Nr. 239. Erstes Blatt. Dienstag, den 14. Oktober 1902. Moonnement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ins Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Gießener 11. Jahrgang. Infectionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Fernsprechanschluk Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Die Politik. Der Kaiser in Cadinen. Dem Kaiser gefällt es in diesem Jahre so gut a seinem Landgute, daß er den ursprünglich geplanten Aufenthalt erheblich verlängert hat; er fühlt sich vollständig als Landedelmann und fümmert sich sehr genau um die Tätigkeit der Gutsbeamten und Gutsarbeiter. Zwischendurch macht er größere Ausflüge nach Nachbarstädten. Sein Besuch in Frouenburg, wo er den Dom besichtigte, war für die Stadt und die ganze Umgebung geradezu ein Festtag. Bei seiner Ankunft am Dom wurde er an der Hauptpforte von der Geistlichkeit im Ornat mit dem Bischof Dr. Thiel an der Spizze feierlich begrüßt. Der Bischof hielt eine Ansprache, in der er betonte, daß Ermland auch in der schweren Zeit am Anfang des vorigen Jahrhunderts die Treue gegen das Vaterland bewahrt habe, und so werde es stets sein gemäß der Devise, die Friedrich Wilhelm III. dem Domkapitel und der Diözese gegeben habe: ,, Religion gegen Gott, Treue gegen den König!" Der Kaiser dankte huldvollst, lobte die patriotische Gesinnung der Diözese und versprach, allezeit Beschüßer der katholischen Religion zu sein. Sodann versicherte er den Bischof seines besonderen Wohlwollens, das dieser auch bei seinem Großvater in hohem Grade genossen habe. Hierauf besichtigte der Kaiser unter Führung des Bischofs eingehend die Domkirche und begab sich alsdann mit Gefolge in das bischöfliche Palais. Der Besuch währte im ganzen 11/2 Stunden. Am Sonntag fuhr der Monarch nach dem Gottesdienst mittels Hofzuges nach Schlobitten, um dort den Fürsten zu Dohna zu besuchen. In Berlin trifft der Kaiser am Montag Abend wieder ein. Von den Aus- und Aufständen. In der Nähe der Pulverkiste des Orients, in Bulgarien und Attserbien, knistert und prasselt das Feuer lustig weiter. Die türkische Regierung entsendet fortdauernd Truppen in das Aufstandsgebiet. Sie hat außerdem die bulgarische ernstlich ermahnt, für Wiederherstellung der Ruhe zu sorgen und diese hat der Mahnung alsbald Folge gegeben, indem sie die Reserven einberief und zur Verhütung von Einfällen in türkisches Gebiet die Grenzwachen verstärkte. In Genf sah es mehrere Tage lang recht schlimm aus; die Ordnung war verschiedentlich ernstlich bedroht und die Truppen hatten Kriegslager auf den öffentlichen Plägen eingerichtet. Drohend blinkten auf ihren Gewehren die Bajonette, drohend flangen die Reden der Ausstandsführer und die massenhaft umhergestreuten Flugschriften der Anarchisten. Aber die Regierung zauderte nicht lange. Ein halbes Tausend Fremder, zumeist Italiener, kann sich heute die Schweizergrenze von der anderen Seite betrachten. Das hat Eindruck gemacht und diejenigen Gewerbe, die eine sanftere Gemütsart vorausseßen, haben sich zur Ruhe entschlossen. Voran die Friseure, die nur insoweit für Blutvergießen sind, als es beim Rasieren unbermeidlich ist. Auch die Schneider wollen am Montag vieder arbeiten und das will gewiß viel heißen, denn sonst sind sie für das Blaumachen. Auch die Zeitungen werden wieder erscheinen. Zur Vorsicht hat den Bundesrat noch die Einberufung von Reserven verfügt. In Frankreich kam es allerdings zum Blutvergießen, aber nur im kleineren Umfang. In Terre- Noire( schwarze Erde) hatte ein Gendarm mit einem Revolver geschossen; die Menge unternahm darauf einen Sturm auf die Gendarmeriefaserne. es wurden Schüsse gewechselt, wobei mehrere Personen fielen. In der Nähe von Madrid war der Aufstand schon größer. Dort waren etwa 30 000 Personen in Bewegung und die Truppen mußten einschreiten. Resultat: etwa ein Dußend Tote. Eine Depesche aus La Linea an der spanischen Grenzzone bei Gibraltar meldet, zahlreiche Gruppen von Auständigen hätten sich auf den dortigen Friedhof begeben, um sich der Leichen der bei einem Zwischenfall am Donnerstag Gefallenen zu bemächtigen. Kavallerie zerstreute indeß rasch die Manifestanten, sodaß ernstere Ruheſtörungen vermieden wurden. Aus Amerika liegen Nachrichten vor, daß der Vergleich zwischen den Grubenbesigern und Arbeitern gescheitert ist. Kämpfe haben noch nicht stattgefunden. Kurze politische Nachrichten. * Der Großherzog von Oldenburg stattete am Sonnabend der Stadt Lübeck einen Besuch ab. * Reichskanzler Graf Bülow weilt seit Sonnabend wieder in Berlin. * Der Seniorenkonvent des Reichstages tritt am 14. Oktober 1 Uhr nachmittags zusammen. * Graf Waldersee, dessen Bruder vor wenigen Tagen gestorben ist, wird der am 17. d. Mts. in Berlin stattfindenden Chinagedenkfeier beiwohnen. * Berlin, 13. Oktober.( Hofbericht.) Der Kaiser hat seine Reisedispositionen abermals geändert. Er trifft erst am 17. ds. hier ein. * Der Kaiser hat das Abschiedsgesuch des Oberpräsidenten Grafen zu Stolberg- Wernigerode genehmigt und ihm in Anerkennung seiner Verdienste um die Provinz Hannover den Kronenorden erster Klasse verliehen. * Im Auftrag des Deutschen Kaisers überreichte der deutsche Marineattaché Frhr. v. Schimmelmann Otto Sverdrup in Christiania den Kronenorden 1. Klasse. * Der freisinnige Reichstagsabgeordnete Dr. Barth erklärte in einer Versammlung der liberalen Vertrauensmänner zu Wittenberg, daß er für Wittenberg- Schweinitz nicht wieder kandidieren wolle; daraufhin wurde einstimmig Stadtrat Sichler- Wittenberg als Kandidat aufgestellt. * Das internationale Schiedsgericht wird Dienstag nachmittag zu einer Sizung zusammentreten, um das Urteil in der Streitsache zwischen den Vereinigten Staaten und Meriko zu verkünden. * In St. Pölten( Desterreich) kam es am Sonntag zu einem Zusammenstoß zwischen Liberalen und Christlich- Sozialen, so daß Truppen einschreiten mußten. * In Klausenburg( Ungarn) wurde am Sonntag ein Denkmal des Königs Matthias eingeweiht. Hierbei kam es zu Kundgebungen gegen die habsburgische Monarchie, insbesondere gegen den Erzherzog Josef August, der als Vertreter des Kaisers Franz Josef an der Feier teilnahm. Die offiziöse Presse erklärt die Vorgänge allerdings für durchaus harmlos. * Der Redakteur der deutschen ,, Kronstädter Zeitung" Hermann Schroff wurde wegen eines in diesem Blatte erschienenen Artikels von dem Stadthauptmann verhaftet. Das amtliche ,, Ungarische Tel. CorrespondenzBureau" sezt, um Stimmung gegen Schroff zu machen und die großungarische Tendenz der Maßregel zu verschleiern, folgendes bei: Schroffs Heimatberechtigung ist nicht bekannt; Schroff war früher in Rumänien tätig und wurde von dort wegen rumänenfeindlicher Aufreizung ausgewiesen. * In den Reihen der englischen Liberalen ist durch die Verfeindung zwischen den Führern Rosebery und Bannermann eine Spaltung eingetreten. * Oberbürgermeister Delbrück in Danzig soll, wie neuerdings verlautet, als Oberpräsident der Provinz Westpreußen in Aussicht genommen sein und bereits in nächster Zeit seine Ernennung erhalten. * Die Eskadron der Jäger zu Pferde Nr. 7 ist von Wesel nach Düsseldorf verlegt worden. Wesel soll dafür Ersaz erhalten. * In österreichischen Parlamentskreisen hegt man Zweifel daran, daß es gelingt, den Nationalitätenstreit zu beendigen. * In Venezuela und zwar in der Nähe der Hauptstadt wurde der deutsche Untertan Russel von Revolutionären ermordet. Die venezolanische Regierung hat sofort Schritte zur Ermittelung und Bestrafung des Schuldigen getan. Vermischtes. [ Eine Statistik vom Buckel.] In Liverpool ist vor einigen Tagen ein origineller Statistiker gestorben. Seine Erben entdeckten in seiner Wohnung ein umfangreiches, aus ungefähr 2000 Blättern bestehendes Manuskript, in welchem nur von Buckeligen die Rede ist. Es ist eine sehr ausführliche Monographie des Buckels in ,, allen seinen Phasen". Unverheiratet, reich, unabhängig, von einer eisernen Gesundheit, schreckte der originelle Statiſtiker vor keinem Opfer, ja sogar vor keiner Gefahr zurück, um die Beobachtungen zu sammeln, die er dann in seinem riesigen Werke verarbeitet hat. Die meisten Buckeligen scheinen in Spanien zu leben. In einer kleinen Ortschaft am Fuße der Sierra Morena befindet sich unter je 13 Einwohnern immer ein Buckeliger. In Frankreich ist das Loire- Becken besonders reich an Buckeligen. Der Rhachitismus soll dort als beinahe endemische Krankheit herrschen. Durch Kombination der in allen Ländern der Welt gesammelten Durchschnittzahlen hat der Statistiker festgestellt, daß sich unter je 1000 Individuen ein Buckeliger befindet; es würden also auf der ganzen Erde beinahe eine Million Buckelige leben. Der englische Statistiker hat ferner ergründet, daß die durchschnittliche Höhe eines jeden Buckels 20 Centimeter beträgt; um zu diesem Resultate zu gelangen, hat der gelehrte Mann mehr als 6000 Berechnungen machen müssen. Wenn alle Buckel der Welt, die zusammen eine ,, Bodenerhe= bung" von 200 000 Meter bilden, aufeinanderſtellen könnte, würde man auf dieser ungeheuren Leiter etwa 666 übereinandergestellte Eisfel- Türme erklettern können! man [ Was darf ein Hoteldirektor verzehren?] Mit dieser Magenfrage, so berichten die M. N. N.", hatte ich kürzlich ein Münchener Zivilgericht zu beschäftigen, und zwar aus folgenden Gründen: Der Direktor eines dortigen Hotels hatte sich in dem Etablissement eine Verlegung zugezogen, die ihn auf längere Zeit arbeitsunfähig machte. Unter den Entschädigungsansprüchen, die er stellte, befanden sich auch 2.50 Mart pro Tag für die vollständige Verpflegung, die er in dem Ge schäft hatte. Dem Besizer des Hotels war das zu viel, es wurde ein Sachverständiger vernommen, der auch erklärte, daß es genügend sei, wenn ein Direktor pro Tag 2 Mark verzehre. Nach der Speisekarte werden die Herren Hotelbesizer diese Berechnung wohl kaum gemacht haben. [ Der Walzer französisch!] Unser guter deutscher Walzer soll eine uralte französische Erfindung sein, das ist die neueste Entdeckung eines Pariser Blattes. Im 18. Bezirk von Paris fand unlängst ein Walzer- Wettbewerb statt, und ein Pariser Blatt warf bei dieser Gelegenheit die Frage auf: Wo hat man diesen hübschen Tanz zuerst getanzt?" Alfred de Musset nennt den Walzer einen deutschen Tanz". Folgende Stelle aus seinem Werke ,, Die Beichte eines Kindes des Jahrhunderts" ist berühmt: ,,... Einige Tänzerinnen geben sich mit einer so lieblichen Schamhaftigkeit, mit einer so zarten und so reinen ungezwungenheit hin, daß man nicht weiß, ob das, was man in ihrer Nähe empfindet, Verlangen oder Scheu ist, und ob, wenn man sie ans Herz drückt, man sie nicht zerbrechen könnte wie Rohr. Deutschland, wo man diesen Tanz erfunden hat, ist sicher ein Land, in welchem man liebt." Das Pariser Blatt scheint aber nicht dieser Ansicht zu sein. Es hält den Walzer für eine Erfindung der Franzosen. Dieses Faktum soll ,, aus Manuskripten aus dem 12. Jahrhundert" klar und deutlich hervorgehen. Manuskripte aus dem 12. Jahrhundert, bemerkt dazu der Figaro", klingt ein wenig unbestimmt, es wäre etwas mehr Genauigkeit in den Angaben erwünscht. Es steht aber fest, daß der Walzer in Paris zum ersten Male am 9. November 1178 getanzt wurde; in der Provence war er unter dem Namen ,, Volta" schon früher bekannt. Aus der Provence kam er nach Paris, wo er das Entzücken der französischen Könige bildete. [ Pariser Salonklatsch.] In einem neu erschienenen französischen Damenalmanach für das Jahr 1903 finden sich folgende Zwiegespräche: Sie ist eine Frau zwischen zwei Altern." Ja, zwischen dem, das sie hat, und dem, das sie angiebt." ,, Ihre Schwester behauptet ja, daß Sie der ältere sind?" Seit einigen Jahren erst, gnädige Frau, als wir noch klein waren, war ich der jünihre Töchter müssen gere." Ich sehe die Baronin wohl auch hier sein- in ihrem Alter geht man nicht mehr zu seinem eigenen Vergnügen auf den Ball." ,, Noch weniger zum Vergnügen der anderen."-- ,, Sun! und die Première?" ,, Mein Gott, was soll ich Ihnen sagen?" ,, Es ist eines jener Stücke, die nicht hindern, die Damenhüte im Saale zu betrachten." [ Ein unbequemer Orden.] Durch die französische Presse macht augenblicklich ein Geschichtchen die Runde, das, wenn es nicht wahr sein sollte, jedenfalls vorzüglich erfunden ist und die Ordenssucht, die in Paris noch mehr als anderswo grassiert, in geistreicher Weise geißelt. Ein hartnäckiger Ordensjäger erhielt von einem König im Sudan für reiche indirekte Dienste den LabatjiTapo- Orden. Der Franzose war hoch entzückt und lief spornstreichs zu einem Mitglied des Ministeriums, um sich die notwendige Erlaubnis zum Tragen der fremden Dekoration zu erholen. ,, Wissen Sie auch, woraus die Dekoration besteht?" fragte der Minister. ,, Gewiß," antwortete der Petent, es ist ein sehr schöner Ring aus Gold, an dem eine kleine, rot emaillierte Friedenspfeife befestigt ist; ich ersuche um die Erlaubnis, den Orden tragen zu dürfen." ,, Gewiß dürfen Sie ihn tragen, aber dem Gesetz entsprechend muß er getragen werden, wie ihn die Mitglieder des Ordens in Afrika tragen." ,, Und wie wäre das?"" In der Nase," war die unerwartete Antwort. Der neuernannte Kavalier des Labaksi- Tapo- Ordens soll etwas plötzlich verschwunden sein. [ Dewets Titel.] Als Chamberlain und General Dewet einander vorgestellt wurden, redete der Kolonialsekretär den Burengeneral als Mr. Dewet" an. ,, General," verbesserte Dewet. Chamberlain wiederholte aber „ Mister", worauf Dewet trozig entgegnete: General, oder nichts!" und der Kolonialsekretär mußte dem Beispiel Lord Kitcheners folgen und den militärischen Stand Dewets anerkennen, bevor er ihm die hand schütteln konnte. Gin Stein war von der Seele beider gewälzt. Der Augen aufleuchtenden Strahl von Freude zu verbergen. Marholms Lider senkten sich herab, um den in feinen that Frau Halgren einen tiefen temzug, und Gustav Aus der Richter bis zu dieser Stelle gekommen war, fuhr fort: Mein Nachlaß besteht: a) aus ein und einer halben Million Kronen Staatspapieren in Farbe war in ihre holms, die nicht ohne Wirkung blieben. Frau Halgren auf der Treppe im Hinabschreiten sagen. Darauf ängstlich beschwörende Worte von seiten MarIch will nicht mit ihr zusammen fahren", hörte ſie tonnte festen Schrittes ihren Angehörigen folgen. feßlichen, das Onkel vars über sie verhängt, gewesen war, förmlich gelähmt von dem Entbor wenigen Augen zurückgekehrt, und sie, die noch einige Beit vergehen zu hot hinreichenden Grund Nichtsdestoweniger hielt er an dem Vorsatz feit, noch für diesen Entschluß. Altar führen würde. Die ehe er Synnove zum Trauso wollte ich mich keinen Augenblick befinner er eines Tages gesagt. Ja, wenn es das Doppelte wäre, einen vornehmen Haushalt ist, wissen Sie ia selbst," hatte Dreitausend Kronen, Frau Halgren! Was das für diesen für rer entdeckte. herrührten. Daß ein die von mit dem Kolben des Revolvers geführten Schlägen er sich tapfer gewehrt, denn sein Kopf zeigte Verlegungen, destens noch zehn Minuten gelebt haben müsse, auch habe der Pförtner nach Erhalt des tödlichen Schusses minund in dessen anstoßendem Kabinette man auch den KassieLeiche in dem Rassenraume, in bem fich der Tresor befand funden haben fonntetiger Kampf im Nebenraume Die Aerzte stimmten darin überein, ohne daß der. Kassierer aufDaß Berlin, 13. Oft. Nachträglich werden Einzelheiten über eine Rede bekannt, die der Kaiser am vorigen Dienstag im Offizierkasino des 3. Grenadier- Regiments in Königsberg hielt. Wie ein Telegramm aus Königsberg berichtet, feierte der Kaiser der Königsberger Hartungschen Zeitung" zufolge u. A. den neuen fommandierenden Generalforps vou der Golz mit folgenden Worten: Nun kann ich ruhig schlafen, jetzt habe ich einen Häseler im Westen und einen Häfeler im Osten. Vermischtes. * Berlin, 10. Oft. Das„ Berl. Tagebl." meldet aus London: In Tottenham ist, wie die Untersuchung des Leichenbeschauers ergab, ein aus Südafrika heimgekehrter arbeitsloser Soldat Hungers gestorben. * Berlin, 10. Oft. Nach einer Meldung aus Madrid fam es gestern in Salines bei Gibraltar, wo 25 000 Mann streifen, zu einem furchtbaren Auftritt. Die Gendarmerie wollte eine Versammlung im Stier- Birfus verhindern. Sie wurde aber mit Steinwürfen angegriffen und gab Feuer. 3 Arbeiter wurden erschossen und sehr viele verwundet. * Dresden, 10. Ott. Auf seinem Gute Piskowitz bei Camenz erschoß sich der sächsische Major a. D. von der Planit, ein Better des verstorbenen sächsischen Kriegsministers wegen zerrütteten Vermögens- Verhältnissen. * Göttingen. Als Lettor der französischen Sprache ist an Stelle des Herrn Couchoud, Herr Dr. Halbwuchs getreten. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Der Großherzog hat den nachbenannten Beamten in der Hessisch- Preußischen Eisenbahngemein schaft aus Anlaß ihrer am 1. Oktober I. Is. erfolgten Versetzung in den Ruhestand folgende Orden verliehen: dem Güterexpedienten Jakob Friedsam zu Mainz das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Eisenbahnsekretär Friedrich Adam zu Mainz das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Stationsassistenten Wilhelm Kern zu Bingen das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen; dem Bahn meister Konrad Bischoff zu Lauterbach die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, den Lokomotivführern Cornelius Rieger und Adam Aul, beide zu Aschaffenburg, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift" Für treue Dienste". P. D. Die Tagesordnung der öffentlichen Sigung des Provinzial- Ausschusses vom 11. Oktober umfaßte folgende Gegenstände: 1) Beschwerde der Gemeinde Eifa gegen einen Beschluß des Kreis- Ausschusses, durch welchen ihr die Unterhaltungspflicht eines Kanals in der Ortsdurchfahrt zugewiesen wurde. Diese Beschwerde wurde abgewiesen. 2) Antrag auf Entziehung der Konzession der Hebamme Ißley in Udenhausen. Die Entscheidung wurde ausgesetzt. 3) Refurs des Heinrich Karl Geisel gegen eine Entscheidung des Kreisausschusses, durch welche seine Reklamation gegen den Voranschlag abgewiesen worden war. Der Rekurs wurde verworfen. 4) Die Entscheidung über eine Beschwerde der Gemeinde Nidda wegen des Ankaufs ihrer Obstbäume durch den Kreis wurde ausgesetzt. 5) Die Beschwerde der Gemeinde Bergheim gegen einen Beschluß des Kreisausschusses wegen Anpflanzung von Obstbäumen wurde zurückgewiesen. 6) Die Bürgermeisterwahl von Bersrod wurde für ungiltig erklärt. In der hiesigen Stadtkirche, die gestern anläßlich des Gente- Dankfestes festlich geschmückt war, wurde der zahlreich versammelten Gemeinde der neue Geistliche, Herr Pfarrer Scheunemann, zuletzt in Dahlheim in Rheinhessen, vorgestellt. Herr Defan Strack 2] Dr. Rumseys Patient. Roman von Dr. Halifax und T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner. ( Nachdrud verboten.) Ach Hetty, ich kann Ihnen ia in Worten garnicht sagen, wie unendlich lieb ich Sie habe." Die großen Augen des jungen Mannes blickten so leidenschaftlich beredt auf Hetty, daß das leichtfertige, herzlose Mädchen gerührt ward. Was soll ich thun, Herbert?" flüsterte sie mit gesenkten Augen. Mir die Blumen geben und lieb zu mir sein!" bat er weich. " Jekt nicht! Kommen Sie nach dent Abendessen an den Bach; vielleicht gebe ich sie Ihnen dort. Horch- Tante ruft mich. Ich muß hinein. Adieu." Damit enteilte sie ihm. " Hetty", empfing ſie drinnen Frau Armitage, die Frau des Gastwirts, sprachst Du nicht eben mit Herrn Franzius?" " Ja, Tante Fanny." Ich will Dir mal etwas sagen, Kind. Dein Onkel und ich sehen das garnicht gern; denn wegen Deines hübschen Gesichts wird Dich ein so feiner Herr-" aus Leihgestern wies den neuen Amtsbruder in sein| Amt ein und gab der Hoffnung Ausdruck, daß er ebenso in Segen wirfen möge, wie Herr Pfarrer Dr. Grein. Herr Pfarrer Schlosser begrüßte dann den neuen Amtsbruder und hofft auf ein gedeihliches und gesegnetes Zusammenwirken mit ihm. Alsdann sprach Herr Pfarrer Scheuneman nach Verlesung des 64. Psalms auf Grund der Bibelstelle Matthäus 6, 11.„ Unser täglich Brot gieb uns heute". Die Gemeindemitglieder nahmen einen guten Eindruck mit nach Hause und schließen wir uns den Wünschen an, daß der neue Geistliche in die Fußtapfen seines Vorgänger treten möge. Ach", entgegnete Hetty, den Kopf hochmütig in den Nacken werfend, forge Dich nur nicht darum. Er meint es ehrlich mit mir; heute früh fragte er mich, ob ich seine Frau werden wollte." Das das fann sein Ernst nicht sein!" rief Frau Armitage, ungläubig und zugleich erfreut, aus. " Doch! Morgen will er mit Onfel sprechen das heißt, wenn ich" Ja" gesagt habe. Er meinte, er brauchte sich nach feinem Menschen in der Welt zu richten- er wird mich zu einer vornehmen Dame machen- er ist sehr reich-" Liebst Du ihn denn, Kind?" fiel die Tante ernst ein. " Ach Gott, Tante, stelle doch nicht diese Frage. Ich weiß es wirklich selber nicht genau." Hetty machte sich in der Küche zu schaffen. Mit geräuschvollem Klappern fezte sie Teller und Gläser auf ein Brett, um den jungen Leuten das Abendbrot zu servieren. " Laß das heute", wehrte die Tante. Ich werde das selber besorgen." Mit diesen Worten nahm sie das Brett und ging hinaus. Hetty eilte in ihre Kammer hinauf. Dort nahm sie einen leinen Handspiegel von der Wand und gab sich einer tiefen Betrachtung ihres hübschen Spiegelbildes hin. Nach einer ge** Dem Vernehmen nach tritt die evangelische Landessynode am Dienstag, 28. Oktober, zusammen. Die Sigungen finden zu Darmstadt im Stände haus statt und werden voraussichtlich einige Tage in Anspruch nehmen. ** * Der heutige Ob st martt war wiederum stark beſucht; die aufgefahrene Ware war durchgängig gnt. Die erzielten Preise für den Käufer wie auch für den Verkäufer ganz annehmbar. Es wurden verkauft das Pfund Aepfel im Durchschnitt zu 4 Bfg. * Wegen der Beförderung der Begleiter Landwirtschaftliche Verein der Provinz Oberhessen bei der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. vorstellig geworden. Bekanntlich sollen die Viehbegleiter nach § 44 Absatz 4 in den Vichwagen Unterkunft finden, welche Bestimmung nach Ansicht der Beteiligten eine große Härte enthält, umsomehr, als der Aufenthalt in diesen Wagen mit dem Vich zusammen für Menschen mit Lebensgefahr verbunden ist. Die Eisenbahndirektion hat nun dem Landwirtschaftlichen Provinzialverein geantwortet, daß sie hinsichtlich der Beförderung der Viehbegleiter ihre Dienststellen bereits vor einem Jahre angewiesen hat, die betreffenden Bestimmungen der E.-V.-O. milde zu handhaben. Die Beförderung der Viehbegleiter soul bei Personenzügen in Wagen 4. Klasse, bei anderen Zügen thunlichst im Packwagen, namentlich zur Nachtzeit, während der heißen Jahreszeit und bei lange dauernden Transporten zugelassen werden. Auch soll diese Vergünstigung da gewährt werden, wo die Beförderung im Viehwagen eine unnötige, durch Betriebsrücksichten oder andere Umstände nicht bedingte Härte bedeuten würde. von Viehtransporten auf der Eisenbahn ist der ** Zur Landtagswahl. Die Dürftigkeit an ernstem politischen Stoff scheint manchen Korrespondenten, der politischen Stoff scheint manchen Korrespondenten, der seinem Blatt notgedrungen Berichte schicken soll, zur Verzweiflung und in dieser Stimmung zu Bhantasien zu treiben, wie sich solche in der Kölnischen Beitung" vom Samstag niedergelegt finden. Diesem Blatte wird nämlich„ Aus Hessen" vom 10. Oktober folgendes zur hessischen Landtagswahl geschrieben: " Das Hauptinteresse der hessischen Politiker dürfte sich in diesen Tagen nach Mainz richten. Dort beherrscht seit vielen Jahren die Sozialdemokratie das Feld, indem sie zwei ihrer schärfsten Vertreter in den Landtag schickt. Nun aber ist, wie ein Artikel eines Gießener Blattes betont, in Mainz zwischen den Nationalliberalen und dem Centrum eine Verständigung dahin im Gange, daß beide Parteien geschlossen für den bisherigen Wormser Vertreter, Herrn Nikol. Reinhart stimmen wollen. Herr Reinhart erscheint in der That als der einzige Mann, der den Sozialdemokraten erfolgreich die Spizze bieten und ihnen wenigstens eines der beiden Mandate entreißen könnte. Er ist einer der ältesten und eifrigsten Parlamentarier, der im nächsten Jahr sein 25jähriges Abgeordnetenjubiläum begeht, huldigt einer streng fatholischen Gesinnung, neigt aber politisch sehr weit nach links, sodaß er ohne Frage auch von den Mainzer Freisinnigen gern angenommen werden würde. Käme dieser Wahlkompromiß zu Stande, so würde das Wormser Mandat für den dortigen Oberraumen Weile hing sie den Spiegel wieder weg, schloß die Hände ineinander, trat an das offene Fenster und blickte in die Landschaft hinaus. " Soll ich ihn heiraten?" flüsterte sie vor sich hin.„ Er ist reich- er liebt mich aufrichtig. Bin ich erst seine Frau, so bin ich eine vornehme Dame und brauche keine Hausarbeit mehr zu verrichten. Wie ich diese gewöhnliche Arbeit, vor allem die Armut, hasse! Wie schön muß es sein, wenn man sich um weiter nichts, als um schöne Kleider und Hüte und Vergnügen zu fümmern hat! Er ist reich- er liebt mich- wenn ich„ Ja" sage, heiratet er mich sofort. Onkel und Tante würden sich gewiß darüber freuen und die Leute sich wundern, was für eine gute Partie ich mache. Soll ich ihn heiraten? Ich liebe ihn nicht garnicht aber schließlich, was thut das?" Sie feufzte. Die rosige Farbe wich langsam aus ihrem schönen Gesicht; dann lehnte sie sich zum Fenster hinaus und stützte den Kopf in die Hand. bürgermeister Köhler fret, den Darmstadt nicht wieder wählen will, weil er eben Wormser Oberbürgermeister ist. In der Kammer war er Vorfizender des Finanzausschusses und als solcher eine höchst schäzenswerte Kraft." In welchem weltfernen Dorfe des Großherzogtums mag wohl dieser Berichterstatter der„ Kölnischen Zeitung" wohnen? " Ich liebe ihn nicht!" murmelte sie wieder.„ Wenn ich Herrn von Audrey sehe- dann, ja dann rast mein Herz in wilden Schlägen. Schon als Kind hatte ich Robert lieber als sonst einen Menschen auf der weiten Welt. Niemand ahnt davon etwas nie habe ich meine Gefühle verraten- und lieber möchte ich Roberts Stlavin als das Weib irgend eines anderen Mannes sein. Wie thöricht ich bin! Robert denkt mit keinem Atemzug an mich, und dennoch ist sein Bild unauslöschlich in meinem Herzen eingegraben. Wenn ich daran denke, könnte ich wahnsinnig werden. Vielleicht sehe ich Robert heute abend, wenn ich an den Bach gehe. Er pflegt diesen Weg einzuschlagen, wenn er nach dem Schlosse geht. Auch Herr Everett hat mich lieb er ist ein ebenso vornehmer Herr wie Franzius. Ach, wie die beiden mich langweilen! 3wanzig solcher Verehrer gäbe ich hin für einen freundlichen Blick aus Roberts Augen. Wie thöricht, wie unsagbar thöricht bin ich doch!" Wieder trat sie an den kleinen Spiegel und betrachtete ihr Gesicht. Die Schloßfräuleins sind nicht halb so hübsch, wie ich", flüsterte sie. Niemand in der ganzen Gegend kommt mir gleich. Ob Robert mich hübsch findet? Ach, warum soll ich mir um Herrn Franzius den Kopf zerbrechen! Ob der Baron sich wohl ärgern würde, wenn ich Franzius heirate? Ach, wenn ich ihn doch eifersüchtig machen fönnfe! Aber er macht sich ia nichts aus mir, er beachtet mich nicht mehr, als alle anderen Mädchen im Dorfe. Ach, Robert, Robert, ich gäbe die ganze Welt hin um ein Lächeln von Dir, und Du Du denkst nicht einen Atom an die arme Hetty! Hättest Du mich wenigstens so lieb wie Aus Hessen und nachbargebieten. *** Staufenberg. Am Sonntag wurde in unserem Ort gestürmt. Beim Schmiedemeister brannte die Scheune. Die Löscharbeiten waren rasch im Gang, so daß das Feuer nicht weiter um sich greifen konnte. Herr Schwalb scheint großes Pech zu haben, in wenigen Jahren ist es nun schon das dritte Mal, daß der rote Hahn in seinem Anwesen Besuch abstattete. ** Hofheim i. T., 12. Oftbr. Der hiesige Totengräber Frizz Mitternacht feiert dieser Tage seine goldene Hochzeit und zugleich sein 50jähriges Totengräber- Jubiläum. ** Bad- Nauheim, 13. Oft. Bürgermeister Wörner wurde am Samstag Vormittag im großen Teich tot aufgefunden. mal feben, ob id bem Rinb in be Tob. Der Thät ** Darmita Forsthaus beffen) geboren hat fich wiede zu Schulden fo Jahre bis 189 erfreute fiche Vertrauen und Rechner des La für das Dentmal übertragen. Gr unteriding circo Straffammer naten Gefängn Strafverbüßung und führte fich dann entlaffen, halten bei der fchäftigt. Gr aber in seinen Finger befam. gelieferten Gef bewahrt werden bon Mr. 130 Lieferant feine Beweise, verbra einem hiesigen quittierte er fell hielt das Geld er berhaftet, da des Lieferanten ift feit Dezember wirtes in Als fundenfälschung flagung zu or fünfjährigem juchungshaft ** Ebadorf hier wird vom 1 ** Mainz, 1 Stadthalle ftattg litentag erfre Landesteile n. 9 abgeordnete Dr May Bensheim Förderung im wünscht fi. R längeren Ausfüh Dr. Schmidt d Zentrums und Zu dem Selbstmord des Bürgermeisters Wörner wird der„ Frff. 3tg." geschrieben: Im Januar 1894 faufte ein aus Stottbus zugezogener Arzt ein Haus am Vor Abschluß des KaufAlicenplatz in Nauheim. vertrages bedeutete ihn Bürgermeister Wörner, der den Aft vorzunehmen hatte, daß nach hessischem Geseze die Anwesenheit der Ehefrau des Arztes und deren Unterschrift unbedingt nötig sei, obwohl der Arzt erklärte, daß seine Frau nicht miterwebe und er nach dem in Stuttbus geltenden Rechte( Gütertrennung) allein kaufen fönne. Der Bürgermeister blieb bei seinem Verlangen. Um die Formalität zu erfüllen und den Kaufvertrag schnell abzuschließen, rief nun der Arzt seine Frau telegraphisch von Kottbus nach Nauheim. In einem späteren Ehescheidungsprozeß und bei Ableistung eines Offenbarungseides berief sich die Frau des Arztes auf ihr angebliches Miteigentum an dem Haus in Nauheim. Der Arzt strengte einen Prozeß dagegeu an und ließ den Bürgermeister Wörner als Zeugen vorladen. Dieser soll nun am 15. April 1901 vor dem Landgericht in Gießen einen faschen Eid geschworen haben und sollte deshalb am 11. d. M. berhaftet werden. Dem entzog er sich durch Selbstmord. ** Vom Main, 12. Oft. In einem Walde bei Forstlahn fiel ein 2 Wilderer verfolgender Forstgehilfe hin. Dabei entlud sich sein Gewehr, und der Schuß drang dem einen Wilddiebe, dem Schuhmacher Zimmermann in die Seite. Er war sofort tot, 6 Kinder verlieren ihren Ernährer. ** Frankfurt a. M, 13. Okt. Die Eröffnung des neuen Schauspielhauses fann nach einer Mitteilung der Frankfurter Zeitung" zu dem festgesetzten Termin, am 25. Oftober, nicht stattfinden. Obwohl mit dem größten Eifer an der Fertigstellung der inneren Einrichtungen gearbeitet wird, hat jetzt eine Beratung der beteiligten Faktoren ergeben, daß es ganz unmöglich ist, den festgesetzten Termin einzuhalten. Man hofft, bis zum 1. November fertig zu werden, aber es ist nicht ausgeschlosser, daß die Eröffnung erst 8 bis 14 Tage später erfolgen wird. ** Darmstadt, 11. Oft. Mit dem Flobert er schossen hat am Samstag Nachmittag der 13 Jahre alte Richard Keil dahier, Ecke der Schwanen- und Gardistenstraße den 13 jährigen Knaben Peter Wacker. schossene ist ein 3 willing und trug der Mutter einen Knaben auf dem Arm, während sie den anderen an der Hand führte, als der Thäter mit dem aus der elterlichen Wohnung entnommene Flobert hinzukam und mit den Worten ,,, ich will Deinen Hund! Ja, ich will an den Bach gehen, Herr Franzius wird mich dort erwarten- der Baron kommt vielleicht vorbei und sieht uns- vielleicht wird er dann eifersüchtig. Ich nehme mein Gedichtbuch mit und setze mich unter die große Rüfter am Wasser, wo die Vergißmeinnicht wachsen. Ach, und ich wünsche sehnlichſt, der Baron möchte dort vorbeikommen!" Kaum waren diese Gedanken in Hettys Kopf aufgestiegen, so festigten sich dieselben zum Entschluß. Sie nahm ihr rot eingebundenes Gedichtbuch und verließ das Haus. Am Bache augelangt, setzte sie sich nieder, pflückte einen Strauß Vergißmeinnicht, legte ihn auf das aufgeschlagene Buch auf ihrem Schoß und blickte wie träumerisch in das Wasser. Nach einer Weile vernahm sie Schritte und gleich darauf schlug eine wohlbekannte Stimme an ihr Ohr, ihr Herz in einen wilden Taumel versekend. Guten Abend, Fräulein Hetty." " Guten Abend, Herr Baron." Ihre Stimme flang bescheiden, und schüchtern. Sie erhob sich, wobei die Blumen vor ihre Füße fielen. Eine jähe Nöte schoß in ihr Antlig, ihre strahlenden Augen hoben sich einen Augenblick zu den seiner empor, um dann unter abermaligent Erglühen sich zu Boden zu senken. So bot sie ein unbeschreiblich liebliches Bild. Das mochte auch der junge Mann denken, der einige Schritte von ihr entfernt am anderen Üfer des Baches stand. Es war eine jugendliche Gestalt mit einem hübschen, männlichen Gesicht. Seine Augen waren sehr dunkel und lagen ziemlich tief das Attribut eines tiefen Denkers oder Schwärmers. Jeder Zoll an ihm war ein Gentleman. Ist Ihr Onkel zu Hause?" fragte er. " Ich weiß nicht, Herr Baron. Ich will gleich hingehen und nachsehen, wenn Sie es wünschen." Nein, nein, es hat gar keine Eile. Mein Vater sagte mir, ich solle zu Ihrem Onfel gehen und ihn zu morgen früh auf das Schloß bestellen. Wollen Sie ihm das ausrichten?" Gewiß, Herr Baron." Es folgte eine kleine Pause, während welcher beide schwiegen. Hetty blickte in das Wasser zu ihren Füßen, der Baron betrachtete das junge Mädchen. " Guten Abend", sagte er dann. Guten Abend, Herr Baron." Er wandte sich um und schlug dann den Weg nach dem Schlosse ein. Seine Augen verrieten heute abend, daß er mich hübsch fand", murmelte das eitle Mädchen vor sich hin.„ Warum sagen es seine Lippen nicht? Ach, ich wünschte, er sagte es mir. Ach Herr Franzius, Sie bier?" Landtagswa auffordert. Int Rampie gegen daß das von der δι mal zum Borf Herzen fomme, Rentrum feine Mainz verlieft gerichtete Begri 2 Jahren war ** Wie wir in einer in gefundenen sozia 9 faßt, von Auf abzusehen und d Bartei und und wurden als Fabritant Langen lich und auf Eh Wahl im Land Butreten. Krofdorf. im Dienfte der J Hauptlehrer We Robert Neustad emp Ju billig Jagd gewe Jäger Norma Flanel Hautja Unterbo WOLLS Woll. Faust Fan Gama Woll. Ma Darmstadt night Wormser Ober war er Bor als solcher eine Großherzogtums nischen Beitung" gebieten. de in unserem brannte die im Gang, so fen fonnte. en, in wenigen 1, daß der rote Lete. chiefige Toten jer Lage feine Djähriges Totenrmeister Wörner Teid tot auf sters Wörner Januar 1894 zt ein Haus am luß des Kauf Börner, der den hem Geseze die d deren UnterArzt erklärte, nach dem in 7) allein kaufen nem Berlangen. den Kaufvertrag seine Frau tele m. In einem bleistung eines des Arztes auf us in Nauheim. u an und ließ ugen vorladen. vor dem Landschworen haben erhaftet werden. Walde bei Forst gehilfe hin. Da brang dem einen n in die Seite. 1 Ernährer. Eröffnung des ach einer Mit -m festgesetzten den. Obwohl ang der inneren eine Beratung ganz unmög uhalten. Man Derden, aber es ing erst 8 bis Flobert er er 13 Jahre alte - und Gardistender. Der Erter einen Anaben der Hand führte, Wohnung ent Sorten, ich will en, Herr Franzius nt vielleicht vorbei ichtig. Ich nehme große Rüfter am und ich wünsche f aufgeftiegen, fo hm ihr rot einAm Bache au Vergißmeinnicht, hrem Schoß und er Weile vernahut lbekannte Stimme El verſegend. üchtern. Sie erhob en. Eine jähe Röte en hoben sich einen unter abermaligen fie ein unbeschreiblich e Mann denken, der fer des Baches stand. hübschen, männlichen nd lagen ziemlich tief Schwärmers. Jeder gleich bingehen und Tein Vater fagte mir morgen früh auf das richten?" elcher beide schwiegen der Baron betrachtete ben Weg nach dem daß er mich hübsch hin. Warum fagen er fagte es mir mal sehen, ob ich dich treff", losdrückte, die Kugei ging dem Kind in den Hinterkopf und veranlaßte den sofortigen Tod. Der Thäter soll darüber tobsichtig geworden sein. ** Darmstadt, 11. Okt. Der im Jahre 1872 auf Forsthaus Winterstein bei Friedberg( Oberheffen) Hessen) geborene Schreibgehilfe Gustav Schnauber hat sich wieder einmal eine Anzahl Unterschlagungen zu Schulden kommen lassen. Sch. war seiner Zeit sieben Jahre bis 1891 auf dem Kreisamt Friedberg beschäftigt, erfreute sich einer guten Führung, genoß das größte Vertrauen und wurde ihm damals die Stelle als Rechner des Landeskomitees zur Sammlung der Gelder für das Denkmal des verstorbenen Großherzogs Ludwig IV. übertragen. Er mißbrauchte aber diesen Posten und unterschlug circa 6000 Mt., weshalb er 1892 von der Straffammer Gießen zu zwei Jahren drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Während seiner Strafverbüßung in Darmstadt zeigte er große Reue und führte sich sehr gut. Im Jahre 1895 murde er dann entlassen, aber mit Rücksicht auf sein gutes Ver halten bei der Anstalt als Schreibergehilfe weiter beschäftigt. Er machte sich auch hier bald beliebt, verfiel aber in seinen alten Fehler, als er wieder Geld in die Finger befam. Er unterschlug Gelder, welche von eingelieferten Gefangenen mitgebracht worden und auf bewahrt werden sollte. Eine Kaution eines Lieferanten bon Mt. 130 eignete er sich ebenfalls an; als der Lieferant seine Kaution monierte, unterschlug Sch. die Beweise, verbrannte das Postquittungsbuch 2c.; die von einem hiesigen Kleiderlieferanten ausgestellte Rechnung quittierte er selbst mit dem Namen der Firma und behielt das Geld für sich. Am Frohnleichnamstag wurde er verhaftet, da man durch eine erneute Reklamation des Lieferanten hinter die Schliche desselben kam. Sch. ist seit Dezember v. J. mit der Tochter eines Landwirtes in Alsfeld verheiratet. Er wird wegen Urfundenfälschung in zwei Fällen sowie wegen Unterschlagung zu orei Jahren vier Monaten Zuchthaus, sowie fünfjährigem Ehrverlust verurteilt. Vier Monate Unterjuchungs haft werden ihm angerechnet. ** Ebsdorf, 13. Oft. Der Fußgersdarm Sinn von hier wird vom 1. November an nach Wetter versetzt. ** Mainz, 11. Oft. Der heute im großen Saale der Stadthalle stattgehabte siebente hessische Katholitentag erfreute sich eines guten Besuchs aus allen Landesteile n. Ten Borsiz führte Reichs- und Landtagsabgeordnete Dr. Schmidt. Als erster Redner sprach Prof. May Bensheim über die kath. Studienvereine, deren Förderung im Interesse der kath. Glaubensgenossen sehr ecwünscht si. Reichstags- Abg. Dr. Witte- Köln berichtet in längeren Ausführungen, während Reichs- und Landtags- Abg. Dr. Schmidt die Aufgaben und die Stellungnahme des Zentrums und der fath. Bevölkerung bei den bevorstehenden Landtagswahlen erörterte und zu eifriger Agitation auffordert. Interessant ist, daß der Redner zu heftigstem Rampfe gegen die Sozialdemokraten auffordert und bemerkt, daß das von der Regierung gegenüber dem Zentrum manch. mal zum Vorschein kommende Wohlwollen feineswegs von Herzen komme, sondern nur so lange arhalte, als es das Rentrum seine Stärke fürchte. Domkapitular Dr. ReichMainz verliest ein Antworttelegramm auf eine an den Papst gerichtete Begrüßungsdepesche. Der lezte Katholikentag vor 2 Jahren war mindestens um die Hälfte besser besucht. ** Wie wir aus der„ Mainzer Voltsztg." ersehen, wurde in Darmstadt am Mittwoch Abend statt. gefundenen sozialdemokratischen Versammlung der Beschluß gefaßt, von Aufstellung eigener Kandidaten zum Landtag abzusehen und die kandidaturen der freisinnigen Partei und der Bezirksvereine zu unterstüßen, und wurden als solche die Herren Buchhändler Saeng und Fabrikant Langenbach genanut. Dieselben sollen u. a. schriftlich und auf Ehrenwort verpflichtet werden, im Falle ihrer Wahl im Landtag für ein fantelenfreies Wahlrecht einzutreten. in einer r Krofdorf. Auf eine 54 jährige segensreiche Thätigkeit im Dienste der Jugenderziehung blickte am 1. Oftober Herr Hauptlehrer Weil hierselbst zurück. Wer solch lange Zeit Robert Stuhl Neustadt 23, empfiehlt zu billigsten Preisen Jagdwesten gewebte Jacken Jägerhemden normalbemden Flanellhemden Hautjacken Unterhosen woll. Strümpfe woll. Socken Faust- u. FingerHandschuhe Gamaschen woll. Strickgarne Marke M- K. pp. treu und gewissenhaft in einer Gemeinde gewirkt hat, der| besitzt Anspruch darauf, daß die Teilnahme seiner Mitbürger diesen Tag begleitet. Letztere hat sich bereits schon vor 4 Jahren bei dem 50 jährigen Amtsjubiläum des Herrn Weil überreichlich bewiesen. Aber aus Anlaß seiner nunmehr erfolgten Amtsniederlegung waren am gestrigen Tage alle Lehrer und viele Geistliche des hiesigen Bezirks in Krof dorf verſammelt, um den Abschied des Herrn Weil zu feiern. Es würde zu weit führen, um hier hervorzuheben und anzuerkennen, wie Herr Hauptlehrer Weil in dieser langen Zeit sein Amt verwaltet hat und wie er den Pflichten seines Berufes gerecht geworden ist. Dies alles wurde am gestrigen Tage bei Gelegenheit der zu Krofdorf abgehaltenen Lehrerkonferenz von berufener Seite hervorgehoben. ** Launsbach hatte am Sonntag fröhlichen Besuch. Die Weglarer Turner hatten sich früh morgens aus den Federn gemacht und waren per Bahn bis Kinzenbach gefahren und dann auf Schusters Rappen über Krofdorf, durch den Krofdorfer Forst nach Salzböden, Odenhausen, Ruttershausen, Wismar nach hier, ihrem Endziel gekommen. Die Aufnahme durch die hiesigen Turner war eine sehr fröhliche, sodaß die Jünger Jahn's der Kreisstadt den besten Eindruck mit( nach Hausen ahmen. Bach angeschwemmte Schlamm, der nebenbei bemerkt so manch sonderbaren und eflichen Inhalt mit in sich birgt ist fürzlich neu geräumt worden und der Schlamm nebenhin auf die Straße zum Trocknen geworfen. Und warum? die Gemeinde will denselben verkaufen.- Warum denn das; hats denn unsere Gemeinde so sehr nötig, unbeachtet der Unannehmlichkeiten und Gefahren, welche den Anwohnern damit geboten werden? Es wird hiermit öffentlich an die Gemeindebehörde appelliert, daß diese Schlammerde sofort nach dem Ausräumen nach einem geeigneten Platz befördert wird. Wenn Pläge und Wagen vorhanden wären, dann könnte dem Mißstand doch ausreichend abgeholfen werden und nicht Wochen lang, ja Monate lang der Schlamm an der Straße vor den Häusern seinen Gestank verbreiten. Litterarisches. Friedrich Spielhagen Romane- Neue Folge. Wohlfeile Lieferungsausgabe in 50 Lieferungen à 35 Pfg. Alle 14 Tage eine Lieferung( Verlag von s Aus dem Kreise Wehlar. Eine Neueinrichtung soll. Staackmann in Leipzig.) Spielhagen ist der„ Meister mit diesem Monat im hiesigen Streise eingeführt werden, des deutschen Romanes". Sein lebendig bewegter, fesselnder worauf wir alle Landwirte hinweisen möchten. Zur besseren Stil, die Kraft seiner anziehenden Schilderung, die Kühnheit Ausbildung in der Unterweisung der Wiesenpflege sollen seiner Erfindung, dabei die den meisten seiner Bücher zu unter Leitung des Kreisbaumeisters Kämpfer Lehrkurse Grunde liegende Verförperung der großen Ideen des letzten abgehalten werden. Vorläufig sind 3 Kurse zu Wezlar Jahrhunderts, all' die gerühmten Vorzüge des Meisters, ste Ahrd und Hochelheim von je 4 Tagen vorgesehen worden. finden sich auch in geschwächtem Maße in den Werken, welche Der Unterricht wird unentgeltlich erteilt und erhalten die in der vorliegenden Neuen( Schluß-) Folge" der Romane Teilnehmer sogar eine tägliche Entschädigung von 2 Mark enthalten sind. Die Lieferungsausgabe wird eröffnet mit dem stimmungsvollen Liebes- und Dichterroman" Sonntagspro Tag. ** Wetzlar, 14. Oft. Donnerstag, den 6. November, find", der bereits in 8 großen Auflagen verbreitet worden ist. findet hier Stadtverordnetenwahl statt. Es scheiden nach dem Gesez aus die Herren Georg Buß, Ernst Leitz, Karl Flörsheim, Jakob Kraft, Georg Allmenröder und Michael Ritterle. " -r. Marburg, 13. Okt. Bei der gestern hier abgehaltenen Delegierten- Versammlung des Hessischen Athleten- Verbandes war aus Gießen vertreten der Stemm- und Ringklub", ferner Vereine aus Kassel, Hersfeld und Marburg. Zum ersten Vorsitzenden wurde gewählt Hohenthal vom Klub„ Roland"-Kassel, zum ersten Stemmwart Köhler- Kaffel. Es wurde auch beschlossen, den deutschen Ringkampf aufzugeben und dafür den griechisch- römischen einzuführen. Das Verbandsfest soll von jetzt an alljährlich abgehalten werden, wobei der festgebende Verein 25 Mf. 3rr Meisterschaftsprämie zu geben hat. Der nächste Delegiertentag wird am 14. April in Kaſſel ſtattfinden, das nächste Verbandsfest, das in größerem Maßstabe veranstaltet werden soll, Zur Schaffung nächsten Sommer hier in Marburg. dauernder befriedigender Theaterverhältnisse in unserer Stadt hat sich hier ein Theater- Verein gebildet, dem die hervorragendsten Personen unserer Stadt angehören. ** Marburg, 13. Oft. Die Einführung des neuen Rektors der Universität findet am nächsten Sonntag statt. ** Kirchhain, 12. Oft. Nach dem fürzlich erfolgten Tode des Geh. Sanitätsrats Dr. Klingelhöfer haben sich bereits 3 neue Aerzte hier nieder gelassen, sodaß jetzt für ärztliche Hilfe reichlich gesorgt ist. ** Kassel, 12. Oft. Der„ Hess. Post" wird„ Zur Fleischnot" geschrieben: Ein Landwirt im Kreise Homberg hat am 6. d. Mts. 10 fette Schweine nach Frankfurt a. M., die am 9. d. Mts. abgenommen werden sollten. Statt sie abzunehmen, schrieb der Händler, er fönne sie nicht abnehmen, denn Frankfurt wollte diese Woche nichts von Schweine haben. Oeffentlicher Sprechsaal. ** Steinbach, 11. Oft.( Eingesandt.) Unser sehr ruhiges und aber auch in sanitärer Hinsicht sehr gut gestellter Ort hat jetzt einmal wieder seine Mauserzeit. Der im ganzen Jahr von den Abhängen in den Gießen Oswaldsgarten nur noch heute und morgen Dompteur Charles Menagerie- Cirkus. In 2 große Vorstellungen. anfang 5 u. 8/2 Uhr Abends. MAGGI'S Würfel Suppen- Würfel à 10 r für 2 eller fiäftiger Suppe sind stets frisch zu haben bei Ludwig Steinhäuser, Neue Bäue. Tüchtige Verkäuferin 2 schön möblietes Zimmer Wetzsteinstraße 42 mit voller wenn möglich in der Schuhbranche Pension monatlich 50 mt. per erfahren, per sofort gesucht. Per fof- rt zu vermiet n. sönliche Meldung erwünscht. Anna Springmann, Schuhlager, Bahnhofstraße 58. Gut erhaltener Winterüberzieher billig zu verkaufen. Wo! sagt die Exp. d. Bl. 5. Bu vermieten: möbl. Zimmer zu mieten. Brandgasse 8. Näh. Grünbergerstr. 15. rößeres schön möblirtes Zimmer part. in rubiger Lage an besseren Herrn sofort zu vermieten. Näh. Bruchstraße 14. Die seither von Herrn Bauinspektor Enderes innegehabte Wohnung Allicestraße 18 ist anderweitig zu vermieten. 3- Zimmerwohnung mit Zubehör in freier Lage zu vermieten. Näh. Hammstarße 27. Schöne Mansardenwohnung nebst Zubehör per 15. Oftober zu vermieten. Bahnhofstr. 15. Mansardenwohnung 4 Zimmer mit Zubehör zu vermieten Emil Loh, Kirchenplag. Freundl. möbl. Zimmer sofort oder später zu vermieten bei Rothermel, Bahnhofstr. 38. Möbl. Zimmer Geschäftliches. Das Köriger Schwarzbier ist seit dem 17. Jahrhundert als ein vorzügliches Stärkungsmittel für Blutarme und Geschwächte bekannt. Es wird gebraucht nach einer uralten englischen Portervorschrift. Es verdankt seine weite Verbreitung hauptsächlich seiner besonders zweckmäßigen Zusammensetzung- bei mäßigem Alkoholgehalt enthält es sehr viel Malz- und sog. Extraftstoffe, die den Stoffunsatz in hohem Grade fördern. In neuerer Zeit wird es auch vielfach in Lungen- Heilanstalten angewandt, wo man die Schädlichkeit der früher beliebten Verabreichung großer Mengen von schweren Weinen und Spirituosen erkannt hat und das Schwarzbier als einen sehr zweckmäßigen Ersatz der= selben verwertet. Unter Verabreichung von Schwarzbier sind hohe Gewichtszunahmen bei Schwindsüchtigen, wie bei anderen schwächenden Krankheiten erzielt worden. Der Verwendung von Schwarzbier bei Kranken ist auch deshalb ein hoher Wert beizulegen, weil dasselbe wegen seines angenehmen Geschmacks selbst von empfindlichen Kranken gern genommen wird. Marktbericht. Gießen, 14. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Pfd. 90-1.00 Mt. Hühnereier 1 St. 7-8 Pfg., Enteneier St. -00 Pfg., Gänseeier 1 St. 0-0 Pfg., Käse per St. 5-9 Pfg. Erbien per Liter 19 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar mr. 0.60-0.80, Hühner per Stüd Mt. 1.00-130, Hahnen, per Stüd Mr. 0,60-0.85, Enten per Stüd 2.00-2.30, Gänje p. Pfd. 50-65 Pfg, Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 60-64 Pfg. Schweineflei per Pfd. 70-80 Big. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.84 Big, Kalbfleisch per Pfd. 68-72 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-70 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 400-4.50 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 3.30-3.50, Milch per Liter 18 Pfg. AMTLICH GLANZEND BEGUTACHTET: NUR 25 SALUTARIS NUR 25 Pfg Pfg TOILETTE- FETT- SEIFE Unübertroffen für Haut- Celntpflege: Rein, mild, sparsam. C. Naumann, Seifen- u. Parfümeriefabrik, Offenbach a.M. 1 möblirtes Zimmer Möbl. Zimmer mit Kabinet, und 2 schön möbl. 3immer in nächster Nähe d. neuen zu vermieten. Kaserne sofort zu vermieten. Näh Grünbergerstr. 48. chöne geräumige 5-3immerwohnung mit Balkon u. Zubehör in ruhiger Lage zu vermieten. Näh. Afterweg 48, III. chön möbl. Zimmer, 3 Treppen, Wetsteinstraße 44. Kleines Zimmer zu vermieten. Bismarckstraße 17. zu vermieten. Neustadt 14, I. Schöne 3 Zimmer- Wohnung sofort zu vermieten. Näh. Hammstraße 11, part. chön möblirtes Zimmer( part.) in ruhiger Lage sofort od. später zu vermieten. Eine Näh. Nordanlage 19. Mansardenwohn. 3-4 3immer nebst Zubehör und Bleichplatz zu vermieten. Schillerstraße 26. eräumige 4-3immerwohnung 6 bis 7 Arbeiter Gevent. mit Gartenanteil, Bleichfönnen Schlafstelle erhalten. Grünbergerstraße 48, Hinterhaus. Junger Hausbursche gesucht. Ebelstraße 2. Schöne 2- Zimmerwohn. plaz, zu vermieten, beziehbar fo= fort. Liebigstraße 58. chöne 5- Zimmerwohnung im 1. Stod mit allem Zubehör per sofort zu vermieten. Ludwigsplaz 14. Möbl. Zimmer mit tabinet zu vermieten, auf in freier Lage mit Küche und zu Schön möblirtes Zimmer zu vermieten. Websteingasse Nr. 7. 2 möblirte Zimmer sofort oder später zu vermieten. Löwengasse 20. Wunsch mit Kost. mieten. Neuenweg 36, II. St. Möblirtes Zimmer zu vermieten. Kirchenplatz 6. Durch Versetzung des Herrn Schüßenstraße 14 Hauptmana Befer ist dessen seit 7 eine neu hergerichtete FamilienJahren innegehabte Wohnung in wohnung, mit allem Zubehör ſover- meinem House Asterweg 29 II. für wie eine feine Mansardenwohnung sofo.t oder später zu vermieten. fofort zu vermieten. Räh. Schüßenstraße 15, I. Sanitätsrat Dr. Haupt. behör an anständ. Leute zu ver= Rodheimerstr. 29. Möblirtes Zimmer mit oder ohne Pension sofort oder später zu vermieten. Moltkestraße 24, III. Geräumiges Logis im Hinterhaus sofort oder später zu vermieten. Grünbergerstraße 36, II. per sofort zu vermieten. Dammstraße 44, I. öbl. Zimmer, 1 Treppe hoch, per sofort oder später zu vermieten. Näh. Wallthorstr. 53, I. Möbl. Zimmer mit sep. Eingang zu vermieten. Ludwigstraße 33, I. Etage. Wer Stelle fucht, verl. die Deutsche Vakanzenpost Eßlingen. Wegen Vermiet. meiner Geschäfts- Lokalitäten u. Aufgabe mein. Detail- Geschäftes bin ich genötigt mein gesamtes Warenlager einem Total- Ausverkauf Tapisserie( vorgezeichnet.) Parade- Handtücher mit Franze, Kreuzstich, " " 1 " 35, 55, 75 fg. Bürstentaschen pr. Stück 24 32, 38, 50, 75 Betttaschen pr. Stück 42, 58, 75, 90 Reiserollen pr. Stüd 125, 175, 225 Journalhalter pr. Stück 48, 68, 85, 98 Klammerschürzen pr. Stück 42, 58, 85, 110 Tischläufer m. Franzen pr. Stück 55, 75, 95 Schlummerkissen pr. Stück 32, 48, 55, 75 Küchenhandtücher pr. Stück 35, 54. 68, 85 Borgezeichnete Schuhe pr. Std. 78, 98, 125 Bestickt. Wandschoner Schwammnete Bürstentaschen Tastenläufer Wäschebeutel pr. Stück 55, 75, 95 pr. Stüd 48, 65 " "! " " " zu unterwerfen. Damen- Putz. Damenhüte, moderne Façons Stück 35, 55, 85, Pfg. Stück 150, 225, Matlos, Seidenkopf Damenhüte, farbig elegante Formen " Stück 125, 175, 195 Kiele, Blumen, Federn, Fautasien, Bänder, Schnallen, Schleier und alle zugehörigen Zuthaten werden zur Hälfte der seitherigen Preise abgegeben. Hausbedarfs- Artikel Schürzen. Kinder- Hängeschürzen, Hansschürzen, farb. ohne Träger 88, 115, 145 Hausschürzen, Fantasieschürzen N Φυσικ ine Hay Gratis Oberh Garter Da 45, 65, 75 Pfg. Glo " mit 95, 120, 165 " " " 36, 42, 50, 85 " " Fantasieschürzen, reich verziert 95, 120, 145 Riesen- Sortiment Blousen. Damen- Blusen, mod. Stoffe 95, 120, 145 Pfg. do. mit schöner Garnierung 195, 245 do. sehr aparte Neuheiten 375, 550, 750 Damen- Hemdenblusen aus fein gestreift. Wollstoff 175 Pfg. Unterröcke Unterröcke aus Kalmuck pr. Stück 98, 125 Pfg. An jammer parlame Die Un Thielma in der z lage ebe Belltari " " und di Antisen werden eintreter gen, da " 1 fommt. " pr. Stüd 48, 65, 88 pr. Stück 125, 165 pr. Stück 125, 165 Position " bölferun " 1 do. mit Besaz 140" macht, " " " Stück 52 Stück 168 " " Stück 495 " " 1 Strg. 70, Pfd. 350 " Parade- Handtücher m. Hohlsaum 98, 125 Stidrahmen, Javaftoffe, Filofflosse, Stickseide, Docke per. Stück 5 Pfg. Lampen. Küchenlampen, prima Brenner Stüd 32 Pfg. Küchenlampen, Rundbrenner Alabaster- Stehlampen Gußfuß- Stehlampen Stüd 245, 275 Majolita- Stehlampen Ampeln in allen Farben. Wollgarn. Marke 16, superf. w. Wollg., Strg. 40, Pfd. 200 Pfg. Strg. 50, Pfd. 250 Marte Herkules, Marke 20, superf. w. Wollg., Strg. 60, Pfd. 300 Marke A. B. Zephyrwolle. Arbeiterhemden. aus Halbflanell pr. Stück 75 Pfg. aus Halbflanell mit Doppelbrust, so lange der Vorrat reicht pr. Stück 168 Knabenhemden Länge 65 cm 88 Pfg., 75 cm 110 Kleiderbügel( Holz) Klosettpapier Hauskitt, unentbehrlich für jeden Haushalt 18 Kaffee und Zuckerbüchsen, lackiert Krepppapier, alle Farben Marktkörbe, 2 Deckel 48, 58, 72, 88 150 Wandspiegel Stück 28, 48, 65, 95 Schuhwaren. Wäscheklammern 60 Stück= 1 Schock 12 Pfg. do. Haushaltungsbecher 4 Stück 20 do. " 225, 265 schwere Winterstoffe Moirée, pr. Stück 350, 525, 750 bayrisch " " die Br " Bierfor Binsentaschen mit Henkel Stück 22 lich in Glühstrümpfe, hell leuchtend 18 " 5 " Aschenbecher, Rolle 15 " " Steingut. Gemüsetounen, mit Schrift Stück 38,50, 60 Stück 48, 60 Effig- und Delkrüge flüssige Stüs 1 Pfg. Bayern gott be " gangen " Behage 25 " Rolle 8 " " " Wandspiegel, eleganter Rahmen Stück 145 " 1 Theetassen, gerippt, Ober- und Untertasse 6 Konferenz- Tasse, Ober- und Untertasse Kaffeetassen, Ober- und Untertassen, echt Porzellan, solange der Vorrat reicht 28 Kompottieren Stück 18, 25, 35 mit zug " im Sch 15 " fann." derzahl erst rec " heit d " auf G Kaffeelöffel Eklöffel Stück 7, 12, 15 Stück 12, 18, 24 " Kaffeeservice, 9teilig, echt Porzellan 250 besten " Schleich " Theeftebe Stück 8 Emaillewaren. es jei e " gemäß Gewürzschränke, 7teilig Stück 42 " Eimer, 28 cm, grau Stück 75 Pfg. höhen n Eimer, 28 cm, blau 95 " " die Reid Nachttöpfe, Stück 55, 65 tag aus " Schöpflöffel Stück 30, 35, 40 auf ti " preußis Kochtöpfe mit Rand 68, 75, 115 Fleischtöpfe o. Rand 44, 65, 85, 100, 120, 160 Kasserollen mit Stiel 55, 65 Kaffeekannen " trum n in Pre " Das H " Südicht 95, 115, 135, 175, 215 " ften- Ba Reichsto durchau daß die auf der Die Ein Kinderschuhe Kinderschnürstiefel, Lackkappe Kinderfaopfstiefel Damenfilzschuhe mit Fleck Damenfilzschuhe, abgesteppt mit Fleck Damen- Hausschuhe, Leder mit Filzfutter Damen- Knopfftief, gutes Wichsleder. Damen- Schnürstiefel, elegant Damen- Filzschuhe, abgesteppt 1/2 Absah. Damenplüs pantoffel, schwarz und braun. per Paar 35 Pfg. 85 " " 1.10 Mr. " " " 85 Pfg. 98 " " " 95 " " " 2.75 Mt. " " 4.25 " " " " " 5.25 1.45 " " " " Herrenplüschschuhe, mit Fleck per Paar 1.20 Mt. feln und Herren- Halbschuhe, gutes Wichsleder. 3.75 " " sieht. S Herren- Zugstiefel, gewalft 3.90 " " " fage, wi Herren- Agraffenstiefel, gute Qualität 425 aufeinan " f "! Herren- Agraffenstiefel, gutes Wichsleder 5.75 Bresse " " Herren- Agraffenstiefel, albleder 17.75 Tro " " Herren- Agraffenstiefel, Boxcalf 8.50 der Ani " " die Ba 7.50 " " " teien, 4.50 " " " itandig 6." " " αυτή τ Herren- Zugftiefel, aus einem Stück Arbeiter- Schuhe, stark genagelt Herren- Schaftenstiefel, sehr stark Die per Herbst und Winter vorgesehenen Waren, welche ich noch abnehmen muß, werden ebenfalls, um schnell damit zu räumen, zu enorm billigen Preisen abgegeben. Warenhaus Adolf Baer. Giessen. Schulstrasse 6. vativ trum gan wen ein nern hung werf Mehr bor ei ben di beim ließen, näher fibera patibe tage, der men Feind tion. fomm Tegge Dem zu err ACH Schulstrasse 6.