuchungshaft genommen, aber bald darauf wegen Mangels an Beweisen wieder entlassen. Vor einigen Wochen hat sich nun der Gatte der Ermordeten mit dem ehemaligen Dienstmädchen verlobt, und in diesen Tagen sollte die Hochzeit stattfinden. Die Mitglieder des Gemeinderats weigerten sich aber, die Heiratsurfunde zu unterzeichnen, und gaben, als ihnen mit den Gerichten gedroht wurde, sämtlich ihre Demission, da sie das Mädchen noch heute für eine Mörderin halten. 62Angesichts dieser Feindseligkeit des Gemeinderats schloß das Brautpaar, sich in Candecbec trauen zu lassen aber auch das gelang nicht, da die Schlächtergesellen von Candecbec den Brautleuten einen wenig freundlichen Empfang in Aussicht gestellt hatten: sie wollten große Sprißen mit Blut füllen und es dem jungen Paar: ins Gesicht sprißen. Das Brautpaar ist jetzt auf der Suche nach einem Zufluchtsorte, wo es sich ungestört trauen lassen fönnte. ) Fechtmeister- Zweifämpfe. Die berühmtesten und besten Fechter und Fechtlehrer Italiens und Frankreichs, die Italiener Francesco Pessina und Franco Vega und die Franzosen Lucien Mérignac und der berühmte Kirchhoffer haben in Paris mit blanker Waffe, ohne Binden und Bandagen bis zur Abfuhr gefochten, um die Güte ihrer Schulen zu beweisen. In diesem Kampfe trugen die Franzosen den Sieg davon. Der Italiener Pessina wurde von dem Franzosen Mérignac an der rechten Hüfte, der Italiener Vega von dem Franzosen Kirchhoffer an der rechten Schulter verwundet. Die Verlegungen beider sind unbedenklich. Bunte Chronif. Infolge plöblich eingetretenen Tauwetters ist die Station Rödelsheim der Frankfurt- ronForner Rahn nöflia überschwemmit. - Von einem schweren Unwetter wurde Wien heimgesucht. Infolge starken Glatteises traten umfangreiche Verkehrsstockungen ein. Ein furchtbarer Sturm tobte durch die Straßen und warf die Passanten zu Boden. Auf dem Shannon- Flusse in Jeland sank in der Nähe von Tarbert ein zu dem Schiffe Columbia" gehöriges Boot, in welchem sich der Kapitän, der Steuermann, der erste Ingenieur und zwei Matrosen des genannten Schiffes befanden; alle sind ertrunken. Beitungsblatt zurüdgebend. Unfinn!" lachte das junge Mädchen, ihm das Phantasie, Mr. Vincent. der Bühne an t. Mr. Robson gehört seit das hat er ,, Sie besitzen eine qu mir selbst lebgefagt!" zehn Jahren ,, Er spielt brillant, Das lasse ich ja gelten," erwiderte der junge Mann anderem Tone sicher, aber froß alle geformt als wir. lachend. dem ist er aus tommt Mr. Morris: ich werde ihn fragen Da er meiv häuser in wenn der sommerliche eine Bühne im sich kaum vorstellen. nüchternen Tageslichte fann man Ausnahme von der Regel. Es um ein geräumiges GeEinen häßlicheren, öderen Blaß als Selbst die sein dekorierten, sammetgepolsterten SchauspielLondon haben ein trostloses, düsteres Aussehen, ist ungleich schlechter, burch offene Spalten eindringt; doch ein Proving eater rough bildete feine und das' Theater Royal in كسقط Wie man Diebe fängt. Hans Albrecht. ( Nachdruck verboten.) Kriminalhumoreske von den Angelagten, der von den Geschworenen für ichig " Zwei Jahre Zuchthaus!" lautete das Urteil gegen seine Drohung Herrn Tannhausen gegenüber wahr zu machen. schlug Beit lang Endlich er das Zuchthaus für ihn Freiheit erfreuen durfte. Suauch die Stunde, in der wenigstens etne der goldenen und sich nächst suchte er ,, Stellung", aber feine Arbeit, denn volle awei Jahre hatte 3 Eine Eisenbahntatastrophe wird aus Russisch- Polen gemeldet. Bei der Station Zawierczie stieß der Blizzug Cosnovice- Warschau auf einen Güterzug. Mehrere Wagen des letteren und die Lokomotive des Blizzuges wurden zertrümmert. Das Zugpersonal auf der Lokomotive des Blizzuges, bestehend aus vier Personen, wurde lebensgefährlich verlegt. Zwei Personen sollen bereits gestorben sein. Von den Passagieren des Blizzuges haben einige ebenfalls Verlegungen davongetragen. - In Sentheim im Elsaß machten drei von ihrer Mutter eingeschlossene Kinder Feuer an; zwei der kleinen erstickten im Rauch, das dritte ist lebensgefährlich erkrankt. *[ Starke Zumutungen an die Phantasie des Theater. publikums] stellte man, wie Jusserand in einem Pariser Blatte mitteilt, im 16. und 17. Jahrhundert in England. Große Dekorationen, wie in unseren Tagen, tannte man nicht: ein Baum stellte einen Wald dar, ein Glockenturm genügte, um eine Kirche zu martieren. Shakespeare wandte fich gelegentlich der Aufführung von Heinrich V." an das Publikum mit den Worten: Wir wenden uns an Eure Einbildungskraft... denkt Euch jeden Mann, den wir Euch zeigen werden, vertausendfacht; wenn wir von Pferden sprechen, stellt sie Euch in Eurer Phantasie vor; Eure Gedanken sollen uns helfen, in einer Stunde die Ereignisse von mehreren Jahren zu verwirklichen." Man brauchte nur auf einen Turm eine Zahl zu schreiben, um sich einzubilden, daß 20 000 Mann den Zugang zu diesem Turni verteidigten, und auf das gemalte Tor einer Stadt einen Namen, um an das Vorhandensein dieser Stadt zu glauben. Im Kostüm aber liebte der englische Schauspieler Luxus und Pracht. So arm er auch sein mochte, prächtige Kostüme mußte er haben: der Schauspieler Gabriel Spencer borgte sich 10 Shillings, um sich einen Helmbusch zu laufen; der Schauspieler Borne verpfändete einen Mantel, um sich einen Hut mit Stickereien schmücken lassen zu tönnen. Selbst wenn es sich nur um ,, bürgerliche Dramen" handelte, knickerte man nicht bei den Kostümen. Der Eintritt foſtete gewöhnlich 1 Penny für das Parterre, 2 oder höchstens 3 Pence für die Galerien. Das Theater war unter freiem Himmel, so daß das Parterre alle Unbilden der Witterung ertragen mußte. Bühne und Galerien waren zuerst mit Stroh, dann mit Ziegeln gedeckt. |::|[ Die Baßschrift.] Eine ergößliche, aber stark ,, hochsommerlich" flingende Geschichte erzählt das ,, Libauer Lokal- und Handelsblatt": Vor einigen Tagen kam ein junges Mädchen vom Lande, welches des Schreibens vollständig unkundig ist, zu einem Libauer Schreiber und bat, er möge für sie an ihren Herzallerliebsten, der in diesem Herbst unter's Militär gegangen sei, einen Brief schreiben; für die Mühe würde sie ihn bezahlen. Als der Brief mit dem Dittate des Mädchens fertig war, bat sie ben Schreiber, er möge ihr das Geschriebene vorlesen. Aber welches Mißgeschick! Als der Schreiber mit seiner Baßstimme vorgelesen hatte, wollte das Mädchen den Brief nicht nehmen; denn sie meinte, daß er nicht so geschrieben wäre, wie sie gesprochen hätte; ihr Schaz würde sich erschrecken, wenn er in solch einer tiefen Tonlage den Brief zu lesen bekäme, und seine Liebe zu ihr könnte dadurch erfalten. Sie bat darum den Schreiber, er möge doch noch einmal den Brief schreiben, aber so wie sie spräche. Dem Schreiber blieb, wenn er nicht des Honorars verlustig gehen wollte, nichts übrig, als ihr den Brief um einige Ottaven höher vorzulesen. Nun erst wurde die Epistel als gut befunden und zur Post befördert [ Ein menschliches Chamäleon.] Barnum der Große hat ja in Europa viele Merkwürdigkeiten ausgestellt, aber die merkwürdigste scheint er doch zu Hause gelassen zu haben: Es ist ein junges Mädchen, dessen Haut fast stündlich die Farbe wechselt. Von Geburt ist die interessante Dame Mulattin, aber ihre braune Farbe verwandelt sich oft in ein helles Rosa, was einen ganz reizenden Eindruck machen soll. Der Uebergang von Schwarz zu weiß vollzieht sich stufenweise; man sieht zuerst auf der Haut fleine weiße Punkte erscheinen, die sich nach und nach verdichten und schließlich den ganezn Körper überziehen. Ein ameritanischer Reporter, also ein Mann, auf dessen Aussage man sich unter allen Umständen verlassen kann, will sogar noch Wunderbareres entdeckt haben: während ein Fuß ber Mulattin seine natürliche Farbe behält, wird der andere weiß wie Schnee. Andere Zeitungsmenschen, die nicht minder vertrauenswert sind, versichern, daß die Wimpern und Augenlider der Mulattin braun bleiben, während die Gesichtsfarbe die einer Camelie ist. Schade, daß diese neuartige Camelien und Chamäleondame mit dem ihr bom Schicksal verliehenen Pfunde nur in Amerika wuchert! T[ Elektrizität gegen Dampfkraft.] Der russische Ingenieur Dobrotowski will aus dem Imatra- Fall und anberen Wasserfällen des Wuorens, sowie aus den Flüssen Narowa und Wolchow die Stadt Petersburg mit der elektrischen Kraft versorgen, welche sie für ihre Straßenbahnen, Beleuchtung und Fabriksbetriebe nötig hat. Die Unkosten würden für eine Zeit von 50 Jahren 70 Millionen Rubel betragen. Falls aber statt elektrischer Energie Kohlen für oben genannte Zwecke zur Verwendung gelangen, steigen die Kosten für 50 Jahre auf eine ganze Milliarde. Kurzes Allerlei. Das deutsche Abiturientenzeugnis wird jezt auch von englischen Universitäten voll anerfannt. Der Senat der Universität Orford hat beschlossen, jedem, der das Abiturientenzeugnis eines deutschen Gymnasiums vorlegen kann, das Eintrittsexamen der Universität, die sogen. Responsions, zu erlassen. - In Venezuela giebt es nach einer englischen Statiſtit 13 558 Spanier, 6154 Engländer, 3729 Holländer, 3179 Italiener, 2545 Franzosen, 962 Deutsche( diese Zahl ist sicher viel zu flein), 82 Dänen und 232 Nordamerikaner, zusammen also 30 441. In Caracas wohnen nach demfelben Blatte 361 Deutsche und 344 Engländer. An der Alp Speicherberg am Fuße des Mährenhorns ( Bern) ist eine riesige Rottanne gefällt worden. Der größte Durchmesser auf dem Stock betrug 2,25 Meter, auf 15 Meter Länge betrug der Durchmesser noch 85 Centimeter, bie ganze Länge bis zum Wipfel mißt 40 Meter, der ganze fubische Inhalt beträgt 24,64 Rubikmeter oder 911 Kubitfuß. Die Jahresringe konnten bis auf 275 gezählt werden. Auf dem Schießplaß zu Havre werden augenblicklich Versuche mit einem Riesengeschütz angestellt, das 15 Meter Länge hat und 42 000 ilogramm wiegt. Dasselbe schleudert Geschosse von 600 Kilogramm Gewicht auf Entfer nungen von 18 Kilometer. Es ist das einzige Geschüß, das in solchen Dimensionen existiert. Der bei dem Düsseldorfer Artillerieregiment Nr. 7 dienende Kanonier Paul Kann hatte am 30. November einen jungen Rekruten seines Truppenteils namens Sablowsfi mit einem Austlopfer in barbarischer Weise miẞhandelt. Das nahm sich der Mißhandelte so zu verzen, daß er noch zur selben Stunde in der Reitbahn seinem Leben ein Ende machte. Kann wurde vom Kriegsgericht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Venezolanische Soldateska. Stizzen aus dem folumbisch- venezolanischen Kriege.- ( Nachdruck verboten.) Von der Kriegführung und den soldatischen Sitten unserer jeßigen Gegner, der Venezolaner, giebt in einem amerikanischen Blatte ein Deutscher eine fesselnde Schilderung. Er lebte zur Zeit des Ausbruchs der lezten friega rischen Unruhen zwischen Kolumbien und Venezuela in San Cristobal, der Hauptstadt des venezolanischen Staates Tachira, als sich dort plötzlich die Nachricht verbreitete: Die Kolumbianer haben San Antonio überfallen, ausgeplündert und zerstört und sind im Anmarsch auf die Stadt San Cristobal. Die Nachricht wirkte auf die Menge wie ein Spazierſtock in einem Ameisenhausen. Die ,, Garnison" rückte an und besetzte die Ausgänge des Marktes und der Stadt. Wer in der Stadt war, hatte zu bleiben, hinaus wurde niemand mehr gelassen. Nun wurde rekrutiert. Alles, was sich an Landstreichern, Landleuten u. s. w. in den Straßen umhertrieb, furzum, jedes männliche Wesen, das älter war als 12 Jahre, wurde Soldat. Der Unterschied zwischen dem besseren und geringeren Volke bestand nur in der Hals- und Fußbekleidung. Wer ohne Kragen und Schuhe und dazu etwas schlampig einherging, wurde, wie immer in Notfällen, ohne weiteres gepreßt, während die glücklichen Besiger von Kragen und Schuhen das zweifelhafte Recht hatten, sich freiwillig melden zu dürfen. Die ,, Garnison" besteht aus ungefähr 800 Mann, deren Tuchausrüstung ein mit gelber Lige verunziertes blaues Leinwandzeug ist. Als Kopfbedeckung diente meistens eine Art Käppi, viele zogen jedoch Palmstrohhüte von tischplattenartiger Dimension vor. Ein Viertel der Leute ging barfuß, der Rest trug Sandalen, in denen sich ganz famos marschieren läßt. Durchweg gut aussehende deutsche Mausergewehre dienten als Bewaffnung, dazu kamen Patronengürtel à la Bur und deutsche Seitengewehre. Die Soldaten machten schon vor der Einreihung der Unfreiwilligen mehr den Eindruck einer schlecht organisierten Räuberbande, doch wie das Fähnlein nach Einreihung der Neulinge aussah- es ist schwer zu beschreiben. Ein buntes Durcheinander, keine Rücksicht auf Größe und Figur! Ein blaugekleideter Soldat steht neben einem Landmann, der ein ,, Ruana"( vierediges gestricktes Zeug, durch dessen Schlitz in der Mitte der Kopf hindurchgesteckt wird) trägt. Einen Kaffesack a. D. trägt der Nächste; er besizt kein Ruana, dafür aber eine Unterjacke. Ein junger Bengel von 12 Jahren steht neben einem alten grauhaarigen Manne. Die Gewehrhaltung ist, wie ein preußischer Unteroffizier sagen würde, saumäßig". Pedro hält sein Gewehr, wie man wohl beim Tanze ein Mädel im Arm hält. Pablo trägt das Gewehr unter den Arm geflemmt, wie man z. B. einen Regenschirm nicht tragen soll. Franzisko hat das Gewehr auf der Schulter, aber in etwas ungewöhnlicher Art: den Kolben hoch in der Luft, während das Ende des Gewehrlaufs als Griff dient. Falls der Drang nach Abwechselung zu groß wird, macht sich Franzisko durchaus keine Gewissensbisse daraus, das Gewehr durch Dick und Dünn nachzuschleifen. Zwei kleine Jungen hatten es sich besonders bequem gemacht, sie trugen ihre Gewehre, wie man eine Tragbahre trägt, und quer über den Lauf hatten sie ihre Patronengürtel, Seitengewehre, Trinkschalen, Bananen und kleinen Kochkessel gelegt. Viele der armen Teufel hatten kaum eine Ahnung, warum und wofür sie fämpften, hatten taum je vorher ein Gewehr in den Händen gehabt. Sie betrachteten ,, el maus", wie sie das Mausergewehr nannten, als Instrument zum Knallen, als schönes, großes, unverständliches, geheimnisvolles, leider aber etwas schweres Spielzeug. Der Verkehr der Manschaften mit den Vorgesetzten ist höchst zwanglos und gemütlich, die gebräuchliche Anredeform auf beiden Seiten ist: ,, Holà! compadre", was deutsch etwa ,, heda, Gevatter" oder„ Na, Herr Nachbar!" heißen würde. Fühlt ein Mann im Gliede das Bedürfnis zu rauchen, so tut er es, ohne viel zu fragen; der Unteroffizier reicht ihm freundlich ein Streichholz, in der Hoffnung, als Lohn eine Zigarette zu erwischen. Zur Erlangung der Generalswürde im venezolanischen Heere ist folgendes erforderlich: ein großes Maul, etwas Geld, einige Freunde und ein Fernglas! Das Pferd wird unter allen Umständen geborgt"... Geradezu barbarisch zeigten sich die Soldaten nach der Schlacht. Die meisten waren damit beschäftigt, ihre gefallenen Kameraden auszukleiden. Jedes Stück Zeug, mochte es noch so blutig und zerrissen sein, war wertvoll genug, um mitgenommen zu werden. Nach der„ Abrüstung" wurden die Leichen in den Fluß geworfen, oder man schleifte sie ein wenig abseits vom Wege ins Gebüsch. Wenige Minuten später konnte man bereits das heisere Schreien der sich zankenden Aasgeier hören. Für die Verwundeten, die nach der Stadt gebracht wurden, war nichts vorbereitet; es gab keine Watte, keine Binden, weder antiseptische Lösungen, noch die mannigfaltigen anderen Artitel, die zur Krankenpflege unentbehrlich sind. Sublimatlösung wurde hergestellt, indem man einen Eßlöffel voll Sublimat aus einem Glasgefäß herausschaufelte, in der Hand tarierte: ,, es mögen wohl ungefähr 20-30 Gramm sein", in ein Gefäß mit warmem Wasser schüttete und einigemale umrührte. Die Anwendung von Jodoform geschah folgendermaßen: die kleinen Flaschen, die Jodoform enthielten, zu entkorken, war zu mühsam. Ein Hieb mit dem Messerrücken und der stark duftende Inhalt, mit zahlreichen Glassplittern untermischt, wurde ohne weiteres auf die Wunden gestreut. Keinem der Aerzte" fiel es ein, die Ringe abzuziehen, oder gar die Hände einer gründlichen Desinfektion zu unterwerfen. Man sieht, viel Ruhm ist aus einem Kampfe mit solchem Gegner nicht zu holen. Um so bedauerlicher aber wäre es, wenn die unbegreifliche Verblendung, mit der Präsident Castro den berechtigten Ansprüchen Deutschlands und Englands höhnend entgegengetreten ist, andauern und neues Elend über das von den ewigen Revolutionen schwer erschöpfte Land bringen sollte. Die Gewerbebant Gießen ( E. G. m. u. H.) erläutert Herr Juftige ber Aufsichtsrat tein Benfionsfond egen Leib" eine vorschriftsmäßig angezeigte hielt gestern Donnerstag Abend im Saale des Café wengen für später, außerordentliche Beneralversammlung ab. Es hatten sich, wie nicht anders zu erwarten, im fichterates, Herr Rauf Berfammlung heraus berjähriger Sohn ba i Hinblid auf die wichtige Tagesordnung, sehr viele bieden worden, daß b Mitglieder eingefunden. Trotzdem es nur zwei Punkte hinaus find), einen waren: und Pensionierung von Beamten refp. Witwen derselben Wahl und Anstellung der Borstands. mitglieder, dauerte die Stzung doch bis nach Mitternacht. Auffichtsrates: ber bon 1000 M zu bem bem Borschlag bes Witwe Bogt bezieht bas volle Gehalt, n Eriovenftandes 900 und Bum zweiten Bunft Der 2. Vorsitzende des Aufsichtsrates, Herr L. Petri 2., Eel und Anstellu eröffnete und leitete die Beratungen. führer wurde das Aufsichtsratsmitglied gliedes Kontrolleur Vogt, der zu jeder Zeit ein zu Beamte, Herr Louis Zum Schrift. te der Aufsichtsrat in Eichenauer auch schon verftändig bestimmt. Zu Beginn der Tagesordnung gedachte der enben, Berra Raufman Vorsigende zunächst des verstorbenen Vorstandsmit. Bent einzutreten. 8 berlässiger Beamter war und sein gut Teil dazu beige Billy Mafer, bisher 2. tragen hat zu dem, was die Gewerbebant heute ist, zu lag gebracht. In Abm einem Geldinftitut großen Umfanges; der durch seine he: deren Wahl näher Tüchtigkeit aber auch die Bank bor manchen Verluft die Frage geftellt of Die Versammlung ehrte das eben und Ehrenamter, Andenken des Heimgegangenen durch Erheben von den heben fönne; es vielleid Unser seitheriger Direktor Wagner, geschrieben werde. Die so gab der Vorsigende im Weiteren offiziell bekannt, ist ein beantwortet, daß der bon einem Augenleiden befallen, hat auch sonst noch okgung grogen baby, al ungsvolles Amt nicht mehr ausfüllen resp. bersehen ben aus dem Borond mit bewahren konnte. Sißen. mit Krankheit zu kämpfen, so daß er sein verantwort fann. Der Aufsichtsrat hat deshalb beschlossen, in dankbarer Anerkennung für die treu geleisteten Dienfte der Gewerbebant Herrn Wagner zu pensionieren und demselben ein Ruhegehalt zu bewilligen. Eine Koms er durch Tod und Erfcan die Leitung doch eine un So flag bringen fonnte. csen bereit erflärt, alle in Stadtlollegium nieder mission bestehend aus Mitgliedern des Aufsichtsrates. Berbiltniffe aus dem ff, wurde beauftragt, das Nähere dafür vorzubereiten. dung hin die Bant Wagner ist ein sehr tüchtiger Beamter gewesen, während seiner 28jährigen Thätigkeit im Vorstand paben; abgesehen von sei Der Borschlag betr. Wal terten bon 211 abgegebenen Stim 204 " de Gewerbebant hat er hervorragendes geleistettare Ausſprache. Bei und hat einen sehr großen Teil mit zur Ausbauung der Bank dazu beigetragen. wie Kommisson hat das gebührend berücksichtigt und unter Zugrundelegung des Pensionsgesetzes für hessische Staatsbeamte( W. war vor Eintritt in die Gewerbebant bekanntlich hessischer Staatsbeamter und hatte seine Prüfung als Gerichtsschreiber mit Note 1' bestanden, wäre also in die 1. Stategorie dieser Beamtenklasse aufgerückt) dem Aufsichtsrat in einer Sizung am 5. Dezember vorgeschlagen, Herrn Wagner mit einem Ruhegehalt von 3600 Mt., giltig vom 1. Januar 1903 ab, zu pensionieren; bis zu diesem Tage bezieht er noch sein volles Gegalt, das ist 4700 Mt. - In der folgenden Diskussion über diesen Bunft freuzten sich die einzelnen Redner über die Höhe der vorgeschlagenen Bension. Architett Grüning ist für 4000 Mt. Pension; Bäckermeister Löber bekämpft diesen als Antrag vorgebrachten Vorschlag. Fruttig ist ebenfalls der Meinung Grüning's und da Wagner, nach Fruttig's Anführungen, im Dienste der Gewerbebant Invalide geworden sei, die Verantwortung des Wagner infolge des enormen Geld berkehr im letzten Geschäftsjahre jezte die Bank 24 000 000 Mark um und in diesem Jahre werden es annähernd 35 000 000 Mart immer mehr geworden ist, so fönnten die Mitglieder dem kleinen Mehrbetrag der von G. beantragten Bension ohne Bedenken zustimmen. Rauf mann Bräutigam richtet hierbei an den Aufsichtsrat und Vorstand die Bitte, bis zur nächsten Generalversammlung ein Statut über die Pensionierung der Beamten an der Gewerbebant auszuarbeiten und der Versammlung vorzulegen, damit man für spätere Fälle dann eine Unterlage habe. Nachdem nochmals aus der Versammlung heraus 4000 Deart unterstützt werden und Bäckermeister Löber den Antrag des Aufsichtsrates für richtig hält, erklärt das Mitglied des Aufsichtsrates, Herr Justizrat Dr. Gut. fleisch, daß hierbei zwei Bunfte in Betracht fämen, die auch der Aufsichtsrat bei Einbringung seines Vorschlages sehr erwogen habe, das ist erstens die Pflicht und zweitens die persönliche Wertschäßung für Herrn Wagner. Wagner ist in den Sielen der Arbeit ertranft, das erkennen wir alle an, trotz alledem fönne er als Mitverwalter fremden Vermögens sich nicht zu einer höheren Summe entschließen, das ist auch die Meinung der anderen Aufsichtsratsmitglieder. Wäre Herr Wagner im Staatsdienste geblieben, dann würden ihm auf Grund der Dienstjahre ebenfalls 3600 Mart zufommen, wir haben ihm aber die dem Staate gedienten Jahre angerechnet, gehen also über das gewöhnliche Maß hinaus und geben unsere Bustimmung für 3600 Mart. Ich glaube, so führte Dr. Gutfleisch weiter an, wenn wir ihm diese Summe möglichst ein stimmig bewilligen, so wird ihn das ebenso freuen, als wenn eine Bersplitterung fonstatiert werden müßte. Die Versammlung stimmte auch in diesem Sinne ab; Wagner erhält bis 31. Dezember 1903 sein volles Gehalt, vom 1. Januar 1903 ab 3600 Mart Bension. Die weitere Sache zum 1. Punkt betraf die Bewilli gung eines Witwengehaltes für die Frau des verstorbenen Kontrolleurs Vogt. Der Verstorbene hat 20 Jahre treu und gewissenhaft der Bank seine Kräfte gewidmet, es fämen auf Grund des hessischen Pensionsgesezes hier 30 Prozent in Frage das sind 780 Mt. Der Aufsichtsrat ist aber auch hier darüber hinausgegangen in Anbetracht der Verdienste Vogts und hat ba Kinder noch da sind, 900 Mt. vor geschlagen. Tie Herren Plantder die Arbeit Vogts rüh mend hervorhob und den Verstorbenen mitunter bis in die Racht hinein auf seinem Poften sand, hier, nebenbei bemerkt, die sehr drastische Aeußerung machte: wo finde man denn heute einen Staatsbeamten, der über die Minute hinaus arbeite, und Karl Schmall schlagen 1500 Mt. vor. Auch - - 194" Alfo der Borschlag intimmig receptiert S Ediluß für das ihnen geiche bud de berlesen und gut geb beroammlung gefloffen. Sigung der In der geftrigen madtte Oberbürgermeister hdem die Städte Me Seater cine Union eing canfhin das Großh. Finanzen, dem das Kurt felift, für dieses unte Beitritt zu der Vereinig met die Stelle eines Le igen- Marburg- Bad Subvention für das Unte 50 Mt, fir Gießen 3 Bei darauf erfolgter orgungen im Betrage tehnungsjahre 1901/02 ahr nimmt das Wort Das neu zu er sprechen. Er ert cimgendes Bedürfnis annit endlich einmal bejuchen, aus den Bar fragen, woran liegt eber und weiter find et guten Jahreszeit herbürgermeister giel annt fei, die eing -Neubau einer miljen. Durch der Ethmandt jeten die Euch liegen geblieben zum Frühjahr fo beit beginnen fon me leberzeugung, Berwaltung um die ler den Wunich a ordnete ihm ge he, daß der je nt der Sache be lärt, Herr Berbe Arbeit nud da wo Bir zu sorgen, d mit zu flager ett, bag fic ang der Schul- Bau rigen da, er wolle tiefelben abzugeben oinne Georgis. machen lajien. manzielle Frage Thätigteit m efonderen Leiter Berbel bedürfe ehenden Hilfe Soulbausbau b Stadtv. Sa Arbeit an Herrn eben Saale des Ga erfammlung zu erwarten, in nur zwei Bunt lautert Herr Juftigrat Dr. Gutfleisch bie Gründe, surgen der Aufsichtsrat nicht höher gehen fann; vorerst tein Penfionsfond ba und dann bebenke man bie quenzen für später. Der bisherige 1. Vorsitzende des ftsrates, Herr Raufmann Loos, bringt, nachdem aus Bersammlung heraus fonstatiert wurde, daß noch ein nderjähriger Sohn da ist( dec Aufsichtsrat ist vorher dahin - ging heim, mit dem Bewußtsein, einen besonderen musikali schen Genuß gehabt zu haben. ** Heute Morgen wurden beim Rangieren auf unserem Bahnhof einem Arbeiter beide Beine abgefahren. Der Ver unglühte ist 23 Jahre alt und soll aus Klein- Linden ftammen. nung, fehr vieleden worden, daß die beiden Rinder bereits über 18 Fehlbetrage von 1467 Mt. 68 Bfg. ab, der auf die Stadt auf dem Eise des Schorgrabens am Oswaldsgarten. ten refp. Borstands. Ritternacht. S hr hinaus find), einen Busazantrag zu dem Vorschlag Kufsichtsrates: ber Witwe eine einmalige Remunera mbon 1000 mt. zu bewilligen ein. Dieser Antrag findet bem Borschlag des Aufsichtsrates volle Bustimmung. e Witwe Vogt bezieht also bis Schluß des Sterbequar bas volle Gehalt, nachdem für das erste Jahr ihres itwenstandes 900 und 1000 Mt. und dann 900 Mt. Bum zweiten Bunft der Tagesordnung: Herr L. Betri 2 al und Anstellung der Vorstandsmitglieder Die Nebersicht über bie wirklichen Ein- und Ausgaben bes Realgymnasiums und der Realschule schließt wie früher bereits vorgelegt mit einem Buschuß aus der Stadtkasse von 39 605 Mt. ab und findet Genehmigung.- Die Rechnung des Gas- und Wasserwerts pro 1901/02 tommt nicht zur Borlage und Verhandlung. Das Jugendfeft in diesem Jahre schließt mit einem Die Versammlung erklärt fich übernommen wird. damit einverstanden, daß die Amtsräume des Armen- Amtes, welche sich in der Bürgermeisterei befinden, mit denen eines Teils des Tiefbauamtes, das in Neuen Bäue 43 sich befindet, gewechselt werden. Gleichzeitig ist man damit einverstanden, daß beim Armen- Amt eine Kaffe eingerichtet wird zur Empfangnahme von Rückzahlung gegebener Unterfügungen, die gewöhnlich in fleinen Teilzahlungen erfolgen. Die Kosten für die Wählerlisten zur diesjährigen LandDie Versammlung ist damit ein - - Blöglich brach einer der Jungens ein und geriet unter das Eis. Ein vorübergehender Herr zog den Hermften heraus. Dieser Vorfall diene dazu, daß Eltern ihre Kinder jetzt im Winter warnen. ** Reuregelung der Organistengehalte in Hessen. Der evangel. Oberkirchenrat hat zur Regelung der Organisten gehalte den Gemeinden empfohlen, daß für zweimalige Gottesdienste an allen Sonn- und Festtagen und etwaige außerordentlicherweise angeordnete Feiern ein gottesdienst außerdem mindestens 150 Mt. bezahlt Zum Schrifte der Aussichtsrat in seiner Sigung vom 5. Rovember tagswahl im Betrage von 155 Mart für Druck und Bei- Durchschnittsgehalt von 200 Mt., für jeden Wochen. ung gedachte der enben, Herrn Kaufmann Boos, ersucht, als Direktor in verstanden, daß das Schulgeld für die Ober- Realschule werden. Eichenauer auch schon verständigt und seinen seitherigen 1. Vor- lage werden bewilligt. n Borstandsmit Bamt einzutreten. Zum Kontrolleur wurde der seitherige genau nach der Stala, wie z. B. in Offenbach für Serta eder Zeit ein zu Beamte, Herr Louis Walther und an dessen Stelle Herr bis Quarta wie bisher 64 Mt., für Unter- Tertia bis Oberbant heute ist, guleg gebracht. In Abwesenheit dieser drei Herren wurde beträgt. Leil dazu beige Billy Moser, bisher 2. Buchhalter an der Bant, in Vorder durch seine her deren Wahl näher verhandelt und in Punkto Direktor manchen Verluf alle die Frage gestellt ob Herr Loos infolge seiner vielen lung ehrte bas leben- und Ehrenämter, bie Direktorstelle auch voll und ganz Erheben von den richen fönne; es vielleicht nicht besser sei, wenn die Stelle tor Wagner asgeschrieben werde. Die Frage wurde von Herrn Betri II. ziell belannt, if a bin beantwortet, daß der Aufsichtsrat bereits dasselbe in audh sonst noch wägung gezogen habe, aber keinen besseren Mann- ba fein berantworten burch Tod und Erfcantung gerade die zwei ersten Be en resp. bersehen zaten aus dem Vorstond scheiden resp. geschieden sind und beschlossen, in die Leitung doch eine ungestörte bleiben muß in eleisteten Diente orschlag bringen fonnte. Herr Loos hat sich auf Erenfionieren und den bereit erflärt, alle seine Aemter bis auf den Siz 1. Eine an Etadtkollegium niederzulegen; er kennt die Gießener Aufsichtsrates. Berhältnisse aus dem ff, tann also schon nach dieser borzubereiten. Wichtung hin die Bank vor manchem Schaden benter gewefen, nabren; abgesehen von seiner kaufmännischen Schulung. im Vorstand Der Vorschlag betr. Walther und Möser ergab teine endes geleistet weitere Aussprache. Bei der nun stattfindenden Wahl ur Ausbauung hielten IP . " " " tommiffon hat on 211 abgegebenen Stimmen Karl Loos 198 St., ter Bugrunde 204 Louis Walther 194 St., effische Staats 194 Willy Möser 190 St. die Gewerbe Also der Vorschlag des Aufsichtsrates wurde fast Die Gewählten dankten zum ter und battentimmig ccceptiert hit Note 1 bedhluß für das ihnen geschenkte Vertrauen, das Protokoll dieser Beamten, wurde berlesen und gut geheißen und damit die General ner Sigung amterjammlung geschloffen. ner mit einem 1. Januar 1903 age bezieht er f. Sigung der Stadtverordneten. Gießen, 19. Dezbr. 1902. Bunft freuzten In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten - vorgeschlagenen achte Oberbürgermeister Mecum die Mitteilung, daß, Mt. Penfion; nachdem die Städte Marburg und Gießen für ihr Antrag vorge beater cine Union eingegangen seien und nachdem falls der Mei taraufhin das Großh. Ministerium, Abteilung für Anführungen, Finanzen, dem das Kurtheater in Bad Nauheim unter. vorden sei, die ellt ist, für dieses unter gewissen Bedingungen den normen Geld eitrittt zu der Vereinigung genehmigt hat, sei nun. te die Bant ehr die Stelle eines Leiters des Städtebund- Theaters werden es an- ießen- Marburg-- Bad- Nauheim ausgeschrieben. Die eworden ist, so Subvention für das Unternehmen wird für Marburg etrag der von 500 Mk, für Gießen 3000 Mr. pro Jahr betragen. immen. Rauf Bei darauf erfolgter Genehmigung von Kreditüberufsichtsrat und ragungen im Betrage von 634 260 mt. aus dem calversammlung technungsjahre 1901/02 in das laufende Rechnungsamten an der abr nimmt das Wort der Stadv. Loeber um über das neu zu erbauende Schulhaus mmlung vorz eine Unterlage sprechen. Er erklärt, daß es doch gewiß ein mmlung herandringendes Bedürfnis sei, neue Schulräume zu schaffen, meifter Löber damit endlich einmal die Kinder, welche die Volksschule It, erklärt das bejuchen, aus den Baracken herauskommen. Er müsse at Dr. Gutragen, woran liegt es, daß die Sache nicht voran cht fämen, die ebe und weiter sind Schritte gethan, daß mit Beginn es Borschlager guten Jahreszeit endlich der Bau beginnt. Der und zweitens Oberbürgermeister giebt die Erklärung ab, daß, wie ja ner. Wagner erfennen wir alter fremben ne entschließen, Bratsmitglieber bann würden 500 Mart zu mate grbient wöhnliche Maß 00 Mart. J an, wenn wir Jigen, fo wird litterung fon mmte auch in ember 1903 3600 Mar die Bewilli verstorbener Jahre tre et; es tamen 30 Prozent ift aber aud er Berdienfie 00 Mt. bor Bogts rib bis in bi abei bemerkt, De man benn inute hinaus bor. Auch bekannt sei, die eingegangenen Pläne für den Schul-Neubau einer Bearbeitung unterzogen werden mifen. Durch den Weggang des Stadt- Baurats Sbmandt seien die Pläne, resp. deren Umarbeitung, auch liegen geblieben. Er hoffe aber, daß die Pläne bis zum Frühjahr soweit seicn, daß man dann mit der beit beginnen fönne. Beigeordneter Georgi äußert feine leberzeugung, daß sich der Leiter unserer städt. Bawaltung um die Sache gekümmert hat. Er wolle aber den Wunsch aussprechen, den auch andere Stadt verordnete ihm gegenüber schon geäußert, der dahin gehe, daß der jetzige erste Beamte des Bauamts fich mit der Sache beschäftigen möge. Der Beigeordnete ettlärt, Herr Berbel habe ihm mitgeteilt, er habe feine Arbeit nud da wolle er den Oberbürgermeister bitten, bafür zu sorgen, daß dieser über Mangel an Arbeit nicht zu flagen hat. Der Oberbürgermeister bemerit, daß sich Herr Gerbel bereits mit der Bearbeit ung der Schul- Baupläne beschäftigt hat, diese Arbeiten ligen da, er wolle sich aber enthalten ein Urteil über Dieselben abzugeben. Stadtv. Heichelheim spricht im Ginne Georgis. Man solle Herrn Gerbel die Arbeit machen lassen. Handelt es sich doch hierbei um eine finanzielle Frage für die Stadt, denn von dem Ausfall der Thätigkeit würde es abhängen, ob man noch eines besonderen Leiters für das Hochbauamt neben Herrn Gerbel bedürfe oder ob man fich mit einer vorüber gehenden Hilfe eines weiteren Technikers bei dem Shulhausbau behelfen fönne. Stadtv. Haubach ist ebenfalls für Uebertragung der Arbeit an Herrn Gerbel, Sekunda 76 Mt. und für beide Prima 105 Mt jährlich Einer weiteren Teilung der Klasse III der Stadt- Knabenschule und der Klasse II der Stadt- Mädchenschule für 1903/04 wird zugestimmt, da dieselben überfüllt sein werden. Die Geradelegung der Straße nach Krofdorf hat früher schon einmal die Bersammlung beschäftigt. Der Kreis, welcher damit eine Abkürzung des Weges nach jenem Dorf herbeiführen will, verlangte von der Stadt Gießen die Gestellung des zur neuen Straße benötigten Geländes, wozu dieselbe auch gefeßlich verpflichtet ist, außerdem aber auch 2750 Mt. Baukosten, und zwar diese, weil nach Ansicht des Kreises die Stadt Gießen an dem beabsichtigten Straßenbau ein erhebliches Interesse hätte und in einem solchen Falle die Gemeinde zu Wegebaulasten herangezogen werden kann. Die Bersammlung genehmigte s. 8. die Gelände- Gestellung zu der geplanten Wegeverbesserung, lehnte aber die Zahlung der geforderten Baufoften ab, weil man die Meinung hatte, Gießen habe fein erhebliches Interesse an der Berlegung dieser Wegeverbindung. Der Oberbürgermeister teilt der Versammlung mit, daß, wenn der Kreis die Geradelegung der Straße nicht ausführt, die Feldbereinigung rechts der Lahn gewungen ist, statt jener Straße einen Feldweg anzulegen. Die Feldbereinigungs- Kommission ist deshalb bereit, die 2750 Mt., welche von der Stadt zu tragen abgelehnt wurden, zu tragen, womit die Stadtverordneten einverstanden sind. Es folgt die Beratung der Viehmarktsordnung, welche zur Verhütung der Seuchengefahr nötig geworden. Nach derselben soll es wie seither der Polizei überlassen sein, den Beginn der Märkte zu bestimmen. Stadtv. Loeber wünscht, daß dies insoweit geändert wird, als in Zukunft das Polizeiamt nach Anhörung der städtischen Marktfommission den Anfang des Viehmarkts bestimmt. Der Oberbürgermeister ist der Ansicht, daß zu dieser Neuerung feine Veranlassung vorliegt. Es seien ihm in dieser Beziehung noch keine Wünsche oder Klagen der Interessenten zu Ohren gekommen. Stadtv. Hanau ist der Ansicht, daß ihm gegenüber schon recht häufig Handelsleute ihre Beschwerden wegen des zu späten Beginns des Marktes, besonders im Sommer, vorgetragen haben. Er sehe nicht ein, daß sich der Marktbeginn nicht nach dem Bedürfnis der Handelsleute ein- richten lasse. Dasselbe sagt auch Stadverordneter Stadtverordneter Pirr will bei dieser Gelegenheit auf Schmall. Dem Antrag Loeber wird entsprochen. Den schon ein Mal gerügten Uebelſtand hinweisen, daß für die Tierärzte an Markttage auf dem Markt selber eine Unterkunft, 3. B. eine Wellblechhalle vorhanden sein sollte. Durch den heutigen Zustand, daß nämlich der Tierarzt, der den Markt überwacht, in dem Raume der Freibant die Gesundheitsscheine ausstellt, werde der Freibant die Gesundheitsscheine ausstellt, werde diese ihrem eigentlichen Zwed, wenn auch nur zeitweilig, entzogen. Oberbürgermeister Mecum bemerkt hierzu, der Stadtverordnete Birr habe ganz recht. Im tommenden Budget werde sich ein Posten befinden, der tommenden Budget werde sich ein Bosten befinden, der dazu bestimmt sei, dem gerügten Uebelstande abzuhelfen. habenden neuen Begräbnisordnung, welche erst nach 7 Uhr beendet ist, worauf die Versammlung sich bis zum Montag Nachmittag 3 Uhr vertagt. Ueber den weiteren Verlauf der gestrigen Sigung berichten wir in der Verlauf der gestrigen Sigung berichten wir in der uächsten Nummer. Giessener Cagesnenigkeiten. ** Ernannt wurde am 15. Dez. der Wachtmeister und Gerichtsvollzieher- Aspirant Johann Philipp Gerhardt in Lich zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtsfize in Bich. **( Militärdienstnachrichten) v. Roques, Hauptmann und Komp.- Chef im 1. Kurhess Inf. Rgts. Sir. 81, zum Bezirksoffizier beim Landwehrbezirk Gießen ernannt, unter Stellung zur Disp. mit der gesetzlichen Pension. v. Hanstein, Hauptmann im Inf. Reg. Kaiser Wilhelm( 2. Großh. Heff.) Nr. 116, als Stomp.- Chef in das 1. Kurhess. Inf. Reg. Nr. 81 versetzt. Stadte( Gießen), Unterarzt der Reserve, zum Assistenzarzt der Reserve befördert. * Der Evangelische Kirchengesangverein feierte am Mittwoch Abend in der Stadtkirche seine Weihnachtsfeier. Das Gotteshaus war voll besezt. Die Leitung, der Chor und die gewonnenen Soliften: Fan Professor Rahn, Fräulein Louise Schmidt und Herr Betsche aus Frankfurt vereinigten sich zu einem Ganzen, das bei dem Hauptwerk des Abends: das Weihnachtsoratorium bon Heinrich Schüß. voll Geltung fam. Wirkungsvoll und träftig sezten die Chöre unter Herrn Musikdirektor Trautmanns anerkannt vorzüglicher Leitung ein und die Afuftit ließ die verschiedenen Stimmen passend durch den großen Raum erschallen: Man Aus Heffen und Nachbargebieten. ** Aus dem östlichen Odenwald, 17. Dez. Die Preise für Maftschweine sind in unserem Gebirge in der letzten Woche auf 58 bis 60 Bfg. pro Pfund Schlachtgewicht gesunken. Troydem lassen die Megger in ben nahen Städten die Ladenpreise für Fleisch und Wurst nicht heruntergehen. Schweinefleisch fostet immer noch 76 bis 80 Bfg., Wurft 64 bis 80 Bfg. das Pfund. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Am 4. Advent, den 21. Dezember. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Vormittags 11 Uhr: Kinderfirche für die Matthäusund Marfusgemeinde. Pfarrer Schlosser und Pfarrer Scheunemann. Nachmittags 5 Uhr: Siehe Johanneskirche. Mittwoch, den 24. Dezember. Nachmittags 3 Uhr: Weihnachtsfeier der Rinderkirche von der Matthäus- und Markusgemeinde. Pfarrer Schlosser und Pfarrer Scheunemann, Rachmittags 5 Uhr: Weihnachtsvesper für die Militärgemeinde. Pfarrer Euler. Am 1. Weihnachtsfeiertag, den 25. Dezember. Vormittags 9 30 Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Marfusgemeinde: Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Nachmittags 5 Uhr: Professor D. Dreues. Am 2. Weihnachtsfeiertag, den 26. Dezember: Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Nachmittags 5 Uhr: siebe Johannestirche. Abends 7 Uhr im Konfirmandenlokal: Weihnachtsfeier der Vereinigung der fonfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Sonntag, den 28. Dezember, abends 61/2 Uhr: Weihnachtsfeier der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. In der Johanneskirche. Bormittage 9 30 Uhr: Pfarrassistent Bogt. Vormittags 11 Uhr: Rindergottesdienst für die Lutasgemeinde. Pfarrer Euler. Nachmittags 3.30 Uhr: Pfarrer Dr. Raumann. Gottesdienst mit Christbescherungsfeier für die KleinkinderBewahraniang Dienstag, 23. Dezember, Nachmittags 3.30 Uhr Weihnachtsfeier der Kinder der Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Am 1. Weihnachtsfeiertag nach allen Gottesdiensten Sammlung für die kleinkinder- Bewahranstalt. Am 2. Weihnachtsfeiertag nach allen Gottesdiensten besondere Sammlung für die Armen. Am 2. Weihnachtsfeiertag Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde im Vormittagsgottesdienst. Die Pfarrer und Kirchenvorstände der vier Kirchengemeinden bitten ihre Gemeindeangehörigen, ihnen auch in diesem Jahre Gaben zur Chriftbescherung der Armen spenden zu wollen. Solche Saben wolle man freundlichst den Pfarrern oder Kirchenvorstehern jeder Gemeinde übermitteln. Auch die Gemeindeschwestern find bereit, Gaben entgegen zu nehmen. Fatholische Gemeinde. Samstag, den 20. Dezember. Rachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen- heit zur heil. Beicht. Sonntag, 21. Dezember: " 4. Adventssonntag. Bormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heilige Meffe, vor und in derselben Austeilung der heil. Rommunion Bormittags um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Militärgottesdienst mit Predigt. 9.30 Uhr: Hochamt mit Bredigt. Rachmittags 2.30 Uhr: Chriftenlehre, darauf Advents: Andacht. " Neueste Nachrichten. Baris, 19. Dezember. Frankreich scheint mit Beru in einem ähnlichen Konflift zu geraten, wie Deutschland, England und Italien mit Venezuela. französische Regierung hat bon Peru die Zahlung von 16 Millionen Francs zu fordern. Da die Regierung bon Peru nicht geantwortet hat, wird Frankreich die Forderung in ftrengerer Form wiederholen. Druck und Verlag der Gießener Berlagsbruderet, für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Sießen. Bitte beachten! 00000000000000000000000000000 Weihnachts- Offerte. Ericheist nur einmal! Sämtliche Bedarfs- Artikel für die Feinbäckerei, sowie alle Weihnachts- Artikel für die feine Küche seien in unseren guten und besten Qualitäten dem verehrten Publikum von Giessen und Umgbung aufs wärmste empfohlen. Wir garantieren zuverlässigste und prompte Ausführung jedes Auftrages in -- prima Ware auf Wunsch frei ins Haus genau nach Zeitangabe. 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