Nr. 190. Erstes Blatt. Montag, den 18. August 1902. Moonnement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ins Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Gießener 11. Jahrgang. Jusectionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie Ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Bfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferusprechanschluk Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreiſe Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'ſche Buchdruckere i,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen Kaiser Wilhelm in Mainz und die Truppenschau. der Kommandeur der 21. Feldartilleriebrigade Oberst Schneider. Der Zuzug von Fremden nach Mainz war am Samstag ein ganz enormer. Alle in der Frühe ein getroffenen Eisenbahnzüge waren überfüllt. Die Wege nach Jem Großen Gande sind von Truppen aller Waffengattungen überfüllt. Von 6 Uhr Morgens ab war der Große Sand und die vorliegenden Geländepartien bis zur Mombacher Chauffee vollständig durch einen Truppen fordon abgesperrt. Der Zuzug von Fußgängern und Wagen war erst nach 9 Uhr gestattet. Früh 28 Uhr trafen zur Truppenschau die drei Schwestern des Kaisers, die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, die Kronprinzessin von Griechenland und die Erbprinzessin von Meiningen hier ein und wurden im Auftrag des Großherzogs von den Herren Provinzial- eſſin direktor von Gagern und Oberbürgermeister Dr. Gaßner am Bahnhof empfangen und zur Truppenschau begleitet. Gegen 7 Uhr fuhr der Kaiser in Begleitung des Großherzogs über die Kaiserstraße, Parkusstraße und Alicenplatz nach dem Großen Sande, woselbst die hohen Herrschaften an dem von den Pionieren errichteten Staiserzelte abstiegen. Herr Gouverneur Baron von Collas mit seinem Stabe und Provinzialdirektor Geheimrat Freiherr von Gagern waren zum Empfange anwesend. Der Kaiser stieg hier zu Pferde und ritt im Galopp mit seiner Suite zu den aufgestellten Regimentern. Auf das„ Guten Morgen, Kameraden!" erschallte unter präsentiertem Gewehre der Dankgruß mit ,, Guten Morgen, Majestät!" Sofort erfolgten die Kommandos zum Exerzieren des Garde- Dragoner- Regiments Nr. 23, dem sich ein Gefecht der Infanterie, Kavallerie und Artillerie anschloß, zu welchem der kommandierende General des 18. Armeekorps von Lindequist die Aufgaben stellte. Sämtliche Regimentskommandeure waren aktiv bei dem Gefechte, das einen äußerst interessanten Verlauf nahm, thätig. Außerdem wohnten dem Gefechte an die Kommandeure der 25. Division, Generalleutnant v. Deines, der Kommandeur der 41. Infanterie- Brigade, General leutnant von Bredow, der Kommandeur der 42. Infanterie- Brigade, Generalmajor von Normann, von der 49. Brigade Graf von Kanig, von der 50. Brigade Generalmajor von Viebahn, der Kommandeur der 25. Kavallerie- Brigade Oberst Schmidt, und In eigener Sache Richter. Roman von L. Haidheim. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) Mich hat niemand gefragt, als Sie sich mit dem Baron verlobten, Maria! Er ist einer der ersten Ehrenmänner des Landeser Still, still ich will es nicht hören!" fuhr sie wie eine Wilde gegen ihn auf. Und wenn auch Sie gegen mich find dann dann ist da der Teich oder Gift! man wird ja doch auf irgend eine Weise dem Gräßlichen entgehen können!" Der Schrei ging ihm mitten durch's Herz! Der Schrei war Wahrheit und das verzweifelnde Geschöpf da zu seinen Füßen, es zeigte ihm die volle, wahre Verzweiflung. O, wie sein Herz schlug! Wie es sich ihr entgegendrängte! Und Wie seine Seele rief:„ Maria, ich rette Dich, sei mein!" doch sagte er fein Wort. - Er ließ sie auf den Knien liegen und schritt auf dem kleinen Plaz unruhig hin und her, falt und sinſter. Auf einmal war sie neben ihm. Sie sah entsetlich elend und verängstet aus. Burkard, nur ein Wort! Liefern Sie mich ihnen aus?" fragte sie mit unheimlicher Ruhe. „ Nein! Niemand soll Sie zwingen dürfen!" Sie sagte nichts, aber ehe er es verhindern fonnte, hatte sie seine Hand gefüßt und hielt sie fest und weinte krampfhaft. Dennoch börte er, sie war wie erlöst. regung. Er selbst fühlte sich nach allen Richtungen in höchster AufFest entschlossen, sie nicht gegen ihren Willen heiraten zu laffen, wußte er doch momentan nicht, was thun? Wie weit ging seine Berechtigung? wo war hier die Pflicht? Ließ sein Egoismus ihn sie richtig sehen? Erzählen Sie mir, Maria, was bewog Sie- Unsere erste Pflicht ist Nachricht von Ihnen zu geben!" Sie wurde jezt plöglich brennend rot. Fragen Sie nicht, Burkard; ich sage ja: eher sterben! und boch bin ich so elend feig und auch noch so jung! Aber ich habe Ihr Wort! Man denkt sich ja das alles nicht so;- ich dachte ja nur es sei Seligkeit die große Dame- aber- der Preis- 1" Nach Beendigung des Gefechtes und der Kritik des Kaiſers fand ein glänzender Parademarſch ſtatt, die der Kommandeur der 25. Division Generalleutnant Freiherr von Gall leitete. An der Parade nahmen in folgender Aufftellung teil die Infanterie- Regimenter Nr. 87, 88, 80, 116, 117, 118, die Unteroffizierſchule Biebrich, daß Fuß- ArtillerieRegiment Nr. 3, das Pionier- Bataillon Nr. 21, die Dragoner- Regimenter Nr 23 und 24, und die Feldartillerie Regimenter Nr. 27 und 63 mit sämtlichen Musikkapellen uud Spielleuten. Den ersten Vorbeimarsch führte die In fanterie in Kompagniefront, die berittenen Truppen im Schritt aus, der zweite Vorbeimarsch erfolgte in Regimentskolonnen, die berittenen Truppen im Trab, die Artillerie in Batteriefronten. Der Kaiser, der Großherzog und die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen führten ihre Regimenter vor. Im Anschluß an die Parade nahmen die Truppen Spalier- Aufstellung. Die Fußtruppen standen in DoppelKolonne, die Feldartillerie in Tiefkolonne und die Kavallerie in Regimentsfolonne. Eine Schwadron des Dragoner- Regiments Nr. 23 rückte hierauf mit den Standarten beider Ravallerie- Regimenter vor, während zu einer Kompagnie des Infanterie- Regiments Nr. 87 die sämtlichen Fahnen der Fußtruppen verbracht wurden. Auf dem großen Sande waren 3 Sanitätstolonnen errichtet; die Absperrung des Blazes leitete Major Melnes vom 88. Infanterie- Regiment, welchem sämtliche überzähligen Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften unterstellt waren. Der Kaiser kehrte um 12 Uhr mit dem Großherzog von Hessen an der Spitze der Fahnen- Kompagnie von der Truppenschau in die Stadt zurück. Nach der Rückkehr fand im Großherzogl. Palais im engsten militärischen Kreise ein Frühstück statt, worauf gegen 4 Uhr die Abreise des Kaisers nach Homburg erfolgte. Der Großherzog blieb bis zum Sonntag Abend hier; an diesem Tage waren die Spigen der Zivilbehörden zur Tafel befohlen. Bei der Kritik äußerte der Kaiser, daß die Regimenter flotte Tempi genommen hätten und vom Kommandeur in fehr schöner Weise vorgeführt worden seien. Bei der GefechtsUebung fand die Buren- Taftit Verwendung. Das 88. Inf.. Regiment mußte unvorbereitet in den Kampf eingreifen. Die Artillerie führte den Parademarsch in russischer Formation aus, d. h. in Batterie- Front. Alsdann formirten sich die Truppen zu einem Spalier, durch welches der Kaiser hindurchschritt. Mainz, 16. Aug. Als der Kaiser und der Großherzog Nicht um die ganze Welt hätte er diese Minuten, dieses Bekenntnis missen mögen. Nie war sie ihm so hold erschienen. Die Reinheit ihrer Seele, ihres Empfindens trat nie so schön zu Tage. Gut, Maria! Aber warum sagten Sie Gorzberg das alles nicht felbft?" " Konnte ich denn? Ich hatte mich ja verkauft! Ich dachte auch, ich würde mich an ihn gewöhnen, sie alle sagten mir das in der einen oder anderen Weise und täglich ließ ich mich missentlich von neuem bestechen! Ich Bettlerin befam Berge von Schmuck! Die schönsten Kleider, das kostbarste was er finden fonnte und man erzählte mir zu jeder Stunde, ich würde in dem schönsten Balais wohnen, an den Hof geführt werden, alles haben, wovon meine Mädchenträume so voll gewesen. Ach Gott und das alles erschien mir plöglich so wertlos. Immer trostloser kam mir meine Heirat vor- immer mehr empörte sich meine Seele gegen ihn und und je mehr er mich liebte- Sie schwieg-; sie war wieder brennend rot. Maria! Sie sahen einen anderen? Sie lieben einen anderen? fuhr er plöglich empor voll Eifersucht. " Ich- ich weiß es nicht!" stammelte sie leise. Wie wurde ihm?- Dieser Ton-? Dieser scheufliehende Blick-! Er fragte nicht weiter- Seine Pulse hämmerten, sein Herz schlug zum Berspringen. Und feinen Brief haben Sie zurückgelassen? Nichts? Alle die Sie lieben in Todesangst-?" Da lachte sie plößlich unsäglich bitter auf. „ Lieben? Mich lieben? Sich selbst liebt jeder dort am meisten. Seien Sie nur mal in der Welt, in der ich lebte, dann lernen Sie es schnell.“ Und was denken Sie soll ich für Sie thun? Ich will Sie zu meiner Mutter und Lischa schicken." " Nein, nein!" schrie sie in Todesschrecken auf: Nicht wegschicken O, nicht fort von Ihnen-! Hier alleine bei Ihnen weiß ich, daß ich-, Sie werden mich nicht wegschleppen laffen!" " Daran wird niemand denken, Maria! Aber gut! Sie bleiben und ich lasse meine Mutter holen und Lischa." " „ Ja, ja Mutter Alles! nur nicht fort." Kommen Sie, ich muß sofort depeschieren- an Ihre an der Spitze der Fahnen- Kompagnie in das Schloß zurück tehrten, wurden sie von der zahlreichen Volksmenge mit jubelnden Burufen begrüßt. Auf dem Schloßplatz hatten die Kriegervereine des Bezirks„ Haffia" mit etwa 12 Fahnen unter der Leitung des Oberstleutnant Cramolius aus Darmstadt Aufstellung genommen. stadt Aufstellung genommen. Im Schlosse fand Mittagstafel ſtatt, an welcher außer dem Kaiser und dem Großherzog teilnahmen: Prinz Friedrich Karl von Hessen mit Gemahlin, der Kronprinz von Griechenland und sein 12jähriger Sohn Prinz Georg. Die Tafel trug einen militärischen Charakter. Es waren geladen: General Lindequist, der Kommandeur ber Festung Mainz Baron von Collas, die Divisions- Generale von Gall und von Deines und das Gefolge. Mainz, 16. August. Der Kaiser sandte gestern Abend sofort nach seiner Ankunft an die Oberpräsidenten der Rheinprovinz und Provinz Hessen- Nassau folgendes Telegramm: Mainz, den 15. August. Ich habe heute bei meiner herrlichen Fahrt von Düsseldorf nach Mainz überall an den Ufern des Rheins von allen Ort schaften so zahlreiche schöne ergreifende Beweise patriotischer Gesinnung erfahren, daß ich gleich be wegten Herzens hierfür meinem Dank Ausdruck geben wiй. Ich beauftrage Sie dies den Beteiligten bekannt zu machen. Wilhelm. I. R. Homburg v. d. H., 16. Auguft. Der Kaiser traf um 5 Uhr 22 Min. von Mainz fommend in Homburg ein. In seiner Begleitung befanden sich der Kronprinz von Griechenland, Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen. Am Bahnhof war die Kaiserin mit Prinzessin Louise und Prinz Joachim zur Begrüßung anwesend. Der Kaiser sprach am Bahnhof noch längere Zeit mit dem Landrat Dr. von Meister und dem Bürgermeister Ritter von Marr. Beim Austritt aus dem Kaiser- Pavillon und auf der Fahrt nach dem Schlosse wurde das Kaiserpaar von der dichten Zuschauermenge mit lebhaften Hochrufen begrüßt. Das hessische Prinzenpaar und der Kronprinz von Griechenland begaben sich direkt nach Schloß Friedrichshof. Die Hoffnungen des Kriegsministers André. Bei der Einweihung des Denkmals für die Krieger in Villefranche von 1870 hielt Kriegsminister André eine Rede, in der er sagte:„ Wir wollen unsere Niederlage nicht verherrlichen, wir fennen und tragen noch heute ihre Folgen. Wir ehren das Gedächtnis des für das Vaterland gefallenen Soldaten, den das Denkmal darstellt. Es ist der Soldat der Zukunft, der Frankreich seine materialle Größe wieder ,, Ach, nein! nein! Sie ist so. Sie wird so unbarm berzig sein. Also an Gorzberg, Maria!" " Ja, an ihn. Er ist ein Kavalier- 1" ,, Aber thut es Ihnen nicht leid ihn so zu kränken?" ,, Ach, ja, alles, alles; ich will ihm auf den Knien danken, wenn er mich nur frei läßt!" stillen. Mein Gott, was muß er denken?" fragte sich Burkard im Er schrieb eine Depesche: Die Baronesse tommt soeben;- fcheint ruhebedürftig. Meine Mutter hier." Durch einen Arbeiter schickte er das Telegramm zur Station. Maria sah ruhiger, aber leidend aus, er brachte sie ins Haus und ohne sich um die verdugten Mienen der Dienerschaft zu fümmern auf das Zimmer, das sie mit der Mutter bewohnt batte. Es war sehr einfach;- fie sah sich ganz fremd darin um. Plöglich schlug fie wie zum Gebet die Hände zusammen und rief: " O, Gott, ich bin wieder daheim! Wie danke ich Dir." " Es wird Ihnen nun doch wohl recht fümmerlich vorkommen, Maria?" fragte er zweifelnd. Kümmerlich? Nach den Wochen, die ich verlebt? Hier ist der Frieden- Und Sie! Sie lassen mich nicht wegführen?" Wie meinte fie dies und Sie?" Es flang bethörend genug. Aber er wollte es nicht hören. Er ließ fie allein mit dem Mädchen, schickte ihr Erfrischungen, befahl seine Mutter und Schwester zu holen, der ersteren in einem Billet nur das nötigste sagend, und dann schrieb er einen längeren Brief an den Baron von Gorzberg, worin er Marias Flucht mit äußerster Nervenüberreizung zu erklären suchte, jest schon sich sagend, daß man Maria schon aus Rüdsicht für ihren Berlobten frant melden mußte.- In ähnlicher Weise schrieb er Frau von Wazlaw, aber diese empfing den Brief schon garnid) t mehr-. So schwer der Schlag auch war, der den verliebten Kammer, herrn traf, so machte er sich doch feine Minute Illufionen dar über. Er hatte nur zu deutlich gefühlt, daß Maria ihn nicht liebte; feine Hoffnung, fie werde sich an ihn gewöhnen, sah er in ber peinlichsten Weise getäuscht, sich selbst auf das rücksichtslofefte bloßgestellt, seinen Stolz auf das bitterste verlest. Für ihn gab es teine andere Möglichkeit, als aus dem Gesichtskreise derer vorläufig ganz zu verschwinden, in deren hoher Nähe er sich stets glüdlich gefühlt und deren Ideenfreis der feinige war. Fortsetzung im zweiten Blatt.) 31.CA It fam und das vorre cathen. Licht auf ihr Geficht fiel ordentliche Brafie, aber zartfühenate Ms fie schrar näher 30 niedersant. Ether hiat während die Andere schwer in die seiffen des Rohrsessels sie fich denn mit ihrem lieber fei, wenn sie feine Nad sie, daß es otiz davon nähme. heeservice zu schaffen, beffen außer fäftlic dann aber plötzlich in wie Espenlaub zitternd, in ihren Armen jag. sie mit Mühe wieder in zusammen sant. Renate brachte unter ihrer Berührung momentan sich steif aufrichtete, Teibig, ihren Arm um die bebende Gestalt legend, die ,, Meta, liebe Meta. Du bist frant." rief Renate mitSessel zurück, wo sie dann, in ihren Es war ein entierr seinen alten Tagen den Sohn schenten würde, den er selbst das Herz brechen würde! Sie schauderte bei dem teten Namen ihres Vaters mit Schmach bedecken und ihm nken an den Skandal, den ihre Sünde hervorrufen, bessere Natur zurückschrat, sie den matellosen, hochgeachjein ganzes Leben vermißte! Sie wußte, daß, wenn sie der ihre n für fir haben mürde! Son große Maschinen quetschen allstündlich 80 malter davon. 63 Lager. Stets zum Bierkühler dienen den Brauzwecken. Dampfcylinder liter aller Biere sind in den Riesenräumen stets auf Borter- Keller à 13 120 Hektoliter vorhanden; 66 000 Betto Es find 10 Ale- feller à 16 400 hektoliter, 8 Stout- und und sie werden sämmtlich in Bumpen, jährlich 9000 neue 90 000 Fässer sind 12 große der Füllen rei der Braungfertigt, geben wird. Er schuldet dem Lande, das er zu verteidigen| Kitchener trugen Civil. Es folgte eine allgemeine Vorgeschworen hat, Alles, selbst das Opfer gewisser persönlicher Ueberzeugungen.( Lebhafter Beifall.) Bei dem nach der Feier der Einweihung des Denkmals veranstalteten Bankett führte Kriegsminister André in einer Erwiderung auf mehrere Toaste, namentlich des Vertreters von Belfort aus, er rathe Belfort, die glorreiche Fahne von 1870 nicht früher herauszutragen, bis an dem Tage, da das Vaterland alle seine Kinder zu den Waffen rufen werde. Der Kriegsminister sprach sich zu Gunsten des zweijährigen Dienstes aus. " stellung. Dann standen die Buren- Generale eine Zeit lang mit ihren Gastgebern auf dem Verdeck und unterhielten sich gruppenweise. Botha pflog ein lebhaftes Gespräch mit Chamberlain und Roberts. Die BurenGenerale reisten bereits um 11 Uhr nach London ab, ohne König Eduard auf seiner Yacht besucht zu haben. Sie hielten mit dem ehemaligen Spezial- Gesandten Fischer an Bord der Saxonia eine Beratung ab, in der fie beschlossen, der Flottenschau nicht beizuwohnen. Botha teilte vor der Abreise von Southampton einem Vertreter der Presse mit, er, Dewet und Delarey würden auch die Vereinigten Staaten besuchen, che sie nach Südafrika zurückkehrten. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Vom Kaiser ausgezeichnet. Im Bezirk Gießen haben, nachdem gestern dem Kriegerverein Waßenborn- Steinberg die Kaiserschleifen überreicht worden ist, bereits 5 Vereine dieses Ehrenzeichen. Es sind dies außer dem Waßenborner Verein die Kriegervereine von Gießen, Burkhardsfelden, Großen- Buseck, Staufenberg. *** Zum englischen Postkartenschwindel. Die Firma, die in vielen Zeitungen inserirt und diesen dafür einen Check zugestellt hat, ist, wie nunmehr definitiv feststeht, eine Schwindelfirma. Wie man schreibt, sollen sehr biele auf den englischen Leim gefrochen sein. Ganze Wagenladungen von Briefen seien in London eingegangen. Als aber die Krönung vorüber war und die Schwindler einige Zehntausende eingestrichen hatten, seien sie spurlos verschwunden. Der Berliner Lokal- Anzeiger" schreibt dazu: In hiesigen diplomatischen Kreisen hat die Revancherede des französischen Kriegsministers noch weniger aufregend gewirkt als ähnliche Rundgebungen in den letzten Jahren. Wie der„ Lokal- Anzeiger aus Petersburg erfährt, hat der Kaiser in Reval den politisch nicht hoch genug zu veranschlagenden Erfolg gehabt, die Burückhaltung zu überwinden, die der Zar selbst dem Raiser gegenüber bei allem sonstigen gegenseitigen Einvernehmen bisher noch immer beobachtet hatte. Die beiden Monarchen sind dann mit der rückhaltlosesten Sympathie einander näher getreten und haben während der ganzen Dauer der Begegnung in geradezu herzlicher Freundlichkeit der Kaiser hat das 116. Infanterie- Regiment, sein mit einander verkehrt. Bei dieser Gelegenheit hat zweifellos Leib- Regiment, am Samstag in Mainz selbst kommandiert der Kaiser aus dem Munde des Baren die Bürgschaft für und es 2 Mal vorgeführt. Er trug auch die Uniform des die dauernde Aufrechterhaltung des Weltfriedens erlangt. Regiments. Oberst von Dewit befindet sich noch auf Urlaub. So erklärt es sich, daß der Kaiser nach seiner Rückkehr aus* Der Großherzog ist gestern Abend mit Gefolge Rußland widerholt zu betonen in der Lage war, jetzt halte direkt ab Mainz wieder zu den Vorstellungen nach er den Weltfrieden auf lange Jahre hinaus für gesichert. Bayreuth abgereist und wird nächsten Donnerstag, den 21., Abends, wieder nach Jagdschloß Wolfsgarten zurückkehren. Politische Nachrichten. Vom Depeschenwechsel. | Zu der Frage, wer die Veröffentlichung des Depeschenwechsels zwischen dem Kaiser und dem Prinzregenten veranlaßt hat, wird bekannt, daß der Reichsfanzler Graf Bülow den Prinzegenten, welcher die Depesche zunächst als privat behandelte, um die Erlaubnis zur Veröffentlichung ersucht hat. Die Depesche wird vom Centrum zu einer regelrechten Hezze benußt, indem es beabsichtigt, in den nächsten Tagen überall Versammlungen zu veranstalten, um Protest gegen die Einmischung in bayerische Angelegenheiten zu erheben. ** ** - Seiltä fliegen gewefe beren Comme eigentlic feinem nun erf Vereins gelb be wollte gebrau folchen das P reblige Teider ** juristisch legten umfag 333,95 Mart ** Streif. Die am Bau des Stechenhauses beschäftigten Arbeiter, etwa 50- haven heute morgen die Arbeit eingestellt. Als Grund dafür wird angegeben, daß der Polier zu streng gewesen sei. Andrerseits hört man auch, daß die Arbeiter mit den bisherigen Lohnverhältnissen unzufrieden seien. ** Ordensauszeichnungen. Infolge der am Samstag stattgefundenen Truppenschau in Mainz hat von unserem Regiment den Roten Adlerorden 4. Klasse erhalten Haupt mann von dem Busch, Oberleutnant Koettschau erhielt den Kronenorden 4. Klasse, er war Ordonnanz beim Kaiser. Unsere Nachricht in letzter Samstag- Nummer, daß Herr Oberst von Dewiß den Roten Adlerorden erhalten hat, ist nicht zutreffend. Er hat den Kronenorden 2. Klasse Eine neue Polenvorlage soll nach den Berl. Pol. Nachr." beabsichtigt sein, die allerdings keine finanzielle Forderung enthält, sondern die Verleihung von Stimmrechten für die Kreistage an Domänenpächter betrifft. Wenn die Ansiedelungskommission Besißungen aus deutscher Hand erwerbe, gehe in der Regel die von dem Vorbefizer geführte Virilstimme auf dem Kreistage den Deutschen verloren. Aehnlich ungünstige Wirkungen seien zu befürchten, , wenn demnächst auf Grund des 250 Millionen- Gesezes mit Stimmrecht ausgestattete Rittergüter aus deutscher Hand vom Staate sei es zur Einverleibung in seinen Domänialbesig, sei es zum Zwecke späterer Aufteilung angekauft werden. In diesen Fällen gehen die Virilstimmrechte zwar nicht gänzlich verloren, sie ruhen aber in denjenigen Kreisen, in denen der Fistus bereits mit einem stimmberechtigten Rittergute angesessen ist". München. Dem nächsten, Ende September 1903 zusammentretenden Landtag wird eine Vorlage wegen Ueber gang der Pfälzischen Eisenbahn an den Staat zugehen, und zwar sofort beim Zusammentritt, da am 1. Januar 1904 erklärt werden muß, daß die Verwaltung am 1. Januar 1905 übernommen werden wolle. Zum Falle Löhning. bekommen. =* Unser Infanterie- Regiment Nr. 116 hatte heute Vormittag bei Groß- Rechtenbach Scharfschießen. Nächsten Samstag rückt das Regiment aus zum Regiments- und Brigade- Ererzieren. - Fr. Die Schlußprüfung für Handarbeit slehrerinnen bestanden in der Alicenschule sämtliche vier Eraminandinnen: Frl. Dörr, Feller, Häring und Heß. Zwei erhielten das Prädikat„ gut“, zwei im ganzen gut". So wird uns von befreundeter Seite mitgeteilt. In 14 Tagen schließt das Instiut sein Sommerhalbjahr. = * - - Bestrafte Neu- oder Wißbegier. Ein in Gießen woh I bekannter Herr unternahm fürzlich eine Entdeckungsreise in das alte Schloß. Er stöberte dort, er stöberte da, ja er hatte den Mut sich an eine Gruft Doch zu wagen. Gern hätte er Näheres ergründet. altes Gemäuer fann auch heimtückisch sein- plöglich thut er einen Fehltritt und fällt in eine solche Gruft. Seine Hülferufe sollen, wie anwesende Arbeiter verfichern, recht kläglich zum Himmel erschollen sein. Aus Bosheit" wohl ließen sie den Armen Verunglückten noch eine ganze Weile zappeln, ehe sie ihn ans Tageslicht beförderten, ja man munfelt sogar, daß er einige Stunden da unten habe verbringen müssen. ** Den Gravelottetag haben gestern Krieger verein, Kriegerfameradschaft, Veteranenverein, Marineverein und Gardeverein gemeinschaftlich durch Kirchgang gefeiert. Etwa 160 Kameraden hatten sich dazu gestellt. Nachdem gings im Zug zum Kriegerdenkmal; hier wurden zu Ehren der gefallenen Kameraden Kränze niedergelegt und Herr Pfr. Naumann hielt eine ergreifende Gedächtnisrede. Der Zug löste sich dann auf und die einzelnen Vereine setzten die Feier jeder nach seiner Art fort. - " ** * Am Samstag hatte ein Fuhrmann bei der Lahnstraße die Unvorsichtigkeit, mit seinem mit Rübenblättern beladenen Kuh- Wagen zu nahe am Ufer der Lahn zu fahren. An einer abschüssigen Stelle stürzte der Wagen um und ins Wasser. Kühe, Wagen und ein großer Theil der Rübenblätter konnten mit fremder Hilfe gerettet werden. r. Roschatquintett. Wenn man bedenkt, daß alles in den Ferien ist, daß der August ein notorischer Reisemonat ist, so war das Konzert gestern Abend sehr gut besucht. Hätte es während des Semesters stattgefunden, so wäre es sicherlich überfüllt gewesen. Herr Koschat wird wohl auch anderswo nie über leere Säle zu flagen brauchen. Die Leistungen waren wie man es von solchen Namen nicht anders erwartete vorzüglich. Koschats sämtliche Lieder sprechen zum Gemüt. Von ihrer Einfachheit und Innigkeit wird man, wenn man überhaupt noch einer Rührung fähig ist, sicherlich bewegt. Jedem, der in seinem Leben ein mal geliebt, gescherzt und gelitten hat, klingt sein eigener Roman wieder in den Ohren, wenn er die herzigen Lieder vom Busserl- wenn er das tieftraurige Verlassen" hört. Daß die Gesangstechnik vollendet war, braucht nicht erst erwähnt zu werden. Besonderes Auf sehen erregte der sa frische grundtiafe Baß" des Herrn Haan. Stürmischer Beifall erscholl nach jedem Lied. Das Quintett ließ sich zu einigen Zugaben zwingen. Gerade diese Zugaben es waren Ueberliedchen waren prächtige Satiren auf schwülstige, tausendmal wiederholende Kompositionen. Herr Stoschat war so liebenswürdig, sich auf Wunsch auf der zum Verkauf ausgelegten Stofchat- Ansichtskarte eigenhändig zu unterschreiben. Diese Karte wird manchem eine dauernde Erinnerung an den genußreichen Abend bleiben. Die„ N. A. 3." schreibt: Die Finanzverwaltung hat bisher darauf verzichtet zu den Erörterungen über den Fall Löhning in der Presse das Wort zu nehmen. Sie wird diese Zurückhaltung auch fernerhin beobachten. Es widerspricht den preußischen Verwaltungsgrundsägen, Beschwerden, welche ein Staatsbeamter gegen seine vorgesetzte Behörde erheben zu fönnen glaubt, durch die Presse zum Austrag bringen zu lassen. selbst weisen darauf hin, daß die Löhning- Angelegenheit in der preußischen Volksvertretung zur Sprache kommen müsse. Dort ist der Ort, wo der zuständige Ressort Minister zu dem Nachweis Gelegenheit finden wird, daß Löhnings der Regierungspolitik direkt zuwider laufende Haltung in der Polenpolitik für seine Versetzung in den Ruhestand entscheidend geworden ist. Eine talte Dusche. Der französische Handelsminister begab sich nach Besançon um der dort stattfindenden Viktor Hugo- Feier beizuwohnen. Als der Vertreter des protestantischen Konsistoriums ihm vorgestellt wurde, sagte er zu diesem, die Regierung befürworte bie Kultusfreiheit. Sollte aber eine Konfeſſion den Borzug haben, so wäre es die protestantische. Alsdann wurde vom Generalvifar die fatholische Geistlichkeit vorgestellt. Der Generalvifar erklärte, der Klerus arbeite für das Wohl Frankreichs und der Kirche, worauf der Minister entgegnete, er sollte noch hinzufügen, auch für das Wohl der Republik. Der Klerus müsse vor allen Dingen die Gesetze beachten. Hierauf zog sich der Generalvikar ohne ein Wort der Erwiederung zurück. - * wärtig fich bas 3 Na fabrifer schaft t gediehe burg d ift. D und Händl Magd Be Buder Wit warenbän Von interessierter Seite wird uns folgender Zeitungsausschnitt zugesandt Zur Errichtung von Tankanlagen seitens der Deutsch- Amerikanischen Petroleumgesellschaft. In den letzten Wochen haben wieder Berichte, in welchen gegen die Errichtung von kleineren Tankanlagen der Deutsch- Amerikanischen Petroleum- Gesellschaft im Innern des Landes zu Felde gezogen wird, die Runde durch die Tageszeitungen gemacht und wird in denselben speziell die Eisenbahnverwaltung aufgefordert, die Errichtung derartiger Tanks auf Bahnhöfen nicht mehr wie bisher zu gestatten und die Benuzung der auf Stationen der Staatsbahn bereits in schr großer Anzahl vorhandenen Tanks zu verbieten bezi. die Pachtkontrakte zu fündigen und die Beseitigung der Anlagen zu verlangen. Diese Agitation gegen die Bassinanlagen geht von Seiten aus, die nicht das Algemeinwohl im Auge haben resp. verstehen, sondern Selbstverständlich lediglich ihre eigenen Interessen. hat jeder Mensch nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, für seine Interessen nach jeder Richtung hin ehrlich zu kämpfen, aber viel nüßen wird dieser Kampf den Petroleumhändlern leider nicht, denn sie fämpfen nicht gegen eine Person an, sondern gegen ein System, welches im Zuge der Zeit liegt: das System der möglichst direkten Versorgung des Konsumenten durch den Produzenten, das System der Ausschaltung des Zwischenhandels. Auf fast allen Gebieten, bezw. in fast allen Artikeln tritt diese Erscheinung der Jeztzeit in allen möglichen Formen zu Tage und die abnehmende Bedeutung der früheren inländischen großen Stapelplätze und des Handels an denselben ist die Folge dieser immer weiter um sich greifenden Handelsweise. Was nun die Errichtung der unendlich vielen Tankanlagen der Deutsch- Amerikanischen Petroleum- Gesellschaft anbetrifft, so geschieht solche seitens der Gesellschaft doch zweifellos, um noch fonfurrenzfähiger zu sein als bisher und je schärfer die Konkurrenz ist, desto besser ist es für den Konsumenten. Absolut verkehrt würde es unserer Ansicht nach sein, wenn die Staatseisenbahn die Grrichtung weiterer Tankanlagen auf den Bahnhöfen ihrer Stationen nicht gestatten würde, im Gegenteil sollte die Regierung verlangen, daß sämtliche Anlagen auf Staatsgrund vorgenommen werden müssen, denn auf diese Weise sichert sich der Staat eine gewisse Kontrolle über die Gesellschaft und zweifellos einen Einfluß auf dieselbe, der um so größer wird, je mehr Kapital seitens der Gesellschaft in den Tantanlagen 2c. investiert wird. Der Staat würde alsdann eine Macht gegenüber der Geſellſchaft in Händen haben, die bei fluger Ausnußung letzterer jedwede Ausschreitung unmöglich machen würde, eine Macht, welche zu erlangen dem Staate bisher unmöglich gewesen ist.( Wir geben vorstehenden Artikel zur allgemeinen Kenntnis, unsere eigene Ansicht darüber behalten wir uns vor.) ** Zusammenkunst der 49er. Zur Erinnerung an ihre gemeinsamen Studien wollen diejenigen Herren Lehrer, die im Jahre 1849 das Seminar in Friedberg verließen, am 25. August gemütlich zusammenkommen. Der Ort ist noch unbestimmt. Von den damals abgegangenen Lehrern leben jetzt noch 11. In Gießen selbst wohnen 3 davon. Die Buren- Generale in London. London, 16. Aug. Aus Southamptan wird telegraphiert: Der Dampfer Saron" mit den BurenGeneralen Botha, Dewet und Delarey traf um 3/410 Uhr hier ein. Sie wurden von dem Capitän Hertz über das Dock zur Nigeria geführt. Eine zahlreiche Menschenmenge stand am Ufer und brachte den Buren enthusiastische Ovationen dar, für welche diese freundlich dankten. Auf dem obersten Deck der Nigeria empfing fie Chamberlain, Lord Roberts, Lord Kitchener, Lord Onslow sowie Frau Chamberlain und Lady Roberts nebst Tochter. Chamberlain, Roberts und r. Anna und Karl. Ein Trauerspiel in 3 Aften. Ort der Handlung: Gießen und Umgegend. Zeit: der 17. August 1902. 1. Aft. Ein einfaches Zimmer- es iſt morgens 11 Uhr. Starl und Anna, zwei Liebende, wie man an ihrem Benehmen merkt, haben sonntäglich ausgeschlafen, sind in der heitersten, liebenswürdigsten Stimmung, beschließen umständlich, am Nachmittag auf die Kirmeß nach Wieseck zu gehen. 2. Aft. Kirmeß plag. Nachmittags 5½ Uhr. Viele Burschen und Mädchen. Anna's Augen gehen leider nicht immer geradeaus, sondern beschäftigen sich auffallend oft mit einem hübschen jungen Burschen der aber nicht Karl heißt usw. 3. Aft. Ein Schlafzimmer in der Bahnhofstraße. Ecke Schanzenstraße. Die Familie liegt in tiefem Schlummer fein Laut ertönt nur ab und zu tickt einmal die Uhr. Plötzlich fahren gleichzeitig drei entsegte Gesichter aus den Kissen, drei Gestalten stürzen nach einem Fenster. Es hat draußen entsetzlich geschrieen. Das Fenster wird geöffnet. Man hört draußen in regelmäßigen Abständen so ein gewisses Klatschen jeder kennt das aus seiner Schul zeit- manchmal ist das Geräusch etwas dumpfer und jemand schreit ganz laut: Sarl. Starl!- AuuuEr hägt mich tot!( So geschehen zu Gießen am 17. August 1902). ** Die wirtschaftlichen Folgen des diesjährigen Sommers. Ueber diese vielen feuchten und trübseligen Sommerwochen wird von nicht wenigen Geschäftsleuten mehr, wie genug, und mit allem Recht geklagt, und mancher Mann, der auf das Sommergeschäft als auf seine Haupteinnahme angewiesen war, wird wohl seine fünftige Steuereinschätzung ganz anders, als es zum leßten Male geschehen war, ausfüllen. Denn der Sommer 1901 war für die meisten deutschen Landschaften ebenso günstig, wie die letzte Wonnezeit miserabel, oder sogar miserabler, gewesen ist. Wohnung vermieter und Geschäftsinhaber in Bädern und Sommerfrischen können vornehmlich ein Klagelied Jeremiä" singen, in manchen, sonst außerordentlich stark besuchten Ort ist es schon leer, und in der eigentlichen Saison sind genug Wohnungen und Gelasse für die Hälfte der sonst erzielten Miete losgeschlagen worden. Aber noch viel ärger sind die„ fahrenden Leute", Kunstreiter, werden, d bindend a als Geschä der Geno bigern ge gabe des 100 ME. fchafter to jchäftsan muß, rid pro Jah 20 Centr eriverben Wer Jabre la Genoffenfo 5 Anteilfa malig 600 nur in S zwungen h bis 300 S Beträge werden. Dur und dad Voraus Griparnin tradit ge Rohzuder zielen, un mit berd es wohl fabriken deutend Bezugsqu Dur Colonialn auf dem 2 auch dem fich an der die Anteilfa der weniger daftsfabrit Anmel tember, dief nung der bei der Re und Beitr dem Vor Colonial bersandt. Aus n. M herrichte g Riegervere Augenblick durch die R follte eigentl el. Die Firma, efen dafür einen Definitiv feststeht, bt, follen jebr hen sein. Ganze in London ein orüber war und ngestrichen hatten, Stechenbauies a 50- oven geftellt. Bolier zu freng ch, daß die Ar iffen unzufrieden beitslehrer sämtliche vier ller, äring fat" gut", zwei efreundeter Seite Das Initiut fein Gin in Gießen rzlich eine Ent ftöberte dort, er d) an eine Gruft rgründet. Do imtüdisch feineine solche Gruft. De Arbeiter ver ollen sein. Aus n Berunglüdten ihn ans Tages r, daß er einige Liffen. rmann bei der nem mit Rübeneam Ufer der Stelle fürzte Wagen und n mit fremder uns folgender crichtung von anischen Petrohaben wieder g bon fleineren Petroleum- Ge e gezogen wird, macht und wird waltung aufge auf Bahnhöfen d die Benutzung bereits in schr verbieten bezw. Beseitigung der tion gegen die nicht das Allstehen, sondern Selbstverständlich , sondern sogar ch jeder Nichtung ben wird dieser nicht, denn sie ▪ndern gegen ein t: das System Konsumenten Der Ausschaltung Gebieten, bezw. einung der Jezt Lage und die ab ländischen großen elben ist die Folge Den Handelsweise. ch vielen Tantan coleum- Gefellschaft er Gesellschaft doch zu sein als bisher desto besser ist es erfehrt würde es taatseisenbahn die af den Bahnhöfen de, im Gegenteil jämtliche Anlagen den müssen, denn eine gewiffe Kon ifellos einen Ginwird, je mehr Tantanlagen c dann eine Macht n haben, die bei Ausschreitung un welche zu erlangen en ift.( Wir geben n Kenntnis, unfere uns bor.) desjährigen Sommers Ligen Sommerwochen en mehr, wie genug cher Mann, der auf teinnahme angewiefen fchäßung ganz anders ar, ausfüllen. Denn deutschen Landschaften it miferabel, oder fo gevermieter und Ge erfrischen fönnen vor gen, in manchen, fon es fchon leer, und in Bohnungen und Gelaf ete loegeschlagen worden nden Leute", Runftreiter Seiltänzer, Karoussel-, Panorama-, Theaterbefizer, auch die fliegenden fleinen Sommertheater nicht zu vergessen, dran gewesen, besonders die kleineren Unternehmer in dieser Reihe deren Besitzer feinen früheren Sparpfennig haben. Für die Sommer- Theater hätte der regenreiche Sommer sonst ja eigentlich günstig sein müssen, aber der triste Sommer mit seinem schwachen Verdienst drückte auf die Einnahmen. Und nun erst die wandernden„ Buden". Wie manches verregnete Vereinsfest, Schützenfest, Vogelschießen, bei denen noch Stand geld bezahlt werden mußte, war zu verzeichnen, und dabei wollte das Personal Geld und Nahrung, mußten die Utensilien gebrauchsfähig gehalten werden. Und die Unkosten sind bei olchen Unternehmungen nicht mehr billig, überall verlangt das Bublifum Neues und will gewonnen sein. Es ist eine rebliche, fleißige Geschäftswelt, die dem Amüsement dient; leider hat der Erfolg diesmal sehr, recht sehr gefehlt. ** Die Sterbelasse des Bundes deutscher Gastwirte, juristische Person, mit dem Size die Darmstadt, hatte im legten dem neunten Rechnungsjahre einen Gesamtumsatz von 1,075,959 Mart. An Beiträgen wurden 333,952 Mart erhoben, dagegen an Sterberenten 172,386 Mark verausgabt. Das Gesamtvermögen beziffert sich gegenwärtig auf 782,947 Mart; innerhalb Jahresfrist vermehrte sich dasselbe um 152,305 f. Zuderfabriken und Raffinerien für Colonialwaren- Händler. Nach langen Vorarbeiten ist das Projekt: Zucker fabriken und Raffinerien für Rechnung einer Genossenschaft von Colonialwarenhändlern zu betreiben, soweit gediehen, daß beim Königlichen Amtsgericht in Magde burg die Eintragung ins Genossenschaftsregister erfolgt ift. Die Genossenschaft firmiert: 3ud erfabriken und Raffinerien für Colonialwaren Händler, e. G. m. b. H. Siz der Gesellschaft ist Magdeburg. Gegenstand des Unternehmens ist: Herstellung von Zucker aller Art und Verkauf an die Mitglieder. Mitglied der Genossenschaft kann jeder Colonialwarenhändler, welcher gleichzeitig Ladeninhaber ist, werden, der die Statuten der Genossenschaft für sich als bindend anerkennt und den festen Beitrag von 100 Mt. als Geschäftsanteil entrichtet. Für die Verbindlichkeiten der Genossenschaft dieser sowie unmittelbar den Gläubigern gegenüber haftet der Genossenschafter nach Maßgabe des Genossenschaftsgesetzes bis zum Betrage von 100 Mt. für jeden Geschäftsanteil. Jeder Genossenschafter fann 300 Anteile erwerben. Die Zahl der Geschäftsanteile, welcher jeder Genossenschafter erwerben muß, richtet sich nach dem Quantum Zucker, das er sich pro Jahr abzunehmen verpflichtet, und zwar ist für je 20 Gentner Zucker ein Geschäftsanteil von 100 Mk. zu erwerben. Wer also der Genossenschaft beitritt und z. B. zehn Jahre lang jedes Jahr 100 Centner Zucker von den Genossenschaftsfabriken beziehen will, hat nur einmal 5 Anteilscheine à 100 Mf zu erwerben und dafür einmalig 600 Mark zu zahlen. Ebenso haftet der Genosse nur in Höhe dieses Betrages und kann niemals gezwungen werden, Nachzahlungen zu leisten. Zahlungen bis 300 Mark müssen bis 30. September d. J., größere Beträge können in Raten bis 1. August 1903 geleistet werden. Durch Verarbeitung der Rüben direkt auf Raffinade und dadurch, daß der fertig werdende Zucker schon im Voraus an die Genossen verkauft ist, werden größere Ersparnisse an Unkosten gemacht. Wenn ferner in Betradht gezogen wird, daß der Gewinn, den sonst die Rohzuckerfabriken, Raffinerien und Zwischenhändler er zielen, und daß deren teurer Verwaltungsapparat doch mit verdient werden muß, den Genossen zufällt, so wird es wohl Jedem einleuchten, daß die Genossenschaftsfabriken stets in der Lage sein werden, den Zucker bedeutend billiger zu liefern, als wie solcher von anderen Bezugsquellen zu haben ist. Durch Gründung der Genossenschaft haben die Colonialwarenhändler einen wirklichen Schritt vorwärts, auf dem Wege der Selbsthilfe gethan, um so mehr als auch dem kleinen Kaufmann Gelegenheit geboten wird, fich an der Genossenschaft zu beteiligen. Dadurch, daß die Anteilscheine auf nur 100 Mark lauten, kann auch der weniger Bemittelte von den Vorteilen der Genossen schaftsfabriken Nutzen ziehen. ging ein fürchterlicher Regen nieder. Glücklicherweise dauerte er nicht lange, der Himmel hellte sich wieder auf. Allmählich trafen 5 Vereine mit ihren Fahnen ein. Auch der Regierungstrafen 5 Vereine mit ihren Fahnen ein. Auch der RegierungsVertreter Herr Kreisamtmann Dr. Heinrichs erschien und schritt die Front des Kriegervereins ab. Gegen 3 Uhr etwa setzte sich der Zug in Bewegung. Voran die Kinder beider Gemeinden, sodann eine Gewehrsektion, die Musik, der festgebende Kriegerverein mit Herrn Dr. Heinrichs, dann Kriegerverein Leihgestern, Gesangverein" Jugendfreund" Kriegerverein Leihgestern, Gesangverein" Jugendfreund" Steinberg, Gesangverein„ Liederkranz“ und„ Germania" Waßenborn. Nachdem der Zug durch beide Dörfer marschiert war, kehrte er wieder nach dem Festplatz zurück und nahm an der Tribüne Aufstellung. Herr Vors. Leicht be. grüßte die Anwesenden und gab das Wort Herrn Dr. Heinrichs, der mit einer kurzen Ansprache die dem Verein vom Kaiser geschenkte Fahnenschleife überreichte und mit einem Hoch auf Se. Majestät schloß. Nach ihm ergriff der Schriftleiter der„ Hassia", Herr Medizinalrat Dr. BogtButzbach das Wort. Er wies zunächst auf die mit dem Gründungstag, den 18. Auguſt als Tag von Gravelotte verknüpften Erinnerungen. Der jungen Generation fomme es zu das zu erhalten, was die Väter blutig errungen hätten. Diesem Zweck: Das deutsche Bewußtsein lebendig zu erhalten, dienten vor allem die Kriegervereine. Hier würden nur Elemente aufgenommen, die sich zum Wahlspruch gemacht hätten: Mit Gott für Kaiser und Reich". Seine Rede, die mit großem Beifall aufgenommen wurde, flang aus in ein begeistertes Hoch auf das deutsche Vater= land. Der Vorsitzende dankte Herrn Dr. Vogt mit einem dreimaligen Hoch, in das Alle Anwesenden freudig einstimmten. So war der offizielle Teil erledigt. Nun kam auch das Vergnügen an die Reihe. Auf zwei Tanzböden wurde noch bis spät nach den Klängen der Wiesecker Kapelle getanzt. Im Festzug mögen etwa 300 Personen gegangen sein. r. Schiffenberg, 17. Aug. Es wird noch nicht allge= mein bekannt sein, daß seit einigen Wochen die alte Klostertirche auf dem Schiffenberg- wenigstens äußerlich auf Kosten des Staates restaurirt wird. Der Bau ist im romanischen Stil ausgeführt- eine Basilika, die aber nur ein vollständiges Seitenschiff hat. Das Seitenschiff, das nach dem Burghof zu stehen müßte, ist nur angedeutet. Man sicht infolge dessen vom Hofe aus in die römischen Bogen gänge hinein. So ändern sich die Zeiten. Früher hat man in der Basilika andächtig dem Prediger gelauscht- bald wird man in ihrem Schatten seinen Topp" trinken. In etwa 4 Wochen werden die Bauarbeiten beendet sein ** Wiesed, 18. Aug. Heiter und fidel ging's gestern auf unsere Kerb" her, überall sah man fröhliche Gesichter. auf unsere Kerb" her, überall sah man fröhliche Gesichter. Das Wetter hatte ein Einsehen mit und dadurch viele Gießener Das Wetter hatte ein Einsehen mit und dadurch viele Gießener nach hier gelockt. Die Tanzböden wurden fleißig benutzt und neben einem frischen Glas Bier hatten die Wirte für einen recht kräftigen Imbiß gesorgt das doch für das doch für Kirchweihen immer die Hauptsache ist. Der heutige Tag wird das gleich gute Vergnügen bringen. k. Aus dem Bieberthal, 18. Aug. Der uralte Bergbau bei Königsberg ist bereits seit dem Jahre 1898 ganz zum Erliegen gekommen, weil ihm die Bahn fehlt. Die ganz zum Erliegen gekommen, weil ihm die Bahn fehlt. Die alten Schlackenhalden und die ausgedehnten Bingengänge beweisen es. Die Namen mancher Gruben sind älter als jede geschichtliche Ueberlieferung. In uralter Zeit, wo man selbst Chausseen und fahrbare Wege nicht kannte, wurde bereits der edle hochhaltige Roheisenstein von Königsberg nach dem Salzbödethal gebracht, wo er bei dem Dorfe Hütte und an der Schmelzmühle verarbeitet wurde. Die Be förderung war äußerst mühsam und geschah in Körben auf Pferde- und Eselsrücken. Alle Hoffnungen auf eine Vollbahn von Wetzlar nach Gladenbach, welche Königsberg berühren sollte, sind aber durch den Ausbau der Bahn HerbornGladenbach zu nichte geworden. Auch die schon öfters errühren sollte, sind aber durch den Ausbau der Bahn Herborn wähnte Fortführung der Bieberthalbahn bis Königsberg scheint sich nicht zu verwirklichen. wähnte Fortführung der Bieberthalbahn bis Königsberg Ernteferien beginnen an den meisten Volksschulen der a. Aus dem Kreise Wetzlar, 18. Aug. Die diesjährigen hiesigen Gegend erst mit dem heutigen Montag. Die ungünstige Witterung, der Mangel an Sonnenschein, hat die Fruchternte sehr verzögert. Wie die Heuferien, so sind auch ginn richtet sich nach dem Stand der Ernte und der Witterung. die Fruchternteferien sogenannte bewegliche Ferien; ihr BeAlljährlich werden 7 Wochen Ferien gegeben, welche sich auf die Zeit der Heu-, Frucht- und Kartoffelernte verteilen. Da sich die Fruchtferien diesmal sehr hinausgeschoben haben, so liegen zwischen ihnen und den Herbstferien nur 14 Tage Anmeldungen zum Beitritt müssen bis 30. Sep- Schulzeit. Nach Verfügung des Landratsamtes zu Weglar tember dieses Jahres erfolgen. Einzahlungen für Rech- müssen die Herbstferien mit dem 10. Oftober beendigt sein, nung der Genossenschaft können auf deren Giro- Conto bei der Reichsbank in Magdeburg erfolgen. was für die Verhältnisse mancher Orte etwas verfrüht ist, und Beitrittserklärungen werden auf Verlangen von Statuten da bis zu diesem Zeitpunkt die Ernte noch nicht beendigt ist. dem Vorſtande der Zuckerfabriken und Raffinerien für betrug gestern die Gesamtfrequenz 18,757 Kurgäste, ** Bad- Nauheim, 15. Aug. Nach amtlichen Zählungen Colonialwaren- Händler e. G. m. b. H. in Magdeburg| gegen 16,765 im Vorjahre, also 1,992 Personen mehr in bersandt. Aus Heffen und Nachbargebieten. n. Waßenborn, 18. Aug. Ein frohbewegtes Treiben herrschte gestern in Wagenborn und Steinberg. Der hiesige Kriegerverein beging sein 28jähriges Stiftungsfest. Im letzten Augenblick noch schiene es, als wollte der Himmel einen Strich durch die Rechnung machen. Um zwei Uhr- um diese Beit sollte eigentlich der Festzug sich schon in Bewegung seßen- eld- Schränke Geld Panzerkassen, Aktenschränke für Gemeinden und Behörden 708 Kassetten und Kopierpressen preismässig. Fr. Krogmann. Kassenschrankfabrik. dieser Saison. Auch die Zahl der Bäder ist um 2,606 höher, nämlich 227,399 gegen 224,793 im Jahre 1901. gräßliche& Verbrechen verübt worden. Gegen 11 Uhr F. Friedberg, 17. Aug. Heute Morgen ist hier ein erschien ein Schuhmachergeselle beim Schuhmachermeister Deutsch in der Wohnung und brachte erst dem Manne mit einem Schusterkneip mehrere Stiche bet und dann der zur Hülfe eilenden erst 28jährigen Frau. Die Verlegungen der Letteren waren so schwere, daß sie nach ihrem Transport mol bouWilh. Herbert Marktplatz 2. Marktplatz 2. Spezialgeschäft für moderne und solide Schuhwaren. Neuheiten für Damen, Herren und Kinder. Streng reelle Bedienung. Grösste Auswahl. in die Gießener Klinik verstarb. Der Mann hat noch 3 Kinder, wovon das jüngste erst 4 Wochen alt ist.- Dem Verbrecher wird hoffentlich eine recht exemplarische Strafe blühen. Der Ehemann befindet sich im Spital in Friedberg. Der Thäter soll in einem Anfall von Geistesgeftörtheit gehandelt haben. ** Frankfurt a. M., 17. Aug. Das fortgesette Steigen der Schweinepreise hat die hiesigen Schweinemesger beran laßt, die Preise wesentlich zu erhöhen. Das Pfund Leber- und Blutwurst soll statt 60 Pfg. 68 Pfg. toften. Wurststücke zu 10 Pfg. dürfen nicht mehr abgegeben werden. Das fleinste Stück Wurst soll 12 Pfg., das fleinste Stück Schinken 25 Bfg. foften. Für Fleischwurst, Cervelatwurst, Schinkenwurst u. s. w. wird der Preis um 10 Pfg. pro Pfund erhöht. Schweinefleisch wird pro Pfund mit 5 Bfg. höher bewertet. Kotelettestücke sollen nicht mehr unter 1 Mr. das Pfund abgegeben werden.( Auch die Hanauer Schweinemegger haben die Preise um 10-20 Pfg. erhöht.) ** Frankfurt a. M., 18. Auguft. Das neue eröffnet werden. Schauspielhaus soll nun endgiltig am 25. Oftbr. Hanau, 15. Aug. 8um Syndifus der hiesigen Handelskammer wurde in deren heutiger Sizung Dr. Schulte, bisher wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei der Handelsfammer in Röln, gewählt. fabrik von Fr. Kreutern u. Cie. dahier feierte gestern ihr ** Hanau, 16. Aug. Die Bijouterie- und Juwelen60 jähriges Geschäftsjubiläum. Die Fabrik ist aus den fleinsten Anfängen hervorgegangen, gehört heute aber zu den bedeutendsten Werken dieser Branche. Phil. Bonn aus Erfelden, gegen welchen eine Unter** Darmstadt, 17. August. Der 60jährige Auszügler fuchung eingeleitet war, da er sich an minderjährigen Mädchen hat Sittlichkeitsverbrechen zu Schulden kommen lassen, hat sich dieser Tage im Rhein ertränkt. ** Darmstadt, 17. Auguft. Die Ziehungstage der sechsten Klasse der 5. Großherzogl. Hessisch- Thüringischen Landeslotterie sind nunmehr wie folgt festgesetzt. Am 22., 25., 26., 27., 29. und 30. August, sowie am 1., 3., 4., 5. und 8. September. Im Ganzen werden noch 14 000 Gewinne gezogen und sollen in den ersten bier Tagen mindestens je 2000 Nummern aus dem Glücksrade gezogen werden. ** Gegenüber der in verschiedenen Blättern erschienenen Nachricht aus angeblich gut unterrichteter Quelle, daß der weitere Anschluß süddeutscher Staaten, insbesondere von Württemberg, an die Hessisch- Thüringische Lotterie bevorstehe, können wir ießt bestimmt erklären, daß diese Nachricht entschieden falsch ist. Wohl find gelegentlich der Konzessionsverhandlungen bezüglich der SchloßfreiheitsLotterie von Seiten einzelner Stollekteure süddeutscher Staaten diesbezüglicher Anfragen erfolgt, doch haben feinerlei Verhandlungen stattgefunden, und liege von Seiten der Direktion 3. 3t. auch keinerlei Absicht noch weitere Ausdehung vor. Mit der demnächst beabsichtigten Vermehrung der Losezahl auf 100 000 wird auch die Stelle eines Ober- Inspektors mit einem Einkommen von ca. 5 bis 6000 Mart neu geschaffen und ist hierfür ein Fachmaun aus Sachsen soweit bestimmt. Für die am 1. September freiwerdende Stelle des 2. Direktors haben sich bisher 11 Bewerber gemeldet, doch ist eine bestimmte Entscheidung noch nicht getroffen. ** Homburg v. d. H., 17. Aug. Der deutsche Kron prinz ist heute Morgen 7½½ Uhr hier eingetroffen. ** Mainz, 17. Aug. Während der Anwesenheit des Raisers hat es natürlich an polizeilicher Mißgriffen" nicht gefehlt. Am Rheinufer verhaftete ein Gensdarm eine Dame, weil sie sich auffällig" benommen habe. Die Dame legttimirte sich auf der Polizei als eine adelige Dame aus Berlin. Sie weilt gegenwärtig zur Kur in Wiesbaden. * Mainz, 16. Aug. Der hiier tagende ,, ongreß katholischer kaufmännischer Vereinigungen Deutschlands", hat in Sachen der Frauenfrage den Antrag angenommen, daß die weiblichen Personen hinschriften unterworfen werden sollen und daß Prinzipale, sichtlich ihrer Ausbildung denselben gesetzlichen Vordie wegen unfittlicher Handlungen an ihrem weiblichen kaufmännischen Personal oder sonst wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit verurteilt find, kein weibliches Personal mehr halten dürfen.( Sehr vernünftiger Antrag. D. R.) Ferner wurde in der Waarenhaus. besteuerungsfrage der Antrag, wegen Einführung einer progressiven Umsatzsteuer angenommen. Weiter soll für die Errichtung faufmännischer SchiedsGewerbegerichte eingetreten werden. Schließlich wurde gerichte durch Reichsgesetz und Angliederung an die ein die Sonntagsruhe betreffender Antrag an genommen, der dem Reichstage unterbreitet werden soll, wonach für alle faufmännischen Angestellten, die völlige Sonntagsruhe einzuführen ist. Der nächste nicht zum Kleinhandel gehören, die reichsgesehliche Kongreß findet in München- Gladbach statt. ** Kassel, 15. Aug. Nach Unterschlagung von 1000 Mart ist der bei dem Rechtsanwalt Dr. Weis dahier beschäftigt gewesene 18 jährige Schreiber Binn flüchtig gegangen. Bis jetzt fehlt jede Spur von ihm. PatentGarbenbänder mit Holz- Verschluss naturell und gefärbt, in ver: schiedenen Längen, bester Erfah für Strohfeile und im Ge brauch wesentlich billiger als diese, empfiehlt billig M. Rosenthal Liebigstraße 13. Telephon Nr. 218. Kleine Plakate: Möblirte Zimmer zu vermieten Laden zu vermieten Wohnung zu vermieten 2C. 2C. DasStück 10 Pfg. zu haben in der Druckerei der Gießener Neueste Nachrichten. Grummetgras- Versteigerung older Stadt Gießen. Montag, den 25. und Dienstag den 26. August, jedesmal vormittags 9 Uhr beginnend, soll das Grummetgras von den städtischen Wiesen, von dem Friedhof, von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wieseckböschungen meistbietend versteigert werden und zwar: Montag, den 25. August a. an Ort und Stelle von den Wiesen vor der Neustadt, vor den Wieseckböschungen, sowie von der früher Pascoe'schen Wiese. b. am Neuenwegerthor vor den Wiesen im Heegstrauch und Rußland c. an Ort und Stelle vom Friedhof( Abteilg. 1-8) und von den Anlagen vor dem Friedhof. Gascokes. ( Preise seit 30. April 1902.) 1,10 Mr. Turnverein. Für den Gentner ab Verkaufsstelle: Sonntag den 24. August d. I, naam. 4 Uhr findet zu Ehren unserer diesjährigen Preisturner ein Stück- Cokes uk- Cokes, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: d. im Philosophenwald nachmittags 2 Uhr, von den Wiesen im In exe Fürstenbrunnen, im Wieseckthal, von zwei Hospitalwiesen und von zwei Pfarreiwiesen in der Gemarkung Wiesed, sowie um 5 Uhr von ca. 16 Morgen Wiesen in der Schwarzlach. Dienstag, den 26. August Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit... Wagenladungen von mindestens 36 Centnern: Stückcokes Bußcokes Ur. 1 Nußcokes Nr. 2 e. von den Ochsenwiesen, einer Hospitalwiese, von den Wiesen im Bei Entnahme von mindestens 200 Centnern: Stolzenmorgen, am Utersbrunnen und Altentisch f. nachmittags 2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen. g. nachmittags 2.30 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Alten- Buseck h. nachmittags 3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung GroßenBuseck. Die Zusammenkunft ist am 25. August am Neustädtert jor und am 26. August in den Ochsenwiesen. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, Vorstehendes in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, am 18. August 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Lieferung von 4400 Ctr. Nußkohlen II. Größe für die städtischen Anstalten für das Rechnungsjahr 1902/03 soll unter den auf unserem Amtszimmer Nr. 15 zur Einsicht offenliegenden Beding ungen vergeben werden. 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