Nr. 155. .Großer Gott", fagte er leife. Obechessische Familienzeitung. " O. das fagte er Ihnen auch?" But schade, weil er direkt nach Australien zurückgeben wird." Aber sie konnte ihn nicht annehmen, leider nicht, es war verloren, aber nach drüben" bedew schon nach drüben" abgereift ſei. " Nach drüben", dachte Colonel Bristo,„ er bat feine Beit bak Mr. Edmonstone nicht zu Hause, daß er am Nachmittag ham Routinent. Nr. 156. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg. in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) d Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. 1510 Mittwoch, den 9. Juli 1902. arzon greate Gießener sid julnind m 11. Jahrgang. Insertionsvreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie, ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. o sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. disg thin lug and Postzeitungsliste No. 3032. do 18 dus duse tim non inged odd of sild Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. di schip sd magadang sibulad sid Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) 1001110 Anabhängige Tageszeitunge spidialed childsgr ( Gießener Zeitung) ad toner alles diplo für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießer 5000005999.00000006 mal oldst i galebini d Π dria 00000000000000000000000 D Was bieten die ,, Giessener Deueste Nachrichten" ibren Lesern? Die„ Gießener Neueste Nachrichten" wollen zur politischen Aufklärung Jedermann beitragen und die Intereffen aller Stände, vornehmlich die Interessen des gesamten Bürgerstandes und der wirtschaftlich Schwachen vertreten. Die„ Neuesten Nachrichten" dienen keiner ausgesprochen politischen Partet, aber weniger dem Interesse eines Einzelnen. 30/ nb bon dirur pun aldeiched 12 und und Geite Seite 2. Nr. 155. Das eitle Droschkenpferd. Kleines Feuilleton. Oberhessische Familienzeitung. damals? Fahrt stehen Zeuge H. zu bleiben? Und Seite 3. wote verhielt Sie, Herr Amtsichtlich verlegen): ach forum meenen Det et nich manchmal stehn t nich es fich Die„ Gießener Neueste Nachrichten besprechen in zahlreichen Original- Leitartikeln und einer sorgfältig ausgearbeiteten politischen Rundschau die spolitischen und wirtschaftlichen Tages- und Zeitfragen in unabhängigem Sinne und Geiste. har ilgum& bi trid Täglich werden der Redaktion die wichtigsten Nachrichten aus aller Welt durch eins der größten Depeschen- Bureaus auf dem sichersten und schnellsten Wege übermittelt. Zahlreiche Korrespondenten aus dem gesamten Verbreitungsgebiete unferes Blattes teilen alles Wissenswerte in volkstümlicher und ferniger Form mit, decken vorhandene Mißstände auf und geben so ein interessantes und treues Spiegelbild des ländlichen Lebens. iddalled" mi Im lokalen Cell werden die Tagesneuigkeiten zur Kenntnis gebracht, kommunale Fragen und Wünsche besprochen, die Erscheinungen des Vereinslebens registrirt, über die Stadtverordnetenjitzungen unterrichtet. Das fünstlerische Leben unserer Stadt: Theater, Konzert 2c. wird in eingehenden Besprechungen verfolgt. @ Vorzügliche Romane, Feuilletons aus allen Gebieten, praktische Mitteilungen verschiedenster Art, juristischer Fragekasten, allgemeiner Briefkasten bieten des Unterhaltenden und Belehrenden eine Fülle. In den Beilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) kommen vorzügliche Romane zum Abdruck, dabei ist für unsere Kleinen eine Rätselecke mit eingefügt. Backende Gedichte werden die Leser ebenfalls darin finden. Die Giessener Seifenblasen( wöchentlich) sorgen für den nötigen Wit und Humor und in der Oberhessischen Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau( wöchentlich) finden unsere Landwirte und Gartenbesitzer reiche Anleitungen und Belehrungen für die Bewirtschaftung ihrer Ländereien und für die Haltung aller nützlichen Haustiere; den schädlichen Tieren wird zur passenden Zeit ein Wort für deren Vernichtung und Bekämpfung geschrieben. бли di ban Unablässig ist die Redaktion der„ Gießener Neueste Nachrichten" bemüht, den Kreis des Gebotenen zu erweitern, ausgehend von dem Gedanken, daß für das Volk das Beste gut genug ist. Man abonnirt für 60 Pfg. pro Monat bei freier Zustellung( incl. der drei Beilagen) bei unsern Trägern, in der Expedition, Gießen, Neuenweg 28, oder bei der Post. Die Redaktion der„, Giessener neueste Nachrichten". DOOOGO Was kann man gegen die Steigerung der Mietspreise thun? Unser M- Mitarbeiter aus Frankfurt schreibt uns: Wie bekannt, werden jetzt im Anschluß an den Erlaß der preußischen Ministerien des Innern und der Finanzen in verschiedenen Städten laut höheren Auftrags Erhebungen über die Mietspreise angestellt. Mit Recht wenden die Behörden dieser wichtigen Frage ihre volle Aufmerksamkeit zu, denn nichts ist seit den fiebziger Jahren so sehr im Preise gestiegen, als die Mietswohnungen. Dabei sind diese nicht etwa in gleichem Verhältnis teurer geworden, wie sich die Durchschnittseinnahmen des Staatsbürgers seitdem vermehrt haben. Im Gegenteil! Ehemals wurde von den untersten Erwerbsschichten in der Regel nicht mehr als ein Sechstel des Einkommens für die Wohnungen aufgewendet. Heute aber sind die Mietswohnungen so teuer geworden, daß durchschnittlich weitaus mehr zur Bestreitung der Mieten verbraucht wird. Wenn sich manche Familien diese Lasten vielleicht auch durch Weitervermieten erleichtern, so ist das immerhin ein sehr zweifelhafter Ausgleich. Denn man weiß ja, daß das Vermieten an " möblierte Herren" und das großstädtische Schlafburschenwesen große Gefahren für Gesundheit und Sittlichkeit mancher Familien mit sich bringt. Auf die Mietspreise hat der seit einem Menschenalter gesunkene Geldwert, der die Bodenpreise, Zinslasten, den Aufwand für Baumaterialien und Löhne erhöhte, einen bedeutenden, aber ganz natürlichen Einfluß ausgeübt. Hierzu kommt noch, daß inzwischen in größeren Gemeinden städtische Gas- und Wasserleitungen eingerichtet wurden, die naturgemäß ebenfalls die Preise erhöhten. Die schlimmste Preiserhöhung hat die Spekulation verschuldet. Häuser sind eine Waare geworden und gehen von Hand Das Baugelände und die fertigen zu Hand. Jeder Käufer will am Wiederverkauf verdienen und so steht manchmal ein Baugrund oder ein Haus in letter Hand doppelt so hoch im Preise als beim ersten Besitzwechsel. Der Mieter aber ist der Packesel, der alle Lasten tragen muß. Unter diesen Umständen ist es begreiflich, daß die öffentliche Meinung und die Regierung die Frage aufwerfen, ob nicht gegen eine solche allgemeine Preistreiberet vorgegangen werden muß. In verschiedenen God no Das Erbbaurecht Städten ist das schon geschehen. In Frankfurt a. M. beispielsweise hat die Stadtverwaltung vor den Thoren ihren Grundbesitz durch Landankäufe erweitert und, sobald ein Teil dieses Besizes in Baublocks umgewandelt und verkauft war, auch dementsprechend aufs Neue anstoßendes Land angekauft. Neuerdings hat die Stadt in Aussicht genommen, auch unter Anwendung des Erbbaurechts eigene Häuser zu bauen. ist bekanntlich Errungenschaft des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches und gestattet es, daß man auf einem für 100 Jahre gepachteten Grund und Boden eigene Häuser erbauen kann. Die Miete muß jährlich entrichtet werden; nach 100 Jahren aber fällt das Haus dem Besizer des Grundes und Bodens zu. macht aber die Bedingung, daß die einzelnen Häuser nur zum Anschaffungspreis weiter verkauft werden dürfen. Dadurch ist mit einem Schlage die Spekulation beseitigt. Die Stadt eigenem Grund Häuser errichtet und diese an Arbeiter Andere Städte, wie Ulm beispielsweise, haben auf Brundbuch eingetragen wurde, verkauft, daß sie die mit der Bedingung, die als sog. Servitut in das Häuser nur mit Genehmigung der Stadt und nur zu bestimmt festgesezten Preise weiter geben dürfen. Napoleon der III., der in Mühlhausen i. E. für die dortige Fabrikbevölkerung Mietshäuser bauen ließ, hat es versäumt, die Bedingung zu stellen, und siehe da, nach einiger Zeit war die tollste Spekulation wieder flott im Gange. Die Arbeiter wohnten teuerer als zuvor. Soll eine weitere Steigerung der Mietspreise verhütet werden, dann ist dreierlei notwendig: Der gelder niedrig und eine bequeme Tilgung der KaufBaugrund muß billig sein, der Zinsfuß für die Bausumme muß ermöglicht werden. Inwieweit kleinere Städte sich die Wohnungspolitik der größeren Städte zu eigen machen sollen und können, werden wir in einem späteren Artikel darlegen. Krönungs- Pläne. Die„ Times" fündigt im ersten Leitartikel an, daß der König, wenn nichts unerwartetes dazwischen komme, im August gekrönt werde. Es spreche sehr viel | - ind dafür, daß der König die Krönung durchmache, ehe er zur Herstellung seiner Gesundheit sich für längere Zeit von der Arbeit zurückziehe. Wenn die Krönung im August stattfinde, müsse das glänzende Zeremoniell bedeutend verkürzt werden, doch würden dann die Soldaten aus den Kolonien und die indischen Soldaten noch hier sein und bei dem Krönungsaufzuge verwendet werden. Der„ Daily Mail" zufolge spricht man davon, daß die Krönung am 12. oder 19. August stattfinden solle. In den nächsten zwei, drei Tagen werde der König von den Aerzten genau untersucht werden, worauf eine offizielle Ankündigung betreffs der Krönung erfolgen werde. Der„ Standard" bringt eine offenbar bon einem Arzte geschriebene Darstellung des gegenwärtigen Zustandes des Königs, worin es heißt: Man fönne nicht von einer baldigen Krönung sprechen, wenn die Zeremonie nicht fast ganz privater Art sein solle. Ein Mann mit einer offenen Wunde, Zeremonie durchmachen, die anstrengend sei, auch wenn die noch immer stark absondere, fönne feine öffentliche schreibt, dem Stönige sei sehr darum zu thun, to ball man sie noch so abkürze. Der„ Manchester Guardian" wie möglich gefrönt zu werden. Er fönne die Luftveränderung und die Ruhe nicht völlig genießen, ehe die Krönung nicht stattgefunden habe. Der König werde darum, wenn alles gut gehe, gefrönt, ehe sich das Parlament im Auguſt vertage. Politische Nachrichten. Berlin. Der Reichs- Anzeiger veröffentlicht die Verleihung des Kronenordens 1. Klasse an Geheimrat Krupp und die Ernennung des bisherigen außerordentlichen Brofeſſors an der Univerſität Tübingen Dr. Theodor Paul zum * Graf Ballestrem soll fort, nämlich aus dem Mandate des Kreises Gleiwig i. D.-S. Die Polen stellen dem Zentrum die Wahl: Entweder erklärt sich das Centrum damit einverstanden, daß im Wahlkreise des Grafen Ballestrem ein polnischer Canditat aufgestellt wird- oder Zentrum und Polen spalten sich und stellen ihre Sonderkanditatur auf. Darauf erwidert die„ Neisser 3tg.":" Was den Herrn Ballestrem betrifft, so wird sich die Sache gar nicht schwierig stellen. Das Centrum wd in Oberschlesien thun, was Direktor des taiserlichen Gesundheitsamtes. Recht und Pflicht ist; das Zentenm wird den Grafen Ballestrem in Gleiwiß nicht fallen lassen! Graf Ballestrem wurde 1898 in Gleiwiz mit 14690 Stimmen gegen 2366 sozialdemokratische und 889 freisinnige Stimmen gewählt. Diese Ziffern sind für die Propaganda und die Hoffnungen der Posener und Biedermannschen Blätter nicht gerade vertrauen erweckend." Auch wir glauben, daß das Zentrum der polnischen Belastungsprobe mit Ruhe entgegen sehen darf. Mit Interesse aber wird man ansehen dürfen, was die polnische Propaganda gegen die utraquistische Geistlichkeit Oberschlesiens vermag. * Ein trauriger Gedenktag. Am 3. Juli waren es fünfzig Jahre, da Dr. Lorenz Hannibal Fischer als Kommissar des deutschen Bundestages auf der Weser bet Bremerhaven die deutsche Flotte meistbietend versteigerte. - Die Würzburger Professoren- Affäre führt zu einer Disziplinarsache wegen Beleidigung des Kultusministers( d. h. wegen angeblich beleidigender Ausist in London ein großartiger Empfang zugedacht, wohl mit als eine Entschädigung der guten Londoner für den einstweiligen Aufschub der Krönungsceremonie. Anarchie auf Cuba. General Lee veröffentlicht eine großes Aufsehen erregende Erklärung, daß Cuba an der Schwelle der Anarchie stehe. Bunächst sei ein finanzieller Zusammenbruch zu befürchten, weil Cubas Einnahmen allein aus den Zöllen kommen, lettere aber, seitdem die Amerikaner die Insel verließen, stark im Abnehmen begriffen seien. Ferner ständen schlimme Unruhen von Seiten der Neger bevor. Dazu käme das Schüren der Politiker gegen den Präsidenten Palmas. Giessener Cagesneuigkeiten. Der feierliche Schluß des Landtages findet am Freitag, den 11. Juli, im Residenzschloffe statt. ** Pfarrer Dr. Grein hat die Wahl des evangeKirchenvorstandes der Stadtkirche zu Darmstadt angenommen und wird an die Stelle d des zum Superintendenten der Provinz Oberhessen ernannten Pfarrers Petersen ette in brücke in der Niederlegungs- Erklärung und wegen Veröffent- lischen lichung in der Presse); sie wird auch einen Ministerwechsel herbeiführen. Letteres erfolgt indeß keinesfalls während der Landtagsdauer. Eine Stellungnahme der übrigen Minister dahin, daß sie sich mit dem Kultusminister solidarisch erflären, ist nicht zu erwarten, da die Sache nicht als eine politische Frage, sondern als eine persönliche Angelegenheit des Kultusministers betrachtet wird. Zum Direktor im preußischen Ministerium des Innern an Stelle des zum Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts ernannten Herrn Peters soll der Regierungspräsident von Waldow in Königsberg ausersehen sein. Aus der Zolltariskommission. Wie ein parlamentarischer Berichterstatter meldet, hat die wachsende Ausdehnung der sozialdemokratischen Reden in der Zolltarif- Kommission die Besorgnis gesteigert, daß die Arbeiten nicht rechtzeitig erledigt werden können. Es sollen Erwägungen über Geschäftsordnungs- Bestimmungen im Gange sein, durch die es möglich wäre, ohne die Rechte der Minderheit zu beschränken, eine Be schleunigung des Fortganges der Arbeiten zu erreichen. Den sozialdemokratischen Mitgliedern sollen bereits dahingehende Andeutungen gemacht worden sein. - Der Dampfer Trier" des Norddeutschen Lloyd, von Bremen nach Cuba bestimmt, sollte Coruna anlaufen, um dort Auswanderer aufzunehmen. An der Küste herrschte dichter Nebel. Der Dampfer mußte infolgedessen äußerst langsam fahren. Die Strömung warf das Schiff gegen das Land und der Dampfer strandete vier Meilen westlich von Coruna an flippenreicher Stelle. Die Ausladung des Dampfers hat begonnen. Zahlreiche spanische Fahrzeuge leisten Hilfe und man hofft, daß es gelingen wird, die„ Trier" wieder flott zu machen. Die Beschädigung des Schiffes ist nicht bedeutend. Der Minister der öffentlichen Arbeiten, Budde, hat den Präsidenten der königlichen Eisenbahndirektionen mitgeteilt, es sei ihm erwünscht, diejenigen der etatsmäßigen höheren Eisenbahnbeamten, die ihm noch fremd find, allmählich persönlich fennen zu lernen. Die Präsidenten find deshalb ersucht worden, die betreffenden Herren ihrer Ressorts zu veranlassen, sich gelegentlich einer dienstlichen oder Urlaubsanwesenheit in Berlin dem Minister vorzustellen. Man kann diesem Wunsche nur beipflichten. Die Königin der Niederlande wird mit ihrem heute Abend in Schaumburg eintreffenden Gemahl voraussichtlich am 16. Juli direkt nach Holland zurückkehren. Lübed. Die Bürgerschaft hob das städtische Leihhaus auf und nahm das lange angestrebte Wohnungspflege gesez an. treten. ** Die Puppe. Maurice Ordonneaus Operette in 4 Aften ging gestern im Saale des Theatervereins ( Cafe Leib) als Gastspiel des Emser Kurtheaters in Scene. Wer das Stück gesehen, weiß ja, welch tolle Einfälle in demselben verflochten sind und daß das Bublifum zum Lachen des öfteren angehalten wird. Die Direktion hat es an der Einschulung nicht fehlen lassen und die Spieler haben zum großen Teil ihr Möglichstes geboten. Leider blieb der Besuch hinter den Erwartungen. Es wird uns geschrieben, daß das für heute ange= fündigte 3 weite Gastspiel des Emser KurtheaterEnsembles wegen Indisposition der ersten Sängerin ausfällt. antwortlichkeit und Selbstachtung nur durch seine Existenzfähigkeit gesichert ist, durch im Beruf unerfahrene, vom Großfapital völlig abhängige Personen verdrängt und zu Grunde gerichtet werden. Im lezten Grund würde unser ganzes Volk schweren Schaden leiden, indem durch die Zunahme der Zahl der Wirtschaften und die damit Hand in Hand gehende Abnahme der Qualität derselben die Unmäßigkeit gefördert würde. Wir halten es im Gegenteil für wünschenswert, daß, wie in Gießen, auch in anderen Städten durch Ortsstatut die Konzessionserteilung beschränkt werde und auch auf dem flachen Lande möglichst scharf der Nachweis des Bedürfnisses gefordert und den darauf bezüglichen Ausführungen der Gemeindeborstände so viel wie möglich stattgegeben werde".- Der Rhein- Maindieser Frage auch für Bedürfnisnachweis aus. Gastwirte- Verband sprach sich bei der Behandlung von v. Nach einer von der Großh. Brandversicherungsanstalt für Gebäude gefertigten Statistit tamen im Großherzogtum in den Jahren 1887-1901 nach Abzug der Blizzschäden 6176 Gebäudeschäden durch Brand vor, welchen 371 erwiesenermaßen und 121 mutmaßlich durch Kinder verursacht waren. Es sind dies nahezu 8 Prozent der fraglichen Brände. Der entstandene Gebäudeschaden berechnet sich nahezu auf 871097, bezw. 234316, zusammen 1105 413 Mark. 8 Kinder büßten bei den Gebäudebränden das Leben ein. Das Bürgerliche Gesetzbuch bestimmt in§ 832: " Wer kraft Gesetzes zur Führung der Aufsicht über eine Person verpflichtet ist, die wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geistigen oder förperlichen Zustandes der Beaufsichtigung bedarf, ist zum Ersaße des Schadens verpflichtet, den diese Person einem Dritten widerrechtlich zufügt. Die Ersaßpflicht tritt nicht ein, wenn er seiner Aufsichtspflicht genügt hat, oder wenn der Schaden auch bei gehöriger Aufsichtsführung entstanden sein würde. Die gleiche Verantwortlichkeit trifft denjenigen, welcher die ** Der Hochstabler Haug wurde nach längerer VerFührung der Aufsicht durch Vertrag übernimmt." handlung zu 3 Jahren Gefängnis und 300 Mr. Geldftrafe verurteilt. Beantragt waren 4 Jahre Zuchthaus, Vormünder und Pfleger zu einer sorgfältigen UeberHierin liegt eine eindringliche Warnung für Eltern, 1000 Mark Geldstrafe und Aberkennung der bürgerwachung der Kinder, namentlich zur herannahenden Zeit der lichen Ehrenrechte auf 6 Jahre. D ** Die Direktion der Hess. Landeslotterie schreibt uns: Gegenüber der mehrfach aufgetretenen Behauptung, daß eine Juli stattfin senden Ziehung der SchloßfreiheitsVerschiebung der planmäßig am nächsten Dienstag, den 15. lotterie beschlossen worden sei, wird erklärt, daß ein solcher Beschluß keineswegs gefaßt worden sei. * Die D- Bug- Diebe sind immer noch an der Arbeit. In dem D- Buge Frankfurt- Basel wurde einem Engländer auf Station Frankfurt ein Kreditbrief über einem Engländer auf Station Frankfurt ein Kreditbrief über 1200 Pfund Sterling von Taschendieben gestohlen. ** Hilfszüge bei Eisenbahnunfällen werden jetzt auf allen Bahnhöfen, wo sich Eisenbahndirektionen bezw. Eisenbahnbezirksvorstände befinden, aufgestellt. Auf diesen Stationen stehen Züge bereit mit einem Wagen 2. und 3. Klaſſe, der die Aerzte und die Rettungsfasten aufnimmt, ferner mit 2 Gerätewagen. Verzeichnisse der zur Begleitung der Hilfszüge beſtimmten Bahnärzte und Beamten werden jetzt auf allen Stationen ausgehängt. ** Der Vorstand des hessischen Zweiges der Südwestdeutschen Konferenz für Innere Mission hat, wie wir hören, an das Ministerium sowie an die Erste Kammer der Landstände eine Eingabe gerichtet, in der es u. A. heißt:„ Wir sind gewiß nicht in dem Berdacht, einem einzelnen Stande zum Besten der Gastwirte einer partiellen Aufhebung zu lieb Ausnahmebestimmungen zu befürworten und der Gewerbefreiheit das Wort zu reden. Dieser einzelne Gewerbestand nimmt aber durch den Ausschank der geistigen Getränke eine besondere Stellung ein, welche Vorsichtsmaßregeln berlangt. Es wird niemand leugnen, daß, je größer die Anzahl der Wirt13. Juli, den Gedenktag der Schlacht bei Tannenberg ſeſt- schaften ist und je uneingeschränkter die Zahl derselben lich zu begehen. Eine Schilderung der Schlacht aus einem Roman von Sienkiewicz wird in vielen Tausenden von keit zum übermäßigen Alkoholgenuß in einer das vermehrt werden kann, die Verführung und Möglich Volkswohl in fittlicher, finanzieller und wirtschaftlicher in der Gegenwart durch rasches und reichliches VerBeziehung gefährdenden Weise zunimmt. Der Schuß der dienen besonders der Versuchung des Alkoholmißbrauchs ausgesetzten Arbeiterklasse, sowie der ſittlich noch UnJugend männlichen und weiblichen Geschlechts, verlangt gefestigten, Ungereiften und Schwachen, besonders der Bosen. Die Polen gedenken am fommenden Sonntag, Exemplaren als Voltsbuch verbreitet. Erntemonate, wo Scheunen und Höfe mit Stroh und Heu gefüllt zu sein pflegen. Werden die Aufsichtspflichtigen bei einem durch Kinder verursachten Brande von einer Feuerihnen der Beweis der geübten genügenden Aufversicherungs- Gesellschaft auf Schadensersatz belangt, so liegt sicht ob.- Auch sei auf die Verordnung von 1856 hingewiesen, wonach Kaufleuten der Verkauf oder die Abgabe von Streich feuerzeug an Kinder verboten ist. die mit Recht so beliebte Seuchelheimer Kirmeß ** Kirmeß. Am nächsten Sonntag und Montag findet statt. 9 - Die kleinste Schule in Hessen dürfte die in Friedrichsdorf bei Liebenau sein, die von ganzen 8 Schülern besucht wird. Gekürzter Stil. Die Provinzialdirektion Rheinhessen, das Kreisamt, sowie die Kreisschulkommission Mainz richten an die ihnen unterstellten Dienststellen und deren Beamte folgendes Ausschreiben:„ Durch unser Amtsblatt Nr. 7 vom 2. Juni 1881 ist auf höhere Weisung bereits angeordnet, daß bei den lleberschriften ( dem sogenannten Kopfe) der an uns zu erstattenden Berichte die Ausdrücke unterthänig" oder„ gehorsamst" in Wegfall kommen sollen. Wir empfehlen Ihnen auch in den Berichten selbst sich zukünftig aller überflüssigen sog. Devotionalien, wie gehorsamst", submissest", ergebenſt"," geneigtest", gefäßigst" usw., zu enthalten. Bravo!( Red.) ** Wie man sich fühle Zimmer schaffen kann. Heiß brennen die Sonnenstrahlen, und wir klagen über unerträgliche Hize. Wir entfliehen der heißen Straßenluft und ziehen uns in unsere fühlen Gemächer zurück. Jedoch der Temperaturunterschied zwischen außen und innen ist so ring, daß er uns nur eine zeitlang erfrischend erscheint, im Sinne der Reinheit, sondern im Sinne der Kühle. bald jedoch ermattend und ermüdend wirft. Wieder verlangen wir nach frischer Luft; freilich nicht wie im Winter Deffnen wir aber das Fenster, so strömt selbst auf der Schattenseite noch mehr Hiße ein, denn Alles strahlt Wärme Winter. Wie muß man die Ventilation regeln, um eine aus. Da ist denn die Ratlosigkeit oft noch größer als im einigermaßen erträgliche Temperatur zu erzielen? Ein regelzweck, sondern man muß ein bestimmtes Prinzip verfolgen. loses, gelegentliches Deffnen der Fenster hat gar keinen Württemberg. Die Abgeordnetenkammer sprach sich heute mit 43 gegen 34 Stimmen für die Einführung einer obligatorischen Besteuerung der Warenhäuser durch die Gemeinden aus. Die Regierung wollte nur eine fakultative Steuer. Ein Antrag der Steuer- Kommission, die vorgeschlagene Warenhaussteuer ganz fallen zu lassen, wurde mit 49 gegen 27 Stimmen abgelehnt. Der König von Jtalien reist in der Nacht gebieterisch, daß man die Gelegenheiten auf das nötige Jm hygienischen Institut der Hochschule zu Best sind dazum Freitag von Mailand nach Rußland ab und trifft am Sonntag früh in Petershof ein. Der Besuch am deutschen Kaiserhofe ist für Ende August in Aussicht genommen. Er wird drei Tage in Anspruch nehmen. Die zu Ehren des Gastes geplante Parade ist auf den 30. August festgesezt worden. Der Bar wird den Besuch des italienischen Königs im Januar erwidern. Wie der König Zanardelli mitgeteilt haben soll, will Kaiser Nikolaus an den Tauffeierlichkeiten für den italienischen Königssprossen teilnehmen, dessen Geburt im Dezember erwartet wird. Rußland. Der Entbindung der Barin wird in Barskoje Selo bereits für Ende August entgegengesehen. Wie es heißt, will der Kaiserhof, sobald die Barin wieder reisefähig ist, für mehrere Monate nach Livadia in der Krim übersiedeln. London. Die Besserung im Zustande Chamberlains macht gute Fortschritte, er hatte eine gute Nacht verbracht. Die Verwundung des Kolonialministers war doch ernster, als anfänglich angenommen wurde. Er hat alle für diese Woche eingegangenen Verpflichtungen einschließlich des Vorsizes beim Krönungs- Reichs- Bankett in der Guildhall am Freitag aufgeben müssen. Chamberlain verbleibt vorläufig im Krankenhause. * Für Ende dieser oder Anfang nächster Woche wird in England das Eintreffen Lord Kitchners aus Südafrika erwartet. Dem„ Besieger der Buren" Je mehr das Bedürfnis hinaus errichtet werden, umsomehr müssen die Wirte, um existieren zu können, auf Verdienst bedacht sein. Der finanziell gutstehende Wirt kann auf Ordnung in seinem Hause halten, er ist nicht auf die letzten Pfennige angewiesen, er kann den unmäßigen weiteren Ausschant verweigern, während der über das Bedürfnis, in scharfem Konkurrenzkampf arbeitende, vielleicht auch nur als 3apfer einer Großbrauerei bald hier, bald dort etablierte Wirt leicht der Gefahr unterliegt, auch auf unreelle und die Mäßigkeit und Sparsamkeit der Gäſte bedrohende Weise Geld verdienen zu wollen. Nachdem in legter Zeit im preußischen Landtag ernst und eingehend über die Alkoholgefahr verhandelt worden, brauchen wir nicht weiter auszuführen, wie nötig es ist, zu verhüten, daß die Anzahl der Wirtschaften, der Quellen des Alkohols, zunimmt. Dies würde sofort der Fall sein, sobald volle Konzessionsfreiheit in ungesunder Weise eingeführt würde. Das Großkapital würde dann noch mehr Wirtschaften errichten, abhängige Wirte hineinseßen, andere altrenommierte Wirtschaften zu Grunde richten und schließlich auch den von ihm abhängigen und scharf verpflichteten Wirt nicht auf seine Kosten kommen lassen und so das Proletariat vermehren. So würde, was tief zu beflagen wäre, der ehrbare Wirt stand, dessen VerMan hielt im Sommer Wochen hindurch die Fenster zuerst am Tage offen und nachts geschlossen, dann umgekehrt und verglich dabei stets die Temperaturen der freien Luft mit derjenigen im Bimmer. Dabei ergab sich, daß bei am Tage ebenso hoch stieg, wie im Freien. Waren dagegen die Fenster geöffneten Fenstern die Temperatur im Zimmer beinahe im Bimmer viel gleichmäßiger und fühler, mindestens 7 am Tage geschlossen und des Nachts offen, so blieb die Luft Grad Celsius niedriger als im Freien. An Tagen mit hohen Außentemperaturen war der Unterschied besonders groß. Dieser Vorteil läßt sich also einfach durch eine zweckentsprechende Handhabung des Deffnens der Fenſter erreichen. indem als Regel befolgt wird, daß die Fenster am Tage verschlossen und möglichst verdunkelt, des Nachts aber offen gehalten werden. Dabei kann urgehindert die frische Nachtlust in unsere Zimmer eindringen und Wände nnd Innenluft fühler erhalten. Unterstüßen wir diese wohlMöbel abkühlen, welche dann ihrerseits wieder am Tage die thuende Ventilation Nachts noch durch das Deffnen der Thüren, so werden bei Tag und Nacht unsere Zimmer von einer angenehmen Temperatur erfüllt sein. Und auch dies trägt bei zur Freude und Zufriedenheit im Leben! Aus Hessen und Aus Hessen und Nachbargebieten. 1. Lehnheim b. Grünberg, 8. Juli. Von einem plötzlichen Tode wurde beim Baden im Mörlauer Teich ein 25jährige jur in be Go pla übe fich nu de fal geg mir bet wef trac rege Ma ftäd find wer ein 40 4 Sd Fab Dien aus find Sie Der Leun ฐ geflo ber der Lud 5 p leug schu 30 Sie aus entwe fef her Ja ha Ste das zent und Pr 06 heir im 5 tend durch je if unerfahren men verdrängt legten Grund haden leiden, Wirtschaften Abnahme der ördert würde. enswert, daß, en durch Orts t werde und arf der Nach darauf bezüg ände so biel Rhein- MainBehandlung weis aus. cherungsanstalt Großherzogtum der Blitzschäden nd bor, don maßlich durch біев набези tstandene Be 71097, bezw. der büßten bei ürgerliche Ge ufsicht über eine jährigkeit oder tandes der Be Schadens ver widerrechtlich Denn er feiner Schaden auch n würde. Die welcher die ernimmt." für Eltern, ltigen Ueber den Zeit der Stroh und chtspflichtigen n einer Feuer Langt, so liegt enden Auf n 1856 hin oder die Abverboten ist. Montag findet er Kirmeß Dürfte die in e von ganzen on Rheinulfommiffion Dienststellen Durch unser auf höhere leberschriften erstattenden " gehorsamft" 1 Ihnen auch überflüssigen ,, submisseft", zu enthalten. fann. Heiß über unerträg traßenluft und Jedoch der innen ist so hend erscheint, Wieder ver vie im Winter der Kühle. Selbst auf der ftrahlt Wärme rößer als im eln, um eine ? Ein regel gar keinen zip verfolgen. Best find da orden. Man ſter zuerst am fehrt und ver Luft mit der ß bei am Tage immer beinahe gegen die Fenfter so blieb die Luft mindestens 7 An Lagen mit bied befonders urch eine zwedr Fenster erDie Fenster am Nachts aber bert die frische d Wände nnd er am Tage die vir diefe wohl bon as Deffnen der ere Bimmer 5 Und auch dies Leben! gebieten. einem plöglichen ein 25jährige * junger Mann namens Nau ereilt. Man vermutet, daß ein Hamburg. Der Seeamts- Spruch gegen den Führer Schlaganfall die Ursache gewesen ist. Der Ertrunkene steht des Dampfers Firsby, welcher das Torpedoboot S. 42 am 24. Juni in den Grund bohrte, lautet auf schuldig an dem in gutem Rufe. Unfall. Is. Marburg, 8. Juli. Der letzte Festtag unserer hessischen Sänger zeigte trotz der fast unerträglichen Sommerhige einen ungemein starken Besuch des Festlich plazes, der am Abend den des Hauptfesttags fast noch übertraf. Zu dem Spaziergang nach Siegeslust hatten fich am Vormittag 150-200 Teilnehmer vereinigt. Seligenstadt, 6. Juli.( Die Heidelbeeren,) die „ Perlen des Speffarts", find heuer im Freigerichte" nur spärlich geraten. In den größeren Maingemeinden der Umgebung werden sie gegenwärtig zu 10 Pfg. per Schoppen verlauft. Im Vorjahre war dasselbe Quantum schon für 6 Pfg. erhältlich. Auch die Kirschenernte ist in den nahen Spessartausläufern ungünstig ausgePro Pfund Kirschen werden 30 Pfg. berlangt, gegen 12 bis 8 Pfg. in firschenreichen Vorjahren. k. Mainz, 8. Juli. Das neue Krematorium wird bis 1. April dem Betriebe übergeben. Es wird bei allen Stremationen aus den Rheinlanden und Nordwestdeutschland als am vorteilhaftesten gelegen in Betracht kommen. Alsbald nach Eröffnung wird ein ge regelter Dienst für die Verbringung der Leichen nach Mainz eingeführt. Die Gebühren sind seitens der städtischen Verwaltung noch nicht definitiv festgesetzt, sie sind jedoch vom Verein wie folgt vorgeschlagen und werden wahrscheinlich so zur Einführung gelangen: Für ein Familiengrab im Urnenhain von 70 zu 80 Zentim. 40 Mt., für eine Marmor- Urnennische für 1, 2 oder 4 Aschenurnen Mt. 250, 400, 800. Aus dem Gerichtssaal. Schöffengerichtssitung. Gießen, 8. Juli. Vorsigender ist Amtsgerichtsrat Dr. Gebhardt. Schöffen find die Herren Kurt von Münchow und Fabrikant Mylius. Zu erst wurde das am vorigen Dienstag ausgesetzte Urteil gegen den Dienstmann Karpf aus Gießen verkündigt. Es lautet auf Freisprechung. - Drei Bahnbedienstete, Otter, vöts und Krah, find wegen gemeinschaftlicher Körperverlegung angeklagt. Sie sollen den stud, med. vet. Bachel berhauen haben. Der Letztere ist als Nebenkläger durch Rechtsanwalt Leun vertreten. Rechtsanwalt Katz verteidigte den Angeklagten Otter. Dieser wird zu 25 Mt. ev. 5 Tage verurteilt. Die übrigen wurden freigesprochen, obwohl der Staatsanwalt auch ihre Bestrafung beantragte.- Ludwig Klein aus Frankenbach hat einem Arbeiter 5 oder 6 Mt. gestohlen. Er ist mehrfach vorbestraft, leugnet aber hartnäckig. Er erhält 4 Wochen Gefängnis. Die Haufiererin Frau Morian Ehefrau ist bcschuldigt, eine goldene Vorstecknadel im Werte von 30 M. dem Kellner Franz Jermes entwendet zu haben. Sie wird jedoch freigesprochen. Kaspar Schmidt aus Altenbused hat einem Arbeiter ein paar Schuhe entwendet. Auch er erhält 4 Wochen Gefängnis. Vermischtes. * Der Nestor unter den deutschen Augenärzten Professor Dr. Richard Förster in Breslau, einer der hervorragendsten Schüler Graefe's, ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Er war Mitglied des preußischen Herrenhauses. * Hallschlag.( Enorme Steuern.) Den kommunalen Steuerreford in Preußen hält, soweit bekannt ist, zur Beit das Eifeldorf Hallschlag. Dort werden nahezu 1000 Brozent Buschläge erhoben und zwar 536 Prozent auf die Realund 358 Prozent auf die Einkommensteuer. Hierzu noch 88 Brozent Kirchensteuer macht sage und schreibe 982 Prozent. Obendrein ist der arme Ort legthin von einem großen Brande heimgesucht worden. * Göttingen, 8. Juli. Eine Säbelmensur soll fürz auf Hofmannshof zwischen dem Leibburschen des Kronprinzen und einem Angehörigen einer hiesigen Burschenschaft stattgefunden haben. Ursache dazu soll die vor mehreren Monaten auf einer Bonner Borussenfeier von einem hochgeborenen Fuchsen gethane mißachtende Aeußerung So erzählt man sich auf der Bierbanf.(?) gewesen sein. * Heiligenstadt, 7. Juli. Ein Mann vom Dorfe tommt dieser Tage in die Druckerei der hiesigen Zeitung fommt dieser Tage in die Druckerei der hiesigen Zeitung und fordert für 10 Pfg. doppelfohlensaures Nashorn. Der Mann meinte damit doppelfohlensaures Natron. Es wurde dem guten Manne bedeutet, daß eine Buchdruckerei Medikamente nicht führe. Jener erwiderte: " Ich hänn dach recht, man hett mich in de Drogerie geschiffet und nun bänn ich dach hie in der Druckerie." Au! * Was sollen wir machen? Auf dem Bahnhof eines schwäbischen Städtchens spielte sich folgender ergöhlicher Vorfall ab. Zwei feingekleidete Damen hatten, im eifrigsten Gespräch begriffen, sich auf dem Bahnsteig aufgehalten, als sie plöglich auf einen Bahn bediensteten mit dem Nufe zustürzten:„ Um Gottes Willen, lieber Herr, unser Zug ist fort! Was sollen wir machen?" Mit der Gemütlichkeit, die den echten Schwaben ziert, antwortet der Wackere: Beim nächst a net so lang schwäga!" * Eine Riesenhöhle, die zu den schönsten in Europa zählen dürfte, ist in der Schweiz joeben zum erstenmale erforscht worden. Ihr Eingang liegt bei dem Dorfe Stalden im Muottathale, nicht weit von Schwyz am Fuße des Pragel. Ihre Erforschung war schon oft geplant worden, aber die Wassermengen, die Steilheit der Abhänge, das niederstürzende Gestein hatten sie bisher verhindert. Vier fühne Alpinisten aus Zürich haben nun soeben eine große Entdeckungsfahrt in die Höhle unternommen. Mit Lebensmitteln für acht Tage, 5000 Meter langen Seilen, Leitern und Acetylenlampen ausgerüstet, sind sie am vergangenen Freitag in die Grotte eingestiegen und erst am Sonntag Mittag wiedergekommen. Die Bewohner Staldens schickten sich schon an, die Verlorengelaubten zu suchen. Die Forscher haben sich von Schlund zu Schlund, von Saal zu Saal, bis zu einer Entfernung von 2750 Meter vom Eingang vorgewagt. Bei dieser Entdeckungsreise von 46 Stunden haben sie eine Fülle von Naturschönheiten gefunden: Säle, die wundervoll mit Stalaktiten geschmückt sind, und unterirdische Gießbäche, die mächtig genug sind, um Sägewerke zu treiben. Diese Resultate haben sie für die Anstrengungen und Wagnisse ihrer Forschung, die nicht ohne Gefahr war, reichlich entschädigt. Akademische Nachrichten. - Die Heidelberger Bibliothekar- Frage wurde heute durch die Ernennung des Bibliothekars Prof. Dr. Jakob Wille zum Oberbibliothekar erledigt. Die Privatdozenten Dr. Hatschek und Dr. Bruno Schmidt von der juristischen Fakultät, ebenso der hiesige Bürgermeister Dr. Walz, der an der Universität badisches Verwaltungsrecht und verwandte Disziplinen lieft, wurden zu a. o. Professoren ernannt. Der a. o. Professor für Chemie an der Universität München Dr. Karl Hofmann erhielt einen Ruf als Ordinarius nach Basel. Zürich. Der eidgenössische Schulrat untersagte am letzten Samstag Herrn Professor Sattschif am Polytechnikum die Fortsetzung seiner Vorlefungen über Stunft, Kultur und Religion im Mittelalter. Darob herrscht lebhafte Bewegung unter den Studenten. Saitschif hatte eine sehr zahlreiche Hörerschaft. schaft. In Breslau ist der Direktor der Unt versitäts- Augenklinik, Geheimrat Prof. Dr. Richard Förster, vorgestern im 78. Lebensjahr gestorben. - - 0000000010000000 Geschäftsverlegung! anniwee Mit Heutigem verlegte ich mein Uhren- und Optisches Geschäft nach Seltersweg 2 I im Hause des Herrn Kaufmann Adolf Geiße. Indem ich jetzt über bedeutend größere Lokalitäten verfüge, habe ich mein Geschäft bedentend vergrößert und bin im Stande, allen Anforderungen gerecht zu werden. Karl Ramstock, Uhrmacher und Optiker. 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In einer hochoffiziösen Auslassung ber Wiener Montagsrevue" wird nunmehr der Berlauf der Dresdner Begegnung der beiden Kaiser nochmals furg sfizzirt und namentlich die große Herzlichkeit im Verkehr Raiser Wilhelm mit seinem taiserlichen Freund und Verbündeten betont, aus welcher Darstellung allerdings hinläng lich die völlige Grundlosigkeit jener Gerüchte erhellt. - Die ständige englische Garnison in Südafrika soll 50,000 Mann der verschiedensten Waffengattungen umfassen. Ferner soll durch alle Mittel die Anfiedelung von Reservisten und verabschiedeten Soldaten in dem annectirten Gebiete gefördert werden, damit falls dies notwendig werden sollte, sofort eine allgemeine Mobilmachung erfolgen fönne. Die Straßburg, 9. Juli. In Bischweiler wütet seit heute Morgen in dem Lagerhause der Jute- Spinneret und Weberei ein großes Schadenfeuer. vernichteten Bestände an Rohmaterialien werden auf ca. eine halbe Million Mark geschägt. Eine Abteilung der Straßburger Feuerwehr weilt an der Brandstätte. Klagenfurth, 9. Jult. Der große Marktflecken Cotschach im Gailthale steht in Flammen. Der halbe Ort ist bereits niedergebrannt. General Dewet erhielt ein Angebot von 250 Pfund Sterling pro Woche und freie Reise, wenn er in Auftralien eine Vorlesungs- Turnée(!) unternehmen wolle. Paris, 7. Juli. Bei dem gestern in Fort de Vincennes stattgehabten Preisturnen gab Kriegsminister André auf die Begrüßungsansprache des national istischen Abgeordneten Pierre Richard folgende Antwort: Ste sprachen von der Annäherung aller Franzosen. Ja, wir wollen eine solche, aber nicht mit jedermann. Wir wollen uns mit allen Leuteu verföhnen, die ehrlichen Glaubens find, aber nicht mit denen, die sich nicht gescheut haben, das Ministerium Waldeck- Rousseau während der Wahlen als Staatsminifterium des Auslandes zu behandeln. Mit diesen Leuten können wir uns um keinen Preis versöhnen. Sodann fuhr der Kriegsminister André fort: Wenn meine politische Meinung redikaler Richtung iſt, so kommt das daher, daß ich als Direktor der staatlichen Munitionsfabrik in Vincennes die Erfahrung gemacht habe, wie häufig man bei den Arbeitern Bet spiele von Opferwilligkeit, Selbstlosigkeit und edelster Gesinnung findet. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr. 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, jeglicher Art, Dienstboten und Behr. zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern( Arbeitern lingen) unentgeltlich Arbeit zu bermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Bäckergeselle 1 Spengler, 1 Schloffer, 1 Hausbursche oder Bureaudiener, 1 Fahrbursche 1 Kinderfrau, 1 Dienstmädchen, 1 Bureaudiener oder Kassenbote. Nachfrane der Arbeitgeber: 1 Bäckergeselle, 1 Schreiner, 1 Schlosser, 6 Dienstmädchen, 2 Lauffrauen. Lehrlinge: 2 Bäder, 1 Friseur, 1 Schlosser, 2 Schuhmacher. 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