Nr. 133. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. _ Donnerstag, den 12. Juni 1902. antoni ed il 11. Jahrgang. Gießener Cell& Spottimion me 11 mosex) Jusertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie uds ganz Oberhessen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Bfg., sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung dad end asdli grudistb] tm) and nod gipsidde molim ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Kleine politische Nachrichten. * Berlin, 11. Juni. Bei der Neubesetzung des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten käme irgend ein anderer nicht mehr aktiver General in Frage. * Zum Rücktritt Thielens. Es wird mitgeteilt, daß in den Berliner höheren Eisenbahnkreisen als eventueller Nachfolger des Eisenbahnministers Thielen der Geh. Oberfinanzrat Lehmann bezeichnet wird. Herr Lehmann war früher Mitglied der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M., wurde von Miquel ins Finanzministerium berufen und hat dort schnell Carrière gemacht. Vor kurzer Zeit wurde ihm der Titel„ Erellenz" vrrliehen. * Zur Main- Nedar- Bahnvorlage. Daß die MainNeckar- Bahn vorlage im Sinne der Regierung entschieden werden würde, war ziemlich gewiß, schon weil man die Abstimmung auf Dienstag vertagte. Wäre die Abstimmung legten Samstag erfolgt unter dern frischen Eindruck der Debatten, so würde sie wohl etwas anders ausgefallen sein. Inzwischen sind in der That noch einige Abg. vom Lande anderer Meinung geworden und die Regierung erreichte, zumal da Finanzminister Gnauth die Kabinettsfrage damit stellt, was sie wollte. Gegen die Vorlage stimmten geschlossen die Sozialdemokraten und das Zentrum, mit Ausnahme des Abg. v. Brentano, der auf einmal nicht da war". Für die Vorlage stimmten außer den„ Umgefallenen" die Nationalliberalen und die beiden Freifinnigen. Die beiden eigens zugezogenen Räte Oberregierungsrat Welcker von Mainz und Oberbaurat Coulmann von Frankfurt, schwiegen sich aus. Der Humor von der Sache aber ist, daß die Nationalliberalen, so schreibt die„ Frff. 3tg." es wider Willen sein mußten, die den von ihnen wenig geliebten freigesinnten Finanzminister Gnauth hielten. Das Befinden des Königs von Sachsen hat sich erfreulicher Weise etwas gebessert. Der Patient hat den Mittwoch Nachmittag in guter Stimmung verbracht. Wichtige Gründe, die das Eintreten einer Katastrophe befürchten lassen, liegen nicht vor. Prinz Georg bleibt bis auf Weiteres in Sibyllenort, um jeden Augenblick zur Hand zu sein. * Während die galizischen Polen sich bisher in ihrer Breffe und im österreichischen Reichsrat jeder aggressiven Demonstration gegen die Marieuburger Rede des Deutschen Kaisers enthalten haben, nahmen die raditalen Tschechen am Mittwoch den Gegenstand im Parla10 Geerteerd. Novelle von E. Vely. ( Nachdruck verboten.) Wie er im Flur ist, bläst ihn der falte Wind hart an. Geerteerd steht in der offenen Thür und guckt in's Schwarze. Er muß wieder denken, welch' ein Mädchen das ist, das ficht nichts an und dem bangt vor nichts; sie wäre so tüchtig zu iner Seemannsfrau. Er bleibt neben ihr stehen und klopft am Thürpfosten seine Pfeife aus, dann fragt er: Greit und Anne warten auf Freier? So sagte ich. Er räuspert sich. Wenn ich Dich nicht friege, muß es eine Andere sein. Eic lacht in dem Dunkel so weich, wie ein girrendes Tändchen. Das ist ein Ton, wie er ihn noch nie von Weiberppen gehört hat. Gin Junggesell sollst Du deshalb auch nicht bleiben, fügt jie vem Lachen bei. Nod) einmal flopft er gegen seine Picije. Zu Dir habe ich zutrauen, murmelt er dabei. Hast es bewiesen, antwortet sie wieder so ungewohnt milde. Welche soll ich? stößt er dann heraus und ist froh, daß sie fein Gesicht nicht gewahren kann. Greit ist nicht arm Aare hat nichts, aber sie ist die Beste, sagt Geerteerd. Ein Nachsinnen, zweimal segt er zum Sprechen an, endlich foment's deutlich heraus: Anne soll's sein. Da sucht eine kleine feste Hand die seine und die Worte flingen ihm in's Chr: Thist recht nd sollst glücklich werden, Edo! Dann stolpert er die Stufen hinab, tappt sich durch den Sand und ist in seinem Einn ganz getröstet, denn morgen fann er auf's Neue werben. Geerteerd schlägt die Thür zu, den Schlüssel braucht sie nicht umzudrehn, vor Dieben ist man auf dem Giland sicher. Damn gießt sie die Kohlen aus, und denkt dabei, wie rasch) ment auf und benutzten ihn zu maßlosen Ausfällen gegen Kaiser Wilhelm. Nur durch Schließung der Sigung vermochte der Präsident dem Unfuge ein Ende zu seßen. Dienstag in Petersburg angekommen und am MittFürst Ferdinand von Bulgarien ist am woch vom Zarenpaar empfangen worden. * Die Königin Wilhelmine von Holland ist am Dienstag nachmittag in Begleitung der Königin- Mutter in Balduinstein angekommen. Zum Empfang der Königin war der Fürst von Waldeck eingetroffen. Der Prinzgemahl begleitete den Hofzug bis Koblenz und begab sich von da nach Desterreich zur Jagd. Er soll erst in den letzten 14 Tagen des Aufenthaltes dec Königin Wilhelmine hier erwartet werden. stinds Better sein tiefstes Bedauern über den die Würde und das Ansehen des Hauses schwer schädigenden Angriff des Abgeordneten Klofac gegen den deutschen Kaiser am Schlusse der gestrigen Sitzung aus.( St. batte gleich, nachdem Kaiser Wilhelm bei dem letzter Tage stattgefundenen Marienburger Johanniterfeste eine Rede über die Polenfrage gehalten, diese in der gemeinsten Weise kritisirt.) Alsdann erklärte der Ministerpräsident v. Körber, daß die Regierung die Worte des Abgeord neten mit Betrübnis zurückweise. Er schloß mit der Mitteilung, daß die Regierung die Beantwortung der in dieser Sache eingereichten Interpellation entschieden ablehne. Während der Reden Vetters und Körbers inscenirten Klofac und einige andere tschechische Abgeordnete wiederum Lärmscenen. Einer derselben rief: Der deutsche Kaiser kommandirt Euch. Die Massai scheinen, wie aus Deutsch- Ostafrifa berichtet wird, an der Nordgrenze der Kolonie unausgesetzt auf dem Kriegspfade zu wandeln. In jüngster Beit sollen die Massai aus Britisch- Ostafrika auch in deutsches Gebiet eingefallen sein und in erbitterten deutsches Gebiet eingefallen sein und in erbitterten Deutscher Reichstag. Stämpfen mit Verlust vieler Menschenleben viele Viehherden geraubt haben. Bayreuth, 11. Juni. Bei der Landtagserfaz wahl für den verstorbenen liberalen Abg. Friedel waren infolge von Stimmenzersplitterung fünf Wahlgänge notwendig. Schließlich wurde der Mühlenbesizer Dörnhöfer( Bund der Landwirte) gewählt. Brüssel, 11. Juni. Das hiesige Buren- Komité hat in einer gestern Abend gehaltenen Versammlung hat in einer gestern Abend gehaltenen Versammlung beschlossen, von dem beabsichtigten Straßen- Umzuge am Vorabende des Krönungstages des Königs Eduard abzusehen, dagegen an demselben Abend ein großes Meeting einzuberufen, um den Buren bei dieser Gelegenheit die Sympathieen auszudrücken. An den Präsidenten Stein und Krüger sollen SympathiePräsidenten Stein und Krüger sollen Sympathie Adressen gesandt werden. Washington. Der Senat nahm die Marinebill mit der Abänderung an, daß 2 Schlachtschiffe 1. Klasse, 2 Panzerfreuzer 1. Klasse und 2 Kanonenboote gebaut werden sollen. * Washington. Während das Anarchistengesetz vom Repräsentantenhaus angenommen wurde, hat dasselbe die vom Senat beschlossene Errichtung einer Leibwa che für den Präsidenten abgelehnt. Präsident Roosevelt hätte sicher von einer Leibwache feinen Gebrauch gemacht. 910 Oesterreich. gine pu * Wien, 11. Juni. Zu Beginn der heutigen Situng des Abgeordnetenhauses sprach der Präsident Graf sich Edo gefunden hat. Ob so alle Mannsleute sind? flüstert sie und wie aus der Ferne tönen die eigenen Worte zu ihr zurück, welche sie am Nachmittag zu Jo gesprochen hat:„ Wenn Du nicht wieder kamst, ging ich auch in's Meer". Sie weiß, sie hätte sie gehalten. Ist denn mehr Beständigfeit bei uns? fragt sie. Der Wind rüttelt an der Thür und an den Holzläden – es mag wieder eine stürmische Nacht werden, jede Schraube ächzt, jedes Brett wackelt- Antwort wird ihr nicht. Maniel Hay sitzt noch auf dem alten Platz; als sie eintritt, macht er ein verschmiẞtes Gesicht. ho Berlin, 11. Juni. nomo191. Sigung. mm Am Bundesratstische Graf Bülow, Graf Pojadowsky. 191. Sizung. Vorm. 9 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Süßstoffgefeßes.§1 wird debattelos angenommen nach den Beschlüssen der Kommission. Nach den§§ 2 und 3 soll die Herstellung von Süßstoff ohne besondere Erlaubnis des Bundesrats, die aber nur einem oder mehreren Gewerbetreibenden erteilt werden soll, verboten sein. Mit derselben Maßgabe soll auch die Einfuhr und das Feilhalten verboten sein. Nach§ 4 soll die Abgabe von Süßstoff den Herstellern und Importeuren nur an Apotheken und solche Personen gestattet sein, welche die amtliche Erlaubnis zum Bezuge von Süßstoffen besitzen. Diese Erlaubnis soll überhaupt nur erteilt werden dürfen an Personen und unter Umständen, bei denen eine Verwendung des zwecken ausgeschlossen erscheint. Die Verwendung des Süßstoffes zu anderen als wissenschaftlichen oder Heilder Debatte über§ 2 legt Süßstoffes soll dementsprechend überwacht werden. In Abg. Hermes( freis. Volksp.) lebhaft Verwahrung gegen eine derartige monopolifirende Beschränkung des Verkehrs in Süßstoffen ein. Mit der Zuckerfonvention habe diese Vorlage gar nichts zu schaffen. Es handle sich hier um Vergewaltigung einer blühenden Industrie, um das Vorgehen einer brutalen agrarischen Mehrheit. Er verlange einfach die Verlängerung der Handelsverträge. Gesichter, Gewohnheiten, Häuser und Hausrath auf der Insel haben alle eine Art von Familienähnlichkeit. Damit ich Dich sehen kann spricht die alte weißhaarige Frau nach dem Fenster hin. O, an mir ist nichts zu sehn! entgegnet Meerie Möllers und lacht dabei. Reick schüttelt ernst den Kopf. Was alt ist, soll die Freude am Jungen nicht verlieren. Meerie streichelt das Käßchen, welches sich an ihre Knie schmiegt, und giebt ihm einen Schmeichelnamen. Jung und jung, fährt Reick fort, paßt freilich besser zu Lang bedacht hast Du Dich nicht, meint er und sie muß jetzt einander. über seine Gelassenheit staunen. War nichts zu bedenken, Vater! Sm! Ez schlägt mit schnarrendem Ton zehn Uhr, das ist des Allen Stunde. Schwerfällig steht er auf, guckt sein schlankes Mädchen an und fragt: Mir war er recht warum Dir nicht? Morgen sag ich's! Auch gut! Der Schein aus der offenen Thür genügt, damit er seine Ruhe findet. d Geerteerd steht und starrt in die Flamme der Lampe und schaut dann um sich. Wenn der alte Vater wüßte, daß morgen ein ganz anderer Freiwerber daherkommt auf demselben Platz ſizen und aus der gleichen Flasche trinken wird nur dieselben Worte wird er nicht sagen. Er kann sofort beginnen: Maniel Hay, die ( seerteerd und ich sind einig Es sieht sie ja jetzt niemand, sie reckt sehnsüchtig beide Arme in die Lust und drückt dann die eine Hand auf's Herz. Morgen 3. Reich Toben hat die Lampe in die Mitte des Tisches gesiellt; das Gemach gleicht genau dem, wo Geerteerd haust Da sehen des Mädchens blaue Augen fröhlich zu ihr hinauf. Bei Dir, Mutter Reick, vergißt sich's ganz, daß Deine Haare weiß sind. Denfst Du? Ich komm lieber hierher, als zu den Mädchen. Ein Lächeln gleitet um die Lippen der Frau. Meerie betheuert ernsthaft weiter. Wenn Du den Willen hast, kannst Du viel reden meine Mutter nicht, die klagt früh und spät- in Die alte Frau nickt und sagt entschuldigend: Ist von jeher so gewesen. Und hat nicht mehr erlebt als Du- daß sie eine Wittwe geworden ist, sezt Meerie hinzu. Reid kommt geräuschlos heran und legt dem Mädchen die Hand auf die Schulter. - Talke Möllers hat nicht genug erlebt wem das passirt, der lernt, was fügen ist. Meinst Du? fragt Meerie. Die Alte nicht. Die blauen Augen da vor ihr haben noch einen ungläubigen Ausdruck; wenn des Mädchens Mutter ihr Klagelied singt, ist immer der Schluß: So gut wie Reid Toben habe ich's nicht die ist wenigstens mit einem Jungen dageblieben. ( Fortsetzung folgt.) Beffife auf dem fich bald; denn als plöslich nahe bei dem fleinen Stadtgebiet Geschäftsinhaber war ein gemachter Mann. Erwartungen feineswegs; aber die Leute waren da, und der berwirklichter fich die auf diese neuen Goldgruben gefeßten Wie meistens bei ähnlichen Fällen in den legten Jahren. Seiten Auſtraliens nene nicoler herbei. Darling" Gold entdeckt wurde, stürzten von allen Das Glitt, welches ihn bis dahin begleiter baite, steigerte Famillenzettu cite bis in ergreifen, wenn ſie auf Erfolg reven wollen. Dick Edmor machte, verursachte ihm iam ein erfaßte alio die erste Gelegenseit Bedavern. daß fie ihn zum Im Gegenteil, er fab gern auf den Erfolg jenter eitt beberrschende Angst und an ribne Unternehmen geſtedt war. schwundenen Tage zurück, als alles, was er besaß, in das nh Er dachte an die ihn damals 132 bersetzte. tag hat der Abg. Dr. Deinhardt die den Reichstag wiederholt in die angenehmste wirtschaft nüßlichen Vögel cine Rede gehalten, stadt a. d. Hardt, zum Schuße der für die Land= * Man schüße den Bülow! Vergangenen DonnersKleines Feuilleton. Nach dem amtlichen Soil Sto." sufplus dt, Landau- Neustenv= immung Hut gesteckt! Land- und Forstwirte usw. werden läßt. Es ist ja wahr, dem Verschwinden nicht ohne Schuld find. wie in der Waldwirtschaft jedes Jahr empfindlicher Freunde in Feld und Garten, in Obst und Weinbau den schweren Schaden, den das Verschwinden unserer Verhältnis zur Vogelwelt, auch prattisch. Als Rulturingenieure sehen wir mit Schmerz daß wir selbst au Mit dem berAber nicht nur gemütlich ist unser rfcheinen der Präsident Graf Ballestrem teilt den Eingang der Vorlage mit betr. Vertagung des Hauses bis zum 14. Oktober Abg. Graf Carmer( fons.) bezeichnet die Aufhebung des freien Verkehre mit Saccharin als notwendig im Interesse der Zucker- Industrie und des Rübenbaues. Seine Partei hoffe, daß die Regierung dieses Gesetz an nehme und daß es möglichst bald zur Ausführung gelange. Abg. Fischer- Sachsen( soz.) sieht in der Vorlage lediglich ein Konkurrenz- Gesetz zu Gunsten der ZuckerIndustrie. Würde das Saccharin verboten, so würden die, die dasselbe bisher benußt hätten, fünftig auf jeden Süßstoff verzichten müssen. Abg. Beder( Centr.) verteidigt die Vorlage im Interesse der Landwirtschaft. Ein Teil seiner Partei werde die Vorlage in der Kommissions- Fassung annehmen, in anderer Teil mache seine Zustimmung zur Zucker fonvention abhängig von der Entscheidung über das vorliegende Gesetz. Abg. Pachnite( freis. Ver.) wendet sich gegen die Kommissionsbeschlüsse. Die Regierung selber habe sich früher gegen ein Saccharin- Verbot geäußert. Woher tomme also der jeßige Kurswechsel. Thatsächlich handle es sich hier ausschließlich um Unterwerfung der Konfurrenz für den Zucker. Niemals set rücksichtsloser die Klinke der Gesetzgebung ergriffen worden. Die Hauptschuld falle der Regierung zu und es sei sehr zu bedauern, daß dieselbe unter der Führung des Grafen Bülow sich zu einem solchen Schritt hinreißen lasse. Abg. Hasse( ntl.) erklärt namens einer Minderheit seiner Partei, daß dieselbe gegen das Gesez stimme. Abg. Gamp( Reichsp.) tritt furz für die KommissionsBeschlüsse ein. Damit ist die zweite Lesung beendet. noch produziren dürfen. In Kraft treten soll das Herren von der Majorität allerdings leichtes Spiel. Redner Gesetz am 1. April 1903. beantragt namentliche Abstimmung über die Convention, damit die Gegner derselben festgenagelt würden.( Beifall). Abg. Fürst Bismard( bei teiner Fraktion) hält die Convention für einen Sprung ins Dunkle. Redner wendet sich dann gegen den Abg Barth, der nicht der richtige Interpret der Ansichten des ersten Reichskanzlers sei. ( Lachen links.) Abg. Sped( Centrum) erklärt namens eines Teiles seiner Freunde, daß derselbe die Beschlüsse der Kommission nicht annehmen könne. Es sei nicht richtig, daß eine noch so kleine Industrie einfach zu Gunsten einer andern wenn auch noch so großen Industrie tot gemacht werde. Redner spricht sich dann noch gegen Einzelheiten des Entwurfs aus. Nächste Sigung Nachmittags 3 Uhr. Tagesordnung: Vertagungs- Antrag der Regierung. Dritte Lesung der Zucker- Vorlage( Convention und Steuer- Gesetz), endlich Gesammt- Abstimmung über das BranntAbg. Hoffmann- Hall( südd. Volksp.) befämpft ebenfalls die Vorlage Um für ein solches Gesetz zu stimmen, müßte er doch, um ein geflügeltes Wort zu gebrauchen, ein Esel sein.( Stürmische Heiterkeit). weinsteuer- Gesez. ( 192 Sigung vom 11. Juni, nachmittags 3 Uhr.) Tagesordnung: Antrag der Regierung betr. die Vertagung des Reichstages bis zum 14. Oftober. Die Annahme erfolgt ohne jede Debatte. Abg. Paasche( nat.) tritt für den Kommissionsbeschluß ein. Der größte Teil seiner Freunde stimme für dieses Gesetz einmal im Interesse der Reichsfinanzen und sodann im Interesse der Zucker- Industrie. Es folgt die dritte Lesung des Buckersteuergesetzes. Eine General- Debatte findet nicht statt. In der Spezialberatung nimmt Abg. Graf Bernstorff- Uelzen( Belfe) den Antrag Gamp( Reichsp) wieder auf, das Aufkommen an Ruckerverbrauchsabgaben auf 2,10 Mark pro Kopf zu begrenzen. Schazsekretär Thielmann und Finanzminister Rheinbaben bitten den Antrag abzulehnen. Handelsminister Möller warnt vor Annahme des Antrages. Abg. Barth( freis. Ver.) hält den Antrag für überflüssig. Abg. Barth( freis. Ver.) hält den Antrag für überflüssig. Abg. Singer( Soz) wendet sich gegen den Abg. Richter, der den Untrag Bernstorff befämpft hätte und dessen Partei, weil dieselbe einer noch stärkeren Herabsetzung der Verbrauchs- Abgaben Widerstand entgegengesett hätten. Abg. Richter( freis. Volksp.) polemisiert gegen die Sozialdemokraten, welche sich ihren Wählern gegenüber stets als Wohlthäter aufspielen wollten. Abg. Singer( Soz.) wirft Richter Schulmeisterei vor. ( Präsident Graf Ballestrem bittet, solche Ausdrücke zu vermeiden.) Abg. Richter( freis. Volksp.) erwidert Singer. Die Debatte wird geschlossen. Der Antrag Graf Bernstorff wird abgelehnt und das Gesetz unverändert nach den Beschlüssen zweiter Lesung in der Gesamt- Abstimmung fast einstimmig angenommen. Nur der Abgeordnete von Staudy( fons.) stimmt gegen das Gesetz. Ueber den§ 2 wird namentlich abgestimmt. Der Paragraph wird mit 193 gegen 115 Stimmen angenommen. Die Minderheit wurde nur gebildet aus den Sozialdemokraten und Freisinnigen sowie aus folgenden Mitgliedern des Zentrums und der nationalliberalen Partei: Beck- Aichach, Fusangel, Kirsch, Krupp, Marbe, Rintelen, Schättgen, Speck, Stephan, Timmermann, Trimborn, Weißenhagen, Wellstein; ferner Bassermann, Beumer, Büsing, Schönaich- Karolath, Tysken, Endemann, Eiche, Franken, Hasse, Semler, Uhlmann. Gine längere Debatte entspinnt sich dann nur noch bei dem von der Entschädigung der Fabriken handelnden§ 11. Ein von den Abg. Gothein und Müller- Sagan gestellter Antrag, die Entschädigung auf das achtfache statt auf das sechs fache des Jahres- Reinertrages zu bemessen, wird u. A. auch von dem Schazsekretär Thielmann bekämpft und schließlich abgelehnt. Dagegen gelangt ein Antrag Gamp zur Annahme. demzufolge bei der ReinertragsErmittelung ein Höchstgewinn von 4 Mt. pro Kilo festgesezt werden soll. Von geringfügigen Aenderungen abgesehen, gelangt auch der Rest des Gesetzes in der Fassung der Kommission zur Annahme. Auf Antrag Gamp wird noch beim§ 12 der Neichskanzler ermächtigt, schon vom Tage der Publikation des Gesetzes an, den bestehenden Fabrifen vorzuschlagen, wie viel sie Geerteerd. Novelle von E. Vely. ( Nachdruck verboten.) bie Allgem werden dürfe Drei Jahre 2 hörigkeit, die Fällen feche Den Teil der werbes fluttui freiwillig gef heiratet jeien. Lebens gezwu durch folche flaufel an Chitanen geg Mehrheit mit ihre Armut Reichskanzler Graf Bülow erwidert, er könne nicht zu geben, daß der Vorredner die Convention einen Sprung ins Dunkle nenne. Er, der Reichskanzler, habe in der ersten Lesung bereits gesagt, daß bereit willigst Sachverständige vernommen seien und noch vernommen werden sollen. Die Vorlage fei gewissenhaft vorberaten. Seit zwei Monaten sei sie dem Reichstage bekannt, wer da noch nicht wisse, ob er sie annehmen solle oder nicht an dem ist Hopfen und Malz verloren. Sache derartig sorgsam geprüft worden, glaube er, der Reichskanzler wahrlich, das Haus auffordern zu können, seine Zustimmung zu erteilen. Ohne Debatte wird ferner das Süßstoffgeset in dritter Lesung und in der Gesamtabstimmung angenommen. Es folgt die Brüsseler Zucker- Convention in dritter Lesung. Hierzu liegt ein Antrag Herold Graf Kanig- Kardorff, Müller- Fulda vor, die Genehmigung mit der Maßgabe anzusprechen, daß die Kündigung des Vertrages per Sept 1908 oder später rechtzeitig zu erfolgen hat, falls nicht der Reichstag vorher die Zustimmung zu der Verlängerung gegeben hat" " Abg. Barth( freis. Ver.) widerspricht lebhaft diesem Antrage, der das Zustandekommen der Convention geradezu gefährde. Der Antrag bringe ein überaus starkes Mißtrauen gegen die Regierung zum Ausdruck. Er, Redner, beantrage hiermit ein solches Amendement. In erster Linie stimmten seine Freunde gegen den Antrag Herold. - ( Ruf links), Nachdem die Abg. Bismarck( fraktionslos) erwidert, ob die Con vention unserer Industrie nicht schaden werde, sei immer noch unaufgeklärt, er habe daher sehr wohl von einem Sprung ins Dunkle sprechen können. Schlimm. An nicht, denn Wahlbeftedung Staaten, die auswärtigen fozialpolit heute in ihrer Spiegelbild de wie, der Abg. Leiftungsverhält mental geänder Gintommensteu die Hälfte, Reichskanzler Graf Bülow erklärt als erster Beamter des Reiches nicht nur die Pflicht, die Interessen der Zucker: Industrie wahrzunehmen, sondern auch die Interessen der Allgemeinheit zu vertreten, zu haben( Beifall links) und er sei überzeugt, daß diese Interessen am besten gewahrt werden, wenn die Regierung die Convention annehme. Reichstanzler Graf Bülow erklärt namens der berbündeten Regierungen, daß für dieselben der Antrag Herold unannehmbar sei. Der Reichstag habe nur zu beschließen, ob er dem Vertrage seine Zustimmung erteilen wolle oder nicht. Set aber die Zustimmung erteut, so müsse es den verbündeten Regierungen überlassen bleiben, selbst den Beitpunkt zu bestimmen, zu welchem und ob sie ein Abkommen fündigen oder auf andere Grundlagen stellen wolle. Die Annahme des Antrages Herold würde für die verbündeten Regierungen gleichbedeutend sein mit Ablehnung der Convention.( Bewegung). Die Hausfrau hat zwei Stühle an ihren gehörigen Plaz geschoben und sagt dann halblaut: Bist oft gekommen und Meerie fällt dann eifrig ein: Darin hast's freilich schlechter ein Mannsbild bleibt nicht auf der Insel. Haben manchmal den Jo genannt, fährt Reick fort. Meerie erglüht und drückt das Käßchen an sich. Was? fragt die Frau, ohne aufzusehen. Geschrieben hat er nicht zu oft meint das Mädchen. Aber nun ist er da. Ja! Sie horchen miteinander auf den Wind, mögen Beide für sich dann nachzudenken haben. Endlich sagt Reick: Dich freut's auch. D Mutter Reick! Eine lange Bause entsteht, dann sagt die Mutter Jo's: Sind zweierlei Menschen auf der Welt, damit sie zusammen tommen. zurück. Abg. Herold( Zentrum) zieht hie cauf seinen Antrag Staats ettetär Posadowsky versichert, daß die Ratifitation der Convention nicht eher erfolgen werde, als bis auch das Buckersteuer- Gesez von den verbundeten Regierungen beschlossen sei. Meerie thut einen heftigen Athemzug und ruft schneller, als es sonst ihre Art: Nach mir geht Jo Toben keinen Schritt. Die Andre kneift die Lippen zusammen, es ist, als ob ihr Blick durch das Fenster in die Dunkelheit taucht und dort etwas sucht. Ein finsterer Zug, dem freundlichen Geficht sonst ungewohnt, erscheint flüchtig auf demselben. Dann sagt sie langsam: Ab und an giebt's Leute, denen muß geholfen werden. Abg. Fürst Bismard meint, es sei selbstverständlich, daß die oberste Leitung des Reiches die Interessen der A gemeinheit wahrnehme, aber auch der Reichstag vertrete die Interessen der Allgemeinheit. Abg. Singer( Soz.) bezeichnet diese Erklärung des Staatssetretärs als unerhört. Damit flehe er ja die Agrarier gleichsam mit echobenen Hinden an, der Convention zuzuft mmen. Einer solchen Regierung gegenüber hätten die Meerie versteht sie, wirft mit einer hastigen Geberde die Kaze herob und faltet die Hände: Nein, Mutter Reick, thu's nicht. Die alte Frau ist ganz betroffen von dem flehenden Ton. Hast Deinen Sinn auf einen Andern? Meerie schüttelt den Kopf, ihre blauen Augen sind feucht geworden. Damit schließt die Debatte. Die namentliche Abstimmung über die Convention ergiebt Annahme derselben mit 209 gegen 103 Stimmen. Es folgt die Gesamtabstimmung über das Branntweinsteuergesetz. Die Annahme erfolgt gegen die Sozialdemokraten und Freisinnigen. Hat Talte eine besondere Meinung? flingt es dann forschend. effen. D gemacht würde gaben. Die w diefer Beziehung Templifiziert auf die nationalliber gramm das allg Freilich fei die hier das Aussch gegenüber. Abe fiele, den Vorteil traten haben. doch immer wie neuen Wahlen, d Bahlrechtsvorlage bor schweren Kan lage eintreten. S Indifferentismus Der Hedner wür Fortfchritte und Staatsmin Präsident Graf Ballestrem erbittet und erhält die Ermächtigung, die Tagesordnung der nächsten Sigung seiner Zeit festzustellen. Reichstanzler Graf Bülow verliest sodann die faiser liche Verordnung, wonach der Reichstag bis zum 14. Ottober vertagt wird. vertagt wird. Die Sizung schließt mit einem Hoch auf den Kaiser. Schluß halb 7 Uhr. Die gleiche Bewegung, darauf thut Meerie einen hastigen Athemzug und als ihr damit auch der Muth gekommen, sagt sie: Wenn er mir gut ist und mich will, muß er's aus sich selbst sagen. Denkst recht, ist die Antwort. Dann geht das Mädchen langsam nach der Thür, von dort blickt es noch einmal zurück. Bleibst nicht, bis er kommt? fragt Reick. Die blauen Augen haben jetzt einen sehr entschlossenen Ausdruck bekommen. - Hessischer Landtag. Darmstadt, 11. Juni. Tagesordnung: Wahlrechtsvorlage. Staatsminister Rothe wendet sich gegen den Vorwurf des Abg. Heydenreich, daß der Entwurf nicht genügend be gründet sei. Meinst nicht, daß er Talke Möllers ihr Haus finden kann wenn er will? fidh nicht beran der Vorlage eth Geh. Staat des Boltes jei b richtige, als bei daß durch die liche Konzeffion das Recht, mit auch zubilligen. Abg. Gutfl habe gehofft, Widerspruch fi und offenbar n et jei nicht d eine Aufmertjan aufgaben des des politisc Sr fönne nur n Abg. Dr. David( Soz.) führt aus, daß diese Vorlage die wichtigste set, die den gessischen Landtag seit langen Jahren beschäftigt habe. Er hoffe, daß etwas zu Stande fomme. Das Volk verlange das Hecht der Selbstbestimmung über seine eigenen Angelegenheiten und deshalb verlange er Einführung eines allgemeinen gleichen geheimen Wahlrechtes. Das erste Dittel der gesetzgebenden Gewalt, nämlich die Regierung, si ganz in den Händen der Be sigenden, ebenso das zweite Drittel, nämlich die erste Kammer. Es sei doch nicht zuviel verlangt, daß das letzte Drittel der geseßgebenden Gewalt, nämlich die 2. Kammer, dem gesamien Bolt nicht auch noch entzogen würde. Dem Recht des legitimen Besizes, das der Abg. Heydenreich betont, stelle er gegenüber das legitime Recht der Arbeit. Der Geirekte Wabl segentwurf räumt auf mit dem indirekten Wahlrecht, was anzuerkennen set; denn das Wahlmanner erfahren war eine Quelle der Wahltorruption und Bestechung. Als zweiten Fortschritt begrüße er die Sicherung des Wahlgeheimnisses. Andererseits aber enthalte die Vorlage Bestimmungen, die tief bedauerlichungsmittel t seien. Für ihn und seine Pariei sei das hochste Prinzip Denkst recht! wiederholt Reick. Ein Mädchen muß auf sich halten. Meerie hat den Thürgriff in der Hand. Clas Duwe hat ihn vordem mit der Geerteerd gesehen. Die! macht Reick zornig blickend. Wenn sein Sinn ihr zusteht, flüstert Meerie. Da kommt ein rauhes Lachen aus dem zahnlosen Munde der Wittwe, so schrille und scharfe Töne hat das Mädchen noch nie von ihr gehört. Mein Blut und das! ruft sie. Eh das geschäh', soll man ihn mir bringen, wie sie seinen Vater dahergetragen haben- und zum Schwur hebt sie dabei die Hand. Um Gott, schrickt Meerie zusammen und während die Alte wie in einer Erstarrung regungslos stehen bleibt, schlüpft sie davon. Reick findet erst langsam ihre alte Haltung wieder, ihr Blick streift die Wände und bleibt endlich an einem Daguerreotyp hängen. Es ist das Bild von Jo's Vater, das er ihr geschickt hat, als er zum ersten Mal nach der Heirath auf See gegangen ist. Mit drei Kameraden ist er darauf zu sehen; von England ist's damals gekommen und gebührend von der ganzen Bevölkerung angestaunt! idauern düre Wahlrecht. Es Gefahren heraus Wahlrecht immer Das dirette Behe, so fönne Das direfte Wab um diefer Kautel Mein Junge und das Blut, murmelt sie und läßt den Arm assen würde. langsam sinken. Eher that ichborud gegen die mwahl. Er mö Was denn? fragt sie und ein Schauder geht über sie hin. besonderen Wün Geflucht habe ich all die Jahre geholfen hat's nicht. Dem Maniel Hay sein Haus steht da und er sitzt davor. Belet angenomm Rammer feit lan ehr zum Teile bis Geflucht hat sie freilich genug; so oft der Maniel zur See gegangen und so oft er wieder an Land gekommen ist sie eingesehen hat, daß ihr Wort ohne Kraft war, bis es sie hat bedünken wollen, als ginge es ihm nur immer besser. Was thut sie jetzt? Sie hat Geduld. Aus der weinenden, racheflehenden Wittwe ist eine ergebene Matrone geworden. Nur eins fann sie erregen, der Gedanke, daß Jo an den schwarzen Augen der Geerteerd Gefallen finden könnte. Mein Junge! ruft sie laut und geht vor das Bild, das sid Abg. Reinbo Hidhen Ansicht A Regierung dem Diretten Wahlre Bufünftiges Sta recht gebe, un im großen un ihr bei diesem Licht doch nicht anders wie eine blanke Platte ahlt, soll aud zeigt. Dazumal war der Hineck noch der Alte wieder gekommen ist, fing's an. - wie er dann wie sein Vater, Sie sinnt still vor sich hin, horcht- ja, ein Schritt kommt gegen die Thür heran. Mein Junge murmelt sie noch einmal, dann glättet sich ihr Gesicht, noch eh' Jo sein„ guten Abend" geboten hat. icht geneigt, Binberständnis Hie Wahlpf lei den Reichsta erborgebe, da ton der direkter birgerlichen Ba t auch, daß die Er sieht roth und heiß aus und blickt beinah übermüthig her Städte bor drein. Das mütterliche Auge gewahrt das sofort. Muß Dir gut gegangen sein, Jo! Ist es auch. Er setzt sich breitspurig in die Sophaecke und sieht zu, wie die Mutter ihn bedient. Es ist sein Recht, Reick möchte es auch nicht anders. Wenn die Männer und Söhne einmal an Land sind, müssen sie wissen, daß sie die Herren sind und es gut haben. Freie Zeit und eigenen Willen haben die Weiber genug und oft kommen ja Jene gar nicht wieder, im Hause zu - gebieten - - so ist jedes Heimkommen eine Festzeit für Alle. ( Fortseßung folgt.) heift. Wer um dt geredt gege Abg. Bahr dit aus, wenn Innen fönnten, Filige zu Gunite Buniche des A Steuerrüditandat Bon der Ginführ wanges to ng über die Convention werden dürfe, auch nicht um ein besseres Wahlverfahren. ngs leichtes Spiel. Riebie Allgemeinheit der Wahl, die nicht preisgegeben stimmung nicht abhängig machen. Die Vermehrung 1 mit solchen bereits ausgestattet, und zwar Preußen mit nagelt würden.( Beifall Drei Jahre Ansässigkeit und noch dreijährige Staats zuge- sein, bei der zweiten Lesung event. gegen die Vorlage ringen, Hamburg, sowie Bremen mit je 1. Das Großfeiner Fraktion) hält 8 Duntle. Redner wen Fällen sechs Jahre. Es sei das eine Ungerechtigkeit gegen hörigkeit, die die Vorlage fordere, das seien in meisten th, der nicht der rig ersten Reichsfanglers den Teil der Bevölkerung, der unfreiwillig um des Broderwerbes fluftuiere, was heute in den wenigsten Fällen noch freiwillig geschehe, namentlich nicht bei Arbeitern, die verWas die Steuerrückstands= Der städtischen Abgeordneten hingegen könnte ein Grund zu stimmen. Oberregierungsrat Dr. Weber wendete sich gegen den Vorwurf des Abg. Bähr, als würden durch die Vorlage die Städte bevorzugt, was er an der Hand statistischen Materials widerlegt. Abg. Backes( natl.) spricht sich für die Vorlage aus unter der Bedingung, daß die Wahlpflicht eingeführt Nächste Sigung morgen 9 Uhr. Tagesordnung: werde. erwidert, er tönne nicht heiratet jeien. Diese Leute nun, die durch die Härte des Convention einen Sprun Lebens gezwungen werden, zu fluktuieren, die treffe man Stanzler, habe in der erste durch solche Rautelen. eitwilligst Sachverständig lausel angehe, so sieht Redner hierin eine der häßlichsten nommen werden soller Chitanen gegen die Massen, denn für gewöhnlich sei die Wahlrechts vorlage. borberaten. Seit mehrheit mit den Steuern rückständig aus Armut, und für efannt, wer da noch nic Oder nicht-( Ruf lints verloren. Nachdem d ihre Armut die Leute noch besonders bestrafen, sei sehr An die Wahlurne gehörten solche Bestimmungen nicht, denn hier thäte sich wieder eine neue Quelle der Preussischer Landtag. Berlin, 11. Juni. 12, Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Elsaß- Lothherzogtum Hessen, seiner Einwohnerzahl nach der 6. der deutschen Bundesstaaten und in dieser Beziehung bor Hamburg und Bremen rangierend, habe nun gleichfalls ein Anrecht auf eine Reichsbankhauptstelle, die dem Lande wegen ihrer größeren Unabhängigkeit von Vorteil sein müsse. Auch werde der der Hauptstelle statutenmäßig beizuordnende Bezirksbeirat dann nur aus Angehörigen der hessischen Industrie und des hessischen Handels zusammengesetzt sein und dadurch speziell die Hessischen Landesinteressen besser ins Auge gefaßt und eindringlicher gefördert werden können. Eine andere Frage wird es sein, in welche hessische Stadt die Reichsbankhauptstelle gelegt wird. * Radrennen. Die nächsten Sonntag beim Radworden, glaube er, dahlbestechung auf. Die Aufgabe der kleineren deutschen 18 auffordern zu könne Staaten, die ja nicht mehr viel auf dem Gebiet der hohen Abgeordnetenhause nochmals Polizei Verord- morgen ab zur Ausstellung in dem Schaufenster des erwidert, ob die Co sozialpolitischer Natur. auswärtigen Politik zu thun hätten, sei jetzt wesentlich Die hessische Kammer von schaden werde, sei imm heute in ihrer jezigen Zusammensetzung ist aber nicht das men. nungen gegen die Trunksucht in Aussicht. Der Gesezentwurf betr. die Vorausleistung zum Wegebau wird in 3. Lesung und der GeAdickes, Unfallfürsorge für Gefangene. Die Hoffnung am 14. Juni die Session schließen = c sehr wohl von einer Spiegelbild der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse, samtabstimmung angenommen. Morgen Ler. wie, der Abg. Heydenreich behauptet; denn die Steuerdie Intereffen der Zadehung erhält, burch die Induſtrie. Bon den 8 Millionen beauch die Interesen le into Beatout, alten 4,6 Millionen, also über fier( Beifall links) and e bie patrite, ble fieben größeren Städte in fen am besten gewire sea. Die Masse, beret, für die die sozialen Geſetze gemacht würden, müßten auch entsprechend mit zu reden gaber. Die wachsende Einsicht der süddeutschen Staaten in dieser Beziehung sei freudig zu begrüßen. Der Redner gemplifiziert auf Württemberg und Bayern, ja selbst Convention annehme. 83.ſet ſelbſtverſtändit Its die Intereſſen der & der Reichstag vert Die namentliche 26. ergiebt Annahme berselber Es folgt die Gejant einsteuergefeß. Die Anofraten und Freifinigen. bittet und erhält die& er nächsten Sigung sein rlieſt ſodann die kaijo stag bis zum 14. Ottobe fließt mit einem so gr. andtag. Darmstadt, 11. Juni svorlage. sich gegen den Vorwar twurf nicht genügend be t aus, daß diese Borlag ſchett Landtag set lange , daß etwas zu Stand echt der Selbstbestimmung und deshalb verlange gleichen geheime Der gefeßgebenden Gewalt in den Händen der nämlich die erste Kamme Daß das legte Drittel& 2. Kammer, dem g Dem Re en würde. Abg. Heydenreich beton ht der Arbeit. Der Ge Indirekten Wahlrecht, was Imanners erfahren ahltorruption und ortschritt begrüße er isses. Andererseits ab gen, die tief bedauerli en bas bodite pra urmelt fie und läßt der de Schauder geht über fie f geholfen hat's nicht. 2 and er sigt davor. so oft der Maniel zur Land gekommen ist ohne Kraft war, bisc ihm nur immer beffer. S der weinenden, racheflehen geworden. Nur eins an den schwarzen Augen b geht vor das Bild, das nders wie eine blante och der Alte- wie er b orcht- ja, ein Schritt fo n Junge- wie fein Bat glättet fich ihr Geficht, n and blidt beinah übermit en hat. ahrt das fofort die nationalliberale Partei in Baden habe in ihrem Programm das allgemeine direkte Wahlrecht aufnehmen müssen. Freilich sei die Angst vor der Sozialdemokratie für viele bter das Ausschlaggebende für ihre Stellung diesem Entwurf gegenüber. Aber ob nun diese Vorlage Gesez würde, oder hiele, den Vorteil würden in beiden Fällen die Sozialdemotraten haben. Auch würde die Vorlage, wenn sie jetzt fiele, doch immer wiederkommen. Ja, die Hauptparole bei den neuen Wahlen, die bevorstehen, würde die Stellung zu dieser Wahlrechtsvorlage sein. Wer dazu helfen wolle, das Land vor schweren Stämpfen zu bewahren, der muß für diese Vorlage eintreten. Wer dagegen seine Hoffnung ſtüße auf den In differentismus des Voltes, der stehe auf thönernen Füßen. Der Redner wünscht, daß die Bahn freigemacht werde für Fortschritte und gesunde Entwicklung. Staatsminister Rothe erklärt, daß die Regierung sich nicht veranlaßt sehe, in den Hauptvoraussetzungen der Vorlage etwas zu ändern. Geh. Staatsrat von Krug führt aus, die Teilnahme des Voltes sei bei der direkten Wahl eine gerechtere und richtige, als bei der indirekten. Man müsse anerkennen, daß durch die Einbringung dieser Vorlage eine erhebliche Stonzeſſion gemacht worden sei, aber man müſſe das Recht, mit Stautelen sich vorzusehen, der Regierung auch zubilligen. Abg. Gutfleisch ist von der Vorlage erfreut. Er habe gehofft, daß sie im Hause nicht das Maß von Widerspruch finden würde, wie es schon geschehen sei und offenbar noch geschehen würde. Das direkte Wahlrecht sei nicht absolut, aber relativ entschieden das Beste. Er könne nur wünschen, daß mit seiner Hilfe das Volk seine Aufmerksamkeit, seine Interessen wieder mehr den aufgaben des Staates zuwendet. Eine Verödung des politischen Lebens sei durch die in direkte Wahl eingetreten, die nicht andauern düre. Deshalb begrüße er das direkte Bahlrecht. Es biete in sich selbst die Mittel, aus den Gefahren herauszukommen, weil die Wähler durch das Wahlrecht immer mehr an politischer Einsicht gewinnen. Das direkte Wahlrecht sei ein Volkserzieh ungsmittel bester Art. Was die Kautelen angage, to tene er sie entbehren in der Vorlage, aber das direkte Wahlrecht sei ihm so viel wert, daß er es um dieser Kautelen willen unter feinen Umständen fallen laffen würde. Der Redner giebt seinem Bedenken Ausdruck gegen die Wahlpflicht und gegen die Proportional wahl. Er möchte im Interesse der guten Sache alle besonderen Wünsche unterdrückt wissen. Würde dieses Gesetz angenommen, so sei er der Ueberzeugung, daß die kammer ſeit langem kein Gesetz gemacht habe, das so jehr zum Teile des Volkes sei.( Beifall.) Abg. Reinhart( nl): Er wolle nur seiner persönlichen Ansicht Ausdruck geben. Er begrüße es, daß die Regierung dem Wunsche der Bevölkerung nach dem direkten Wahlrecht nachgekommen jei, damit beuge sie ukünftiges Kämpfen vor, indem sie das direkte Wahlrecht gebe, und zwar unter gewissen Kautelen, die er im großen und ganzen nur billigen könne. Was mit zahlt, soll auch mit raten, was nicht zahlt, dem sei er nicht geneigt, das Wahlrecht zuzusprechen. Er habe im Einverständnis mit einigen seiner Freunde im Ausschuß die Wahlpflicht beantragt, wozu ihn die Zahlen bei den Reichstagswahlen veranlaßt haben, aus denen hervorgehe, daß die oppositionelle Partei den Vorteil bon der direkten Wahl hätte, weil die Vertreter der bürgerlichen Parteien zu Hause bleiben. Sehr wichtig sei auch, daß die Vorlage die Vermehrung der Vertreter der Städte vorsehe, deren Berechtigung Redner nach weist. Wer um deswillen die Vorlage ablehne, handle nicht gerecht gegen die Städte. Abg. Bähr( Antis.) spricht sich für das direkte Wahlrecht aus, wenn er und seine Freunde auch nicht verkennen könnten, daß die Regierung das Land benachteilige zu Gunsten der Städte. Er schließt sich dem Wunsche des Abg. Dr. David an um Beseitigung der Steuerrückstandsklausel im Interesse der kleinen Bauern. Bon der Einführung oder von der Nichteinführung des Wahlzwanges würden er und seine Freunde ihre AbSophaede und sieht zu, n Recht, Reid möchte es a und Söhne einmal an La Die Herren sind und es g illen haben die Weiber gen nicht wieder, im Haufe men eine Festzeit für Alle ( Fortegung folgt) zu können, ist aufgegeben, zumal im Herrenhauſe pas Arbeitsmaterial bis dahin nicht erledigt werden tann. der Gesezentwurf betr. die Ausführungsbestimmungen zum Fleisch beschauge ſeße ist zwar in der Stommission durchberaten worden, kann aber vor den 14. d. M. kaum auf die Tagesordnung im Abgeordneten hause gesetzt werden. Die Tagung wird sich daher bis zum 16. oder 17. Juni hinziehen. Giessener Cagesneuigkeiten. * Gießen, 12. Juni. Die Zeit der Konzerte. Alle Abende beinahe finden in Gießen Stonzerte statt, so lange die Witterung günstig iſt. Mittwoch und Freitag wird im„ Café Leib" fonzertiert. Gestern war großes Konzert der Regimentsfapelle in Steins Garten. Heute abend wird in demselben Garten das zweite Abonnements= konzert unter persönlicher Leitung des Herrn Musikdirektor Krauße stattfinden. Bon oberhessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Schachtmeister Julius Vuk ad uno wiß aus Bukareniz und die Erdarbeiter Celesto, Paul und Trentani aus Oleggio- Grande wegen Körperverlegung vom Unterfuchungsrichter II zu Gießen; Händler Wilhelm Müller suchungsrichter II zu Gießen; Händler Wilhelm Müller aus Beerscheid wegen Unterschlagung von der Staatsanwaltschaft Gießen; Taglöhner Heinrich Reichel aus OberEisenhausen wegen Strafvollstreckung vom Amtsgericht Vilbel; Emma Rohpeter aus Münden wegen Diebstahls vom Polizeiamt Gießen; Fuhrknecht Johannes Schneider aus ießen wegen Strafvollstreckung vom Amtsgericht Gießen; Hausbursche Karl Richard Schwalbe aus Marienberg wegen Unterschlagung vom Amtsanwalt zu Gießen; Tag löhner Georg Sch wöbel aus Neckarau wegen Strafvollstreckung vom Amtsgericht Friedberg; Heinrich Wißel aus Frankfurt a. M. und die Prostituirte Helene He in eder geb. Kanzelberger, aus Waidholz, beide wegen Diebstahls i. w. R. von der Staatsanwaltschaft Gießen; Tapezier Adolf Zimmermann aus Langenschwalbach wegen Betruges i. w. R. von der Staatsanwaltschaft Gießen; Dienstknecht Heinrich Fritzges aus Gößen wegen Betruges vom Amtsanwalt zu Friedberg; Schlosser Karl Hardt aus Gießen wegen Einbruchsdiebstahls vom Unterſuchungsrichter I zu Gießen; Gerber Karl Lehmann aus Backnang wegen Körperverlegung von der Staatsanwaltschaft Gießen. ** Gewidmet von den Jagdfreunden. War da dieser Tage* ganz in unserer Nähe in einem Dorfe, welches Gießener Jägern gut bekannter Nimrod gestorben. Dein hiesigen Freunde beſtellten einen prächtigen Kranz mit Schleife, der am Begräbnistage zum Zuge an die Bahn geschickt werden sollte. Die Jäger warteten dort vergeblich auf den Gärtnerburschen, der aber erst, als der Zug sich schon in Bewegung befand, auf den Bahnsteig gestürzt kam und einem im Zuge befindlichen Herrn auf dessen Anruf: soll der Kranz noch mit, diesen der nur leicht verpackt war, im letzten Moment noch zu reichen konnte. Der Empfänger des Kranzes woйte zwar auch zur Beerdigung, aber nicht zur Beisegung des Jägermannes, er fuhr noch einige Stationen weiter als dessen Jagdcumpane. Dort angekommen, hatte der Leidtragende gerade noch Zeit, seinen Kranz von der schützenden Hülle zu befreien und sich dem Trauergefolge anzuschließen, daß sich nach dem Friedhof in Bewegung setzte. Nach der Beſtattung arrangierte der Todtengräber die vorhandenen Kränze auf dem Grabhügel. Selbstverständlich kam der schöne von Gießen mitgebrachte Kranz mit der prächtigen Schleife bei dem Arrangement an sehr sichtbarer Stelle. Man staunte seitens des Traugefolges nicht wenig, als man am Kranz die Inschrift las: Gewidmet von den Jagdfreunden! War es doch eine 80jährige Großmutter, die man begraben hatte. Die Richtigkeit überlassen wir unserem Berichterstatter. * Anfang dieser Woche entsprang ein seit mehreren Monaten dahier zur Besserung befindlicher Irrsinniger. Der Gefangene gab als Ursache seines Entspringens an, daß er sich in Großen- Linden bei dem Besizer der Branntweinfabrik Geld zur Heimreise holen wollte. Der Bedauernswerte stammt aus Starkenburg. Reichsbankhauptstelle für Hessen. In hessischen Zeitungen wird augenblicklich die Errichtung einer Reichsbankhauptstelle in unserem Großherzogtum angelegent lich empfohlen. Alle größeren Bundesstaaten wären Herrn Aug. Oßmann Seltersweg und werden sicherlich Die Vorber das Interesse aller Passanten erregen. faufsstellen für die Eintrittskarten befinden sich im „ Hotel Victoria", Cafè und Conditorei Hettler und Schreibmaterialien- Handlung H. Noll, Mäusburg. Die Mitglieder des Curatoriums wollen ihre Starten im den besseren Plägen sind daselbst zu bedeutend er Cafe settler in Empfang nehmen. Die Billets zu mäßigten Preiſen zu haben, wie aus der heutiger Annonce und den Plataten erfichtlich ist. Die Nac frage nach denselben ist schon jetzt eine starke und fann den Interessenten nur dringend empfohlen werden, sich die gewünschten Pläge vorher zu sichern. 300 Mark Belohnung! Am 31. Mai Nachmittags ist in Altona die Ehefrau Backhaus in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden worden. Es liegt Raub- mord vor. Der mutmaßliche Thäter, der Matrose Johann Ernst Speck, geb. am 11. Oftober 1863 zu Trebsen, welcher bei Backhaus gewohnt hat, ist seit 31. v. Mts. flüchtig und wird ſteckbrieflich verfolgt. Derselbe ist 1,71 Meter groß, trug dunkelblonden Schnurrbart, das Haar in der Mitte gescheitelt, einen blauen Jacketanzug mit zwei Reihen Knöpfen und braunem Filzhut. Geraubt sind außer ca. 100 Mt. 6 filberne Theelöffel, eine silberne Herren- Remontoir- Uhr und Belohnung von 300 Mark ausgesezt. Nach einer Dresden wohnt, gestern Mittwoch Nachmittag von einem Kriminal- Gendarmen gestellt. Speck trug einen Revolver der sofort tot blieb. Speck floh, wurde jedoch von einem bei sich. Er feuerte drei Schüsse auf den Gendarmen ab, Soldaten festgenommen. Nickelkette. Für die Ergreifung des Thäters ist eine Meldung aus Dresden wurde Speck, deſſen Vater in Aus Hessen und Nachbargebieten. r. Dillenburg, 11. Juni. Eine große Anzahl Ver treter des Gast- und Schankwirte- Gewerbes fanden sich gestern im Dillstädtchen zum 9. Delegiertentag des Wirte- Verbandes Nassau und am Rhein ein. Um 11. Uhr vormittags begannen im„ Deutschen Haus" die Verhandlungen. Ausführlicher referiert wurde über die Feierabendstunde auf dem Lande, bezw. deren gleichmäßige Regelung, die Bedürfnisfr age, die Kohlensäure frage und über die bis ießt gemachten Erfahrungen, betr. Nu hepausen im Als Ort zur AbGastwirtschaftsgewerbe. haltung des 10. Verbandstages wurde Wiesbaden gewählt. Neueste Nachrichten. * Berlin, 12. Juni. Der Reichsfanzler hat den bayrischen Mitgliedern des Reichstages, welche heute früh in München zu den Sigungen des bayrischen Landtages an wesend sein mußten, die nötigen Wagen für den Nachts dorthin abgehenden Expreßzug zur Verfügung stellen lassen, ſodaß sie noch an den Schluß- Abstimmungen über die Zuckerund Branntweinsteuer im Reichstage teilnehmen fonnten. * Berlin, 12. Juni. König Albert verbrachte einige Zeit im Zimmer außer Bett. Der König fühlte sich etwas frischer. Sibyllenort, 12. Juni. Das heute Morgen 7 Uhr über das Befinden des Königs Albert ausgegebene Bulletin lautet: Die lektvergangene Nacht war durch erschwertes Atmen und die dadurch bedingte allgemeine Unruhe öfter gestört. Die Herzthätigkeit bedarf hie und da der Anregung. Der Appetit ist fortdauernd ein guter. * Berlin, 12. Juni. Dr. Georg von Bleichröder ist gestern Abend 10 Uhr auf seinem Schlosse Lechenich erlittenen Verlegungen, die er sich bei einem Automobil- Unfall zugezogen, gestorben. * Berlin, 12. Juni. Wie ein Lemberger Blatt berichtet, haben die Beamten des Lemberger Magistrats telegraphisch dem radikalen tschechischen Reichstags- Abgeordneten Klofac ihren Dank und ihre Hochachtung dafür ausgedrückt, weil er im Reichsrate gegen die polenfeindliche Marienburger Rede Kaiser Wilhelms Protest erhoben hat. - Haag, 12. Juni. Die erste Angelegenheit, welche vor dem Haager Schiedsgericht verhandelt werden wird, ist wahrscheinlich eine Geldfrage zwischen Merito und den Vereinigten Staaten, welche Kirchengelder betrifft. Rom, 12. Juni. In ganz Italien ist ein WetterIn Oberitalien sind zahlreiche sturz eingetreten. Schneefälle zu berzeichnen. Die Temperaturen sind überall anormal gesunken. * Wien, 11. Juni. Bei der Inspizierung des 5. Dragoner- Regiments durch den Erzherzog Otto stürzte der beste Reiter des Regiments Oberstleutnant Rupprecht mit dem Pferde, wobei ihm die Hirnschale zertrümmert wurde. Sonntag, den 15. Juni, nachmittags 3 Uhr Bekanntmachung. Sehr gute dis dit betreffend die Vergebung der Speisekartoffel Grosse Rad- Rennen and Sportplatz an der Hardt O Hauptfahren mit Motorführung. u. A.: - Fahren um den Gauwanderpreis. Motor- Rennen. + 061b6] 196 Während der Rennen: Grosses Militär- Konzert. Eintrittspreise: Tribünenkarte- Spersitz: Vorverkauf Mk. 2.20 an d. Kasse Mt. 2.50 do. num. Bankplay mi bij mijadSattelplazkarte dhusitis in Erster Platz nummerirt Zweiter Plazz Zinsen des Christian Gerhard á 3tr. 2 Mt., abzugeben. Hast'schen Vermächtnisses. Aus obigem Vermächtnis sind zehn Gaben zu 10 Mt. 71 Pfg. an zehn bedürftige Familien, bezw Wittwer oder Wittwen zu vergeben.ord Riegelpfad 30 Zu verkaufen: Eine Teckelhündin 1078 Anmeldungen zum Bezuge billig zu verkaufen. fraglicher Zinsen sind bis zum 25. Juni 1902 einschl. bei dem Lindengasse 1, II. Badewanne, Armenamt( Zimmer Nr. 4) große, fast neu, zu verkaufen. mündlich vorzubringen. Gießen, 5. Juni 1902. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Anmeldungen zum Bezuge der aus der Ebel- Stiftung 1050 Grünbergerstraße 4, II. 1 Schneidernähmaschine, faft ne 1 Tisch, 1 Regal, 1 Kleiderstände sowie sonstiges Schneiderhandwer zeug und eine Partie Herrenkleibe zu verkaufen. 100 Wallthorstraße 53, II für 1902 an arme Kinder zu vermieter: verabfolgenden Kleidungsstücke find bis zum 30. Juni bei dem Schön möbl. Zimmer Armenamt( Zimmer Nr. 4 mit ev. auch ohne Pension zu ver des Bürgermeisterei- Gebäudes) mieten. 1.20 !! 1.50 " " 0.80 0.80 " 1. " " " " " an be di Stehplag und Terrasse " 1.0.40 0.20 proc.@ bid Sattelplatz für Mitglieder des D.-R.-B. im Vorverkauf Mt. 0.50 an der Kasse Mr. 0.75. Std vorzubringen. mond 756 un Vorverkaufsstellen: Hotel Victoria, Konditorei Hettlerdnu slonit s Südanlage u. Schreibmaterialienhandlung Sch. Noll- Mäusburg. Abends 6 Uhr: Preisverteilung, Großes Gartenfest und Konzert der Kapelle des Inf.- Regt. Kaiser Wilhelm Nr. 116 unter persönlicher Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn G. Krauße auf der Hardt- Terrasse. 100% Eintritt frei. signed in Vor und nach dem Rennen regelmäßige Omnibus- Verbindung. Hessischer Hauptverein des Evangelischen Bundes In a co zur Wahrung der deutsch- protestantischen Interessen. Jahresfest in Gießen( 7. Landesversammlung) am Sonntag 15. und Montag 16. Juni 1902. Sonntag, 15. Junt. Nachmittags 3 Uhr: Festgottesdienst in der Stadtkirche, unter Mitwirkung des Kirchengesangvereins. Predigt: Pfarrer Dingeldey- Darmstadt. Abends 8.30 Uhr im großen Saal von Steins Garten": Oeffentliche Festversammlung. unter Mitteilung des Kirchengesangvereins. Begrüßungen. Vortrag von Professor Dr. Krüger- Gießen über„ Römische Eindrücke" und Pfarrer lic. Dr. Diehl- Hirschhorn über:„ Warum haben wir evangelische Hessen, geschichtlich betrachtet allen Grund zu reger Anteilnahme an der evangelischen Bewegung in Desterreich?" Allgemeine Gesänge. Schlußwort. Montag, 16. Juni. Vormittags 8 Uhr in Steins Garten": Sizung des Vorstands und der Vertrauensmänner des hessischen Hilfsausschusses zur Unterstützung der evangelischen Bewegung in Oesterreich. Vormittag pretty bort Geſchloſſene Mitgliederversammlung des hefſiſchen Hauptvereins des evangeliſchen Bundes. Dabei: Besprechung der Frage: Welche Gründe liegen vor, daß die evangelischen Gemeinden Oberhessens jetzt mehr als seither an den Aufgaben und Arbeiten des evangelischen Bundes sich beteiligen?", eingeleitet durch Pfarrer Fritsch- Ruppertsburg. Nachmittags 2.30 Uhr: Gemeinsames Mittagsfen in„ Steins Garten"( Preis 2 Mark). 1715 1064 Zu allen Veranstaltungen sind die Evangelischen Gießens und der Umgegend herzlich eingeladen; zu der Mitgliederversammlung haben nur Mitglieder Zutritt. Stein's Garten. Donnerstag, den 12. Juni 2. Abonnements- Concert. Anfang 8 Uhr. 1116 Eintritt 50 Pfg. Krauße, Großh. Musikdirektor. PFLEGE DEIN HAAR With And Pomade, Oel und schädliche Essenzen dürfen nicht auf die Kopfhaut gebracht werden. Es giebt etwas viel Besseres, wodurch Haar und Kopfhaut erfrischt und gestärkt, das Haar seidenweich, üppig, glänzend und geschmeidig wird. dom Dieses vorzügliche, erstklassige Haar. wasser heißt Pflege Dein Baar JAVOL Das Beste für die Baare. beading f JAVOL 70198 Jisu und findet sich auf den Toilettentischen der ersten Kreise, da sein Erfolg ein ganz unvergleichlicher ist. Man erhält es, die Flasche zu Mk. 2.-, Doppel. flasche Mk. 3.50 in allen feineren Parfümerien, Drogerien und Coiffeur. geschäften, auch in Apotheken. MIT JAVO 1118 Atelier für Portraitmalerei von Otto Fritz akad. Kunstmaler. Unterricht. Goethestrasse 46, Atelierhaus. C. Lück's GesundheitsKräuter- Konig. Bestandteile: Man nehme 180 Ko. Honig, 36 Ko. frisch gepreßten Ebereschensaft, 36 Ko. destilliertes Wasser, toche auf und schäume funstgerecht ab. Füge dem Durchgeseihten 10 Ko. Weißwein zu, der vorher mit je 1,2 Ko. Huflattich, Spißwegerich, Ehrenpreis, Schafgarbe, Bingelfraut, je 0,6 Ko. Steinflee, Natternzunge, Lungenmoos, je 2 Ko. Alantwurzel, Enzian, Veilchenwurzel und Schwarzwurzel, alles geschnitten, digeriert war. SCHUTZ MARKE Lück. Flaschen, die auf der roten Umhüllung nicht obige beide Schugmarken tragen, sind nicht die echten, seit langen Jahren bekannten und berühmten Präparate der Firma C. Lück in Colberg, man weise solche Nachahmungen entschieden zurück. Preis pro Flasche Mt. 1.-, 1.75 u. 3.50. Wie viele Thränen! Gießen, 6. Juni 1902. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Mecum. Walerische Ansicht von Gießen ( 46: 65 cm) zum Preis von 5 Mt. 1110 Kunstmaler D. Frik, Goethestraße 46, Atelierhaus. Naumannia Seife mit dem Beste Seife nah und fern! Derichsweiler Patentbureau. Fili. Frankfurt a. M. Konstablerwache Eing Fahrgffe. Fernspr. A. 1a 7473. Centrale Dresden. Filiale Berlin. Erste Referenzen. Nr. 13 Abonnemente in's Haus gebra fom Gratisbellage Oberbeffifche Gartenbau, Das Blatt e für O 1074 Wetsteingasse 7. Aus Fel zu vermieten. 978 Kreuzplag 11. Klein- Li im Bernhardshi Sinfach möbl. Zimmer chön möbl. Zimmer sofort zu ist, welches bish vermieten. 1094 Wallthorstraße 18. in schön möbliertes Zimme zu verm., eventl. mit Koft. 1112 J. Kahn, Rittergasse 11, II. Eine freundliche Schlafftelle zu vermieten. 1104 Wolkengasse 20. Bismarckstr. 30( Ede Stephan at, find feit fu im Gafthaus zur But Unterhaltun worden. Das bo tog die Lanzlu Weifen hören la Groß- Stein mielfach in der bem platten Land straße) elegante Fünf- Zimmer wenehmen zwische wohnung mit Zubehör p. 1. Juli tingfügigfter Verd zu verm. Fr. Kopp. 1114 estört. Eine de In meinem Neubau Goethe dh in der Boshe Straße 55 sind der Parterrestod umg des Vertrag ( 4 Zimmer nebst 2 Entresolzimmer Wohnung einer und Veranda), die Beletage( 5 Wiese Manier fü Zimmer u. Fremdenzimmer nebst [ 222 Aalener Union Wichse ist und bleibt die beste In blau- weissen Dosen, überall erhältlich. Vögel, Balkon u. Veranda), die Mansarde einem drollig ( 3 große Zimmer nebst allem Zu- ie übliche Sche behör) per Sept. oder Oktober zuiämlich sämtlich vermieten. 1113 Karl Hahn, Löberstraße 17. and den erzielter Diefes folli über Großer Steinweg 23 find Mieterin mit dem zwei 5 Zimmerwohnungen nebitergeffen. Das Bad, Loggia und allem Zubehör, daselbst auch eine 3 Zimmer mpfängerin berz Wohnung in der Mansarde zum 1. Juli zu vermieteu. Näheres Wallthorstr. 71. Familienlogis, gerade unbesch 842 Welächter der Um machte das halb ein Radifalm o. Von der berkehr nach de 5 Zimmer nebst Zubehör im mitt leren Stock ver 1. Juli zu vermieten. Grünbergerstraße 22 veranlaßte die g Näheres auch bei Hrch. Fak Grünbergerstraße 20. franfungen. 829 2- Zimmerwohnung amber fann die mit Küche u. Zubehör zu vermieten. Lag, Sonntag m Edeistraße 6. ung stattfinde Mittwoch un Desgleichen Frankfurterstr. 71. Näheres Ederstraße 6.on 2 bis 5 1hr 3- eventuell 4- Zimmer- Wohnung Küche und Zubehör zu vermieten 1043 Bahnhofstraße 15. Der seither in meinem Hause von Herrn Kour innegehabte Laden vermieten.guk sil 1028 die Schloßräu r. Rodheim a. preußischen A Ortschaften mes zum Amts ingenden Wunid ang durchaus ger 3 bis 7 km bon die auch in der Gefangenschaft ge- ist per 1. August oder früher zu fund u. sangesluftig bleiben, sichert allein unser bewährtes Vogelfutter in Originalpackungen. Verkauf bei Gebrüder Berdug, Bahnhofstraße 27, Lindenplay 12. J. Pfeffer, Marktplatz 6. Entfernung no Wasche mit 10 SERFA In allen besseren Geschäften 1086 zu haben. Fabrikanten: Daum& Co., Wiesbaden. General Vertreter: Chr.Ludwig Thomas Gießen. General- Agentur Eta 27 bis 28 k Offene Stellen: fight ſtehen di Gute Rockschneider gesucht Bobert Tschich, Kirchenplay. Ein Junge, welche Gerade acht Tag lub in Sub ßlichten und I Luft hat, das Buchdrub Gegenwart ein gewerbe Für eine zu erler net, Bir bie Thore bie tann sofort eintreten die moderne fachmännische Aun Menigheit an tüchtigdelung und Leif bildung wird Sorge Agihrt werden. tragen. waffentammer, i Gießener Neueste Nachen ausgestellt vorm.Keller'sche Drudert Bichen von Sieg ( Inh. Albin Klein.) Dere find darin 15 tüchtige Arbeiter und tre fachliche, rei Fuhrknecht gesucht. 1093 Gebrüder Kahl. tellung der mo Cationen, wie fie Ein Schlosserlehrlingerhunderts, zur gesucht. Von wem? sagt die Expo in Gebrauch d. Bl. Ein angehender gefucht. 705 892 Kellner Schöne Aussicht Städtisches blieben urgeweint, wie oft hoffnungsreiche Menschenleben vor qualvollem Hinfiechen bewahrt, wollten auch für die Lebens- Volts- Unfall- Haftunheilbar scheinende Kranke der seit Jahren durch pflicht- und Einbruchsdiebstahlherrlichste schönste Erfolge gekrönten Kräuterheil- branche verbunden mit Inkasso ist für metbode( f, Geheimmitttel) v Fr. Prof. M. Gießen an Schmidt, Berlin, Kottbuserstr. 13, Vertrauen, und Umgegend zu beseßen. schenken. Chron. Leiden spez.: Asthma, Rheumat., Beinwunden Nur solche Bewerber finden Lungen-, Hautfrankh.. Verdauung, Hömorrh., Nieren, Blafent. Berücksichtigung, welche in der Kopf, Nervenschm., Frauenkrankh( 3. B schmerzlose Entbindung, Lage und gewillt sind, in der Blutung.), Kinderkr.( z B. engl. Krankh., Dris.), Nasen-, Augenl. Organisation und Acquisition Ochsenfleisch 50 Pig. Magerfeit, Haarausfall Blutarmut, Schlaflosigkeit u. a. Behandlung Gutes zu leisten. Offerten unter unentg., a. n. außerhalb Brosch. gr. u. frko. Glänzende frei 8. 2006 an G. 2. Daube willige Originalbankschr. Co., Frankfurt a. M. 980 ( 162 Schlachthaus Bon außen gl n Burg. Eine Binnen, Sollern und rtue von Bilhe out erinnert an Gebäudes, währ Beiben Seiten be genwärtige Beftin Em die Sieb u uerfteinart, bie& Kubfleisch 40 Pig ng biente, bi heute und morgen.