Nr. 160. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Montag, den 14. Juli 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionsvreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie, ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Bfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Feruft rechauschluk Nr. 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießer Eine ,, coloniale Krisis". Eine coloniale Krisis" wird, nicht etwa aus den Kreisen der Colonialgegner, sondern aus den Reihen der Colonialfreunde angekündigt. Da die„ Krisen" in den deutschen Colonien noch nie aufgehört haben, so klingt die Nachricht wie ein Scherz. Sie ist aber ganz ernsthaft gemeint. Gewisse Kreise deutscher Colonialfreude sind mit einem Mal zu der Ueberzeugung gekommen, daß es besser ist, DeutschOstafrika an England zu verkaufen, wenn nicht im Herbst der Reichstag die Bahn Dar- es- Salaam- Mrogoro bewilligt. Die" Post" nimmt zwar an, daß es sich bei dieser, Drohung" nur um eine Verwarnung an den Reichstag" handelt. Solche Drohungen der Colonialfreunde, nicht mehr mitspielen zu wollen, werden aber im Reichstag faum Eindruck machen " und höchstens als das behandelt werden, was sie wert sind. Deutsch- Ostafrita ist zweimal so groß als das Deutsche Reich, im Verhältnis hat also das 160 Kilometer lange Bahnprojeft nicht viel mehr Bedeutung, als in Deutschland die Bahnstrecke Hamburg bis Bittenberge. Für einzelne Gebiete in Deutsch- Ostafrit würde eine solche Bahn Bedeutung haben, für die ganze weite Colonie als solche fällt eine solche " Stichbahn" taum ins Gewicht. Nun gibt es aber im Reichstag feinen Abgeordneten, der den Colonialfreunden beim Bahnbau Hindernisse in den Weg legen möchte, soweit fie privates Capital dazu heranziehen wollen. Aber gegen die Verwendung von Reichsmitteln für solche Projekte erhebt der Reichstag, besonders angesichts der gegenwärtigen Finanzlage, mit Recht schwere Bedenken. Diese Bedenken tönnen nur noch verstärkt werden durch die Drohung mit einer ,, Colonialen Krisis". Wenn die Zukunft eines Deutschland zweimal an Größe übertreffenden Colonialgebiets ab. hängig sein soll von der Bewilligung einer 160 Kilometer in das Land hinein reichenden Bahn, so ist ein solches Eingeständnis nur geeignet, auch Freunde der deutschen Colonien für die Anschauung Caprivi's zu gewinnen: Je weniger Afrika, desto besser. Gerade in diesen Tagen regen ja die Nachrichten auch aus anderen Colonien zu allerlei nachdenklichen Betrachtungen an. In Kamerun soll Ruhe herrschen, gleichzeitig aber werden mehr Truppen zu Strafexpeditionen verlangt. In Deutsch- Südwestafrika werden aus colonialfreundlichen Kreisen schwere Vorwürfe gegen den Gouverneur gerichtet. Sein Nachfolger wird ermahnt, erst einzureißen, was der gegenwärtige Gouverneur geschaffen hat. Bekannt lich ist schon vor einigen Jahren unter Berufung auf einen sehr hohen Beamten im Colonialamt die Mitteilung durch die Presse gegangen, daß Deutsch- Südwestafrika überhaupt nur noch als Tauschobjekt Wert habe. " Nun wird auch noch von einem Verkauf von DeutschOftafrita gesprochen. Wir meinen, Freunde der Colonien sollten sich solche Andeutungen colonialfreundlicher Kreise auch nur als Scherz oder als Verwarnung an den Reichstag" aufs Ernstlichste verbitten. Wenn eine„ Coloniale Krisis" schon droht, wegen eines Bahnbaues, der für Neunzehntel des deutschostafrikanischen Colonialgebiets ohne die allergeringste Bedeutung ist, so erscheint der Bau der Bahn aus Reichsmitteln erst recht bedenklich, weil diese Bahn dann gewissermaßen blog als Lockmittel dient. Ein Colonialenthusiast in der" Post" ist denn auch durch die Ankündigung einer colonialen Strifis" und durch die Nachricht über die Absicht, Deutschostafrika event. an England zu verkaufen, rein aus dem Häuschen geraten. Wozu", so flagt er, soll schließlich unsere tarke Flotte dienen. Wenn sie allein den überseeischen Handel schützen sollte, wäre sie gewiß ein sehr kostspieliges Unternehmen." Ihre wichtigste Aufgabe sei doch der Schuß unserer Colonien im Striegsfalle. Entrüftet ruft der Colonialenthusiast jenen Kolonialfreunden zu, die mit dem Verkauf von Deutschostafrika drohen im Falle Nichtbewilligung der Bahn Dar- es- Salaam- Mrogoro: Treiben wir den eine engherzige Schacher- und Krämerpolitik, welche alles als wertlos bei Seite werfen oder um jeden Preis verschleudern muß, wenn sich nicht im Handumdrehen ein Gewinn daraus erzielen läßt? Ganz unberechtigt ist dieser Vorwurf gegen die plöglich colonialeindlich sich geberdende n Colonialfreunde nicht. Politische Nachrichten. Berlin, 14. Juli. Der Steckbrief gegen den deutschen Kaiser macht hier fortgesetzt von sich reden. Es ist festgestellt, daß die Polizeibehörde erst mehrere Tage nach Ausgabe des amtlichen Organs davon Kenntnis erhielt. Der Steckbrief war bereits in mehreren tschechischen und deutschen Blättern abgedruckt worden, Eine Anzahl von Bolizeiämtern war nicht mehr in der Lage, die von ihnen zurückverlangten Exemplare wieder einzusenden. Der Kaiser läßt sich bei der Beisetzung der Herzogin- Witwe von Anhalt- Bernburg durch den Prinzen Heinrich von Preußen, die Kaiserin durch den Grafen Keller vertreten. - - Der Gegenbesuch unseres Raisers beim König von Italien wird nach einer Wiener Meldung bereits im November stattfinden. Reichskanzler Graf Bülow begleitet den Kaiser nach Rom. - Handelsminister Möller hat einen Erlaß an die Oberpräsidenten gerichtet, welche den Handwerkskammern eine Richtschnur zur Förderung des eingewerblichen Genossenschaftswesens giebt. Das Hauptgewicht soll nicht etwa auf Vereinigung der Handwerker zu besonderen Handwerker genossenschaften, sondern darauf gelegt werden, daß schaftlichen Organisationen in möglichst großem Umihnen die Teilnahme an zweckentsprechenden genossenfang und auf die einfachste und vorteilhafteste Weise bermittelt wird. Soweit es daher die Natur der zu befriedigenden wirtschaftlichen Bedürfnisse nicht mit sich bringt, daß die Handwerker- wie bei Rohstoff, Magazin und Werkgenossenschaften zu besonderen Handwerkergenossenschaften zusammengeschlossen werden müssen, wird in erster Linie der Anschluß an die bereits vorhandenen Kreditorganisationen des fleingewerblichen Mittelstandes in überwiegend ländlicher Umgebung auch wohl an die ländlichen Darlehenskassen- ins Auge zu fassen sein, Gleichzeitig teilt der Minister den Kammern mit, daß der Hauptverband der gewerb lichen Genossenschaften im Herbst in Berlin neue genossenschaftliche Lehrkurse abhalten wird, zu deren Besuch eine Anzahl geeigneter Personen eine Unterftügung von je 100 bis 150 mt. vom Ministerium erhalten könne. Ein weiterer Erlaß des Handelsministers, der sich mit demselben Gegenstande befaßt, knüpft an den Antrag Trimborn- Krüger zur Förderung des Handwerks an. Minister Möller fordert die Regierungspräsidenten auf, ihm Bericht darüber zu erstatten, was in ihrem Bezirke bisher vom Staate, von den Gemeinden, Innungen, Innungsausschüssen, Handwerksmeinden, Innungen, Innungsausschüssen, Handwerksfammern, Innungsverbänden, Genossenschaften, genossenschaftlichen Revisionsverbänden, Gewerbevereinen und ähnlichen Organisationen zur Förderung des Kleingewerbes geschehen ist. - haben im Westen der preußischen Monarchie, wo das Bolnisch als Bersammlungssprache? Die Polen Polentum ebenfalls reißende Fortschritte gemacht hat, eine richterliche Entscheidung über die Zulassung der polnischen Sprache als Versammlungssprache herbei Bersammlung des dortigen polnischen Turnvereins geführt. Am 1. Februar d. J. wurde zu Herne eine polizeilich verboten, weil die Beratungen in polnischer Sprache geführt werden sollten. Ein von polnischer Ein von polnischer Seite herbeigeführter Gerichtsbeschluß erklärte das Polizeiverbot für ungültig, da die deutsche Sprache nicht als die ausschließliche Verhandlungssprache in öffentlichen Versammlungen anzusehen sei, und berurteilte außerdem die Herner Polizeibehörde zur Tragung der Gerichtskosten, so wie zur Rückerstattung bon 100 Mt. an den polnischen Turnverein für dessen Auslegung zur Einberufung der( verbotenen) Verſammlung. Dieser Gerichtsbeschluß ist von größter politischer Bedeutung. Die Polen werden fortan darauf bestehen, daß sie in ihren Versammlungen nur polnisch sprechen, und so können wir es erleben, daß in der Reichshauptstadt Berlin mit ihren 70 000 pol nischen Einwohnern auch bald Volksversammlungen in großer Zahl abgehalten werden, auf denen man nur die polnische Sprache hört; alle Polenvereine werden sich auf den Herner Gerichtsbeschluß berufen, der für sie ein Agitationsmittel bildet, wie sie es sich besser kaum wünschen konnten. Der Herner Fall er neuert aber nur den Streit über unser deutsches neprachenrecht, über das Mtlarheit und Sicherheit zu - schaffen in erster Linie dem preußischen Landtag und Preußen obliegen muß, wo die deutsche Sprache jetzt durch die zielbewußte polnische Propaganda aufs Bedrohlichste gefährdet wird. - Der Rücktritt des leidenden Sächsischen Kriegsministers Generals Edler von der Planit wird für nächste Beit erwartet. mutmaßlicher Nachfolger gilt in erster Linie der kommandierende General des 19. Armeecorps, von Treitschke. Petersburg. Beim Galadiner brachte der Zar einen Trinkspruch aus, worin er die guten Beziehungen zwischen Rußland und Italien hervorhob. Der König erwiderte : Ganz Italien sehe in seinem Besuch eine Garantie für den Frieden. London, 14. Juli. Die Nachricht von der Demisston Salisburys und dessen Ersetzung durch Balfour, welche gestern Abend bekannt wurde, hat allgemeines Aufsehen hervorgerufen. Die Morgenblätter stellen fest, daß die Demission ein Theater- Coub sei, sowohl für das Bub. likum wie für die Politiker. Eine große Anzahl Mitglieder der konservativen Partei, welche nach London zu einer Partei- Versammlung famen, wußten noch nichts von dem Ministerwechsel. Die Eigenschaften des scheidenden Premierministers werden von der Preſſe einstimmig gelobt. Die lieberale Daily News sagen, obgleich man Salisbury in politischen Fragen offene Opposition machen müsse, so müsse man doch anerkennen, daß der bisherige Premierminister große Eigenschaften und einen Charakter habe, welcher dem politischen Balfour gegenüber Leben Englands Ehre mache. schlagen die Blätter einen weniger freundlichen Ton an. Morning Leader sagt, Balfour habe zweifellos viel Gutes an sich, er besige eine große Geistesschärfe und habe viel Freunde, sei aber als Staatsmann faum zu betrachten. Das sei eine so neue Eigenschaft, die man ihm beilege, daß es eher lächerlich klinge. Beide liberalen Blätter stimmen darin überein, daß Balfour nicht lange Piemierminister bleiben werde und daß es fich nur um ein Provisorim handeln dürfte. Daily Expreß dagegen glaubt, daß gewisse Befürchtungen betreffs des Dilettantismus Balfours nicht berechtigt seien. In den irischen Angelegenheiten habe Balfour große Entschloffenheit an den Tag gelegt. Das Blatt ift der Ansicht, daß er als Premiermister Erfolg haben werde, solange er der Unterstüßung Chamberlains sicher set. König Eduards Befinden. Wie aus London depeschiert wird, beharrt Reinolds New- Paper trop aller optimistischen offiziellen Berichte bei seiner pessimistischen Auffassung über das Befinden des Königs Eduard und behauptet, der König sei furchtbar abgemagert und sehe schlechter aus als in voriger Woche. Das Blatt will wissen, daß der König am Dienstag, wenn es überhaupt möglich ist, in Gravesland auf seiner Yacht einschifft und sich dann nach den Scilly Inseln begeben ma würde. Lord Kitchners Ankunft in London. Pünktlich auf die Minute traf der Zug auf dem Paddington- Bahnhof ein. Paddington- Bahnhof ein. Brausende Hurrarufe ertönten, als Kitcheners Stopf fich salutirend am Wagenfenster zeigte. Sobald der Zug zum Stehen gekommen beiden andern königlichen Herzögen auf die Wagenthüre war, begab sich der Prinz von Wales gefolgt von den zu und begrüßte den Aussteigenden mit herzlichem Händedrud und lebhaften Worten. Stitchener wurde dann von seiner Schwester, General French von seiner Frau mit Freudethränen bewillkommnet. Der Prinz bon Wales verließ zuerst den Bahnhof, danach folgte Kitchener. Ein Orkan von Hurrarufen erhob fich, als der Wagen Kitcheners vor dem Bahnhof erschien und pflanzte fich auf der Fahrt durch die nach Zehntausenden zählende Menschenmasse zu beiden Seiten des Weges fort. Die Königin erschien einen Augenblick mit ihrer Tochter auf einem großen Balfon des BuckinghamPalastes, blieb jedoch nicht bis Kitchner in Sicht fam. Um 3,45 Uhr langte Kitchner im St. James- Palaste an, wo im großen Bankettsaal ein Frühstückstisch für etwa 50 Personen gedeckt war. Bei Schluß des Bankettes brachte der Prinz von Wales nach dem Toaft auf den König einen solchen auf die Gesundheit Stitcheners aus. Er beglückwünschte ihn im Namen des Königs zu der erfolgreichen Art, wie er diesen langen und schwierigen Feldzug beendigt habe. Er set sicher, daß das ganze Neich die Gefühle des Herrschers teile, der mit Bewunderung die Ausdauer, die Geschicklichkeit und die Geduld Kitcheners beobachtet habe, ter dener ihm die ganze Armee nachgeeifert habe. Kitchener dankte in seiner einfachen, jedem Wortschwall abholden Weise. Bald nach 3 Uhr verlies er den St. James Palast und begab sich nach dem Buckingham- Palast zum Königspaar. Er wurde von dem Hauptportal alsbald nach dem Krankenzimmer des Königs geführt. Dieser empfing den General in halb liegender Stellung auf einer Chaiselnongue lang ausgestreckt. Er begrüßte Kitchener mit herzlichen Worten, dankte ihm im Namen des ganzen Reiches für die hervorragenden Dienste, die er dem Vaterlande geleiftet habe und überreichte ihm die Infignien des neuen Ordens Pour le merite. Die angekündigte Nr. 159. Oberhessische Familienzeitung. -erzählen Sie mir bas Uebrige und das, was Sie bewog. " Weiter", fagte Did in einem weniger feindseligen Ton, bierher zu lommen." Sie können fiches bga ehlende fich felhit fagen und fic Aber nicht vorber?" Seite 2. Gelegenheit war, fie ohne Jean Roumi ic fie so nabe wie möglich beobachtet babe, es bie erite " Nein, vorher nicht", sagte Miles rubig,„ weil, obgleich Nr. 159. Oberhessische Familienzeitung. Morliner Gerichtsscene.) Erschwerte Ehescheidung. Kleines Feuilleton. Machdruck perboten.) mir Sette 3. ob det mit man'n bisten dalli! ch cenen fleenen Schwiphs non jestern Bimmt einverstanden, kann aber nich antreten, weil se Mißdon. Nu machen Se aber mit de Scheidung och lieben dhät, wie et bei Schillern heeßt, oder'n blechernen " Sie haben mir doch jetraut, ohne lange nach zu fragen, Die Lawise is mit den und de Bawise ooch'n juten Klang janzen Dainien Illumination hatte hunderttausende von Menschen auf die Straßen gelockt. Jedoch ist nur ganz vereinzelt von Clubs, Bierlokalen und einigen Hoflieferanten illuminirt worden. Auch der von Canada errichtete Triumphbogen war erleuchtet. Brivattelegramme. London. Die Demission Salisburys hat allgemeines Aufsehen hervorgerufen. Die Blätter behandeln Salisbury lobend, Balfour dagegen wenig schmeichelhaft. Madrid, 14. Juli. Ein furchtbarer Sturm ist gestern Abend 6 Uhr über Madrid niedergegangen. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt, Häußer abgedeckt und sonstiger Schaden angerichtet. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Audienzen. Der Großherzog empfing am 12. Juli u. A. den Generalleutnant v. Perbandt, den | Und kommst Du auch nicht mehr zurück, Bis Ros' und Flieder sterben, :: So trau' ich doch dem armen BlickBei Deinem ersten Werben!:,: Rödgen, Eintracht und Kegelklub„ Alle Neun" Wieseck,| Allzuschnell vergingen die Stunden und nach dem Konzert war es das Tanzbein, das auch in Thätigkeit tommen wollte. Glaserverband und Eintracht Gießen, Arbeiterverein Steinberg, Arbeiterverein Hausen, Volksverein Alten- Erst spät wurde der Festplaß leer, für Manchen noch zu Buseck, Wahlverein Wieseck und zahlreiche Festdamen. früh. Unseren Lesern wollen wir aber das Lied im Druck Nach demselben überreichte Frl. Schäfer- Wieseck die wieder geben, mit welchem Herr Kümmel schon so oft reichen Fahne an den festgebenden Verein mit der Mahnung, Applaus geerntet hat. Es lautet: daß die Fahne ein Zeichen sein sollte der Einigung, und dazu beitragen sollte, daß die Prinzipien der Sozialdemokratie zur Wirklichkeit würden. Sie schloß mit einem Hoch auf den Wahlverein Wieseck. Der Festpräsident Herr Erb dankte und brachte ein Hoch auf die Festteilnehmer, Frauen und Jungfrauen, und überreichte die Fahne dem Fahnenträger Herrn Scheffmann, welcher versprach die Fahne treu zu bewahren, Ein zugleich ermahnend treu zu derselben zu stehen. dreimal donnerndes Hoch erscholl. Herr Stadtverordneter Busold- Friedberg sprach sodann über die Bedeutung der Fahne. Die Kriegervereine unterwarf er einer scharfen Sritik, welche mit großem Beifall aufgenommen wurde. Ferner wurde. Ferner wies Oberstleutnant Frhrn. v. 3edliz- Neukirch vom scharfen Sritik, er hin auf die Einführung des Stabe des Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm( 2. Großh. Hess.) Nr. 116, den Leutnant Kretschmar von demselben Regiment, kommandiert zum TrainDepot der Großh.( 25.) Division und den Oberlehrer Reuter von Alsfeld. ** Bum Provinzialdirektor der Provinz Oberhessen und Kreisrat des Kreises Gießen wurde der Ministerialrat im Ministerium des Innern Dr. Andreas Breidert ernannt und zwar mit Wirkung vom 16. Juli an. - ** Das Regierungsblatt Nr. 37, ausgegeben am 12. Juli enthält: 1) Bekanntmachung, den Stantsvertrag über die Vereinigung der hessischen Landeslotterie und der der Thüringisch- Anhaltischen Staatslotterie betr. 2) Bekanntmachung, den Staatsvertrag zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Groß herzogtum Oldenburg über die ausschließliche Zulassung der Großherzoglich Hessischen Landeslotterie in dem Großherzogtum Oldenburg betr. 2) Bekanntmachung, die Besteuerung des Schaumweins betr. - thisiodo ** Jm Konkurrenzschießen hat sich gestern auf dem Schüßenfest zu Neustadt a. Haardt Herr Sattlermeister Kilbinger den 2. Preis( einen Becher) erschossen. ** Dem früheren Leiter des hiesigen Elek trizitätswerkes, Ingenieur Paul Ludw. Mulert ist, wie wir von glaubwürdiger Seite vernehmen, die Ausführung der umfangreichen elektrischen Anlagen für die neu erbauten Siechenhäuser übertragen worden. ** Der Verschönerungs- Verein hat in seiner letzten Sigung beschlossen, am Rande der Hardt und zwar rechts, settwärts des zum Gleiberg führenden Weges, gegenüber dem Bichlerschen Gutshofe eine Schutzhütte zu errichten. 〃 Achtstundentages und ermahnte Frauen und Jungfrauen, ihre Angehörigen nicht zurückzuhalten, wenn dieselben dafür eintreten würden, sondern sie dazu anzuhalten, weil sie ja nur dafür sorgen würden menschenwürdige Zustände einzuführen. Mit einer Mahnung an die Männer zur großen Fahne zu stehen, schloß er seine mit Begeisterung und einem Hoch auf die Sozialdemokratie endende Nede. Darauf folgten Lieder der Gesangvereine Sängerkranz Wieseck und Eintracht Gießen. Bei Musik und Tanz blieb man noch lange fröhlich beisammen. Aus Hessen und Nachbargebieten. op. Heuchelheim, 14. Juli. Unser Kirchweihfest war gestern wenn auch gut, so doch nicht so hervorragend besucht, wie das in anderen Jahren der Fall gewesen ist. Troßdem herrschte reges Leben und man vergnügte sich bei Musik und Tanz, Karrousselfahren u. s. w. bis spät in die Nacht. Für leibliches Wohl hatten die Festwirte reichlich Sorge getragen. feibliches Wohl hatten die Festwirte reichlich Sorge getragen. r. Turnverein. Gestern Nachmittag gegen 3 Uhr holte der Turnverein die Kapelle der 166. aus Hanau am Bahnhof ab. Der Zug bewegte sich dann mit flingendem Spiele durch die Bahnhofstraße, Liebigstraße, Seltersweg, Mäusburg, Marktplaß, Schulstraße, Neue Bäue, Grünbergerstraße zum Philosophenwald. Auf dem Festplatz angekommen, marschierten die sämtlichen einheitlich in weiß gekleideten Turner zu den Stab= übungen auf. Bevor diese begannen, hielt Herr Metzgermeister Pirr eine zündende Ansprache, die mit einem fräftigen Gut Heil" auf die deutsche Turnerei schloß. Nachdem die vorzüglich klappenden Stabübungen vollendet waren, ging man zur Vorführung einer Darauf Musterriege und Kürturnen am Reck über. führten die Zöglinge interessante Uebungen mit großen Stäben aus. Außerdem wurde noch stabhoch" gesprungen, und am Pferd, Sprungtisch und Barren geturnt. Die höchste Leistung beim Stabhochspringen war 11 Punkte, eine respektable Leistung. Die Pyramiden ernteten rauschenden Beifall. Der Sängerchor des Turnvereins erfreute nach dem Vielen, was zu sehen war, des öfteren das Ohr der Gäste. Am Abend begann ein Tanz wie lange dieser noch gedauert hat, das sei den zu erraten überlassen, der die flotten fräftigen Turner in ihrer Leistungsfähigkeit in förperlichen lebungen bewundern konnte. G. Krofdorf, 14. Juli. Gestern fand das 60jährige Stiftungsfest des Gesangvereins Germania statt, verbunden mit der Weihe der von den hiesigen Jungfrauen geftifteten Fahne. Herr Lehrer Hoffmann I. schilderte das Blühen des Vereins, der gegen 100 Mitglieder zählt, lobte das Vereinswesen. hieß die Anwesenden willkommen und schloß mit einem Hoch auf die Sängerkunst. Fräulein Acarius überreichte dann unter kurzer Ansprache die neue Fahne, worauf Herr Karl Bender Namens des Vereins dankte und mit e.nem Hoch auf die Krofdorfer Jungdantte und mit e.nem Hoch auf die Krofdorfer Jungfrauen schloß. Hierauf folgte das Vortagen der geplanten frauen schloß. Hierauf folgte das Vortagen der geplanten Lieder von noch 2 auswärtigen Vereinen aus Gleiberg und Salzböden. Außerdem waren noch der hiesige Krieger- und Turnverein geladene Gäste. Hieran schloß sich ein flottes Tänzchen. Das Dorf war schön geschmückt. js. Von der Straße. In der Nacht vom 11. auf 12. d. M. wurden in der Marktstraße zwei Firmenschilder abgerissen, sowie ein Fensterladen aufgerissen, wobei das Fenster stark beschädigt wurde. Dem Thäter ist man auf der Spur. In der Süd- Anlage wurde heute Nacht ein Bäumchen von ungefähr 1 Meter Höhe auf einem Beete ausgerissen und entwendet. G Erst wenn mein Hoffen ganz versinkt, Mein Traum des Glückes schwindet; :,: Dann weiß ich, daß fein Stern mir winft, Mein Weg Dich nicht mehr findet.:,: Dann will ich denken, daß mein Leid, Um Dich nur war vermessen, :,: Daß Du in neuer Seligkeit! Dein armes Weib vergessen. Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. ( Schluß.) 1977 510 Gießen, 11. Juli. - Der Taglöhner Karl Wagner aus Gießen ist angeklagt der Körperverlegung. Es hat ohne jeden Anlaß einen Bahnarbeiter durch Stockschläge an der Hand verlegt. da er mehrfach vorbestraft ist, erhält er 3 Wochen GefängDer Maurer nis dem Antrag des Amtsanwalts gemäß. Joh. Eist hen aus Münchholzhausen ist der Unterschlagung angeklagt. Er soll einem Hausirer den Kasten mit dessen Wareninhalt, der ihm anvertraut war, mitgenommen haben. Er leugnet aufs bestimmteste. Er erhält 2 Wochen Gefängnis nach dem Antrag des Amtsanwalts.- Der Knecht Konrad Wißner von hier hat ein Huhn des Gastwirts Michael Kreiling durch einen Wurf mit einem Stück Holz so verlegt, daß es zu Grunde ging. Der Staatsanwalt beantragte 10 Mt. Der Angeklagte erhält 5 Wet. Strafe. Gottlieb Stolz aus Bieber ach, seither Küfergeselle bei Jul. Wellhöfer, hat seinen Meister um einen Betrag von etwa 8 Mt. geschädigt durch Vorspiegelung falscher Thatsachen. Der Amtsanwalt beantragt 1 Woche Gefängnis. Stolz erhält 5 Tage Gefängnis. einen Vermischtes. marfifcher Sa 55) Thüringe Gängern. 56 57 Sängern. und 232 Ga Vereinen und Canon" mi 1045 Verein * De wird aus B meifter, def hat, definier land in den Dentblättern" DE Дав Nie Als Zu Für Den * 100jd wurde die 9 Barthenia Ja Fahren Bud frau Thiele welchem die Geliebten we Sundertjähri Gestern num Drittel ihre freien Fuß der beften Ge Groß- Kifind * Die richtet das bo fftraße fiel beut rund auf der Worte zu lesen Beschäftigu er fei in Wien hoffie, auf bi passende Besche gierde der M denn der Jün Tritt mit Fr glücklich in landet sein. Arbeiter. parteiifd fin micht berübel Daß unfere B * 8um sechsten Deutschen Sänger- Bundesfeste in Graz haben bis jetzt folgende dem Bunde angehörende Sängerbunde und Einzelvereine ihre Teilnahme an gemeldet: 1) Anhaltischer Sängerbund mit 2 Vereinen und 6 ängern. 2) Badischer Sängerbund mit 7 Vereinen und 40 Sängern. 3) Bayrischer Sängerbund mit 41 Vereinen und 609 Sängern. 4) Berliner Sängerschaft mit 8 Vereinen und 72 Sängern. 5) Deutscher Sängerbund in Böhmem mit 61 Vereinen und 597 Sängern. 6) Julius Otto Bund in Dresden mit 14 Vereinen und 227 Gängern. 7) Sängerbund in Dresden mit 1 Verein und 4 Sängern. 8) Sängerbund ,, Elbgaa" mit 60 Vereinen und 419 Sängern. 9) Sängerbund„ Elb- Havel" mit 2 Vereinen und 7 Sängern. 10) Erzgebirgischer Sängerbund mit 46 Vereinen und 342 Sängern. 11) Sängerbund Frankfurt a. Wt. mit 3 Ve.. und 18 Sängern. 12) Sängerbund Frankfurter Sängervereinigung mit 11 wereinen und 581Sängern. 13) Fränttischer Sängerbund mit 66 Vereinen und 855 Sängern. 14) Sängeround Hamburg und Altona mit 16 Vereinen und 127 Sängern. 15) Henneberger Sängerbund mit 2 Vereinen und 10 Sängern. 16) Hessischer Sängerbund mit 3 Vereinen und 38 Sängern. 17) Kärntner Sängerbund mit 26 Vereinen und 454 Sängern. 18) Sängerbund Köslin mit 1 Verein und 6 Sängern. 19) Sängerbund Leipziger Gau mit 39 Vereinen und 335 Söngern. 20) London: Liedertafel des deutschen Turnvereins mit 7 Sängern. 21) Mainthaler Sängerbund mit 2 Vereinen und 5 Sängern. 22) Deutscher Sängerbund in Währen mit 16 Vereinen und 245 Sängern. 23) Deutscher Sängerbund im südlichen währen mit 9 Vereinen uno 57 Sängern. 24) Wrecktenburgischer Sängerbund mit 5 Vereinen und 12 Sängern. 25) Sängerbuno des Meißner Landes mit 11 Vereinen und 61 Sängern. 26) Wittei- Erzgebirgischer Sängerbund mit 3 Vereinen und 38 Sängern. 27) Mittel- Muldenthaler Sängerbund mit 2 Vereinen und 7 Sängern. 28) Niederösterreichischer Sängerbund mit 100 Veremen uno 1494 Sängern. 29) Niedersächsischer Sängerbund mit 18 Vereinen und 100 Sängern. 30) Niederschlesischer Sängerbund mit 10 Vereinen und 46 Sängern. 31) Bereinigte norddeutsche Liedertafeln mit 13 Vereinen und 108 Sängern. 32) Obererzgebirgischer Sängerbund mit 14 Vereinen und 90 Sängern. 33) Oberlausißer Sängerbund mit 37 Vereinen und 240 Sängern. 34) Oberösterreichischer- falzburgischer Sängerbund mit 20 Vereinen und 217 Sängern. 35) Oberschlesischer Sängerbund mit 20 Vereinen und 104 Sängern. 36) Ostthüringer Sängerbund mit 3 Vereinen und 36 Sängern. 37) Pfälzischer Sängerbund mit 5 Vereinen und 20 Sängern. 38) Posener Provinzial- Sänger bund mit 9 Vereinen und 39 Sängern. 39) Preußischer Provinzial- Sängerbund mit 15 Vereinen und 191 Sängern. 40) Provinzial- Liedertafel( Dessau) mit 1 Verein und 2 Sängern. 41) Revaler Liedertafel mit 3 Sängern. 42) Rheinischer Sängerbund mit 3 Vereinen und 35 Sängern. 43) Deutscher Sängerbund in Rumänien mit 5 Vereinen und 44 Sängern. 44) Sängerbund v. d. Saale mit 6 Vereinen und 14 Sangern. 45) Salzburger Sängerbund mit 5 Vereinen und 25 Sängern. 46) Sängerbund" Saxonia" mit 7 Vereinen und 46 Sängern. 47) Sängerbund Preußisch- Schlesien mit 21 Vereinen und 137 Sängern. 48) Deutscher Sängerbund in Desterreichisch- Schlesien mit 17 Vereinen und 168 Sängern. 49) Schwäbischer Sängerbund mit 66 Vereinen und 655 Sängern. 50) Schwäbisch- bayerischer Sängerbund mit 17 Vereinen und 94 Sängern. 51) Siebenbürger Sängerbund mit 6 Vereinen und 71 Sängern. 52) Steirischer Sängerbund mit 78 Vereinen und 1799 Sängern. 53) Sänger bund Stollberg mit 2 Vereinen und 8 Sängern. 54) Süd*** Lollar, 14. Juli. Der Gesangverein Liedertafel feierte gestern sein 15jähriges Stiftungsfest. Der Leser wird verwundert sein, wenn er liest 15jähriges" und dabei eine solch große Vorbereitung und Feier. Ja, die Liedertafel" hatte alle Ursache, seinen Feundern, Gönnern und Mitgliedern wie auch dem ganzen Ort ein Fest zu geben, das über den Rahmen der gewöhnlichen Stiftungsfeste hinausging. Erstens der gewöhnlichen Stiftungsfeste hinausging. Erstens dem Publikum zu zeigen, daß innerhalb des Vereins der deutsche Männergesang nach Kräften gepflegt wird und zweitens, die Hauptsache, ein Stonzert zu veranstalten, welches selbst dem Kenner Freude machen soll. Nun, die„ Liedertasel" hat mit dem Fest großen Dank geerntet und man wird und kann ihr nur wünschen, daß es in ihren Reihen so einig und friedlich bleiben möge. Ja, was wurde denn geboten in Lollar? fragte mich am Abend ein guter Freund. Laß dir's erzählen und berichtete ihm folgendermaßen: Der Eisenbahn entstiegen empfing mich der Präsident mit den Worten: Wo ist denn die Gießener Regimentskapelle? Die Festversamm= lung ist da und keine Musik! Was soll werden? Nur ruhig Blut, sie werden noch kommen unsere 116er. Und richtig 313 Uhr famen sie angerückt. Nun aber schnell den Zug formirt und unter flotten Märschen marschierten der Gesangverein Heiterfeit von Gießen, der MännerGesangverein, der Turngesangverein, der Turnverein und die Liedertafel, alle von Lollar vom Festplatz in der„ Linde" durch den Ort wieder nach dem Ausgangsort zurück. Musik, ja sie elektrifirt, fonnte man sagen; vorher die Straßen noch ziemlich ruhig, nachdem belebt, alles strömte nach dem Festplatz hin. Dort hatte sich nach Entreffen des Zuges sehr schnell ein munteres Leben entfaltet. Nachdem die Anwesenden herzlich willkommen geheißen, ließ der festgebende Verein recht flott das Lied:" Südlich weht der Wind" steigen, dem mit furzen Zwischenpausen der Gesangverein Heiterfest- Gießen, der Männergesangverein und der Turngefangverein folgten. Aber all die zum Gehör gebrachten Nummern dieser Vereine, gesanglich alle sehr nett ausgeführt, teaten stark in den Schatten als das Ehrenmitglied der„ Liedertafel", Herr Hof- und Kammermusiker Louis Kümmel aus Darmstadt, ein Lollarer Kind, vom Podium herab aus seinem Piston, die Töne zu einer Fantasie- Brillante entlockte. Mäuschenstill war's ringsum, feiner wollte auch nur einen Ton vermissen. Beim zweiten Solo vortrag des Herrn Kümmel wurde der Beifall zu einem hellen Jubel. Nicht allein, daß der Künstler sein Instrument wieder meisterhaft handhabte, sondern man sah es Herrn Kümmel an, er blies mit innerer Begeisterung und als er das dritte Sola gab, mußte er sich infolge des ungeheuren Beifalls zu einem besonderen Solo noch verstehen. Auch dieses:" Was ich so tief im Herzen trage", von Gumbert war nur ein Hochgenuß. Wollte man Herrn Kümmel als Künstler für seinen gestrigen Tag charakterisieren, wir Tag charakterisieren, wir müßten sagen: Herr Kümmel hat durch sein Instrument gesprochen. Jeder Ton eine ganze Sprache. Briefkastenleerung. Um dem entfernt vom Hauptpostamt wohnenden Publikum noch Gelegenheit zur Auflieferung eiltgerBriefe nach der letzten allgemeinen Briefkastenleerung zu bieten, ohne daß die Absender sich zum Bahnhof zu begeben haben, wird jetzt der Brieffasten am Postamt 2 in der Schulstraße nun 11 Uhr abends noch einmal geleert. ** Aenderung der Sommerferien. Bisher begannen die fünfwöchigen Sommerferien immer an dem dem 15. August zunächst liegenden Samstag. Den Eltern aller Schüler soll nun auf ministerielle Anordnung von den Gymnasien die Frage vorgelegt werden, ob sie nicht statt der fünfwöchigen Sommerferien lieber sedswöchige hätten. Diese würden dann schon am 1. August be ginnen. Dafür würden die Osterferien nur 14 Tage dauern. Wahrscheinlich werden die meisten Eltern für den Vorschlag stimmen, denn erstens ist der Schulaus fall im heißen August viel angenehmer wie im April und ferner ist der August, der beliebteste Reisemonat. Fahnenweihe. Gestern Nachmittag feierte der Wahlverein Wieseck seine Fahnenweihe. An dem Festzuge beteiligten fich die Vereine: Radfahrer- Club und Verein Wieseck, Wahlverein Großen- Buseck, Gewerkschaften Weglar, Arbeiter- Verein Daubringen, Konkordia Wieseck, Holzarbeiterverband Gießen, Sängerfranz und Turnverein Wieseck, Wahlverein Gießen, Kegelklub Gut Holz" und Jugendgrund Wieseck, Wahlverein ** J gehen uns jehr dankba Wirt Die feith Grün betriebe 7 babe ich übernom baridhaft um gen Bum Aus Friedel und spr Grönnun Donn Mobel Rohrieifeln Somplet Vollständi Lono Eigen 990 dem Ronzert it tommen wollte. Ranchen noch zu Lied im Drud hon so oft reichen zurüd, Blidrfintt, t; mir winft, Leid, aal. en, 11. Juli. us Gießen ist Ohne jeden Anlaß der Hand verleßt. Wochen Gefäng - Der Maurer er Unterschlagung aften mit dessen genommen haben. 2 Wochen Ge - 8. Der Knecht uhn des Gastwiris Einem Stüd Holz Staatsanwalt beMt. Strafe. ther Rüfergeselle einen Betrag von falscher That oche Gefängnis. ger- Bundes dem Bunde ange re Teilnahme an 2 Vereinen und 7 Vereinen und mit 41 Vereinen haft mit 8 VerSängerbund in gern. 6) Julius id 227 Sängern. und 4 Sängern. and 419 Sängern. und 7 Sängern. 6 Vereinen und a. Mt. mit 3 Ve bund Frankfurter ängern. 13) Fränt 5855 Sängern. nit 16 Veremen Sängerbund mit her Sängerbund ärntner Sänger18) Sängerbund 19) Sängerbund gern. 20) London: mit 7 Sängern. en und 5 Sängern. märkischer Sängerbund mit 11 Vereinen und 154 Sängern. 55) Thüringer Sängerbund mit 18 Vereinen und 81 Sängern. 56) Tiroler Sängerbund mit 5 Vereinen und 69 Sängern. 57) Vogtländischer Sängerbund mit 20 Vereinen und 232 Sängern. 58) Vorarlberger Sängerbund mit 13 Bereinen und 104 Sängern. 59) Westfälischer Sängerbund Canon" mit 11 Vereinen und 89 Sängern. Insgesammt 1045 Vereine mit 11 176 Sängern! * Deutschland und Schweizerland. Ung wird aus Bern geschrieben: Der Universitätsprofessor Sutermeister, dessen Fach Professor Vetter teilweise übernommen hat, definierte sein Verhältnis zur Schweiz und zu Deutschland in den bei Th. Schröter in Zürich erschienenen„ Gebenkblättern" in beifolgenden Versen: D Schweizerland! Mir schwillt die Brust, Daß ich als dein getreuer Sohn Nie anderm Thron mich nahen mußt' Als deiner Berge Silberthron! O Deutschland! Stachel mir und Sporn Zu hohem Streben, habe Dank Für deines Geistes reichen Born, Den meine durstige Seele trant! " * 100jährige Buchthäuslerin. Im Jahre 1899 wurde die 97 jährige vollständig erblindete Kurpfuscherin Barthenia Igrisa vom Strafgericht zu Temesvar zu fünf Jahren Buchthaus verurteilt. Sie hatte der Briefträgersfrau Thiele aus Fliegenpapier hergestelltes Gift verkauft, mit welchem die Thiele ihren Gatten tötete, um die Frau ihres Geliebten werden zu können. Niemand glaubte, daß die fast Sundertjährige das Zuchthaus lebend verlassen werde. Gestern nun wurde die Giftmischerin, nachdem sie zwei Drittel ihrer Strafe abgebüßt hatte, bedingungsweise auf freien Fuß gesetzt. Die 100 jährige Buchthäuslerin, die sich der besten Gesundheit erfreut, wurde von Verwandten, die in Groß- Kikinda leben, in Empfang genommen. " * Die wandelnde Annonce. Aus Wien berichtet das dortige Fremdenblatt: Den Passanten der RingStraße fiel heute Morgen ein junger Mann auf. Am Rücken und auf der Brust trug er Tafeln, auf denen die bündigen Worte zu lesen waren:„ Ich bitte um eine dauernde Beschäftigung." Auf Befragen erklärte der Jüngling, er sei in Wien fremd, seit mehreren Tagen poſtenlos und hoffte, auf diesem allerdings ungewöhnlichen Wege eine passende Beschäftigung zu finden. Der Appell an die Neugierde der Mitmenschen erwies sich als äußerst gelungen, denn der Jüngling aus der Fremde wurde auf Schritt und Tritt mit Fragen bestürmt und zur Stunde dürfte er schon glücklich in einem Geschäfte oder in einer Werkstätte gelandet sein. Briefkasten. Arbeiter. Sie fragen an, ob wir wirklich unparteiisch find. Wir können Ihnen Ihr Mißtrauen nicht verübeln. Die Versicherung geben wir Ihnen, daß unsere Zeitung unabhängig ist. Wir berichten über jede Sache objektiv und bringen keine Schmähartikel über irgend eine Partei, da uns Politik ferne liegt. Wer Politik leſen will, mag sich sein Leibblatt halten. Wir bringen das, was von allgemeinem Interesse ist, für die andern Sachen steht Jedermann der Sprechsaal zur Verfügung. Frankfurter Schauspielhaus. Dienstag, 15. Juli:" Die Braut von Messina". Mittwoch, 16. ,,,, Emilia Galotti". VATER RAIFFEISEN Donnerstag, 17. ,,:„ Uriel Acosta". Freitag, 18. Samstag, 19. " " :" Das Käthchen von Heilbronn". " Alt- Heidelberg". Letzte Vorstellung vor den Ferien. Beginn, wenn nicht anders vermerkt, um 7 Uhr. gled Gestorbene.com Am 13. Juli: Marie Kuhne, geb. Plank, 50 Jahre alt, Ehefrau von Hotelbefizer Heinrich Kuhne dahier. Billund Quir lo sonseil pitund Enthüllung des Raiffeisen- Denkmals. Vor Kurzem fand in Neuwied unter Anwesenheit der Neuwiedischen Fürstlichkeiten und vieler Vertreter hoher Behörden, großer landwirtschaftlicher Verbände und Korporationen die siblol.#od and gas mysig mahdi festliche Enthüllung des Raiffeisen- Denkmals des mBegründers des ländlichen Genossenschaftswesens statt. Das Denkmal zeigt Raiffeisen im kräf= pidas aljerna stod stigsten Mannesalter, wie er mit ausgestreckter Hand zu dem Landvolke spricht. In zwei packend 08 modellierten Reliefs ist sein Lebenswerk versinnbildlicht. Das erste stellt ihn als Tröster und Helfer eines ausgewucherten Bauersmannes dar, das andere zeigt denselben Bauersmann jezt aufrecht, wie er in froher Dankbarkeit Raiffeisen die Hand schüttelt. Das erste Relief trägt den Spruch: Was Ihr gethan habt einem der geringsten meiner Brüder, das habt Ihr mir gethan," das zweite:" Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott". Es war ein ergreifender Augenblick, als der Fürst, nachdem die Hülle des Denkmals auf seinen Wint gefallen, hinzuschritt und zu den Füßen seines unvergeßlichen Freundes einen Kranz niederlegte, ebenso, als der Generaldirektor Heller, Raiffeisendentmal. 390 m CALO als der Nachfolger Raiffeisens, das Gelöbnis, fablegte, bis zum letzten Atemzuge in den Fußstap fen seines Vorgängers wandeln zu wollen. Darnach aber häufte sich ein Berg von Kränzen vor dem Denkmal auf, die von Verbänden, Vereinen, Rorporationen des In- und Auslandes und der Beamtenschaft der Organisation mit entspre henden Widmungsworten niedergelegt wurden. Trotz der arbeitsreichen Sommermonate gehen uns zahlreiche neue Abonnenten zu; ein Beweis, daß die Bevölkerung mit unserem Beginnen zufrieden ist. Für weitere treue Unterſtüßung sind wir sehr dankbar. Hochachtend Redaktion der Gießener Neueste Nachrichten. Wirtschafts- Uebernahme 00000 00006 Die seither in dem Hause des verstorbenen Herrn Heinrich t 16 Vereinen und Grün betriebene Wirtschaft bund im südlichen ern. 24) Wiedlen und 12 Sängern. it 11 Vereinen und er Sängerbund mit Mittel- Muldenthaler ,, Zur Krone" Neustadt Nr. 31 ängern. 28) Nieder- habe ich übernommen und bitte verehrte Freunde, sowie werte NachVeremen uno 1494 barfchaft um geneigten Zuspruch. friedel und sprion. Bum Ausschank gelangt das anerkannt gute Bier aus der Brauerei Eröffnung des neuhergerichteten Lokals erfolgte Donnerstag den 3. Juli 1902. rbund mit 18 Ver lefifcher Sängerbund 31) Bereinigte nordund 108 Sängern. mit 14 Vereinen und Jerbund mit 37 er berösterreichischer- falzund 217 Sängern. CO Vereinen und 104 und mit 3 Vereinen ngerbund mit 5 Ver er Provinzial Sänger ern. 39) Preußischer en und 191 Sängern it 1 Verein und 2 mit 3 Gängern nen und 35 Sängern mit 5 Vereinen und 44 e mit 6 Vereinen und nd mit 5 Vereinen und a" mit 7 Vereinen und Bifch- Schlefien mit 21 utfcher Sängerbund in Hochachtungsvoll Heinrich Rühl. Kalk- und Marmorwerke, Dampfziegelei Aug. Gabriel jr., Gießen. Massenfabrikation. Werke Abendstern. ( 559) - Bahnanschlüsse. Telephon Nr. 84. 00000 00000 Eis. Eis. Eis. Meine Eiswagen fahren vom 1. Mai ab wieder regelmäßig und bitte ich gütigst Bestellungen in meiner Wohnung, Hessischer Hof" oder im Laden, Frankfurterstraße 9 bei Herrn Gg. Adami machen zu wollen. 713) Hochachtungsvoll Emil Samall. Möbelfabrik Carl Stückrath Telephon 83. GIESSEN. A sterweg 47, Ederstr. 8, Gegründet 1868. empfiehlt sein reichhaltiges Lager in polierten und lackierten Möbeln Tischen, Stühlen, Sophas, 6281 ZNAKED BEGUST Wirtschaftseröffnung. 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Distr. 98399 21 rm Buchen- Scheit, 176 rm Buchen- Knüppel, 9 rm Weichholz- Kuüppel und 1 rm Nadelholz- Knüppel. L008: II. Distr. 123a, 125, 129= 61 rm BuchenScheit, 120 rm Buchen- Knüppel. Die Ausschreibung umfaßt: Los 1. Die Arbeiten und Lieferung der nicht bauseitig beschafften Materialien für das Hauptabflußfiel, den Hauptsammler A. die Unterführung bei der Eisenbahnbrücke, den Düder unter der Wieseck, insgesamt etwa 1200 m Mauerfiel Profil 50/75 bis 156/195 824 m Thonrohrkanäle von 25-40 cm Durchmesser einschließlich aller besonderen Bauwerke, Spül- und Einsteigschächte. Lo8 2. = 2008: III. Distr. 123a, 156 rm Buchen- Knüppel. 2003: IV. Diftr. 131= 97 rm Nadeiholz- Knüppel 2,5 m und 1,2 m lang, sämtlich trocken und 157 rm Nadelholz- Reiser III. Kl. Die Gebote sind für jedes Loos getrennt pro rm Scheit, Knüppel und Reiser abzugeben. Das in den einzelnen Schlägen Die Arbeiten und Lieferung der nicht bauseitig be- sigende Holz wird auf Verlangen durch Herrn Förster Usinger schafften Materialien für den Regensammler W. 2 ins- zu füße vorgezeigt. gesamt etwa Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald be. uns geltend zu machen.. Gießen, 12 Juli 1902. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Hilferuf: 4-3immer- Wohnung im mittl. Et Ewegzugsh. sof. oder später zu ver mieten. Liebigstraße 55. Stübchen mit Bett zu ver miet n. Maigaffe 11. Schöne, frdl. 5- Zimmerwohn per 15. Sept, eve itl. 1. Oft., zu Bismarckstraße 6. berm. In dem Hause Nordanlage? ist eine elegante 6-3immer Durch langjährige Krankh. u. wohnung mit Bad, Balkon und harte Schicksalsschläge ist eine mir allem sonstigen der Neuzeit ent Die schriftlichen Gebote sind unter verschlossenem Um- befreundete, den, gebildeten Ständen sprechenden Einrichtungen zu ver angehörige Familie mit unversorg- mieten. Näh. 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J. nachmittags 3 Uhr bei dem Siel bauamt einzureichen, woselbst die Eröffnung der eingelaufenen Angebote im Beisein etwa erschienener Bewerber am genannten Termine erfolgt. Die Angebote fönnen auf die einzelnen Lose sowie auf die Gesamtleistung erfolgen. 1370 Buschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, am 5. Juli 1902. tritt eine Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Gascokes. Infolge Stadtverordneten- Beschluffes vom 10. April d. J. Preisermäßigung unserer Gascotes ein und wurden die Preise derselben bis auf weiteres festgesetzt wie folgt: Für den Centner ab Verkaufsstelle: 1,10 Mr. Buß- Cokes, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiedeStück- Cokes nen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: Größe Nr. 1. etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte 1,25 Mr. Größe Nr. 2, fleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit. 1,30 Mr. In Wagenladungen von mindestens 36 Centnern: Stückcokes 1,05 Mr. Bußcokes Nr. 1 1,20 Mr. 1,25 Mr. 1,00 Mr. 1,15 Mr. 1,20 m. Bußcokes Nr. 2 Bei Entnahme von mindestens 200 Gentnern: Stückcokes Bußcokes Nr. 1 Nußcokes Nr. 2 werden können. Für Cofesabnehmer, welche zwei und mehr Doppelwaggon 8 bezichen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. tro Gentner. Für Snfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Gentner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Cotes- bis zu 6 Centnern - auf die betr. Lagerpläge( Keller, Stall ic.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Gentner Cokes statt; dagegen bleibt bei folgenden biesigen Firmen der Kleinverkauf unserer Gascokes von 1 bis 5 Centner bestehen, nämlich bei den Herren: Joh. Jischer, Alicestraße 19, H. Hof, Löwengasse 11 und Bahnhofstraße 33, Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emit Bistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5, Stein's Garten. Dienstag, den 15. Juli Zwei große Konzerte, erteilt Privatunterricht in Latein u. Französisch. Erfolg sicher. Off. unter 00251 an die Erped d. Zeitung. Ein Buchdruckerlehrling, dem eine gründliche fachmännische Ausbildung zu Theil wird, auf sofort oder später gesucht. 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