૮] Cak Nr. 162. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratis beilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- nud Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 16. Juli 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie, ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Fernſprechauschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießer Aus unserer Residenz. ( Nachbruc verboten.) Darmstadt, 16. Juli 1902. Die Zeit der Ferien macht sich nun überall hier be merkbar. Die Sehnsucht nach Ruhe verlangt ihre Erfüllung, und so leeren sich die Hörsäle der Hochschule, so leert sich die Stadt, und es beginnt die Flucht in die Sommerfrische, so weit es Glückliche giebt, die sich das zu leisten vermögen. Als eine gewisse Annehmlichkeit dabei wird es von den Zurückbleibenden empfunden, daß die hübschen Promenaden und Vergnügungsetablissements weniger polnisch durchsetzt sind und man im allgemeinen wieder den Eindruck einer von Often weniger colonisirten Stadt hat. Auch der Landtag hat seine Tagungen beschlossen, und das ist in Anbetracht der sehr reduzirten Finanzen des beamtenreichen Großherzogthums nur zu loben. Jeder Tag kostet das Land etwa 600 Mart und bis während einer Tagung wirklich für 600 Mark Weisheit in einem Parlament herauskommt, muß tüchtig mit vereinten Kräften gearbeitet werden Das ist denn auch zweifellos geschehen, so daß man unseren wackeren Landboten den Schluß ihrer rastlosen Anstrengungen nur gönnen kann. Und war auch nicht alles zu bewältigen! Wir wollen nur die Hauptsachen betonen, wie die Verhandlung über HassoBorussifizirung der Main- Neckar- Bahn, das Wahlgesetz und die anderen schönen Dinge. Das waren wirklich keine Kleinigkeiten und sie wollen besprochen" sein. Kein Wunder, wenn der Redestrom sich in Meeresarmbreiten dahinwälzte und sein monotones Rollen nicht selten einschläfernd die horchenden Geister bezwang, bis plößlich ein fampfesfreudiger Abgeordneter tapfer mit einer Stromschnelle kämpfte. Ein solche war, als Stadt und Land bei der Beratung der Wahlgesezvorlage hintereinander gerieten. Wenn man den Abgeordneten vom Lande über das Recht der Städte reden hörte, so konnte man schließlich auf die Idee kommen, daß die Städte eigentlich gar nicht zum Lande gehörten. Es war ein lustiger Kampf der Reden, der in der temperamentvollen Kontroverse zwischen den Abgeordneten Weidner und Schmitt seinen glanz- und wirklich humorvollen Höhepunkt fand. Aber nichts für ungut" denken Stadt wie Land. Ferien sind es nun, die Städter gehen auf das Land und vertragen sich erfahrungsgemäß ganz vorzüglich mit den wackeren Bauern, bei denen sie für ihr Geld die beste Aufnahme finden. Ueberhaupt ist das Einvernehmen zwischen Stadt und Land trop so einer parlamentarischen Kavalleria rusticana im allgemeinen vorzüglich. Die Städter nehmen von den Bauern, was sie friegen fönnen und umgekehrt. Damit ist das Gleichgewicht hergestellt. Ein gutes Werk aber, das unsere hessischen Landboten gethan haben, soll ihnen hier noch besonders zum Ruhme angerechnet werden. Es ist geradezu ein Werk der Menschlichkeit und alle, die es zu würdigen in der Lage sind, werden mit freudiger Genugthuung davon Kenntnis genommen haben. Die Mitglieder der Darmstädter Hofmusik werden nun bald eine wesentliche Aufbesserung ihres seitherigen wahren Hungerlohnes erhalten. Der Stampf um diese Wohlthat war allerdings nicht leicht. Nicht mit Unrecht wurde betont, daß die Hofmusik von dem Lande gar nichts zu fordern habe. Schließlich jedoch schlug der Gedanke durch, daß es ja doch für das Land ganz gleichgültig sei, ob die Kammer der Vorlage für die Erhöhung der Musikersolde jetzt direkt zustimme, oder ob sie später in den ſauren Apfel theaterchen hingehen lassen kann. Es fiel denn auch manch tadelndes Wort gegen Herrn Werner, der übrigens Glück hatte, daß die Theaterbauvorlage nicht verhandelt wurde, wo das ganze eventuelle Sündenregiſter der ganz unpopulären Direktion Werner zur Sprache gekommen wäre. Man denkt hier wohl ab und zu, diese Theatervorlage sei deshalb von der Tagesordnung der Kammer abgesetzt worden, weil es Tagesordnung der Kammer abgesetzt worden, weil es in gewissen Streisen unliebsam empfunden worden wäre, daß man die Kreise des Herrn Werner etwas ſtöre. Mag dem sein, wie ihm wolle, die Theatervorlage wird also bei der nächsten Tagung zur Besprechung kommen, und die Abgeordneten werden ihre Klagen über die Direktion Werner vorbringen, wenn es auch bis dorthin unter Umständen geschehen sein kann, daß der Herr Generaldirektor mit einem besonderen Orden oder Titel in den wohlverdienten Ruhestand mit Eleganz hinüberboltigiert ist. Alsdann werden wir uns ebenfalls an den jedenfalls sehr interessanten Erörter ungen beteiligen. Stille Zeit. Zum ersten Male seit einer Reihe von Jahren ist mit dem Beginn der Hundstagsferien auch politisch wieder eine dem Beginn der Hundstagsferien auch politisch wieder eine stille Zeit gekommen. Aufgeregte Hundstage wie in den legten Jahren scheinen uns diesmal erspart zu bleiben. Im Sommer 1898 ließen die Reichstagswahlen, der Tod Bismarcks und der spanisch- amerikanische Strieg die politische Welt nicht zur Ruhe kommen. In den Hundstagen 1899 hielt der Kampf zwischen Krone und Konservative in Preußen um, den" Kanal weit über die schwarz- weißen Grenzpfähle hinaus, auch außerhalb Deutschlands, die politische Welt in Spannung. Noch größer war die Erregung über das Schicksal von Dreyfus, der Anfang Juli 1899 von der Teufelsinsel zurückgeholt wurde. In der Saurengurkenzeit des insel zurückgeholt wurde. In der Saurengurkenzeit des Sommers 1900 explodirten die Wirren in China. Aber auch der Krieg in Südafrika allein hätte ausgereicht, um jeden Gedanken an eine stille Zeit zurückzudrängen. Dazu tam noch die Ermordung des König Humbert. Auch im vorigen noch die Ermordung des König Humbert. Auch im vorigen Sommer konnte angesichts des Ringens in Südafrika Sommer fonnte angesichts des Ringens in Südafrika und der Veröffentlichung des Zolltarifs von einer politisch stillen Zeit nicht die Rede sein. " Eine stille Zeit ist erst mit den jüngsten Hundstagsferien gekommen. Der Krieg in Südafrika ist zu Ende. Die Wirren in China scheinen beigelegt, und immerhin einige Aussicht ist vorhanden, daß wir mit unseren Legionen auch unsere Millionen zurückerhalten. Wenn nicht underantwortlich gelogen wird, so erscheint die jäh in den Krönungsjubel hereingebrochene Katastrophe im englischen Königshause vorläufig wenigstens beseitigt. Die freche Mystification mit dem Steckbrief gegen Wilhelm Raiser", den Sohn von Friedrich Kaiser, wohnhaft in Charlottenden Sohn von Friedrich Kaiser, wohnhaft in Charlotten burg", wird zwar nicht zu Verwickelungen mit Desterreich führen, wohl aber noch zu manchen Erörterungen Anlaß geben. Die Prager Polizeiverwaltung ist dabei vor eine schlimme Wahl gestellt, entweder eine unglaubliche Schlamperei schlimme Wahl gestellt, entweder eine unglaubliche Schlamperei in ihrem Betriebe und eine bodenlose, geradezu polizeiwidrige Dummheit ihrer Organe oder deren Beihülfe zu einer unverschämten Beleidigung des Oberhauptes eines befreundeten Nachbarreiches eingestehen zu müssen. Dem Kaiser wird dieser Dummenjungenstreich die Ferienruhe auf der Nordlandreise nicht stören. Von Wert ist der„ Steckbrief" als ein Symptom, wessen verblendeter und fanatisirter Chauvinismus fähig ist. bleibt die Sozialdemokratie, wenngleich sie anderen Parteien die Schuld zuzuschieben sich bemüht. Wer noch bezweifeln möchte, ob wirklich jetzt eine stille Zeit herangekommen ist, der muß eines Andern belehrt werden durch die Seitensprünge des vielseitigen Abg. v. Zedlik. Seine" glänzendfte" Leistung war die akademische Erörterung über den Gedanken eines Verkaufs von Deutsch- Ostafrika, die er vor wenigen Tagen mit seiner Namensunterschrift in einem un politischen Berliner Blatt veröffentlicht und die alsbald als geradezu antinational von der" Post", also gerade in dem Leiborgan desselben Frhr. v. Jedlig scharf zurückgewiesen wurde. Diese heitere Polemik zwischen Zedlig und Zedligens Organ ruft die Erinnerung an jenen mythenhaften Mann wach, der in seiner Viel seitigkeit Organe gegnerischer Richtung zufriedenzustellen vermochte und der heute in einem konservativen Blatt voll edler Entrüstung zu Felde 30g gegen einen Artikel, den er selbst tags zuvor in einer nationalliberalen Zeitung veröffentlicht hatte. Auch dem Reichskanzler wird bekanntlich nachgesagt, daß er es in intimem Streise liebt, als Oppositionsredner gegen sich selbst loszudonnern", und Diedrich Hahn soll geradezu glänzende Erfolge in der Rednerschule des Bundes der Landwirte aufzuweisen haben, wenn er durch Reden im antiagrarischem Sinne seine Schüler zum Widerspruch reizt. " Politische Nachrichten. Der„ Steckbrief" gegen den Kaiser welcher im amtlichen Polizeianzeiger von Prag, von polnischer Seite in höchst gemeiner Weise publizirt wurde, hat überall große Verachtung hervor gerufen. Der„ Steckbrief", den wir nicht vollständig wiedergeben können, fing folgendermaßen an:„ Kaiser Wilhelm, Sohn des in Charlottenburg bei Berlin wohnhaften Kaisers Friedrich" und es ist dann in ihm auch noch von Marienburg die Rede. Ein„ Mißverständnis" war nicht möglich. Wie das Prager Tageblatt mitteilt, war der„ Steckbrief" im Amtsblatte vom 3. Juli erschienen, aber erst am 10. Juli soll die hiesige Bolizeidirektion die Mystifikation erkannt haben, nachdem der Steckbrief" bereits in der Provinzialpresse zum Abdruck gekommen war. Die Prager Polizeidirektion erklärte gegenüber einem Berichterstatter, des„ Prager Tageblatts" das Vorkommnis auf folgende Weise: Unter dem massenhaften Einlaufe 500 Stüd täglich welche durchzusehen und für den Polizeianzeiger zu präparieren find, befand sich auch eine heftographirte Karte aus Podwoloczyska in Galizien in polnischer Sprache abgefaßt und genau in der Form gehalten, in welcher amtliche Verlautbarungen heftographirt an die verschiedenen Gerichte versendet werden. Bei dem me chanischen Arbeiten, welche das Uebersetzen und das Zusammenstellen derartiger Verlautbarungen erfordert, ist es eben vorgekommen, daß der Beamte die Anspielungen übersah und die Karte überſetzte, ohne sie zu überprüfen. Es ist nach den uns gewordenen Infor mationen eine böswillige Absicht auf der Prager Polizeidirektion absolut ausgeschlossen. Dieselbe ist vielmehr von dem Absender anzunehmen, nach welchem gefahndet wird. " - Der allgemeine Delegiertentag der nationalliberalen Partei wird endgiltig am 11. 12. und 13. Oftober in Eisenach stattfinden. Für den 13. September wird eine Konferenz der sozialistischen Frauen von der Vertrauensperson der Genoffinnen Deutschlands nach München einberufen. München einberufen. Es soll u. a. über den geseglichen Schuß der Frauen, Kinder- und Heimarbeit und die politische Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechtes insbe sondere auf dem Gebiet des Vereins- und Versammlungsrechtes beraten werden. der Erhöhung der Civilliste beißen müsse. Das Während der Nordlandsreise des Kaisers sind auch Schnellere war jedenfalls die direkte Zustimmung, und die Minister der Ruhe zu pflegen gewohnt. Auch der der humane Erfahrungsspruch, daß der doppelt giebt, Reichskanzler Graf Bülow hat ausgespannt. Diesmal der schnell giebt, mag wohl ebenfalls entscheidend mit hat er nicht seinen geliebten Semmering aufgesucht, gewirkt haben, wenn er auch nicht ausgesprochen wurde. sondern sich zur Erholung nach Norderney begeben. Und sie haben es wahrlich verdient, die Hofmusiker, Die Staatssekretäre sind nicht alle so glücklich daran die unter der Leitung des Generaldirektors Werner wie ihr Chef. Der Zolltarif macht ihnen ein und wahrlich nicht auf Rosen gebettet sind. Die Anforder- raubt ihnen die Ferienruhe. Besonders Graf Posaungen, die an das Orchester gestellt werden, sind un- dowsky, der arbeitsfreudige, muß Tag für Tag und geheuerlich. Die Proben nehmen kein Ende. Fast in Woche für Woche ausharren in der Zolltariffommission. München, 15. Juli. Es fann als feststehend angejedem neuen Spieljahre müssen in der Oper die ein- Die Bolltariffommission bildet nach wie vor das Er- sehen werden, daß der bayrische Gesandte in Wien zelnen schwierigen Werke der Opernlitteratur, die auf eignis der stillen Zeit. Das Interesse an den VerBaron von Pode wils in das Ministerium eintreten der Darmstädter Hofbühne im Interesse ihres wenn handlungen aber hat schon erheblich nachgelassen. Das wird. Doch ist es zweifelhaft geworden, ob er das Kultus- Portefeuille übernehmen wird. Es sprechen auch jetzt sehr bescheiden gewordenen künstlerischen zeigt sich vor Allem in dem Auftauchen beliebter tufes gegeben werden müssen, von Grund aus neu Ferienthemata der todten Saison, als da sind die allerlei Anzeichen dafür, daß der Justizminister Freiherr einstudiert werden, weil es die Direktion entweder Erörterungen über die Abänderung an der Geschäftsvon Leorod, welcher unmittelbar nach der Beurlaubung nicht versteht oder weil es ihr nicht beliebt, wie in ordnung im Reichstag, die Einschränkung der Rede- des Herrn von Landmann sich einer Augenoperation früheren glorreichen Jahren ein stetiges, festes Ensem- freiheit, die koloniale Krisis, die Gerichtsferien, das unterziehen mußte, die Geschäfte seines Ressorts nicht blle von Künstlern zu gründen und zusammenzuhalten. Kartell der Linken usw. Ein Kartel der Linken zur wieder übernehmen wird. Es steht vielleicht eine AuNeue Solisten bedeuten neue Proben, für die geschulten Zurückdrängung des agrarischen Einflusses mag gemeine Verschiebung im Ministerium bevor, doch ist ofmusiker find das unnötige Blagen und unwürdige Manchem als ein schöner Traum vorschweben. Die noch ungewiß, ob der Regent nicht die Entscheidung Schindereien, die man kaum dem letzten Stadt- größte Gegnerin eines solchen Kartels aber ist und um 10 Tage hinausschieben wird, da er im Begriff ist, Nr. 161. Oberheffische Familienzeitung. begrüßte ihn:„ Das trifft fich glücklich! fich öffnete und Miles das Zimmer betrat. Did fab aut und Edmonstone batte ſeinen Brief eben gelesen, als die Thür langen Nachmittagen febr geschäst. wurde von Mrs. Barish und fogar von Alice an den heißen, Ich wollte Sie gerade Seite 2. Edmonstone. Sie thum's daß ein Mann noch nie fein Versprechen beffer hielt, als ich mich hier im Haufe wie ein Luchs, und doch schwäre ich, berräterisches Spiel von meinen Händen fürchten. Sie bewachen doch nicht in meine Näbe auf den Moor, weil Sie ein Nr. 161. bi Oberhessische Familienzeitung. Schloß Bernburg. ( Bergl. den Artikel„ Ein verschwundener deutscher Kleinstaat" im 1. Blatt. Seite 3. bei teilweifer haben mußten ffich auf unge diefer Milch Menge bageg Hanbel gebra mahrte beide behörbe beant witterte Mauerwerk zu festigen und diese Arbeiten vor vier Monaten eingestellt wurden. Am 9. Juli zeigten sich die ersten Sprünge, die sich stündlich erweiterten. Einsturz erfolgte nach den Berichten von Der Augenzeugen in der Weise, daß der Thurm ungefähr von der Mitte abwärts sich erweiterte und die obere Hälfte in sich aufnahm. Das Getöse war so groß, daß selbst in den entferntesten Stadtteilen, wo man gar nicht wußte, was geschehen war, Panik entstand. * 44 Millionen Mart vernichtet. Der Papierfabrit Staffel zu Wizenhausen wurden vorige Woche von der Reichsdruckerei in Berlin zwei große Wagenladungen alte Postwertzeichen zur Vernichtung übergeben. Der Gesamtwert derselben beziffert sich auf 44 Millionen Mart. Die Vernichtung geschieht unter strengster Aussicht. fich wie alljährlich zur Erholung an den Chiem- See| treten mag, jedenfalls hat England feine Chamberlain| ist, daß seit Jahren daran gearbeitet wurde, das versche Premierministerschaft. zu begeben. Wien, 15. Juli. Gestern traf in Krakau zur Grün- Lord Salisbury steht seit mehr als 7 Jahren an waldfeier an der Spize einer tschechischen Abordnung der Spiße des Ministeriums. Als am 24. Juni 1895 das liberale Cabinett Rosebery in Folge seiner parlamentarischen der Reichstagsabgeordnete Klofac ein, den das am Bahnhof versammelte Publikum lärmend empfing. Niederlage in der Frage der Armeereform seine Demission Alofac richtete namens seiner Partet auch an das Lem- einreichen mußte, wurde Lord Salisbury mit der Bildung berger Grünwaldfeier- Komitee ein Schreiben, indem er des Cabinetts betraut, an dessen Spize er schon zweimal mit Hinweis auf die Marienburger Kaiserrede die von Juni 1885 bis Januar 1886 und von August 1886 slavische Solidarität gegenüber der gemeinsamen Ab- bis 1892 als Nachfolger Gladstone's gestanden hatte. wehr des Pangermanismus als notwendig bezeichnete. Lord Salisbury, geb. am 3. Febr. 1830, blickt auf eine Frankreich. Das am 14. Juli, als dem Jahrestage lange staatsmännische Laufbahn zurück. 1866 wurde er des Bastillensturmes wiederum gefeierte Nationalfest ist unter Derby zum ersten Male, 1874 unter Disraeli zum überall ohne Zwischenfälle verlaufen, auch in der zweiten Mal Staatssekretär für Indien. Haupstadt Paris selbst. 3war veranstalteten die Mitglieder der Patriotenliga wieder die gewohnte Kundgebung vor den Statuen der Stadt Straßburg und der Jungfrau von Orleans, doch kam es hierbei zu feinerlei Ruhestörungen. Massenhisschläge in Paris. Nach dem Polizeibericht kamen am Montag infolge der Hize bei der Truppenparade in den Ambulanzen 150 Soldaten, 20 Schußleute und 300 Privatleute zur Be: handlung. Ein Sergeant des Feuerwehr- Regiments, das an der Parade teilnahm, ist gestorben. Ferner erlitt außer dem Militärgouverneur auch General Berzin, Kabinettchef des Kriegsministers einen Sonnenstich. Von den Kürassieren, die den Wagen Loubets geleiteten, stürzten 18 in der Avenue Merigny, zwei im Hofe des Elyffée vom Pferde. Da muß man sich doch fragen, ist es notwendig, bei großer Hiße Parade abzuhalten. König Eduard von England ist jest wieder soweit hergestellt, daß er am Dienstag von der Biktoria Station nach Portsmouth sich fahren lassen tonnte. Die Abfahrt war sehr geheim gehalten. Nur aufmerksame Beobachter merkt en, daß Arbeiter den Bahnsteig an der Stelle zu glätten begannen, wo der König zum Salonwagen gerollt werden sollte. Der Bahnsteig war dann furz vor Eintreffen des hohen Kranken durch eine hohe Wand von rotem Plüsch unsichtbar gemacht, die quer über den Bahnsteig gezogen war und ihn ganz absperrte. d Der englische Ministerwechsel. Arthur Balfour. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Das Regierungsblatt Nr. 38, ausgegeben am 14. Juli enthält: Gesez, Errichtung einer hessischen Hypothekenbank betreffend. des Justiz Nr. 19 enthält ein Ausschreiben an die ** Das Amtsblatt des Ministeriums Amtsgerichte, betr. die Veröffentlichungen aus dem Ge nossenschaftsregister. Nr. 20 hat zum Inhalt ein Nr. 20 hat zum Inhalt ein Ausschreiben an die Amtsgerichte, betreffend die Eintrag der Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit in das Handelsregister. ** Unsere Rudergesellschaft hat auf der am Sonntag zu Ems stattgefundenen Kaiserregatta im Akademischen Viererrennen sich den Preis geholt. Ihr Gegner war die Heidelberger Nudergesellschaft. ** Stenographisches Wettschreiben. Bei dem gelegentlich des 23. Stenographentages des Verbandes der Gabelsberger Stenographen des Main Rheingaues und von Hessen und Nassau am 1. Juni in Weglar abgehaltenen Preiswettschreiben entfielen nach Gießen 4 Preise. In der Abteilung von 80 Silben pro Minute erhielt Oswald Ulbricht( Gesellschaft) den 1. und Aler Karnbach und Frizz Kalbfleisch( Verein) je einen 3. Preis, während in der Abteilung 100 Silben Emil Rau( Gesellschaft) den dritten Preis errang. Stift Heil! * Hannover, 14. Juli. Die Landes- Versicherungsanstalt Hannover hat einen Bauernhof in der Lüneburger Haide auf dreißig Jahre gepachtet, um erholungsbedürftigen Versicherten eine Pflegestätte zu bieten. Der Hof umfaßt bewirtschaftet werden ohne Rücksicht darauf, ob Krante vor300 Morgen Ackerland und 2400 Morgen Forst. Er kann handen sind oder nicht, es ist aber immer hinreichend Arbeit vorhanden, daß 50 bis 60 Pfleglinge beschäftigt werden fönnen. In Aussicht genommen ist ihre Beschäftigung mit Gemüsebau, insbesondere Spargelfultur, sowie mit dem Anbau von Früchten für Konservenfabriken. Sollte der Versuch mißglücken, so ist in Aussicht genommen, an der Stelle eine Lungenheilstätte zu errichten. ** Die unkündbare Anstellung der Postunterbeamten hat fortan nach einer Verfügung des Staatssekretärs des Reichspostamis- unabhängig von dem Zeitpunkt der ersten etatsmäßigen Anstellung bei tadelfreier Führung für alle Unterbeamtenklassen gleichmäßig nach einer Gesamtdienstzeit von 15 Jahren stattzufinden. Bei Berechnung der Gesamtdienstzeit ist neben der Dienstzeit als etatsmäßig angestellter Unterbeamter jede für die etatsmäßige Anstellung an rechnungsfähige Zivildienstzeit und die ganze nach Vollendung des 18. Lebensjahres im Heere, in der Marine, in der Gendarmerie oder Schußmannschaft abgeleistete Dienstzeit zu berücksichtigen; mindestens die letzten fünf Jahre müssen jedoch in der Stellung als vollbeschäftigte Post- oder Telegraphenunterbeamte zurückgelegt sein. s. Halle, 14. Juli. Vor einigen Tagen wurde hier der Restaurateur Libau verhaftet. Er zwang seit Monaten seine beiden jetzt 12 und 13 jährigen Töchter zu sträflichem Umgang mit ihm; die armen Kinder, von denen sich eins in anderen Umständen befindet, konnten schließlich die Schande nicht länger ertragen und offenbarten sich den Nachbarinnen, die dann die Verhaftung des entmenschten Vaters veranlaßten. ** Gine nachahmenswerte Einrichtung hat der Rektor einer schlesischen Schule getroffen. In Anbetracht des Umstandes, daß in den meisten Kreisen der Bevölterung eine geradezu überraschende Untenntnis und Unbeholfenheit im Lesen von Fahrplänen und Kursbüchern herrscht, hat der Rektor sich an die Eisenbahndirektion mit der Bitte gewandt ihm eine Anzahl alter Fahrpläne für seine Knabenschule zu überlassen. Dieser Wunsch ist erfüllt worden, und künftig werden die Schüler im Lesen von Fahrplänen und im Zusammenstellen von Zugverbindungen unterwiesen werden. Nachahmenswert! Djer ne use englische Premierminister Arthur James Balfour ist am 25. Juli 1848 geboren. Er ist der Sohn des 1856 verstorbenen James Maitland Balfour und der Lady Blanche Gascoigne Cecil, einer Schwester Lord Salisburys. Balfour ist unverheitet. Als Lord Salisbury in den kritischen Jahren von 1878 bis 1880 dem auswärtigen Amte vorstand, war Balfour Privats fretär seines Onkels und als solcher nahm er an dem Kongreß in Berlin teil. Der einzige Punkt, in dem Balfour von seinen Kollegen start abweicht, ist die Währungsfrage. Balfour ist Bimetallift. Balfour befißt einen scharfen erfinderischen Geist. Er ist frei von fast allen gewöhnlichen Leidenschaften und Vorurteilen und fähig, den meisten Problemen ein offenes und empfängliches Gemüt entgegenzubringen. Er besitzt aber nicht die Größe seines Onfels, ihm fehlt der weite Ausblick, bie große Sachkenntnis, die langjährige Erfahrung in der Welt außerhalb dieser Inseln. Was aber auch immer ein, Salisbury. Die phil Mangen hat des Germanis Grften Direkt jum Doctor Der Profeffo wurde zum tommende habilitirte biefigen Uni ftitut Dr. borlejung ü chen zur Grlangen einen Ruf Prof. Vette Entschluß Demiffion veränderte, bewogen w In Wie Wiener med folgende Mi Den legten 2 des Defans d bart, daß geg 10. Schrötter war.- Mü Heiligenstadt, 14. Juli. Der bekannte„ Wunderdoktor" Ausmeier in Günterro de ist am 16. Juli 61 Jahre alt, gestorben. Ausmeier, ein Bauer, der die Kurpfuscherei von seinen Vorfahren übernommen, war nicht nur auf dem Eichsfelde, sondern in ganz Deutschland bekannt. Täglich tamen von weither Leute mit allen möglichen Gebresten, die bei ihm Heilung suchten, auch feine Equipagen hielten sehr häufig vor seinem Hause." Dr." Ausmeier" beurteilte" lediglich nach dem Harn seiner Patienten deren Krank heiten, schrieb dann sein Rezept und begnügte sich mit einem mäßigen Douceur. Ausmeier hatte bei seinem follossalen Kundenkreise ein gutes Einkommen, ohne indeß so viel Glücksgüter zu erringen wie sein Kollege Schäfer Ast in Radbruch. Viele Leute„ schwören" auf Ausmeiers Heilkunst. Ein Sohn des verstorbenen gedenkt, die" Doktorei" fortzusetzen, wenn ihm das Handwerk nicht behördlich gelegt wird. ** Obstmarkt. Nach dem Wochenbericht der Zentralstelle für Obstverwertung in Frankfurt a. M. vom 7. bis st.lle für Obstverwertung in Frankfurt a. M. vom 7. bis 12. Juli war der Verlauf der letzten Geschäftswoche im allgemeinen befriedigend. Angebot und Nachfrage hielten sich in ziemlich gleicher Höh, nur in Sauerkischen blieb das Angebot zurück Die Ernte in Spätkirchen ist jeßt in vollem Gang; es wurden belangreiche Abschlüsse gemacht. Man erwartet eine knappe Mittelernte. Aptosen und Pfirsiche fanden auch in dieser Woche starken Absatz, während der Absatz in Beerenfrüchten noch zu wünschen übrig läßt. Die Durchschnittspreise betragen: E.dbeeren Mt. 32, Kirschen Mt. 12 bis 20, Stachelbeeren Mt. 12, Johannisbeeren Wt. 111/2, schwarze Wt. 121/2, Aprikosen Mt. 30, Pfirsiche Mt. 35, Frühbirnen Wt. 15 bis 20 per Zentner. o. Launsbach, 15. Juli. Heute Abend wurde Johannes Hobbach von zwei Hunden, welche sich auf einem Hofe herum bissen, so zur Erde geschmissen, daß er dabei einen dopelten Beinbruch erlitt. Vermischtes. * Glauchau, 15. Juli. Der Stattrat Winckler, Inhaber der Papierwaren- Handlung Robert Winckler jr. hat sich gestern nachmittag in seinem Privatkomptoir aus unbekannten Gründen erschossen. Sein Bruder, der der früher Stadtrat in Chemnitz war, hat sich vor 2 Jahren im Stadtwalde von Chemnitz erhängt. * Antwerpen, 15. Juli. Einem Diamanthändler aus Rotterdam wurde an der belgisch holländischen Grenze seine Handtasche gestohlen, die für über 100,000 Franks Diamanten enthielt. * Newyork, 15. Juli. Wie hier verlautet, wird König Leopold der Belgier demnächst der Millionärs- Familie Walsch in Newyork einen Besuch abstatten und bei dieser Gelegenheit incognito eine längece Reise durch die Vereinigten Staaten unternehmen. Türkei trate Lehrfurjen fü Leiters diefer Diefelbe wird * Na, na? Im Thüringer Jahrbuch" erzählt Jemand von der Freundschaft und der wachsamen Fürsorge einer Kaze für einen Staar folgende hübsche Geschichte: Als mein Vater ein kleiner Knabe war, hatte er einen zahmen Staar, dem man die Flügelfnochen gebrochen hatte und der sich, soweit seine Bewegungsorgane das zuließen, nach Gutdünfen im Hause umhertreiben durfte. Er war mit der Kaze großgezogen worden, und zw.schen ihnen war dicke Freundschaft; sie spielten zusammen, fraßen aus einem Napfe und was dergleichen mehr war. Als die Familie meiner Großeltern eines Tages bei offener Zimmerihüre das Mittagbrod verzehrte, packte die Katze plößlich den Vogel, und alle Anwesenden glaubten, die Haubthiernatur sei nun doch bei ihr zum Durchbruch gefom nen. Aber nein -die Katze hob den flugunfähigen Staar sorgsam in die Höhe, sprang mit ihm auf den Eßtisch, wo sie ihn niederseßte, und stürzte zur Thür hinaus. Gleich darauf hörte man das Geräusch eines heftigen Kampfes vom Hausflur hereinschallen. Es stellte sich heraus, daß eine fremde Kaze eingedrungen war, d.ren Nahen die feinhörige Freundin des Vogels vernommen hatte und die sie, nachdem ihr Liebling von ihr in Sicherheit gebracht worden war, angriff und verjagte. Berlin, 15. Juli. Reichskanzler Graf Bülow richtete an den Bürgermeister von Venedig ein Telegramm aus Norderney, in dem er seine Trauer über den Einsturz der Campanile auf dem Markusplaze Ausdruck giebt. Die Königin Margherita sandte ebenfalls ein Beileidstelegramm. Der Gemeinderat be= willigte in außerordentlicher Sigung als erste Beihilfe zum Wiederaufbau des Glockenturmes eine halbe Millon Lire Weiter wird zu dem Einsturz gemeldet: Eingestürzt ist der obere Teil des Campauile in der Höhe von 68 Metern. Der Präfekt von Venedig giebt der Vermut ing Raum, der verhängnisvolle Mauerriß, der die unmittelbare Ursache der s.atastrophe war, sei eine Folge des lezen Erdbebens in Dalmatien gewesen. Architekt Boni, der die Grundmauern des Turmes ge= prüft hat, erklärte, daß diese allerdings auf dem noch unversehrten Pfahlroste ruhen, aber so wenig tief seien, daß sie höchstens eiuen Turm oon 30 Mtr. hätten tragen fönnen. Im Volfe hält man die in letzter Zeit um den Turm ausgeführten Pflasterarbeiten sowie die Entfernung der an den Thurm angebaut gewesenen Bottegen als die Ursache des Einsturzes. Thatsache Aus dem Gerichtssaal. ausdehnen, w Tangeren Auf fchaftlichen Sucht und er nach Münder Studien au die Vollendu München, Oct Schlierfe Flammen. Wien, machte der in Getrag einen Befu den Miga fannten S der Polizei deutschen St die Affaire ju geben. Paris nifi wu nommen. Gouverneu Paris, Bur Ser vinzial Sied Gement un Einsteigicha bergeben werde Bedingun Brignungen fendung von 1 Gbendafelbft unterlagen w Die Un Angebot dt Darmstadt, 15. Juli.( Straffammer II.) Wegen Milschfälschung wurde dec Milchhändler Johann Hh. Sehnert von Dießenbach und dessen Frau zu je 200 it. Geldstrafe, eventuell je 40 Tagen Gefängnis verurteilt. S. hatte Milch als" Bollmilch", also ein vecfälschtes Nahrungsmittel unter einer zur Täuschung geeigneten Bezeichnung feilgehalten. Er behauptete, von dieser mangelhaften Beschaffenheit der Mitch nichts gewußt zu haben und suchte den Verdacht der Täterschaft auf einen seiner Lieferanten zu lenten. Eine Haussuchung förderte recht gewichtiges Beweismaterial gegen beide Angeilagten zu Tage, indem obwohl die Sehnerts nur einen geringen Teil ihres Geschäftsabsazes als abgerahmte Milch" bewerkstelligt hatten, sich ein underhältnismäßig großer Rahmvorrat vorfand. Die damals start in Verwirrung geratene Ehefrau S. räumte ein, zwei Tage vorher gebattert zu haben; trotzdem waren etwa 20 Liter Rahm vorhanden, ein Quantum, zu dessen Gewinnung für die 5.3. nad reichen, w im Beijein mine erfol Buichl Gießen 1489 St 6. U. Anfang Die jeir MA Len Daugh Robert wurde, das ber: iese Arbeiten vor 9. Juli zeigten dlich erweiterten. Berichten von Thurm ungefähr te und die obere se war so groß, teilen, wo man Banit entstand. htet. Der Ba vorige Woche von geben. Der GeMillionen Mart. Aufsicht. des- Bersicherungs in der Lüneburger f, ob Krante vor beschäftigt werden Beschäftigung mit owie mit dem AnSollte der Ver nen, an der Stelle bei teilweiser Entrahmung etwa 400 Liter Milch gebient haben mußten. Der tägliche Absatz der Angeklagten beläuft sich auf ungefähr 120 Liter und nur einen kleinen Teil diefer Milch hatten sie als„ abgerahmt", die ganze übrige Menge dagegen ohne diese wichtige Bezeichnung in den Handel gebracht. Nur ihre bisherige Unbestraftheit bebahrte beide vor einer Freiheitsstrafe, die seitens der Staatsbehörde beantragt worden war. Hochschulnachrichten. Die philosophische Fakultät der Universität Er - - Ein furchtbarer Cyclon entlud fich gestern Abend zwischen 6 und 7 Uhr über der Stadt. Bäume wurden entwurzelt, Häuser abgedeckt und mehrere Boote auf der Gleichzeitig ging ein Wolfenbruch Saone sanken. Gleichzeitig nieder, der die Keller und niedrig gelegenen Häuser überschwemmte. Havre, 16. Juli. Hier sind Meldungen aus Jsland eingetroffen, wonach zwei französische Fischerboote während eines Sturmes gesunken sind. Ein Teil der Besatzung konnte gerettet werden. Benedig, 16. Juli. Der Einsturz der Campanile erfolgte noch unter den günstigsten Umständen. Der Angst getrieben, eine genaue Untersuchung mit einer 18 Meter langen Leiter und entdeckte hierbei rechtzeitig den Schaden. Er rief von der hohen Leiter mit voller Kraft seiner Lungen auf den Platz hinab: Fliehet, der Turm stürzt ein. Er hatte faum Zeit, sich selbst zu retten. Weder das goldene Haus des heiligen Markus noch der Dogen- Palast haben irgendwelchen Schaden erlitten. Die Trümmer der Logetta fich Auseinandergleiten des Schutzkegels bis dicht an die byzantinischen Säulen vor. Der Schaden auf der Libreia des Königspalastes ist groß. Trümmer, die in die Innenräume drangen, vernichteten zwei Gemälde von Tintoretto, zwei von Schiavoni, und Abrahams Opfer von einem anderen Meister. In dem BibliothekSaale San Sovinos sind vier berühmte Gemälde verloren. Unverletzt blieb eine Reihe von Allegorien über Musit, Gesang und Ehre. Vom ganzen Auslande und insbesondere aus den italienischen Landesteilen Desterreichs laufen Beileids- Kundgebungen ein. Der Baufonds verzeichnet bereits Privatspenden in der Gesamthöhe einer halben Million Lire. Der Wiederaufbau ist nach der National- Zeitung beschlossene Sache. Der Gemeinderat nahm einstimmig den betreffenden Antrag an. Die Petition um Bewilligung eines Los- Anlehens an die Deputirtenkammer ist bereits abgegangen. Der Schutt wird in Gegenwart einer archäologischen Kommission abgeräumt werden, um die wertvollen Prunkstücke für den Neubau zu verwenden. Der Schutt wird jetzt streng brwacht, da zahlreiche Fremde Mauerstücke an sich genommen haben. 20 Personen wurden meist leicht verlegt. Wagenladungen langen hat aus Anlaß der Jubiläumsfeierlichkeiten Ingenieur Caspari unternahm, von einer ungewissen des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg den Ersten Direktor desselben, Herrn Gustav b. Bezold zum Doctor honoris causa ernannt. Darmstadt. Der Professor der Maschinenbaukunde Adolf Pfarr holungsbedürftigen tommende Studienjahr ernannt. wurde zum Rektor der Technischen Hochschule für das Marburg. Heute Fakultät der Gort. Er fann hiefigen Universität der Aſſiſtent am Bhyſikaliſchen Intitut Dr. F. A. Schulze mit einer Antrittshinreichend Arbeit Vorlesung über„ unsichtbare Bewegungen kleinster Teilchen zur Erklärung physikalischer Erscheinungen". Erlangen. Der Theologieprofessor Wiegand hat Basel. einen Ruf nach Marburg angenommen. Prof. Better, der sich eine längere Bedenkzeit für den Entschluß über Zurücknahme oder Beibehaltung der Demission erbeten hat, dürfte durch eine in der Form agen wurde hier veränderte, ihm günstigere Beschlußfassung des Senates bewogen werden, die Demission definitiv zurückzuziehen. In Wiener Blättern veröffentlicht der Defan der Wiener medizinischen Fakultät Professor Dr. Kolisko schließlich die folgende Mitteilung:„ Im Hinblicke auf vereinzelte in den letzten Wochen verbreitete Nachrichten wird seitens des Defans der Wiener medizinischen Fakultät verlautbart, daß gegen den Hofrat Prof. Dr. Leopold Ritter b. Schrötter feine Disziplinar- Untersuchung anhängig war. München. Eine Studienreise nach der Türkei traten gesternimorgen eine Anzahl Hörer an den Lehrkursen für orientalische Sprachen" unter Führung des Beiters dieser Kurse, Herrn Sebastian Sped, an, Dieselbe wird sich für die Hörer auf etwa drei Wochen ausdehnen, während Herr Speck im Anschluß an einen längeren Aufenthalt in der Türkei, der sprachwissenschaftlichen Studien gewidmet ist, persisches Gebiet besucht und erst nach dreiviertel Jahren über Rußland nach München zurückkehrt. Scine sprachwissenschaftlichen Studien auf türkischem Gebiete bezwecken insbesondere die Vollendung einer deutsch- türkischen Grammatif. ter zu sträflichem n denen sich eins enbarten sich den des entmenschten annte„ Wunderde ist am 16. ier, ein Bauer, n übernommen, ndern in ganz von weither die bei ihm en hielten sehr eier„ beurteilte" en deren Krant egnügte fich mit hatte bei seinem Infommen, ohne wie fein Stollege schwören" auf Es verstorbenen venn ihm das rat Windler, bert Windler jr. Privatkomptoir Sein Bruder, der r, hat sich vor 2 erhängt. manthändler aus hen Grenze feine 00 Frants Dia utet, wird König -Familie Walich i dieser Gelegen die Bereinigten uch" erzählt Je amen Fürsorge gende hübsche Ge abe war, hatte er elfnochen gebrochen ngsorgane das zu Neueste Nachrichten. Großfeuer. München, 16. Juli. Der bekannte oberbayrische Ort Schliersee, am gleichnamigen See gelegen steht in Flammeu. Der Brand brach in einer Schmiede aus. Wien, 16. Juli. Nach einer Depesche aus Wien machte der Statthalter von Böhmen Graf Coudenhove in Ertrag dem deutschen Konsul Baron von Seckendorff einen Besuch und sprach ihm sein tieftes Bedauern über den Mißgriff des Prager Polizei- Organs in der befannten Stedbrief- Angelegenheit aus. der Polizei- Direktor von Prag besuchte neuerdings den deutschen Konsul, um ihm sein lebhaftes Bedauern über die Affaire auszusprecheu und noch weitere Aufklärung zu geben. Baris, 16. Juli. Nach Telegrammen aus Salo niki wurden dort gestern neue Erdstöße wahrgenommen. Mehrere Häuser, darunter dasjenige des Gouverneurs zeigen klaffende Risse. Paris, 16. Juli. Aus Chalon wird gemeldet: Sielbau Gießen. Zur Herstellung der Entwässerungsanlage für die Protreiben durfte. Er vinzial- Siechenanstalt Gießen soll die Ausführung von und zw.schen ihnen ammen, fraßen aus Gement- und Thonrohrkanälen nebst Spül- und Einsteig schächten, sowie einer Sammelgrube öffentlich Bedingungen und Angebotformulare ausschließlich der Beichnungen können gegen porto- und bestellgeldfreie Einfendung von 1.00 Mt. durch das Sielbauamt bezogen werden. Ebendaselbst liegen die Zeichnungen wie sonstige Verdingungsunterlagen während der Dienststunden zur Einsicht auf. Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift: ,, Angebot auf Herstellung von Silbauarbeiten" für die Provinzial Siechenanstalt" bis zum 24. Juli 6. J. nachmittags 5 Uhr bei dem Sielbauamt einzuhr war. Als die bergeben werden. bei offener Zimmer die Kaze plöglich den die Kaubthiernatur efom nen. Aber nein Staar forgfam in die , wo sie ihn nieder Gleich darauf hörte mpjes vom Hausflur einhörige Freundin des nachdem ihr Liebling Den war, angriff und daß eine fremde Kaz reichen, woselbst die Eröffnung der eingelaufenen Angebote| bisfaal. affammer II.) Begen hhändler Johann H Frau zu je 200 mine erfolgt. im Beisein etwa erschienener Bewerber am genannten TerZuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, am 15. Juli 1902. 1489 Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Steins Garten. 17. Petersburg, 16. Juli. Der russische Oberst Grimm, angeklagt wegen Hochverrat, ist gestern Abend gefesselt nach seinem Verbannungsorte gebracht worden. Der Oberst weinte. Man glaubt nicht, daß er lebend zurückfegren wird. London, 16. Juli. Nach einem Telegramm aus Johannesburg haben Präsident Stein und seine Gattin Johannesburg verlassen und sind in Kapstadt eingetroffen, wo sie sich heute nach Europa einschiffen. London, 16. Juli. Nur sehr wenige Fürstlichteit en werden zum neuen Krönungs- Termin wieder nach London kommen. Angemeldet sind bis jetzt nur Prinz Waldemar von Dänemark, der Kronprinz vou Griechenland und der Herzog von Aosta. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr. 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern( Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 geöffnet. PFLEGE DEIN HAAR With And Pflege Dein Baar 613 JAVOL Das Beste für die Baare. Pomade, Oel und schädliche Essenzen dürfen nicht auf die Kopfhaut gebracht werden. Es giebt etwas viel Besseres, wodurch Haar und Kopfhaut erfrischt und gestärkt, das Haar seidenweich, üppig, glänzend und geschmeidig wird. 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