Samstag, den intenstehenden, gsbezirk West hochintereijant England nit Freunden 5 Zimmer, Mansarde 1. Oktober zu vermieten Näh. Löberstraße 8. bl. Zimmer in rubige Nähe der Kliniken per vermieten. der Exped. d. Bl. str. 18, 1. Stod, Balkon, Badezimmer. leichplay 2c., ist weg Der 1. Oft. zu verm. Zimmer im 1. Stod nieten. ig, Schulstraße 10. von Herrn Bauineres innegehabte icestraße 18 ist ander mieten. inweg 23 sind zwei hnungen nebst Bad, allem Zubehör, zum bermieten. Näh. 71. milienlogis, ebst Zubehör im mitt: per 1. Juli zu verSrünbergerstraße 22. auch bei Hrch. Fab, traße 20. 829 Stübchen e Möbel zu verm. tabt 77, I. Stod. Auguft eine Sohnung 11. 2. Seltersweg 14. gerichteter Laden Sellersweg 14. en Neubauten, 29 und 31 sind noch edenwohnungen mit fort der Neuzeit ent ingerichtet, vom 1. Juli ieten. Bismardstraße 32, II 5- Zimmerwohnmit allem Zubehör, so: Eckladen, elekt. Licht. berm. Löwengaffe 27. em Neubau Goethe, sind der Parterrestod nebst 2 Entresolzimmer nda), die Beletage( 5 Fremdenzimmer nebit Beranda), die Manfarbe immer nebst allem ZuSept. oder Oktober zu ahn, Löberstraße 17. oßer Laden 1097 hne Wohnung zu ver Appel, Löwengasse 20. Wohnung, bestehend aus immern u. Kabinett zu Löwengaffe 20 n ftrase 37 erfte Etage 6 Zimmer, Badezimmer, Gai tenanteil mit allem , per 1. Oftober zu ber Näh. Weftanlage 44. einem erfauften Haufe ergerftrake 5 find Bar owie Beletage, neu herge 6 Zimmer, Badezimmer u Zubehör, per fofort zu ver mann, Websteinftr. 40. Stod mit allem Zubehör Oftober zu vermieten. 5- Bimmerwohnung im Nr. 181. Zweites Blatt. Donnerstag, den 7. August 1902. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1 50. Gratis beilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Gießener 11. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen, wie ganz Oberhessen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pig sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Erpedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Zur Ergänzung des Falles Löhning. Es ist wahr, was die nationalliberale„ Straßb. Post" in ihrer scharfen Beurteilung des Falles Löhning sagt, daß derselbe im Grunde gar nichts Ueberraschendes biete; sie habe nicht ausgerufen:" Ist so etwas wirklich möglich?", sondern sie habe sich ganz ruhig gesagt: Es ist also noch immer so". Und dann habe sie sich einiger Fälle Löhning erinnert: Des Falles Löhning", in dem ein außergewöhnlich leistungsfähiger und hochbegabter Beamter auch er war zufällig ein Rat zweiter Klasse zur Einreichung seines Abschiedes gezwungen wurde, weil er die Dame geheiratet, die ihm, dem vereinsamten Wittwer, das Hauswesen geführt hatte; des " Falles Löhning", in dem ein hoher Offizier Oberst, also auch ein Rat zweiter Klasseverabschiedet wurde, weil er, ebenfalls ein Wittwer, ein wohlgebildetes, tadelloses und vermögendes Mädchen Heiraten wollte, dessen Eltern ein großes Wollwarengeschäft besaßen, in dem auch die Tochter mit thätig gewesen war; des" Falles Löhning", in dem ein vielversprechender junger Leutnant, der mit Leib und Seele beim königlichen Dienst war, den Rock des Königs ausziehen mußte, weil er die Tochter der Wittwe eines Universitäts- Bibliothekars, bei der er mehrere Jahre gewohnt hatte, heiraten wollte. Der Regimentskommandeur, ein wohlwollender und dem jungen Leutnant durchaus freundlich gesinnter Mann, erklärte diesem gegenüber ausdrücklich, daß gegen die junge Dame weder der Herkunft noch der Person nach irgend etwas zu erinnern sei, daß aber der Umstand des gewerbsmäßigen Zimmer" gewerbsmäßigen Zimmer vermietens" seitens der Mutter fie unmöglich mache. Und ist es etwa etwas anderes als ein " Fall Löhning", wenn ein junger Mann, wissenschaftlicher Hülfslehrer und Doktor der Philosophie, der seiner einjährig- freiwilligen Dienstpflicht mit be sonderem Eifer und von seinen Vorgesezten anerfanntem Erfolg genügt hat, nicht zum Reserve- Offizier für qualifizirt erachtet wird, weil sein Vater Bedell an einem Gymnasium ist? Von zwei Brüdern, Söhnen des Besizers einer bekannten großen Tuchhandlung, die ihrer Militärpflicht als Einjährige in einem und demselben Cavallerie- Regiment genügt hatten, wurde der eine, Referendar, zum Reserve- Offizier befördert, der andere, obwohl er dienstlich der tüchtigere war, nicht. Nach Jahren stellte es sich In eigener Sache Richter. Roman von L. Haidheim. ( Nachdruck verboten.). ( Fortsetzung.) Durch die herzlichen Beziehungen, welche auch Frau von Wazlaw zu der früher so oft fühl übersehenen, bescheidenen Cäcilie Frohberg anknüpfte, entspann sich ein täglicher Verkehr der Verwandten, der Marias Mutter um so notwendiger wurde, als sie zuerst ihre stolzen Mutterträume von der glänzenden Carriere, dann nach und nach leise aufdämmernde Sorge in das teilnehmende Herz der Jugendfreundin niederlegen konnte. Sie war nur mit sich und Maria beschäftigt; ihre jüngeren Kinder interessierten sie taum, für die mochte der Hauslehrer Sorge tragen und die Bonne, welche man nun doch noch gemietet. Marias Stellung- Marias Bufunft eine glänzende Heirat, das war der sich stets wiederholende Ge Marias Chancen für dankengang der Egoistin, die in der Tochter ,, Erfolg" zulezt doch immer nur die eigene Zukunft sah. Graf Jofeph, welcher, in Krapolno ihr einziger Gesellschafter, alle Tage dasselbe Thema anhören mußte, haßte es um so glühender, als ihm diese herzlose Frau damit jede sanfte und ruhige Stimmung verdarb und ihm unmöglich machte, ein besserer Mensch zu werden.- Und das war doch sein Zweck- sein Biel seit Lischa und er fast täglich ernste und eingehende Unterhaltungen führten über die Nichtigkeiten des Lebens, welches ohne Arbeit und Nugen für andere vergeht. Während die holde Lischa sich zur Aufgabe gestellt, den ver= irrten Vetter, der für sie eben nicht mehr war als irgend ein anderer Mensch, auf den rechten Weg zurückzuführen, hörte er ihre lieben ernsten Vorstellungen mit dem ehrlichen Dank einer guten und bereuenden Seele an, faßte eine Unmasse der besten Vorsäge und dachte dabei doch fortwährend: Welch rasendes Glück so geliebt zu werden, wie dies süße Geschöpf mich liebt." Er hätte ja tein Mensch sein müssen, um sich darüber nicht seinerseits täglich tiefer in eine Liebe zu verstricken, die im Anfange nichts war, als geschmeichelte Eitelkeit und die jest, dank Lischas Bemühungen um Vetter Josephs Seelenheil und um feine innere Bertiefung, zu einer Gewalt erstarkte, von welcher er selber so wenig eine Ahnung hatte, wie sie. Dennoch blieb er Ludwigsplay 14 Zimmer per 1. Auguft berm. Websteinfir, 22, 11. möbl. Zimmer fofort u mieten. Näh. Martiplay 22 im Laden. Hause Nordaniage 7 ag mit Bad, Balfon und onftigen der Neuzeit ent Den Einrichtungen zu ber elegante 6-3immer Näh. Frankfurterftr. 29, so weit Herr seiner Besonnenheit, daß er sie diese„ thörichten Gefühle nicht einmal ahnen ließ. Lischa hatte ihn ja von Anfang an so oft genedt mit seinen nie versagenden, nie fehlenden Höflichteiten, und ihn so oft scherzend gefragt, ob er etwa darin seinen heraus, daß seine Zurücksetzung mit dem Umstand zusammenhing, daß er im Geschäft seines Vaters thätig war und dort gelegentlich auch beim Verkauf mit angriff. Das war als ungeeignete Stellung" angesehen worden, und so brachte der junge Kaufmann es schließlich nur bis zum Unteroffizier. Ist das kein " Fall Löhning"? Zum Schluß sei noch ein Fall erwähnt, in dem der Sohn eines reichen und angesehenen Kaufmannes, Besitzers vieler Ehrenämter, ein junger Mann von seiner Bildung, stattlicher Erscheinungung und besten Formen, der mit ungewöhnlich Eifer als Einjähriger gedient hatte und bei seinen Vorgesetzten ohne Ausnahme sehr wohl gelitten war, mit brennendem Schmerz darauf verzichten mußte, Reserve- Offizier zu werden, weil der Vater Jude war und nicht die ,, Vorsicht gehabt" hatte, wenigstens seine Kinder taufen zu lassen. Ist das nicht auch in seiner Art ein Fall Löhning"? Am Schluß seines Artikels sagt das Straßburger Blatt:„ Wenn das nicht Sozialdemokraten züchten heißt, dann wissen wir es nicht." XV. General- Versammlung des Zentralverbandes deutscher Kaufleute u. Gewerbetreibender. Leipzig, 4. August. = Der heutigen Generalversammlung des Rentralverbandes deutscher Kaufleute und Gewerbetreibender, die unter dem Vorsitz des Präsidenten Hugo Geest Leipzig im Saale des Zoologischen Gartens tagte, wohnten als Ehrengäste eine Anzahl Mitglieder der Leipziger Handelskammer und der Gewerbekammer bei. Auch der Gründer des Verbandes, Senator Schulze Gifthorn, war anwesend. Nach der Erstattung des Geschäftsberichts und Erteilung der Decharge wurde zunächst ein Antrag des Vereins Berliner Kolonialwarenhändler auf Schaffung eines gemeinschaftlichen Rechtschutzbureaus zur fostenfreien schriftlichen Auskunfts- und Raterteilung an alle Mitglieder des Zentralverbandes beraten. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Ein Antrag des Verbandes Thüringer Staufleute, daß die dem Zentralverband angehörenden Vereine sich verpflichten, alle von ihnen behandelten Fälle des unlauteren Wettbewerbs und decen Bekämpfung zur allgemeinen Kenntnis zu bringen, wird angenommen und besonders die Lebensberuf sehe, daß ihr jetzt schon gar nicht auffiel, wie er eigentlich nur für sie hätte leben mögen. Im Grunde fand sie auch wenig Zeit dazu über diese Ve= weise von Vetter Josephs Verehrung nachzudenken. Frau von Frohberg war in Bezug auf praktische Tüchtigkeit ihres Vaters echte Tochter; wenn sie und Lischa daheim auf dem Gütchen hausten, dann spielten sie nicht die großen Damen, eine Rolle, die übrigens Cäcilie Frohberg nie gepaßt, sondern die sorgsamen Hausfrauen, die mit kleinen Mitteln zu rechnen hatten und wer fonnte es wissen? vielleicht auch immer rechnen mußten. Und jezt, wo der Herr des Hauses nicht mehr wie sonst nach allem sah, weil er fast immer in Slaino, oder sonst wo zu thun hatte, mußte Frau von Frohberg der Tochter mehr Pflichten als früher auferlegen und selbst die des Sohnes übernehmen. In einer großen schloßartigen Villa hatte die Erzherzogin Isabella für den Winter Wohnung genommen und in einem nach Norden gelegenen Zimmer derselben, stand Maria von Wazlaw am Fenster und schaute tief verſtimmt, ja erbittert vor sich hin auf den entlaubten Wald und die kahlen, halb verschneiten Bergwände in der Nähe, und darüber weg auf die weißen Häupter des Erzgebirges, von wo ein eisiger Nordost herüber wehte. Dies Leben war ja ärger als Gefangenschaft!" grollte sie in sich hinein. Immer in dies Zimmer hinein geschickt zu werden, wenn Mutter und Tochter Besuche empfingen, mit dem fie offenbar allerlei Geheimes zu reden hatten, in dies öde, fahle Zimmer, in welches weder Sonne noch Mond schien! Und wenn die fürstlichen Damen etwa miteinander allein zu sein wünschten, dann hieß es huldvoll:„ Liebe Baronesse, nun sollen Sie einmal sich selbst gehören, wir werden Sie benachrichtigen, wenn wir Ihrer wieder bedürfen." O, wie sie es haßte, so sich selbst überlassen im einsamen Bimmer figen zu müssen; sie war nicht innerlich genug in sich einzufehren, sie hatte sich so fest eingebildet sich amüsieren zu fönnen, in Glanz und Lust dahin zu leben, nichts von dem allem war ihr geworden, dagegen Enttäuschungen über Enttäuschungen. Heute wieder. Graf Kolonis war von Wien zurück mit einem Haufen Neuigkeiten und da schickte man sie fort Und wenn sie noch hätte hinauslaufen können auf die Straße, sich Bewegung zu machen: Karlsbad im Sommer mochte ja reizend sein, im Winter erschien es ihr schrecklich, aber selbst auf den öden Straßen wäre es doch beijer gewesen wie hier in diesem Gefängnis. Maria dachte noch an den ersten Tag, den sie hier in Karlsbad verlebt! Die Mutter tröstete damals:„ Das wird Veröffentlichung in der Kolonialwarenzeitung und in den Mitteilungen des Zentral- Verbandes empfohlen. Ebenso wird der Antrag des Detaillisten- Verbandes für Hessen und Walded: Die Generalversammlung wolle beschließen, den Vorstand zu veranlassen, an das Reichsamt des Innern eine erneute Eingabe zu richten wegen Abänderung des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes, special des Ausverkaufswesens gut geheißen. Bei den Berichten über die bisher mit dem RabattSparverein gesammelten Erfahrungen sind die Meinungen sehr geteilt. Aus Berlin, Hannover, Magdeburg lauten die Berichte von den Rabatt- Sparvereinen günstig, die Vertreter Hamburgs erklären sich gegen die Rabatt- Sparvereine, da sie in ihnen ein unreelles Stampfmittel sehen. Ein entschiedener Antrag wird zurückgezogen und die Berichte lediglich zur Kenntnis genommen. Es wird dann die Wiederholung der Eingabe an den Reichstag betreffend Aenderung der Reichsgewerbeordnung, daß die nächtliche Ruhepause der Angestellten allgemein aus 10 Stunden bemessen werde, beschlossen. In der Debatte tadelte Kaufmann Franz VogelBreslau scharf das Vorgehen des Breslauer Deutschnationalen Verbandes der Handlungsgehilfen und der socialdemokratischen Handlungsgehilfen Breslau wegen Einführung des obligatorischen 8 Uhr- Ladenschlusses. Bei der Beratung des Antrages, daß in Städten über 300 000 Einwohner die Ortspolizeibehörde die Ausnahmetage, an denen die Geschäfte bis Abends 10 Uhr geöffnet sein können, auf 60 erhöhen darf, bemerkt der Referent J. H. Clase n- Hamburg, daß die Zahl der Ausnahmetage mindestens so groß sein muß, daß an sämtlichen Samstagen die Geschäfte bis 10 Uhr offen sind. Die arbeitende Bevölkerung der großen Städte sei auf den Samstag- Abend zur Deckung ihrer Lebensbedürfnisse angewiesen. Auch gegen die Bestrebungen des Deutsch- nationalen Handlungsgehilfenverbandes, den Sonntagsgeschäftsbetrieb ganz zu be seitigen, sei Front zu machen. Ein entsprechender Antrag wird mit zur Debatte gestellt. Der Antrag auf Erhöhung der Ausnahmetage auf 60 in den großen Städten wird angenommen. Den Antrag auf Verwerfung jeder Er weiterung der z. 3t. bestehenden Sonntagsruhe begründet Kaufmann Louis KörnerBerlin. Die Agitation wegen Einführung der völligen alles anders, wenn Du Dich eingelebt hast, dies einfache Zimmer ist doch am Ende nur für den allerkleinsten Teil des Tages Dein Aufenthalt! Ach, und wie oft wurde sie hierher geschickt, stundenlang; und dann merkte sie allemal, daß in ihrer Abwesenheit Dinge verhandelt wurden, höchst wichtige aufregende Dinge, die man vor ihr geheim hielt. Wie es sie kränkte, daß man ihr mißtraute! Es handelte sich um Preußen und um Krieg. Das hatte sie mehr als einmal gemerkt. Es pochte leise an der Thür. Sie ging zu öffnen, denn sie hatte sich eingeschlossen, um fich fatt zu weinen, aber der heiße Aerger hatte die Thränen getrodnet. Baronesse, ein Herr, der- Die Frau Oberhofmeisterin find bei Königlicher Hoheit, ich darf nicht stören!" flüsterte ein Kammerfäßchen. „ Ein Herr? Wer ist es- Lois'l? Baron Gorzberg? Oder-?" ,, Ganz ein fremder Herr, Euer Gnaden! Ein wunderschöner Herr, ganz gewaltig!" Und jest erst fiel es Lois'l ein, dem Hoffräulein die Karte zu bieten, die der so gepriesene Herr ihr gegeben. Maria las in der offenen Thür stehend und mit einem Jubelschrei, der durch den langen Gang bis die Treppe hinunter fchallte, flog fie über den langen Teppichstreifen lautlos dahin, Die Stufen hinab wie ein Vogel, und hätte Burkard Frohberg ihr die Arme entgegengebreitet, fie wäre ihm ohne Zögern and Herz gesunten, so ungeſtüm war die Freude. " Burkard! Lieber Vetter! Willkommen! Willkommen!" jubelte sie und hielt seine Hand in ihren beiden, so zärtlich und fest und sah ihn so glückstrahlend an, daß ihm heiß wurde vor unsäglicher Freude und das Blut ihm bis unter das Haar stieg. Lieber, bester Vetter! Welche Freude!" " Liebe Maria! Liebe Cousine Maria!" stammelten fie beide." " So warmherzig, so reizend hatte er sie nie gesehen. Er folgte ihr wie ein Trunkener, als sie ihn die Stufen hinan führte nach ihrem Zimmer, in froher Hast, ganz unbefümmert um die Blicke der Diener und um die Geseze der Etikette. Nun schloß sich die Thür! Sie war allein mit ihm, fie durfte ihrem Herzen endlich Luft machen. Und da plößlich wurde ihr anders zu Mute! Nein, fie follten es daheim in Krapolno nicht wissen, wie elend sie sich hier fühlte; die ganze Tiefe ihres Elends wollte sie ihm nicht offenbaren. ( Fortseßung folgt.) I 11 1 a at Sonntagsruhe, wie sie besonders vom Deutschnationalen| Handlungsgehilfenverband gefordert wird, schädige das faufmännische Gewerbe aufs Schwerste. Wenn es so weiter gehe, werde man bald die 36 stündige Sonntagsruhe fordern. Die tüchtigsten Gehilfen sind es nicht, die in der Frage der Sonntagsruhe am lautesten schreien. Treu und Glauben sind heute in der Gehilfen schaft eher seltener zu finden, als früher.( Sehr wahr). Das Sonntagsgeschäft kann vom Kleinkaufmann nicht entbehrt werden. Der Antrag wird unter lebhafter Zustimmung der Versammlung einstimmig angenommen. Umfange auch für den Handel mit den verschiedensten Waren zum Teil in offenen Verkaufsstellen ausgedehnt haben und dadurch den gewerblichen Mittelstand schwer schädigen, erscheint eine Einschränkung der über den Geldkredit weit hinausgehenden Thätigkeit der Raiffeisen- Vereine im Interesse des in seiner Existenz gefährdeten gewerblichen Mittelstandes des in seiner Existenz gefährdeten gewerblichen Mittelstandes dringend geboten." Aus Hessen und Nachbargebieten. Grünberg, 6. August. Ein frecher Anfall wurde dieser Tage auf einen 15jährigen Gymnasiasten gemacht, der mit einem Oberlegrer auf der Neumühle in der Sommerfrische weilte. Der rohe Mensch warf den Knaben in den Chausseegraben und schlug so lange auf ihn ein, bis ein auf der Neumühle bediensteter junger Mann heran eilte. Sofort ergriff der Unbekannte die Flucht, wurde aber nach längerer Verfolgung von dem wackeren Retter gefaßt und trotz allen Sträubens nach der Neumühle gebracht. Erst eine längere Aussprache per Snüppel konnte ihn zu dem Geständnis bewegen, daß er ein heiße und aus Groß- Eichen sei. Der Knabe hatte fünf nicht unbeträchtliche Löcher im Kopf. ** Grünberg. Ein Haupttreffer von 40 000 ME. fiel bei der letzten Ziehung auf die Kollektion Grünberg. Wer der Glückliche ist, wurde bisher noch nicht bekannt. Den Antrag der Vereine zum Schuße des Handels und Gewerbes in Schlesien auf Aufhebung der Privilegien der Konsumvereine erläutert Kaufmann Oskar Kaiser- Breslau. Die Regierung würde energischer gegen die Konsumvereine vorgehen, wenn die Beamten- Konsumvereine nicht wären.( Sehr wahr!) Es ist unerhört, daß das Beamtentum dem Gewerbestande eine solche Konkurrenz machen darf, wie es geschieht und die Heranziehung aller Stonsumvereine zur Kommunal- und Staatseinkommensteuer muß so lange gefordert werden, bis die Forderung erfüllt ist. Es wird beschlossen, in einer Eingabe an das preußische Abgeordnetenhaus und die maßgebenden Stellen in Preußen, da ja besonders in Preußen die Frage brennend geworden ist, die Abschaffung aller Privilegien der Konsumbereine und die Einführung einer beson** Weylar, 5. Aug. Anläßlich ihres 60jährigen Bederen Umsatzsteuer für Konsumbereine zu verstehens veranstaltete die hiesige Kreisschüßengesellschaft am Sonntag und Montag in der" Brählsbach ein Fremden- und Gabenschießen. Zahlreiche Schüßenvercine resp. Vertreter aus der näheren und weiteren Umgebung waren erschienen, ihre Leistungen auf schießsportlichem Gebiete darzuthun. Die Marburger Schüßen holten die meisten und besten Preise. Der Besuch des Festes war ein verhältnismäßig guter, doch dürfte das unleidliche Regenwetter Viele von der Beteiligung abgehalten haben. langen. Dem Prof. Suchsland in Berlin, der besonders warm für den gewerblichen Mittelstand eingetreten ist, wird der Dank dafür telegraphisch ausgesprochen. Kaufmann Kaiser- Breslau wendet sich dann gegen die Raiffeisen- Vereine, die dem Mittelstand eben falls das Leben sauer machen und jetzt bereits mit allem Möglichen handeln, so mit Wein, Konserven u. s. w. Die Raiffeisen- Vereine stehen mit der Centralgenossenschaftskasse, der sogenannten Preußenkasse in Verbindung, würden also mit staatlichem Gelde unterstützt, um die Existenz des gewerblichen Mittelstandes zu untergraben. Dazu sei das Geld der Steuerzahler nicht da. Im Laufe der Debatte wird noch darauf hingewiesen, daß nicht nur die Raiffeisen- Vereine, sondern auch andere Genossenschaften, die mit der Preußenkasse in Verbindung stehen, wie die landwirtschaftlichen Einkaufsgenossen schaften, die Kornhäuser, den gewerblichen Mittelstand immer mehr verdrängen. Der Staat soll endlich damit aufräumen, die Versuche der Landwirtschaft mit unserem Gelde zu bezahlen. Die General- Versammlung beschließt folgende Resolution an die geseßgebenden Körperschaften in Preußen zu richten: " Nachdem die mit staatlichen Geldmitteln arbeitenden Raiffeisen- Verbände und die Genossenschaften anderer Systeme ihren Geschäftsbetrieb in neuerer Zeit in immer größerem | betrachten Staat und Gemeinde das Fleisch leider als günstiges Es werden Verbrauchsabgaben auf dieses Steuerobjekt. wichtigste Nahrungsmittel gelegt, die bei der Preisbildung schwer ins Gewicht fallen." Geld und Silber im Taunus! Es ist nicht Scherz, sondern nackte Thatsache, man hat im Taunus, in der Nähe von Homburg, eine ziemlich mächtige Goldander getroffen, deren metallische Bestandteile nur aus Gold und Silber bestehen. Ein Bergingenieur wurde als erster auf die reichhaltige Jdce aufmerksam, als er dort in einem Stollen Arbeiten vornahm. Die authentische Prüfung der Erzproben ergab, daß der Metallgehalt ein ziemlich bedeutender ist, und daß das Verhältnis D. N) des Goldes zu dem Silber wie 1:26 steht.( Wir machen trotzdem ein großes? hinter diese Notiz. ** Frankfurt, 6. Aug.( Kriegsgericht.) Am 30. Dez. 1901 ist von Weisenau aus eine Postkarte an den Sergeanten Golibersow an der Unteroffiziereschule in Potsdam abgesandt worden mit der Adresse: An den Soldaten 2. Klasse Golibersow u. f. w. Hinten ſtanden allerei Schmeichelnamen auf der Karte, z. B. Du dickgefressener Hamster, Schwein hund us w. Am 12. März wurde wieder eine Ansichtskarte von Köln aus an den inzwischen zum Feldwebel avancirten G. abgeschickt mit der Adresse: An den Schweinhund Feldwebel so und so. Die" Ansicht" stellte einen alten Stromer bar; darunter ſtand: Schwein das biſt du! Und dann folgten wieder ganz salonunfähige Epitheta ornantia. Der Missethäter, der mit diesen Karten sein Ge= wissen belastet hat, ist nach Ansicht der Schriftexperten der 20jährige Unteroffizier R. Echeißlich von der 1. Komp. 87. Regiments( Mainz), der Schüler der genannten Schule war und am 12. März sich auf Kommando in Köln befand. Die Verhandlung wird heute zu weiterer Beweiserhebung vertagt. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr. 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. § Naunheim, 6. Aug. Einem hiesigen Arbeiter passirte auf den Buderus'schen Eisenwerken ein bedauerlicher Unglücksfall. Beim Einhängen eines Förderwagens, wie dieselben auf den Seilbahnen laufen, wäre der Arbeiter beinahe er- 3 bis 6 geöffnet. schlagen worden. Der Verunglückte wurde sofort in die Klinik nach Gießen verbracht. Aus dem Großherzog tum Hessen. Der erschienene erste Jahresbericht der hessischen Handwerkskammer berichtet über die Geschäftslage im Meggergewerbe u. a. Folgendes:„ Die deutsche Landwirtschaft ist nachweislich nicht imstande, den Bedarf Deutschlands an Fleisch zu produzieren, das geht schon zur Genüge aus der enormen Einfuhr Ameritas hervor. Trotzdem waren die Grenzen gegen die Einfuhr lebenden Viehes, die schon aus sanitären Gründen der Einfuhr von Fleisch unbedingt vorzuziehen ist, seither künstlich zu Gunsten der Landwirte durch die Seuchengeseße gesperrt. Nachdem das nicht mehr haltbar ist, sollen hierfür jetzt vielfach erhöhte Zollsäge treten. Damit nicht genug, Gießener Verlagsdruckerei, ( vorm. Wilh. Keller'sche Druckerei) Verlag der„, Giessener neueste Nachrichten" Gießen, Neuenweg 28. >>>>>* Telephon- Anschluß Nr. 362.* e0* 4* 4* liefert in kürzester Frist und sauberster moderner Ausführung bei billigster Preisberechnung: Wein- und Speise- Karten, Briefköpfe, Rechnungen, Couverts, Preislisten, Adres-, Uifit- und Postkarten, Menu's, Trauer- Karten und Briefe, Wechsel, Quittungen, Inserate für die ,, Gießener Neueste Nachrichten" bei billigster Berechnung. slid G 1212 An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von Angebot der Arbeitnehmer: 1 Maler und Anstreicher, 1 Maurer, 1 Wagner, 2 Schreiner, 1 Taglöhner, 1 landw. Arbeiter, 1 Kellner, 1 Knecht, 1 Schweizer, 1 Arbeiter, 2 Laufmädchen, 2 Lauffrauen, 3 Dienstmädchen, 1 Waschfrau, 1 Putzfrau, 1 Kaufmann. Lehrlinge: 1 Schlosser. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Maler und Anstreicher, 1 Schneider auf Woche, Schreiner, 1 landw. Arbeiter, 10 Dienstmädchen, 4 Laufmädchen, 1 Lauffrau. 1 Lehrlinge: 1 Schuhmacher, 1 Schneider und 1 Bäcker. Wuk reines vegetabilisches Produkt von feinstem Bratengeschmack. Empfehle mich in allen vorkommenden Spenglerarbeiten, irsbesondere Neubauten. Reparaturen gut und billig. Christian Arnold Spenglermeister -6 Dammstraße 6. Anker- Cichorien - in Tafeln! Unübertroffener Kaffee- Zusatz, würzig u. bekömmlich, eingeteilt in Tafeln zu 50 Würfeln. Ungemein praktisch und sauber im Gebrauch. 1 Tafel für 10 Pfg.reicht aus zu 200 Tassen Kaffee. Ueberall zu kaufen! Nur ges. erl. Serienloose! Nächste Ziehung I. Sept. Jährl. 12 Zieh. m.abw.Haupttr Mark: 300 000, 180000 , 120000 90000,45000,30000etc. Jedes Loos ein Treffer. Monatl. Beitrag Mk. 10( 1/2 5.-) Anmeld. umgeh. erb. an: H. Bürchler, Waldshut- Ba. 123 Derichsweiler Patentbureau. Fili. Frankfurt a. M. Konstablerwache Eing Fahrgffe. Fernspr. A. 1a 7473. Centrale Dresden. Filiale Berlin. Erste Referenzen. Wäsche [ 222 wird zum Waschen u. Bügeln angenommen. Auchausbessern wird bestens bes. Zu erfr. Neustadt 77, I. Student 1103 erteilt Privatunterricht in Latein Französisch. Erfolg sicher. unter 00251 an die Exped. Blattes. u. Off. d. Dommerich& Co. in Magdeburg- Bucau. Bedeutend ermäßigte Preise für Sonnenschirme Casseler Schirmfabrik Th. Budde& Co. Gießen. Seltersweg 9. oooooloo000 Maculatur- Papier Als Leichenfrau hält sich bestens empfohlen Frau Schuchard, Asterweg 7. Fahrrad, sehr gut erhalten, preiswert zu ver= faufen. Wo? Zu erfr. in der Erv. d. Bl. vermittelt Seirath Reiche Frau Krämer, Leipzig, Brüderstr. 6. Auskunftgegen 30Pfg. er Stellung sucht, verlange die Deutsche Vakanzenpost" Eßlingen. gegen Blutstockung. Hilfe S. Erwig, Samburg, Bartholomäusstr. 57. Naumannia Seife mit dem મા abzugeben. ,, Gießener Neueste Nachrichten. Beste Seife oooooooo00 nah und fern! Nr. 181. Kleines Feuilleton. Eine Moltke- Kritik. Ein Maitas Ce mar 1889. B Oberhessische Familienzeitung. Seite 4. Gelb ist die Lehm- Palaza, die Abends man bezieht. bist das grobe Maisbrot, das ungern man flie ist sogar das Wasser, das durch die Kehle Gelb ist der kleine wanasü auf seinem Wackelthron, Nr. 181. Donnerstag, den 7. August 1902. Oberbeflische Familienzeitung.