Nr. 288. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 30 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., burch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 10. Dezember 1902. Gießener 11. Jahrgang. Jusertionsprei& Die einfbaltige Vetitzeile für Gießen mie ganz Oberbeffen, die Kreise Weßlar und Marburg 10 Via font 15 Pfg.; Reflemen die Petitzeile 30 resp. 40 BfgVoftjet tunge lifte No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Das deutsch- englische Ultimatum an Venezuela. In Caracas haben am Montag Nachmittag die Vertreter Deutschlands und Englands dem venezolanischen Minister des Auswärtigen namens ihrer Regierungen zwei Ultimaten überreicht, die die unverzügliche Befriedigung der deutschen und der englischen Ansprüche in Venezuela verlangen. Zur Begründung dieses nach allem Vorhergegan genen durchaus notwendigen Schrittes hat der Reichsfanzler Graf Bülow dem Reichstage eine Denkschrift zugehen lassen, der wir entnehmen, daß die bisher als berechtigt von der deutschen Regierung anerkannten Forderungen deutscher Unternehmer in Venezuela sich auf mehr als dreizehn Millionen Bolivares( Francs) belaufen. Teshalb erklärt der Reichskanzler, gegen Venezuela energisch vorgehen zu müssen. Ausdrücklich betont er, daß Deutschland der staatlichen Unabhängigkeit Venezuelas, mit dem es gern freundschaftliche Beziehungen unterhalten wolle, nicht zu nahe treten und sich auch in die inneren Angelegenheiten des Freistaats nicht einmischen nolle. Aber die deutsche Regierung lönne doch ,, das Verhalten der venezolanischen Regierung als ihrer Würde zun iderlaufend nicht länger dulden und glaube daher ihrerseits auf die Erledigung der deutschen Kriegsrefamationen in bestimmter Weise hinwirken zu müssen." Das ist zunächst durch die Ueberreichung des Ultimatums geschehen, in dem die alsbaldige Zahlung oder befriedigende Erklärungen wegen Festsetzung und Sicherstellung der vorbezeichneten Forderungen verlangt nerde. Sollte auf das Ultimatumt nicht alsbald eine befriedigende Antwort erfolgen, so würde, erklärt der Reichskanzler, die kaiserliche Regierung sich zu ihrem Bedauern genötigt sehen, die Sorge für die Durchsetzung der deutschen Ansprüche selbst zu übernehmen. Tas deutsche Ultimatum sest als Frist für die Zah lung des Betrages von 1700.000 Bolivares die Zeit von 24 Stunden fest. Depeschen aus Caracas lassen darauf schließen, daß das Ultimatum von 2 nezuela nicht angenommen worden ist. Es haben nämlich der britische Gesandte und der deutsche Geschäftsträger Caracas veranlassen und sind an Bord der Kriegsschiffe ihrer Länder gegangen. Beide haben, um feindliche Kundgebungen der Bevölkerung zu vermeiden, der venezolanischen Regierung ihre Abreise nicht offiziell angezeigt. Deutscher Reichstag. 232. Sigung. CB. Berlin, 9. Dezember. Antrag Gröber angenommen. Die Signatur des heutigen Tages war eine jast vollzählige Besetzung von Haus und Tribünen. Selbst die bofloge war gut besucht, vorzugsweise von Herren in Zivil und in der goldstroßenden Uniform der Gardehusaren; u. a. war auch die Gräfin Bülow, die Gemahlin des Reichskanzlers anwesend. Auf der Tagesordnung stand der Antrag Gröber- Bassermann auf eine Aenderung des§ 44 der Geschäftsordnung, deren Wortlaut Sie bereits veröffentlicht haben. Bor Eintritt in die Tagesordnung ergriff der Abg. Singer zur Geschäftsordnung das Wort, um gegen den Antrag Gröber Widerspruch zu erheben. Er erklärte diesen für einen Bruch der Geschäftsordnung und beantragte Abjezzung des Antrags von der Tagesordnung. Der Abg. Bassermann, der mit seinem kleinen schwingenden Tenor ein wenig wirkungsvoller Redner ist, betonte unter Berufung auf den Straßburger Staatsrecht Ih er Laban, daß die Geschäftsordnung nur so lange Giltigkeit hat, als sie der Mehrheit gefällt, und daß diese sonach jederzeit berechtigt ist, sie zu ändern, und setzte dann an der Hand einer Statistit, wonach 80 Prozent der Mitglieder der Freisinnigen Vereinigung und der Sozialdemokratie das Wort zur Geschäftsordnung ergriffen haben, auseinander, daß das Verhalten der Minderheit geradezu eine Verhöhnung der Mehrheit sei, die diese sich nicht länger gefallen lasse. Er sei deshalb, zumal die Zolltarifreform durchgeführt werden müsse, für den Antrag Gröber. Der Abg. Dr. Pachnicke von der Freisinnigen Vereinigung erflärte, daß der Antrag Gröber als ein Jnitiativantrag aufzufassen und daher nach der Reihenfolge zu behandeln sei. Er empfahl daher den Antrag Singer zur Annahme, der indes mit großer Majorität abgelehnt wurde. Hierauf erhielt der Abg. Gröber zur Begründung jeines Antrags das Wort. Er stellte als Merkmal einer guten Geschäftsordnung drei fundamentale Grundsäße auf: jie muß eine geordnete, beschleunigte und würdige Verhandlung ermöglichen, und wo sie diesen Dienst ver fagt, muß sie so lange geändert werden, bis sie richtig funktioniert. Diejenigen, die sich den Anschein geben, als ob ihnen beim Anrufen der Geschäftsordnung ein heiliger Schauer durch den Leib riesele, wollten damit lediglich der Mehrheit den Willen der Minderheit aufdrängen und sie wollten sich die Brotzollparole für die Propaganda aufsparen. Seine Rede wurde mehrfach von ironischem Gelächter der Linken begleitet. Desto herzlicher war aber das Gelächter im Zentrum und auf der Rechten, als er die Obstruktionsredner und ihre Werke bespöttelte. Auf Gröber folgte Bebel, der zunächst unter schallen der Heiterkeit des Hauses über die Erholung der Abgeordneten während der letzten Pause und das von der ,, Kreuzzeitung vorgeschlagene Gesundbeten wizelte und dann dem Abg. Gröber vorwarf, er habe noch niemals so schlecht gesprochen, wie heute. Nicht weil sie die Geschäftsordnung für etwas heiliges und Unabänderliches halten, sind die Sozialdemokraten Gegner des Antrags Gröber, sondern weil er die Minderheit unterdrücken wolle. Im Verlaufe seiner Rede wurde er immer leidenschaft licher, sodaß er einmal sogar austief, es sei ein Maßstab für die Unfähigkeit der Abgeordneten, daß dieser Antrag eine so starke Mehrheit gefunden habe. Die Politik. Diplomatische Taftlosigkeit. Jezt haben auch die Engländer eine Affäre, die an die Vorgänge erinnert, welche s. 8t. zu dem Hochverratsprozeß gegen den deutschen Botschafter in Paris, Graf Harry Aruim geführt haben. Der frühere britische Botschafter in Wien Sir Horace Rumbold hat in einer britischen Zeitschrift einen Artikel veröffentlicht, in dem r über eine interessante und wichtige Unterredung mit dem Kaiser von Oesterreich berichtet. Der Bericht enthielt eine Reihe von Mitteilungen, die für den deutschen Kaiser und das deutsche Bolk verlegend waren und zugleich den Kaiser Franz Josef bloßstellen. Wir haben fürzlich über diese Affäre, die auch im Wiener Weichsrat viel Staub aufgewirbelt hat, berichtet. In der lezten Sigung des britischen Oberhauser wurde an den Verfahren des indiskreten Diplomaten scharfe Kritik geübt. Die britische Regierung .will jetzt eine Verordnung erlassen, die der Wichtigtuerei plauderhafter Diplomaten einen Zaum anlegen soll. Singer demiffioniert. Der Abg. Singer hat sein Amt als Vorsitzender der Geschäftsordnungskommissmion des Reichstags niedergelegt, unter dem Vorwand, daß die Unterzeichnung des Antrags Gröber( auf Beschränkung der Geschäftsordnungsdebatte) durch die Mehrheit der Kommissionsmitglieder ihm die weitere Führung des Borsizes unmöglich mache. Der wirkliche Grund soll, wie man in Abgeordnetenkreisen versichert, der sein, daß die übrigen Mitglieder der Geschäftsordnungsfommission unter Singers Vorsitz nicht mehr tagen wollen. Als der Abg. Singer neulich Tage nach seiner Ausschließung von der Sizung- die Geschäftsordnungsfommission zusammenberief, leistete fein Mitglied dem Rufe Folge, Singer erschien allein in dem Berathungszimmer. - am Eine Unterredung mit Delarey. )-( Ein Vertreter eines Brüsseler Blattes hatte eine Unterredung mit General Delarey, in der dieser u. a. mitteilte, General Methuen habe ihn um eine Zusammenfunft vor seiner Abreise nach Südafrika gebeten, um ihm seinen Dank für seine Freilassung aus der Gefangenschaft auszudrücken. Auf die Frage, ob er angesichts solcher Erfahrungen Methuen nochmals freilassen würde, antwortete Delarey: Ganz gewiß! Er würde in unserem Feldlager gestorben sein, wenn ich ihn nicht freigelassen hätte. Deshalb war es ein einfaches Gebot der Menschlichteit, ihn freizugeben. Diesem Gebote würde ich auch heute noch folgen müssen!" Botha und Delarey sind übrigens am Dienstag von Brüssel abgereist, um sich über London nach Südafrika zu begeben. Vom Marseiller Seemannsstreit. Das Syndikat der französischer Rheder hat die vom Seemannssyndikat gemeinsam mit Bertretern des Marineministers aufgestellten Forderungen der Marseiller, Seeleute abgelehnt. Infolgedessen hat das Seemannssyndikat beschlossen, eine allgemeine Versammlung der Marseiller Arbeiter einzuberufen, um über die Proklamierung des Generalstreiks Beschluß zu fassen. Wie wir schon meldeten, soll dieser Ausstand sämtliche Seeleute Frankreichs umsassen. Auch einzelne Fischer haben ihre Teilnahme an dem Streik bereits in Aussicht gestellt. Ebenso wollen in Marseille wenigstens die Tischler, Bäder und Schlächter mit den Seeleuten streiken. Kurze politische Nachrichten. In einer Unterredung mit dem Präsidenten Koosevelt sprach der Vertreter Deutschlands für die Ausstellung in St. Louis, Geh. Ober- Regierungsrat Lewald, die lieberzeugung aus, der Wunsch Kaiser Wilhelms, Deutschland folle auf der Ausstellung gut bertreten sein, werde in Erfüllung gehen. * Die Verhandlungen zwischen der deutschen Regierung und der päpstlichen Kurie wegen der Errichtung Der katholisch- theologischen Fakultät an der Universität Straßburg ind endgiltig abgeschlossen und die theologische Fakultät von dem Papste bewilligt worden. * Die weimarische Landessynode nahm einen Antrag ihres Ausschusses an, wonach in der Frage der Feuerbestattung das Kirchenregiment um die größte Weitherzigkeit ersucht wird. Insbesondere solt l'ei der Beisegung von Aschenresten auf Friedhöfen die Mitwirkung der Kirche gestattet sein. * Die Revolten in Spanien nehmen kein Ende. In Coruna wurden am Dienstag zwei Gendarmen von einer Anzahl Personen überfallen. Ein Gendarm wurde verwundet; von den Angreifern wurde einer getötet, mehrere andere erlitten Verlegungen. * Aus Marokko werden neue Thronstreitigkeiten gemeldet. Ein neuer Thronprätendent ist aufgetreten, der sich Hamid ben Mohamed Hassan nennt. Er befindet sich in Tazza, wo er als Herrscher auftritt. Er hat sich des Schatzes, der Geschüße und der Waffenniederlagen bemäch tigt und erhebt gaben. Der Niedergang des Parlamentarismus. WH. Welcher politischen Ueberzeugung man a ch huldigen mag, das Eine wird man nicht in Abrede stellen fönnen, daß der Parlamentarismus entschieden im Niedergang ist. In den romanischen Tariamenten, in Spanien also, Franfreich und Jtalien hat das lebhaftere Temperament und die leidenschaftlichere Natur des Volfes bereits zu tätlichen Auseinandersegungen zwischen den Abgeordneten geführt, wie denn jüngst am Sonnabend das französische Abgeordnetenhaus das erquickliche Schauspiel einer Vorstadt- Keilerei bot, während in den fühleren deutschen Parlamenten der nüttel zum Glück, und wir wollen zujeßen, unberufen, noch keine Rolle gespielt hat. Wir wissen indes nicht, was noch tommen mag. Da aber der Niedergang des Parlamentarismus in allen tonſtitutionellen Staaten gleichzeitig auftritt, so muß man wohl annehmen, daß diese Erscheinung die Folge einer natürlichen Entwicklung ist. Die Parlamente, wo sie auch entstanden sind, waren überall das Ergebnis eines Kampfes, der sich in manchen Staaten durch Jahrhunderte, jedenfalls aber immer durch ein Menschenalter hinzog. Wo er dann durch einen Sieg des konstitutionellen Systems endigte, da war das Parlament das Wahrzeichen der Volksbefreiung und nur die auserlesensten Männer des Volkes wurden wert be funden, die Bürgerkrone des Abgeordneten zu tragen. Jm Anfange des parlamentarischen Systems aber machen sich auch die Parteizerklüftungen nicht in dem Maße fühlbar, wie nach längerer Wirksamkeit und auf der Suche nach den Abgeordneten wird nach dem Werte des Mannes, nicht aber nach seiner persönlichen Farbe gefragt; aber wie im französischen Revolutionsparlamente die geistvollen Männer der Gironde durch die wilden Persönlichkeiten des Jakobinerklubs abgelöst wurden, so werden in allen anderen Ländern ebenfalls nach längerem Bestehen immer geringwertigere Kräfte in das Par lament gebracht. Die Parlamentsverhandlungen entzünden die Fehden der Wahlkämpfe und die aufgewühlte Volksleidenschaft der Wahlkampagne flingt auch im neuen Barlamente wieder nach. So steigern sich allmählich die Momente, die auf eine Verschlechterung des Barlaments in seinen Mitgliedern und auf eine Verwilde rung der Sitten und Anschauungen hinwirken. Leider ist auch die deutsche Volksvertretung von dem Geiste der Zeit ergriffen worden und leider wurde auch uns nicht der Anblick wilder entfesselter Leidenschaften erspart. Indes gibt es gegen die Weiterentwicklung die ser Tendenz ein sehr wirksames Schuhmittel und dieses liegt bei der Wählerschaft. Sie muß mehr als seither sich die Persönlichkeit der Mandatsbewerber ansehen und mus vor allem wieder Männer finden, die auch eine ihrer verfassungsmäßigen Souveränität entsprechende Geistesgröße und Größe des Charakters befiben. Vermischtes. F[ Die reichste preußische Großstadt] ist, wie aus einer Aufstellung des Charlottenburger Magistrats hervorgeht, auch im Jahre 1901 Frankfurt a. M. geblieben. Das durchschnittlich veranlagte Jahreseinkommen der Steuerzahler betrug dort 4791 Mark gegen 5368 Mart im Vorjahre. An zweiter Stelle folgt die Stadt Charlottenburg, doch ist auch hier, wie überhaupt in den meisten Städten, das durchschnittliche Einkommen von 4283 auf 4054 Mart herabgegangen. Die dritte Stelle nimmt Aachen mit 3878 Mark ein, dann folgen Breslau mit 3320, Königsberg mit 3270, Köln mit 2950, Danzig mit 2903, Essen mit 2781, Elberfeld mit 2780, Stettin mit 2751, Magdeburg mit 2738, Hannover mit 2736, Halle mit 2681, Berlin mit fuchte nach bem Schreiben und entbedte es glüdlich in ben hatte. murmelten Entschuldigung ben Brief feines Sohnes und Derr von Rottenbed nahm mit einer undeuflich geFalten der Dede, die ber Baron um die knie las ihn nochmals burch er ein," fagte er mir lieb, ihn die lane Also morgen Abend trifft eri ,, es ist ein Schwarm weiß e Tauben auf freiste durch die erfüllte noch die Luft Driben rom Wirtscha tahoje sla Sternchen lagen verstreut umher, bow ber zarte Duft ober vielmehr hatten beinahe abgeblüht, benn gelbliche ten uf dem Kies des Hofes. Die Linden tanden in Blüte, Strahlen vergoldeten bas rote Dach des Haufes und spielHänden deines gebe bir alles nach Augen, Augen so schwarz wie das Meer in der Nacht: als Tollait challa sich erhob. Er sprach mit blißenden Vaters nehmen, Alhalla? Sprich, und ich Und noch erstarb nicht das Wort des greisen Chan, deinem Wunsch." Bih mir nuliiche olarin Baton It ten auf blumen. war, wie die Morgenröte, erblühten die Augen wie KornSie erwachte und in ihrem Gesicht, das zart und rofig schaftlich glühenden Augen und er medie die Rojalin. ihm Perlen. Und sein Sohn ftand da mit leidenMaNo nigh 2670, Düsseldorf mit 2508, Krefeld mit 2485, Barmen mit 2422, Kiel mit 2372, Altona mit 2178 und Dortmund mit 1969 Mart [ Im Dienste des Weihnachtsmannes.] Für den Aushilfsdienst im Berliner Weihnachts- Bäckereiverkehr sind in diesem Jahre 1400 Hilfsarbeiter engagiert, deren Einstellung in Gruppen am 14., 20., 22. Dezember erfolgt. Auch Soldaten werden wieder, jedoch nur in beschränkter Anzahl, zur Verwendung gelangen und nur für den Bestelldienst und für den Hauptabnahmedienst auf den Bahnhöfen benutzt werden. Für die Paketbestellfahrten innerhalb Berlins werden für die Zeit vom 23. bis 26. Dezember 150 Kremser, für den Dienst des Durchgangsverkehrs vom 21. Dezember ab 80 große Möbelwagen eingestellt. 20 Möbelwagen werden bereits vom 11. Dezember ab den Berkehr zwischen Hauptamt und Bahnhöfen vermitteln. *[ Die vierte Dimension in der Schweiz.] Man kann gegenwärtig fein schweizerisches Zeitungsblatt in die Hand nehmen, ohne von Opfern des Aberglaubens in der aufgeklärten Stadt Zürich zu lesen. Unlängst weckte der Kassationsgerichtspräsident Sulzer mitten in der Nacht die friedlich schlummernden Bewohner eines Hauses, um sie vor einer von bösen Geistern prophezeiten Feuersbrunst zu retten. Wenn das ein Kassationsgerichtspräsident tut, bann muß es schlimm stehen um Zürich! Viel Aussehen erregte auch der Fall" einer vornehmen Dame, der in einer spiritistischen Gesellschaft von den Aposteln Johannes und Jakobus" 5000 Franken abgeknöpft wurden. Ebensoviel erbeutete ein dunkler Ehrenmann, der den Leuten versprach, sie mit den Geheimnissen des 6. und 7. Buches Mosis bekannt zu machen. Viele Blätter sind durch diese Geschichten aus dem Jenseits und aus einer übersinnlichen Welt so überreizt geworden, daß sie auch die wunderbare Spufgeschichte für Ernst nahmen, die ein Schalt in der Neuen Züricher Zeitung" erzählte: In einer spiritistischen Sitzung soll fein Geringerer als Gottfried Keller erschienen sein und über seine Erfahrungen im Jenseits einen Vortrag gehalten haben. Anfangs," sagte er ,,, ging es mir sehr schlecht; man hielt mir immer vor, daß ich zu lange und zu oft in der Aepfelkammer ( eine bekannte Gastwirtschaft) saß. Jezt aber geht es mir ordentlich gut!" Die schweizerischen Blätter grübeln jezt dieser merkwürdigen Erscheinung nach und suchen das Problem zu lösen, ob sich dem echten Gottfried Keller nicht ein falscher substituiert habe. [ Die Vorahnung Kaiserin Elisabeths.] Eine Erinnerung an das traurige Ende der Kaiserin Elisabeth von Desterreich bringt in einem Pariser Blatte ein alter Diplo mat, der die meisten europäischen Höfe aus eigener Anschauung fennt. Ich habe die unglückliche Kaiserin von Desterreich genau gekannt," erzählte er.„ Eines Tages hatte ich die Ehre, von ihr empfangen zu werden. Ich fand sie ganz heiter. Und als ich mich diskret nach der Ursache dieser ungewöhnlichen guten Laune erkundigte, erwiderte sie mir: ,, Das will ich Ihnen gern anvertrauen: Ich habe viel in Irland gelebt und liebe das Land sehr, so daß ich auch fast in meinem Gefühlsleben fast eine Irin geworden bin. Die Jren haben nun eine Fee, die sie benachrichtigt, wenn sie sterben sollen. Es ist die ,, banshee". Nun wohl," fügte sie hinzu, indem sie plößlich ernster wurde ,,, diese Nacht ist die ,, banshee" mir im Traum erschienen!" Genau zwei Tage später fiel die unglückliche Kaiserin in Genf unter dem Dolche eines Mörders. £[ Das verbesserte Gemälde.] Folgende amüsante Anekdote erzählt der„ Gaulois": Einer der bekanntesten französischen Künstler geht im schönsten Viertel von Nonstantinopel spazieren und sieht im Schaufenster eines Bilderhändlers ein Gemälde, das ihm sehr bekannt vortommt. ,, Schau! Schau!" sagte er sich, dieses Bild sollte ich doch kennen!" Er liest ,, Fontainebleau bei Sonnen aufgang." Merkwürdig," murmelte der Künstler ,,, ich habe Fontainebleau bei Mondaufgang gemalt, und hier ist es bei Sonnenaufgang! Und doch steht meine Signatur darunter!" Ohne Zeit zu verlieren, geht der Künstler zu einem Dolmetscher und beauftragt ihn, zu dem Händler zu gehen und sich nach der Herkunft des Gemäldes zu erfundigen. Der Dolmetscher geht und erfährt, daß es sich wirklich um das in dem und dem Jahre ausgestellte Gemälde des Künstlers handelt, und daß man nur aus dem Mondaufgang einen Sonnenaufgang gemacht hat, weil das Mondlicht den Beschauer... melancholisch macht. Der Künstler schien aber diese Sorge um die Seelenstimmung des Beschauers nicht zu teilen, denn er verklagte den Händler. Dieser erschien am nächsten Morgen im Gerichtsgebäude und bat den Maler flehentlich, die Klage zurückzuziehen; aber der Künstler, der sonst ein sehr liebenswürdiger Mann ist, zeigte sich unerbittlich. Es gibt doch Richter in Konstantinopel, und sie sollen entscheiden, ob es erlaubt ist, so mir nichts dir nichts aus einem Monde eine Sonne zu machen. [ Das Recht auf Ledigbleiben.] Während man in gewissen zivilisierten Ländern( besonders in den Verein. Staaten) die Junggesellen zu besteuern sucht, teils um dem Staate neue Einnahmequellen zu öffnen, teils um eine Bermehrung der Bevölkerung herbeizuführen, hat Japan, das von den westlichen Ländern noch immer nicht für voll angesehen wird, eine wahre soziale Revolution herbeigeführt, indem es feierlich das Recht auf Ledigbleiben proklamierte. Man muß nämlich wissen, daß ein Jahrhunderte altes Gesez, das für das ganze Gebiet des ,, Reiches der aufgehenden Sonne" Geltung hatte, bis jetzt die Japanerinnen nötigte, sich vor Erreichung des 36. Lebensjahres mit einem Gatten zu versehen. Wenn diese Frist vorüber war und Frl. Chrysanthemum noch immer nicht ihre Wahl getroffen hatte, gaben ihr die staatlichen Behörden ,, ex officio" einen Mann, entweder einen Junggesellen oder einen Witwer passenden Alters. Durch kaiserliches Dekret ist jetzt diesem wahrhaft grausamen Regime ein Ende bereitet worden, nachdem die fortschrittlich ge sinnten Kreise, die in Japan bekanntlich großen Einfluß haben, schon längst auf die Uebelstände und die Unannehm lichkeiten desselben hingewiesen hatten. Von jetzt ist also in Japan die erzwungene Eheschließung abgeschafft, und jede noch so reife Jungfrau fann so lange sizen bleiben, als sie Lust und Zeit hat. Kurzes Allerlei. Wie englische Zeitungen zu berichten wissen, wird auch in diesem Jahre der Brauch, Weihnachtsgeschenke auszutauschen, zwischen den Herrscherfamilien in England und Deutschland aufrecht erhalten werden. Alljährlich um die Weihnachtszeit wandern umfangreiche Sendungen von Plumpudding und Mince Pie" nach Berlin. Professor Lingle in Chicago hat entdeckt, daß das Sauerstoffgas für die Herztätigkeit von größter Bedeutung ist. Lingle legte die Herzkammer einer Schildkröte nach Aufhören der Herztätigkeit in eine Salzlösung und brachte sie dann in ein Gefäß mit Sauerstoffgas, in der das Herz wieder zu schlagen begann und 72 Stunden lang in Tätig feit blieb. Bunte Chrouit. Das neue Trockendock der kaiserlichen Werft in Kiel wurde mit der Eindockung des Linienschiffes ,, Wettin" dem Betriebe übergeben. - Die Errichtung eines Mädchengymnasiums in Schöneberg ist von der dortigen Stadtverordnetenversammlung, allerdings nicht ohne heftigen Wortkampf, beschlossen worden. Im Dorse Niederklein bei Kirchbach brach nachts Feuer aus. Da infolge Wassermangels dem Feuer nicht Einhalt geboten werden konnte, brannten 13 Wohnhäuser und 9 Scheunen nieder. Auf der Strecke Nordheim- Dorndorf entgleiste ein Personenzug. Die Maschine stürzte den Damm hinunter in die Fulda, der Lokomotivführer wurde verletzt, während die Passagiere unversehrt blieben. Der Straßenbahnwagenführer Lerch zu Dresden wurde vom Schwurgerichte wegen Mordes, begangen an dem Fabrikwächter Pratsch, sowie wegen Meineides und Unterschlagung zum Tode und zu fünf Jahr 4 Monat Zuchthaus verurteilt. Seine Ehefrau erhielt wegen Hehlerei drei Monat Gefängnis. Lerch hatte am 6. Januar 1900 seinen Freund Pratsch ermordet, den Leichnam des Ermordeten in einen Koffer gepadt und diesen in die Elbe geworfen. Eine Assistentin bei der Fabrikinspektion ist jetzt auch in Reuß j. L. angestellt worden. Bisher kannte mur Baden weibliche Fabrikinspektoren. - Björnson empfing aus Anlaß seines 70. Geburtstages über 500 Telegramme. Eine Deputation des Storthing überbrachte die Glückwünsche des Storthing. In Rupprechtsau wurden, durch Kohlenorydgas vergiftet, die Witwe Weizmann und deren Sohn todt in den Betten aufgefunden. - Ter amerikanische Geschäftsträger bei der Republik Liberia, Dr. Croßland, erschoß in Monrovia einen Amerifaner namens Faulkner. Dr. Croßland steht seit ingefähr einem Jahre seinem Posten in Monrovia vor. - Die wirtschaftliche Erschließung Grönlands wird jetzt in Angriff genommen. In Kopenhagen hat sich eine Gesellschaft zu diesem Zwecke gebildet, die vor allem einen Bergwerksbetrieb an der Südküste Grönlands anlegen und außerdem eine große Walfischfa gerstation errichten will. Biel Glück! Deutscher R ichstag. 232. Sigung. - CB. Berlin, 9. Dezember. Antrag Gröber angenommen. Nachdem Bebel seine Rede beschlossen, verlas der Abg. Richter namens der freisinnigen Volkspartei eine formulierte Erklärung, worin gesagt ist, der Antrag Gröber erweise sich, weil er die Handhabung der Geschäftsordnung in das freie Ermessen des Präsidenten stellt, entneder als bedeutungslos, oder er gebe zu unauslöschlichen Einsprüchen Anlaß. Die Mehrheit habe mit dem Antrag Kardorff materiell und formell gegen die Geschäftsordnung verstoßen und kenne nun kein Halten mehr. Seine Partei werde auch gegen den Antrag Gröber stimmen. Abg. Dr. Barth erklärt, die Mehrheit wolle den Präsidenten zum ausführenden Beamten der Mehrheit machen, während Windthorst s. 3. in ihm den Schüßer der Minderheit gesehen habe. Inzwischen ist ein Verbesseungsantrag redaktioneller Art eingelaufen, gleichzeitig ein Schlußantrag, über den der Präsident Graf Stolberg alstinimen ließ, obgleich Abg. Singer das Wort zur Geschäftsordnung verlangte, wobei der Antrag angenommen wurde. Singer protestierte gegen dieses Verfahren und appellierte an die Loyalität des Präsidenten, zuzugeben, daß er sich in der Handhabung der Geschäfte geirrt habe. Vor der Rede Singers herrschte tosende unruhe bei den Sozialdemokraten, die sich aber bald wieder legte. Der demokratische Abg. Haußmann stellte fest, daß die Mehrheit schon den Maulforb und die Peitsche gebrauche, che noch der Antrag Gröber angenommen sei. Der konservative Abgeordnete v. Kröcher gab zu, daß der Präsident sich mit seiner Geschäftshandhabung zwar mit der Praxis der anderen Präsidenten in Widerspruch gesezt habe, aber mehr als diese dem§ 51 Abs. 2 der Geschäftsordnung entspreche. Singer protestierte nochmals gegen das Verfahren, das er einen hohn auf Anstand und Loyalität nannte. Abg. Schrader von der freisinnigen Vereinigung unterstützte ihn in seinen Ausführungen. Liebermann von Sonnenbergerflärte, daß seine Gruppe nunmehr gegen den Antrag Gröber stimmen werde, weil ihr durch den Schlußantrag das Wort entzogen worden sei, um ihren Antrag verständlich zu machen. Der Präsident verlas nunmehr den Paragraphen 51 Abs. 2 der Geschäftsordnung, um zu beneisen, daß die Verweigerung berechtigt war. Ein Antrag Singer, über den Antrag Gröber zur Tagesordnung überzugehen, wurde in namentlicher Abstimmung mit 216 gegen 88 Stimmen abgelehnt, darauf wurde, nachdem der Verbesserungsantrag in einfacher Abstimmung abgelehnt norden war, der Antrag Gröber mit 176 gegen 125 Stim men angenommen. vie zahlreichen Zuhörer auf den Tribünen kamen nicht recht auf ihre Kosten, weil es sehr stille zuging, der vorübergehende Lärm der Linken war nur von furzer Dauer. Die Energie der Obstruktion ist offenbar ge= brochen. Im Verlaufe der weiteren Beratung verfiel der Abg. Einger zum ersten Male den neuen Bestimmungen des Paragraphen 44 der Geschäftsordnung. Er hatte sich zur Geschäftsordnung zum Worte gemeldet. Vizepräsident Büsing fragte, worüber er sprechen wolle. Singer lehnte Die Antwort ab. Auf die erneute Frage des Präsidenten antwortete Singer zögernd, er habe nur sagen wollen, daß seine Fraktion sich nicht wie Schulbuben behandeln ließe. Hierauf großer Lärm bei den Sozialdemokraten. zer Präsident rief den Abg. Singer zur Ordnung, weil er mit seiner Bemerkung die Geschäftsführung des Präsiden ten fritifiert habe. ( Schluß- Bericht von Seite 1.) Der Hauptstaatsvoranschlag für das Großherzogthum Hessen. dem ber Wetten. weiligen Winter führung originel Darmstadt, 9. Dez. Dem Hauptstaatsvorans blag Gigentümlicherwe 1903/4 entnehmen wir Folgendes: Bei den Domänen de Fußiport die E Großherzoglichen Hauses ergiebt fich für das nächste Eta treten laffen. jahr eine Einnahme von 5686 386 Mt und eine Ausgah Mittag 12.15 Uh bon 4 987 484.83 Mt., somit ein Ueberschuß von 698 90 einbarter Wette Mt., was einen Ausfall von 288 781 f. gegen das lau bom Thorhaus fende Jahr bedeutet. Dieser Rüdgang entfällt vornehmli marschierte, wofo auf die Einnahmen aus Bau-, Nuß- und Brennholz. Laut bescheinigt Die Staatsdomänen ergeben einen Ueberschuß von landete Herr Hub 11 063 870 t., was einen Ausfall von 211856 Mt. be fomit nur 3.19 1 deutet, der durch Rüdgang der Eisenbahneinnahme herbei ftand der Wette geführt wird. Gefteigerte Einnahmen find für die Folg Betrieb gesezt wird. - ** Zu der aus dem staatlichen Braunkohlenbergwerk„ Ludwigshoffnung ihreibt man uns zu erwarten, welches mit einem Rostenaufwand von 900 000 der flädtische Arb Mt neu ausgestattet wurde und demnächst vollständig i( gegen 3615 im ertrag von 1075 210 wirb ftar Die Lotterie ergiebt einen Rein Auch aus den uml Mt. Bei den direkten Steuern, indirekten Auflagen und ** Gegen di Einnahme aus verschiedenen Quellen wird eine Einnahm scheint man nu von 15 947 570 Mt. und eine Ausgabe von 1 597 507 M Bergangenen somit ein Ueberschuß von 14 350 063 Mt. erwartet, was forpsintendantur einem Mehrertrag von 279 717 Mt. entspricht. Bet de angefragt, wie b Hauptabteilung Ministerium des Innern erhöhen fich bi Mobilmachung in Ausgaben für Gendarmerie von 469 500 t. auf 530 200 feien. Die Vorta Mt., bie Beiträge zu den Polizeikosten der Gemeinde von hervorragende Fir 21000 Mt. auf 70 000 mt. Son lehnende Bescheide Für die Landesuniversität und die Technische übergebene Probeat im laufenden Hauptvoranschlag. Für die Gymnasien, Real Heeres- DefonomieHochschule sind annähernd dieselben Zuschüsse eingestellt wie abgeben zu fönnen gymnasien, Oberreal- und Realschule 2c. ist der Staats Bedarf an Uniform Wesentlichen ist diese Erhöhung zurückzuführen auf das Aufrücken der Lehrer im Gehalt nach den Bestimmungen des Besoldungsgesetzes. Unter Boltsschulen werben 104 500 t. meb gefordert, der Bedarf ist im Ganzen auf 2078 100 gestiegen. Es mußten hier zunächst die Buschüsse an be dürftige Gemeinden zur Aufbringung der Lehrergehalte, Dienstzulagen 2c. dem Bedürfnis entsprechend um 70 000 Mt. erhöht werden, sodann wurde der Fonds für Unter stützung von Gemeinden in Schulhausbauten um 20 000 Mt. erhöht. Des Weiteren ist erstmals ein Dispositions fonts zur Gewährung von Bulagen an Lehrer, Schul verwalter und Schulgehilfen an besond re ungünftig gele gene Orten mit 10000 t. eingeftellt; man hofft durch Bewill gurg solcher widerruflichen, nicht pensionsfähigen, im Einzelfall den Betrag von 150 Mt. nicht übersteigenden Zulagen auch für wenig begehrte Stellen leichter als bisher tüchtige Lehrer zu gewinnen und zu erhalten und daburg den sonst naturgemäß zum Nachteil der Schule sich voll ziehenden öfteren Bechsel in der Beseßung derartiger Stelle einschränken zu fönnen. Die Forderungen für die Landwirtschaft halt sich im Ganzen so ziemlich in den Grenzen der bi herigen Bewilligungen, 30 000 Mark Beiträge an be dürftige Gemeinden zu den Kosten für Ecbauung bon Wasserleitungen und Ausführung wasserwirtschaftliche Meliorationen, die bisher im Vermögensbudget ange fordert und bewilligt waren, sind jedoch ins Verwalt ungsbudget übertragen worden, da es sich hierbei um voraussichtlich noch auf längere Dauer erforderliche Ausgaben handelt. Zur Hauptabteilung ,, Verhältnis zum Reich" bemerkt der Finanzminister: Dieselbe schließt in Ein nahme mit 11671 274 Mart und in Ausgabe mit 12 287084 Mr. ab: hiernach wäre an das Reich eine Herauszahlung zu leisten von 615 810 Mt. Nach den Ergebnissen der bis jetzt verstrichenen Monate des Etatsjahres 1902/03 steht indessen zu befürchten, daß die Gesamtüberweisungen an die Bundesstaaten hinter dem Etatsansatz um ein Erhebliches, mindestens aber um 10 000 000 mt., zurückbleiben werden, was für Hssen eine Verschlechterung in seinen Beziehungen zum Reichvon 200 000 Mf. bedeuten würde. Ist schon dieser Ausblick auf die Ge staltung der gesamt n Finanzlage in 1903/04 fein erfreu Icher, so wird derselbe noch weiter getrübt durch die That sache, daß das Reich für 1901/02 mit einem Fehlbetrag von rund 48 000 000 Mt. abschließt, der in 1903/04 wieder eingebracht werden muß und das Budget für dieses Jahr 1903/04 sonach gegen das laufende, in welchem nur ein Fehlbetrag aus 1900/01 von rund 16 000 000 Mt. höher belastet. Dess nungeachtet muß sich allerseits bemüht werden, den Reichsetat derart zum Abschluß zu bringen, daß die derzeitige Ueberlastung der Bundesstaaten, die an sich faft als unerträglich bezeichnet werden muß, nicht noch erhöht wird. Nur unter dieser Vorauss zung läßt der hier vor liegende Budgetentwurf noch ohne Anwendung außergewöhn licher Maßnahmen sich balanzieren." Giessener Cagesneuigkeiten. ** Heute Vormittag 7.36 Uhr hat der Großherzog die beabsichtigte Reise nach Indien angetreten. ** Ernannt wurden die Regierungsbauführer Adolf Menges aus Gießen, Thilo Rothamel aus Neumünster, Wilhelm" Sieben aus Darmstadt, Wilhelm Thaler aus Ortenberg zu Regierungs baumeistern. ** An Stelle der erfrankten Richter beim Amtsgericht Gießen, Herren Geh. Justizrat Oberamtsrichter Langermann und Amtsgerichtsrat Gebhardt wurden mit Wahrnehmung der Dirnstverrichtungen betraut die Assessoren Weiß und Dr. Möbius. ** Eis- Konzert. Bei günstiger Witterung fonzertiert die biefige Regimentskapelle am Donnerstag Nach mittag bon halb 3-5 Uhr auf der Eisbahn. Näheres im Inseratenteil. Dieselbe ist von heute ab jeden Abend von 7-9 Uhr bei elektrischer Beleuchtung geöffnet. - dato i Wesentliches wieder In dankenswerter fammern diejer das tände angenomme Matburg stattg Gewerbe- Vereins Sattlermeister Deu mertstammer eine Vereins eingegangen die dem Handwerk Militär zugefügt daß solche Defono Benuzung der i und Zibilisten Ar Hilfspersonen. Aus betont, daß name förmlichen faufmä leuten Stonturren; auftragt, die Ang das Schreiben zu eventuell zur Verfüg Aus Hellen ** Grünberg, staltete am Donners der Kirche eine Lu ca. 20 Lichtbilder au burg, Berbrennung b darunter: Luther, M Steibehaus usw. De und Airchengridhichte Leben in einer Gemei Ronnenroth, richtung einer Baffer aus einem nördlich ift nun der Leich fa tiefer ausgegraben we wird ausgehoben, wo bis zur Wiederherste wird die hifige fit weiflaffige verwand Solzheim, 8 1903, da eur Ranft erhielt die e m. Strebendo hat von Samstag in feiner Wohnung gemacht. Engelnrad. lobner Georg Rab erhängt. -r. Niederflei Abend gegen 8 U Einwohner zählend war in einem zufan Beit in zwei ane Bieber und Rod Shnelligkeit um Th Anfang 8 Lages Pfg. Grmäßigung. Alem Anscheine nach stehen wir im Zeichen der Wetten. Was sollte man auch in diesen lang weiligen Wintermonaten besseres thun, als durch Ausführung origineller Wetten Abwechslung zu suchen. Eigentümlicherweise wird in den meisten Fällen dem Fußsport die Ehre zu Teil, dieser muß sich immer treten lassen. So teilt man uns mit, daß gestern hlag für das Heffen. ptftaat& vorani blag Bei den Domänen für das nächste Ela berichuß von 6989 Mt. gegen bas la t und eine AusMittag 12.15 Uhr Herr Hoffutscher Huhn, laut ver entfällt vornehm marschierte, woselbst er in 4 Stunden eintreffen sollte. und Brennholz. inen Ueberichuk b bon 211856 Mt. einbarter Wette mit Herrn Brauereibefizer Asprion, bom Thorhaus Neuenweg nach Grünberg ab Laut bescheinigter Ankunft auf Bahnhof Grünberg landete Herr Huhn aber schon 3.34 Uhr und gebrauchte bahneinnahme herb stand der Wette 1 Hektoliter Bier. Wohl bekomms! somit nur 3.19 Uhr. Herr Asprion zahlt als Gegenert Ludwigshoffnung schreibt man uns aus Frankfurt, daß im Monat November " Bu der aller Orten herrschenden Arbeitslosigkeit find für die Fol aufwand von 90000 nacht vollständig ergiebt einen Re 1 Blus von 95 88 diretten Auflagen u wird eine Einnah der städtische Arbeitsnachweis von 4376 Arbeitsuchenden ( gegen 3615 im Borjahre) in Anspruch genommen wurden. Auch aus den umliegenden Städten wie Mainz, Wiesbaden a. s. m. wird starte Bunahme der Arbeitslosen gemeldet. Gegen die Dekonomichandwerker beim Militär scheint man nun endlich wirkungsvoll vorzugehen. *** währte. In bem Brunnen bes Oberborfes herrschte Wassermangel und so mußte zur Bedienung der Gemeindesprize das Wasser aus der außerhalb des Ortes vorbeifließenden zugefrorenen Klein mit unendlicher Mühe herbeigeschafft zugefrorenen Klein mit unendlicher Mühe herbeigeschafft werden. Das Feuer, das also schwer zu bekämpfen war, zündete an verschiedenen Stellen und gegen 4 Uhr nachts bildete der gesamte Gebäudekomplex, in dessen Ruyon der Brand zum Ausbruch gekommen war, einen einzigen Feuer herd. Der rote Himmel war weithin sichtbar. Man wurde früh genug inne, daß die hiesige Feuerwehr des rosend n Elements nicht Herr werden konnte und so telegraphiert man um Hilfe nach Kirchhain, Amöneburg und Schweins berg. Dem energischen Eingreifen der Behren dieser Städte berg. Dem energischen Eingreifen der Behren dieser Städte gelang es, durch Einreißen der brennenden Gebäude dem Element Einhalt zu thun. Kurz nachdem diese Orte benach richtigt waren, wurde durch einen stürzenden Gebel die Leitung zerstört. Abgebrannt sind 12 Wohnhäuser, 7 Scheunen und 3 Nebengebäude. Die Abgebrannten sind versichert bis auf einen, jedoch nur in geringem Maße. Die Betroffenen 3 Mt. erwartet, w Korpsintendanturen namentlich bei Schneiderinnungen losen Familien wurden bei andern Einwohnern und im e bon 1 597 507 Bergangenen Sommer wurde schon seitens verschiedener sind meistens Kleine Landwirte und arme Leute. Die obdach entspricht. Bet d - ern erhöhen fich 00 t. auf 530 20 angefragt, wie viel Kleidungsstücke 2c. im Falle einer Mobilmachung in einer angegebenen Frist lieferbar seien. Die Vorstände der Innungen, wie auch einzelne nder Gemeinde ve hervorragende Firmen gaben, und das mit Recht, abund die Tennis bende Bescheibe mit der motivierung, ohne et abgeben zu können. Damit sollte gewissermaßen die Heeres- Defonomie- Verwaltung genötigt werden, ihren Bedarf an Uniformstücken auch im Zivilhandwerk zu lehnende ihnen Schiffe eingestellt Die Gymnasien, Rea 2c. ist der Staat! 104500. meb dat geftiegen. 3 beden. Bis dato ist über dieſe Angelegenheit nichts chzuführen auf du den Bestimmung In danfenswerter Weise haben sich die HandwerksWesentliches wieder in die Oeffentlichkeit gedrungen. fammern dieser das Gewerbe schwer schädigenden Mißstände angenommen, wie aus einer am Montag in Matburg stattgehabten Versammlung des dortigen Gewerbe- Vereins hervorgeht: Wie der Vorsitzende, Sattlermeister Heufer mitteilte, ist seitens der Handwerkskammer eine Anfrage an den Vorstand des Vereins eingegangen über etwa entstehende Schäden, die dem Handwerk durch Oekonomiehandwerker beim Militär zugefügt würden. Es sei vorgekommen, daß solche Defonomiehandwerker an Privatpersonen und Zivilisten Arbeiten lieferten und zwar unter Benutzung der ihnen zur Verfügung gestellten Hilfspersonen. Aus der Versammlung heraus wurde betont, daß namentlich die Kantinen durch einen förmlichen kaufmännischen Betrieb vielen Geschäftsleuten Stonkurrenz machten. Der Vorstand wurde beauftragt, die Angelegenheit weiter zu verfolgen und das Schreiben zu beantworten unter Benutzung ihm eventuell zur Verfügung gestellten Materials. auf 2078 100 ie Buschiffe an b der Lehrergehal rechend um 7000 Fonds für Un bauten um 200 ein Dispofition an Lehrer, Sch r ungünftig ge ; man hofft bun pensionsfähigen, nicht übersteigend n leichter als bish halten und dadur er Schule fich vol g berartiger Stelle Aus Hessen und nachbargebieten. ** Grünberg, 8. Dez In Ettingshausen veranstaltete am Donnerstagabend unser Pfarrer Römheld in der Kirche eine Luther feier, wobei er der Gemeinde ca. 20 Lichtbilder aus Luthers Leben und Wirken vorführte, darunter: Luther, Melanchthon, Reichstag zu Worms, Wart. burg, Verbrennung der Bannbulle, Luthers Geburts- und Ster behaus usw. Derartige Vorführungen aus der Religions und Kirchengeschichte sind gewiß sehr geeignet, das kirchliche Leben in einer Gemeinde zu heben. irtschaft halt n Grenzen der bir Beiträge an b für Erbauung bo asserwirtschaftlich ögensbudget ange edoch ins Verwal es sich hierbei un Dauer erforderlic nis zum Reid be schließt in Ein in Ausgabe mi an das Reich ein 10 Mt. Nach de henen Monate de zu befürchten, daf undesstaaten hinte mindestens aber un was für ffen ein um Reichvon 200 00 Ausblick auf die G 903/04 fein erfre übt durch die That einem Fehlbetro in 1903/04 wieb für dieses Jahrin welchem nur ei 000 000 Mt. höh rfeits bemüht werber u bringen, daß di en, die an fich fa 3. nicht noch erhö läßt der hier vo nbung außergewöhn igkeiten. der Großherzo angetreten. egierungsbauführe Chilo Rothame 7 aus Darmstad Regierung er beim Amtsgeri Brichter Langerman mit Wahrnehmun ffefforen Weiß un itterung fongerti nnerstag Rad Bbahn.- Näherd Don heute ab jeder fcher Beleuchtun Nonnenroth, 9. Dez. Unser Dorf ist mit der Vorrichtung einer Wasserleitung versehen, das Wasser kommt aus einem nördlich gelegenen Teich. In lezter Beit ist nun der Teich fast ausgetrocknet, so daß derselbe jetzt tiefer ausgegraben werden sol; zirka 900 kubikmeter Erde wird ausgehoben, wozu 1500 Dt. vorgesehen sind. Holzheim, 8. Tez. Ta unser erster Lehrer Hanstein bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit beurlaubt ist, so wird die hiesige seither dreiklassige Schule vorläufig in eine zweiklassige verwandelt, voraussichtlich aber nur bis Ostern 1903, da es zur Zeit an Lehrkräften mangelt. Lehrer Ranft erhielt die erste, Lehrer Jung die zweite Klasse. m. Strebendorf, 8. Dez. Aus unbekannten Gründen hat von Samstag auf Sonntag unser Einwohner Röder in seiner Wohnung durch Erhängen seinem Leben ein Ende gemacht. Engelnrad. Hier hat sich am Montag der Tag löhner Georg Rahn in seiner Rammer am Kleiderschrank erhängt. -r. Niederklein, 9. Dez.( Großfeuer.) Gestern Abend gegen 8 Uhr erscholl plöglich in unserem faft 1000 Einwohner zählenden Ort der Ruf" Feuer". Im Oberdorf ärztliche Dbbuktion der Leiche festgestellt werden, ob der Tob der Unglüdlichen die Folge jener Mißhandlungen ist. s. Kreuznach, 9. Dez. Beim Eislaufen auf der Sohn einer Pfarrerswittwe, ein und fand den Tod in Nahe brach gestern der 11jährige Gymnasiast Paul Eybisch, den Fluthen. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer fißung. Gießen, 9. Dezember 1902. Karl Lang und Wilhelm Weber von Treis Horloff überfielen und schlugen eines Abends den Ludwig Koch und den Otto Friß von dorten. Bang wurde dieserhalb vom Schöffengericht Hungen, unter Einbeziehung einer früher erfannten Strafe zu 6 Monaten Gefängnis, Weber in eine solche von 2 Monaten und 14 Tagen verurteilt. Ersterer, welcher inzwischen vom hiesigen Schwurgericht wegen Notzucht mit 12 Jahren Buchthaus bedacht wurde, beruhigte sich bei dem Urteil. Weber verfolgte Berufung, desgleichen die Staatsanwaltschaft, welche mit Rücksicht auf die vielen Strafe beantragt. Das Gericht, welches auch der Ansicht in Treis- Horloff vorkommenden Brutalitäten Erhöhung der ist, daß die Strafe nicht empfindlich genug ist, erkennt auf 4 Monate Gefängnis. Heinrich Start von Ettingshausen, neuen Gemeindeschulhaus untergebracht. welcher gelegentlich einer Rauferei das Messer zog und dem ** Marburg, 9. Dez. Herr b. Gerlach spricht. Herr v. Gerlach spricht. Ernst Blei 8 unerhebliche Stiche, sowie mittels eines harten Auf Samstag, 13. Dezember, abends 9 Uhr hat Herregenstandes eine groß Wunde am Hinterkopf beibrachte, wird mit Rücksicht auf die Gefährlichkeit der Handhabung von Gerlach eine Versammlung einberufen, in der er des Messers, sowie wegen der eingetretenen 17tägigen über„ Die Vorgänge im Reichstage und die politischen über„ Die Vorgänge im Reichstage und die politischen Arbeitsunfähigkeit des Berlegten zu 9 Monaten Gefängnis Parteien" sprechen wird. berurteilt. Wegen Fluchtverdacht wird Haftbefehl erlassen. Gemeinderatsmitglied Adam Marsteller, Gmeinderechner Christian Leidich und die Gänsehirtin Karl Schmalz Chefrau von Grüningen find wegen Beleidigung des Bürgermeisters Gilbert von dorten vom Schöffengericht Lich in je 60 Mart Geldstrafe genommen worden, Auf erfolgte Berufung sämtlicher Angeklagten und ber Staatsanwaltschaft stand heute Termin, in welchem der Berufung der Schmalz stattgegeben und die Strafe auf 20 Mart herabgesetzt wird, unter Verwerfung der Berufung der übrigen. ** Frankfurt a. M., 9. Dezember. Im Hauptbahnhofe blieben heute Morgen die Uhren stehen. Einige, bie noch gingen, binkten 15 Minuten hinter der ,, Mitteleuropäischen" nach. Bei der fortgesezten Kälte Mitteleuropäischen" nach. waren die elektrischen Batterien gesprungen. waren die elektrischen Batterien gesprungen. Bei Offenbach und Hanau hat sich das is auf dem Main gestellt. Bezüglich der 1. Dezemberwoche hat übrigens Die Fall einmal wieder gründlich ,, vorbeigeraten". Temperatur steht ungewöhlich hoch über der normalen." Schneefälle dürften kaum eintreten, prophezeit er. So ein Schäfer! ** " Frankfurt a. M., 9. Dez. Der Streit zwischen den Rrankenkassen und Aerzten betr. Honorarerhöhung ist durch Nachgeben der Kassen beigelegt worden. ** Höchst a. M., 9. Dez. Heute Mittag furz nach 12 Uhr wurde auf der hiesigen Station von der Schnellzuge 52( Köln- Frankfurt) ein hiesiger Einwohner, der eben mit dem Zuge von Frankfurt gekommen war, überfahren und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Der Körper war total zermalmt. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und 6 Kinder. ** Darmstadt, 9. Dez. Nach dem soeben herausgegebenen vom 17. Rovember datierten Personal- Verzeichnis der Großh. Technischen Hochschule beträgt die Zahl der Studierenden inkl. Hospitanten im Wintersemester 1902/3 die Zahl von 1948 Studierenden gegen 1740 im Sommersemester und 1803 im vorjährigen Wintersemester. Die ** Aus Hessen. Ueber sonderbare Verwendung von Schulgebäuden weiß der„ Schulbote für Hessen" zu berichten. In Greben bain wurde im Schulsaale der ersten Volksschulklasse trotz Einspruch des Lehrers und des Schulvorstandes_am 16. November gerichtliche Leichenschau über einen Tags zuvor einem Raubmörder zum Opfer gefallenen Mann gehalten. Den betr. Schulsaal soll der Bürgermeister, wie es heißt auf Zureden der Gerichtsherren, zur Verfügung gestellt haben, und auch die die Sektion aus. führenden Aerzte hätten kein Bedenken getragen. Streisschulfommisson zu Lauterbach hat Beschwerde bei dem Ministerium erhoben. Der Berichterstatter bes zweifelt, daß eine derartige Amtshandlung im Lehrsaal eines Gymnasiums oder einer Realschule vorgeschlagen worden wäre, so habe es sich aber um eine Volksschule gehandelt, deren Kinder jedenfalls den Saal wieder mit Grausen betreten.- Aus einem Dorfe im Oden wald wird berichtet, daß sich die dortigen Gendarmen gegen die Unterbringung von Gefangenen in den ihnen zur Dienstwohnung überwiesenen Gebäuden verwahrten. In dem Orte wird nun ein neues Schulhaus gebaut und soll nun der Gemeinde angefonnen sein, das Haftlokal in diesem unterzubringen, unter Vorbehalt der läßt die Genehmigung recht lange auf sich warten. Genehmigung der Kreisschulkommission". Hoffentlich Derartige Verwendung von Schulhäusern muß befremden, wenn Verordnungen bestehen, die die Verwendung der Schulräume zur Abhaltung von Singstunden, Versteigerungen ze. an bestimmte Bedingungen, wie Verbot des Rauchens 2c. knüpfen. - Hochschulnachrichten. Marburg, 6. Dez. Unter den 72 Hörern an der hiesigen Universität besinden sich nach dem soeben erschienenen Verzeichnis der Studierenden 19 Damen. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr. 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Rr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern( Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehr. lingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Bäcker, 1 Metzger, 1 Eattler und Bolsterer, 1 Schmied, 1 Schuhmacher, 6 Hausburschen, 3 Knechte, 1 Schneefehrer, 1 Fahrbursche, 2 Rutscher, 5 Taglöhner, Kellner, 1 Lauffrau. 2 Lehrlinge: 1 Raufmann. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Spengler, 1 Hausbursche, 12 Dienstmädchen per sofort, 1 Dienstmädchen auf Weihnacheen, 1 Hausmädchen auf Weihnachten, 2 Lienstmägde per sofort, 1 Lauffrau, 2 Laufmädcher. Lehrlinge: 2 Bäd r, 2 Kaufleute. Geschäftliches. Mayers Konversations- Leriton hat sich sehr rasch zu einem unentbehrlichen Nachschlagewerk für alle gebildeten Stände ausgebaut. wie gesch. Beser finden in heutiger Nummer einen Prospekt dieses gewaltigen Ganzen; wem es einigermaßen möglich ist, sollte sich ein solches Werk des allgemeinen Wissens zulegen. Die Hof- Buchhandlung Aug. Frees hier nimmt gen. Bestellungen entgegen. Da Weihnachten so kurz vor der Thür, wird mancher ein solches gern auf seinem Gabentische mitsehen. Das Wut", der beste Stüchenertraft, ist unentbehrlich in jedem guten, sparsamen Haushalt. Er giebt den schlechtsten Brühen und wässerigsten Gemüsen hervorragenden Wohlgeschmack und erhöhten Nährwert, furz Würze Und Kraft, wie es sein Name besagt. rein begetabilische Produkt wird von der Wissenschaft als ein vorzüglicher, billiger Ersak für den teuren Fleischertraft bestens empfohlen und muß bei der jetzigen allgemeinen Fleischteuerung jeder Hausfrau besonders willkommer sein. In allen Geschäften der Nahrungswar in einem zuſammenhängenden Gebäudekomplex zu gleicher seiner exen futter wurde vor einigen Tagen mittelbranche zu haben. Beit in zwei aneinanderstehenden Scheunen der Landwirte Bieber und Roch ein Brand entstanden, der mit großer Schnelligkeit um sich griff und bis heute Mittag 1 Uhr ** Wezlar. Wegen schwerer Weißhandlung fige Gerichtsgefängnis eingeliefert. ein Bursche von Hohenholms Namens Quandt in das hieDas arme Weib ist gestern gestorben. Wie wir hören, soll durch eine gerichtsTheater- Verein. 4. Borstellung: Freitag, den 12. Dezember. Dr. Klaus, Luftspiel von L'Arronge Lubowski: Herr Schmasow vom Königl. Softheater in Rassel. Anfang 8 1hr pünktlich. Ende gegen 10% Uhr. Tageskarten bei Einst Challler und an der Kaffe zu Mt. 5, 4, 3, 2 Bfg. Grmäßigung.) Studentenkarten bei E. Challier Mt. 1.50, an der Kasse Mr. 2. ( Mitglieder 50 奶奶 Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderet, borm. Wilh. Keller'sche Buchbruckerei( gegr. 1783): für die Redaktion verantwortlich: Albin Rein, Gießen. Bestellungen auf Gratulationskarten für den Jahreswechsel nehmen wir schon jetzt entgegen. Giessener Neueste Nachrichten. Amtliche Bekanntmachungen, Bekanntmachung. Betreffend: Das Streisanlehen für den Bahnban Grünberg Londorf. Von dem zur Deckung der Geländeerwerbskosten für den Bahnbau Grünberg- Tondorf durch den Kreis Gießen im Jahre 1895 aufgenommenen Anlehen von 80 000 Mark find die Obligationen Lit. A. Nr. 29 über 1000 Mart und Lit. C. Nr. 33 über 200 Mark durch das Los zur Rückzahlung per 1. März 1903 bestimmt worden. Gießen, den 3. Dezember 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. Bekanntmachung. Im nächsten Jahre soll wieder eine Anzahl ar mer ifrophulöser Kinder in der Kinderheilanstalt zu Bad Nauheim behufs Gebrauchs einer Badetur auf Kosten der Sparkasse untergebracht werden. Es ergeht daher an diejenigen Bewohner des Sparkassenbezirks Gießen, welche solche tranfen Kinder haben, aber nicht in der Lage sind, die Kosten selbst bestreiten zu fönnen, die Aufforderung, sich bei ihrem Pfarramt oder der betreffenden Bürgermeisterei zu melden. Bei der Anmeldung ist ein ärztliches Zeugnis abzugeben, in welchem die Notwendigkeit einer Badefur bescheinigt sein muß. Es fönnen auch solche Kinder berücksichtigt werden, welche bereits auf unsere Stosten einel Badefur durchgemacht haben, falls dies ärztlicherseits für| notwendig gehalten wird. Die Pfarrämter und Bürgermeistereien werden gebeten, die einlaufenden Meldungen mit den ärztlichen Attesten und einer Bescheinigung der Mittellosigkeit der betreffenden Eltern bis zum 15. Dezember 1. Js. hierher einzusenden. Später einlaufende Meldungen können nur dann berücksichtigt werden, falls rechtzeitig angemeldete Kinder ausfallen sollten. merkt wird noch, daß Kinder unter 3 Jahren, sowie Knaben über 14 und Mädchen über 15 Jahre in die Anftalt nicht aufgenommen werden. Gießen, den 24. November 1902. - Der Direktor der Spar- und Leihkasse Gießen. Wiener. Bekanntmachung. BeEs wird hierdurch znr öffentlichen Kenntnis gebracht, daß unsere Kasse im laufenden Monat zur Erhebung, oder Beischreibung der Zinsen Dienstage, ist. wochs, Donnerstags und Sonntage geöffnet ist. Gießen, den 9. D zember 1902. Der Direktor der Spar- und Leihkasse Gießen. Wiener. Kriegerverein Gießen. Monatsversammlung Mittwoch, den 10. Dez. 1902, abends 8%, Uhr im Vereinslokal Restaurant Bavaria: Vortrag des Kameraden Selzer über Die Belagerung der Gesandschaften in Peking. Um recht zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Die Mitglieder der hiesigen zur Kriegerkameradschaft Hassia gehörigen Vereine sind kameradschaftlichst eingeladen. Gießener Eis- Verein. Donnerstag Nachm. von 21/ 2-5 Uhr: Konzert auf der Eisbahn. Eintrittsgeld für Mitglieder 10 Pig, für Nichtmitglieder 30 fg. Der Vorstand. Steins Garten. ( Saalban.) Donnerstag, den 11. Dezember: 4. Abonnements- Conzert 2. Teil: Franz Schubert, Sinfonic. H- moll Ouvert. Rosamunde. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 BigAußerordentl. Generalversammlung der Gewerbebank zu Gießen. Eingetr. Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Die Mitglieder unserer Genossenschaft werden zu einer außerordentlichen Generalversammlung auf Donnerstag, den 18. Dezember 1902, abends 81, hr, im Saale des Café Leib mit der nachstehenden Tages- Ordnung ergebenft eingeladen: 1. Pensionierung von Beamten bezw. Witwe derselben. 2. Wahl und Anstellung der Vorstandsmitglieder. Gießen, den 6. Dezember 1902. Der Vorsihende des Aufsichtsrates. J. V.: L. Petri II. Th. Brück, Möbelfabrik m. Motorbetrieb, Gießen. Eche Schloßgaffe- Kanzleiberg- Brandplatz. 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Nein, so nicht", wegzog und einen Sc denn ich habe keine genug, mir vor unfere liebtest. Ich hoffte jedo aber nicht anders gevor Herz ab; denn ich liebe Georg, ich weiß, entgegnete Setth, und Uub ich will mir auch Frau zu fein, Georg, w Du hältst wohl gnädigen Herrn?" Ja, ich halte fehr Sit es nicht ein Jungen verlieren unte Ja, ich glaube wo Du bist doch ein io gleichgiltig gegen tie Je un, das to Schöne 3 Zimmerwohn. mit Küche und Zubehör zu vermiet. Bahnhofstr. 2, Laden. chön möblites Zimmer ber sofort ev. 15. Nov. zu verm. Näb. Luwiqsplay 8 part. öbl. Zimmer mit oder ohne Pension zu vermieten. Whiteingasse 7. 8-4- Zimmerwohnung, III Stock. fofort zu vermieten. Näb. Marburgerstr. 25 Pleine Familienwohnung 10 Se fort zu vermieten. Näb. Tiefenweg Nr. 19. ut möbl. Wohn- und Schlaf zimmer auch einzeln zu verm Grünbergerstraße 3 part. yabe", gab fie leichthin Der Bächter holte Ich wünsche vo Bielleicht würdest Du ben Bater!"