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Avonnement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ins Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilegen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhefüsche Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Gießener 11. Jahrgang. Jujectionsvreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz berbessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Ervedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferufprechauschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen. Ein Besuch auf der Grube Friedrich. Von Hermann Frei. Mitarbeiter der„ Gießener Neueste Nachrichten."*) Wenn Jemand eine Reise thut, dann kann er was" erzählen, drum nahm ich meinen Stock und Hut und thät das Reisen wählen." Damit ist die ganze Triebfeder meines Handelns gekennzeichnet, doch nicht so, daß ich diese klassischen Verse als eine Prophezeihung auf meine kleine Landpartie aufgefaßt haben wollte. Wie dem auch sei ich floh hinaus ins weite Land", doch hatte ich mir daß„ teure Buch aus Nostrodan'us eigner Hand" nicht zum Reisebegleiter erforen aus dem zweifachen Grunde, weil ich erstens nicht im Besize dieses zauberfräftigen Buches bin und weil ich zweitens auch gar nicht im Sinne hatte oder habe, mich der Magie zu ergeben und die Geister in Luft, Wasser und Erde zu meinem Dienste zu zwingen. Mit dem Fliehen aus des Städchens drückender Enge" war es mir aber heiliger& nst, und da ich fürchtete, meine etivas eingerosteten Kommißstiefel würden mich nicht rasch genug aus der Bannweite des zu flehenden Ortes bringen, bestieg ich das Dampfroß. Da es aber nicht gut ist, daß der Mensch allein sei", hatte ich mir für alle im menschlichen Leben möglichen Fälle der Langweile für Gesellschafter gesorgt, die es gewünscht hatten, sich meiner ,, Forschungsreise" anzuschließen. Bald waren wir auf der Haltestelle Trais angelangt. Außer zwei Schülern waren wir die beiden einzigen Fahrgäste, die ausstiegen. Wir wurden von einer Dame empfangen, die uns zu Ehren, als Angehörige des hessischen Staates eine weiß- rote Festschleife angelegt hatte. Leider mußten wir erfahren, daß die Frau wohl unsertwegen dort stand, uns aber nur in unserer Eigenschaft als Fahr gast der Oberhessischen Eisenbahn eines Interesses würdigte und daß sich die Festschleife" o Tücke des Schicksals als Dienstabzeichen- entpuppte. Nichtsdestoweniger wurden ein paar freundliche Worte gewechselt, und nachdem wir uns davon überzeugt hatten, daß wir im engen Wagenabteil unsere Beine nicht bec wechselt hatten, sezten wir dieselbe in Bewegung in der Warschrichtung auf Tiais- Horloff. Die Herbstsonne meinte es gut, doch die Schatten spendenden Bäume meinten es in ihrer Weise ebenso gut und da die erfrischend fühle Horloff mit ihrem flaren Wasser sich als unser Begleiter aufmachte, war *) Nachdruck nur mit Genehmigung des Verfassers. KHIBITAN FUR HYCI der Weg leidlich zu passieren. Auf sauberen Straßen zwischen kleinen aber reinlich und freundlich anschauenden Häuschen hindurch zogen wir in Trais an der Horloff ein, uns sofort nach dem Wege zur Grube erkundigend. Viele Leute waren nicht zu treffen, war es doch ein Werktag, den wir uns für die Tour ausgewählt hätten, wartete doch die Ernte vieler fleißiger Hände. Schon am Ende des Dorfes nach der Grube hin, merkt man, daß man hier im Zeichen des„ Bergbaues" steht, denn an Häusern und Wirtschaften sind bergmännische Embleme angebracht. Nachdem wir in einem appetitlich aussehenden Gasthause die ermatteten Lebensgeister durch ein Glas Gertrudis brunnen erquickt hatten, begaben wir uns dann mit dem Vorgeschmack eines für unser Leben und Wissen großen Ereignisses auf die Suche nach der Stätte, die durch ihre Produkte, ihre schönen Plakate mit der wundervoll gewachsenen Dame, die am Feuerherd steht und mit der feinbehandschuhten Rechten ein Brikett der Grube Friedrich anpreisend in die Höhe hebt, noch mehr aber durch das furchtbare unglück, daß sich dort vor furzer Zeit ereignet hat, überall bekannt geworden ist Neugier, Wissensdurst, Zuversicht, den gewünschten Einblick in den Betrieb zu erhalten, Zweifel, ob es uns gelingen würde, das waren die seelischen Zustände, die in mir und wohl auch in meinen Begleitern wechselten... Kaum hatten wir das letzte Haus des Dorfes im Rücken, als wir der Gruben- und Fabrikgebäude an sichtig wurden. In den öden Fensterhöhlen wohnt das Grauen und des Himmels Wolfen schauen hoch hinein".... In welch grauenhafter Weise das Feuer hier gewütet, weiß Jedermann aus den Berichten, die anläßlich des Unglücks die Zeitungen durcheilten. Als Zeuge steht hier ein Eisenbahnwagen, dessen Holzteile gewiß verbrannt sind, dessen eiserner Unterbau berglüht und durch die Glut verbogen ist, dort liegen verglühte Schienen. Die Maschinen- und Fabrikräume sind Ruinen, in denen sich aber schon wieder„ neues Leben regt, indem die fleißigen Hände rühriger Bauleute das Abgebrannte erneuern. Doch wird es noch eine geraume 3 it währen, bis der volle Betrieb wieder aufgenommen werden fann. Die„ Gunst des Augenblicks" fonnten wir nicht rühmen, denn wir trafen den Direktor des Werkes, der uns allein die Erlaubnis zur Befahrung der Grube geben fonnte, in seiner Geschäftsstube nicht an, da ihn sein Amt im Betriebe zu schaffen gab. So hatten wir denn Muße, ein wenig um die Anlage herumzuschlendern. Hinter denselben bemerkt das Auge überall Boden FURSTLICHE BRAUEREL KOSTRITZHURINGEN LIVERPOOL UNG LANDWIRTH FRANZ FEDI WIEN IN LONDON 19 LONDON Gegründet 1696 VENEDIG VICTORIA AL MERITO NAHRUNGS MAGDEBURG LATES EKIT TTELAUSS 1893 URS AGENDE SEN xx MAGDEBURG INGIN DER NED DAM 1834 AMSTERDAM BENUS LEIPZIG Gegründet 1696 Köstrizer Schwarzbier. Dieses altberühmte Bier, welches infolge seines großen Malz- und WürzeErtraktes und geringen Alkoholes besonders Kindern, Blutarmen, Wöchnerinnen, nährenden Müttern und Rekonvaleszenten jeder Art von hohen medizinischen Autoritäten empfohlen wird, ist zu haben in Gieße bei r. Küh hilo, Bierdepot, Ludwigstr. 5 Hessischer Hof Restaurant Kaltwasser empfiehlt sich den verehrten Bewohnern Giessen und Umgegend. Für Schuhmacher! Kernstüden- Abfälle, zum Besohlen und Abfäße für Schuhe und Stiefel, 10 fb. Wechsel, Hypothek. etc. Safet nur 6 Mart gegen Nachnahme. C Schirmer, Erfurt. zu Hilfe Budde's Schirme sind die besten, dauerhaft u. preiswert. 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Für eine verwöhnte Nase giebt es hinter den Gebäuden gerade feinen Hochgenuß, denn hier liegen die teilweis noch schwelenden Rückstände der Kesselheizung, auch noch glühende Reste des Brikettvorrates. Desto mehr kann sich ein schönheitsdurstiges Auge an den landschaftlichen Reizen der näheren und weiteren Umgebung weiden, hier an den sanft ansteigenden Hügel der Wetterau, dort an den in feinen Dunst gehüllten massigen Erhebungen des Vogelsberges - Unser zweiter Besuch im Verwaltungsgebäude war von mehr Erfolg begleitet als der erste. Anstandslos wurden wir an den Steiger gewiesen, der uns in das Innere des Bergwerks führen sollte. Doch erst mußten wir im Maschinenhaus etwas Toilette machen. Nicht etwa, daß diese dem Steiger für den Besuch der Erdgeister schlecht gewesen wäre, sondern aus Rücksicht auf unsere nicht ganz werktäglich gewählten Kleider wurde uns bedeutet, die Hüte und Röcke abzulegen. Dafür erhielten wir denn andere aus dem Vorrate des Steigers, für die es weniger schade war, wenn an ihnen etwas verdorben ging. Jeder von uns erhielt ein Grubenlicht und nach kurzem Warten betraten wir den Fahrstuhl zur Fahrt in die Tiefe. In das ew'ge Dunkel nieder, steigt der Knappe, der Gebieter, einer unterirdischen Welt." Wenn wir auch das Grubenlicht bereit hatten und zur Hälfte Knappenkleider trugen, so war es uns doch keineswegs zu Mute, wie es einem ehrlichen Knaben sein muß, der Reiz des Ungewohnten machte die Pulse etwas rascher schlagen und ein eigentümliches Befangensein machte sich in mir geltend, als sich der Fahrstuhl in Bewegung setzte- war es doch die erste Grubenfahrt in meinem Leben. Bald waren wir auf der Sohle des Bergwerks, 60 Meter unter der Erdoberfläche, angelangt und wurden durch ein herzliches Glück auf" der dort arbeitenden Bergleute be grüßt. Nachdem uns der Steiger die unterirdischen Pumpwerke gezeigt und ihre Thätigkeit erklärt hatte, führte er uns viele Meter weit durch einen Stollen; auf schlüpfriger Bretterbahn in gebückter Haltung folgten wir ihm zur Stelle, wo die Förderkarren von einem höher gelegenen Stollen ausgefüllt werden. " 400 Mtr. Restauration zum Taunus! 8 Brandaaffe 8 serviert vorzügliche Speisen u. Getränke, Separate Zimmer, neues Pianino. Guter Mittagstisch. Prima Weine. Größere Essen für Gesellschaften, Hochzeiten liefere alles Kom plett auch außer dem Hause Hochachtungsvoll zum Taunus, Brandgasse 8. Empfehle mein reichhaltiges Lager in Schuhwaren von den feinsten Gothiar Welt bis zu den kräftighten Arbeitsschuhen. G Billige feste Preise Brandgasse 8. Creme nnd Laden für Chev., Bitt Borkalf- Stiefel 2c., Bestellungen nach Maass werden elegant ausgeführt Reparaturen & billig schwarze und farbige Schuhschmiere aller Art. OGGO prompt Heinrich Aff Löwengasse 28. 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So hatten wir Einrichtung und Treiben in dem Schacht gesehen, in dem die Rolwagen hin- und Dorthin, wo noch gehauen wird, konnten wir mit Rücksicht auf die Güte unserer Unaussprechlichen und unseres Schuhwerkes nicht gehen, sehnten uns auch An dem Fahrstuhle wieder nach des Tages Licht. wieder angelangt, gab der dort beschäftigte Bergmann 5 Glockenschläge nach dem Maschinenhause zum Zeichen, Wenige Augendaß lebende Laft" zu Tage fahre. blicke" danach atmeten wir wieder ungepumpte" Luft, brachten unseren Anzug wieder in Ordnung und be traten das Freie. Wenn es da unten auch nicht fürchterlich ist", so freuten wir uns doch wieder, als wir atmeten im ,, rosigen Licht."- Nur ein Drittel des normalen Betriebes ist zur Zeit im Gange. Briketts werden nicht fabriziert, sondern die Kohle kommt als Brennmaterial in die Zuckerfabrik des benachbarten Dorfes Stockheim. Trotz der verringerten Arbeit ist doch für den Verdienst der Bergleute gesorgt, wenn auch nicht in dem Maße, wie in gewöhnlichen Verhältnissen. So hatten wir denn alles gesehen und erfahren, was unser Interesse in Anspruch nahm. Vom Bergmannsberuf rasch emancipiert, riefen wir nach entsprechendem Dante unserem freundlichem Führer ein herzliches Glück auf" zu und wanderten fürbaß auf der Straße nach dem benachbarten freundlichen Städtchen hungen, wo wir uns von den nicht sehr großen Anstrengungen unserer ersten Grubenfahrt zu erholen gedachten und auch nach Kräften konnten. Nur ja tein Handwerk! ( Nachdruck verboten.) Wie bedauerlich tief das Handwerk in neuerer Zeit in der allgemeinen Wertschäßung herabgekommen ist, bezeichnet kaum etwas anderes so deutlich als sein Nachwuchs an Lehrlingen. Derselbe Stand, der einst bei jedem aufzunehmenden Lehrling eine strenge Prüfung über gute Herkunft und Gesittung angestellt hat, muß heutzutage gar oft aus Mangel an Lehrlingen ohne Wahl zugreifen und sich mit jungen Burschen befassen, die von anderen Ständen ferngehalten werden. Es herrscht leider in weiten Kreisen die Anschauung, als set es zu schade um wohlerzogene und geweckte Knaben, sie einem Handwerker in die Lehre zu geben, als seien die ungeratensten Jungen für ein Handwerk mmer noch gut und flug genug. Mit dieser irrigen Bekanntmachung. Montag, den 27. Oktober d. J., vormittags 10 Uhr, beginnt in dem Schulhause in der Neustadt ein achtwöchentlicher Kursus der Haushaltungsschule. Die Schülerinnen werden in weiblichen Handarbeiten, besonders aber im Kochen und in der Führung eines einfachen Haushaltes unterrichtet. Diejenigen, welche den Kursus besuchen wollen, fönnen sich bei der betr. Lehrerin, Frl. Anthes, oder bei dem unterzeichneten Lehrer in der Stadtmädchenschule melden. Gießen, den 13. Oftober 1902. Mecum, Bürgermeister. Für den Schulvorstand. J. V.: Schaaf. Bekanntmachung. Betr. Versteigerung von Birken- Besenreisig im Gießener Stadtwald. Die in den Distrikten Zollstockwäldchen, Neuheege, Philosophenwald, Waldshute, Wanne und Unterhag des Stadtwaldes zur Aufarbeitung kommenden 70 Wellen Birken- Besenreisig Werke Doktorarbeiten Preislisten alleranschauung muß aber gebrochen werden, da man all erwärts ernste Anstrengungen macht, um das Handwerk dem heranwachsenden eine gediegene Ausbildung zu wirtschaftlich wie geistig und fittlich zu heben und zumal geben. Heute geht im Handwerk nicht mehr alles brüber und drunter, namentlich nicht in Bezug auf das Lehrlingswesen. wenn ein Wandel zum Besseren eintritt, wird sicherlich das wohl oder übel fügen müssen. Andererseits müssen auch bie Lehrlinge sich jest mehr in Bucht und Ordnung schicken, und Verhalten der meisten Lehrherren wärmer und freundlicher werden, nur müssen auch die lieben Eltern selbst bedenken, daß Lehrjahre keine Hercenjahre sind und dem Meiſter nach Nr. 243 Abonnementspr in's Haus gebrach Gratisbeilagen Oberbrifische Das Blatte Daß auch der dümmste Junge im Handwerk un- Kräfte wird das Uebel, unter dem das Handwerk immerhin Gartenbau, som gestört sein Fortkommen findet, trifft durchaus nicht zu. mehr unverdient als verdient zu leiden hat, nur noch So fragte unlängst in einem Fachblatt ein Meister an, größer, und es sei zur Beruhigung vieler Eltern ausdrücklich was er mit seinem Lehrling machen solle. Der Lehr- betont, daß man jezt im Handwerk dem Lehrlingswesen ling sei der schwerfälligste Mensch, nichts gehe in seinen sogar eine größere Aufmerksamkeit zuwendet als in anderen Stopf, an Willigkeit mangele es ihm nicht, wohl aber Ständen, und daß deshalb ihre Söhne bei einem verständigen an Verständnis. Nach dreijähriger Lehrzeit sei er bei ordentlichen Handwerksmeister nicht schlechter aufgehoben sind der Gesellenprüfung durchgefallen, auch nach einem als bei irgend einem anderen Lehrherrn. weiteren Lehrjahre werde er jetzt sicher wiederum durchfallen. Länger als 4 Jahre dürfe er jedoch nicht lernen, und was dann?- Nun kann ja nach dem bestehenden Gesetz fein Lehrjunge gezwungen werden, sich einer Gesellenprüfung zu unterziehen, er fann auch so Geselle werden, nicht aber ohne Meisterprüfung Meister. Und wer nicht das Zeug hat, die Gesellenprüfung zu bestehen, wird schwerlich die viel schwierigere Meister prüfung überwinden. Uebrigens ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, daß die Gesellenprüfung als Zwang vorgeschrieben und auch der Gesellentitel geschützt wird, wie schon mehrfach gefordert wurde. Wer dann nicht die nötige Begabung aufweist, der bleibt eben nur Hilfsarbeiter in seinem Gewerbe oder sucht sich eine andere Beschäftigung aus. Es mag ja für den Einzelnen eine Härte sein, aber dem ganzen Stande wird sicherlich damit gedient, daß nicht der Heranziehung von Pfuschern Vorschub geleistet wird, und es fann ja noch die Möglichkeit offen gelassen bleiben, daß der Betreffende späterhin sich abermals einer Gesellenprüfung unterzieht. Ein schlimmerer Uebelstand für das Handwerk ist, daß ihm nicht blos viel beschränkte, sondern auch viel verdorbene Jungen zugeführt werden. Zwar hat man die Absicht, um dem besonders im Osten hervortretenden Lehrlingsmangel abzuhelfen, der öffentlichen Fürsorge überwiesene Knaben dorthin in die Lehre zu sch cen, wieder fallen gelassen, da diese zu sehr verwahrlost sind, doch sehen noch zahlreiche Familien für ihre mißratenen Söhne das Handwerk as legtes Zufluchtsmittel an. Man schiebt dann die bedauerliche Thatsache, daß sich unter den jugendlichen Strafgefangenen eine besonders hohe Bahl von Handwerkslehrlingen befindet, vor allem den Meistern in die Schuhe. Unstreitig giebt es unter diesen manche schlechte Menschen und fehlt es in den Werkstätten nicht selten an der nötigen Aussicht, so daß die Meister ihre Lehrlinge zu viel den Gesellen preisgeben und sich selbst zu wenig um sie fümmern. Aber auf Grund der neueren Geseze läßt sich hierin schärfer als bisher einschreiten und diesem Zwang wird sich die Meister- wie die Gesellenschaft Amtlicher Teil. Die Frage, ob das Handwerf eine günstige Bufunft bietet, ist bei seiner Vielseitigkeit nicht in aller Kürze zu entscheider, schließlich auch bei feinem anderen Stande unbedingt zu bejahen, aber so viel läßt sich wohl mit gutem und ordentlich strebsamer Handwerfer auch in Bufunft im Recht behaupten, daß gerade ein tüchtiger, geistig geweckter allgemeinen sein Forifommen finden wird. Es ist übrigens vielfach nicht der Hinblick auf die Zukunft, der Eltern wie Kinder bei der Wahl des Berufes leitet, sondern oft das äußerliche Vorurteil, als sei das Handwert an sich ein zu geringer Stand. Leider wird darin nicht nur in anderen Ständen, sondern im Handwerk selbst gefeht und schon in den Kindern eine gewisse Geringschäßung gegen den eigenen Stand groß gezogen. Jeder Junge, der nicht ganz auf den Ropf gefallen ist, taugt natürlich mehr zum Professor" als einen fleinen Beamten in schöner Uniform haben, als einen zum Professionisten", und auch die Tochter wollen lieber Handwerksmeister in seinem freilich nicht so reinlichen Arbeitsden ärmsten Schichten des Volkes trifft, geißelte die Dutsche fittel. Diese Scheu vor dem Handwerk, die man selbst in Töpfer- Zeitung" ausgezeichnet in folgendem Zeitgedicht: " „ Ein Handwerk" soll der Bub' nicht treiben, Denn dazu ist er viel zu gut; Er fann so wunderniedlich schreiben, Dft so ein feines junges Blut. ,, Nur" ja kein Handwert! Gott bewahre! Das gilt ja heute nicht für fein. Und wenn ich mir's am Mund abspare, Es muß schon etwas Bess' res sein! Der Hände Arbeit fam zu Schanden, Der Arbeitsbluse schämt man sich; Das rächt sich noch in deutschen Landen, Das rächt sich einmal bitterlich. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); K. für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. follen Dienstag, den 21. Oftober, Vormittage 11 an der Grünberger Chauffee bei Annerod soll auf dem Uhr im Bürgermeisterei- Gebäude- Zimmer Nr. 15- Bimmer Nr. 15 Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Die Bedingungen, Zeichnungen usw. liegen während öffentlich versteigert werden. Die Großherzoglichen BürgerEinsichtnahme auf, auch sind wir bereit, den Interessenter meistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, dies der Dienststunden auf unserem technischen Bureau zur am Orte der Aufstellung am Dienstag, den 21. d veröffentlichen zu lassen. Mits., vormittags von 10 bis 11 Ühr Auskunft zu Gießen, am 14. Oftober 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Lieferung des erforderlichen Kornrohs für Maschinendrusch das städtische Schlachthaus ca. 100 Ctr. oder Preßstroh soll in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Angebote hierauf sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift bis zum 25. d. Mts. bei uns einzureichen. Gießen, am 16. Oftober 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Arbeitsvergebung. Die Lieferung und Aufstellung einer Umzäunung aus verzinttem Drahtgeflecht für den Hochdruckbehälter erteilen. Angebote sind bis zum 27. Oktober d. Js. vor mittage 11 Uhr verschlossen und mit entsprechende Aufschrift versehen, bei uns einzureichen. Gießen, den 14. Oftober 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk. Otto Bergen. Bekanntmachung, fitr S Gies ** Das bom 8. Dftob behörden, betre firafo gangenen A Madhite berfitat die schr der fich 51 fören, nimm prüfung in 2 der zu Prüfer uns nach d Kandidaten Bräute, soweit diejenigen Her Gramen wäre niffe etwas z Damen die mitfühlen fo L. Zur geftrigen Herbftei Smalb Letzterer, de 1. A. bei Dagegenwi bei der W infolge Sin und dürfte de mindestens a berg ist de Roll aufg günstig, d. sich durch Seite biel speziell bon werden und Sirichel mit freis Sho welchem wo Stonradst hat, gewähl Lat Dr. Vo erhalten und Weidner stimmte Ro hat auch n für sich Sti Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 2 wenn er at September 1. Js. wird hierdurch zur öffentlichen Kennt vorüber iſt. niß gebracht, daß der Verwaltungsrat die Herabsetzung stand, daß d des Zinsfußes für alle Einlagen vom 1. Januar 190 dem Großbe ab auf 3% und für alle ausgeliehenen Stapitalier laffen, hierdi auf 48% genehmigt hat. Gießen, den 13. Oktober 1902. Der Direktor der Spar- und Leihkasse Gießen. Wiener. Geburts-, Verlobungs-, Vermählungs-, Bild bat dod ficherlich nid boje angejeb wohl schon me daß d alten wer Bombeit Bike Atla Schwedi fieder maßgebe beweist Stelle ft treter fü Mederefor Wenig be Plakate Tabellen Visiten, Speise- u. Weinkarten Todesanzeigen Beileidskarten Hoiten b oners in mandjer Aiter noch aut zwei Gem Briefumschläge Rechnungen Gießener Verlagsdruckerei. sowie alle sonstigen Buchdruckarbeiten bei mäßigen Preisen und solider Ausführung. ( vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei) Gießen, Neuenweg 28, im Gasthaus zum Löwen. Welter in morgen Grünberg trauensper führende werden, of jurüdgetret DOOG foll. Den manner al Landleute d