Nr. 137. Erstes Blatt. Dienstag, den 17. Juni 1902. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg-, in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Gießener 11. Jahrgang. Jusertionsvreis: Die einſvaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberhessen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg., sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Kleine politische Nachrichten. * Darmstadt. Ueber den Gefeßentwurf, betr. Ergänzung der Bestimmungen über die Bildung der Schulvor stände( bekanntlich hervorgerufen durch den Fall des frei religiösen Predigers in Mainz) hat Abg. Schönfeld namens des Gefeßgebungsausschusses der Breiten Kammer Bericht erstattet. Derselbe hat folgenden Wortlaut: Bei der Beratung dieser Vorlage im Ausschuß war die Meinung eine sehr geteilte: Einige Mitglieder vertreten die Ansicht, daß die Geistlichen als solche überhaupt nicht Mitglieder des Schulvor standes sein sollten, daß aber die Regierung an der Hand des bestehenden Gesetzes schon in der Lage sei, auch die Geistlichen und Religionslehrer der auf Grund der Großherzogl. Verordnung vom 23. Februar 1850 zugelassenen Religionsgemeinschaften in den Schulvorstand eintreten zu lassen, so daß es des Erlasses eines neuen Gesezes gar nicht bedürfe. Des Weiteren wurde der Anschauung Ausdruck gegeben, daß, wenn die geistlichen Mitglieder des Schulvorstandes so, wie im Gesezentwurfe vorgesehen, vermehrt werden sollen, dann ebenso auch die Rahl der weltlichen Mitglieder des Schulvorstandes zu erhöhen sei und demnach dann eine Kenderung der gefeßlichen Bestimmungen über die Bildung der Schulvorstände überhaupt angezeigt erscheine. Zum Dritten wurde aber die Ansicht vertreten, daß die Zahl der die Schulen besuchenden Kinder, welche der evangelischen und katholischen Konfession nicht angehören, gegen über den Kindern der letzteren beider Konfessionen eine so geringe, fast verschwindende sei, daß eine Vertretung der esteren Konfessionen im Schulvorstand mit denselben Rechten, wie solche den Geistlichen der evangelischen und katholischen Konfession zustehen, mit den Forderungen der Toleranz wohl nicht zu vereinigen, und daher nicht zu billigen sei. Im Ausschusse hatte keine dieser Ansichten ein Majorität für sich. Der Ausschuß kam daher, da es ihm bekannt geworden ist, daß die Auslegung des Artikels 69 des Volksschulge sezes noch nicht durch höchste Entscheidungen festgelegt wurde, zu dem Beschlusse, zu beantragen: Hohe Kammer wolle den vorliegenden Gefeßentwurf ablehnen." Ueber das Befinden des sächsischen Königs liegen folgende Meldungen vor: Sibyllenort, 17. Juni. Die Abnahme der Körperkräfte des Königs halte an, obwohl eine Aenderung des Krankheitszustandes nicht eingetreten sei. Der Kranke zeigte gestern weniger Neigung zu Gesprächen mit seiner Umgebung als sonst. Ein 14] Geerteerd. Novelle von E. Vely. ( Nachbruck verboten.) Ja er weiß nun Alles! Mit einem Schlage ist sein Glück zertrümmert, Maniel Hay wird von seiner Mutter für den Mörder seines Vaters gehalten. Und wäre er tausendmal unschuldig, dürfte er wagen, dem Manne sein Kind zu seinem Weibe zu machen? Ist nicht in ihren Adern das Blut der fremden Race und der Sinn, der ihre Urgroßmutter und ihre Mutter in die Fremde getrieben hat? Wenn er alle Liebe, die ex noch in seinem Herzen für sie fühlt, zusammennimmt, fann sie das Mißtrauen besiegen, das da plötzlich in ihm emporlodert? Er stöhut er denkt zurück an den Tag, wo man den todten Vater vom Strand hereingetragen hat und er, ein ahnungsloses Kind, neben ihm her ging. Es ist gemeiniglich Seemannsloos, auf dem Meere zu sterben aber durch Mörderhand? Geerteerd! stammelt er. Sie kann und darf es nie wissen, was zwischen sie Beide getreten ist. Morgen hat er mit seiner Werbung vor Maniel Hay hintreten wollen vor den Mörder seines Vaters. - zur Nein, er hat nicht gesellt, Gott hat es nicht gewollt rechten Zeit hat er der alten, sonst so redeungewohnten Frau das Wort auf die Zunge gelegt. Meer - Er kommt nicht zu einer Klarheit in seinen Gedanken, es wirbelt Alles um und in ihm. So ist ihm noch bei keinem Sturm zu Muth gewesen der Wind heult, er hört das er wollte wohl, er wäre draußen und müßte alle Kräfte anspannen und mit dem wilden Element auf Tod und Leben ringen. Da sißt er nun, wie ein weichmüthiges Weibsbild und wagt nicht, die Augen auf zu machen. Es ist eine lange Zeit verstrichen, da kommt Reick wieder Herein und geht hin und her wie sonst auch. Er möchte, sie träte ihm einmal mit einem guten Worte näher aber das mag sie nicht wollen, er soll allein mit sich fertig werden. starkes Sinken der Temperatnr, als eine Folge von Gewittern dürfte dem Patienten etwas Linderung bringen. Fürstbischof Pr. Kopp fährt heute wieder nach Sibyllenort. Die Lage wird wegen der andauernden Schwäche des Königs für eine ernste gehalten. Ein Testament hat der Monarch in den Tagen des jetzigen hiesigen Aufenthalts nicht gemacht, doch existieren schon seit einigen Jahren ießtwillige Verfügungen von seiner Hand. Täglich laufen eine große Anzahl Briefe, Gnaden- und Bittgesuche enthaltend, ein. Dieselben werden sofort an die maßgebenden Stellen zur Berichterstattung weiter gesandt. Es bestätigt sich also nicht, daß seit der Abreise des Legationsrats Salza- Lichtenau die Regierungsgeschäfte ruhen. * Die gemeldete Krankheit des Königs Eduard von England ist leichter Natur. Der König hatte gestern Abend bereits eine Anzahl Gäste zum Diner empfangen. Der dänische Kronprinz erhielt von seiner Schwester, der Königin Alexandra die Nachricht, daß die beun ruhigenden Gerüchte über die Krankheit des Königs Eduard übertrieben seien. Die Krankheit sei zwar schmerzvoll, aber nicht gefährlich. * Berlin, 17. Juni. Der akademische Senat hat den Antrag der an der Berliner Universität studirenden Frauen, die Frauen, welche das Reifezeugnis eines Mädchengymnasiums besißen, ebenso wie die Männer zu immatrikulieren, abgelehnt und beschlossen, dieses Recht den Frauen nicht zuzugestehen. * Berlin, 16. Juni. Für die durch den Tod des Unterstaatssekretärs Lehmann im Staatsministerium bakante Stellung soll der jezige Präsident der Seehandlung, Havenstein, in Betracht kommen. * Berlin, 16. Juni. Die Ernennung des GeneralMajors Budde zum Nachfolger des Eisenbahnministers Thielen wird als sicher angenommen. Berlin, 16. Junt. Im Herrenhause wurde der Gesetzentwurf betreffend die umlegung von Grundstücken in Frankfurt a. M. in der vom Abgeordnetenhause beschlossenen Fassung en bloc angenommen. Ebenfalls angenommen wurden u. A. die Gesezentwürfe betr. Unfall- Fürsorge für Gefangene und der Antrag von Levezom betr. Bekämpfung des übertriebenen AlkoholGenusses. Der Antrag wird en bloc angenommen. * Nürnberg, 16. Juni. Zur Feier des 50jährigen Jubiläums des germanischen Museums in Nürnberg waren heute morgen furz nach 8 Uhr der Prinz- Regent, der Großherzog von Baden, der König von WürttemSo steht er denn endlich auf und gewahrt es nicht, daß sein sonst so sorglich gehüteter Holländischer Pfeifenkopf zu Boden gefallen ist und mit einem Krach unter seinem Fuße zerbricht. Mutter! Jomein Junge! Mit einem ehrlichen Blick sieht sie zu ihm hinüber; er kommt schwankend, als habe er den Boden eines Schiffes unter sich, auf sie zu. Dann reibt er sich verlegen das linfe Ohr. Als wir an Land sind, da habe ich mit zwei Andern gewettet Mutter, ein ehrlicher Kerl hält sein Wort. Das soll gewiß sein, Jo! Er dehnt seine breite Brust mit einem langen Athemzuge. Wollten nicht ledig wieder an Bord kommen. Nun ist es heraus, ordentlich leichter ist ihm, und dann ist der weiße Frauenkopf seinem blonden nah: Brauchst Du auch nicht, Jo, mein Junge habe lange schon Eine für Dich. Er senkt die Augen, muß ihm nun nicht Alles gleich sein? Sie ist Dir auch gut Jo blickt durch die Scheiben- das Licht in Maniel Hay's Hause ist erloschen- Kanniſt Dir morgen das Wort holen- Morgen, spricht er nach. Reich ist nicht einmal erstaunt über seine Gelassenheit ea ist Inselsitte, geschehene Dinge so zu nehmen Friesenart. Daß für ihn das Wort noch eine andere Bedeutung hat, ahnt sie freilich nicht. Meerie Möllers mein ich. Ja, Mutter. Sie lächelt, bückt sich, ohne ein Wort zu sprechen, nach den Scherben, liest sie sorgsam in ihre Schürze und sagt dann: Nun, Jo, mein Junge, ist's Bettzeit. 4. Kein Wort ist am folgenden Morgen zwischen Mutter und Sohn über die Vorgänge am gestrigen Abend geredet- Reid berg, sowie bald darauf der Saiser mit Sonderzug eingetroffen. Die Fürstlichkeiten wurden im neuen Bahnhof vom ersten Bürgermeister Geh. Hofrat Dr. von Schuh begrüßt. Der Kaiser dankte dem Bürgermeister für die herzlichen Worte und schloß: Der Burggraf von Nürnberg grüßt die Nürnberger. Darauf bestiegen die Fürstlichkeiten die Equipagen und nahmen die Parade über die in Nürnberg eingetroffenen Truppen ab. Kaiser Wilhelm führte persönlich das 6. Infanterie- Regiment dem PrinzRegenten oor. An die Parade schloß sich das Frühstück, das auf dem Ludwigsthor- Zwingen eingenommen wurde. Um 2 Uhr nachmittags versammelte sich in der Wartehalle des germanischen Museums eine illustre Gesellschaft, wobei der Kaiser das von ihm gestiftete Geschenk übergab. Außerdem stiftete der Kaiser die Siegel seines Großvaters Kaiser Wilhelm des Großen, Kaiser Friedrich III. und sein eigenes Siegel. Der Feier folgte ein Festakt, bei dem zwei meisterhaft aufgeführte Haus Sachs- Festspiele zur Darstellung gelangten. Den Schluß der Feier bildete eine Hoftafel, ein Fest im Stadtpark und eine prächtige Jllumination der Stadt. Die Begrüßung zwischen dem Kaiser und dem PrinzRegenten war äußerst herzlich. Der Kaiser hielt, als er den Wagen verließ, den Marschallstab in der Hand. Er begrüßte den Prinzregenten durch einen Kuß und wiederholte Umarmung und schüttelte den anderen Fürstlichkeiten herzlich die Hand. Sämtliche Fürstlichkeiten trugen bayrische Uniformen. Die Kaiserin, die lichtblaue Toilette trug, sowie die Prinzessin Gisela begrüßten sich ganz besonders herzlich. Der Kaiser unterhielt sich eingehend mit dem bayrischen Finanzminister Riedel sowie mit dem Staatssekretär Bosadowsky. In der Schenkungs- Urkunde, welche der Kaiser verlas, eutbietet er dem germanischen Museum seinen kaiserlichen Glückwunsch und Gruß. Bu einer Beit, da Deutschlands Einheit brach lag, sei dieses Museum Dank der Anregung des Freiherrn von Aufseß erstanden und ein Werkzeug geworden, das den deutschen Einheitsgedanken hoch hält. * Stuttgart. Heute begannen hier die Verhandlungen des 4. deutschen Gewerkschafts- Kongresses, zu welchem etwa 200 Delegirte, darunter auch Vertreter außerdeutscher LandesOrganisationen erschienen waren. Zum ersten Male bei einem Gewerkschafts- Kongreß war auch das Reichsamt des Innern vertreten und zwar durch den Regierungsrat Hölzel. * Hannvoer, 16. Juni. Es gilt als sicher, daß Oberpräsident Graf Stollberg- Wernigerode demnächst, wahrscheinlich im Herbst, von seinem Poſten zurücktreten wird. besorgt ihr Haus und Jo hat sich eine von des Vaters Pfeifen hervorgesucht, blaue Wolken aus ihr in die heut ruhige und flare Luft getrieben und am Schaffstall die Trümmer seiner Holländerin betrachtet. Eine Tulpenform hat dieselbe gehabt, ihm ist sie aber immer wie ein Herz erschienen und allerlei hat er sich dabei gedacht, wenn er sie zwischen den Lippen hielt. Das ist nun vorbei sie wird niemals wieder heil, so wenig wie er je Geerteerd mehr vertrauen mag aber leid ist es ihm um das prächtige Stück und um das Mädchen möchte er sich grämen, wenn's sein dürfte. - Nein, sein darf's nicht. Wie er über Nacht in seiner Koje gelegen hat, sind ihm genug Gedanken gekommen er hat _diesmal deutlich den todten Vater wieder vor sich gesehen ist er selber aber nicht der kleine erstaunte Knabe gewesen, der sich gewundert hat, warum der Vater so gegen seine Gewohn heit in den nassen Kleidern bleibt und so still ist. Er liest aus den weitgeöffneten Augen des Todten die furchtbare Anklage und noch mehr, eine Bitte um über sein gewaltsames Ende Sühne. Und er sieht die Mutter, deren Haupt in stillem Gram so früh erbleicht ist, und ihre Hand, die nach oben deutet, und ihr Wort vom„ Richter in der Höhe". - - Fieberheiß hat er sich in seinen Kissen herumgeworfen als ihn aber die Morgenluft angeweht hat und er draußen steht, ist's flar in ihm gewesen, und was gestern Abend ihm wie harte Nothwendigkeit erschienen ist, däucht ihn heute männliche Entschlossenheit Geerteerds und seine Wege können nie zusammen führen. Einen Blick nach dem Nachbarhaus ihm ist, als durchdringt er die Wände und zeigt ihm das Mädchen, dem bisher alle seine Gedanken gehört haben Stunde um Stunde wird Geerteerd zählen aber keine kommt, die ihr den ersehnten Freier bringt. Er beißt die Zähne aufeinander es kann ja nicht sein. - - - ( Fortsetzung folgt.) 100. Derheffische Jamilienzeitung werdrog. Fie jest um ihre eigenen Wertes willen. mit Alice etwas weiter gekommen zu fein. eriten beiden Wochen in England, und im ganzen glaubte er. war, foftete es ihn bittere Ueberwindung. liegen, aber da er sehr erfüllt von seinem romantischen Leben Natürlich ließ er Australien dann vollständig links hornderbarere Abenteuer von Mr. Miles an, was ihn am meiten Vielleicht war dies Ferner achtete er So vergingen die stavitel geduld, fuchen. stellung ihre Ausstellung Sommer in England landete, war natürlicherweise die Auswenn er South- Steuington nicht eher aufsuchte, als Das erste sterttehmen jedes Australiers, der in diesem Dick war fein Australier und verging nicht vor UnSiebentes in South- Kensington zu be Nr. 136 Oberbefilme Canningeitung Könnte ich es hr? Ein unfehlbares Mittel, 9ther ich min fann ich dem hoffenden Leser leider nicht sagen. Bom Laufburschen zum Millionär. Kleines Feuilleton. ich wäre selbst ein Billiardär, die lehrreiche Geschichte wie man reich wird, Selte Wechsel alle Geschäfte Er empfiehlt, niemals einen unterschreiben Bar Man Beitungen berichteten über ziptong bee. lich nach einiger Zeit ans Land schwemmten und säge befragt, und er hat sich freimütig geäußert. gab sie dann ruhig den Meereswogen, die sie natürLipton vielfach über seine Geschäftsgrundabzuschließen geſtellt Er selbst hat niemals Teilhaber zu nehmen, und feinen in zu Ferner Als sein Nachfolger gilt der Landrat des Kreises Gronau,| Kammerherr Baron von Rheden. * Aus Südafrika wird gemeldet, daß das ZentralKomité zur Zurückbeförderung der Buren bereits in Thätigkeit getreten ist. Zahlreiche Baracken werden aufgeschlagen, worin diejenigen, welche die Waffen gestreckt haben, vorläufig untergebracht werden. Außerdem werden bedeutende Vorräte an Lebensmitteln, Ackergerätschaften und Saaten angekauft. Aus Pretoria wird gemeldet, Botha, Delarey und Dewet werden sich im nächsten Monat nach Europa begeben. * New- York, 16. Juni. Die letzten Meldungen aus Havanna, welche dem„ New- York Herald" zugehen, laffen die Lage auf Kuba äußerst kritisch erscheinen. Tausende von Arbeitern sind brotlos, die PlantagenBesizer ohne Geld. Spanien. Barcelona, 17. Juni. In Saragona fand vorgestern ein standalöser Zwischenfall während eines Stiergefechtes statt. Eine Anzahl Matrosen eines Kanonenbootes wollten sich an dem Stiergefecht selbst beteiligen. Sie begaben sich in die Arena, bemächtigten sich des Stieres und töteten ihn. Die Polizei verhaftete, nachdem Gendarmerie- Verstärkung ingetroffen war, sämtliche Matrosen. Preussischer Landtag. Berlin, 16. Juni. Das Haus erledigte zunächst Petitionen, alsdann wurde der Gesezentwurf betr. Ausführung des Schlacht vteh- und Fleischbeschau- Gesezes in dritter Lesung beraten. Nach längerer Debatte wurden die einzelnen Paragraphen in der Fassung der zweiten Lesung angenommen. Nur bet§ 13 wurde eine ganz unwesentliche Aenderung beschlossen. Auch ein conservativer Antrag, wonach§ 4 erst am 1. Oftober 1904 in Straft treten soll, während im llebrigen das Gesez zugleich mit dem Reichsgeseß am 1. April 1903 in Straft tritt, gelangte zur Annahme. Das Ausführungsgesetz zum Fleischbeschaugesetz wurde in der Gesammtabstimmung von den Freifinnigen und dem größten Teile der Nationalliberalen angenommen. Giessener Cagesneuigkeiten. Nächsten Donnerstag, den 19. Juni, nachmittags 4 Uhr, findet Stadtverordneten Sigung mit folgender Tagesordnung statt. 1. Baugesuch des Karl Bergmann für die Ederstraße. 2. Herstellungsarbeiten im ehemals Nolte'schen Hause an der Licherstraße; hier: Arbeitsvergebung. 3. Befestigung der Bürgersteige in der Plockstraße. 4. Ausbau der Bahnhofsstraße nächst dem Bahnhof; hier: Abtretung bon Straßenland an die Eisenbahnverwaltung. 5. Beschädigungen im Hause Katarinengasse 11 durch die Wafferleitung. 6. Straßenkostenbeiträge für den Eichweg. 7. Reklamation des Dr. A. Mettenheimer gegen die Heranziehung zu den Kosten des Ausbaues der verlängerten Alicestraße. 8. Grhebung von Anerkennungsgebühren; hier: Reklamation des Fabrikanten Louis Log. 9. Antrag der juristischen Kommission auf Abänderung des§ 13 des Ortsbaustatuts. 10. Betrieb der Bumpstation; hier: Rechnung der Firma Heyligen städt u. Co. 11. Gesuch des Kommerzienrats Wilh. Gail zu Gießen um Erlaubnis zur Anlage einer Privatstraße vom Schiffenbergerweg ab. 12. Straßenbeleuchtung; hier: a das Gäßchen an der Westanlage bei Tribus und Sundheim, b Verbesserung der Beleuchtung in der Hofmann- und Frankfurterstraße, c Versetzen je eines Kandelabers in der Dammstraße und in der Oftanlage. 13. Anschaffung einer Geldwage für die Stadtkasse. 14. Dienstverhältnisse der Forstwarte der Stadt Gießen. 15. Gesuch der Arbeitslehrerin 15) Geerteerd. Novelle von E. Vely. ( Nachdrud verboten.) Reid trägt das Mittagessen auf und geduldig wieder ab, ohne ein Wort darüber, daß er es nicht berührt hat. Sie rückt wie sonst ihr Spinnrad zurecht, um die Wolle für seine Strümpfe, welche ihr die Schafe liefern, zu fertigen. Jo steht bald hier, bald dort, guckt durch die Scheiben, geht aus und ein, wie ein Kind, das nichts mit seiner Zeit und mit sich selber zu beginnen weiß. Sie hat keinen Blick und keine Frage. Was er hat wissen sollen, ist ihm gesagt. Einmal tritt Jo vor den Spiegel und sieht sich flüchtig an, da nickt sie vor sich hin und als er langsam seinen Hut vom Nagel nimmt und mit unsicheren Schritten zur Thür hinausgeht, läßt sie ihr Rad stehen, faltet die Hände, blickt empor und spricht: Nun wird's Recht. - Meerie Möllers hat mit dem großen Kessel zu schaffen, ahre Mutter spricht nach der heimischen Sitte von früh bis spät dem Thee zu er dient ihr als Labsal nach ihren endlosen Klagen und zur Beruhigung nach ihren häufigen Thränen. Das blonde Mädchen denkt dabei, wie gut es ist, daß Mutter Talke Diesen Trost hat sonst möcht's noch schlimmer um sie stehn and noch unerfreulicher, ihr zuzuhören. - Da tritt eine fremde Gestalt zwischen sie und den Feuerschein und zieht an der Kette, daß der schwarze Kessel in die Höh' geht vor Staunen läßt sie die Arme sinken, dann stammelt sie, heiße Röthe auf den Wangen: Jo Du hilfft! - b - Wo Gelegenheit ist, mein ich, soll's Einer, giebt der Matrose zur Antwort und sieht ihr dann zu. Aber es schwankt und zittert Alles in ihren Händen, so erschrocken ist sie noch immer und spürt doch eine eigene Freude dabei. Die Aermel ihres blauen Friesfleides sind zurückge= streift, weiß und voll sind die Arme, das gefällt ihm wohl. Wie ein faltblütiger Beobachter steht er neben dem Mädchen, von welchem ihm die Mutter gesagt hat, daß es ihm gut ist. i. P. Anna Müller zu Gießen um Hebernahme der| Unterhaltung von Begräbnispläßen auf dem alten Friedhof. 16. Gesuch des Gust. Trinkaus zu Gießen um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft im Hause Seltersweg 50. 17. desgl. des Friedr. Geisel zum Flaschenbierverkauf und Kleinhandel mit Branntwein im Hause Wagengasse 7. 18. desgl. des Heinrich Erle dahier um Erlaubnis zum Branntweinausschant im Hause Westanlage 2. 19. desgl. des Friedr. Klages zur Vergrößerung seines Wirtschaftsbetriebes im Hause Lindengasse 2. 20. desgl. des Heinr. Monick im Hause Wallthorstraße 46. 21. desgl. des Heinrich Rühl zum Schanfwirtschaftsbetrieb im Hause Neustadt 31. 22. desgl. des Heinrich Schmidt zum Betriebe der Kantine des 3. Bataillons Inf.- Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116. * * Das Amt des Verwalters für das am 1. Oktober zu eröffnende Provinzialfiechenhaus zu Gießen soll demnächst besetzt werden. Die Stelle bietet ein Jahresgehalt von 2-4000 Mart steigend wie bei Staatsbeamten gleicher Kategorien, sowie Wohnung, Beleuchtung und Heizung. Die Bewerber müssen die Prüfung der Finanzaspiranten erster Kategorie bestanden haben und im Verwaltungsfache praktisch erfahren sein. r. Eisenbahnverein. Am Sonntag brachte ein Extrazug von„ nur" 35 Wagen die Eisenbahner mit Kind und Regel, im ganzen etwa 1500 Menschen, nach Weilburg. Dort wurden sie von Musit empfangen. Der gewaltige Bug be= wegte sich durch die Stadt. Später vergnügte man sich bei Musik und Tanz. Für wenige Augenblicke wurde die frohe Festesstimmung durch zwei junge Menschen aus Weilburg gestört, die in start angetrunkenem Zustande sich nicht enthalten konnten, mit dem Tanzordner einen Streit anzubinden, der sogar in Thätlichkeiten auszuarten begann. Die beiden Raufbolde wurden jedoch rechtzeitig durch die Polizei auf gehoben und nach„ Numinero Sicher" gebracht. Erst spät abends führte das schnaubende Dampfroß die Festteilnehmer in vergnügter Stimmung zurüď. Geschichte der Spar- und Leihkasse Gießen. Unter diesem Titel erscheint von dem Rechner dec Spar- und Leihkasse Gießen, Herrn Rendant Döring, ein Buch, welches alles Wissenswerte über die Gießener Sparkasse in übersichtlicher, leicht verständlicher Form bringt. Der Verfaffer bringt zunächst eine sehr interessante furze Geschichte des Spartassen- und Genossenschaftswesens überhaupt, wie es sich aus fleinen Anfängen zu seinem heutigen gewaltigen Umfang entwickelt hat. Sodann geht er im Speziellen auf die Spar- und Leihtasse Gießen ein und spricht über ihre Geschichte, Verwaltung, Unterstüßungen, die ihr zu Teil werden, über das Geschäftslotal u. 1. w. Außerdem weist das Buch noch eine Reihe Beilagen auf: Tabellen Statuten, Geschäftsordnungen. Ein Entwurf des neuen GeStatuten, Geschäftsordnungen. Ein Entwurf des neuen Geschäftshauses giebt dem Büchlein auch nach außen hin einen freundlichen Abschluß. - Von der Straße. Ein junger unverbesserlicher Mensch von hier wurde gestern Abend wegen Diebtahls und Obdachlosigkeit verhaftet. Eine Frauensperson, welche sich am Sonntag an dem Feste zu Wieseck beteiligte und geschmückt mit Bändern und Blumen den Festzug mitmachte, erschien gestern_in demselben Kostüm in hiesiger Stadt und verursachte hierselbst einen großen Menschen auflauf. Um die Ordnung herzustellen, mußte dieselbe in Polizeigewahrsam genommen werden. Seinen Verletzungen erlegen. Am 7. d. Mts. stürzte ein Arbeiter von einem Neubau in der Bismarkstraße. Trotzdem der Verunglückte nur einige Meter herabfiel, ist er doch am gestrigen Tage in der Klinik an den Folgen der erhaltenen Verlegungen gestorben. r. Die Düsseldorfer Ausstellung versteht es sehr gut, bei Gelegenheit des Kaiserbesuchs am 21. Juni ihr Schäfchen zu scheeren". An diesem Tage gelten nämlich die Dauerkarten erst nach der Abreise des Kaiser poaces früh stens von 22 Uhr Nachmittags. Die - Reick Toben spricht nichts leichtsinnig hin und welchem Burschen schmeichelt es nicht, wenn eine hübsche Dirne an ihn denkt mag er noch so wenig seine Gedanken auf sie richten. Wie sie jetzt den blonden Kopf senkt, sieht er ein Stück des Halses kleine Locken haben sich dort zusammengeringelt. Endlich hat Meerie den Muth zu einem Wort an den Besucher. Das ist selten ich meine, lang her- Wenn Einer auf der Fahrt ist, wirst er ein, und sie nickt eifrig, sie versteh'n einander, ohne daß sie ihre Sätze vollenden. Deine Mutter? fragt er dann. Drinnen, sagt Meerie. Jo hält die Hand auf der Klinke und guckt Meerie noch einmal an, ihre Blicke treffen sich gerade- und dabei dünkt's ihn, als sind ihre Augen tiefer blau, wie sie gewöhnlich hier die Leute haben; das gefällt ihm auch. Als er eintritt, sagt vom Fenster her eine klägliche Stimme: Reick Toben ihr Jo! Der Matrose bietet der kleinen blonden Frau, die ein rothes, frisches Gesicht hat, die Hand, sie muß erst den Strickstrumpf niederlegen, was mit einem Seufzer geschicht. Kennst mich noch, Mutter Talke? Ausstellung ist aber, wie der Vorstand bekannt giebt, ,, für die Zeit der Anwesenheit des Kaiserpaares nicht gesperrt"- es werden blos besondere auf den Namen lautende Eintrittskarten zu nur 15 Mt. ausgegeben. Unter diesen Umständen wird allerdings faum zu befürchten sein, daß bei der Besichtigung der Ausstellung durch die hohen Herrschaften das ,, Gedränge allzugroß" ist und die Majestäten werden jedenfalls ganz ungeniert besichtigen fönnen. Es ist doch teuer, wenn man den Kaiser einmal sehen will. - Der Schluß den Dienstag beim Tagesg ch. Fell am Fuße haufen wur Das in jede Verein fon Stiftun rat demfel diefem An reidite. naben Dür öfteren biefiger G spielte thre Brauhaus" 1. Rob * Silberne Hochzeit. Wie wir leider erst nachträglich erfahren, feierten an dem gestrigen Tage unser allverehrter, unermütlich thätiger Mitbürger, Herr Architekt Jakob Stein und seine Ehefrau Katharine, geborene Gerhard, das Fest ihrer silbernen Hochzeit. Zahlreiche Glückwünsche aus allen Schichten der Bevölkerung unserer Stadt, zum Teil begleitet von sehr schönen Blumenspenden legten Zeugnis von der Verehrung und Liebe ab, die das Jubelpaar sich überall erworben hat. Auch die Worte, welche demselben im engeren Verwandten- und Freundeskreise zugerufen wurden, befundeten lebhaft, wie hoch Charafter und Wirken des verehrten Paares in allen Kreisen Gießens gewertet wird. Wir hoffen, daß alle Wünsche, die dem Jubelpaare am gestrigen Tage dargebracht wurden, in Erfüllung gehen. Möchten Beide auch fernerhin sich derselben Gesundheit, Frische und Nüstigkeit erfreuen, wie in den vergangenen Jahren; und wenn der Jubelbraut einst vergönnt ist, das silberne Kränzlein, das sie gestern schmückte, mit dem goldenen zu vertauschen, so möge sie wie der Jubelbräutigam auf Jahre ungetrübter Freude und lauteren Glückes zurückblicken dürfen. * - - Turnberein fich Herr G großen e felbe befom Quadratmete Kird findet hier bunden mit L. Mar traf am S o. Bens Jäger in fige in Ben r. Lorid Dienstberrid Berichtsaffeff W. Dar Majhinenba Godfgule f und Arauß ftredt fich au der Maschine Konkurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerſtelle an der Gemeindeschule zu Böllstein im Kreise Erbach. Dem Fürsten zu Löwenstein- Wertheim- Rosenberg und dem Grafen zu Erbach- Schönberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu, die mit einem evangelischen Lehrer zu besegende Lehrerſtelle an der Gemeindeschule. Gr. Gumpen, im Kreise Erbach. Dem Grafen zu Erbach- Erbach steht das Präsentationsrecht zu derselben zn, zn, die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hassenroth im Kreise Erbach. Dem Fürsten zu Löwenstein- Wertheim- Rosenberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu, die mit einem evangelischen Lehrer zu beseßende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Günterfürst, im Kreise Erbach. Dem Grafen zu Erbach- Erbach steht das Präsentationsrecht zu derselben zu, eine mit cinem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an dec Gemeindeschule zu Groß- Gerau. Dem betr. Lehrer, welcher die im Artikel 33 des Volksschulgesetzes vorgesehene erweiterte Prüfung" bestanden haben soll, sollen die Funktionen eines Hauptlehrers an gedachter Schule gegen eine Vergütung von 500 Mark jährlich übertragen werden, eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerſtelle an der Gemeindeschule zu Bischofsheim, im Streise Groß- Gerau, sämt lich mit dem gefeßlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalt. - - * Konzert des akademischen Gesangvereins. In der Stadtkirche findet Morgen die Aufführung von Beethovens ,, Missa Solemnis" statt. Es werden da an Künstler teilnehmen, deren Name in Gießen bereits im besten Rufe steht. Da das Werf in weiteren Kreisen noch nicht sehr bekannt ist, sei hier ausdrücklich nochmals darauf hingewiesen. Aus Hessen und nachbargebieten. *** Wieseck, 17. Jani. * Der Gesangverein Jugendgrund fann auch mit dem Verlauf des Festmontags sehr zufrieden sein. Das Festlokal und der Tanzboden, im Freien, war voll besezt. Was den Fremden ganz besonders zusagte, war die ausgeprägte Einigkeit, welche unter der ganzen Festversammlung zu fonstatieren war. Wer jung ist, weiß nichts von der Welt. Meerie kommt mit dem Lieblingsgetränk der Mutter, blickt aber nicht zur Seite, wo Jo sigt. Talke, deren Gesicht so im Gegensatz zu ihrer klagenden Stimme ist, meint: Alle haben es besser als ich! O Mutter! ruft Meerie vorwurfsvoll. Jungen sind besser! beharrt die Wittwe. Da steht Jo auf und kommt ihr näher. Meerie muß einen Mann nehmen, so hast Du zwei. Die jammert Talke, Dreien hat sie Nein gesagt. Er hat ein verschämtes Lachen, es liegt Selbstgefälligkeit darin. Muß ein Vierter kommen - Die! ruft die Wittwe und vollendet nicht laut, was sie daran knüpft in ihren Gedanken. Alle Drei siten still und schauen vor sich hin es wäre nicht höflich, immer auf einen Gast einzureden oder seine Wirthe mit zu vielen Fragen zu belästigen. Jo schmeckt's aus der andern Pfeife schon fast ebenso gut, wie aus der alten, und früher hat er doch gemeint, daß sich aus keiner besser rauchen ließe. Das beschäftigt ihn, daß sich der Mensch doch leichter gewöhnt, als er's denkt. Meerie fühlt ein ungewohntes Herzklopfen, welches ihr das Habe ja immer gejammert: Reid hat's gut, die ist mit Athmen erschwert, und weiß nicht recht, woher es kommt einem Jungen geblieben. Er deutet nach dem Hausflur: Du hast die Meerie! Ist kein Junge, sagt die kleine Frau beharrlich- Meine doch, eine Freude! spricht Jo; darauf kommt keine Antwort zurück. Talke bewegt eine Zeit lang ihre Nadeln, dann spricht sie, wie zu sich selbst. Einmal kommt Einer, der holt sie weg. Nun zieht ein hellerer Schein über des Matrosen gebräuntes Gesicht. Mädchen sind zum Freien da! Talke sieht ihn verdrießlich an. Dann bin ich allein. Er dreht seinen Hut in der Hand herum und sagt: Hast's auch so gemacht bahn in Glbe dorf und me Krupp in Eff in Hörde. Darm über den Init Gen. über E Großherzogtu bis in alle Die Regierun Sonderausfu worüber sich d heiten der Bo schaftskammer werden soll, miffen Rahmen Wählern Umla Da wegen D wer be Obige Die A und Talke sinnt darüber nach, ob ihr gestern der Thee nicht besser gemundet hat, als heute, und was das wohl für ein unheilbedeutendes Zeichen sein mag. Endlich hebt Jo den Kopf und rührt sogar ein wenig die Hand, indem er sagt: Kann auch noch ein Bierter kommen! Ja! seufzt Talke. Der mag ihr gefallen, setzt er hinzu. Meerie hat nicht gethan, als ob von ihr die Rede ist- sie glättet ihre Schürze. Meinst auch so, Mutter Möllers? fragt der Matrose. Mein Kopf ist schwer, sagt die, das kommt vom Kummer. Nun blickt Meerie auf: Freien ist eine Veränderung. ( Fortseßung folgt.) A ftand befannt giebt, Kaiserpaares nicht esondere auf den ten zu nur 15 m den wird allerdings Der Schluß des ganzen Jubiläums reichte schon weit in den Dienstag Morgen hinein und die lezten haben sicherlich beim Tagesgrauen ihre häuslichen Benaten aufgesucht. In dem so herrlich am Fuße des Dünsberg gelegenen Dörfchen Fellings gerichtsdirektor Güngerich eröffnet. Beisitzer find die Landgerichtsräte Neuenhagen, Müller, Schäfer, Schmeckenbecher. Als erster Angeklagter erscheint Starl Emmel aus Dorheim bei Nauheim. Er wird be schuldigt, 31 Bäumchen geknickt und zerschnitten zu zur der Besichtigung der hausen wurde am Sonntag ein Kriegerfest gefeiert, als auch der zu Versichernden entsprechenden Weise nähere haben. Er leugnet anfangs hartnädig, giebt aber am en will. beizutreiben.- Der 2. Ausschuß der Kammer beantragt Beitritt zu dem Beschluß der Ersten Kammer, die Regierung zu ersuchen, über die Ausführbarkeit einer staatlichen allgemeinen obligatorischen Mobilarfeuerversicherung in einer den Intereſſen des Staates sowohl und von dem Abg. Dr. Frenay hat namens des Sonderausschusses einen ausführlichen Bericht über den Antrag erstattet. In trefflichen, die Materie nach Berichterstatter die Annahme des Antrags, mit welchem eine der Staatsverwaltung geschaffen werden soll, der es obliegt, en werden jedenfalls Verein fonnte in diesem Jahre sein 25jähriges den Ständen Kenntnis zu geben haften das Gedränge das in jeder Weise gut verlaufen ist. - Es ist doch teuer, Stiftungsfest feiern, weshalb auch der Herr LandLage unser allverehrter, rat demselben beiwohnte und die vom Kaiser aus - leider erst nachträglich diesem Anlaß gewidmete Fahnenschleife über allen Seiten beleuchtenden Ausführungen empfiehlt der Walldorf hat gegen ein Urteil des hiesigen Schöffen reichte. Zwar drohten oft schwere Wetterwolken vom Die in aus Mutwille gethan zu habe". Urteil: 2 Jahre Gefängnis und die Kosten. Dann nimmt Mar Walldorf aus Gießen auf der Anklagebank Plaz. gerichts Berufung eingelegt, das auf 4 Monate Geund wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt. Der und dem Vorsigenden erwähnt wurde, Strafen wegen ähnlicher Delikte bekommen, u. a. wegen Mißhandlung Urteil: Er behält 3 Monate und bekommt die Hälfte ne Gerhard, das Fest öfteren Regens eine rechte Feststimmung. Architelt Jafob Stein nahen Dünsberg, aber dennoch entwickelte sich trotz des selbstständige Berufsvertretung der Landwirtschaft im Rahmen fängnis lautete, wegen Beleidigung eines Schutzmanns Blückwünsche aus allen hiesiger Gegend gut eingeführte„ Krofdorfer Kapelle" die Bedürfnisse, Wünsche und Nöte der landwirtschaftlichen Angeklagte hat schon öfters, wie vom Staatsanwalt Stadt, zum Teil be: spielte ihre bekannten Weisen und das aus dem Gießener Bevölkerung der Regierung gegenüber zum vollen adäquaten en legten Zeugnis von Jubelpaar fich über Brauhaus" gelieferte Bier mundete aufs beste. r. Rodheim a. Bieber, 16. Juni. Da es dem hiesigen Ausdruck zu bringen. Schon allein das Bestehen der Handelskammern und der Handwerkskammer laffen die welche demselben im Turnverein bisher an einer Turnhalle fehlte, hat Bildung einer Landwirtschaftskammer als berechtigt und ge der Kosten auferlegt. fter und Wirken des eise zugerufen wurden, sich Herr Gastwirt Wilh. Bender bereit erklärt, einen Bießens gewertet wird. felbe bekommt die nette Ausdehnung von etwa 175 großen Saal in seinem Garten herzurichten. Der dem Jubelpaare am , in Erfüllung gehen. Quadratmeter im Gebiert. g. Kirchhain, 16. Juni. Am Dienstag, den 24. d. e in den vergangenen bunden mit Prämiierung der besten Fohlen, statt. derselben Gesundheit, findet hier der diesjährige erste Fohlenmarkt, berit einit bergönnt ist, estern schmückte, mit traf am Samstag nachmittag zur Firmung hier ein. L. Marburg, 16. Juni. Der Bischof von Fulda öge sie wie der Jubel o. Bensheim, 15. Juni. Der Rechtsanwalt Hermann Freude und lauteren Jäger in Bensheim wurde zum Notar mit dem Amtsdigt sind: die mit fize in Bensheim ernannt. r. Lorsch, 15. Juni. Mit der Wahrnehmung der zende Lehrerſtelle an Dienstverrichtungen an unserm Amtsgericht wurde der im Kreise Erbach. Gerichtsassessor Scotti, bisher in Langen, beauftragt. heim- Rosenberg und w. Darmstadt, 13. Juni. Eine Exkursion der t das Präsentations: Maschinenbau- Abteilung der Studierenden der technischen einem evangeliſchen Hochschule findet unter Führung der Professoren Berndt der Gemeindeschule und Krauß vom 20. bis 30. Juli statt. Dieselbe erh. Dem Grafen zu streckt sich auf den Besuch der Gasmotorenfabrik Deuß, onsrecht zu derselben der Maschinenfabrik Humbold in Kalk, der SchwebeLehrer zu besezende bahn in Elberfeld, der Gewerbeausstellung in Düffele zu Hassenroth dorf und mehrerer Fabriken daselbst, der Werke von zu Löwenstein- Wert Strupp in Essen und des Bergwerks des Hüttenvereins onsrecht zu derselben in Hörde. Lehrer zu beseßende zu Günterfürst, Erbach Erbach steht en zu, eine mit Bende Lehrerstelle an erau. Dem bett. des Volksschulgesetzes bestanden haben soll, lehrers an gedachter on 500 Mark jährlich einem evangelischen 1 der Gemeindeschule oß- Gerau, fämt Dienstalter sich be sangvereins. In der ührung von Beethovens Den daran Künstler teil: its im besten Rufe steht. noch nicht sehr bekannt rauf hingewiesen. bbargebieten. er Gesangverein Dem Verlauf des Feft eftlofal und der Tanz Was den Fremden prägte Einigkeit, welche zu konstatieren war. Welt. ränk der Mutter, blidt fag zu ihrer flagenden er als ich! ll. Sittwe. äher. so hast Du zwei. t fie Nein gesagt. liegt Selbstgefälligke det nicht laut, was fit vor sich hin- es war nzureden oder seine Wirth e schon fast ebenso gut, wie och gemeint, daß fich aus fchäftigt ihn, daß fich der bentt erzklopfen, welches ihr das t, woher es kommt- und stern der Thee nicht beffer das wohl für ein unhei rührt fogar ein wenig hein Bierter kommen! inzu. bon ihr die Rebe ift? fragt der Matrose Kummer bas tommt vom ft eine Veränderung. ( Fortjepung folgt) * Darmstadt. Der Bericht des 3. Sonderausschusses über den Initiativantrag der Abgg Ha a 3- Darmstadt und Gen. über Errichtung einer Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen ist erschienen. Dieser Antrag ist ein bis in alle Einzelheiten ausgearbeiteter Gesez entwurf. Die Regierung hat, wie aus dem Bericht hervorgeht, dem Sonderausschuß ihre Mitwirkung bei Beratung versagt, worüber sich der Bericht scharf ausspricht. Von den Einzelheiten der Vorlage sei hervorgehoben, daß der Landwirtschaftskammer ein Besteuerungsrecht eingeräumt werden soll, vermöge dessen sie befähigt ist, in einem gewissen Rahmen ohne Genehmigung der Regierung von den Wählern Umlagen gleich öffentlichen Lasten zu erheben und boten erscheinen. Ueber die eigenartige Stellung, welche die Regierung bisher gegenüber dem Gedanken der Errichtung einer Landwirtschaftskammer eingenommen hat, berichtet der Ausschuß wie folgt: - " In Anbetracht der geschilderten Verhältnisse durfte man erwarten, daß Großherzogliche Regierung die allseitig als notwendig erkannte Organisation in die Wege leiten und dem derzeitigen Landtage eine diesbezügliche Vorlage machen, oder doch die erforderlichen Vorarbeiten so fördern werde, daß eine baldige Verwirklichung der Institution erhofft werden konnte. Aber bereits das dritte Jahr der gegenwärtigen Wahlperiode war angebrochen, ohne daß Großherzogliche Regierung aus ihrer sei es ablehnenden, sei es zuerwartenden Stellung herausgetreten wäre. Eine Interpellation des Abgeord= neten Köhler( Langsdorf) vom 18. Oftober 1900, worin dieser anfrug, ob noch während des laufenden Etatsjahres eine dem Beschluß der zweiten Kammer vom 7. Juli 1899 entsprechende Regierungsvorlage zu erwarten stehe, wurde bisher unbegreiflicher Weise mit Stillschweigen übergangen Diese Stellung der Großherzoglichen Regierung mußte umsomehr befremden, als inzwischen die Handwerkerorganisation durchgeführt, ein Gesetzentwurf, betreffend die Handelskammern, vorgelegt und damit das auch hier maßgebende Prinzip berufsständiger Organisation voll anerkannt worden ist. Es sahen sich daher Abgeordnete Haas( Darmstadt) und Genossen veranlaßt, die Angelegenheit ihrerseits in Fluß zu bringen und mit ihrem Antrage der hohen Zweiten Rammer Gelegenheit zu geben, die Initiative zu ergreifen, und dem berichtenden Ausschuß erwuchs damit die Aufgabe, dem hohen Hause diejenigen Anträge zu unterbreiten, welche geeignet sind, diese Initiative zu einer nachhaltigen und erfolgreichen zu gestalten. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Die Sigung wird um 8,15 Uhr von Herrn LandDa wir bauliche Veränderungen vornehmen müssen, sind wir genötigt, wegen Raummangel unser grosses Warenlager zu reduzieren und veranstalten wir deshalb einen Ausverkauf beginnend am 21. Juni, in welchem wir auf alle Artikel bei Barzahlung einen Rabatt von 1000 gewähren. In den einzelnen Abteilungen: Damen- und Kinder- Konfektion Kleiderstoffe in Baumwolle und Seide Weisswaren und - Gardinen 1167 Herren- Artikel werden eine Anzahl Waren zu ganz bedeutend ermässigten Preisen ausgelegt, die teilweise weit unterm Fabrikationspreise abgegeben werden. Obige 10% werden auf diese Waren nicht mehr in Abzug gebracht. Die Ausverkaufspreise werden für jeden Käufer ersichtlich sein und haben nur Giltigkeit während der Ausverkaufstage. Aug. Montanus Nachf. Damen- und Herren- Modewaren. Wir bitten unsere Schaufenster zu beachten. Underberg U Buonnkamp t Mang- Bitten Gember 14 H.Undenke Alrecht Neueste Nachrichten. * Sofia, 17. Juni. Nach hier aus Petersburg eindie Proklamation Bulgariens zum Königreich bestimmt getroffener Meldung wird mit Zustimmung Rußlands im Laufe dieses Jahres erfolgen. * Bureau richtet an die sozialistische Partei einen AufBrüssel, 17. Juni. Das internationale sozialistische ruf, indem diese aufgefordert werden, gegen die russischen Brutalitäten, wie sie in Wilna, Pultawa und Odessa durch den Gouverneur von Wahle verübt wurden, zu protestieren. In welcher Weise dies zu geschehen hat, überläßt das Komitee den Parteileitungen der einzelnen. Länder. ersten Male ihren Gemahl amtlich vertreten und zwar London, 17. Juni. Die Königin hat gestern zum anläßlich der Truppenschau in Aldershot. Heute ver. tritt sie den König bei dem Pferderennen in Glasgow. Der Zustand des Königs hat sich bedeutend gebessert. Er muß indeß- noch das Zimmer hüten. Marktbericht. Gießen, 17. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Bfb. 90-1.10 mt. Hühnereier St. 6-7, Enteneier, St. 6-7 Gänseeier 1 St. 10-12 Pfg., Käse per St. 5-7 Pfg., Erbsen per Liter 19 Pfg., Linsen per iter 32 Pfa.. Tauben per Baar M. 0.75 bis 1.00, Hühner per Stüd Mr. 1.00-1.50, Hahnen, per Stüd 1,20-1.80, Enten per Stüd 2.40-2.60, Enteneier 6-7, Gänse p. Bfd. 0.60-0.75 Wt., Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg. Rindfleisch fleisch gesalzen per Bfund 0.84 Bfg., Kalbfleisch per Bfund 66-70 per Pfd. 60-64 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 70-80 Bfg. Schweine Pfg. Hammelfleisch per Pfd. 50-70 Pfg., Kartoffeln per Str. 3,00-4,00 Mt., Zwiebeln per 3t. mr. 7.00-7.50, Milch per Liter 18 Bfg. Gestorbene. Am 16. Juni: Konrad Quandt, 33 Jahre 7 Monate alt, Kaufmann hier. Warnung für Cigarettenraucher! Es eristiren vollständig wertlose Nachahmungen unserer „ Salem AleikumCigaretten. Die ordinäre Qualität dieser Falsifikate ist geeignet, unsere Erzeugniffe zu discreditiren. 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