Nr. 213. Erstes Blatt. Samstag, den 13. September 1902. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 30 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 150. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Gießener 11. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Erpedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Die Kompetenzen der Zwangsinnungen. Herr Professor Dr. Biermer schreibt uns hierüber Folgendes: seine Beschwerde von Darmstadt aus die Antwort erhielte, die ganze Sache ſei nur ein Streit um des Kaisers Bart"; denn die Professoren könnten ja auch außerhalb des Senates über eine Zeitung, die ihnen aus irgend welchen Gründen nicht passe, den Boykott verhängen? Bekanntlich hinken die meisten Vergleiche. Ich behaupte aber, daß mein Vergleich nur ganz unmerklich Jedenfalls bietet er ein ganz passendes Analogon zu den von mir bekämpften Kompetenzüber schreitungen der Mezgerinnungen. Mein Aufsatz in den Gießener Neuesten Nachrichten" vom 1. September d. Is. über„ Die Handwerferinnungen als Preiskartelle" hat in der Tages- hinkt. presse eine ungewöhnliche Beachtung gefunden. Die bort näher ausgeführte Behauptung, daß Innungsbeschlüsse der Metzgerinnungen, auf Grund deren die Fleischpreise erhöht werden, gesetzwidrig seien, hat durch die deutsche Presse die Runde gemacht, ohne auf irgend welchen ernsten Widerspruch zu stoßen. Mir liegen zur Beit einige dreißig Breßstimmen der Art, die mir unter Kreuzband zugeschickt worden sind, vor. Die Mehrzahl derselben beschränkt sich auf die Wiedergabe meines Artikels, eine Reihe anderer versehen ihn mit redaktionellen zustimmenden Bemerkungen oder besprechen ihn in besonderen Leitartikeln, und nur eine Zeitung, die " Bossische" in Berlin widerspricht zwar nicht, bezeichnet aber meine Ausführungen etwas von oben herab als einen Streit um des Kaisers Bart"; denn ich hätte ja- so führt sie aus selbst gesagt, daß die Meßgermeister auch außerhalb der offiziellen Innung Preisfonventionen vereinbaren fönnten. Das genannte Berliner Blatt fügt dem noch hinzu, es stände ja den 3wangsinnungen frei, sich einfach in freie Körperschaften umzuwandeln, was wohl heißen soll, daß man in sehr bequemer Weise das Innungsgesetz umgehen könne. Der Gießener Anzeiger" hat in seiner Nummer vom 5. September d. Js. mit dem ihm eigenen Geschick, Lesefrüchte zu reproduzieren, von all' den Preßäußerungen nur die mißgünstige der„ Vossischen Beitung" herausgefunden und an bevorzugter Stellung wörtlich zum Abdruck gebracht. Die Redaktion dieses Blattes hat es wohlweislich für gut befunden, mit feiner Silbe anzudeuten, daß mein Aufsatz in einer hiesigen Zeitung erschienen ist und hat eine Form des Abdruckes gewählt, die darauf schließen läßt, daß die maßgebenden gewerbepolitischen Sachverständigen in der Redaktion des Gießener Anzeigers" mit denjenigen der„ Vossischen Zeitung" übereinstimmen. Ich kann mich also in ein und derselben Replik, die erst heute erscheint, weil ich mehrere Tage verreist war, gegen die Vossische Zeitung" und den Gießener Anzeiger" wenden. Diese Kritiker scheinen es für be= langlos zu halten, daß etwas gesetzwidrig ist, sobald es Mittel und Wege giebt, das Gesetz zu umgehen. Sch stehe natürlich auf einem anderen Standpunke. Sobald ein durch Gesetz geschaffener Organismus der Selbstverwaltung seine Kompetenzen überschreitet, hat m. Gr. die Aufsichtsbehörde dagegen vorzugehen; denn wir leben in einem Rechtsstaate, und die Achtung vor der gesetzgeberischen Autorität muß darunter leiden, wenn die im Besetze bestellte Aufsichtsbehörde nur um deswillen von ihren Kontrollbefugnissen Gebrauch ju machen unterläßt, weil die beteiligten Personen denelben Effekt auf Umwegen ohne Gesetzesverletzung erretchen können. Wie wichtig diese meine grundsätzliche Auffassung it, will ich versuchen, der Redaktion des„ Gießener Aneigers" an einem Beispiel klar zu machen. Ich wähle hierzu ein Beispiel, das ich absichtlich so drastisch wie möglich gewählt habe. Zu den Kompetenzen des Gesamtsenates der hiesigen Landesuniversität gehört u. a. nicht, seinen Mitgliedern vorzuschreiben, welche Tageszeitung sie halten dürfen, in welcher Zeitung sie inserieren und in welcher Zeitung sie gelegentliche Attifel veröffentlichen können. Wenn es nun trotzdem dem Gesamtsenate der Universität einfallen sollte, einen solchen Beschluß durchzudrücken, so verstieße er un3weifelhaft gegen seine statutarischen Aufgaben, die unausbleiblichen Folgen würden Beschwerden sein, die mit Sicherheit zu einer Remedur seitens des vorgesetzten Großherzoglichen Ministeriums des Inneen führten. das ministerium würde, sobald es angerufen würde, auch eingreifen müssen, wenn sämtliche Senats mitglieder bei ihrem Vorgehen einig gewesen wären; denn Kompetenzüberschreitungen werden eben grund: zlich nicht geduldet. Nehmen wir nun weiter an, diejenige Beitung, gegen die sich dieser unzulässige Geratsbeschluß richtete, wäre der„ Gießener Anzeiger" abst. Was würde dieses Blatt sagen, wenn es auf das sonst so zahme Publikum auf die Dauer nicht gefallen läßt, zu treiben. Ganz ohnmächtig sind die Konsumenten auch den Bäckern und Fleischern gegenüber nicht, es giebt gewisse und unter Umständen probate Mittel der Selbsthülfe; ich erinnere nur an die zum Teil überraschende Ausdehnung des Konsumvereinswesens in vielen großen und kleinen Städten, wo mit dem Ladengeschäft genossenschaftliche Bäckereien und Mezgereibetriebe verbunden worden sind. diesen Gründen schloß ich meinen Artikel mit der wohlmeinenden Warnung an die Adresse der Innungen: Aus Was die andere Bemerkung der„ Vossischen Zeitung" anbetrifft, daß ja die Zwangsinnungen jederzeit die Möglichkeit hätten, sich in freie Korporationen umzuwandeln, so beruht sie auf einer argen Verkennung des Gesetzes. Die Umänderung oder Schließung einer 3wangsinnung ist nach der neuen Novelle zur Gewerbeordnung vom 26. Juli 1897 ganz außerordentlich erschwert. Man sehe nur den§ 100t des Gesetzes an, und man wird mir Recht geben. In den Motiven des Gesetzes zu diesem Paragraphen ist zudem aus. drücklich gesagt, daß man die Auflösung einer Zwangsinnung möglichst erschweren wolle. Ich halte es nach der durch das Gesetz geschaffenen formellen und materiellen Grundlage für so gut wie ausgeschlossen, daß eine leistungsfähige Zwangsinnung nur aus dem Grunde auf das Innungsvermögen und alle sonstigen Innungsrechte verzichtet, weil man sie im Aufsichtswege daran hindert, in den Unfug früherer Zünftlerei zu verfallen. Im Uebrigen bin ich nach wie vor der Ansicht, obgleich das unter den wissenschaftlichen Kommentatoren der Gewerbeordnung nicht unbestritten ist, daß auch die" freien" Innungen Preiskonventionen nicht abschließen dürfen.- Die ganze Kontroverse, wie weit die Zwangs- ,, Principiis obsta!" innungen geschlossene Preiskartellpolitik treiben dürfen, habe ich nur aus dem Grunde angeschnitten, weil man eigentümlicher Weise bisher die Bestimmungen der Gewerbeordnung völlig übersehen hat, und weil ich in der Innungsorganisation, sobald sie als Mittel für Preistreibereien dient, nicht nur eine Gefahr für das konsumierende Publikum, sondern auch für die Innungen selbst als Einrichtungen zur Aufrechterhaltung und Stärkung der Standesehre" erblicke. Im Uebrigen habe ich nur die Rechtsfrage untersucht, die Beantwortung aber der weiteren Frage, ob die Marktverhältnisse im gegenwärtigen Zeitpunkte die Megger meister zwingen, die Fleischpreise zu erhöhen, offen gelassen. Für mich, der ich nicht alles glaube, was die Interessenten behaupten, ist weder die Sachlage auf den großen Viehmärkten, noch die Abhängigkeit der lokalen Metzger von diesen großen Märkten hinreichend geklärt. Auch weiß ich nicht, ob die Verhältnisse überall dieselben sind. Ich neige allerdings der Ansicht zu, daß nach der jezigen Marktlage eine Detailpreiserhöhung berechtigt ist, wobei ich aber nicht verschweigen will, daß nicht selten Mezger und Bäcker, wenn die Engrospreise anziehen, die Detailpreise unverhältnismäßig weiter erhöhen. Für die Stadt München ist z. B. bewiesen, daß die Steigerung der Schweine einkaufspreise in mehr als doppelter Höhe auf die kon sumenten abgewälzt worden ist. Die Erhöhung der Einkaufspreise betrug 4 Pfennige pro Pfund, der Verkaufspreis wurde dagegen um 10 Pf. hinaufgesetzt. Wenn unsere Metzgermeister jede un günstige Konjunktur sofort und so kräftig auf das Publikum abwälzen wollen, so dürfen sie sich nicht beflagen, wenn man von ihnen gelegentlich auch verlangt, daß umgekehrt das Publikum auch einen Anteil an einer Preiserniedrigung des Schlachtviehes hat. Von solchen Preisnachlässen hört man indessen nur selten etwas. Gewöhnlich gehen Monate, ja Jahre darüber hinweg, bis sie fühlbar werden. In dieser Beziehung unterscheidet sich eben das Verhältnis des Publikums zum angesessenen Fleischer und Bäckergewerbe ganz erheblich von demjenigen des Kleinhändlers zum Grossisten und Industriellen. Hier machen sich Schwankungen in der Preiskonjunktur meistens sofort geltend, dort hat das Preisniveau ein eigenartiges Beharrungsvermögen. Im bürgerlichen Zusammenleben, namentlich eines kleinen Platzes, ha en sich eigentümliche patriarchalische Verhältnisse erhalten. Fleisch und Brot fauft man am Orte, und man ist der Natur der Sache nach und entsprechend allen Gewohnheiten dazu gezwungen. Unsere Hausfrauen beklagen plöglich Teuerungen, verlangen aber, auch wenn die Engrospreise stark fallen, feine Preiserniedrigung. Sie sind schon zufrieden, wenn die Preise möglichst gleich bleiben und fümmern sich um Aus diesen Zuständen erwachsen den Metzgern und die Verhältnisse auf den großen Märkten gar nicht. Bäckern mancherlei Vorteile und infolgedessen können diese Lieferanten, sofern die Teuerung vorübergehender Natur ist, diese höheren Produktionskosten ganz gut auf sich nehmen. Hier wird also eine Art von Ausgleich geschaffen, der für beide Teile als wohlthätig empfunden wird, und das Kundschaftsverhältnis freundnachbarschaftlich gestaltet. Ich bleibe aber dabei, daß, wenn Preiserhöhungen unvermeidlich sind, die Zwangsinnungen als solche zu ihnen nicht offiziell Stellung nehmen dürfen. Die Innungen untergraben sich ihre ganze Stellung und ihr Anschen als offizielle Berufsvertretungen, wenn sie es den großen industriellen Kartellen und Händlerringen nachzumachen suchen. Nicht immer wird die Marktlage die Berechtigung solcher Innungsbeschlüsse ergeben, und iſt einmal der Anfang damit gemacht, so wird es vielleicht Mode werden, einer lokale Startellpolitik, die sich Die Schließlich möchte ich noch auf eine Thatsache aufmerksam machen. Die lieberale Presse war bisher eine entschlossene Gegnerin der Innungen und namentlich der Zwangsinnungen. Die liberalen Parteien haben deswegen auch gegen das Innungsgesetz von 1897 ge= stimmt, u. a. mit der Begründung, daß die Innungen verführt werden könnten, zünftlerische Preispolitik zu treiben. Gegenwärtig hört man von dieser Gegnerschaft gegen die Handwerkerorganisationen nichts mehr. Woher kommt diese auffallend veränderte Stellungnahme? Die Antwort ist sehr leicht zu geben. Fleischnot wird allgemein auf eine agrarische Grenzsperrpolitik zurückgeführt, wahrscheinlich mit Recht. In folgedessen sieht man sich nach Verbündeten um und findet diese Verbündeten in den Mezgerinnungen, die unter der Grenzsperre eben so leiden, wie das Konsumentenpublikum. Die Gegnerschaft gegen die landwirtschaftlichen Interessenten macht die Demokratie blind, und man hat nicht den Mut, gegen zwei Fronten gleichzeitig an zu kämpfen. Wer aber feine politischen Scheuklappen hat, kann die Kritik sowohl nach der einen wie nach der anderen Richtung hin wagen. Das habe ich in meinem Artikel vom 1. d. Mis. gethan. Es giebt eben auch einen Konsumentenstandpunkt ohne politische Hintergedanken!- Politische Nachrichten. Berlin, 11. Sept. Die Verleihung der Kette des Schwarzen Adlerordens des Königs von Italien wird Der Reichs- Anzeiger eine Reihe von Auszeichnungen, die heute amtlich bekannt gegeben. Außerdem veröffentlicht der Kaiser anläßlich der diesjährigen Kaiser- Manöver verliehen hat. Es erhielten u. A. der kommandierende General des 3. Armee- Korps General von Liegnig den Schwarzen Adlerorden und der kommandierende General des 5. Armee- Korps General von Stülpnagel das Großkreuz Noten Adlerordens mit Eichenlaub. - An der durch die Blätter gehenden Meldung, daß Deutschland mit China in Handels- Vertrags. Unterhandlungen eingetreten sei, kann der„ Post" zufolge nur so viel richtig sein, daß nach dem Vorgehen Englands und anderer Regierungen auch Deutschland mit China in Verhandlungen betreffend eines ähnlichen Abkommens eingetreten ist. Im Uebrigen weisen die Schwierigkeiten, auf welche der englisch- chinesische Handelsvertrag stößt, darauf hin, daß sich diese UnterHandlungen nur um die Sicherung der vertragsmäßigen Basis mit den anderen Handelsmächten drehen. Sonst| Maschine eingespannte Stück Holz zurückprallte und ihm hat auch England bisher nichts gewonnen. Berlin, 12. Sept. An Stelle des verstorbenen Abgeordneten Professor Dr. Virchow beabsichtigt der Post zufolge die freisinnigen Wähler des 3. Berliner Landtags- Wahlkreises, den Virchow seit 1867 ununter: brochen bis zu seinem Tode vertreten hat, den Justizrat Dr. Edmund Friedemann- Berlin als alleinigen Kandidaten der freisinnigen Volkspartei aufzustellen. Berlin, 12. Sept. In einer von circa 2000 Personen besuchten Versammlung in den Concordia- Sälen sprach gestern Abend Graf Bückler über das Judentum in der Kritit der Geschichte. Graf Pückler, der mit Hochrufen, teilweise aber auch von Gegnern mit Gelächter empfangen wurde, ging zunächst auf seine Verurteilung in der DuellAffäre ein und erklärte, daß die Strafe eher Dr. Neumann hätte treffen müssen. Er schwor, daß er bis zum letzten Athemzuge fämpfen wolle und daß weiter gesprochen werden würde. Im zweiten Teil seiner Rede richtete Graf Pückler überaus starke Angriffe gegen die Juden. Die Versammlung nahm im Uebrigen einen ruhigen Verlauf. Ein großes Polizeiaufgebot war zur Stelle, fand aber feinen Anlaß zum Einschreiten. Unter Hochrufen auf Bückler und dem Absingen des Liedes: Deutschland, Deutschland über Alles ging die Versammlung auseinander. in den Unterleib drang. Durch die Wucht hat er schwere innere Verlegungen erlitten, die jetzt nach 8tägigem Krankenlager den Tod zur Folge hatten. Der Verstorbene war ein braver biederer Bürger; den Hinterbliebenen ist allgemeine Teilnahme sicher. ** Wichtig für Ladenbefizer. Ein Berliner Kaufmann hatte in seinem Schaufenster an einer belebten aber engen Straße einige Figuren aufgestellt, die Kunststücke ausführten und Schaulustige anlockten. Im Interesse des Verkehrs gab das Polizeipräsidium ihm auf, die Figuren zu entfernen. Nach fruchtloser Klage beim Bezirksausschuß legte der Kaufmann Berufung beim Oberverwaltungsgericht ein, welches das Rechtsmittel aus folgenden Gründen abwies: Es ist erwiesen, daß die Ausstellung die Ansammlung einer großen Menge von Schaulustigen auf dem Bürgersteige verursachte, daß dadurch der Verkehr dauernd und in erheblichem Maße gestört wurde und Passanten, um vorwärts zu kommen, auf dem Fahrdamm gehen mußten. Möge auf der Kläger so große Ansammlungen vor seinem Schaufenster nicht beabsichtigt haben, so steht doch fest, daß die Ausstellung der Figuren nur die wesentliche Ursache der Ansammlungen gebildet hat. Die Polizei war daher berechtigt, im Interesse der Ordnung, Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs auf der öffentlichen Straße einzuschreiten und die dauernde Entfernung der Figuren aus dem Schaufenster zu fordern. Gerade weil die Straßenpolizeiverordnung keine Vorschriften in dieser Beziehung enthält, hindert sie das Vorgehen im einzelnen Falle nicht. Der Kölnischen Zeitung wird aus Düsseldorf gemeldet: Der Vertretertag der Vereine der National liberalen Jugend wurde durch den Vorsitzenden Rechtsanwalt Dr. Hofischer zu Köln mit einer Begrüßung der Abgeordneten Bassermann und Sattler, des GeneralSekretärs Patig und einem Nachruf an Bennigsen eröffnet. Bassermann antwortete im Namen des CentralVerbandes der nationalliberalen Partet und begrüßte die Tugendbewegung. Kopenhagen, 12. September. Der russische Admiral La men wurde kurz bevor er sich gestern zur Hoftafel begeben wollte, von einem Blutsturz be= fallen und liegt nun schwer frank darnieder. Der Zustand der Königin von Belgien ist zwar noch immer ernst, doch ist keine unmittelbare Gefahr vorhanden. Wien, 12. September. Das hier weilende Mitglied des russischen Ministeriums des Innern Kammerherr Graf Mussin Puschkin erlitt infolge eines Sturzes in einem Restaurant einen Bruch des linken Schenkels. Bakarest, 12. Septbr. Von informierter Seite wird versichert, daß noch immer keine amtliche Bestätigung der Nachricht eingetroffen ist, daß der deutsche Kronprinz der Einladung zur Teilnahme an den großen rumänischen Manövern Folge leisten wird. Triest, 11. Sept. Infolge der Verhaftung mehrerer Hafenarbeiter, welche zu Demonstrationen und Erzessen gegen das unter den Arbeitern mißliebige Blatt„ Il Sole" aufreizten, und 700 Arbeiter des Freihafens in den Streif eingetreten. Außerdem wurde ein Redakteur, ein Reporter und ein Drucker des Blattes verhaftet. Die letzten drei sind italienische Unterthanen. Aus Hessen und nachbargebieten. ( Privattelegramm.) hier noch nic fagt ift, wa eine Waffer neuen Verein troffen werde bilitierung der Kartoffelzucht hat Herr Gerichtsdiener Schmid in seinem Garten erzielt. Er grub einen Stock mit 4 Kartoffeln im Gewichte von 2150 gr und einen Stod mit 2 Kartoffeln im Gewichte von je 750 gr aus. w. Kelterobstmarkt zu Frankfurt a. M. Die Zentral stelle für Obstverwertung und das Obstmarkt- Komitee Frankfurt a. M. veranstalten in diesem Jahre zum ersten male einen Kelterobstmarkt. Derselbe soll am 22., 23. und 24. September in der Stadthalle zu Frankfurt a. M., Klostergasse Nr. 14, jedesmal von morgens 8 Uhr, bis mittags 1 Uhr stattfinden. Der An- und Verkauf ist für beide Teile kostenfrei. Anmeldescheine sind von der Zentralstelle, Gneisenaustraße 15, zu haben. Die Zentralstelle vermittelt auch unentgeltlich den An- und Verkauf aller anderen in Deutschlaud gewachsenen Obstsorten. S. Darmstadt, 13. Sept. Der 18/ 2jährige Albert Knapp aus Griesheim wurde heute morgen beim Stange getötet. Aufladen von Gerüststangen von einer herabfallenden Hongkong, 13. Sept. Der Vicekönig hat Beamte nach Shanghai gesandt mit dem Auftrage eine Untersuchung einzuleiten über das Verschwinden von 10,000 Mausergewehren nebst Munition, welche aus Deutschland in Macao eingetroffen waren. - ** wechslung, wenn eine Frau den Spieß umkehrt, dem Manne, ** Frankfurt, 10. Sept. Das ist doch einmal eine Abder sie liebt", weil sie angeblich Geld hat, die Ehe verspricht, ihn um seine Ersparnisse prellt und dann sigen läßt. So verfuhr die geschiedene Wilhelmine Pracht geborene Schäfer. Sie hatte„ ihn" in einer Automatenhandlung kennen gelernt und ihn für sich zu interessieren gewußt, indem sie ihm erzählte, sie sei Wittwe( und habe ausgerechnet 9700 Mt. zu erwarten. In Wirklichkeit lag sie aber noch in Scheidung und hatte nichts zu erwarten. Er verlobte sich darauf mit ihr und ließ sich von ihr bestimmen, 400 Mt. Sie verwandte aber das Geld nicht zu diesem Zwecke, sondern zur Anschaffung von Haushaltungsgegenständen herzugeben. bestritt davon ihre eigenen Bedürfnisse. Das Landgericht hatte kein Verständnis dafür, daß sie auf diese Weise und ihr Geschlecht an der Männerwelt rächte, und verurteilte sie zu 5 Monaten Gefängnis. * Darmstadt, 12. Sept. Die feierliche Einweihung des von einem Frauen- und Jungfrauen- Komitee errichteten Alice Denkmals fand heute Mittag 4 Uhr in Gegen wart des Großherzogs, der Prinzessin Elisabeth, der Frau Prinzessin Ludwig von Battenberg, der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, des Prinzenpaares Franz Josef von Battenberg und des Grafenpaares zu Erbach- Schöneberg statt. Die Festrede hielt Fräulein Dr. Mensch, die Verdienste der Fürstin würdigend. Als Vertreterin des FrauenKomitees sprach Freifrau Heyl zu Herrnsheim. Oberbürgermeister Morneweg übernahm das Denkmal in den Schuß der Stadt, nachdem die Hülle gefallen war. Der Künstler Bildhauer Habich und andere erhielten Auszeichnungen. Unter der Bevölkerung Indiens macht sich eine große Protestbewegung bemerkbar gegen die Krönungs- Feierlichkeiten, welche eine Summe von 300,000 Pfund erfordern. Die Festlichkeiten sollen in Dehli stattfinden. Wir finden die Erbitterungen für gerechtfertigt. An die Bekämpfungen der wahrlich nicht selten vorkommenden Choleraseuchen und Hungersnot denkt man in London weniger. Giessener Cagesneuigkeiten. = ** In der Gemarkung Hattenrod soll dieser Tage so berichteten wir gestern größeres Jagen geerstatter hat dabei nicht ganz richtig berichtet; es wesen sein u. A. auch auf Rehe.- Unser Bericht wurden, wie uns mitgeteilt wird, nur Hühner und Hasen geschossen. Der Bo eröffnet um 8 tritt Staatsan lid aus Gi Geldstrafe we In der heuti fämtlichen fei folgt eine la ftehende Her mann VI. Jahres das haus gewefen diefer Anstalt fonne bie ewig das Leben mu ihrer und ihre fchweren Belei aus Steinfurt gegenseitigen Re fich der Wiederga gericht in Raube berurteilt worden fie wird verworfer Pinbetracht der So ** Frankfurt a. M., 12 Sept. Am 10. August stürzte sich hier die 23 jährige Louise Sackers, Leiterin einer Cigarrenfiliale in der Kotlintstraße, aus Gram darüber, daß sie ihr Männe", ein strammer 87er, verlassen hatte, aus dem 4. Stock herab auf die Straße und erlitt schwere Verlegungen. gestellt un verfaust wieder Havannas, echte und unechte, Jezt ist die schwärmer sche Maid wieder vollständig herwird sie dabei schon einen Ersatz finden. an blondgelockte Jünglinge. Für das zappelnde Herzchen ju god fei dem nächsten Pro ſagen diametral Wie so oft, stehen duse: Am Bahnh Anfang dieses Jah Ortdemwohner, da Blumenthal, greiner Ludwig Karl Blument fonen gegenüber e Er ging deshalb, brüllender Löwe" heftigen Stoß ins rum Hilfe und die Bruder, dem Faul feiner Schwester w thal und deffen S Zimmermeister Offenbach, 11. September. Der Verband der des Hessen hielt hier seine diesjährige Generalver Großherzogtums sammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Ph. Wittüber die Thätigkeit des Verbandes, die bisher in der mann von Darmstadt, erstattete zunächst den Bericht Hauptsache organisatorischer Natur darauf gerichtet war, dem Verbande möglichst alle Zimmermeister des Landes als Mitglieder zuzuführen. Diese Bemühungen waren gleitet. Ein Hauptpunkt der Tagesordnung bildete die bis jezt nicht ganz von dem erwarteten Erfolge bebande aufgestellten Landesüblichen Grund- hite spielte sich Einführung der Normalprofile und der vom Verfäße" für Zimmerarbeiten. Nach einem ausHerrn Ph. Spieß von Darmstadt, wurde die Einführ nicht geschlagen. führlichen Referate des zweiten Verbandsvorsitzenden, den davon aus We Aussage der ein ung der Normalprofile und der Grundsätze beschlossen. Der Regierung soll über die ganze Frage eine eingehende Denkschrift übersandt werden, ebenso sollen die Stadtverwaltungen und die Privatarchitekten des Landes in einem ihnen zu übermittelnden Cirkular ersucht sätze zur Richtschnur bei der Ausschreibung und der werden, in Zukunft die Normalprofile und die GrundVergebung von Zimmerarbeiten zu nehmen. Weiter beschloß die Versammlung, in einer Eingabe an das Ministerium zu bitten, in Zukunft staatliche Bauten Zimmermeister Georg Herrmann von Mannheim nicht mehr an Generalunternehmer zu vergeben. Herr referierte über die Einführung des Befähigungsnachweises im Baugewerbe und wurde seinem Antrag gemäß beschlossen, die maßgebenden Behörden in einer Eingabe zu ersuchen, dahin zu wirken, daß bei der Einführung des Befäyigungsnachweises im Baugeungsnachweis erbracht hat. Zum Ort der nächst führen darf, der für das Zimmerhandwerk den Befähig werbe die Zimmerarbeiten nur derjenige Meister ausjährigen Generalversammlung wurde Friedberg bestimmt. Eingabe die obere Forstbehörde zu ersuchen, die staatlichen Holzversteigerungen auch in der„ Süddeutschen Ferner wurde der Beschluß gefaßt, in einer Zimmermeister- Zeitung", dem Organ des Verbandes, zu veröffentlichen. Bahnbau Lich- Buzzbach. Dem Drängen von verschiedenen Seiten hat die Regierung schließlich nachge= geben und hat das neue Projekt, wonach die Bahn über Muschenheim und Birklar gehen soll, auf seine Durch führbarkeit vorläufig prüfen lassen. Der Ausführbarkeit dieses Planes werden sich nicht geringe Hindernisse entgegenstellen. So beträgt die Steigung zwischen Muschenheim und Birklar auf einer Strecke von fast 2 Kilm. 1:40, d. h. auf 40 Mtr. Weg kommt 1 Mtr. Steigung. Noch ungünstiger liegt die Sache auf der Licher Seite des Hardtberges, da hier die Bahn sogar einen großen Bogen machen müßte, um mit einer Steigung 1: 40 auszukommen. ** Der„ Montags- Kranz" der hiesigen Typographia begeht heute und morgen sein 3. Stiftungsfest. Heute abend findet anläßlich dieser Feier großer Herrenfommers im Restaurant Gambrinus und morgen Ausflug mit Familie nach Heuchelheim statt. ** getretene hiesige Gewerbe- Akademie verbunden mit einem Friedberg, 10. Sept. Die erst vor kurzem ins Leben Technikum geht unstreitig einer gesicherten Zukunft entgegen. Die Zahl der Studierenden ist auf fast 200 gestiegen. Wie bestimmt verlautet, werden mit Beginn des Wintersemesters weitere 100 junge Leute eintreten. Ein neuer stattlicher Bau ist geplant, er soll neben das neue Gymnasium kommen. Die Augistinerschule, in welcher die Akademie sich gegen wärtig befindet, wird alsdann für Volksschulzwecke verwandt werden. Nachdem noch Herr Herrmann von Mannheim den Abschluß von Arbeitsverträgen hingewiesen hatte, sich durch solche Arbeitsverträge gleichzwischen den Meistern und Gesellen empfohlen und der Vorsitzende, Herr Wittmann, auf die Notwendigkeit zeitig gegen die etwaigen Folgen des Paragraphen 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches zu schützen, fand die Versammlung nach etwa vierstündiger Dauer ihren Abschluß. ** n. Gestern Abend hielt der Vorstand des Hessischen Fechtvereins Waisenschutz eine Sigung ab, in welcher beschau der Landwirtschaftskammer für die Rheinproving ** Aus dem Kreise Wetzlar. Die Provinzial- Tierschlossen wurde, einer Anzahl bedürftiger Wittwen während zu Düsseldorf, die in den Tagen vom 12. bis 15. Sepder Wintermonate eine wöchentliche Unterstützung zu ge- tember d. Is. stattfindet, hat auch die Landwirte währen. Am 12. Oftober wird eine Abendunterhaltung mit unseres Kreises zu reger Beteiligung veranlaßt. So Theater und humoristischen Vorträgen in„ Steins Garten" wurde am gestrigen Tage eine ziemlich bedeutende Anverbunden mit einer Verlosung zugunsten der Kasse ab- zahl von Kühen und Bullen der Vogelsberger Rasse gehalten. am Bahnhof We ,, lar verladen. Die Tierschau, die im anstalt zu Gelnhausen ertrant infolge eines großen Stile angelegt ist, ist nach Umfang und Inhalt Krampfanfalles ein Soldat des 80. Infanterie- Stats. Hanau, 12. September. In der städtischen Badein hervorragendem Maße geeignet, die Aufmerksamkeit nicht nur der rheinischen Landwirte auf sich zu lenken. Leben getretene nti- Alkohol- Verein ist keine freiAußer zahlreichen Ehrenpreisen von Seiten der König- willige, sondern für die Mitglieder dieses Vereins recht un** Heppenheim a. d. B., 11. Sept. Der hier ins Tiplomen und lobenden Anerkennungen insgesamt nämlich am 8. September auf freisamtliche Veranlassung lichen Regierung und Privater, gelangen neben freiwillige Gründung. Die hiesige Bürgermeisterei hat 54 714 Mk., die sich auf 630 Preise verteilen, zur Aus den sämtlichen hiesigen Wirten eine Verfügung zugestellt, wozahlung. Die Prämiierung umfaßt Bferde, Rindvich, nach diese den 14 namentlich bezeichneten Einwohnern weder Biegen, Schafe, Schweine, Nußgeflügel und Nutz- alkohaltige Getränke verabreichen, noch sie in ihren Lokalen kaninchen. Die Abteilung für„ Bogelsberger Bieh" ist dulden dürfen, und zwar bei Strafe der Konzessionsentziehung. beschickt mit 9 Stieren, 17 Kühen und 9 Rindern. Die 14 Auserwählten sollen häufig über den Durst trinken, Unter anderem sahen wir ein prächtiges Bullengespann deshalb als Gewohnheitstrinker anzusehen sein, sie sollen vor einem buntbekränzten Wagen. Nach den ver- dann, wenn sie des Guten znviel gethan, in der Regel Radau schiedenen früher errungenen Preisen ist wohl mit aller Art machen und durch ihr Thun öffentliches Aergernis Sicherheit anzuneh nen, daß auch diesmal die Viehzucht unseres Kreises die gebührende Beachtung finden wird. erregen. Ein Teil der Betroffenen bezieht Unterstüßung seitens der Stadt; ein recht probates Mittel, das jedenfalls abschreckend wirkt! Daß die Gemaßregelten ihre Vereinigung als Anti- Alkoholverein anmelden wollen, ist ** Unsere gestrige Notiz über die Hauptgewinne der Pferdemarktlotterie ergänzen wir heute noch dahin, daß den 2. Hauptgewinn Frau Graf in der Schloß gasse erhalten hat. Die Glückskollekte hat unstreitig der Kellner im goldenen Löwen gehabt. Nicht allein, daß der 1. und 4. Preis auf die von ihm erkauften Lose entfallen sind, auch das dürfte die Spieler interessieren, daß auf seine 80 vertriebenen Lose nicht weniger wie 10 Gewinne ge= tommen sind. *** Ein Opfer seines Berufes ist der Schreinermeister Schäfer in der Wallthorstraße geworden. Am Donnerstag vor acht Tagen war Sch. an der Fräsmaschine beschäftigt, als ganz plötzlich das in die ** Braunfels, 11. Sept. Ein schönes Ergebnis in Heut unser guter Herr S im 53. Lebens Giesse Die Bee alten Klinik aus s In der Cha Insek peziell für fliegen, sabreichen Anerkenn mitt toloffal." le andere Sachen. - E Originalfaidhe im Ziemals lofe zum Za Oro flaje so, 60, 10 its anderes als Er Rapid" für Fräftig In Gießen bet eler, Drogerie genter tovifionsre Gastwirte bejud eugt. Leichter Ber fer Off. fub.. D Adolf Mofje, Berichtsdiener Schmid ub einen Stod mit 50 gr und einen Sto nt je 750 gr aus. a. M. Die Zentral Obstmarkt- Stomite " eine Wassergenossenschaft" gründen. Ueber die Dauer des neuen Vereins fann wohl jezt noch keine Bestimmung getroffen werden, da in der betreffendeu Verfügung nicht gesagt ist, wann und unter welchen Bedingungen die Rehabilitierung der unfreiwilligen Anti- Alkoholiker möglich ist. diesem Jahre zum Derselbe foll am der Stadthalle u 14, jedesmal bir hr stattfinden. De eile fostenfrei. An alftelle, Gneisenau Aus dem Gerichtssaal. Straffammer sitzung. Gießen, 12. September. hier noch nicht bekannt gewesen, man hörte, dieselben wollten ſizende hier wiederholt auf die Gefährlichkeit ihrer Situation aufmerksam gemacht und ihnen vorgehalten hat, daß sie vor der ersten Instanz, dem Schöffengericht Vilbel, wo der Faul stroh und die Blumenthals freigesprochen worden waren, wesentlich anders ausgesagt hätten. Nach dem Protokoll nämlich erklärten sie damals, sie wüßten nicht, ob der Wien geschlagen habe oder nicht. Diesmal wissen sie es. Das Urteil wird nächsten Freitag verkündet. Der Steinbruchsbesizer Karl de Groote aus Ortenberg ist beschuldigt, ein Bahngeleise dadurch beschädigt zu haben, daß auf sein Geheiß Baumstämme über das Geleise geschleift wurden. Es hat sich jedoch vor dem Schöffengericht Ortenberg bereits ergeben und es ergiebt sich auch heute vor der vom Staatsanwalt angerufenen Berufungsinstanz, daß de Groote an der ganzen Geschichte unbeteiligt ist. Seine Arbeiter haben eigenmächtig gehandelt, sie sind aber ebenfalls straflos zu bewird wiederum freigesprochen.- Zum Schluß gelangt eine Beleidigungsklage des Karl Rühl aus Gett nau gegen urteilung. Braun war vom Schöffengericht Nidda zu 10 Mr. Geldstrafe verurteilt worden, weil er seinen Gegner den " größten Schwindler in Gettenau" geheißen hatte. Die Verteidigung möchte gerne den§ 199 zur Anwendung ge= bracht sehen, da auch Rühl beleidigt habe. Allein die Berufung wird nach furzer Beratung abgelehnt. Schöffengericht. telle bermittelt aus eröffnet um 8 Uhr die Sißung. Die Anklagebehörde verDer Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, uf aller anderen in tritt Staatsanwalt Reuß. Der Fuhrmann Konrad Graulich aus Gießen hatte vom Schöffengericht hier 5 Mt. - doch einmal eine Ab: Geldstrafe wegen grober Mißhandlung seiner Tiere erhalten. lassen, da die Sache inzwischen verjährt ist. De Groote eld hat, die Ehe vet sämtlichen seither entstandenen Kosten verurteilt.- umfehrt, dem Manne, In der heutigen Berufungsinstanz wird er zu 10 Mt. und Alsdann und dann fizen läs. folgt eine lange Verhandlung, deren Grundlage der nach- Gustav Braun ebendaher in der Berufungsinstanz zur Abine Bracht geboren Automatenhandlung reffieren gewußt, in= habe ausgerechnet lag fie aber nod ten. Er verlobt eftimmen, 400 ME änden herzugeben em Zwecke, sondern Das Landgericht f diese Weise und und verurteilte fie 10. Auguft stürzte terin einer Cigarren daß sie ih: tehende Hergang bildet. Die Ehefrau des Heinrich Gill: un ann VI. aus Steinfurth nahm sich im Frühjahr dieses Jahres das Leben. Sie war früher schon einmal im IrrenHaus gewesen und blieb auch nach ihrer Entlassung aus Dieser Anstalt stets schwermütig. Sie selber erklärte, sie lönne die ewigen Quälereien nicht mehr aushalten, sie sei das Leben müd. Diese ewigen Duälereien bestanden nach ihrer und ihres Ehemanns Aussage in fortgesetzten, überaus chweren Beleidigungen, die die Frau Anna Katharine Alban aus Steinfurth ihr zufügte. Die Ausdrücke, die bei den gegenseitigen Reibereien gefallen find, sind derartig, daß sie sich der Wiedergabe an dieser Stelle entziehen. Vom Schöffengericht in Nauheim war Frau Alban zu 40 Mt. Geldstrafe verurteilt worden. Sie legte hiergegen Berufung ein, allein fie wird verworfen mit der Begründung, daß die Strafe in nbetracht der - Vorsitzender ist Gerichtsassessor Keller. Es kommt nur eine Sache zur Verhandlung. Der Sohn eines hiesigen angesehenen Fabrikanten, der bei seinem Vater im Geschäft thätig ist, ist des Diebstahls beschuldigt. Er hat durch einen seiner Leute eine Anzahl sehr wertvoller Brieftauben wegfangen lassen. Der Wert der Tauben beträgt 60 Mt. Er wird des Diebstahls für überführt erachtet und zu einer Gefängnisstrafe von 5 Tagen verurteilt. Karoline Johanna. Am 7.: Dem Oberpostassistent Otto Schliephacke eine Tochter. Am 8.: Dem Taglöhner Karl Feldhaus ein Sohn; dem Fabrikanten und Gutsbesitzer Dr. Karl Kempff ein Sohn, Walther. Gestorbene. des Fabrikarbeiters Christian Becker; Katharine Bender, Am 5. Sept.: Otto Becker, 4 Monate alt, Sohn geb. Kümmel, 86 Jahre alt, Witwe des Gärtners Paul Bender. Am 6.: Rosalie Wildenhayn, 57 Jahre alt, Privatin. Am 9.: Karl Friedrich Ernst Mühl, 2 Monate alt, Sohn des Bremsers Wilhelm Mühl. Am 10.: Georg Rothe, 3 Monate alt, Sohn des Bureauvor Barbara Dehaie, 81 Jahre alt, Privatin; Johann stehers Heinrich Rote. Sämmtlich dahier. Gestorbene. Am 12. Sept.: Johannete Noll, geb. Schürz, 83 Jahre alt, Wittwe des Flurschützen Jacob Noll dahier. Die Beerdigung findet Sonntag, 14. Sept., vormittags 11 Uhr vom Sterbehause, Schützenstraße 5, aus statt. Am 14. Sept.: Karl Ludwig Schäfer, 52 Jahre alt, Schreinermeister dahier. Die Beerdigung findet Montag, 15. Sept., nachmittags 5 Uhr von der alten Klinik aus statt. Gießen, 13. Sept. Auf dem heutigen Wochenmartt to teten Butter per Pfd. 1.20-1.25 Mt. Hühnereier 1 St. 6-8 Pfg., Enteneier St 0-0 Pfg., Gänseeier 1 St. 0-0 Pfg., Käse per St. 5-9 Pfg Erbsen ver Liter 19 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Baar, Mr. 0.65-0.80, Hübner per Stid Mt. 1.00-1.40, Hahnen, per Stüd Mt. 0,60-0.90, Enten per Stüd 2.00-2.30, Gänse p. Pfd. 0.60-0.75 Wt., Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfo, Rindfleisch per Pfd. 60-64 Pfg. Schweinefleisch per Pfo. 70-80 Bfg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.84 Bfg., Kalbfleisch per fb. 68-70 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-70 Pfg., Kartoffeln per Str. Liter 18 Pfg. hatte, aus dem 4. zu hoch sei.„ Wer sind die Meineidigen?" so fragte bei Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. 500-7.50 Mt., Zwiebeln per 3t. Mr. 6.00-7.00, Milch per hwere Verlegungen. vollständig her: - echte und unechte, zappelnde Herzchen dem nächsten Prozeß sich jeder im Gerichtssaal Anwesende. Wie so oft, stehen sich auch hier die wichtigsten Zeugenaussagen diametral gegenüber. Die Sachlage ist in furzem diese: Am Bahnhof in Rodheim v. d. H. befanden sich im Anfang dieses Jahres morgens früh um 5 Uhr eine Anzahl Verband der Ortseinwohner, darunter der Zimmermann Wilh. Wien, der herzogtums Schreiner Ludwig Faulstroh, der Taglöhner Gottlieb Generalber- Blumenthal, dessen Frau und beider Sohn, der Schlosser Herr Ph. Witt Karl Blumenthal. Frau Blumenthal machte einigen Berächst den Bericht sonen gegenüber eine Bemerkung, die der Wien auf sich bezog. e bisher in der Er ging deshalb, wie die einen Zeugen aussagen ,, wie ein auf gerichtet war, brüllender Löwe" auf die Frau los und verseßte ihr einen meister des Landes heftigen Stoß ins Gesicht, sodaß die Nase blutete. Sie rief mühungen waren um Hilfe und diese wurde ihr auch zunächst von ihrem rteten Erfolge be Bruder, dem Faulstroh, geleistet. Er riß den Wien von dnung bildete die feiner Schwester weg und mit Hilfe des Ehemanns, Blumennd der vom Ver- thal und dessen Sohn alsdann zu Boden. Die ganze Gechen Grund schichte spielte sich innerhalb 1 bis 2 Minuten ab. Soweit Nach einem aus- die Aussage der einen Zeugin. Andere sagen völlig verandsvorsitzenden, schieden davon aus. Nach ihnen hat der Wien überhaupt urde die Einführ nicht geschlagen. Sie bleiben auch dabei, nachdem der Vordsätze beschlossen. Frage eine einebenso sollen die Eeften des Landes Cirkular ersucht und die Grund Ceibung und der chmen. Weiter Eingabe an das staatliche Bauten Statt besonderer Anzeige. Aufgebote. Am 6. Sept.: Adolf Höcher, Stationsassistent mit Mathilde Pauline Büttner. Am 8.: Karl Gustav Hammig, saufmann mit Adele Christine Johanna Hublik; Georg Jung, Schloffer mit Christine Katharina Röhrig; Philipp Staadt, Bergmann in Bissenberg mit Anna Angelia Kolbe dahier. Am 9.: Louis Euler, Metzger dahier mit Barbara Höbel in Gundersheim. Eheschließungen. Am 6. Sept.: Karl Flohr, Oberpostassistent mit Enders, Kutscher mit Katharine Hofmann; August Elisabethe Henriette Karoline Meister; Karl Konrad Dorß, Oberschweizer mit Margarethe Schmidt. Geborene. beſtimmten und angewiesenen Verkaufsplägen, also auch mittags Gegenstände des Wochenmarktverkehr dürfen Die Marktzeit dauert von morgens 8 bis 2 Uhr nachvor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während den ersten drei Stunden der Marktzeit nur auf den dafür nicht im Umherziehen, feilgeboten werden. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Angebot der Arbeitnehmer: 1 Installteur, 2 Sschlosser, 1 Fahrbursche, 4 ErdFuhrknecht, 4 Dienstmädchen, 1 Laufmädchen, 1 Tagarbeiter, 8 Taglöhner, 4 Stnechte, 2 Hausburschen, 1 löhnerin für Gartenarbeit, 1 Schreibgehilfe. Sohn, Heinrich. Am 4.: Dem Kaufmann Otto Schneider Am 2. Sept.: Dem Bergmann Philipp Lotz ein stein ein Sohn, Theodor Heinrich; dem Fabrikarbeiter 1 ein Sohn. Am 6.: Dem Taglöhner Johannes SchieferOtto Rausch ein Sohn, Otto; dem Bahnspediteur Wilhelm Fink eine Tochter, Marie; dem Taglöhner Adolph Lyncker 2. eine Tochter, Elisabeth Marie Todes- Anzeige. Heute Nachmittag 5 Uhr verschied nach kurzem schweren Leiden unser guter Gatte, Vater, Bruder, Schwiegervater und Grossvater Herr Schreinermeister Karl Schäfer im 53. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Giessen, am 12. September 1902. Die Beerdigung findet Montag den 15. September nachmittags 5 Uhr von alten Klinik aus statt. bergeben. Herr von Mannheim Befähigungs und wurde seinem gebenden Behörden zu wirken, daß bei hweises im Bauge rjenige Meister aus ndwerk den Befähig n Ort der näch De Friedberg be luß gefaßt, in einer ersuchen, die staat der Süddeutschen Jan des Verbandes Herr Herrmann beitsverträgen 1 empfohlen und der uf die Notwendigkeit Arbeitsverträge gleid es Paragraphen 616 schützen, fand die diger Dauer ihren der städtischen Badeant infolge eines 30. Infanterie- Nats Sept. Der hier in erein ist feine f efes Vereins recht Bürgermeisterei hat Samtliche Veranlaffung erfügung zugeftellt, wo Der alte Praktikus sagt: ORI ist thatsächlich das Beste. 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