Nr. 259. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 150. Grattabellagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 6. November 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionsprei 8s Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Erbedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen. Befchlussunfähig. Zur Frage der Diätengewährung. Von parlamentarischer Seite in Berlin wird uns ge schrieben: In der Reichstagssigung vom Dienstag waren 135 Abgeordnete anwesend, sodaß die Verhandlung wegen Beschlußunfähigkeit des Hauses vertagt werden mußte. Und das geschah nach einer Ruhepause von drei Tagen und bereits zu Anfang der neuen Beratung. Wie wird es erst im Laufe des Winters werden, wenn die Verhandlungen immer eintöniger und uninteressanter werden? Es ist wirklich eine ernsthafte Frage, ob bei solch mangelndem Eifer zum Sigungsbesuch nicht das ganze Institut der Volksvertretung leiden muß. Vor allem im Ansehen des Volkes selber. Denn wenn eine Volksmehrheit, die nach schweren Kämpfen und vielfach mit persönlichen Opfern der einzelnen Personen das Mandat erobert hat, nicht einmal sicher ist, daß der Sieger des Wahlkampfes auch die übernommenen Pflichten gewissenhaft ausübt, dann wird immer mehr die Geneigth it zu einer Beteiligung an dem Wahlkampfe schwinden. Wer das Mandat lediglich als eine Bürde empfindet, sollte nach der Würde eines Trägers der Bürgerkrone fein Verlangen haben. Indes in dieser Frage sind alle Betrachtungen über Wirkung und Folgen der Lässigkeit ohne Wert. Auch die zeitweiligen Veröffentlichungen einer Liste der Säumigen sind ohne Wirkung geblieben. Auf der anderen Seite aber zeigt sich, daß bei einer einzigen Partei des Reichstags ein ziemlich guter und gleichmäßiger Sizungsbefach festzustellen ist, und zwar bei der sozialdemokratischen, weil sie Parteidiäten bezahlt. Es kann also vernünftiger Weise nicht bestritten werden, daß Diäten und Beteili gungsziffer in einem ursächlichen Zusammenhang stehen. Das ergibt sich mit Deutlichkeit auch aus der Tatsache, daß zur Zeit der preußischen Landtagstagung durchschnittlich eine größere Zahl von Abgeordneten im Reichstage zu finden ist, a's zu anderen Zeiten! Die Inhaber von Doppelmandaten zeigen sonach in jenen Tagen einen größeren Pflichteifer, als in der diätenlosen, der schrecklichen Zeit. In den weitaus meisten Fällen ist der Ehrgeiz der Parteien und der persönliche Ehrgeiz des Kandidaten befriedigt, wenn der Sieg errungen ist. Was dahinter liegt, ist beiden Teilen völlig gleichgültig aber die Wähler, die nicht in der Vorderreihe der Parteien stehen, werden gegen Wahlkämpfe und Reichstagsverhandlungen gleichgültig. Sie geben durch Fernbleiben von dem Wahlafte ein Stück der Selbstregierung aus der Hand. An einer derartigen Entwicklung hat aber auch die Reichsregierung kein Jnteresse. Denn für sie ist das Parlament nicht nur der nebengeordnete Faktor der Gesetzgebung, sondern auch ein wichtiges Mittel zur Information über die Wünsche und die Stimmungen des Volkes. Man könnte das Institut der Vollsvertretung nicht aus unserem Verfassungsleben ausschalten, ohne solche Zustände, wie sie in den Bauernrevolten in Rußland und den Aufständen im Orient vorkommen, wo keine parlamentarischen Einrichtungen vorhanden sind, mit in den Kauf zu nehmen. hat aber die Regierung ein Interesse daran, daß diese Institution existiert, dann muß sie auch wünschen, daß sie richtig funktioniert, und das kann nur erreicht werden, wenn durch Gewährung von Diäten für eine regelmäßige Beteiligung der Abgeordneten an den Sizungen und für einen größeren Wahleifer der Bürger, also für eine richtigere Ausgestaltung des Wahlbildes, Sorge getragen wird. Einmal muß diese Frage ja doch entschieden werden, darum aber je eher, desto besser. Ein beschlußunfähiger Reichstag, namentlich bei einer so wichtigen und nach der Ansicht aller Parteien in das Volkswohl so tief eingreifenden Frage, wie bei der Zolltiriffrage, sollte für den Bundesrat ein Warnungszeichen und der Mahnruf sein, den Reichstagsbeschlüssen auf Einführung von Diäten seine Zustimmung zu geben. Wir möchten hier mit dem Grafen Posadowsky sagen: ,, Die Flammenschrift leuchtet an der Wand; man braucht fein Daniel zu sein, um sie zu lesen." Die Politik. Zur Englandreise des Kaisers. In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag hat der Kaiser von Berlin aus seine Reise nach Kiel angetreten, wo er zunächst die Vereidigung der Marine- Rekruten auf der ,, Hohenzollern" vornimmt. Am heutigen Abend geht dann die Yacht durch den Kaiser Wilhelmkanal nach England ab. Die Ladung erfolgt in Port Victoria Sonnabend 8 Uhr früh; an diesem Tage besichtigt der Kaiser das Regiment Royal Dragoons in Shorncliffe und be gibt sich dann nach Schloß Sandringham, wo er sieben Tage Gast des Königs Eduard sein wird. Sonnabend, den 15. d. Mts., erfolgt die Weiterreise nach Lowther. In dem Gefolge des Kaisers während seiner Reise nach England werden sich befinden: Der Ober- Hof- und Hausmarschall Graf Gulenburg, die Generaladjutanten v. Plessen und v. Scholl, der Oberstallmeister Graf Wedel, der Chef des Marine fabinetts Vize- Admiral Freiherr von Senden- Bibran, die Flügeladjutanten Oberstleutnant v. Plüskow und Korvettenkapitän v. Grumme und der Leibarzt Oberstabsarzt Dr. Jlberg. Die politische Lage in Ungarn. Die ungarische Unabhängigkeitspartei will in der kommenden Parlamentstagung das Kabinett Szell auf das Heftigste angreifen, um womöglich seinen Rücktritt zu erzwingen. Dessen Stellung soll aber auch ohnehin schon, wie von anderer Seite gemeldet wird, bei der Krone erschüttert sein, weil die Regierung die Wehrvorlage zurückgezogen habe; der österreichisch- ungarische Botschafter in Berlin v. Szögyeny- Marich soll als Nachfolger des Baron Szell ausersehen sein. Diese Meldung ist indes wenig glaubhaft. Den Könige dürfte weit eher das Kabinett Szell wegen seiner energischen Vertretung des habsburgischen Standpunktes sehr angenehm sein. Ter indirekte Erfolg der Burengenerale. Die englische Regiering nimmt aus Reichsmitteln eine Anleihe von 160 Millionen Mark auf, die vollständig in Südafrika verwendet werden sollen. Von diesen 160 Millionen werden 60 Millionen später aus der Transvaalanleihe, deren Auflegung wegen ungünstiger Verhältnisse auf das nächste Frühjahr verschoben ist, an die Reichskasse zurückvergütet. In der Begründung dieser Nachtragsforderung bei dem Parlament sagt der Schatzsekretär, die Regierung habe erwogen, daß die in den Friedensbedingungen erwähnten 60 Millionen Mark der Transvaalanleihe keine Gabe Englands, sondern einen Teil der neuen Transvaalanleihe darstellen. Die Führer der Buren hätten betont, daß eine Anleihe von drei Millionen Pfund Sterling nicht dem Geiste der Friedensbedingungen Genüge tun würde. Die Regierung habe daher, in der Er-wägung, daß der Wortlaut des Friedensabkommens diese Auffassung zuläßt und von dem Wunsche beseelt, die Erweckung jedes berechtigten Gefühls der Unzufriedenheit bei den Buren zu vermeiden, geglaubt, in Uebereinstim= mung mit den Interessen Südafrikas und den Gefühlen des britischen Volkes zu handeln, indem sie diese Last übernehme. Von den Mitteln sollen ,, loyale Bürger", deren Bedürftigkeit nachgewiesen ist, unterstützt und ähnliche Beträge den bedürftigen Buren als rückzahlbare und zinspflichtige Darlehen gewährt werden. Daß England endlich in die Tasche greift, ist offenbar ein indirekter Erfolg der von den Burengeneralen betriebenen Agitation. Sechs Kronkandidaten. Nun ist es heraus, warum der Besuch des serbischen Königspaares am Hofe von Livadia nicht stattfinden konnte. Die Königin Draga war nicht etwa mißfällig befunden worden, o nein, sondern der Zar und der König fonnten sich über die zukünftigen Kronerben in Serbien nicht einigen. Der Zar wollte, daß Prinz Mirko von Montenegro, oder der Sproß des früheren serbischen Herrscherpaares Prinz Georg Karageorgewitsch, oder der Herzog von Leuchtenberg, ein durch Heirat völlig in die russische Kaiserfamilie aufgenommener Nachkomme von Eugen Beauharnais, dem Stiefsohn Napoleons I., zum Kronprinzen ausgerufen werde. König Alexander aber, der sozusagen auch ein Wörtlein mitzusprechen hat, hatte andere Liebhabereien. Er bevorzugte die Herren Lunjevita, seinen Schwager, Lolaznavac und Nikolitsch, drei außerhalb Serbiens unbekannte Persönlichkeiten. Da sich der Zar und der König über diese Angelegenheit nicht einigen konnten, so unterblieb der Besuch. Das ist wenigstens die neue Lesart in der Besuchstragödie. Die neuerdings aufgetauchte Meldung, der König wolle den Kaiser Franz Josef in Budapest besuchen, wird von amtlicher Seite in Ungarn in Abrede gestellt. Midi doch beschossen. Trotz aller halbamtlichen und ganzamtlichen Nachrichten hat der italienische Kommandant Arnone mit den Kriegsschiffen Piemonte" und ,, Caprera" die Halbinsel Midi im türkischen Gebiete Yemen dennoch beschossen und zwar, wie von italienischer Seite behauptet wird, auf Grund eines Angriffes der Seeräuber auf die Kriegsschiffe, wobei zwei Matrosen getötet wurden; im übrigen wurde der Angriff glänzend abgeschlagen. Da die Ortsbehörden sich weigerten, 15 000 Lire für die Familien der gefallenen Matrosen zu zahlen, so begann die Beschießung. Die türfische Regierung ließ nunmehr in Rom erklären, die Piratenangelegenheit sei als geregelt angesehen worden; daher müsse die Pforte annehmen, daß der Kommandant des Piemonte" willkürlich gehandelt habe. Das sei höchst gefährlich; denn diese internationale Rechtsverlegung fönne leicht die dorthin entsandten 4 Bataillone und 2 Batterien zur Erwiderung der Feindseligkeiten veranlassen und einen ernsten Konflift heraufbeschwören. " Die Revolution in Venezuela beendet? In Caracas, der Hauptstadt von Venezuela, wurden dieser Tage die Gloden geläutet, weil die Regierungstrupben einen entscheidenden Sieg über die Aufständischen bei San Mateo erfochten haben. Die revolutionären Korps sollen völlia aufaelöft und in wilder Flucht beariffen sein. Die Regierung ließ Viktoria schießen und erklärte die Revolution für beendigt. Indes ist hier ein gewisses Mißtrauen berechtigt, denn dem venezolanischen Landfrieden kann man selbst in den ruhigsten Zeiten nicht trauen. Kurze politische Nachrichten. * As Nachfolger des verstorbenen Reichstagsabge ordneten hat die freisinnige Vereinigung den Landtagsabgeordneten Ehlers in Danzig ausersehen. * Die neue Seetransportabteilung int Reichsmarineamt, die überseische Expeditionen vorbereiten soll, ist jetzt fertig eingerichtet. Kapitän zur See Derzewski und Hauptmann Rupert vom Generalstab der Armee sind die Leiter dieser Abteilung. * Die Landtagsabgeordneten für Breslau, Schmieder und Wete famp, werden nicht mehr fandidieren, und zwar jener wegen seines vorgerückten Alters, dieser infolge seines Wegzuges nach Schöneberg bei Berlin. * Die liberalen Parteien des oldenburgischen Landtags bereiten einen Antrag auf Einführung des allgemeinen direkten und geheimen Wahlrechts vor. * Chamberlain wird bei seinem Aufenthalt in der Kapkolonie, die er auf 14 Tage berechnet, Gast der KoIonie sein. Es wird die Kolonie zuletzt von allen Gebieten besuchen. * Auf Haiti ist ein neuer Aufstand ausgebrochen. * Auf den Philippineninseln ist die Ruhe soweit wieder hergestellt, daß der Handelsverkehr beginnt. Der Küstenverkehr soll allen fremden Fahrzeugen geöffnet werden. Deutscher Reichstag. - Die Kartellanträge abgelehnt. Zollrückforderungen. 209. Sigung. CB. Berlin, 5. November. Die Einberufungsordres, die gestern abend noch von den Fraktionsführern an die säumigen Mitglieder des Hauses abgeschickt worden waren, haben ihre Wirkung getan. Der Krähwinkler Landsturm war heute zum Teil eingerückt, und das Haus war verhältnismäßig gut besett, jedenfalls aber beschlußfähig. Der Redefluß war diesmal nicht allzu start; es plätscherte nur noch so, aber Wellen und Wogen gab es nicht mehr. Zunächst gab der Abg. Dr. Müller- Sagan im Namen der freisinnigen Volkspartei die Erklärung ab, daß diese in erster Linie für den Antrag Albrecht und dann eventuell für den Antrag Dr. Barth stimmen werde. Dann kündigte der konservative Graf Kaniß unter starker Unruhe auf der linken Seite des Hauses einen Schlußantrag an und bekannte im übrigen, daß die Kartelle vielfach schädlich wirkten, daß aber das beste Kampfmittel gegen sie ihre Boykottierung bei öffentlichen Lieferungen sei. Gothein von der freisinnigen Vereinigung aber ist der Ansicht, daß Zollfreiheit auch die Ringe auflösen werde. Weitere Redner tamen nicht mehr zu Wort, da ein Schlußantrag gegen die Stimmen der Linken Annahme fand. Die Abstimmung über beide Anträge war namentlich. Der Antrag Albrecht wurde mit 166 gegen 68 Stimmen, der Antrag Dr. Barth wurde mit 155 gegen 80 Stimmen ebenfalls abgelehnt es folgte die Beratung des von den Sozialdemoftaten beantragten§ 1c, wonach ein zu Unrecht entrichteter Eingangszoll gerichtlich eingeklagt werden kann. Der buriem Antrag entgegenstehende§ 12 des Vereinszollgejeges vom 1 Juli 1869 soll aufgehoben werden. Abg Stadthagen, der diesen Antrag zu begründen hatte, war ber Ansicht, daß eigentlich alle Parteien zustimmen müßten, da sie sich ja früher bereits im Im übrigen Sinne dieses Antrags geäußert haben. etablierte sich Stadthagen auch dieses Mal wieder als Dauerredner; er sprach volle zwei Stunden lang, wobei er im wesentlichen ausführte, wenn man Zölle rückfordern fönne, müsse auch eine unparteiische Stelle in Zweifelsfällen über die Zulässigkeit dieser Forderungen entscheiden. Der Abg Brömel von der freisinnigen Vereinigung unterſtüßte den Antrag, und erinnerte unter Anspielung auf Stadthagens Unbeliebtheit bei der Linken an die Stelle im ,, Othello": Seid ihm nicht abhold seiner Farbe we gen." Reichsschazsekretär Freiherr von Thielmann sprach gegen den Antrag im Interesse der Sachverständigfeit. Nach einigen empfehlenden Worten des Abg. von Dziembowski- Bomian und einer vorbehaltlichen Zustimmung des nationalliberalen Aba. Bassermann wurde der Antrag mit 131 gegen 112 immen abgelehnt. Vermischtes. [ Ein treuer gund.] Einen rührenden Bug von ber Treue und zugleich einen interessanten Beitrag zu dem Orientierungssinn des Hundes erzählt die Zeitung des Vereins für deutsche Schäferhunde" aus Zschopau i. S. Dort verkaufte ein Einwohner seinen schwarzen Schäferhund an einen Baumeister in Leipzig und verschickte das Tier mit der Bahn nach seinem Bestimmungsort. Wie Zehntes Kapitel Mama, er ist ermacht Ein Stöhnen fam aus seiner Brust, und sie schmerzte Bewegung merrte er, daß sein störper festgeschnallt war. Schlafzimmers, ficher eine bessere Wohnung, und bei einer weichen Bett liegen, fah einige Möbel eines erleuchteten as er wieder zu sich fam, führte er sich in einem hat die Augen auf," sagte hn. gab er nähere Schilderung des Falles: pa mar eine Ver Lungenquetschung, und als King fagte, er sei selbst Arzt, binson. Er bestätigte die Angabe der Frau, es sei eine Ein älterer Herr kam; es war der Arzt, Doktor RoBen, breiten Kragen. raden Schnitt und das Bild abgeschlossen von einem weinen, er sah mur ernste und doch so sanfte Züge, einen gegerin sein soll. Er fonnte sich nicht mehr darauf besinals ,, Nein, warum ,, Trug den zuletzt Geretteten wieder." einen Hälfte? Ich denke, die andere Hälfte ist ihm von Der Mann einen falschen Bart?" " Einen falschen Bart?" wiederholte der Arzt erstaunt. wohnende Arzt, hierher geholt wurde, erkannte ich Sie sollte er- ach, Sie meinen, wegen der abgeschnitten marden, und als ich nun heute morgens, als der am nächsten abgerissen oder zig Jahre lange Bergangenheit, die gen von früher Lebenswege unjere beiderseiti dem Blazzz. Bürgerschwand und machte von neuem getrennt, der niedliche Heine Seemann gese fein Jdeal, feinen Roman, gar nichts mehr?" fragte ich ihn mit so aufrichtig verdußtem Gesicht, daß er in lautes Bachen Gar nichts, meins brach. ieber; Du siehst in mir den und unromantisch Menschen von der erstaunte aber ber Borbesizer, als nach etwa drei Wochen der Hund, zwar ganz erschöpft, aber wohlbehalten, bei ihm wieder eintraf. Er war durch Ueberspringen einer hohen Mauer seinem neuen Herrn entlaufen und hatte den weiten, über hundert Kilometer langen Weg nach seiner alten Heimat innerhalb dreier Tage wieder zurückgefunden. £[ Dewet über Deutschland.] Der ,, Tägl. Rundschau" geht vom Pfarrer Schowalter ein Brief von Dewet und Botha zu. Pfarrer Schowalter schreibt hierzu: ,, Jn wie guter Erinnerung die Burengenerale Berlin haben, zeigt ein Brief Dewets aus London vom 30. Oftober, worin er mir die Gründe seiner Heimreise darlegt und zum Schluß schreibt: Empfangen Sie auch meine herzlichsten Grüße an die deutschen Freunde, die ich nie vergessen will oder werde. Ihr Freund Dewet." Beim Abschied sagte Dewet zu mir: Pastor, jezt soll mir noch einmal Einer etwas über die Deutschen sagen, dann kriegt er es mit mir zu tun!" Bei seinem Abschied von England antwortete Dewet einem Vertreter des Daily Chronicle auf die Frage, ob er irgend eine Mitteilung an das Publikum zu hinterTassen wünsche: Ich eigne mich nicht für solche Dinge; meine Gesundheit ist nicht gut, und ich gehe aufs Veldt zurück. Mein Aufenthalt in England aber hat mir gut ge= fallen, man war überall sehr freundlich gegen mich. Sagen Sie den Leuten, daß ich für diese Freundlichkeit meinen Dank ausspreche." Das Daily Chronicle fügt hinzu: ,, Jeßt, wo General Dewet aus Gesundheitsrücksichten auf das Veldt zurückkehrt, können wir davon überzeugt sein, daß er gewisse Illusionen(?) fallen lassen wird, und daß er loyale Dienste leisten wird, zu deren Ausführung keiner unserer früheren Gegner mehr geeignet ist, als er." [ Einen netten Scherz aus der Kinderstube] finden wir in den M. N. N. Der kleine Willy: ,, Du, Mama, warum weint denn das Karlchen fortwährend?" Mama: Ja, weißt du, das tun alle kleinen Kinder. Es tut ihnen halt weh, wenn sie neue Zähne bekommen."— Willy nach einer Weile nachdenklich: ,, Aber Mama, wenn ich nun Bauchweh have, frieg' ich da auch einen neuen Bauch?" [ Eine Enthüllung.] Jezt ist auch die bekannte schöne Otero" enthüllt worden. Nachdem ein Berliner Blatt glaubhaft" nachgewiesen hat, daß Sarah Bernhardt aus Frankfurt a. O. stammt, tommt jetzt der Petersburger ,, Listot mit der Enthüllung, daß die Otero gar nicht Otero heiße, sondern Ida Spizberg. Das Blatt will die Nachricht von einem alten Spanier haben, der angeblich die schöne Ida genau kennt. Wenn nun aber auch dieser ,, Spanier" fein Spanier ist? Heutzutage, wo alles gefälscht wird, kann man selbst einem uns noch so spanisch vorkommenden Namen nicht mehr recht trauen, und der Gewährsmann des ,, Listok" ist vielleicht ein Landsmann aus Neutomischel oder aus. Samter. ( †)[ Ein kleiner Irrtum.] Bei dem Uebertritt deg Schriftstellers Gaston Pollonais vom Juden- zum Christentum, der bekanntlich in der Pariser Presse zu erregten Erörterungen Anlaß gab und auch schon ein Duell zur Folge hatte, wird jezt in einem republikanischen Blätte auch der Missionar Domenech, der die Taufe vollzog, heftig angegriffen, weil er die Republik geschmäht habe. Dabei wird eine urfomische Geschichte in Erinnerung gebracht, die dem guten Pater vor Jahren passiert ist. Domenech hatte in der Nationalbibliothek ein aus Ame rifa stammendes Manuskript des 18. Jahrhunderts entdeckt und glaubte darin die Schriftzeichen der Rothäute gefunden zu haben. Das Buch, das er darüber veröffentlichte, hatte einen ungeheuren Erfolg, namentlich als der deutsche Professor J. Pezoldt in den angeblich_indianischen Aufzeichnungen die Arbeit eines deutschen A B C- Schüßen entdeckte, der hundert Jahre vor Busch seine literarischen Arbeiten mit originellen Handzeichnungen versehen hatte. [ der Pottwal und die Ehrenlegion.] Als Hanotaur, ber ehemalige französische Minister des Auswärtigen, noch im Amt war, so erzählt der Gaulois" in seiner lezten hier eingetroffenen Nummer, sah er eines Tages mehrere Professoren des naturwissenschaftlichen Museums in sein Arbeitszimmer treten. Und einer nahm das Wort und sprach: Der Jardin des Plantes" ist in Gefahr, denn er hat keinen Bottfisch; wir brauchen einen Pottfisch, geben Sie uns einen Pottfisch!" Ich habe leider keinen Bottfisch bei mir," erwiderte der Minister, aber ich werde sofort einen Kredit für den Anka if dieses Waltieres votieren lassen." Und so geschah es; er erhielt einen Kredit bon 10 000 Francs. Man erfuhr, daß ein Fischer auf den Falklandinseln, der sich von den Geschäften zurückgezogen hatte, einst einen prächtigen Pottfisch erbeutet und als Andenken behalten habe. Der Vertreter Frankreichs auf den Falkland- Inseln suchte den Gentleman auf und machte ihm den Vorschlag, das interessante Wassertier gegen ein Häuschen Banknoten einzutauschen. Der Fischer aber lehnte rundweg ab. Bitten, dringende Vorstellungen, alles war umsonst. Plößlich hatte der Vertreter Frankreichs einen genialen Gedanken: ,, Wenn man Ihnen die Ehrenlegion gibt," sagte er zu dem Fischer, ,, würden Sie uns Ihren Pottfisch auch dann noch verweigern?" ,, Dann nicht; ich würde ihn sogar gratis hergeben." Der Vertreter schickte sofort ein Telegramm an den Minister: Fischer gibt Pottfisch umsonst, wenn Ehrenlegion."- ,, Auch gemacht," erwiderte Herr Hanotaux. Der Fischer wurde dekoriert, der Pottfisch wurde abgeschickt, und das Säugetier des Meeres erregt jeden Tag die Bewunderung der Kindermädchen und der nicht deforierten Soldaten. 河 - Dr. Rumseys Patient. Roman von Dr. Halifar und T. L. Meade Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner. ( Rachdruck verboten.) - :) Eine Tartarennachricht wird von Hamburg aus telegraphisch verbreitet. Danach sollte auf dem eben im Hamburger Hafen eingetroffenen Postdampfer ,, Sithonia", Eigentum der Hamburg- Amerika- Linie, während er sich an der afrikanischen Westküste auf hoher See befand, plözlich der Steuerbord kessel explodiert sein. Durch Dampfausströmung wäre die ganze Wachmannschaft verbrüht worden. 16 Mann fielen der Explosion zum Opfer, ihre Leichen wurden den Wellen übergeben." Unmittelbar darauf teilt aber die Direktion der Hamburg- AmerikaLinie mit, daß diese ganze Schauermär von A bis 3 erfunden ist. Der Dampfer ,, Sithonia" von der HamburgAmerika- Linie hat während der ganzen Reise nicht den geringsten Unfall erlitten. Ein zweites Schiff dieses Namens liegt im Hamburger Hafen nicht und gibt es auch nach dem Register des Bureaus Veritas" nicht. Unverantwortlich ist es von dem Fabrikanten dieser Lügennachricht, Todesangst in die Familien der angeblichen Opfer getragen zu haben. £ Ein Eisenbahnunfall fand in der Nähe von Reims statt. Dabei wurden 10 Personen teils schwer, teils leicht verletzt. Dem Bruder des ehemaligen französischen Ministers des Auswärtigen wurden beide Beine zermalmt. Man mußte zu einer Amputation schreiten, an deren Folgen Hanotaur, der Generalrat des Seinedepartements ist, in der Nacht darauf verstarb. Ein Irrenwärter als Mörder. Wie vor einigen Tagen berichtet wurde, sollte in Graz der30jährige Frre Hermann Gleichweit seine Mutter, die ihn auf ihre inständigen Bitten unter der Aufsicht von zwei Wärtern bei sich im Hause verpflegen durfte, in einem unbewachten Augenblick mit einer Eisenstange erschlagen haben. Jezt hat es sich herausgestellt, daß nicht der arme Irre, sondern einer seiner Wärter, Josef Tschedinag, der furchtbaren Tat schuldig ist. Er gestand bei seiner Verhaftung, die Frau Gleichweit erschlagen, beraubt und den wahnsinnigen Sohn des Muttermordes verdächtigt zu haben. Jedes Jahr raubte ihm mehr von seiner geistigen Kraft, von feiner Energie, von seinem Lebenssaft, und ießt vermögen nicht einmal mehr Bücher sein Interesse zu erwecken. Er sitt stundenlang still da und legt die Hände in den Schoß, er schläft nicht, fondern blickt wie geistesabwesend vor sich ins Leere. Unser kleiner Sohn ist fast das einzige Wesen, das noch eine gewisse Macht über ihn hat, das ihn dann und wann aus seiner dumpfen Lethargie aufscheucht. Er liebt das Kind abgöttisch aber selbst diese Liebe leidet bereits unter dem unheimlichen Druck, der auf feinem Gemüt lastet. Er spielt nicht mehr mit dem Kinde, das ungewöhnlich flug und aufgeweckt für sein Alter ist, sondern begnügt sich damit, Arthur auf die Kniee zu nehmen, seinen Hals von den kleinen Aermchen umschlingen zu lassen und stundenlang so zu ſizen. Er hat den Kleinen schon völlig an das Stillſizen gewöhnt. Das Kind liebt seinen Vater innig und folgt seinem leisesten Wink. Mein Mann ist von Jahr zu Jahr einfilbiger ge= worden, er spricht immer weniger und und ich fürchte, er denkt auch jezt nicht mehr viel! Er ist völlig teilnahmlos gegen alles, und, obgleich ich ihn noch immer so innig liebe wie früher kommt er mir doch manchmal mehr wie ein Automat denn ein Mensch vor." Heiße Thränen verschleierten Margaretes Augen; sie trocknete dieselben mit heftiger Bewegung ab. Schuß ab. Mit einem gewaltigen Sage sprang der Tiger, laut brüllend, auf den Begleiter des Soldaten, den Bauern Negram Wali. Während die beiden auf Leben und Tod rangen, schoß der Soldat zum dritten Male und traf den Tiger wieder. Die Bestie ließ nun den Negram Wali fahren und stürzte sich auf den Angreifer. Der Kampf hätte sicher einen schlimmen Ausgang genommen, wenn es dem Soldaten nicht gelungen wäre, sein Seitengewehr dem Tiger ins Herz zu stoßen. Der Tiger brach zusammen, doch auch der Soldat hatte so starken Blutverlust erlitten, daß er sich nur mühsam auf den Füßen halten konnte. Der lebensgefährlich verwundete Bauer wurde nach Nachitschewan ins Hospital gebracht. Eine unheilvolle Explosion wird aus Newyork gemeldet. Der Zeitungsbefizer Hearst hatte aus Anlaß der Feier seines Wahlsieges und desjenigen der demokratischen Partei in Newyork in der unmittelbaren Nähe des Madison Square Garden eine große Menge Feuerwerkskörper ausstapeln lassen, die um 10 Uhr Abends aus unbekannter Ursache explodierten. Die Folge war ein entsetzliches Unglück. 12 Menschen wurden in Stücke gerissen, während 82 Personen schwere Verlegungen davontrugen. Der Plazz war von einer dicht gedrängten Menschenmenge umlagert. Etwa 40 000 Personen hatten sich dort Kopf an Kopf zusammengedrängt. Als die Explosion erfolgte, bemächtigte sich eine ungeheure Panik der Menge, welche die Verletzung vieler anderen zur Folge hatte. Die Polizei rückte mit 500 Mann an und sperrte den Plaz ab. 12 Personen, welche die Oberaussicht über das Feuerwerk führten, wurden verhaftet. " Ich würde Sie mit all' diesen Aufzählungen nicht belästigen, Herr Doftor", fuhr sie tapfer fort, wenn mich nicht etwas Besonderes dazu triebe. Die geistige Depression hat sich nämlich jetzt auch auf seine Gesundheit erstreckt, und darum komme ich zu Ihnen." Ganz recht, sprechen Sie sich nur ruhig aus, gnädige Frau. Nehmen Sie sich Zeit, ich höre aufmerksam zu." " Die Gesundheit meines Mannes hat in lezter Zeit bedenklich gelitten", fuhr die Baronin fort. Sie wissen, daß er der iebige Befizer von Großhofen ist. Er hat eine tiefe Abneigung gegen diese seine Heimat gefaßt- meiner Ansicht nach eine ganz unbegründete Abneigung. Er weigert sich beharrlich, unseren Wohnfiz dort aufzuschlagen. Ich hänge an Großhofen und seinen Bewohnern, unser Söhnchen gedeiht nirgends so prächtig als dort auf dem Lande. Wenn wir ein paar Monate dort lebten, schien es mir, als blühe er ordentlich an Leib und Seele auf. Wenn ich es irgend einrichten fann, gehe ich manchmal auf ein paar Wochen hin und nehme Arthur mit. Im letzten Herbst überredete ) Ein amerikanischer Frauenmorder. In Boston wurde Dr. Alan G. Mason, Mitglied eines der dortigen cornehmsten Klubs und sehr reich, verhaftet. Während der letzten Monate wurden in den Vorstädten von Boston fünfzehn weibliche Personen von einem unbekannten Indibiduum angefallen und furchtbar mißhandelt. Zwei der Unglücklichen, Agnes Macphee und Klara Morton, erlalagen den schrecklichen Verwundungen. Klara Morton, Wäscherin in einem Irrenhause, wurde am vergangenen Sonnabend im Garten der Anstalt ermordet. Diese letzte Bluttat führte endlich zu der Festnahme des Verbrechers, welcher begreiflicherweise der Schrecken der Einwohner von ganz Boston geworden war, und er entpuppte sich zum allgemeinen Erstaunen als der hochgeachtete Dr. Mason. Man nimmt an, daß er geisteskrant ist. Ueber einen Kampf mit einem Tiger berichtet die Petersburger Zeitung" aus Nachitschewan: Ende September begegneten der Grenzsoldat Mußlin und der Bauer Negram Wali einem großen Tiger. Der Soldat riß sofort das Gewehr von der Schulter und feuerte einige Schuß ab. Stark schweißend suchte sich der getroffene Tiger durch die Flucht zu retten. Der Grenzsoldat wollte sich aber die seltene Beute nicht entgehen lassen und nahm die Verfolgung auf. Als er in Schußweite war, feuerte er einen zweiten ich meinen Gatten, daß er wenigstens auf eine Woche mit nach Großhofen ging, ich habe es bitter bereut." " Ah- und weshalb?" fragte Dr. Rumsey. Bunte Chronik. Bei einer Jagd auf der Heinersdorfer Feldmark entlud sich das Gewehr des Bauerngutsbesizers Wilhelm Rex, während er einen angeschossenen Hasen mit dem Kolben erschlagen wollte. Die volle Ladung drang Rex in den Unterleib und tötete ihn auf der Stelle. " Als wir in Großhofen angelangt waren, änderte sich sein Wesen plötzlich wie mit einem Schlage. Seine Apathie schien von ihm gewichen, er begann gesprächiger zu werden. Er machte lange Spaziergänge und richtete seine Schritte mit Vorliebe auf die Ebene von Salisbury, welche in einiger Entfernung vom Schlosse liegt. Stets ging er allein dorthin, oft noch spät des Abends und kam nie vor Mitternacht nach Hause. In Weisenau bei Mainz wurde eine Falschmünzerwerkstätte ausgehoben. - Das Fischerfahrzeug ,, Perseverance" ist durch Sturm in der Nordsee mit 14 Mann, der Fischdampfer ,, Cecilia" mit 18 Manu Besaßung untergegangen. Alle ertranken. - In Kopenhagen kam die Polizei einer internationalen Diebesbande auf die Spur. Einer der Genossen ist bereits verhaftet. Eines Tages fragte ich ihn, warum er immer allein ausgehe und immer auf die Ebene? Er antwortete mit erzwungenem Lachen und einem seltsamen Ausdruck in den Augen: er befinde fich auf der Suche nach seinem Lieblingsspazierſtock, den er vor Jahren verloren habe. Er maß dieser mich so lächerlich dünkenden Aufgabe ein solches Gewicht bei, daß ich nicht umihin konnte, über seinen Eifer zu lächeln. Da wurde er furchtbar erregt und erklärte mir mit blizenden Augen, von der geringfügigen Sache, über die ich lachte, hinge Tod oder Leben für ihn ab. Gleich nach diesem wilden, leidenschaftlichen Ausbruch verfiel er wieder in seinen Trübsinn; er wurde schweigsamer und gleichgiltiger denn je zuvor. Am nächsten Tage verließen wir Großhofen, und von da an iſt es mit seiner Gesundheit immer mehr abwärts gegangen. Er verlor den Appetit und leidet auch an Schlaflosigkeit." " Schlaflosigkeit", wiederholte Dr. Rumsey nachdenklich, das gefällt mir in diesem Falle garnicht." mern heraus In Forest bei Brüssel stürzten zwei im Bau be findliche Häuser ein. Acht Arbeiter wurden verschüttet, fünf derselben sind bereits tot aus den gezogen worden. Man fürchtet, daß d schütteten ebenfalls ums Leben ge § Lande zweiten Leipzig u desverrate aus Wolf natspräsi anwalt hagen. ständige Auftrage zeidirettor Angeflagte Böfifchen S benzen und Lothringer § Irrfi abgeordne Straftam württemb zinalrat andere d unterstellt St.-G.-B. Schüre 28 Der Angef weife in ei gegen eing gegen erm angehörigt a. M., den geben wur anitalt nid in Württem ausfechten. flage ftehen völlig intal bergijchen Berhandlung verständigen ten fänden en drei Vra Ged 1659. B Spanien. Fran tinent.- 177 1810. De 1870. Gefecht Kleine Gerichtschronik. In dem Prozesse, welchen die Stadt Kiel gegen den Reichsfiskus um das Eigentums recht am Hafen führt, wurde jetzt das Urteil verkündet. Der Stadt Kiel wurde das Eigentumsrecht nach dem Klageantrage zuerkannt. " Wie alle anderen Symptome seines Leidens, tam auch diese Schlaflosigkeit allmählich über ihn. In demselben Maße, wie der Schlaf ihn floh, schien sein Gehör sich zu schärfen; das allerwinzigste Geräusch weckte ihn auf. Gegen meinen Willen versuchte er es mit kleinen Dosen Chloral, aber das verschlimmerte seinen Zustand nur noch. Seit einiger Zeit fällt er gegen Morgen immer in einen unruhigen Schlummer, aus welchem er, wie in Schweiß gebadet, und in einem schrecklichen Zustand erwacht. Nacht für Nacht geht das so; er faßt plößlich meine Hand und fragt mich mit vor Erregung erstickter Stimme, ob ich etwas im Bimmer sähe." Nichts", antworte ich ihm. ,, Wache ich, oder schlafe ich?" fragt er dann. " Du bist wach", antworte ich. -- Das Schwurgericht zu Gera verurteilte den mit Zuchthaus vorbestraften Einwohner Thaufelder aus Wünschendorf wegen fortgesetter Gefährdung von Eisenbahn- Transporten zu zehn Jahren Zuchthaus. - Die Rostocker Strafkammer verurteilte den Professor Dr. Binder von der dortigen Universität wegen Zweifampfes zu 6 Monaten Festungshaft. Er hatte am 26. Juli d. J. mit dem damaligen Kommandeur des 90. Füsilier- Regiments in Rostock, jezigen Generalma or und Brigadekommandeur v. Paczensky und Tenczyn ein Pistolenduell, das unblutig verlief. " Dann ist es, wie ich fürchtete", versezte er.„ Ich sehe es - ich sehe es ganz deutlich. Siehst Du es denn nicht? Du mußt es sehen dort ist es ja, dort, neben dem Fenster. Sichst Du den hellen Lichtschein nicht? Sichst Du nicht das Bild in der Mitte?" Dann erschauert er fröstelud und der Angstschweiß tropft ihm von der Stirn. [ Die Frau mit dem Bart,] eines der Weltwunder des Zirkus Barnum, ist in Amerika gestorben. Nach einem alten Volksglauben besteht ein gewisser Zusammenhang zwischen männlicher Kraft und einem starken Haarwuchs: man hält allgemein den stark behaarten Mann für besonders kräftig. Bei Frauen scheint aber dieser geheimnisvolle Einfluß der Haare nicht vorhanden zu sein, denn Annie Jones( so hieß die Frau mit dem Barte) starb an der Schwindsucht. Sie verdiente 800 Mark wöchentlich, was schon ein ganz hübsches Einfommen ist, und es kann nicht Wunder nehmen, daß sie bei einem solchen Einkommen drei Männer fand. Ein Beweis dafür, daß es nicht nur Männer gibt, die ihren Frauen gestatten, die Hose zu tragen, sondern auch solche, die nichts dagegen haben, wenn die schönere Hälfte auch den Bart trägt. 1 Margarete", fährt er fort,„ um Gotteswillen! schau doch hin fage mir, daß Du es stehst!" " Ich sehe nichts- " Dann ist die Vision nur für mich bestimmt! Sie quält und verfolgt mich! Mein Gott, was habe ich gethan, um das zu verdienen! Margarete- dort seh nur- bort den hellen Lichtkreis in der Mitte das Bildes stellt einen Mord vor zwei Männer sind auf dem Bilde- ia, ich weiß fegt- ich sehe die Ebene bei Großhofen der Mond tritt hinter die Wolken da stehen die zwei Männer und fämpfen miteinander. Gott im Himmel, der eine fällt der andere beugt sich über ihn. Ich sehe das Antlig des Gefallenen, aber das des Mörders sehe ich nicht. Ich würde beruhigt sein, wenn ich sein Gesicht fähe! Wer ist es, Margarete- fage mir, wer ist es?" Dann fällt er wie bewußtlos in die Kissen zurüd. Diese Scene findet jest Nacht für Nacht statt, Herr Doktor. Gegen Morgen verschwindet die Vision, die meinen armen Mann so schrecklich foltert, er fällt in einen tiefen Schlaf und erwacht spät am Vormittag, ohne eine Ahnung von den Vorfällen zu haben, die ihn in der Nacht so schrecklich peinigen. Am Tage ist er wieder unempfindlich, gleichgiltig wie ein Holzblock, und betrachtet sich als das, was er in Wirklichkeit ist; ein von dem furchtbaren Verhängnis der Audreys heimgesuchter Mann." Die Symptome, welche Sie mir soeben schilderten, sind allerdings beängstigender Natur", versezte Dr. Runisen nach einigem Nachdenken." Sie weisen auf ein völlig zerrüttetes Nervensystem hin und machen, wenn man das schreckliche Erbübel der Audreys hinzurechnet, den Fall zu einem sehr ernsten. Selbstverständlich dürfen wir die Hoffnung nicht aufgeben, aber die ständige Wiederfehr der nächtlichen Vision hm, das dünkt mich ein ganz merkwürdiges Symptom. Spricht Ihr Herr Gemahl unveränderlich davon, daß er das Gesicht des Mannes, welcher den Mord beging, nicht zu sehen vermag?" " Ja, immer. Es scheint, als ob er den Gemordeten Nacht für Nacht mit gen Himmel gerichtetem Antlig erblicke, aber der Mörder fehrt ihm stets den Rüden zu. Lezte Nacht schrie er ganz erbarmungswürdig und laut auf, daß mir das Blut in den Adern gerann: Wer ist der Mann? Der am Boden liegt, ist Herbert Franziuser wurde im Frühling seines Lebens dahingerafft er ist ein toter Mann! Und dort dort steht sein Mörder er dreht mir den Rücken zu aber wer ist es- wer? O mein Gott!" So schreit er in wahnsinniger Angst und wiederholt immer die Frage: Wer ist es? Wer hat Franzius ge mordet? Ich gäbe alles, alles darum, was ich besize, wenn ich das wüßte- wenn ich sein Gesicht nur ein einziges Mal sehen könnte!" - ** Etwas Trinkgeldes, das Trinkgeld geben muß, soll. Jch for wie alle and facher Kleidun bem jungen M zurüd. Sollte erfahre ich du junge Mann is anderes Lotal. rod bedient. meine Zeche tein Trinkgeld an. Ein Gaft Sitte des Lot gebeugt. Um ein drittes Wi Ein etwas mü Gabe. Das ist Unterhaltung zable meine Gefühl, nicht stehe, sehe ich ein Trinkgeld angenommen geld geben? Sohn des Ho der letztere g ** Der den Geb. Ko den Leutnant Dragoner- Reg den Leutnant 1. Dragoner Nc. 23, den Dr. Balfenbe Albig, den Re Geyer, den e Regierungsro Westerweller Regiment( 6 rat Kofler, Richard Wa ( Mi ** arzt vom He ben Beucker Quf- Reg. Kö Nr. 13, zum Schallehn, Jr Dib, Worbs, des 18. Armee feitig belegt. ** Die Stiel nad Da Refru Stadtfirche bie worden; im Broto Die biefigen bfündigen Leil ** Gefter freiwillig mando des H lich einen Br g der Tiger, den Bauern en und Tod le und traf egram Bali Kampf hätte venn es dem pehr dem Ti ammen, doch erlitten, daß Lonnte. Der h Nachitsche in Boston dortigen Während on Boston ten Indie Bei der Orton, erla ra Morton, Dergangenen Diese lette Verbrechers, Einwohner pte fich zum Dr. Mason. er Heiners 3 Bauern angefchoffe Die volle ihn auf der schmünzer rch Sturm ,, Cecilia" Certranfen. cnationalen ist bereits It Bau be verschüttet, rn heraus dri Vr e, welchen Sigentums verkündet. dem Klagemit ZuchtWünschenJahn- Transen Professor egen Zweitte am 26. es 90. Fü r und BriPistolentwunder des Nach einem ammenhang Haarwuchs: für besongeheimnissein, denn Barte) starb wöchentlich, und es kann jen EinfomDaß es nicht 1,' die Hose Dagegen ha trägt. hau doch hin e quält und um das zu den hellen Mord vor fegt- ich hinter die niteinander. t sich über es Mörders sein Gesicht ?" d. Herr Doktor. armen Mann und erwacht Vorfällen zu Jillig wie ein lichkeit ift: ein uchter Mann. ilderten, find nach einigem Nervenfyftem der Audreys ftverständlich Dige Wieder hein ganz wveränderlich Nord beging, ten Nacht für r der Mörder erbarmungs bern gerann ift Herbert bahingeraffi t fein Mörder es wer? it und wieder Franzius ge wenn ich bas feben tönnte!" Hus dem Gerichtssaal. § Landesverrat. Am Mittwoch hat vor dem vereinigten zweiten und dritten Strassenat des Reichsgerichts zu Leipzig unter großem Andrange des Publikums der Landesverratsprozeß gegen den Geschäftsreisenden Edo Becker aus Wolffenbüttel begonnen. Den Vorsitz führt der Senatspräsident Treplin, die Anklage vertritt der Oberreichsanwalt Olshausen, Verteidiger ist Rechtsanwalt Wildhagen. Geladen sind elf Zeugen, drei Militärsachverständige und ein Dolmetscher. Außerdem wohnte im Auftrage des Ministeriums für Elsaß- Lothringen Polizeidirektor Zahn- Straßburg den Verhandlungen bei. Der Angeflagte ist im wesentlichen geständig, einem französischen Spion namens Menier militärische Korresponbenzen und photographische Aufnahmen der Mezzer Festen ,, Lothringen" und Graf Haefeler" geliefert zu haben. § Irrsinnig oder nicht? Der ehemalige Reichtstagsabgeordnete Ostar Freiherr von Münch stand vor der Straflammer zu Berlin unter der Anklage, den Königl. türttembergischen Staatsminister v. Pischek, den Medizinalrat Dr. Dicß, den Oberamtmann Stieferhofer und andere dem württembergischen Ministerium des Innern unterstellte Behörden und Beamte im Sinne des§ 186 St.-G.-B. beleidigt zu haben. und zwar durch eine Broschüre ,, Württembergische Rechtspflege und Verwaltung". Der Angeklagte war seinerzeit in Württemberg zwangsweise in eine Jrrenanstalt gebracht worden. Seine hiergegen eingelegten Beschwerden hatten keinen Erfolg. Dagegen erwarb v. Münch damals die preußische Staatsangehörigkeit, und das Polizeipräsidium zu Frankfurt a. M., dem der Angeklagte am 13. Dezember 1901 übergeben wurde, hielt seine Unterbringung in einer Frrenanstalt nicht für notwendig. Trotzdem läßt man ihn in Württemberg nicht seine dort schwebenden Zivilklagen ausfechten. Der Angeklagte schrieb nun die zur Anflage stehende Broschüre, in welcher er behauptet, geistig völlig intakt und das Opfer schwerer, von den württembergischen Behörden begangener Mißgriffe zu sein. Die Verhandlung wurde vertagt, damit die medizinischen Sachverständigen Gelegenheit zur Beobachtung des Angeklagten fänden. Lokales. Gedenktafel für den 7. November. 1659. Pyrenäischer Friede zwischen Frankreich und Spanien. Frankreich erhält das Uebergewicht auf dem Nontinent. 1773. Der preußische Reitergeneral Seydlig*. 1810. Der plattdeutsche Dichter Frizz Reuter*. 1870. Gefecht bei Chaumont. = ** Etwas vom Trinkgeld. Ich bin kein Feind des Trinkgeldes, schreibt uns ein Freund unseres Blattes, aber das Trinkgeld hat mich schon oft geärgert. Nicht, weil ich es geben muß, sondern, weil ich nicht weiß, wem ich es geben soll. Ich komme in eine Weinstube und werde ebenso, wie alle anderen Gäste von einem jungen Manne in einfacher Kleidung bedient. Als ich meine Zeche zahle, gebe ich dem jungen Mann ein Trinkgeld. Beleidigt schiebt er es zurück. Sollte ich ihm zu wenig gegeben haben? Bald erfahre ich durch einen Gast des Rätsels Lösung. Der junge Mann ist der Sohn des Wirts. Ich komme in ein anderes Lokal. Ein fein gekleideter Jüngling im Bratenrock bedient. Natürlich der Wirt oder sein Sohn. Als ich meine Zeche zahle, gebe ich dem jungen Manne natürlich kein Trinkgeld. Verwundert, sast verächtlich sieht er mich an. Ein Gast belehrt mich, es sei ein Kellner, der nach Sitte des Lokals nicht im Frack erscheine. Ich bin tief gebeugt. Um meinen Kummer zu vertrinken, gehe ich in ein drittes Wirtshaus, eine alte gemütliche Weinkneipe. Ein etwas mürrischer Jüngling bringt mir des Bacchus Gabe. Das ist der Sohn des Wirts, ersehe ich aus der Unterhaltung am Nebentische. Er ist's auch wirklich. Ich zahle meine Zeche und gebe diesmal, in dem sicheren Gefühl, nicht anzustoßen, kein Trinkgeld. Als ich aber aufstehe, sehe ich, daß ein Gast, der am Nebentische zahlt, ein Trinkgeld gibt, das von dem Mürrischen freundlich angenommen wird. Wem soll ich also fünftig ein Trinkgeld geben? Wie erkenne ich den Kellner und wie den Sohn des Hauses? Wie kann ich es erfahren, ob auch der letztere gewöhnt ist, ein Trinkgeld anzunehmen? ** Der Großherzog empfing am 5. November den Geh. Kommerzienrat Frhrn. Heyl zu Herrnsheim, den Leutnant Kranzbühler von der Reserve des 2. Dragoner- Regiments( Leib- Dragoner- Regiments) Nr. 24, den Leutnant Edler v. Scheibler von der Reserve des 1. Dragoner- Regiments( Garde- Dragoner- Regiments) Nr. 23, den Ministerialsekretär im Staatsministerium Dr. Valckenberg, den evang. Pfarrer Offenbächer von Albig, den Regierungsrat Schläger, den Hochbauaufieher Geyer, den evang. Pfarrer Kraus von Essenheim, den Regierungsrat Dr. Heil von Offenbach, den Rittmeister Westerweller v. Anthoni, Eskadronchef im 1. DragonerRegiment( Garde- Dragoner- Regiment) Nr. 23, den Hofrat Kofler, den General- Sekretär des Komitees für das Richard Wagner- Denkmal Dr. E. Carlotta von Berlin. **( Militärdienſt nachrichten.) Aulich, Roßarzt vom Hess. Train- Bat. Nr. 18, zum Feld.- Art.- Regt. von Peucker( 1. Schles.) Nr. 6, Woite, Roßarzt vom Hus.- Reg. König Humbert von Italien( 1. Kurhess.) Nr. 13, zum Heff. Train- Bat. Nr. 18 versetzt. Schallehn, Intend.- Rat, Vorstand der Intend. der 13. Div, Worbs, Jntend.- Assessor von der Korps Intend. des 18. Armeekorps zum 1. Januar 1903 gegen seitig versetzt. ** Die Rückkehr des Prinzen Heinrich von Kiel nach Darmstadt erfolgt Freitag Abend 833 Uhr. ☐ Rekrutenvereidigung. Hute Vormittag ist in der Stadtkirche die junge Mannschaft" unserer 116er vereidigt worden; im Ganzen legten 720 Refruten den Fahneneid ab. Brotabschlag. Wie uns heute mitgeteilt wird, haben die hiesigen Bäcker beschlossen, vom Montag ab den vierpfündigen Leib Brot um 2 Pfennig billiger abzugeben. ** Gestern Abend hielten die beiden hiesigen freiwilligen Feuerwehren unter dem Rommando des Herrn Branddirektor Traber gemeinschaftlich einen Brandangriff ab. Als Objekt waren die beiden Güterschuppen der hiesigen Bahnhöfe aus-| ersehen. Bunft 8 Ubr stellten sich die beiden Wehren und rückten nach der Brand kätte. Beide Korps leisteten Vorzügliches, so daß im Fall der Gefahr solches Projekt bald abgelöscht wäre. Später famen die reiden Wehren im Saale des„ Hotel Einhorn" bei einem Glas Bier zusammen, wobei die Feuerwerkapelle fonzertierte. Branddirektor Traber begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden beider Korps, und sprach sich lobend über die Leistungen aus. Wenngleich zweierlei Tuch, so seien doch die Bestrebungen dieselben, nämlich Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr. ** Wie wir vernehmen wird unsere gesamte Studentenschaft dem o. Professor der Physik Dr Paul Drude, der den an ihn ergangenen Ruf an die Leipziger Universität abgelehnt hat, eine Ehrung in Form eines Fackelzuges darbringen, dem sich ein Kommers in Steins Garten anschließen soll. ** Fortbildungsschulwesen. In Oberhessen werden in diesem Jahre gegen 5000 Mt. Unterstüßung für ärmere Gemeinden zur Bestreitung der Fortbildungsschulfosten verausgabt, davon entfallen auf solche Gemeinden des Vogelsbergs ca. 3000 Mt. ** Der Hessische Kriegerverband Hassia hat, wie wir von zuverlässiger Seite hören, in seiner am Sonntag in Darmstadt abgehaltenen Sigung beschlossen, ein eigenes Verbandsorgan vom 1. Januar 1903 ab wöchentlich einmal in Darmstadt erscheinen zu lassen. ** *( Privattelegramm.) Bei der heutigen Ziehung der 1. Kl. 7. Großherzogl. Hessischen Landeslotterie wurden nachstehende Haupt- Gewinne gezogen: 40 000 Mr. auf Nr. 84 245 nach Gonsenheim, 20 000 Mt. auf Nr. 25 179 teilweise nach Mainz und Gotha, 1000 mf. auf Nr. 45 157 nach Mainz, 400 Mt. auf Nr. 9257. Ohne Gewähr. ** Kriegerverein. Wie immer zum Beginn eines Monats hielt gestern der hiesige Kriegerverein im Restaurant Feidel seine Monats- Versammlung ab. Gelegentlich dieser hielt Herr Leutnant d Res. Keller- Mainz einen höchst interessanten Vortrag über die nationale und soziale Bedeutung des Heeres, der von allen Anwesenden mit größter Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Ein dreimaliges Hoch auf den Landesfürsten schloß die Versammlung und heitere Fidelitas trat an Stelle des vorherigen Ernstes. ** Leipziger Sänger. Am Dienstag, den 11. und Mittwoch, den 12. d. Mts. veranstalten die Leipziger Quartett und Konzertsänger in Steins Garten unter Direktor Eyles zwei Humoristische Abende. Ueber die Leistungen des Quartetts geben wir nachstehend eine Kritik der W.- 3tg." roieder: Allemal, wenn sich die Wilh. Eyles altrenommierten Leipziger Quartett und Konzertsänger zu einer Soiree anmelden, dann geht gewissermaßen eine fleine Bewegung durch. unsere Stadt: da müssen wir hin! Gestern abend waren die Sippläge im Saale des Kurhauses schon lange vor 8 Uhr vergriffen, und nur mit Mühe gelang es später kommenden, noch einen Stuhl von irgendwoher zu erwischen; eine geradezu beängstigende Fülle wiesen Saal und Gallerie auf. Jedenfalls ist das ein Zeichen, daß die Sänger sich bei uns eines guten Rufes erfreuen. Und diesen Ruf haben sie in dem gestrigen Konzert vollauf gewahrt. Wenn es darum zu thun war, einige Stunden urwürzigen Humors zu genießen, wer einmal herzlich Lachen wollte, der kam bei den Leipzigern vollauf auf seine Rechnung. Das Programm wies 11 Nummern auf; der nicht endenwollende Beifall veranlaßte die Sänger jedoch zu verschiedenen Zugaben, sodaß schließlich die Zahl 25 herausfam. Neben den tonschön wiedergegeben Quartetten und Einzelborträgen sind es namentlich die humoristischen Sachen der Herren Eyle und besonders Römer, welche den Zuschauer aufs allerheiterste stimmen. Von den Einzelborträgen wurde u. A. der„ Harzgruß", vorgetragen von Herrn Ebert, sehr beifällig aufgenommen. Ein ausgezeichneter Damenimitator ist Herr Del tsch, der in seinem ganzen Auftreten und seiner hübschen Sopran ( Kopf-) stimme von einer wirklichen Dame kaum zu unterscheiden ist. In seiner Zugabe„ die Beichte" sang er außer Sopran einen klaren Baß. Den Schluß des Abends bildete das humoristisch- musikalische Gesamtspiel die imitierten Tyroler", welches ebenfalls stürmische Heiterfeit hervorrief. treten die Sänger noch einmal auf, und wir können -Heute Montag, den Besuch nur bestens empfehlen. seit einigen Tagen vermißt wurde, hat von Pommern ** Wieder gefunden. Der Student Heu ß, welcher gebeten mit der Motivierung, daß er als reumütiger aus, wohin er sich gewandt hat, seine Eltern um Geld Sohn wieder zurückkehren will. Er stammt aus Armsheim in Rheinhessen. Unsere Städtische freiwillige Feuerwehr feiert nächsten Samstag im Café Leib ihr 47. Stiftungsfest. Recht gemütliche F stſtunden sind den Kameraden, welche sonst in Not und Gefahr hilfebereit sind, von Herzen zu gönnen. ( Bahnhofstraße) hierselbst findet am Donnerstag, den ** Recitations- Abend. Im Felsenkeller 13. d. Mts. ein Recitations- Abend statt. Zur Aufführung gelangt ,, Die Sünde." Lustspiel:„ Pariser Leben" gegeben; Edith ** Im Orpheum wird heute Abend das Wilhard'sche Norden, die bekannte Schauspielerin, tritt in dem Stück als Gast auf. ** Der Wohlthätigkeitsverein„ Contentia" hatte mit seinem am letzten Samstag arrangierten Familienabend einen vollen Erfolg. Der Saal in Steins Garten war voll besetzt; das gebotene Programm war sehr abwechslungsreich Einen besonderen Anklang fand das Theaterstück„ Tante Mayer oder die Einquartierung im Spreewald" und die in Scene gesetzte Saalpost. Ein gemütliches Tänzchen beschloß den Abend. Am anderen Tag zog, wer noch wollte, nach dem Windhof", hier war es ebenfalls sehr bald gemütlich, sodaß man allgemein bedauerte, daß das Bieberlieschen" nicht noch zu späterer Nachtstunde die Heimbeförderung übernahm. Aus Hessen und nachbargebieten. ** Großen- Linden. Der Bläschenausschlag in verschiedenen hiesigen Gehöften ist erloschen. O Grünberg erhält nunmehr wenn auch die Verhandlungen noch darüber schweben ein neues Steuerfammiffariatsgebäude. In Homberg a. d. O. ift man in gleicher Sache schon weiter, dort ist bereits der Plaß schon bestimmt zum Neubau eines Steu rkommissariatsgebäures. Ruppertenrod, 5. Nov. Der unserem Gendarmeriebeziif seit 6 Jahren vorstehende Wachtmeister Dörr ist mit gestern nach Kirtorf verzogen. Sein freundliches Wesen, vereint mit Gerechtigkeitssinn, haben dem Scheidenden zahlreiche Freunde erworben, so daß sein Weggang allgemeines Bedauern erregt. ** Burg- Gemünd. Am hiesigen Stationsgebäude wird ein größerer Anbau ausgeführt, welcher bereits bis auf Sockelhöhe gediehen ist und vor Winter noch fertiggestellt werden muß. ** In Zell- Romrod wird für den Großherzog gebaut. Dasselbe soll im Innern den Charakter eines an das Stationsgebäude ein Fürstenzimmer anJagdzimmers erhalten. *** Lauterbach. Ter hiesige Bahnhof wird demnächst durch einen großen Umbau vergrößert werden; die Arbeiten hierfür sollen in den nächsten Tagen ausgeschrieben werden. Auch in Salzschlirf wird der Bahnhof durch Anbau bedeutend vergrößert. Seite geschrieben, daß die Errichtung des großen Schieß** Rettinghausen. Es wird uns von sehr identischer plazes nahe unseres Dites nunmehr beschlossene Sache sein soll. Mehrere höhere Militär- und Regierungsbeamte aus sehr eingehend. Die durch die event. Errichtung des neuen Berlin weilten dieser Tage hier und besichtigten das Terrain Schießplages interessierten Grund- und Hausbesizer thun gut daran, wenn sie jetzt mit etwas Reserve arbeiten. :: Aus dem Ohmthale, 5. Nov. Das schöne Novemberwetter wird von unseren Landwirten recht willkommen ge= heißen, da mit der Weizenbestellung noch mancher im Rückstande ist. Durch das anhaltend schlechte Wetter der vergangenen Wochen lag auch die Möglichkeit nahe, das Unpflügen der Stoppeläcker unterlossen zu müssen. So kann das Vieh sogar noch die Weide benutzen. Ober- Abtsteinach, 5. Nov. Das einzige dreijährige Kind der Eheleute Leonhard Berberich dahier fiel in einen Topf kochenden Wassers. Es starb alsbald an den erlittenen Brandwunden. ** Vilbel, 5. Nov. Der 26jährige Weißbinder Ickler ist nicht, wie gemeldet wurde, aus dem Zug gesprungen und dabei aus Zufall überfahren worden, sondern er hat den Tod freiwillig auf den Schienen gesucht, weil er arbeitslog war. ** Kirchhain, 5. Nov. Gestern fand der letzte der diesjährigen Viehmärkte statt. Da die Landwirte mit den Ernteund Bestellungsarbeiten ziemlich fertig sind, hatten dieselben den Markt start besucht und herrschte deshalb schon vom frühen Morgen in den zum Markt führenden Straßen ein lebhaftes Treiben. Der Rindviehmarkt war mit zirfa 500 Tieren befahren, Händler waren in großer Anzahl erschienen und entwickelte sich bei guten Preisen ein flottes Geschäft. Der Schweinemarkt war ebenfalls stark befahren, auch hier wurden viele Verkäufe abgeschlossen, doch fonnte man noch nicht von einem Sinken der Preise sprechen. Saugfertel fosteten je nach Qualität 24-40 Mt., Läuferschweine bis zu 80 Mt. pro Paar. ** Fulda, 3. November. Die StadtverordnetenVersammlung hat den Antrag betr. Einführung der Bedürfnisfrage für das Schankgewerbe mit 17 gegen 10 Stimmen abgelehnt.( Die städtische Verwaltung Gießens war nach 3jähriger probeweisen Einführung eines dahingehenden Ortsstatuts der Ansicht diese Einrichtung für Gießen zu einer dauernden zu gestalten.) ** Bingen, 5 Nov. Bei den bevorstehenden Reichstagswahlen wird im Wahlkreise Bingen- Alzey das Zentrum, das bei den letzten Wahlen die Freisinnige Volkspartei( Schmidt) unterstüßt hatte, eine eigene Kandidatur aufstellen. Köln, 6. November. Mit Genehmigung zum Erzbischof gewählt worden. des Papstes ist Weihbischof Dr. Antonius Fischer Brietkasten der Redaktion. N. N.. hier. Sie wollen gern wissen, ob der hiesige Marineverein die auf seinem legten Stiftungsfeste gegebenen Theaterstücke nochmals zur Aufführung bringt. Von verschiedenen Seiten sind derartige Anfragen an den Vorstand ergangen, sodaß der Vorstand lung diese Frage zur Tagesordnung zu bringen. sich wohl veranlaßt sieht, zur nächsten GeneralversammAut Weylar, 5. Nov. dem hiesigen Wochenmarkt kostete das Pfund Butter 1.15 Mr., Eier 2 Stück 19 Pfg. Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruderei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruderei( gegr. 1783; für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Billiges Kochrezept( Preisgekrönt). 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Mfs., nachm. 3%, hr im Saale der höheren Mädchenschule dahier( Schillerstraße) stattfindet, ergebenst eingeladen. Tagesordnung. 1. Mitteilung des Ergebnisses der Obervevision der Rechnung für 1900 durch Großh. Ober- Rechnungsfammer. 2. Desgleichen des Ergebnisses der Vorprüfung der Rechnung für 1901 durch den bestellten Revisor; Entlastung des Rechners. 3. Mitteilung des Ergebnisses der stattgehabten Kassenrevisionen. 4. Verteilung des Reingewinns und Bewilligung der Mittel: a. zur Prämiirung von Dienstboten, b. " " Sparern, c. zu wohlthätigen und gemeinnüßigen Zwecken. 5. Bewilligung der Kosten für die Pfennigsparkasse. 6. Beratung und Festseßung des Voranschlags für 1903. 7. Wahl von Verwaltungsratsmitgliedern: 8. Wahl von vier fehlenden Spartuss vertretern in Gruppe e durch die Vertreter der Gruppe b( Bürgermeister der Landgemeinden). Gießen, den 3. November 1902. Der Direktor der Spar- u. Leihkasse Gießen. Wiener. 60 Pfg. Gießener Neueſte Nachrichten Kostenfrei be in hi P erhält jeder Abonnent: pro Monat November. bas tägliche Oberhessische Familienblatt, die Gießener Seifenblasen" und die Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst= und Gartenbau. Probe- Nummern gratis. Inseraten Abonnements bei billigster Berechnung. Die Gießener Neueste Nachrichten" werden in 55 Orten verbreitet. Bestellungen auf Abonnements nehmen unsere sämtlichen Boten, die Post und Briefträger entgegen. Alle Freunde und Gönner unserer Zeitung bitten wir höft. für Weiterverbreitung bestens besorgt zu sein. re bo be ge Offene Stellen: un re au Ein schreinerlehrling sei Fi Ste tr 31 he gesucht. Kost u. Logie im Hause. Schiffenbergerweg 56. Zu vermieten: K leine Familienwohnung so= fort zu vermi ten. Näh. Tiefenweg Nr. 18. Ein braver Junge Laden mit Wohnung mit guten Schulfenntnissen, welcher Lust bat, Buchdrucker zu werden fann in die Lehre treten. Albin Klein, Gießener Neueste Nachrichten. Junger per 15. Oft. zu vermieten. 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