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Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung 10 ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. * Parlamentarische Redebeschränkung. Bu früh erregt scheint sich der„ Vorwärts" zu haben, als er den angeblichen Plänen zur Beschränkung der Rebezeit in der Bollkommission die Anwendung jenes Mittels gegen den Tarif als Drohung entgegensezte. Auch in der Sitzung der Kommission tauchte fein solcher Vorschlag auf. Vielmehr konnte ein Vertreter der äußersten Linken, Abg. Baubert, unter allgemeiner und beifälliger Heiterkeit den Saß aufstellen: Nach dem alten Sprichwort sei zwar Schweigen Gold; aber seine Freunde hielten es in diesem Falle mit dem Silbermann Abg. Arendt und folgten der Loosung: Reden, reden, reden!" Und das bleibt augenscheinlich auch die Loosung für die anderen Parteien. Wir glauben nicht daran, daß ernstliche Absichten bestehen, den Redner mit der Uhr in der Hand zu kontrolliren. Keine Fraktion ist frei von„ Dauerrednern", von Parlamentariern, bie bas Wort festhalten, so lange noch ein einziger, noch so bescheidener Gedanke zur Verfügung steht. Es wird überhaupt zu lange und weitschweifig gesprochen im Reichstag. Schon zu öfteren Malen ist daher die Idee der Redebeschränkung aufgetreten; die Begrüßung, die ihr zu Teil wurde, fam zwar aus dem Publikum und aus der Presse. forbzwang" feinen Geschmack abgewinnen. Das ist am Ende begreiflich. Einmal in der Kommission eingeführt, würde das Reden mit festem Termin auch für das Plenum des Reichstags acceptirt werden müssen, aus Billigkeitsgründen, denn warum sollten die Kommissionsmänner mehr des Mißbrauchs der Geduld und der Zeit verdächtig sein, als die Kollegen ohne Kommissions- Mandat? Es war denn auch schon behauptet worden in einer Zeitungsmeldung, man wolle ähnliche Neuerungen für das Plenum vornehmen. Das war zu viel behauptet, weil ja das Plenum nicht vorhanden ist, und einzelne Vertreter der Fraktionen natürlich keine Be schlüsse nach dieser Richtung hin fassen können. Also: es wird weiter gerebet, nach Herzensluft. Im Grunde" so bemerkt zutreffend die Nationalztg."," dreht sich der Streit um die Frage, wann die Kommission" Ferien machen kann und auf solche hat sie nach der Gewährung der Diäten eigentlich taum Anspruch." Möglicherweise verdankt die so allarmirende Redebeschränkungs. Meldung dem„ Ferienseufzer" irgend eines Mitgliedes der Bollkommission die Entstehung, bas sich bitterlich beklagte über den langsamen Gang der Verhandlungen. Einstweilen braucht der Vorwärts" noch nicht die Sache so tragisch zu nehmen, wie es in der furchtbar feierlichen Verwahrung des Blattes zum Ausdruck kommt: Hier würde an den Grundlagen des Reichstages verbrecherisch gerüttelt!" Ein Kanonenschuß nach Spaßen. Aus Hessen und Nachbargebieten. fe. Buzbach, 11. Juli. Zu einem blutigen Erzeß fam es gestern Abend in der hiesigen Kaserne des 1. Bat. 168. Inf.- Regts. Ein im 2. Jahre dienender Mann von der 1. Komp. geriet mit einem Rekruten in Streit, in dessen Verlauf der Rekrut dem andern mit einem Messer eine lebensgefährliche Wunde im Rüden beibrachte. Asbach. Mit Freude und Genugthung fönnen die Landwirte von hier auf die Viehausstellung in Wezlar zu rückblicken, indem denselben nicht weniger als 10 Preise aufielen. Unter der Rinderabteilung fiel der erste Staatspreis an Heinrich Weber und in der Abteilung für Kühe der zweite Staatspreis an Schultheiß Tasch und der dritte an Wilh. Medebach hierselbst. Die Summe der Preise, welche nach hier gekommen ist, beträgt 505 Mt., darunter ein Sammelpreis von 75 Mt. Königsberg. Das am gestrigen Sonntag auf unserer Bergeshöhe veranstaltete 25jährige Stiftungsfest des Gesang vereins Liederfreund" nahm einen würdigen Verlauf. Von dem herrlich an der alten Burg gelegenen Festplaze nahm der stattliche Festzug, gebildet von 11 Vereinen seinen Weg durch die Dorfstraße. Nach der Festfeier, eingeleitet durch Begrüßung von Seiten des Herrn Dirigenten, überreichten bie hiesigen Jungfrauen dem Verein eine prachtvolle FahnenSchleife. Bei Gefang und Tanz entwickelte sich bald das bekannte Treiben, wie es bei solchen Festen üblich ist. Hoffentlich wird es allen werten Sangesbrüdern, sowie allen sonstigen aus dem Bieberthal, dem benachbarten Hinterland und dem angrenzenden Kreis Weglar erschienenen Säften auf dem Königsberger Sängerfest gefallen haben. a Wezlar. Herr Gerichtsassessor Schoeler von hier, berzeit in Frankfurt a. M., ist zum Amtsrichter ernannt und an das Königl. Amtsgericht in Ehringshausen( Dill) bersetzt. fe. Balduinstein, 13. Juli. Königin Wilhel mine von Holland bleibt noch eine Woche auf Schloß Schaumburg und reist am 19. Jult in Begleitung des Prinzgemahls und der Königin- Mutter direkt nach den Haag, da sich nach Ansicht des Leibarztes Dr. Rössing, der Gesundheitszustand der Königin so gebessert hat, daß ein weiterer Aufenthalt in Deutschland( Langens schwalbach oder im Thüringiſchen) nicht notwendig er C. Frankfurt a. M., 13. Juli. Die hiesigen Turner haben beschlossen, in der Paulskirche an dem Plaze, den Turnvater Jahn im Jahre 1348 als Abgeordneter einnahm, eine Gedenktafel anbringen zu lassen. Die Tafel soll am 15. Oft. d. J., dem 50 jährigen Todestage Jahn's enthüllt werden. *** Darmstadt, 11. Juli. Nach Schluß des Landtages wurde dem Präsidenten Ha a's eine außerordentliche Vertrauensfundgebung zu Teil. Der Abg. Back es wies die in der„ Wormser Zeitung"( das hochnationale Organ in Reinheffen) wiederholt gegen den Präsidenten und dessen Geschäftsführung geschleuderten scharfen Anjeder Hinsicht für unbegründet, er spreche dem Präsidenten griffe in energischer Weise zurück, erklärte dieselben in griffe in energischer Weise zurück, erklärte dieselben in für die unermüdliche eifrige, absolut unparteiische Geschäftsleitung Dank und Anerkennung im Namen seiner Parteifreunde aus. Abg. Bähr schloß sich namens der freien Vereinigung dieser Kundgebung an, auch Abg. Gutfleisch fann nicht umhin dem Präsidenten für die opferwillige und gerechte Leitung der Geschäfte Ebenso zu danken und die Angriffe zurückzuweisen. protestierte Abg. UII rich in energischer Weise gegen diese Ausfälle, die er verurteilen muß, wenn er auch die strenge gewissenhafte Geschäftsleitung fonstatieren; fein politischer Freund von Haas set. Man könne nur Beinahe könne man es als ein Lob betrachten, wenn Schmidt trat ebenfalls in energischer Weise gegen man von der Wormser Zeitung angegriffen werde. Abg. diese ungerechten Vorwürfe auf; es sei endlich an der Zeit gegen diese schamlosen Angriffe in der Oeffentlichkeit front zu machen. Er habe ja mit dem Präsidenten das gleiche Schicksal von dem Blatt verurteilt zu werden, doch habe er die Bitte an den Präsidenten zu richten, diese Ausfälle unberufener Nörgler weder tragisch noch ernst zu nehmen. Die schlechtesten Früchte seien es nicht, an den die giftigen Wespen nagen. M.- Fischbach, 11. Juli. Eine Frau, die beim Meggergermeister Glöckner Fleisch einkaufen wollte, hatte einen Teller mitgebracht und auf die Theke gestellt. Als bon ungefähr der Teller ins Nutschen fam, und von der Theke herabzufallen drohte, griffen gleichzeitig die Frau und der Megger danach. Lezterer, der das Messer in der Hand hielt, schnitt der Frau mehrere Sehnen der Hand durch. Obwohl bald ärztliche Hilfe zur Stelle war, zeigten sich kurze Zeit danach Symptome von Blutvergiftung, so daß die Frau ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Urberach, 11. Juli. Wie noch erinnerlich sein dürfte, machte sich im letzten Jahre während der hier abgehaltenen Manöver der 21 jährige Schloffer Gg. Seib von hier eines schweren Vergehens dadurch schuldig, daß er der zum Nevidieren in eine sozialdemokratische Wirtschaft abgeschickten unter offiziers- Patrouille den Eintritt verwehrte, dieselbe beschimpfte und nach einer zweiten vom Oberst Patrouille sogar mit Latten warf. Diese thätliche Bedes Inf.- Regts. Nr. 166 selbst abgesandten Offiziers leidigung muß Seib nun mit zwei Monaten Gefängnis büßen, nachdem die Strafkammer zu Darmstadt das zuerst gefällte Urteil des Schöffengerichts Langen dieser Tage mit Verwerfung der Revision bestätigte. p. Worms, 11. Juli. Oberbürgermeister Köhler, der seither die Stadt Darmstadt im Landtag vertreten der seither die Stadt Darmstadt im Landtag vertreten hat, wird sich um sein seitheriges Mandat nicht mehr bewerben. Vermischtes. meldet: Geſtern abend 7 lbr hat ein lebiger Schiffer * Karlsruhe, 11. Juli.( Mord). Der Polizeibericht von Weiler bei Salzig seine Geliebte im Walde bei Mayau aus Eifersucht erstochen und dann Selbstmord zu begehen versucht, was ihm anscheinend wegen seiner Aufregung nicht gelungen ist. benachbarten Ehrenfeld wurde von der Kriminalpolizei verKöln. Der hochbetagte Defan Ropperts aus dem haftet, und zwar unter der Anschuldigung eines schweren Sittlichkeitsverbrechens. | * Das 21. Mitteldeutsche Bundesschießen im Jahre 1904 findet in Mühlhausen in Thüringen statt. Eine äußerst drollige Geschichte vom Exerzierplaß macht in militärischen Kreisen Berlins die Runde. Der Herr Unteroffizier hatte einen Einjährigen wiederholt vergeblich ermahnt, seine Gehwerkzeuge vorschriftsmäßig zufammenschließen. Der Einjährige hatte zwar nicht eigentlich 0- Beine, aber entschieden Anlage dazu. So viel er sich auch Mühe gab, ferzengerade dazustehen, es blieb zwischen den Knieen immer ein fleiner leerer Zwischenraum, der dem scharfen Auge des Unteroffiziers nicht entging.„ Ich will Ihnen was sagen, Einjähriger" bemerkte er endlich, indem er ein Markstück aus der Tasche 30g und es bem Einjährigen zwischen die Knie drückte, die er mit Gewalt zusammenpreßte. Ich gehe nun fort und fomme in fünf Minuten wieder. Wehe Ihnen, wenn Sie dann das Geldstück nicht mehr zwischen den Knieen haben!" Der unglüc felige Einjährige merfte bald, daß er es in dieser Stellung nicht eine Minute aushalten würde? Was thun? Er überlegte rasch, wie er dem brohenden Ungewitter entgehen tönnte und verfiel dabei auf einen ebenso originellen wie gefallen war, nach Ablauf der Frist von fünf Minuten in glücklichen Gedanken: Er hob das Markstück, das zu Boden einem unbewuchten Augenblick rasch auf, steckte es ein und klemmte sich dafür ein Zweimarkstück zwischen die Kniee. „ Na, Einjähriger", rief der Unteroffizer bald nach seiner Rückkehr, haben Sie das Geldstück noch zwischen den Knieen? Will doch gleich mal nachsehen!" Auf einmal verklärte fich sein Gesicht, er hatte statt des Markstückes das Zweimarkstüd vorgefunden. Schmunzelnd bemerkte er mit freundlichem Augenzwinkern:" Na, sehen Sie, Einjähriger, das haben Sie ja ganz hübsch breitgedrückt!" Trid wird der„ Kattowizzer Zeitung" aus Rußland be. * Ueber einen wenig zarten, aber erfolgreichen Reiserichtet: Vor einigen Tagen standen hunderte von Passagieren auf der kleinen russischen Station Ciechozinet, um nach Warschau fahren zu können. Der eben angekommene und letzte Zug des Tages war aber so beseßt, daß viele die Hoffnung auf Beförderung aufgeben mußten. Als das Gedränge am ärgsten war, erschien beim Stationsvorsteher ein eleganter Herr in Begleitung eines russischen Offiziers und erklärte, er habe Letteren wegen plöglich ausgebrochenen Wahnsinns nach Warschau in eine Nervenheilanstalt zu transportieren und müsse zu diesem Zwecke ein besonderes Abteil erhalten, da er sonst wegen der bei dem Kranken wiederholt ausgebrochenen Tobsuchtsanfälle für nichts einstehen könne. Sofort wurde den beiden ein Abteil erster Klasse angewiesen, mit der Aufschrift„ Besezt" versehen und der Oberkondukteur mit der alleinigen Aufsicht desselben betraut. Als fich der Zug in Bewegung seßte, brachen die beiden Reisegenossen in schallendes Lachen aus, ihr Sniff war gelungen. Während die übrige Reisegesellschaft wegen der drückenden Fülle und Schwüle kein Auge schloß, schnarchten die zwei auf dem bequemen Polster nach Herzensluft. In Warschau angelangt und von der Sanitätswache in Empfang genommen, begann der Irrfinnige seine Augen fürchterlich zu verdrehen; sein Begleiter aber erklärte, man möge ihn den Kranten ganz allein führen lassen, da er seine Launen am besten fenne. Man willfahrte ihm und war froh, einen solch gefährlichen Kranten auf so einfache Weise losgeworden zu ſein. Höchst vergnügt ging das Paar davon, und bald darauf sah man den" Irren" ganz außerordentlich Freuden des Lebens hingeben. bernünftig in einem eleganten Restaurant sich den * Eine brutale Scene spielte sich vergangene Woche im Saale der Civilkammer des Mannheimer Landgerichts ab, wo die 1. Straffammer eine Sigung ab. hielt. Der Taglöhner Michel Hurrle von Mannheim, der Taglöhner Friz Rosenfeld und die 17jähr. Straßendirne Magdalene Horsch wurden wegen verschiedener Diebstähle verurteilt, Hurrle einschl. früherer Strafen zu einer Gesamtzuchthausstrafe von 3 Jahren 10 Mon., Rosenfeld zu 8 Wochen, Horsch zu 3 Wochen Gefängnis. Hurle hat erst fürzlich bei einer Verurteilung die Richter zu tommen. Schon damals hatte er seinem ehemaligen beschimpft und erklärt, daß er noch hoffe aufs Schaffot Freund Rosenfeld gedroht, er werde ihn falt machen. Während nun gestern der Vorsigende( Landgerichtsrat Stetterer) das Urteil begründete, wandte sich Hurle um und führte einen fürchterlichen Faustschlag nach Rosenfeld, der dessen linkes Auge traf. Das Blut schoß her: bor und eine mächtige Beule entstand. Schußleute verhinderten weitere Grzesse. Welch ein Desperado Hurrle ist, geht aus dem Ausruf hervor, den er nach der That ausstieß: llnd wenn sie mir den Kopf ablegten zwanzig Jahre eingehende Essays gewidmet hat, machen...!" Der Vorgang verursachte keine geringe Aufregung, Das verweiblichte Gaudeamus. Die Jugend" erzählt: Eine gymnasiale Mädchenschule macht einen Ausflug. Die Stimmung wird eine immer lustigere, und als es zum Singen von Studentenliedern kommt, find die jungen Damen darauf bedacht, überall die auf ihre Kollegen vom männlichen Geschlecht bezüglichen Ausdrücke durch andere, das schöne Geschlecht betreff ende zu ersetzen. Als nun der Professor, welcher am Biertisch das Präsidium führt, das„ Gaudeamus" anstimmt, fällt der ganze Chor lebhaft ein: ,, Gaudeamus igitur, Virgines dum sumus etc." * Die dice Stadtarme. Aus dem städtischen Versorgungshause für arme Bürger haben sie dieser Tage die dickste Frau von Wien, denn sie hatte eine Taillenweite von 2 m, zur letzten Ruhestätte hinausgetragen, ein rühmliches Zeugnis für die Reichlichkeit der städtischen Verpflegung unter Dr. Luegers glorreicher Regierung und für die Entwickelungsfähigkeit der Wiener Weiblichkeit. Sechs kräftige Männer konnten nur mit schwerer Mühe den Sarg heben, und zog sich dabei eine Verlegung zu. Sie wünschten ihr, daß die Erde ihr leichter sein möge, als sie ihnen gewesen. In diesem irdischen Jammerthal hieß die Frau Therese Allert und brachte es auf 66 Jahre und 200 kg. Hochschulnachrichten. 01 Wien. Der Professor für Dermatologie an der Leipziger Universität, Dr. Gustav Riehl, wurde an Stelle des verstorbenen Professor Kaposi an die Wiener Universität berufen, woselbst er im kommenden Wintersemester seine Lehrthätigkeit beginnen wird. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Aufgebote. Am 3. Juli: Karl Gümbel, Postbote dahier mit Karoline Mandler in Krofdorf. Am 5. Heinrich Schwöbel, Lehrer mit Johanna Caroline Elisabethe Pfaff; Friedrich Hermann Schnecko, Friseur dahier mit Dorothea Kaiser in Offenbach. Am 6.: Heinrich Konrad Geiz, Hilfswagenmeister dahier mit Anna Johannette Henriette Muth in Battenfeld. Am 7.: August Magel, Taglöhner mit Elisabethe Ortmüller. Am 8.: Wilhelm Gustav Heinzelmann, Monteur in Nürnberg mit Elisabethe Margarethe Bernand dahier; Georg Ludwig Heinrich Beck, Gr. Steueraufseher mit Anna Luise Spies; Daniel Mähler, Schlosser mit Luise Caroline Christiane Michel. Am 9.: Gustav Weiß, Gr. Gerichtsassessessor dahier mit Louise Sander in Darmſtadt. das Düsseldorfer Unternehmen mit rückhaltloser Anerkennung. Er gesteht offen ein, daß er gleich vielen anderen Franzosen in einem bedauerlichen Irrtum bezüglich des gegenwärtigen Standes der deutschen Architektur befangen war. Was in Düsseldorf entstand, set etwas absolut Originelles, Ausgezeichnetes. Durch wohlthuende Harmonie und vornehmen Geschmack sei in allen Einzelheiten der denkbar würdigste Rahmen für die Errungenschaften der Künste, des Krieges und des Friedens und für die Bethätigung der hohen Pflichten gesellschaftlicher Solidarität geschaffen worden. Ein deutscher Burenkämpfer. Man schreibt uns aus New york. Der gestern aus Bermuda hier angelangte Dampfer, Trinidad" hatte als„ blinden Passagier" den 36jährigen Deutschen August Albrecht an Bord, der folgende Erzählung seiner Erlebnisse zum Besten gab. Albrecht widmete sich vom Anfang des südafrikanischen Krieges an der Sache der Buren, für welche er die Schlachten von Spionskop, Colenso und Magersfontein mitmachte. Am 24. März 1901 wurde er verwundet und fiel in die Hände der Engländer. Er mußte zehn Monate lang im Lazareth von Johannes burg zubringen, wurde dann nach Durban, von dort nach Kapstadt und schließlich nach der Insel Darells Island gebracht, welch lettere durch einen fünf Meilen breiten Kanal von Bermuda getrennt ist. Hier weilte er zehn Monate lang. Als den Gefangenen der erfolgte Friedensschluß verkündet wurde und der Kommandeur des Lagers fie aufforderte, dem König von England den Treueid zu leisten, weigerte sich Albrecht mit vielen Anderen, denselben abzulegen. Befürchtend, daß er zu einer schweren Freiheitsstrafe verurteilt werden fönnte, beschloß er zu entfliehen. Am 26. Juni unter nahm er das fühne Wagestück; er wickelte sich in zwei dicke Teppiche, froch durch den das Lager umgebenden Stacheldrahtzaun und schlich sich an den zahlreichen Schildwachen vorbei zum Ufer. Hier schnürte er seine Kleidung zu einem Bündel zusammen, befestigte das selbe auf dem Kopfe und stieg in das Wasser. Schwimmend erreichte er eine kleine, etwa eine Meile entfernte Insel und schwamm nach kurzer Rast weiter, Bermuda zu, woselbst er zwei Stunden später völlig erschöpft anlangte. Hier stand ihm die Entdeckung sehr nahe, denn Dußende von Geheimpolizisten fahndeten auf einen einige Tage vorher in Begleitung eines Knaben entflohenen Deutsch- Amerikaner; allein die * Am 11. Juli sind 5 Jahre verflossen, seitdem André mit seinem Luftballon von Spißbergen aus aufstieg, um sich von den südlichen Winden über den Nordpol treiben zu lassen. Merkwürdig ist es, daß zur selben Zeit wieder Gerüchte über das Ende Andrée's und seiner Genossen auftauchen. Den„ Times" wird von Winipeg gemeldet: Mr. Fairies, ein anglikanischer Missionar bei den Eskimos, wiederholt auf das Bestimmteste das schon früher aufgetauchte Gerücht von der Tödtung Andrèe's und seiner Genossen durch Eins geborene. Als Andrée mit seinen Begleitern einer Menge Estimos ansichtig wurde, gab er auf sie Feuer; diese verfolgten die kügnen Forscher und tödteten sie. Mr. Fairies beschreibt ein Instrument ähnlich einem Teleskop, das sich nebst anderen Geräten im Besize der Eingeborenen befand. Dies soll sich 300 Meilen nördlich von Churchill zugetragen haben. Heirat durch öffentlichen Anschlag. Bäder als Eheschließungen. Am 5. Juli: Dr. Heinrich Otto Rösler, technischer Betriebsleiter in Rodach mit Elise Altvater dahier. Am 9. Heinrich Georg Ludwig Martin Wagner, Lehramtsassessor in Langen mit Wilhelmine Adolfine Mathilde Hahn dahier; Gustav Hugo Dittmar, Fabrikant in Liebenzell mit Elisabethe Stief dahier. Geborene. Am 1. Juli: Dem Betriebsleiter der Gießener Omnibus- Gesellschaft Adolph Braun eine Tochter; dem Lokomotivheizer Heinrich Eyelmüller eine Tochter, Marie Lina. Am 4.: Dem Heizer Heinrich Schliffer eine Tochter, Katharine Elisabethe Louise. Am 6.: Dem Schneider Johann Karl Schön ein Sohn, Heinrich Wilhelm; dem Dienstknecht Georg Hartmann eine Tochter, Elisabethe Johanna. Am 7.: Dem Lokomotivheizer Theodor Hebstreit eine Tochter. Am 9.: Dem Kaufmann Emil Weißenberg ein Sohn, Walter. Gestorbene. 蝦 Am 4. Juli: Katharine Möser, geb. Rodenhausen, 74 Jahre alt, Mühlenbesiẞerin. Am 6. Heinrich Meister, 61 Jahre alt, Strankenpfleger; Geheime Nat, Heiratsmarkt sind eine alte Sache. Daß aber heirats: Späher hielten ihn für einen Heizer und belästigten ihn Hermann v. Bechtold, 66 Jahre alt, Gr. Provinzial* ausbieten, ist vielleicht neu, jedenfalls ungewöhnlich. In dem mecklenburgischen Ostseebad Brunshaupten bildet jezt ein Anschlag an der Tafel beim Weg zum Herrenbade das Ergößen der Badegäfte. Er veröffentlicht folgendes Gedicht: bil dud stap nj Junge Damen, hübsch und fein, Möchten gern ein Männchen frei'n. Da sich bis jetzt noch Niemand fand, Der sich mit uns fest verband, Versuchen wir's auf diese Art, Für diesen Ort zwar recht apart. Sollte sich jetzt einer finden, Der sich mit uns wollte binden, bid Reich er schnell Offerte ein, Bei der Post am Buchenhain. 14: bib 1919 „ Heckenröschen", postlagernd, Brunshaupten. * Ein französisches Urteil über die Düsseldorfer Ausstellung. In" Echo de Paris" bespricht Oftave Uzanne, welcher allen großen Ausstellungen der nicht weiter, als er mit harmloser Miene an Bord des Dampfers ging. Auf dem Schiffe versteckte er sich in einem Dampffeffel; er wurde zwar von einigen Matrosen entdeckt, diese verrieten ihn aber nicht, sondern bersahen ihn mit Lebensmitteln, als er ihnen seine Geschichte erzählt hatte. Einige Stunden später gesellte sich ihm ein zweiter blinder Passagier, ein Irländer, namens Johnson bei; derselbe begab sich nach der Abfahrt des Dampfers zum Kapitän. der ihn im Kohlencaume beschäftigte. Albrecht blieb in seinem Versteck, bis das Laud außer Sicht war, und verließ dasselbe erst, als die Matroßen thn versicherten, der Capitän sei ein Burenfreund und werde ihn den Engländern unter feiner Bedingung ausliefern; dann gab er fich zu erkennen und wurde gut und mit Achtung behandelt. Hier wurden dem Flüchtling, der früher bereits mehrere Jahre in den Bereinigten Staaten geweilt hatte, feine Schwierigkeiten bereitet, zudem der britische Consul, dem die Ankunft des Mannes gemeldet worden war, dessen Auslieferung nicht verlangt hat. Albrecht wurde freigegeben und wird in New- Jersey Arbeit finden. Giessener Verlagsdruckerei vorm. Wilh. Keller'sche Druckerei( gegr. 1783) Giessener Neueste Nachrichten" Verlag der Giessener Neueste >>>>>>>>>>>>>> Neuenweg 28. eceeesee Brielbogen Couverts Mitteilungen Preis- Courante Prospekte Quittungen Rechnungen Eintrittskarten Mitgliedskarten Tanzkarten Einladungskarten Verlobungskarten mo Visitenkarten Programme Diplome Statuten Vereinsschilder Plakate Trauerbriete و, 1910 356 091dbar sador d dande P. P. Joig 191 19 Empfehle unsere Buchdruckerei, mit reichhaltigem Material aufs modernste eingerichtet, zur Herstellung von nebenstehenden Druckarbeiten unter Zusicherung bester und billigster Ausführung. Massen- Auflagen, Beilagen, Prospekte u. dgl. mehr liefern wir in kürzester Frist. Muster und Preisofferten stehen zur Verfügung. Giessener Neueste Nachrichten Giessen, Neuenweg 28. on dair 290 Schriftsetzer. Sämtlich dahier. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr. 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Nr. Abonneme in's baus g Gratisbeil Oberheffif Gartenba Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern( Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Spengler, 1 Schlosser, 1 Fahrbursche, 1 landwirtschaftl. Arbeiter, 2 Dienstmädchen, 2 Bauffrauen, 1 Kinderfrau, 1 Bureaudiener oder Kassenbote. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Schlosser, 2 Schneider, 1 Schreiner, 5 Dienstmädchen, 1 Lauffrau, 1 Köchin. Lehrlinge: 2 Bäcker, 1 Friseur, 1 Schlosser, 1 Schneider, 2 Schuhmacher. Vergebung von Bauarbeiten. Das B für Ein b Die Tod wurd ältefte unt pas. 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