Nr. 237 in bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Battabellagen: Oberheffische Familienzeit ung( täglich) Cherbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Samstag, den 11. Oktober 1902. Gießener 192 11. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Bfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluk Nr, 362. Nenelle Nachrichten ゆ ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Auf balbem Wege. [ Politische Wochenschau.] ( Dewet überstimmt. Kündigung. unterzar. - Der Unterton. Siamesische Zwillinge. Gestuzte Flügel.) - Reine Krone auf Vom Ueberzar und Der abgelehnte Empfang der Burengenerale, den wir bereits eingehend besprochen haben, hat naturgemäß allenthalben im Deutschen Reiche Aussehen erregt. Es zeigt sich da ein ganz auffallender und schwer zu erflärender Widerspruch in dem Verhalten, der südafrikanischen Helden; anfangs zur Vorlage des Audienzgesuches durch die englische Botschaft bereit, änderten sie plözlich den Sinn. Warum? Von den vielen Erklärungen ist eine neuere Darstellung sehr plausibel. Danach soll Dewet zunächst Kenntnis von den Bedingungen des Kaijers erhalten und deren Erfüllung zugesagt haben, aber er sei dann von seinen Waffengefährten nachher mit einer Ablehnung überſtimmt worden. So kam es denn, daß die ganze Angelegenheit ,, auf halbem Wege" stecken blieb. Da mit positiver Sicherheit bekannt geworden ist, daß die Ablehnung keinerlei Spiße gegen uns enthält, sondern ein Mißtrauen in die ritterliche Gesinnung der Engländer, so bleiben uns nach wie vor die Buren die alten. Wenn erst einmal die Erregung über die unerwartete Wendung der Dinge sich gelegt hat, dann wird sich die öffentliche Meinung wieder mehr den inneren Verhältnissen zuwenden. Und hier giebt es ja auch so mancherlei, was selbst die geruhsamsten Bürger mit lebhaftestem Interesse erfüllt. Vor allem haben die politischen Parteien in der letzten Woche im Angesichte der neuen Zolltarifverhandlungen eine lebhafte Tätigkeit entfaltet, um fertige Arbeit zu leisten. Das Centrum ermahnte die Konservativen, den Bogen nicht zu überspannen, und diese gaben die Mahnung an die Regierung weiter, aber trotz aller Schärfe der Dialektik mit einem leisen Untertone der Versöhnung. Die Centrumsabgeordneten wollen zwar nicht von der Gesamtheit der erhöhten Forderungen der Zolltariskommission zurücktreten, und die Konservativen wollen eine Ermäßigung der Industriezölle, aber wichtiger als alle die Forde rungen ist doch die Tatsache, daß man den Tarif nicht scheitern lassen will. So scharf also auch die Opposition der Reformanhänger einsetzte, sie blieb dennoch auf halbem Wege" stehen. Ein ähnliches Stadium der Unfertigkeit hat in una serem verbündeten Nachbarstaate die Fleischwerdung der ungarischen Nationalität und der Selbständigkeitsbestres bungen erreicht. Wenn man die Herren mit den ges wichsten Schnurrbärten und dem harten Jargon in ih ren Parlamenten hört und in ihrem Auftreten beobach tet, fönnte man glauben, sie fühlten sich schon ganz als Herren der Situation, und sie seien es, die dem österreichischen Kaiser als ihrem Monarchen die Bedingungen vorschrieben. Die Personalunion mit Desterreich wird als eine Art Vertragsverhältnis mit Kündigung dargestellt, aber die letzten Abgeordnetendebatten haben gezeigt, daß die alte Monarchie doch auch Anhänger hat, die in dem nationalen Rausche der Kossuthfeier die Rücksicht auf die Krone nicht vergessen. Der Ministerpräsident Baron Szell hielt sich den Festlichkeiten fern, weil er nicht den Manen eines Mannes huldigen wollte, der die ungarische Selbständigkeit vor einem halben Jahrhundert durch eine Abseßung der erbeingesessenen Dynafiie dartun wollte. Und diese Richtung hat immer noch eine starke Mehrheit. So weit ist also der ungarische Staat doch noch nicht zur Selbständigkeit gereift, daß nun das Parlament die staatsrechtliche Stellung des Landes nach freiem Belieben ordnen könnte. Nur in Frankreich hat man in lezter Woche mit dem siamesischen Abkommen fertige Arbeit geliefert; der überwiegende Einfluß der Republik auf dieses tropische Reich ist nunmehr für lange Zeiten sicher gestellt. Aber gerade durch diesen Vertrag, der alle Parteien in unserem westlichen Nachbarreiche mit hoher Befriedigung erfüllt, ist die englische Politik ,, auf halbem Wege" zum Etehen gebracht worden. Denn man weiß ja, daß die gespannten Verhältnisse zwischen Siam und Frankreich, bie eine Zeit lang herrschten, hauptsächlich auf englischen Einfluß zurückzuführen waren. Als dann die Spannung am höchsten schien, näherte sich die englische Diplomatie an Frankreich an, um den Einfluß in Siam zwischen beiden Staaten zu verteilen. Das ist eine nette Freundschaft für die in eine künstliche Gegnerschaft gegen Frankreich hineingesetzten Siamesen, und man kann sich um der unmoralischen Tendenz dieser Politik willen nur freuen, daß Frankreich durch eine fluge Nachgiebigkeit den Kalkulationen der Herren an der Themse ein Schnippchen geschlagen hat. Frankreich beherrscht mun das Mekong- Gebiet allein und bedankt sich dafür, in seiner Einflußsphäre mit England gemeinsam eine Art siamesischer Zwillinge" zu spielen. Achnlich werden auch die Hoffnungen Englands auf die Unruhen im Balkan verfliegen. Zwar sind die Macedonier lebhaft im Kampfe; in einigen Gebirgspässen sollen schon blutige Gefechte stattgefunden haben. Aber nachdem die Bulgaren erfahren haben, daß der Zar in Petersburg nicht daran denkt, die bulgarische Barenwürde in dem selbständig zu machenden Staatswesen wieder zu erneuern, sondern hübsch alles beim Alten Tassen will, kehrte die Aufruhrbewegung in Bulgarien ,, auf halben Wege" um. Vollends stecken geblieben ,, auf halbem Wege" iſt die großkapitalistische Entwicklung in Amerika. Eine Zeitlang schien es, als wollten die Trusts die Welt erobern, aber heute schon sind ihnen die Flügel gestuẞt, denn jetzt kämpfen die Neufeudalen in Amerika mit Geldmangel und mit der politischen Macht der abhängigen Arbeitermasse. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Wie man der Wassernot im Dorfe steuern kann. Mit der Wasserversorgung der Dörfer ist, s in manchen Gegenden noch recht traurig bestellt. Die wenigen Brunnenschächte stehen in vielen hochgelegenen Ortschaften im Sommer trocken und liefern auch sonst im Jahre faum genug Wasser für Menschen und Vieh, geschweige denn für den Unglücksfall einer Feuersbrunst. In jedem Sommer fann man lesen, daß da oder dort zehn, zwanzig and no mehr Wohnhäuser ein Raub der Flammen geworden sind; auf den Ruf der Brandglocke waren genug Leute mit Eimern und Spriten zum Löschen herbeigeeilt aber es fehlt an Wasser", fügt der Berichterstatter gewöhnlich traurig hinzu,„ Brunnen und Brandweiher Eine lebhafte Agitation zur Beschaffung einer Wasserleitung welche aus einer 1200 Mete vom Dorfe entfernten Quelle gespeist werden sollte, machte sich schon seit dem Jahre 1886 geltend. Trozdem sich die Behörden derselben annahmen, wollte der wohlhabendere Teil der Einwohner nichts davon wissen. Hin und her wurde verhandelt. Schließlich stand fest, daß von Ge meinde wegen nichts zu stande kommen fönne. Der minder bemittelte Teil ließ sich aber dadurch nicht irre machen, gründete jüngst eine Wasserleitungsgenossenschaft die erste im Regierungsbezirk Trier und begann den Bau. Das Verlegen der Rohre ging nicht ohne Schwierigkeiten, je größer sie aber wurden, desto mehr wuchs auch die Energie der Genossenschafter. Heute hat jeder Genoffe frisches Wasser im Sommer wie im Winter in der Küche, im Stall und wo er es immer haben wollte. In der Dorfstraße befinden sich genügend Krahnen( Hydranten), um die Schläuche daran anzuschrauben und ein Schadenfeuer mit Erfolg zu befämpfen. Die Quelle, welcher der Kreisbaumeister nur eine Ergiebigkeit von 7 Litern pro Minute zugetraut hatte, versorgt alle Genossen, und der lleberlauf derselben beträgt noch 17 Liter pro Minute. Der Und was hat die Anlage gekostet? Die Teilnehmer sind bis auf geringe Ausnahmen arme Leute. Deshalb mußte erst recht gespart werden soviel bei solider und bester Ausführung der Leitung möglich war. größte Teil der Arbeiten wurde im Frohndienste gemacht und zwar so auf die Genossen verteilt, daß jeder 65 laufende Meter Gräben aufzuwerfen und nach Verlegen der Rohre wieder zu füllen hatte. Außerdem mußte jeder Genosse zwei Fuhren nach dem Bahnhof machen und ein Kubikmeter Steine und ebensoviel Sand anfahren. Das Fassen der Quelle, die Anlage des Bassins, das Verlegen der Rohre und die Hausanwaren ausgetrocknet." Herzerschütternde Aufrufe heischen dann milde Gaben für die Abgebrannten und man kann solche Bitten nie lesen, ohne zugleich an die Abgesandten der armen Obschlüsse fosteten insgesammt noch nicht 8000 Mt. bei dachlosen zu denken, die von Dorf zu Dorf ziehen, um mit Tyränen in den Augen und das Herz voll Kummer, Geld und Lebensmittel für sich und ihre Nachbarn, auf zusammeln. Die Gemeinderäte und alle verständigen Leute in Dörfern mit geringen Wasservorräten sollten sich sagen: auf solches Unglück dürfen wir es für unser Hab und But nicht ankommen lassen, auch wenn wir alle gegen Brandschaden versichert sind. In vielen Dörfern hat man sich das gesagt und ist zum Bau von Wasserleitungen geschritten, die nicht blos genug Wasser liefern, um sofort mit Erfolg beim Feuerausbruch einzuschreiten, sondern auch bei der Wartung des Viehes und den Haushaltsarbeiten bedeutende Zeitersparnisse ermöglichen und diese Arbeiten leichter und bequemer gestalten. Dabei ist auch noch der Vorteil herausgekommen, daß man überall im Dorfe ein gesundes Wasser hat, welches bon feiner Düngergrube verseucht wird und die Gefahr einer Krankheitsübertragung, wie sie auf dem Lande sonst so häufig durch das Trinkwasser vorkommt, sozusagen ganz ausschließt. Aber noch lange nicht überall, wo fie dringend notwendig wäre, sieht man ihre Notwendigket und den wirtschaftlichen und gesundheitlichen Nutzen einer großen Wasserleitungsanlage ein. wieviel kostet es, das Projekt einer solchen Anlage, dort wo es angeregt wird, durchzusetzen. Wie der vernünftigere Teil einer Gemeinde gegen den widerstrebenden übrigen sich die Vorteile einer WasserIcitung sichern fann, hat jüngst das Vorgehen thatfräftiger Bauern in einer Eifelortschaft gezeigt, worüber die Zeitschrift des Trierischen Bauernvereins(„ Der Trier. Bauer" Nr. 9, 1902) berichtet. Lissingen ist ein Dorf von 420 Einwohnern, dicht an der Styll gelegen und trotzdem wasserarm. Das für den reichen Viehstand des Dorfes notwendige Wasser wurde bisher in Eimern oder in Fässern aus der Kyl in die Gehöfte befördert. Im Sommer wurde das Wasser warm und abgestanden, im Winter fror es in den Fässern ein. Die Wasserbeförderung verursachte solche Unbequemlich keiten, daß man das zum Waschen der Kartoffeln bereits benutzte Wasser noch zum Trinken der Haustiere gebrauchte. Kurz und gut, der Wassertransport auf den Schultern oder mit dem Schlitten bildete in allen Jahreszeiten für Menschen und Tiere eine unausstehliche Plage. Im Brandfalle wäre der obere Teil des Dorfes, dessen Häuser noch zum größten Teil mit Stroh gedeckt sind, ein Raub der Flammen geworden, ohne daß die beste Feuerwehr das hätte verhindern können. einer Gesamtleitungslänge von 1900 Metern. Die Provinzialfeuersocietät gewährte zu diesen Kosten einen Beitrag von 1000 Mt. 6500 Mt. wurden als Darlehen aufgenommen, der Rest aus den Eintrittsgeldern, der Mitglieder gedeckt. Den geringen Beitrag, welchen die Genossen pro Jahr zur Binszahl ung und zur Kapitalabtragung zu leisten haben, wird durchaus nicht als eine Last cmpfunden. Bei Bemess ung der Beiträge wurde möglichst der Wasserverbrauch ( pro Stück Großvieh 1 M) in Betracht gezogen. Wie sehr zufrieden das ganze Dorf mit der Anlage ist, durfte wohl daraus hervorgehen, daß sich jetzt auch die ehemaligen Gegner und zwar fast ausnahmslos einfinden und um Aufnahme in die Genossenschaft bitten. In sehr vielen Eifelortschaften, schreibt der„ Trier. Bauer", finden sich die Bewohner in ähnlichen Verhältnissen; wir möchten hinzufügen: auch in fegr vielen anderen Gegenden. Vielleicht trägt die Schilderung des Leffinger Erfolges dazu bei, daß man ihn nachahmt, Er steht keineswegs vereinzelt wo es zweckdienlich ist. Schon vor einigen Jahren wurde von Wafferleitungsgenossenschaften im Meißner Hochlande berichtet; dort sind die Kosten noch nicht so hoch gekommen. Gehts ohne die Genossenschaft auf Rechnung der Gemeinde, um so besser. Dann kommts auch von Rechts wegen den armen Leuten im Dorfe zu gute. Politische Nachrichten. Berlin, 10. Oktober. Der Dampfer„ Pisa" mit dem letzten diesjährigen Transporte ost asiatischer Truppen und Ablösungsmannschaften in Stärke von 24 Offizieren, 855 Unteroffizieren und Mannschaften ist gestern in Bremerhafen eingetroffen. fundheitszustand der Truppen ist gut. Der GeBerlin, 10. Ott. Der hier weilende Buren- Kommandant Louis W. Botha hat seine für gestern Abend geplante Abreise im legten Augenblick aufgeschoben. Derselbe hatte im Laufe des Tages Konferenzen mit hiesigen Burenfreunden. Es scheint, so schreibt das„ Berl. Tagebl.", bas noch Verschiedenes hervorgetreten ist, an das man zunächst nicht gedacht hat. Berlin, 10. Oft. Wie ein Berichterstatter meldet, hat der Kommandant Botha, der zur Zeit hier weilt, den Auftrag, die genauen Bedingungen für eine Niederlassung der Buren in Deutsch- Süd- West- Afrika zu erfahren. Cie Gust vi war überrascht. Noch vor wenigen Tagen hatte Cynuöve, beren bald zur Leidenschaft ihn mehr gereizt und erbittert. Neben hatte er fich zu einem Schweigen berurteilt einer fich stets gleichbleibenden Zurückhaltung gegenüber tet, daß nach wie vor seine Bemühungen ihr galten. Nur Marholms ganzes Benehmen darauf hingedeufühler gesehen, das ihm feine, durch deren Schwester auf das tiefent flammte Liebe gleid mäßigereundlichkeit begegnenden Treba sah er feit befriedigte, Denun Verlobte ana Marholm dünkte es in dieser Stunde sogar ein leichtes, Ob man ihn tadeln würde, weil er den Tausch gemacht? folgen würde? Synnove war jung und schön, Freda nur Anstoß erregt und ihm Aergernis bereitet hätte. sehen; er konnte mit ihr glänzen, während die hausbackene mutigſte und liebreizendſte Grscheinung, die er jemals geGleichmut aufnehmen würde, wenn er ihr jeßt als der ihrer Schweſter entgegentrat? Und was dann ihn be Meine Nichte Holen Lassen." er nicht mehr in den Besitz seiner Sinne gelangt. dem ausdrücklichen Willen des Verstorbenen gemäß sollte Der Arzt hatte die ersten Anordnungen getroffen, aber dem Augenblicke, in welchem er den Geiſt ausgehaucht, war und war gleich darauf bewußtlos zurückgesunken. Bis zu Er hatte die Worte mit fallender Stimme gesprochen Freda Halgren! Sogleich über glimmen. braucht. In Ostindien denn sonst wird derselbe mehr und mehr verarmen. Boden entnehmen, soll ihm auch zurückerstattet werden, ten mußten. Was Rinder und andere weidende Tiere dem Maße, daß die Behörden gegen diesen Mißbrauch einschreiund bis zu den Hochebenen Thibets als Brennstoff geDünger wird auf der ganzen Erde, von Peru bis Kleinasien geschieht das in so ausgedehntem Mais ist ein vorzügliches Brennmaterial Peanten murden in mumien Berlin, 10. Dkt. Die Eröffnung der neu gegründeten staats- und rechtswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Münster wird am 24. und 25. Oftober in feierlicher Weise in Anwesenheit des Kultusministers Studt erfolgen. Berlin, 10. Oft. Im Reichstagsgebäude nahm heute Vormittag die Plenarsizung des deutschen Kolonial- Kongresses begrüßt vom Vorsißenden des Kongresses Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg ihren Anfang. Berlin, 10. Oft. Der„ Reichs- Anz." veröffentlicht die Ernennung des Direktors im Reichsamt des Innern, Dr. Hopf, zum Unterstaatssekretär in diesem Amte und des vortragenden Rats Dr. Richter zum Direktor des Reichsamts des Innern. -Eine Interpellation in Sachen der Fleischteuerung wird von Seiten der freisinnigen Volkspartei sogleich bei Beginn der Reichstags- Verhandlungen eingebracht werden, mit der Anfrage, welche Maßnahmen die verbündeten Regierungen ergriffen haben oder zu ergreifen beabsichtigen angesichts der herrschenden Fleischteuerung. Köln, 10. Oft. Die gestrige Stadtverordneten- Sizung beschloß, beim Reichskanzler vorstellig zu werden, behufs Deffnung der Grenze nach Desterreich, Dänemark und Holland zur Einfuhr von lebenden Schlachtschweinen in das städtische Schlachthaus zur sofortigen Abschlachtung. Cadinen, 10. Oktober. Gestern Abend war der Oberbürgermeister von Danzig, Delbrück, zur Tafel beim Kaiser geladen. Heute Vormittag fuhr der Kaiser mit Gefolge nach Frauenburg zum Bischof von Ermeland. Bern, 10. Oftbr. Der neue 3olltarif wurde von der Bundesversammlung endgültig, fertiggestellt und wird nunmehr publiziert. Von der Veröffentlichung ab beginnt eine neunzigtägige Frist zur Einreich ung dec zur Veranstaltung der Volksabstimmung über den Tarif erforderlichen 30 000 Unterschriften zu laufen. Paris, 10. Oft. Wie hiesige Blätter aus Petersburg berichten, ist die Großfürstin Helena, eine Kousine des Baren in Begleitung eines jungen Mannes vom Hofe geflüchtet. Die Nachricht ist deshalb weniger überraschend, als die Großfürstin bereits zwei Mal ähnliche Fluchtversuche unternahm, das eine Mal mit einem Offizier, das andere Mal mit einem Studenten. Der Offizier wurde nach Sibirien verschickt, während der Student eingeferfert wurde. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Der Großherzog hat am 4. Oftober dem Forstwart der Forstwartei Petershainerhof, Förster Karl Wenzel zu Petershainerhof aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand die Strone zum filbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen vecliehen. ** Ernannt wurde am 4. Oftbr. Eduard Lein aus Lardenbach zum Gefangenwärter an dem Haftlofal in Lauterbach mit Wirkung vom 21. Oftbr. люб Aeussere Rapsel Innere Röhrchen ** Im Orpheum finden morgen, Sonntag 2 Vorstellungen statt. Die erste Nachmittags 4 Uhr zu ermäßigten Preisen, die zweite Abends 8 Uhr zu gewöhnlichen Preisen, und thut man gut daran, sich frühzeitig mit Karten zu versehen. Bugleich machen wir darauf aufmerksam, daß am Mittwoch, den 15. Oftober für den beliebten Humoristen und Blizdichter Norbert Stein Berefiz- und Ehrenabend ist. Wer noch einmal herzlich lachen will, gehe am Mittwoch Abend in's Orpheum. - ** Meisterprüfungen in Oberhessen. Es wird uns mitgeteilt, daß die feierliche Ueberreichung der Meisterbriefe an die Kandidaten, welche die Prüfung bestanden haben, am Sonntag den 12. Oftober cr. Vormittags 211 Uhr im Saale des Hotel Einhorn" hier stattfindet, und daß Interess nten hierzu freundlichst eingeladen sein. ** Morgen, Sonntag, 12. Oftober, 12 Uhr, findet nach längerer Zeit wieder Promenaden- Konzert und zwar auf der Südanlage statt. Das Programm dazu ist: 1. Ouverture zu„ Norma", von Bellini. 2. Altniederländisches Dankgebet, von Valerius. 3. Maritana, Walzer von Dellinger. 4. Chevalier et Châtelaine a Balcostumé, von Rubinstein. Aus Hessen und nachbargebieten. V. Lich. Die Kartoffelernte ist bei anhaltend guter Witterung zu Ende geführt woren und hat ganz ausgezeichnete Erträge gebracht. Die Knollen sind schön ausgewachsen und gesund. Es sind auch schon größere Käufe, 100 kg zu 3 Mt., abgeschlossen worden. 3wetschen hat es in hiesiger Gemarkung mit berschwindend geringer Ausnahme keine gegeben. Gering war auch der Ertrag der Birnbäume. Dagegen war die Aepfelernte hier und da eine vorzügliche. Bei den Bersteigerungen wurden hohe Pretje erzielt. Durchschnittlich sind die Früchte klein geblieben. Für Kelterobst wurden 9-9 Mt. bezahlt. Der Preis für gebrochene Aepfel ist noch nicht festgelegt. Händler, die für auserlesene Früchte gnter Sorten 7 Mt. für den Zentner geboten haben, sollen keine besonderen Erfolge gehabt haben. m. Heuchelheim, 11. Oktober. Nächsten Dienstag vormittag 11 Uhr findet im hiesigen Rathaus betreffs der bevorstehenden Feldbereinigung der Gemarkung Gießen Versammlung statt, wozu alle hiesigen Einwohner, welche in den Fluren 16 bis 21 Grundbesitz haben, eingeladen sind. Bekanntlich waren bei der AbStimmung am 12. Juli 1. Jahres 45 Grundeigentümer gegen die Feldbereinigung. Etwaige Wünsche und Anträge der Beteiligten können in diesem Termin vorge. bracht und beraten werden. r. Bieber, 11. Oftbr. Das Dörfchen Bieber bildet bekanntlich keine selbstständige Gemeinde, vielmehr ist dasselbe den beiden Nachbargemeinden Fellingshausen und Rodheim zugeteilt. Früher besaß Bieber keine Schule und mußten die Kinder tagtäglich nach Rodheim zur Schule gehen. Im Laufe der Zeit haben sich die beiden Gemeinden dahin geeinigt, für Bieber eine Schule zu bauen und einen Lehrer anzustellen. Aber wer hätte je geahnt, daß sich die Kinderzahl so rasch vermehren würde, denn dieselbe beträgt schon seit einigen Jahren weit über Hundert. Infolgedessen Eia Fortschritt gegenüber allen ähnlichen Produkten sind MAGGI's Bouillon- Kapseln Bekanntmachung. Gift In Gemäßheit des Art. 23 des Volksschulgesetzes und der Bestimmung Großh. Ministeriums des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten vom 26. November 1901 bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß die Fortbildungsschule Montas, den 13. Oktober 1. J. im Stadtknabenschulhause an der Nordanlage beginnt und von genanntem Tage an wöchentlich zweimal abgehalten wird. reichte der vorhandene Raum nicht mehr aus, auch konnte der eine Lehrer nicht gut allein eine solche große Daher sah man sich berSchülerzahl unterrichten. anlaßt, die Schule durch einen Anbau zu vergrößern, welcher nunmehr seiner Bestimmung übergeben werden Derselbe enthält neben Schulsaal eine gekonnte. räumige Lehrerwohnung, welche wohl zu den schönsten Schulen unseres Kreises zählen. Schulraum und Lehrerwohnung sind beide von einander getrennt, wie Da zu der solches mit Recht die Neuzeit verlangt. Einweihungsfeier das Kgl. Landratsamt zu Biedenfopf feinen Vertreter entsandt hatte, so war der Ortspfarrer und Kreisschulinspektor Dö mel mit der Leitung der Feierlichkeit betraut. Letzterer stellte bei derselben der Gemeinde auch sogleich den neuen zweiten Lehrer, Herrn Wagner vor. Dem Architekten Hamann aus Gießen war die Leitung der Bauarbeit übertragen und hat es derselbe wirklich verstanden ein in jeglicher Hinsicht mustergiltiges Schulhaus zu bauen, das ihm zur Ehre und unserem Dorf zur Zierde gereicht. ** Nieder- Ofleiden, 8. Okt. Die Wirtschaftliche Frauenschule dahier hat mit dem 1. d. Mis. ihr Bestehen aufgegeben. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Aufgebote. Am 1. Oft.: Johannes Lust, Tabakspinner in Gleiberg mit Luise Lesch bahter. Am 5.: Ludwig Seipp, Taglöhner in Ehringshausen mit Katharina Volpert dahier. Am 6.: Christian Emil Büttner, Schlosser dahier mit Marie Karoline Hillgärtner hierselbst; Philipp Sommerkorn, Küfer dahier mit Marie Katharine Mißler in Biedenkopf. Am 7.: Friedrich Ludwig Karl Möser, Kaufmann dahier mit Karoline Ernstine Christine Fink hierselbst. Am 9.: Johannes Aloysius Groß, Schmied in Zell- Romrod mit Wilhelmine Koch dahier. Eheschließungen. Am 4: Oft.: Wilhelm Karl Heinrich Jöckel, Ge richts- Assessor in Lauterbach mit Louise Käthchen Karoline Margarethe Paula Adami dahier; Gustav Adolf Jung, Gärtner in Niederrad mit Anna Marie Wilhelmine Amend dahier. Am 9. Adolf Höcher, StationsAssistent dahier mit Mathilde Pauline Büttner hierselbst. Geborene. Am 1. Oft.: Dem Kellner Wilhelm Kraushaar eine Tochter. Am 2.: Dem Taglöhner Kaspar Schmidt 2. eine Tochter. Am 3.: Dem Taglöhner Karl Belloff ein Sohn, Paul Johannes; dem Stations= gehilfen Wilhelm Aumann eine Tochter, Marie Martha Elisabeth; dem Gerber Heinrich Kraft 3. eine Tochter, Katharine Margarethe Luise. Am 4.: Dem Wertmeister Wilhelm Grümer ein Sohn, Ernst Ludwig Friedrich Wilhelm. Am 5.: Dem Wagenwärter Werner Krug ein Sohn, Friedrich Ludwig Heinrich; dem Stationsportier Adam Döring eine Tochter, Marie Käthe Margarethe. Gestorbene. dahier. Am 9.: Johannette Giehl, geb. Storell, 67 Am 7. Oft.: Karl Schuster, 48 Jahre alt, Rentner Jahre alt, Wäscherin dahier. à 16 bezw. 12 Pfg für je 2 Einzel- Portionen. Der Wohlgeschmack der daraus bereiteten Bouillon ist unerreicht. Eine Tasse feine Kraftbrühe kommt nur auf 8, guter Fleischbrühe nur auf 6 Pfg. zu stehen. In allen Delikatess-, Kolonialwaren- Geschäften und Droguerien käuflich. an verlange ausdrücklich MAGGI's Bouillon- Kapseln und weise die andere Marken zurück Amtlicher Teil. welche einzelne außerhalb der Wahlgemeinde oder de Steuerbezirks entrichten und in den Listen unberücksichtig geblieben sind, geliefert werden Gießen, den 11. Oftober 1902. Die Wahlkommission: von 5 bis 7 Uhr und Freitags von 4 bis 7 Uhr statt. findet. Außerdem haben diejenigen Schüler der Nachbargemeinden, welche abends in ihren Heimatsort zurückkehren, aber zum Besuche der hiesigen Fortbildungsschule angemeldet worden sind, sich Mittwoch, den 15. Oftober, Rachmittags Der Bürgermeister: 4 Uhr, im Stadtknabenschulhaus einzufinden. Der Unterund Samstags von 3 bis 6 Uhr statt. richt in dieser Klasse findet Mittwochs von 4 bis 6 Uhr Unter Hinweis auf Art. 25 des Volksschulgesetes, woZum Besuche derselben sind alle Knaben verpflichtet, Dienern und Arbeitern, die zum Besuche der Fortbildungsnach Lehrherrn, Dienstherrn und Arbeitgeber ihren Lehrlingen, welche während der lezten drei Jahre aus der Volksschule schule nötige Zeit bei Meidung polizeilicher Strafen einzuentlassen wurden, sowie die Schüler des Gymnasiums, Real- räumen haben, ersuchen wir die Genannten, sowie die beteigymnasiums, Oberrealschulen, Realschulen und höheren Bür- ligten Eltern, Vormünder u. s. w., den Schulpflichtigen von gerschulen, welche nach Ablauf des achten Schuljahres aus- vorstehender Bekanntmachung rechtzeitig Renntnis geben zu treten, ohne mindestens ein Jahr lang der Obertertia angehört wollen. zu haben und sich hier aufhalten. Es haben sich einzufinden: Montag, den 13. Oftober, Rachmittags 2 Uhr: Alle schulpflichtigen Kaufleute, soweit dieselben nicht die faufmännische Fachschule besuchen, Schreiber, Schriftseßer, Buchbinder, Geometer, Photographen, Graveure, Litographen, Mechaniker, Maler, Lackierer, Friseure, Mezger, Kellner die Ausläufer, Gärtner. In dieser Gruppe findet der Unterricht Montags von 2 bis 5 Uhr und Donnerstags, von 2 bis 4 Uhr stait. Montag, den 13. Oktober, Nachmittags 5 Uhr: Alle schulpflichtigen Maurer, Steinhauer, Bimmerleute, Dachdecker, Spengler, Schlosser, Schreiner, Glaser, WeißGießen, am 8. Oftober 1902. Für den Schulvorstand. Mecum, Bürgermeister. Bekanntmachung, Hahn, Dberlehrer. Mecum. Die Urkundspersonen. A. Keller. Wallenfels Bekanntmachung. straße 27, hat die Behandlung der Stadtarmen wieder Herr Privatdozent Dr. Volhard, Frankfurter übernommen. Gießen, den 4. Oftober 1902. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Bekanntmachung. Die Wolfstraße zwischen Grünbergerstraße und Licherstraße wird wegen Vornahme von Kanalisations. arbeiten für den Fuhrwerksverkehr bis auf Weiteres gesperrt. Gießen, den 8. Oftober 1902. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Offenlegung der Ligen der Stimmberechtigten und Wählbaren für die Landtagswahl betreffend. An folgenden drei Tagen, am 13., 14. und 15 Ottober 1902, vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr, liegen die Listen der in der Gemeinde Gießen zur Wahlmännerwahl stimmberechtigten Staatsbürger, sowie der eben daselbst wohnenden viertel sollen Montag, den 20. d. Mts. an Ort Die auf Herbst 1902 leibfällig werdenden Trieb. Staatsbürger, welche zu Wahlmännern wählbar find, und Stelle anderweit berpachtet werden. In dieser Gruppe findet der Unterricht Montags von in dem Bürgermeisterei- Bürcau, Zimmer Nr. 15, zu 5 bis 7 Uhr und Donnerstags von 4 bis 7 Uhr statt. Jedermanns Einsicht offen. Nur an den angegebenen Licherstraße, am Eingang zur Wolfstraße, mit Fortsezung Die Zusammenkunft ist Vormittags 9 Uhr auf der Dienstag, den 14. Ottober, Nachmittags 5 Uhr: Tagen und Stunden können in dem bezeichneten Lokale Nachmittage 3 Uhr. binder und alle sonstigen Bauhandwerker. Alle schulpflichtigen Bäcker, Schneider, Schuhmacher, Einwendungen gegen Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Sattler, Tapezierer, Wagner, Schmiede, Fabritarbeiter und Listen bei Vermeidung des Verlustes der Einwendungen alle übrigen Schulpflichtigen, deren Unterricht Dienstags vorgebracht, namentlich auch Nachweisungen über Steuern, Gießen, den 10. Oftober 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Der ift fo niebrich, b Breifen porto: bersenden. Hod Wundervolle F AdolfG emp bom e wie: FÜRSTL LIVERPOOL Geg Dieses Ertraktes un den Müttern empfohlen wi Wer W WUK für die Küch intelligente und sp WUK" verleiht jed jeder Sauce Gemüse Fleischbrühe- Gesch Wohlfeil, dass selbe Haushalt selne stan lich ist. 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