Nr. 189. Erstes Blatt. Avonnement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ins Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Samstag, den 16. August 1902. Gießener 11. Jahrgang. Infectionsvreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreiſe Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdrucker i, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen Der Kaiser in Düsseldorf. Düsseldorf, 16. August. Der Kaiser traf gestern früh 8 Uhr 40 Min. ein. Auf dem Bahnhof waren die Spigen der Zivil- und Militärbehörden zum Empfange versammelt. Oberbürgermeister Marr begrüßte den Kaiser Namens der Stadt Düsseldorf und gab seiner Freude über den Besuch Ausdruck. Der Kaiser antwortete: Er freue sich, daß es ihm möglich geworden sei, sein Versprechen, Düsseldorf und die Ausstellung zu besuchen, zu erfüllen. Schon damals, als er im Auftrage seines Großvaters als junger Student zur Einweihung des Cornelius- Denkmals nach Düsseldorf gekommen sei, habe er von dem einhelligen Zusammenwirken der Bürgerschaft und der Künstlerschaft den schönsten Eindruck gewonnen. Später habe er im Lauf der Zeit unter den vielen Plänen der Städte, die ihm zur Genehmigung vorgelegt wurden, auch den der Stadt Düsseldorf zu Gesicht bekommen und daraus ersehen fönnen, mit welchem Scharfblick die Stadtverwaltung die Zukunft ins Auge gefaßt, und mit welcher Energie Düsseldorf bemüht sei, in seiner Entwickelung vorwärts zu streben. Es sei ihm deshalb eine große Freude ge= wesen, als er von der großen Ausstellung, die den Blick Europas auf sich lenke, und von der immer weiter schreitenden Entwickelung der Stadt erfahren habe, die in großem Maßstabe ihren Hafen anlegte und ihre Rheinufer ausbaute. Die Stadt Düsseldorf sei auch eine derjenigen Städte, die jeden von der Nüßlichkeit der großen Wasserstraßen überzeugen müsse. Der Kaiser sprach dann der Stadt Düsseldorf seinen Dank dafür aus, daß sie den neuen Park am schönen deutschen Rheinstrom nach seinem Namen benennen wolle. Er wünsche von ganzem Herzen den Segen Gottes für die Weiterentwickelung der Stadt. Nach seiner Rede ließ sich der Kaiser Bürgermeister Feistel und einige Herren des Stadtverordneten Kollegiums vorstellen. Dann erfolgte der Einzug in die festlich geschmückte Stadt. In der Ausstellung angekommen, wurde der Kaiser im Kuppelsaale des Industriepalastes von dem Vorstande der Ausstellung feierlich begrüßt. Hieran schloß sich ein längerer Rundgang. Besichtigt wurde die In dustriehalle, die Ausstellung des bergbaulichen Vereins, die Haupt- Maschinenhalle und die Kunstausstellung. In letterer interessierte sich der Kaiser namentlich für die kunsthistorische Abteilung. Alsdann begab sich der In eigener Sache Richter. Roman von L. Haidheim. ( Nachdruck verboten.) ( Fortsetzung.) Wenige Tage später erzählte Frau von Wazlaw, die Oberhofmeisterin habe ihr sehr entzückt von Obern geschrieben, derselbe habe ihr seinen Besuch gemacht, ich auch bereits durch seine fabelhaft genaue Kenntnis aller Wiener Bezugsquellen sehr nüßlich gemacht. Maria und Gorzberg seien ebenfalls sehr von ihm eingenommen u. s. w. Joseph Ebern wußte offenbar feine Chancen zu benußen. Frau von Wazlaws mühjam beherrschte Verstimmung uber die Art, wie man sie gänzlich beiseite schob, war überdies plößlich einer leidenschaftlichen Freude und Aufregung gewichen. Die Hochzeit war festgesezt- Gorzbergs alte Mutter bestand darauf, fie in ihrer Villa zu feiern im fleinen aber auserlesenen Freundeskreise und Frau von Wazlam war dazu von der alten Dame in einem sehr herzlichen Briefe eingeladen, wie dies ja nicht anders erwartet werden konnte. Die ersten Maitage waren gekommen. Brieflich wußte man, die Oberhofmeisterin und Maria waren wieder in Prag und die Einladungen zur Hochzeit schon ergangen. Niemand hatte die Frohbergs eingeladen und sie durften sich wohl einigermaßen vernachlässigt fühlen; der Meinung war Graf Koloniz sehr entschieden, da er aber zu dieser Hochzeit nicht hätte kommen können, tröstete Lischa sich schnell. Der Frühling brachte jest wieder viel Arbeiten in Gang, die der alte Graf noch hatte beginnen lassen; unmittelbar hinter dem Park gab es eine fumpfige Wiese, welche entwässert wurde. Burkard interessierte die Arbeit, weil sie ganz ebenso ein zu seinem Besiz gehörendes Terrain aufbessern fonnte. Er stand in hohen Wasserstiefeln den ganzen Tag neben dem Wiesenbauer und lernte von dem tüchtigen Manne mit Lust und Behagen. Ach, wie ihm diese Arbeit wohl that. Ueber all seine Verstimmung fam er hinweg, die inneren Fesseln lösten sich, er fühlte fich wieder frei und wohl und das erquickende Bewußtsein in feiner eigenen Entwickelung und Tüchtigkeit Fortschritte gemacht zu haben, erfüllte ihn. In der legten Ecke des vernachlässigten Parkes, wo dieser durch eine niedrige Mauer von dem Sumpfterrain getrennt wurde, gab es eine Anhöhe, welche ein alter ruinenhafter Tempel mit einigen Säulen aus Sandstein krönte und dessen Mitte ein recht verwitterter antiker Altar mit Traueremblemen stand. Staiser zum Krupp'schen Pavillon, wo er von Excellenz Strupp persönlich erwartet und begrüßt wurde. Ferner besichtigte der Keiser noch das Panorama von Gaub und die Ausstellung des Bochumer Vereins, um sich dann auf das Dampfschiff zu begeben. Hier verabs schiedete sich der Kaiser von Geheimrätin Lueg mit dem Bemerken: Telegraphieren Sie meinem Sohne, dem Kronprinzen, als Protektor der Ausstellung, daß ich von derselben hochbefriedigt bin. Unter begeisterten Hochrufen der zahlreichen Menge fuhr das Schiff dann stromaufwärts, wobei der Kaiser vom Schiff aus eine Parade über die Rheinflotille abnahm. Von der Landungsstelle aus fuhr der Kaiser zu Wagen nach dem Hauptbahnhofe, wo er mittelst Sonderzuges um 1 Uhr 15 Minuten die Weiterreise antrat. Zur Rheinfahrt des Kaisers. Bingen, 15. Auguft. Der Kaiser traf gestern Abend um 8 Uhr hier mit der„ Augusta Victoria" ein, von den Tausenden an beiden Ufern Stehenden mit Hochrufen begrüßt. Nachdem der Monarch den ihm mit der„ Hassia" bis Bingen entgegengefahrenen Großherzog von Hessen an Bord genommen hatte, fuhr er weiter bis Mainz. Die beiden Rheinufer von Bingen und Rüdesheim an aufwärts waren herrlich beleuchtet. Sehr romantisch nahmen sich die auf den Höhen angezündeten Feuer, sowie die Beleuchtung des National Denkmals aus.- Der Kaiser kam um 10 Uhr Abends in Mainz an. Die Ufer an der Stadtseite und die Schiffe waren glänzend beleuchtet. Der Kaiser sprach sich hochbefriedigt über die Fahrt aus, die eine fortgesetzte Kette von Ovationen gewesen sei. Als der Kaiser mit dem Großherzog zum Schloße fuhr, brach die Menge in jubelnde Hochrufe aus. Heute kommen die Schwestern des Kaisers zur Parade in Mainz an. Mainz, 16. August. Nach seiner Ankunft im Schloß empfing der Großherzog den Provinzial- Direktor Geheimrat Freiherrn von Gagern und den Oberbürgermeister Dr. Gaßner. Von dem ursprünglichen Plan, dem Kaiser in einem Dampfer entgegenzufahren, sah der Großherzog ab. Bei Einbruch der Dunkelheit iQuBei Einbruch der Dunkelheit illuminierten viele Häuser, namentlich waren die Gebäude am Rheinufer, die angrenzenden Straßen und Plätze herrlich beleuchtet. Von der Ingelheimer Au bis zum Landungsbock bildeten mächtige Scheiterhaufen und unzähliche Bechfackeln eine gewaltige Feuerlinie. Den kurzen Weg vom Landungsbock bis zum großherzoglichen Schloß beleuchteten 1500 Lampions, eine Menge Welchem Zwecke der kleine Tempelbau einst gedient haben mochte, wußte niemand; vielleicht fam jahraus, jahrein nie eine Scele dahin. Heure, während die Arbeiter ihre Nachmittagspause hielten und vesperten, hatte Burkard sich hierher zurückgezogen, um seine Cigarre zu rauchen und eine die Arbeit betreffende Berechnung zu machen. Als er von seinen Zahlen gedankenvoll aufblickte, weil die Nachtigall in der Nähe gar so eifrig sang und ihm dabei das volle Frühlingsgefühl so recht zum Bewußtsein kam, sah er mit einem gewissen Erstaunen, aber doch völlig gleichgültig auf der nahe vorüberführenden Chaussee einen Wagen halten und ein weibliches Wesen aussteigen. Schlanke Gestalt!" dachte er. " Gewiß jemand aus dem Dorfe." Er sah schon wieder auf seine Zahlen und rechnete. Dann blickte er doch noch einmal wieder auf- ganz in das Erempel vertieft. Er dachte an die Frau oder das Mädchen garnicht. Blöglich sah er sie auf dem Wege daherkommen, der vom Dorfe ab und hinter der Parkmauer herführte. Völlig gleichgültig sahen seine Blicke an ihr vorbei. Da plöglich schärften sie sich, er richtete sich gerade, starrte auf die kommende. War es denn möglich?- Unsinn!- Das konnte doch richt Maria? Maria! Blaß, verstört, angstvoll aussehend. Er war emporgeschnellt, trat an die Mauer- sie sah ihn - er sie- Träumite ihm? Wurde er verrückt? Maria von Wazlaw? Ganz vornehm einfach gekleidet. " Burkard! Burkard! Sie schickt mir Gott! Schnell, schnell, öffnen Sie mir die Thür! O, Gott, Burkard, welcher Segen!" Sie rief es ihm leise zu in sichtlicher großer Aufregung, sehr blaß aber doch so bestimmt, daß er im ersten Moment eher sich für unzurechnungsfähig hielt, als daß er über sie erschrocken wäre. Eine halbe Minute später schlüpfte sie durch die Thür in der Mauer, die er benugte, um zu den Arbeitern zu kommen. Jest sah er, sie bebte an allen Gliedern, fein Tropfen Blut war in ihrem Gesicht. Sie trug einen dunklen Anzug troß der Wärme. Sie nahm seine Hand, sog ihn rajch, wortlos um ein Gebüsch nach jener verfallenen Steinbank am Teiche, wo sie am ersten Morgen mit Joseph Ebern und ihrer Mutter geplaudert. Da janf fie nieder. Hier sieht uns feiner von den Leuten, Burkard! um Gott, sehen Sie mich nicht so verstört an. Sie werden mich ihne doch nicht ausliefern? Großer Gott. Sie sind ja meine einzige Rettung. Der Bogenlampen und die Glühlicht- Guirlanden. Deutschhaus- Platz vor dem Schloß ist prächtig mit Blumen, Tannengrün, Palmengruppen und Flaggen geschmückt und durch kunstvolle Beleuchtungs- Effekte wundervoll belebt. Den Hintergrund des Plazes nimmt ein gewaltiges Reichswappen ein, um das sich in elektrischem Licht erstrahlendeGuirlanden aus Blumenförben schmiegen. Íleber dem großen Schloßplatz und der Schloßkaserne leuchten in magischem Scheine elektrische Bogenlampen. Die Kuppel vom Neubau der Christuskirche aus bietet ein wirkungsvolles Bild. Im Gefolge des Kaisers befinden sich Oberhofmarschall Graf zu Gulenburg, Kommandeur des Hauptquartiers General der Infanterie v. Blessen, Generalmajor General à la suite v. Löwenfeld, FlügelAdjutant Hauptmann v. Friedeburg, Hofmarschall Freiherr v. Trotha, Oberstallmeister Graf Wedel, Leibarzt Oberstabsarzt Dr. Julberg. Die deutsche Burschenschaft und die Duellfrage. Nicht ohne Interesse für die Oeffentlichkeit ist, was auf dem letzten Burschentage der deutschen Burschenschaft in Eisenach beschlossen wurde. Die Beratung ergab neue Bestimmungen über die Ehrengeseße und 3meikampfregeln, welche der Säbelmenfur an und für sich, wie auch dem Kartellträger und Chrengericht eine erhöhte Bedeutung verleihen. Die neubearbeitete ,, Ehrenordnung" tritt mit dem 1. Oftober 1902 in Kraft und ist bindend für sämtliche Burschenschaften der„ Deutschen Burschenschaft". Es wird darüber gemeldet: Die Bejahung der Anfrage, ob die Neugestaltung der schwersten Säbelmensur( bis zur Kampfunfähigkeit) im stande sei, auch bei den schwersten Beleidigungen die Pistolenmensur zu ersetzen, ebnete folgendem Antrag den Weg: Die Deutsche Burschenschaft wolle versuchen, eine einheitliche Bewegung der satisfaftionsgebenden und nehmenden deutschen Studentenschaft zu veranlassen, welche den Zweck haben soll, eine Adresse an das deutsche Offizierkorps, bezw. an den preußischen Kriegsminister oder an sämtliche Kriegsminister der einzelnen Bundesstaaten zu richten, des Inhalts, daß bei Streitigkeiten zwischen Offizieren und Studenten, bezw. ehemaligen Studenten, auch von seiten des Offizierkorps der Säbel als genügende Sühne für Beleidigungen anerkannt wird, die Pistole dagegen nur bei Unfähigkeit des einen Teiles zur Führung der Burkard ich bin entsiohen, bin heimlich fort!- Ich kann ihn Burtarb! nicht heiraten, den alten Mann, ich fanns nicht Lieber sterben! Aber das Sterben ist so schrecklich! Ich wollt's wollt' in die Donau! Aber nein, nein, wie hätte ich bat möglich machen sollen? Sie waren immer bei mir- feine Minute allein und wenn ich dachte: so schredlich zu ertrinfen! Ich fonnt es mir garnicht vorstellen, dann wußt' ich, ich würbe nie den Mut. O Gott, Burkard, Sie müssen mich retten, mich beschügen!" Und vor dem völlig Bestürzten lag sie auf der Erbe auf den Knien und flehte ihn an thränenlos, aber mit Augen, aus denen die wildeste Angst schrie. Maria! Maria! Sie sind entflohen?" stammelte er. " Ja, ja! Heimlich! Aus der Messe hab' ich mich wegge schlichen in einen Mietwagen zur Bahn;- ich hatte es mic alles ausgedacht. Wenn heute Mama in Brag antam, dann war ich rettungslos verloren; sie hätte mich gebunden an den Altar geschleppt! Ach, die Aermſte, sie war so selig! Aber ich- to ich fonnte ihn nicht heiraten-! Jeben Tag warb' er mir widerwärtiger- und daß alle Welt mir glidwünschte unb mich anlächelte und in allen Augen las ich: Wie kann sie es nur thun?" Bebend lehnte fie neben ihn auf der Bank. Instinktiv war er möglichst weit von ihr fortgerückt, denn er wußte- eine einzige er burfte Sefunde fich vergessen und er war-. Nein, nein diese haltlose Verzweiflung nicht benugen. - So hatte er sie von den Knien emporgezogen und stand num vor ihr, finsterer als je, die Zähne zusammenbeißend. " Und niemand weiß wo Sie find?" fragte er. " Niemand! Sie werden mich in ganz Prag, in der Molbau fuchen. An Strapolno denken sie nicht; daß eine Tochter vor ber Mutter flieht das träumen fie nicht." „ Aber sie müssen es sofort wissen! Gott im Himmel wie fonnten Sie?" Wie ich das fonnte? Das begreifen Sie nicht, ber außer sich war- Meinen Sie, ich hätte damals, als Sie mi besuchten, nicht gesehen wie empört Sie waren, daß ich ben alten Mann nahm, nur weil er reich und vornehm war? Ihr Bli bat fich in meine Seele eingebrannt; Sie verachteten das Mäbchen. das sich verkauft. Erst machte ich mir nichts daraus- aber nach und nach, als ich begriff was das heißt-! O, ihr Bele ligen, was hab' ich gelitten! Und jest müssen Sie mich retten Sie müssen! Ich fann ich fann es nicht tann ihn nicht nehmen. Und Sie sind der Stellvertreter des Familienoberhaupted. Sie müssen für mich eintreten-." - ( Fortseßung folgt.) 1 ordnung gerathen, ihr Herz pochte heftig Seite gegen hatte. Renates Hand, die sie erfaßt und an isoch nicht so," flüsterte lein beruhigendem Tone. Meta, liebe Meta, zittere Ich sehe nirgends Je Es war ein Reine Antmort Landstreicher, nicht wahr? rührte er Dich an? und Du bist ja jetzt in Sicherheit. chauder gin zimmer standen sie f Treppe hinauf gehen. still. einer halben Stunde eine über diese Thorheit hinweg kommen. Vor der Thür von Metas Schlafmit einem erzwungenen Lächeln ,,, ich werde besser allein Ich will Dich nicht zurückhalten, Liebe," sagte diese in bringe mir liebe Bitte, eh, mels mentswidrigen Streich? Rüge befottraen haben mag sache ist, daß der Regen dann plößlich ein Ende nahm blieben, was sich bald darauf im Maschinenhaus des Himrauf der Himme Es ist selbst den Astronomen bis heute unbekannt gewder hat ihn Reue erfaßt über seinen regleHistorisch beglaubigte Thathat der Wettergott eine Min Ja, was, Mein" und ,, Dein" ist, begreife ich, aber den Unterschied nicht So? ial Du," ich schlage Barte, ich will's Dir erklären. legt meinen Kopf zweite mal ein Schafskopf. Nun, das erste Mal war's mein Beim zweiten Schlage flatschte so!... und nun Begreifst Du Siehst Deinen es ziemlich start. blanken Waffe zur Anwendung kommen soll." Der| Bayer. Landesztg." fleiden, was zu erwarten war, ihre Kritik, die Sozialdemokratie( Potsdam- Westhavelland, wo an Antrag fand ungeteilten Beifall der deutschen Burschen- des Telegramms in sehr scharfe Formen. schaft und gelangte zur Annahme. Von fachmännischer Sette wird uns hierzu geschrieben: Dieser Entschluß der deutschen Burschenschaft findet auch in Studentenkreisen viel Anerkennung. Der Laie wird vielleicht vor dem schrecklich klingenden Wort„ Kampfunfähigkeit" zurückschrecken. Kampfunfähigkeit bedeutet weiter nichts als eine Abfuhr. Eine Abfuhr bedingt immer nach längerer oder fürzerer Zeit entweder durch Blutverlust oder durch Knochendefekt oder durch Erschlaffung des Armes infolge durchschlagener Muskeln die Kampfunfähigkeit. Lebensgefährlich braucht eine solche Verlegung längst noch nicht zu sein. Der große Unterschied zwischen einem Pistolen- und Säbelduell ist ferner noch der: 1) ist ein Pistolenduell, wenigstens in der Art, wie es in Studentenkreisen gehandhabt wird, vielzusehr Sache des blinden Glückes, 2.) bleibt überhaupt einem Kontrahenten, der„ knippsen" muß, viel zu wenig Zeit, auch nur einigermaßen Pistolenschießen zu lernen. 3.) bleiben einem Säbelduellanten 6 Wochen Zeit, sich die nötige Geschicklichkeit im Fechten anzueignen. Nüßt er diese Zeit gründlich aus, so fann er ungefähr sicher sein, daß ihm nichts menschliches" passiert. 4.) kommt bei einer Säbelmensur der Sekundant hinzu, der erfahrungsgemäß etwa doppelt so viel wert ist, wie gründliche Kenntnis im Fechten. Der kulturelle Fortschritt, den die deutsche Burschenschaft mit dieser Neuerung bringt, ist ja nicht sehr groß immerhin aber sehr anerkennenswert. Der Duellgegner wird nach wie vor sagen: Es ist gleich, ob man eine Thorheit durch die andere ersetzt. In Offizierskreisen wird das Säbelduell aus dem Grunde feinen Anklang finden, weil im Duell erhaltene Wunden unter die Rubrik der schwer bestraften ,, Selbstverstümmelung" fallen. Aus diesem Grunde geht man wohl hauptsächlich in Offizierskreisen lieber ,, aufs Ganze." Politische Nachrichten. Der Kaiser traf auf seiner Rheinfahrt um 3.50 Uhr in Koblenz ein und begab sich zu Wagen durch die Rheinanlagen nach dem Rheinufer; das Kaiserschiff fuhr um 4.10 Uhr ab. Der Kaiser stand auf dem Radkasten und erwiderte fortwährend die Grüße der an beiden Ufern Stehenden. Die Deputation russischer Offiziere, welche auf Einladung des Kaisers der Kaiser- Parade in Posen und dem sich hieran anschließenden Kaiser- Diner als Gäste des Kaisers beiwohnen werden, wird 30 Mann stark sein und unter Führung des Gouverneurs von Warschau am 1. September in Posen eintreffen. Zu der Depesche des Kaisers an den Prinz regenten feien noch einige süddeutsche Breßstimmen erwähnt. In großer Erregung benutzt der ultramontane " Bayerische Kourier" das Telegramm zur Polemik gegen die bayerische Regierung. Er betont gleichzeitig:" Der Deutsche Reichstag wird nicht umhin fönnen, Stellung zu diesem Telegramm zu nehmen; denn die Konsequenzen, die man aus dem Kaisertelegramm ziehen kann, sind für das Verhältnis der Bundesstaaten zueinander überaus bedenklich." " - Die Kaiserin mit der Prinzessin Viktoria Louise und dem Prinzen Joachim traf gestern Vormittag furz nach 8 Uhr in Homburg ein und begab sich sofort zu Wagen nach dem föniglichen Schloß. Die Kaiserin muß ihrem verlegten Fuß noch Schonung auferlegen. Der Bug hielt nicht vor dem Kaiser Pavillon sondern in dem Innern des Bahnhofes. Die Kaiserin ging von ihrem Salonwagen nach der Equipage auf einen Stock gestützt Auf dem Berron begrüßte sie noch ihre Tante, die Prinzessin Henriette von Schleswig- Holstein und deren Gemahl der Professor Esmarch aus Kiel, welche zur Kur hier sind. Die Straßen vom Bahnhofe nach dem Schloß waren heute Vormittag bereits festlich geschmückt. Das klerikale Neue Münchener Tagebl." erklärt, daß das bayerische Zentrum nur noch unbeugsamer und ener= gischer in seiner Opposition gegen das Ministerium Crailsheim beharren werde. Die Blätter des ausgesprochenen Partitularismus, wie das„ Bayer. Vaterland" und die„ Neue L gestern ihr Ende. Der Kronprinz trifft morgen Sonn- Die Vogesenfahrt des Kronprinzen erreichte tag in Homburg v. d. H. ein, um daselbst mit seinen Eltern und Geschwistern zusammenzutreffen. Berlin, 15. August. Der Magistrat befaßte sich in seiner heutigen Sitzung mit den Empfangs- Feierlich feiten und der Ausschmückung der Straßen anläßlich der Ankunft des Königs von Italien. Das Brandenburger Thor wird mit Fahnen und Laubgewinden geschmückt. Der Pariser Plaz soll an vier Stellen dekorativen Schmuck erhalten. Der Platz vor dem Brandenburger Thor, wo die städtischen Behörden den König begrüßen werden, soll mit niedrigen Podien ausgestattet werden. Der Großherzog von Hessen traf gestern Nachmittag um 3 Uhr 26 Min. bei schönstem Wetter mittels Sonderzug auf dem reichgeschmückten Bahnhof zu Mainz ein. In seinem Gefolge befanden sich der Oberhof- Marschall von Westerweller, Oberst v. Wachter, Oberstleutnant von Röder und Rittmeister v. Krämer. Zum Empfange hatten sich eingefunden Oberstallmeister von Wedel und Eisenbahn- Präsident Breidenbach. Der Großherzog fuhr in offenem Zweispänner durch die herrlich geschmückten Straßen unter freudigen Zurufen der zahlreich anwesenden Menge nach dem Schloße. Sprengen der bind Stimmen erhielten fall der Stichwahl fidh Bündler und und ob die Romp Stelle b. Loebells der Sozialdemokrat Peus den schon früher von ihm vertretenen Kreis zurückgewann.) Dafür wurde aber ein neues Mandat von den Nationalliberalen erobert, das von Emden- Norden. Der Reichspartei wurden die beiden langjährigen Abgg. Frhr. b. Stumm- Halberg und von Dziembowski- Bomst durch den Tod entrissen. Beide Wahlkreise sind bei den Er satzwahlen der Partet verloren gegangen. Für den berstorbenen Freiherrn v. Stumm- Halberg wurde der nationalliberale Abgeordnete Prieze gewählt, und für Dziembowski der Conservative v. Gersdorff. Centrum hatte zehn Ersazwahlen, die bis auf zwei noch unerledigte keine Besitzveränderungen brachten. 3wei neue Mandate gewann die Partei vom bayrischen Bauernbunde. Die welfischen Gentrums- Hospitanten büßten zwei Mandate ein. Die Nationalliberalen hatten zehn Nachwahlen. Dabei sind sieben Mandate behauptet worden, eines ging an die Conservativen verloren und eines an die Sozialdemokraten bei der Ersatzwahl für Dr. Lehr in Döbeln. Außer dem Zuwachse eines bisher reichsparteilichen Mandats ge= vom Bunde der Landwirte( Einbeck- Northeim), zwei von wannen die Nationalliberalen im Kampfe ein Mandat den Welf.n( Melle- Diepholz und Celle- Gifhorn) und zwei von den Sozialdemokraten( Kalbe- Aschersleben und Mülhausen). Die Freisinnige Vereinigung hatte eine Nachwahl, bei der Dr. Siemens durch Dr. Barth ersetzt wurde, und gewann einen Sitz von den Conservativen. Die Freisinnige Volkspartei verlor in drei Nachwahlen einen Sitz an die Sozialdemokratie, zwei wurden behouptet. Die Deutsche Volkspartei verlor ein Mandat an die Sozialdemokratie. Die Sozialdemokraten verloren bei den Nachwahlen zwei Mandate, gewannen aber dafür vier, je eines von der Freisinnigen und der Süddeutschen Volkspartei. Die Zahl der Mandate ist demnach unverändert geblieben bei den Conservativen und beim Centrum; Verluste haben erlitten die Reichspartei, die Freisinnige Volkspartei und die Deutsche Volkspartei; gewachsen ist die Vertretung der Sozialdemokratie um 2, der Freisinnigen Vereinigung um 1 und der Nationalliberalen um 3 Mandate. Ungewöhnlich groß ist in der letzten Legislaturperiode die Zahl der Reichstagserfatwahlen gewesen. Im Ganzen sind von den 1898 gewählten 397 Abgeordneten inzwischen 47 in Folge Todes oder aus anderen Gründen aus dem Reichstage wieder ausstande der Parteien, die in der„ Karlsruher 3tg." vergeschieden. Einer Uebersicht der Veränderungen im Beöffentlicht wird, sind folgende Angaben entnommen: An deutsch- konservativen Mandaten wurden im Laufe der Legislaturperiode fünf frei: zwei davon gingen im Kampfe verloren, eines an den Freisinn ( Stralsund- Greifswald, wo statt des verstorbenen Abg. v. Bismarck- Bohlen Gothein gewählt wurde), eines an ミル! Gu: Hemmelmark bei Eckernförde, ommerfitz des Prinzen Heinrich. ftehen. Buin Streit d Baris, 15, 2 eine Anzahl Abg δι zu berfolgen, m gationen gegen b reiche Privatper Bericht geftellt we Paris, 15. Au fchiedenen Gemet Swischenfall gefchl die Amtsfiegel w fchwestern bon der bie Schulen zurüd Neue en einer Depesche aus Johannesburg, das abfichtige, den Haf bauen und dafür d die Erstattung der veränität Portuga Lorenzo Marquez Giessen ** Das Regie 14. Auguft enthält für Minderbem Blattes, ausgegebe über die öffent kreise Forchheim- Kulmbach wurden 15,669 Stimmen - Bei der Reichstagsersatzwahl im Wahlabgegeben. Es erhielten Zöllner( Centr.) 6099, Faber( N.) 3946, Weilnböck( B. d. 2) 3520 Deinhardt( Soz.) 1766. Wölfel( Bayer. B.) 306 Stimmen. Ungiltig oder zersplittert 32 Stimmen. Hiernach ist Stichwahl zwischen Zöllner und Faber nötig. nationale, 3228 freisinnige, 5218 Zentrums- und 1493 Bei der Hauptwahl von 1898 wurden abgegeben 6045 sozialdemokratische Stimmen; in der Stichwahl siegte dann das Zentrum mit 9490 gegen 8262 nationalliberale Stimmen. wachs von über 800 Stimmen und die Sozialdemokraten Diesmal haben das Zentrum in der ersten Wahl einem Zueinen solchen ron 273 Stimmen erhalten. Das hervorstechendste Resultat des ersten Wahlganges ist jedoch die Verschiebung, die bei den Nationalliberalen eingetreten ist. Obgleich diesmal die Freisinnigen mit den Nationalliberalen zusammengingen, haben diese 2100 Stimmen wenig r erhalten als 1898. Der Grund hierfür liegt in dem Ab17735 25 Das Gut Hemmelmark bei Eckernförde an der Ostsee gelegen, ist Eigentum des Prinzen Heinrich, der mit seiner Familie dort gern in ländlicher Zurückgezogenheit weilt. Es handelt sich da nicht um ein stolzes Schloß am Meere, sondern um ein wohlerhaltenes, aber bescheidenes Haus, das der prinzlichen Familie ein liebgewordenes Heim bietet. Das Gut Hemmelmark ist neuerdings mit dem vom Prinzen angekauften Gute Luisenberg zu einer ansehnlichen Besitzung vereinigt worden. * Ein Trauerspiel aus dem Leben. Vor wenigen Wochen war in Budapest der Bräutigam der Blumenmacherin İda Fürst gestorben, wenige Stunden bevor das Paar fürs Leben vereint werden solte. Alltäglich seit dem Tode des jungen Mannes ging das Mädchen in der Abendstunde auf den Friedhof hinaus, um am Grabe des Geliebten zu beten. Für den größten Teil ihres fargen Verdienstes kaufte sie Blumen und Bouquetts, um damit das Grab zu zieren. Für den Rest ihrer Eisparnisse ließ sie dem jungen Mann einen Grabstein setzen. Vorgestern Abend kam das Mädchen wie gewöhnlich auf den Friedhof. Mit den Blumen, die sie mitgebracht hatte, wollte sie den Grabstein bekränzen. Als sie den Kranz un den Marmor winden wollte, stürzte der Stein um und begrub das Mädchen unter sich. Wenige Stunden darnach erlag sie den erlittenen Verlegungen. Ihr letzter Wunsch, mit ihrem Bräutigam im Tode vereint zu sein, war erfüllt. = * Nagde führung der hi diefer Woche bego den Anfangsarbei schon Mitte nächste lichen Entwäfferu gleichen werden auch die erften Sta Bei beiden Bauftre Baugrund gestoße tragfähige Unterla Arbeitseinrichtung mehrt. Außerde auf einer dritten hinter Café Ebel Wir erhal teilung: König C birger hatten es daß er an eine ecblidte. Die bof dem König Edu Entzündung eine feine Strönung chwarzen dann doch am würdige, Wahlb ** Heinr. Kramer feinem Mitjubila herzlichst zu gratul wie Webercajchun Brief, trägt linte -rechts den Ort der Dant in fol druckten Wortlaut The Private Herr Heinric congratulation Coronation. 14. zu deutsch: Der Heinrich Krame brief gelegentlich Was uns an dem B vate Secretary den fchreiben, was uns Engländer und gedantt hat. = Die Enth Geländes schreitet bis 50 Mann uni W Ge Einem geeh Sp verbunden mit na verlegt ha Abnehmer und 2 Es wird Der prakti MAGGI'S KREUZ- STERN S sprengen der bündlerischen Elemente, die zusammen 3800 1 Stimmen erhielten, von den Nationalliberalen. Der Ausfall der Stichwahl wird hauptsächlich davon abhängen, ob sich Bündler und Nationalliberale wieder zusammenfinden und ob die Kompromißler ihre Reserven heranzuziehen verstehen. Zum Streit der Klerikalen in Frankreich gegen die Regierung. Paris, 15. August. Die Regierung hat beschlossen, eine Anzahl Abgeordnete und Bürgermeister gerichtlich zu verfolgen, weil sie dem Widerstand der Congregationen gegen die Regierung zugestimmt haben. Zahl reiche Privatpersonen sollen gleichfalls deshalb vor Gericht gestellt werden. Paris, 15. August. Gestern Abend wurden in verschiedenen Gemeinden die Ordensschulen ohne jeden Zwischenfall geschlossen. In drei Gemeinden wurden die Amtssiegel wieder abgerissen und die Ordensschwestern von der Bevölkerung mit Gewalt wieder in die Schulen zurückgeführt. belland, wo an Beus den schon fgewann.) Dafür n den National en. Der Reichs rigen Abgg. Fehr omati- Bomit durd find bei den G Jen. Für den be berg wurde der gewählt, und fü Gersdorff. Das die bis auf zwei rungen brachten. Cet bom bayrischen rums- Hofpitanten onalliberalen fieben Mandate Conserbatiben ber caten bei der Gr Außer dem Zu en Mandate ge mpfe ein Mandat theim), zwei bon Te- Gifhorn) und Aschersleben und Bereinigung Lemens durch Di en Sitz von den Volkspartei an die Sozial Die Deutsche an die Sozial en verloren bei nnen aber dafür der Süddeutschen ist demnach un tiben und beim Reichspartei, die iche Volkspartei; demokratie um d der Nationalal im Wahl5,669 Stimmen 99, Faber( N) rdt( Soz.) 1766. ngiltig oder zer tichwahl zwischen en abgegeben 6045 rums: und 1493 hwahl siegte dann lliberale Stimmen. Wahl einem ZuSozialdemokraten 7. Das hervor t jedoch die Ver getreten ist. Db. Nationalliberalen men wenig r er liegt in dem Abmelmart Förde Eigentum des seiner Familie Surückgezogenheit da nicht um ein , sondern um ein scheidenes Haus, Familie ein lieb Das Gut Hemmel em vom Prinzen enberg zu einer ereinigt worden. aus dem Leben. var in Budapest enmacherin Ida Stunden bevor vereint werden dem Tode des Mädchen in Friedhof hinaus, ebten zu beten. gres fargen Ver und Bouquetts, zieren. Für den ß sie dem jungen egen. Borgeftern en wie gewöhnlich den Blumen, die llte fie den Grabe den Kranz un wollte, stürzte der 6 das Mädchen nden darnach er erlegungen. 3hr am Bräutigam im ar erfüllt. - Neue englische Pläne in Südafrika. Nach einer Depesche aus London meldet die„ Morning Post" aus Johannesburg, das Gerücht, daß die britische Regierung beabsichtige, den Hafen der Delagoa- Bai vollständig umzubauen und dafür die Eisenbahn und Bölle als Garantie für die Erstattung der Kosten zu übernehmen, wobei die Souveränität Portugals erhalten bleibe. Milners Reise nach Lorenzo Marquez soll hiermit in Zusammenhang stehen. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Das Regierungsblatt Nr. 53, ausgegeben am 14. August enthält: Gesetz, die Wohnungsfürsorge für Minderbemittelte betr. Nr. 54 desselben Blattes, ausgegeben am 15. August, enthält das Gesetz über die öffentlichen Sparkassen. =* Nachdem, wie wir schon gemeldet, die Ausführung der hiesigen städtischen Sielbauten Anfang dieser Woche begonnen hat, zeigt sich im Verhältnis zu den Anfangsarbeiten eine rege Arbeitsthätigkeit, sodaß schon Mitte nächster Woche der Grundstein zur einheitlichen Entwässerung Gießens gelegt werden kann. Des gleichen werden wahrscheinlich Anfang nächster Woche auch die ersten Kanalrohre für die Regenkanäle verlegt. Bei beiden Baustrecken ist man auf mindertragfähigen Baugrund gestoßen und wird zunächst eine geeignete tragfähige Unterlage geschafft. Mit dem Fortschritt der Arbeitseinrichtungen wird auch die Arbeiterzahl vermehrt. Außerdem soll nächste Woche, wie wir hören, auf einer dritten Baustelle, und zwar im Stadtbachbette hinter Café Ebel, angefangen werden. ** Wir erhalten von einem Leser folgende Mitteilung: König Eduards Dank. Einem unserer Mitbürger hatten es die Schicksalsgöttinnen zugesponnen, einem 9. August das Licht der Welt erblickte. Die bösen Nornen hatten es nun andererseits dem König Eduard zugedacht, daß er infolge der Entzündung einer kleinen wurmförmigen Darmschlinge feine Strönung aufschieben mußte und sie trotz der schwarzen Weissagung einer braunen Zigeunerin dann doch am 9. August feiern konnte. Diese merkwürdige ,, Wahlverwandschaft" veranlaßte Herrn Friseur Heinr. Kramer hier, geboren am 9. August 18... seinem Mitjubilanten Eduard, König von England, herzlichst zu gratulieren. Zu seiner ebenso großen Freude wie Ueberraschung traf heute die Antwort ein. Ein Brief, trägt links in rotem Druck Eduards Wappen rechts den Ort: Buckingham Palace. Darunter folgt der Dank in folgendem teils geschriebenen, teils gedruckten Wortlaut: The Private Secretary is commanded to thank Herr Heinrich Cramer for his kind letter of congratulation upon the occasion of his Majesty's Coronation. 14. Aug. 1902. zu deutsch: Der Privatsekretär hat den Auftrag, Herrn Heinrich Kramer für seinen freundlichen Gratulationsbrief gelegentlich der Krönung Sr. Majestät zu danken. Was uns an dem Brief nicht wundert, ist, daß der Herr Private Secretary den Fehler macht, Herr statt Herrn zu schreiben, was uns gewundert hat, ist, daß der König der Engländer und Kaiser der Indier geantwortet und gedankt hat. = * Die Entwässerung des Provinzial- Siechenanstalt Geländes schreitet rüstig vor. Beschäftigt sind etwa 40 bis 50 Mann und gedenkt man in etwa 14 Tagen fertig zu sein, sodaß die gärtnerischen Anlagen über den stanalgräben bis zur auf den 1. Oktober angesezten Eröffnung der Anstalt fertiggestellt werden können. ** In den Ruhestand wurde versetzt der Bahnmeister in der Hessisch- Preußischen Eisenbahngemeinschaft Konrad Bischoff zu Lauterbach mit Wirkung vom 1. Oftober an. ** Main- Neckarbahn. Die Darstellung der vorläufigen Ergebnisse des Betriebs der Main- Neckar- Bahn und der an dieselbe anschließenden hessischen Nebenbahnen im Monat Juli 1902 ergab, daß die MainNeckarbahn gegen den gleichen Monat des Vorjahres im Personen- und im Güterverkehr einen Einnahmezuwachs zu verzeichnen hatte. Bei den drei der Main- Neckar- Bahn unterstellten Nebenbahnen ist im Personenverkehr eine Mehreinnahme, im Güterverkehr eine geringe Mindereinnahme nachzuweisen. Aus Hessen und Nachbargebieten. h. Heuchelheim, 16. Aug. Die Obstpflanzung an der Rodheimer Straße wird sich in diesem Jahre reichlich rentiren. Jeder Baum bringt seine Früchte. Sämtliche Bäume aber, die an der Seite der Bieberthalbahn stehen, sind durch weg an einer Seite vom Rauch der Maschine angeschwärzt. Blätter und Früchte sind von einer dicken Schicht schwarzen Rußes überzogen, die sich deutlich von dem sonst so wohl gefälligen Grün der Bäume abhebt.- Wollen wir hoffen, daß die in ihrer Entwicklung stehenden Bäume hierdurch keinen Schaden nehmen. a. Rodheim a. d. Bieber, 16. Aug. Der 24. August steht für Rodheim unter dem Zeichen der Festlichkeit, indem an diesem Tage hieselbst die Kirmes abgehalten wird. Seit Eröffnung der Bieberthalbahn wird unser Dorf auch viel von den Bewohnern Gießens besucht. Auch diesmal wird wieder wie schon seit einer Reihe von Jahren eine Musikkapelle vom Artillerie- Reg. Nr. 47 aus Fulda spielen. ** Müde, 13. August. Die Bahnarbeiten an dem Neubau der Eisenbahn Laubach- Mücke sind in letzterer Zeit bedeutend fortgeschritten. Bereits hat der neue Eisenbahndamm die hier vorbeigehende Staatsstraße Alsfeld- Grünberg erreicht. Das kurze Verbindungsstück Straße- Bahnhof Mücke dürfte in nächster Zeit fertiggestellt werden. Da der Seenbach zu nahe am Bahnhof vorüberfloß, so hat man seinen Lauf verlegt und das alte Bett ausgefüllt. Der Bau der neuen Eisenbahn macht hiernach solche Fortschritte, daß wohl die Eröffnung der neuen Bahnlinie bald erfolgen dürfte. Dann wird der seither schon sehr stark frequentierte Bahnhof Mücke eine weitere Verkehrszunahme erfahren. e. Aus dem Kreise Biedenkopf, 16. Aug. Landrat v. Heimburg hat in diesen Tagen an alle Menschenfreunde einen Aufruf erlassen, in welchem er um Gaben der Liebe bittet für die durch den Hagelschlag am 19. Juli heimgesuchten Gemeinden des Kreises. Ungeheurer Schaden wird namentlich aus dem nördlichen Teil des Kreises aus der Gegend von Haßfeld und Battenberg gemeldet. Aber auch die Gemeinden Hermannstein, Naunheim und Waldgirmes sind von diesem Unwetter start heimgesucht worden. In diesen lezten Gemeinden ist der Roggen zu 50-70 Prozent, die übrige Ernte bis zu 90 Prozent, vernichtet. ** Bad Nauheim, 13. August. Eine Dame von auswärts, welche hier geweilt und die Reise in ihre Heimat antreten wollte, wurde auf dem hiesigen BahnHofe von einem Schlaganfall getroffen, sant zusammen und war auf der Stelle tot. Den Blumenstrauß noch in der Hand, den man ihr zum Abschied gepflückt, trug man die so plötzlich aus dem Leben Geschiedene in die Bahnhofshale. ** Frankfurt a. M., 15. Auguft. Noblesse oblige! Herr Egly, der Erbe der Manskopf'schen Millionen, machte am 27. Juli in Reutte in Tirol mit seinem Automobil das Pferd eines Tiroler Wirtes scheu. Das Tier brannte durch und erlitt erheblichen Schaden. Auch der Wagen wurde zertrümmert. Herr Egly aber fuhr mit seinem Automobil auf und davon und mußte durch die Gensdarmerie aufgehalten werden. ** Aus dem Zoologischen Garten in Frankfurt a. M. Die großartige Reptiliensammlung des Zoologischen Gartens wird am Samstag ganz zur Ausstellung gelangen. Es kommen im ganzen 70 Schlangen( 33 verschiedene Arten), 60 Schildkröten, 2 Krokodile, über 100 Eidechsen, über 50 Lurche zur Ausstellung. Geschäfts- Verlegung. Einem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend zur gefl. Kenntnis, daß ich mein Spengler- und Installationsgeschäft verbunden mit Verkauf aller in dieses Fach einschlagenden Gegenstände von Löwengasse 20 nach Settersweg 56( früher Schellenberg) verlegt habe. Es wird wie seither auch fernerhin mein eifrigstes Bestreben sein meine verehrten Abnehmer und Auftraggeber in jeder Hinsicht zufrieden zu stellen. Hochachtend Georg Appel. Der praktischen, sparsamen Hausfrau empfehle angelegentlichst GEMÜSE- KRAFTMAGGI'S KREUZ STERN MAGGI ERBS 10 10% In Würfeln ng in Wilhelm Haas, Bleichstraße 18. ** Hanau, 15. Aug. 8um Direttor der städtischen gewerblichen Fortbildungsschule dahier wurde unter 42 Bewerbern der Architekt Köpke in Schmalkalden gewählt. " ** Aus dem Taunuskreis wird der„ Frtf. 8tg." folgendes geschrieben: Wie der Landrat unseres Kreises von Koehler zuweilen mit dem Publikum umgeht, dafür liefert eine Zeitschrift, welche der Gastwirt H. Mades von Langenschwalbach an den Wiesbadener General- Anzeiger" richtet, einen interessanten Beleg. Mades wollte Tanzmusik abhalten. Da einige Zeit vorher in der Nähe der Wohnung des Landrats gelegentlich einer Tanzmusit einige eingesperrte Hunde laut zu heulen anfingen und die landrätliche Nachtruhe störten, hatte er angeordnet, daß Tanzerlaubnis von jezt an nur bis 1 Uhr nachts erteilt werden dürfe. Mades, der eine längere Erlaubnis wünschte, begab sich zur Ortsbehörde und da er hier auf die Bestimmung des Landrats aufmerksam gemacht wurde, zu diesem selbst. Als der Landrat ihn abzuweisen suchte, da die Bewilligung Sache der Ortsbehörde sei, äußerte Mades:„ Wenn unser Geschäft in dieser Weise beeinträchtigt wird, fönnen wir keine Steuern in der Höhe wie seither zahlen." Darauf sagte der Landrat:" Dann bezahlt teine Steuern; schließt Eure Buden; solche Sauwirtschaften sind nur dazu da, um schlechtes Bier und gefälschten Wein an die Leute zu verkaufen, woran sie sich den Wagen verderben." Als Mades Einwand gegen diese Aeußerung erhob, sagte der Landrat; Gehen Sie nur hinaus." Der Einsender hat dieses Intermezzo der Regierung zn Wiesbaden mitgeteilt, und wie ver lautet, will der Gastwirt everein in der Sache auch sonst noch weitere Schritte thun. " ** Montabaur, 15. Auguft. Während der diesjährigen Blattjagd hat es sich gezeigt, daß der Nehstand im Westerwald während der letzten Jahre bedeutend vorangegangen ist. Die begonnen Hühnerjagd verspricht befriedigend zu werden. Zahlreiche starke ausgewachsene Ketten trifft man an. Die Ausfichten für die Hasenjagd sind auch günstig. Neueste Nachrichten. ** Herr Oberst v. Dewit erhielt vom Kaiser den roten Adlerorden. Das Regiment 116 hatte bei der Truppenschau in Mainz den besten Barademarsch ausgeführt. - Neues von Dr. Peters. Die" Post" tritt in einem längeren Artikel zu Gunsten von Dr. Karl Peters ein und bespricht in eingehende Weise die Beweiskraft des Tuckerbriefes in dem Disciplinarverfahren gegen Peters. Das Blatt wagt es, daran zu erinnern, daß eine politische Crisis demnächst rückgängig gemacht werden kann. Rotterdam, 16. August. Wie aus Rotterdam depeschirt wird, äußerte Staatssekretär Reiz in einem Interview, Lord Kitchener habe den Buren- Vertretern beim Friedensschluß mündlich versprochen, daß er die englische Regierung veranlassen wolle, eine allgemeine und vollständige Amnestie für die Kap- Rebellen zu bewilligen und daß das militärische Regiment in wenigen Monaten nach dem Friedensschluß ersetzt werden soll, durch ein bürgerliches Regiment.- Die Buren- Generäle Botha, Dewet und Delarey sollen in Holland großartig empfangen werden. Sie kommen aus England wahrscheinlich nur mit furzer Unterbrechung ihrer Reise in Southampton direkt nach Holland und werden zuerst in Amsterdam feierlichen Einzug halten. Der italienische König reist nun doch durch die Schweiz. Nach einem Telegramm des Berliner Tagebl. aus Bern ist die offizielle Nachricht von der Durchreise des Königs von Italien durch Schweizer Gebiet im Canton Wallis eingetroffen. Die Begrüßung findet am 26. August in Göschenen durch vier Bundesräte und einige höhrre Offiziere statt. Eine EhrenStompagnie wird aufgestellt. Der König reist sodann über Zürich weiter. Marktbericht. Gießen, 16. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Bid. 0.90-1.10 mt. Hühnereier 1 St. 7-8 Pfg., Enteneier St. 0-0 Bfg., Gänſeeier 1 St. 0-0 Bfg., Käſe per St. 5-9 Bfg., Erbsen per Liter 19 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Baar mr. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1 30, Hahnen, per Stüd Mt. 0,60-1.10, Enten per Stüd 2.00-2.30, Gänse p. Pfd. 0.60 0.75 mt., Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg, Rindfleisch per Pfd. 60-64 Pfg. Schweinefleisch per Pfo. 70-80 Bfg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.84 Bfg., Kalbfleisch per Bfb. 66-70 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-70 Pfg., Kartoffeln per 3tr. 850-10.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 7.50-9.00, Milch per Liter 18 Pfg. Braut- und HochzeitSeidenstoffe in unerreichter Auswahl. 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