bl. Bimmer per fofort iter zu vermieten. Ma achfolg., Schulftraße. tape 30( Ede Stephan ante 5.Zimmeren. Nr. 187. Zweites Blatt. Donnerstag, den 14. August 1902. ng fofort, eb. 1. Dtin's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelAbonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Fr. Kopp 5-6- Bimmerwohn jährlich Mt. 1 50. Borderhaus, ferner& Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und hnung im Nebenhaus Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Lage per 1. Oft. eb. 1 ermieten. Ludwigstraße 14, II. 5: Bimmerwohnung im d mit allem Zubehör ber zu vermieten. Ludwigsplay 14. bl. Zimmer, part. in Lage per fofort oder bermieten. Nähere 4, im Laden 3 gehende unmöblin bermieten. Afterweg 12. erstrasse 9, pa immer nebst Zubehör per zu vermieten. Karl Steller. 5 Zimmer, Maniarde 1. Oktober zu vermieten Näh. Löberstraße 8. obl. Zimmer in rubige Nähe der Kliniken per zu vermieten. En der Exped. d. Bl. möblictes Zimmer en. l, Bahnhofstraße 38. Steinweg 23 find wei allem Zubehör, zum zu vermieten. c. 71. milienlogis, Näh. Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Gießener 11. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Weßlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Ervedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluk Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Politische Nachrichten. Nacht.änge zu den Revaler Kaifertagen. Der Lokal- Anzeiger veröffentlicht in einem Petersburger Telegramm Besprechungen mit einigen hochgestellten russischen Persönlichkeiten, welche die Revaler Tage in unmittelbarer Nähe des Kaisers mitmachten. Alle sind ohnungen nebſt Bab, entzückt von der Liebenswürdigkeit und der Leutseligkeit des Kaisers, die sich auf Schritt und Tritt dokumenticte. Ueberhaupt war der Verkehr zwischen dem Zaren und dem Kaiser Wilhelm ein außerordentlich herzlicher. Die Entrevue trug einen vollkommen intimen Charakter, da nachweislich die Vereinbarung getroffen worden war, sich gegenseitig aller offiziellen Reden zu enthalten. Ebenso herzlich wie die Monarchen bewegten sich auch die beiden ersten Staatsmänner, Graf Bülow und Graf Lambsdorff. Man darf mit Recht die Consequenzen dieses herzlichen Besuches als weitgehend betrachten. Zunächst schwindet in Petersburger maßgebenden Kreisen das Gespenst eines Zolfcieges, das bereits in der Ferne drohte. nebst Zubehör im mitt per 1. 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Namentlich durch den Protest der drei badischen Hochschulen ist die Strömung gegen die Regierung so angeschwellt worden, daß man in erufthait zu nehmenden politischen Streisen mit der Möglichkeit des Rücktritts des Ministers b. Dusch rechnet. при München. Kammerpräsident v. Orterer foll demnächst als Rektor des Luitpoldgymnasiums nach München bersetzt werden. - Die Landung deutscher Marine- Truppen ist in Puerto Cabello beabsichtigt, und daß seiner amerikanische Truppen an Land gehen sollen jedoch lediglich zum Schuße ameritanischer Interessen. Erforderlich ist auch die Anwesenheit eines deutschen Kriegssch ffes bor Haiti, wo der Rebellen- Admiral Killik die Haupt, äjen für blokirt ertläit hat. Die venezolanische Hasenstadt Barzelona wurde von den Rebellen genommen und geplundert. Eines der beiden amerikanischen Kriegsschiffe ist aus Ersuchea des Konsuls von Puerto Cabello dochin unterwegs. Die Bon" bestätigt oagegen, daß in maßgebenden In eigener Suche Richter. Noman von L. Hardheim. Nachdruck verboten.) ( Fortjeßung.) Kein Wort fiel darüber. Kolonig bat seine reizende Braut ihm von jest an jeden Gedanken ihres Herzens ganz allein zu widmen; unter zärtlichen Scherzen versicherte er er sei auch so berwahrloft und Lischa müsse ihn sehr unter ihre Obhut nehmen. Der Abend wurde ein sehr heiterer für die Frohbergs und Frau von Wazlam gab sich die größte Mühe ihren Stolz auf Marias Verlobung aufrecht zu halten.- Koloniz war viel zu fein und tattvoll, auch nur mit dem Schatten eines Blides sein Erstaunen über Marias Wahl zu verraten, im Gegenteil, sie alle thaten als sei nichts selbstverständlicher, aber je weiter der Abend vorrückte, um so verstimmter fühlte die stolze Frau sich und umsomehr Mühe mußte sie sich geben ihre geheimen Gefühle nicht zu verraten. wurde. Eine wahre Erleichterung fam ihr, als der Wagen gemeldet Ganz in die Ecke gedrückt, jeden Lichtstrahl meidend, grübelte sie dann in quälender Unruhe. Hatte sie recht gethan ihre Einwilligung sogleich zu geben? sich bei der Oberhofmeisterin auf übermorgen anzumelden? Wäre es nicht doch am Ende vernünftiger gewesen, Maria ihre Chancen" noch eine Weile zu geben? Vor der Phantasie der geängsteten Frau stand immer das traulich erhellte Zimmer, das sie eben verlassen, Lischas holdes bräutliches Lächeln, ihre glückstrahlende Miene und dann Graf Koloniz jung, fünfundzwanzig Jahr! stattlich, elegant, reich und ein ganzer Mann! der Sie war so beirrt von ihren inneren Zweifeln, daß fie nach einer schlaflosen Nacht Joseph Ebern, der eben reisefertig zu ihr fam, fich zum legten Mal mit ihr zum Frühstück zu sezen, zumVertrauten ihrer Unruhe machte. Sauten Wilhelmstr. 8 u 1 einige 4, 5, 6 u. 7- Zimmer nungen. Birtenftod u. Schneider ne schöne Mansarden wohnung zum 1. Geptem zu vermieten. Bahnbofit. 62 Zwei- Bimmerwohnung an einzelne Perfon fofor ermieten. Näh. Afterweg 7. bbl. Bimmer per 1. Mugu au berm. Wegsteinfir, 22 Wie fönnen Sie die beiden Cousinen vergleichen, gnädige Tante?" gab er ihr mit der ihr im Grunde so verhaßten spöttischen Sicherheit zu hören. Ihre Maria wird von innerstem Lebenstrieb geführt sich ihre Lebensbedingungen zu schaffen. Sie ist nicht die Natur, die hungernd und darbend am Wege stehen, oder gar liegen bleibt. Sorgen Sie nicht; Lischa Frohberg würde untergehen, Ihre Maria niemals." Ihr blieb unflar, ob Joseph damit Maria ein Kompliment sagen wollte, oder Lischa; aber sie hörte heraus, wonach ihr Herz verlangte, Maria würde ihren Weg machen und flug und energisch nehmen was sie brauchte. Sie fühlte sich Joseph Ebern Stellen von einer beabsichtigten Landung deutscher Truppen in Puerto Cabello nichts bekannt ist. Auch von einer gemeinsamen Aktion deutscher und amerikanischer MarineStreitkräfte fönne schon deshalb nicht die Rede sein, weil beide zur Zeit dort freuzenden Kanonenboote nur ein geringes Landungs- Korps ausschiffen könnten. In Dänemark hat jetzt der Justiz- und isländische Minister Alberti dem Althing zu Reykjavik eine Vorlage zur Veränderung des isländischen Grundgesetzes eingereicht, worin es u. A. heißt: Der König übt mit den im Grundgeseze beſtimmten Einschränkungen die höchste Gewalt aus in allen besonderen Angelegenheiten Islands, und er übt sie aus durch einen Minister für Island. Dieser darf feinen anderen Ministerposten bekleiden, muß isländisch sprechen und schreiben können und in Reykjavik ansässig sein. Rom, 13. Aug. Noch in diesem Jahre soll ein russisches Geschwader unter dem Kommando des Großfürsten Alexei Alexandrewißsch einen Besuch in einem iitalienischen Hafen machen, wo ihn ein italienisches Geschwader unter dem Kommando des Herzogs von Genua begrüßen wird. London, 13. Aug. Die Morning Post" meldet aus Johannesburg: Nicht amtlich verlautet, daß Botha und Delarey zu Mitgliedern des neuen gefeßgebenden Rates ernannt werden sollen. Petersburg, 13. Aug. Finanzminister Witte ist nach Odessa abgereist. Durch Zirkular wurde den russischen Blättern verboten, dessen Erwähnung zu thun, wodurch die verschiedensten Gerüchte entstanden sind. Es hieß, Witte sei intognito in Reval gewesen, um mit Bülow zu fonferieren, was indessen nicht zutrifft. Aus Hessen und nachbargebieten. ** Atsfeld. Unser Gewerbeschulhausneubau ist jetzt soweit vorgeschritten, daß die Schule mit Beginn des Wintersemesters in denselben übersiedeln kann. Die Räumlichkeiten, die derselben alsdann zur Verfügung stehen, entsprechen in jeder Hinsicht cen weitgehendst n Anforderungen, und es darf wohl erwartet werden, daß nunmehr erst recht die Entwickelung der Anstalt in der seitherigen Weise fortschreitet. ** Wetzlar, 12. Aug. In den Gemarkungen Hermannstein, Naunheim und Waldgirmes wurden in den mannstein, Naunheim und Waldgirmes wurden in den sogar dankbar und sagte ihm mehr Freundliches in dieser Frühstücksstunde, wie er seit Wochen von ihr gehört. Dann trennten sie sich; sie wollte allerlei rüsten für den morgenden großen Tag, Graf Joseph wartete mit Ungeduld auf das Geld, welches Burkard ihm vom Bantier hatte holen lassen und heute früh schicken wollte. Mit dem ganzen Leichtsinn seiner Natur hatte er heute schon wieder die Erregung des gestrigen Tages vergessen und alle die Demütigungen, welche ihn gestern fast zu Boden schlugen. Ihn beschäftigten heute ganz andere Gedanken und Ueberlegungen; was sollte er in Wien anfangen mit den paar hundert Gulden, die Burkard für ihn hatte? Wenn er Soldat wurde und sein Leben in die Schanze schlug, wollte er konnte er es nicht auf seine elende Gage hin. Und jezt erst recht nicht, wo er sich Freunde machen, sich rehabilitieren mußte, denn das war tlar diese fatale Agramer Affaire Merkwürdig wie elend flein die Welt ist, daß solche Klatschgeschichten-. und ohne Geld fonnte er als Graf Ebern doch unter feinen Umständen sein! Die ganzen Morgenstunden ging ihm der Gedanke schon im Kopfe herum.- Und am Ende, was nügt alle Tugendfimpelei, wenn man doch keine Ruhe davor hat. Und schließlich, wenn es zum Krieg fam und er fiel-! Wenn er sein junges Leben hingab, um-na- um Lischas willen oder vielmehr, um man ist doch am Ende auch nicht ganz unempfindlich gegen die Anforderungen der Ehre! Ach, was- Ehre! Verpfuscht war sein Leben, die Kugel, die ihn hinſtreckte, war gut angewandt, aber die furze Spanne die konnte man ja doch-. Wenigstens für alle Fälle doch Geld haben! In Bereitschaft sein - Und unter solchen verworrenen Betrachtungen, deren feine er auszudenken den Mut hatte, war er ins Haus zurückgegangen, hatte ganz sachte den Weg nach seinem Zimmer gesucht und den Jiod dort abgeworfen, um ihn nicht staubig zu machen. Die Krampe unter der Dachluke war ja wohl verrostet? Endlich brachte er sie zum Drehen; er langte mit dem Arm in jene Edfe. Alle Teufel, was war das? Er wußte mit positiver Gewißheit, wohin er jenes bindfadenumschnürte Bündel geworfen. Es war nicht da?- Ihn überlief es glühend heiß. Vergebens suchte er in dem lichtlosen Raume, griff hier hin, da hin, hob sich auf die Fußipizen nichts nichts Gine schredliche Angst befiel ihn. Das Geld! das Geld! Er mußte es haben! Wie viel hatte es ihn schon gekostet! Alles das umsonst? Nie und nimmer! Als guter Turner schwang er sich zu dem Loch empor froch hinein- suchte- tastete- Endlich! Fast hätte er lant letzten Tagen und werden noch jetzt versicherungsseitig die Abschätzungen über die Höhe des Hagelschadens vorgenommen, welcher durch das Unwetter vom 26. Juli veranlaßt worden ist. Wie uns von befreundeter wohlunterrichteter Seite mitgeteilt wird, dürften an versicherte Hagelbeschädigte in Hermannstein etwa 17 bis 18,000, in Naunheim ungefähr 23-24,000 Mt., in Waldgirmes wahrscheinlich noch mehr, zur Auszahlung gelangen. Homburg v. d. H., 12. August. Der Herzog von Cambridge, sowie der Herzog von Devonshire sind beide heute Abend 5 Uhr zur Kur in Homburg eintroffen. ** Homburg v. 6. H., 12. August. Der Herzog von Cambridge, sowie der Herzog von Devonshire, sind heute Abend 5 Uhr zur Kur in Homburg eingetroffen. ** Mainz, 12, August. Ein an der Ecke der Badergasse wohnender Cigarrenhändler wurde in berflossener Nacht im Kirschgarten von zwei Tagelöhnern, mit denen er vorher in einer dortigen Wirtschaft in Streit geraten war, überfallen und durch Messerstiche schwer verletzt. Der Zustand des Gestochenen ist hoffnungslos. ** Worms, 12 Aug. Der Bahnwärter Müller war im Begriffe, die Barriere für den Zug herunterzudrehen, als sein Enkelkind, der etwa 3 Jahre alte Sebastian Gahn, unvermutet aus dem Wärterhaus trat und auf das Geleise sprang. Der Versuch Müllers, den Zug durch Winken zum Halten zu veranlassen, mißlang, das Kind wurde von der Maschine erfaßt und überfahren. Die Verlegungen sind lebensgefährlich. - * Langenschwalbach. Ein aus Stedenroth gebürtiger 17jähriger Bursche Namens Braun, welcher zur Zeit an der Scheiderthalstraße beschäftigt ist, überfiel vergangene Woche auf der„ Eisenstraße" zwischen Hahn und Steckenroth die aus Seizenhahn stammende, gegen wärtig in Doßheim wohnhafte Butter- und Eierhändlerin Merz und suchte sie zu vergewaltigen. Trozz ihres unbeholfenen Zustandes die Frau sieht fonnte sie sich ihrer baldigen Niederkunft entgegen des Unholdes erwehren, der auf ihre Hilferufe hin die Flucht ergriff. Braun wurde verhaftet.- Zwei Brüder Namens Kremer aus Breithard, beide als Maurer in Wiesbaden beschäftigt, haben ihrem eigenen Schwager das Auge ausgestochen und ihn so schwer verletzt, daß er hoffnungslos im Krankenhaus in Wiesbaden darniederliegt. Auch sie wurden verhaftet. - - aufgeschrien vor Freude; da fühlte er es, es war in eine andere Vertiefung gerutscht, fühlte fich feucht an das Dach war anscheinend dort nicht ganz dicht. D, wie froh er war. Er hätte laut lachen mögen. Solchen Unsinn, das Geld, das teuer erkaufte Geld aufzugeben! In diesem Moment, wo er eben das Versteck zu verlassen fich anschidte, war's ihm, als treffe ihn ein Bliz. Burkards Stimme! Er tam die Treppe herauf, rasch und dem Diener eben zurufend:„ Ich gehe schon selbst!" Wie gelähmt vor Entsezen horchte Joseph Ebern. Seine Augen starrten auf die offene Luke. Wenn sein Better ihn entdeckte! Die Schmach! Näher tam er; jest Schritte auf dem Gange; vor Josephs Thür hielt er an, flopfte, flopfte noch einmal, öffnete dann die Thür, fah in das Bimmer und stieg langjamer die Treppe wieder hinab. Sehen Sie, ob der Herr Graf im Stalle ist!" befahl er dem Diener. Als Joseph Ebern einige Minuten später sein Zimmer_betrat, zitterte er so sehr und war so in Schweiß gebadet, daß er fich völlig frank fühlte. Aber er verachtete sich selbst um seiner Schwäche willen. Fünf Minuten später waren die vielen Bindfadenschlingen von jenem Bündel zerschnitten und der mißhandelte verdorbene Rod lag wieder zu unterst in einem der Stoffer, nachdem ein gewisses Knistern unter dem Seidenfutter Graf Josephs Ruhe vollends wiederhergestellt. Zum Teufel mit aller Empfindelei! Sie ist's, die aus dem Menschen einen Feigling macht. Wenn die Arbeit nicht eine so gute Trösterin wäre! Burtard von Frohberg wuchs die Aufgabe, welche der ster: bende Großvater ihm auferlegt, fast über den Stopf, und an ihm bewahrheitete sich auch wieder das Wort, daß der Mensch mit seinen Zweden wächst. Ein so großes zur Zeit herrenloses Vermögen will gehegt und gepflegt sein und dem Pfleger tritt nach den Buchstaben bes Gesezes das Gericht zur Seite, damit nichts verloren werde von dem betrauten Gut. Auf Heller und Pfennig mußte jeder Teil dez großen Besizes nachgewiesen werden, Juventar aufnehmen und dergleichen forderte die höchste Anjvannung aller Kräfte, und je rätselhafter gleich zu Anfang das Verschwinden der großen Summe erschien, um so energischere Anstrengungen wurden gefordert das verschwundene Geld zu entdecken. Graf Joseph von Ebern hatte gerade noch das Vergnügen zu sehen, daß eine neue amtliche Nachfrage deswegen eintraf, als er im Begriff stand. mit seinen zwei großen Koffern zur Bahn zu fahren. ( Fortseßung folgt.) * " ** Hanau, 10. Aug. Im benachbarten Mittelbuchen kam ein äußerst heftiger Plazregen mit Blitz und | erschoß sich Freitag Nacht der bei seinen Eltern, einer Donnerschlag. Lehrersfamilie, daselbst auf Ferienbesuch weilende 23 Jahre alte Student der Chemie, Friz Becker. Der junge Mann war am Sonntag von Heidelberg, wo er drei Semester studirt hat, in Mittelbuchen angekommen, am Dienstag trat er mit seiner Braut, einem in Mittelbuchen wohnenden vermögenden Mädchen, vor das Standesamt, um das Aufgebot zu bestellen, dem die Hochzeit bald folgen sollte, und Freitag Nacht schoß er sich in der elterlichen Wohnung eine Kugel in die Brust. Zwei Stunden später starb er, ohne Aufflärung über die Beweggründe zu der That gegeben zu haben. Er stand am Abschlusse seiner Studien, hatte auch die erforderlichen Examen überstanden. ** Hersfeld, 12. Aug. Ein hier vorübergehend wohnender Bauunternehmer aus Essen ist am Sonntag abend mit der ihm zur Auszahlung von Löhnen an die Erdarbeiter, Zimmerleute 2c. übergebenen Geldsumme von 2500 Mark durchgebrannt. Man vermutet, daß er mit dem Geld in's Ausland geflüchtet ist und den Bau hier im Stich gelassen hat. * Kassel, 13. Aug. Die deutsche geologische Gesellschaft wählte Wien zum nächstjährigen Tagungsort. Vermischtes. * Leipzig, 11. Aug. Der Komplice des Raubmörders Behnert, der am 9. Dezember vorigen Jahres die Trödlerin Lory in der Kl. Fleischergasse ermordete, der Schiffbauer Joseph Stroppe ist nun auch und zwar in Wehlen durch die Gendarmerie festgenommen worden. * Die Revisions- Schrift im großen Leipziger BankProzeß ist dem Landgericht zugegangen und mit prozessualen Beschwerden begründet. Die Revisionsverhandlung wird voraussichtlich bereits im September vor dem 4. Straffenat des Reichsgerichts stattfinden. Roburg, 12. August. Die 24 jährige Ehefrau des Bossierers Geuther aus Neustadt, welchen ihren Mann, mit dem sie in unglücklicher Ehe lebte, mit Arsenit zu vergiften versuchte, wurde von der hiesigen Straffammer zu 3 Jahren Gefängnis berurteilt. Eine weise Frau", die 63 jährige berehelichte Forkel aus Steinach, welche das Gift besorgt hatte, erhielt wegen Beihilfe 2 Jahre Gefängnis. * Coburg, 11. Aug. Unterschleife in Höhe von 230 Mt wurden in der hiesigen Stadttasse am Samstag Nachmittag bei einer unvermuteten Kassenrevision entdeckt. Der mit der Verwaltung dieser Gelder betraute Assistent Frizz Klett hat sich im Walde bei Eisfeld erhängt. Der ungetreue Beamte war erst seit Kurzem verheiratet. * Halle, 11. Aug. Der Arzt Dr. Wothe, der in 240 Fällen gegen§ 218 gefehlt hat, wird steckbrieflich berfolgt. * Hildesheim, 13. Aug. Heute früh wurde hier leichtes Schneegestöber beobachtet. * Jena, 11. Aug. Anfangs dieses Monats ist der Bahnhofsinspettor Pfennig auf Bahnhof Göschwitz vom Dienst suspendirt worden, nachdem in der Kasse Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind. Am Samstag beging Pfennig Selbstmord, indem er sich in der Saale ertränkte. Die Leiche ist stromabwärts bei Wöllniz gefunden worden. DOD Weimar, 9. Aug. Heute Vormittag 5.20 Uhr wurde hier ein Erdbeben verspürt, wobei einige Thüren aus den Angeln gingen. Zehn Minuten später bil si sinnal) sid mid silic 3D dig and madadasid * Kiel, 13. Aug. Das hiesige Schöffengericht sprach gestern nach 6 stündiger Verhandlung die Redakteure der Kieler Neuesten Nachrichten" wegen der in dem Blatte veröffentlichten Angriffe auf die Polizei frei. Es handelt sich um die Verhaftung und unberechtigte Festhaltung eines jungen Mädchens. Zur Primuskatastrophe wird aus Hamburg telegraphiert: Gegen den Seeamtsspruch, worauf die beiden Kapitäne für schuldig befunden wurden, ist Berufung eingelegt worden. Die Angelegenheit wird daher nochmals vor dem Oberseeamt Berlin verhandelt werden. Die Sammlungen für die Hinterbliebenen haben bis jetzt 200,000 Mt. überschritten. Außer 32 Vollwaisen sind 143 andere Personen unterstüßungsbedürftig. - * Eine grauenhafte Ünthat ist gestern nachmittag in der Berliner Jungfernhaide in der Nähe von Plößensee entdeckt worden. Dort wurde in einer Schonung versteckt die Leiche eines kleinen Mädchens aufgefunden, an welchem ein Lustmord verübt war. Die näheren Nachforschungen ergeben, daß es sich um die 9 Jahre alte Tochter der Bake'schen Eheleute aus Charlottenburg handelt, die seit gestern Abend vermißt wurde. Von dem Thäter fehlt jede Spur. * Kattowiz, 12. Aug. Auf dem Schachte Jaworzno gingen aus bisher unbekannter Ursache zwei Dampfkessel in die Luft. Durch die Explosion wurde das ganze Kesselhaus zerstört, das Dach abgetragen und ein Kohlenofen 20 Meter weit fortgeschleudert. Von den 7 im Kesselhause beschäftigten Personen war eine auf der Stelle tot, während 4 den erlittenen Brandwunden erliegen dürften. Zwei der Verunglückten dürften mit dem Leben davonkommen. * Ein harter Schädel. In einem Augsburger Lokalblatt liest man: Im Besize eines harten Schädels zu sein, kann sich ein A beiter rühmen, dem gestern Abend ein Kamerad aus Zorn über Verluste im Kartenspiel in einer Wirtschaft am vorderen Lech einen Maßkrug an den Kopf schlug. Der Krug ging in Trümmer, der Kopf blieb ganz. Nachher rieb sich der Getroffene die Stelle, auf welche er den Hieb erhalten hatte, und meinte zu seinem Gegner: ,, Du, dös hätt' bös ausfall'n finna!" rufen. Es dauerte volle 12 Minuten, ehe die Aerzte der Eintritt des Todes feststellen konnten. Der Scharfrichter hatte bereits die übliche Meldung erstattet, daß der„ Gerechtig feit Genüge geschehen sei," der Geistliche hatte ein Gebet gesprochen und noch zuckten die Füße des Hingerichteten lebhaft. Die Aerzte traten hinzu und stellten fest, daß das Herz noch schlage, und man erzählt, ein Arzt und Professor habe in diesem Augenblick geäußert, es wäre noch möglich, den Verbrecher ins Leben zurückzurufen. Erst nach langen Minuten konnte festgestellt werden, daß das Herz des Hingerichteten zu schlagen aufgehört habe. Es ist auffällig, daß der Todtenbefund als Todesursache Erstickung und nicht Bluteintritt ins Gehirn ergab. * Budapest, 10. August. Ein grauenhafter Raubmord wurde in der Ortschaft Mezö- Nyarab berübt. Im Hofe des Gemeindehauses überfielen bisher unbe fannte Thäter den Nachtwächter Johann Teplizky, schnitten ihm ven Kopf ab, schleppten dann den Rumpf in einen Graben und bedeckten den Leichnam mit Blättern. Hierauf drangen sie in die Gemeindekanzlei und trugen die Gemeindekasse fort. In derselben befanden sich nur 6 Kronen. Es wird vermutet, daß die Thäter Zigeuner sind. * Petersburg, 10. Aug. Hier erregt die Nachricht Sensation, daß in einer Kalkbrennerei in Odessa die Prinzessin Helene Zouloudkidje als gewöhnliche Handlangerin bedienstet ist. Sie arbeitet von 6 Uhr früh bis 6 Uhr Abends und erhält einen Wochenlohn von circa einem Rubel. Durch mißliche Umstände hatte sie ihr ganzes Vermögen verloren und mußte sich einen, wenn auch noch so fargen Verdienst verschaffen. * Kriminalistenkongreß. In St. Petersburg findet vom 19. bis 23. September ein Internationaler Kriminalistentongreß statt, zu dem eine Reihe der berühmtesten Kriminalisten Europas erwartet wird. Das Statspiel hat eine Unmenge von Möglich. feiten, ausgerechnet sind es 1 377 645 204 252 320 mögliche Spiele, gesprochen: Eintausenddreihundertsiebenundsiebzig Billionen sechshundertfünfundvierzigtausend zweihundertvier Millionen und zweihundertzweiundfünfzigtausenddreihundertzwanzig. Wer's nicht glaubt, rechne es nur getrost nach. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr. 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern( Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und BehrIingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: * Bon einem Gegenstüd zum Fall Löhuing" wird der„ Straßb. Post" aus Bayern geschrieben:„ Ein Beamter wurde von der Beförderung einzig und allein deshalb ausgeschlossen, weil er eine zahlreiche Familie hat. Dies sei unvernünftig" und nicht mehr zeitgemäß", hieß es." Und das soll Thatsache sein? Wir möchten es cher für einen Scherz halten. -In der„ Neuen Zürich 3tg." liest man u. A.:„ In Posen ist es für den kommandierenden General und die Spizzen der Behörden unmöglich, mit einem hohen Beamten zu verfehren, dessen Schwiegervater berhängnisvollermaßen einmal Feldwebel war. Im Berliner Stadtschloß ist sehr häufig ein Mann wohlgelittener Frühstücksgast der kaiserlichen Familie, dessen Vater ein kleiner jüdischer Auswanderungs- Agent in Hamburg war." Die Leser wissen wohl, wer gemeint ist? pedient. - Generaldirektor Ballin von der Hamburg- Amerika Packetfahrtgesellschaft. * Wien, 11. Aug. Gerisse Vorfälle bei der heutigen Hinrichtung des Raub mörders Woborschil durch den Strang haben peinliches Aufsehen hervorge Pferdemarkt.. Gießen. bloAm Mittwoch, den 10. September findet auf den städtischen Marktanlagen nächst der Rodheimerstraße Pferdemarkt statt. Für Stallungen in der Nähe des Marktes ist ausreichend Sorge getragen; wegen derselben wolle man sich an Herrn Hoflohnkatscher Huhn dahier wenden. Auskunft über sonstige Marktangelegenheiten erteilt Herr Weinhändler August Schwau dahier. Mit dem Pferdemarkt ist eine па Prämiierung berbunden, für welche 1565 Mk. zur Verfügung stehen. Der Prämiirungsplan ist von Herrn Oekonomierat Schlenke Hardthof bei Gießen zu erbitten. Die Preisverteilung erfolgt im Anschluß an die Brämiierung um 122 Uhr. Omnibusverbindung von dem Bahnhof nach dem Marktplatz und zurück Am 11. September, nachmittags 2 Uhr findet in der Turnhalle der Stadtknabenschule eine Verloosung statt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenständen. Der Generalvertrieb der Lose à 1 Mt. ist dem Herrn Richard Buchacker dahier übertragen. Gießen, Juli 1902. " Die Pferdemarktkommission zu Gießen. Jean Kirch, Stadtverordneter. Was ist Naumannia- Seife"? ,.Naumannia- Seife" ist die beste, billigste und dabei praktischste Wasch- Seife, denn sie lässt sich nach jeder Wasch- Methode gleich gut verwenden und ermöglicht der Hausfrau mit einer Sorte Seife auszukommen! اوو , Naumannia- Seife" ist eine garantirt reine, neutrale Seife, die sich vermöge ihrer soliden Basis viel langsamer verwascht, wie gewöhnliche Seifen und trotzdem vorzüglich reinigt! ,, Naumannia- Seife" ist für weisse Wäsche, für bunte Wäsche, für Putzzwecke unüber3094 treffbar und kostet nur 12 Pfg das Stück! 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Und wie er zum Fenster imrana, ſab fchein, in die goldene, geliebte Freiheit goldenen SonnenDoch den Mann hatte ein böser Traum geängstigt un raußen von aufschreckend erwachte er. iebling Car Haulsdoctor Nr. 187. Donnerstag, den 14. August Oberbelische 1902. Familienzeitung.