Teil. hung. Nr. 258. Erstes Blatt. Abouuementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 150. Gratisbellagen: Oberheffische Familienzeit ung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. ader Schulleitung be ober in Wirkjamfeit berlehrer Hahn zum Anauß zum Haupt hrer W. Schaaf zum ernannt worden find Le Angehörigen der für die Folge it fonftigen Anliegen an Onnen. Sprechstunde 2 Uhr in dem bet en find diefelben aud Bausen zu sprechen 12 Uhr in dem Stadt zu sprechen, außer Schulhause, in welchen Behörden, gegebenen Benehmen treten zu 02. 0: ung. Di Schußmannestellen 320, fteigend jährli nje Mt. 1800, am unter Vorlage selbst Mittwoch, den 5. November 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberhessen, die Kreise Weßlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitfung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen. Deutfcher Reichstag. Der Kampf gegen die Kartelle. - 208. Sigung. CB. Berlin, 4. November. Der Plenarsaal bot heute bei Beginn der Verhandlungen das merkwürdige Bild, daß auf der Bundesratstribüne nicht eine einzige Persönlichkeit anwesend war. Offenbar will die Regierung damit zu erkennen geben, Rilitärpoptere, somie daß der von der Kommission neugeschaffene§ 1b des bis spätestens am tags zwischen 10 und Bießen. mg. ngeordnete Sperre der Neustadt aus Gießen. ang. straße und Grabennalisationsarbeiten iteres gesperrt. Gießen. 1. Uhr im VereinsR. Keller über g des Heeres. dt. ung erwchren. F. G. F. am cr a. c. pünktaldsgarten. randdirektor. eife"! praktische Waschschmethode wirkralität garantirt! beisst dieselben zum Putzen unr im Haushalt ig. das Stück in nden Geschäften. Bferd 30 unter breien die ipp Pfaff, Lollar ble mich zu hren ee Art infpänner. Schüßenfr. 6. beb. Timmermann, nhura, Fichtefir. 33 b. Bimmer zu verm Bismartfir. 17. part. Zolltarifgefeßes für sie eine gleichgültige Sache sei. Bevor jedoch in die Verhandlungen eingetreten wurde, erfüllte das Haus einen Akt der Pietat, indem es nach einer Ansprache des Präsidenten das andenken des verstorbenen Abg. Rickert durch Erheben von der Bläßen ehrte. Zunächst trat der nationalliberale Abg Dr Paasche als Verteidiger der Kartelle auf, die nicht immer eine Ausdes Publiku ndern einen Schuß der Gütererz ugung bezweckten. Für seine warme Verteidigungsrede mußte er sich dann später durch den Abgeordneten Dr. Bachnice von der freisinnigen Vereinigung an das fartellfeindliche Verbalten seines Parteigenossen Freiherrn von Hy erir nern lassen. Pochnicke sieht in den Kartellen Die Folgen des Zollschußes, während der Abg. Gamp von der Reichspartei in den Kartellen das Mittel zur Erhaltung der Einzelbetriebe erblickt. Ohne sie müßten die verschiedenen Industrieanlagen desselben Zweiges vielfach miteinander verschmolzen werden. Ein grundsäßlicher Kampf gegen die Syndikate sei ein Unsinn; aber jeder Unsinn finde auch seine Verteidigung durch eine wissenschaftliche Autorität. Der Abg. Bebel, der nunmehr zu Worte tam, persiflierte diesen Satz mit der These: Jede gute Seite im bürgerlichen Leben habe auch ihre schlechte. Im übrigen aber bekannte er sich auch zu dem kartellfeindlichen Standpunkte, den sein Parteigenosse Bernstein bereits in einer früheren Sigung vorgetragen hatte. Der preußische Minister Möller, der inzwischen am Bundesratstische erschienen war, fand allerdings Bebels statistische Ziffern nicht einwandsfrei und betonte, daß gerade durch die Kartelle und deren Produktionseinschränfungen Lohnkürzungen vermieden worden seien. nationalliberale Abg. Dr. Beumer, der als Sekretär eines Industriellenverbandes naturgemäß ein genauer Kenner der Verhältnisse ist, hob hervor, daß auch die englische Schienenindustrie auf dem deutschen Markte mit den Preisen schleudere; da sei es ein Akt der Notwehr, wenn von unserer Seite das Gleiche geschähe. Ein Schußmittel gegen die Lohndrückerei mancher Syndikate sei die bessere Ausgestaltung der Ausfuhrvergütungen. Der Abg. Brömel von der freisinnigen Vereinigung warf einen Blick auf die Bundesratsestrade, wo manch teures Haupt fehlte und bedauerte das geringe Interesse, das die Regierung der Ringfrage entgegenbringe. Den Standpunkt, den der russische Finanzminister Witte in seinem befannten Erlaß gegen die Syndikate ausgesprochen habe, billigte er durchaus, die englischen Kartelle nahm er gegen die Angriffe Dr. Beumers in Schutz. Sie seien etwas ganz anderes, als die unter dem Schutzzollsystem entstandenen deutschen Kartelle. Der Hierauf teilte Vizepräsident Büsing mit, daß ein Bertagungsantrag des Abg. Dr. Barth eingegangen sei. Da das Bureau über das Ergebnis der Abstimmung zweifelhaft war, wurde zur Auszählung geschritten, die bei Anwesenheit von 135 Mitgliedern die Beschlußunfähig= feit des Hauses ergab. Die weitere Beratung wurde auf Mittwoch 12 Uhr vertagt. Die Politik. Ein neues Kanalprojekt. Minister Budde macht augenblicklich seine Aufwartung an den süddeutschen Höfen von Bayern, Hessen und Baden und ist einstweilen in München eingetroffen. Wie man hierzu erfährt, ist die Maintanalisation und zwar auf der Strecke von Aschaffenburg( bayrisch) bis Offenbach( hessisch) der Zweck dieser Reise. Auch Baden würde daran als Anlieger( Wertheim und Umgebung) interessiert sein. Von Frankfurt bis zur Mündung bei Mainz ist der Main kanalisiert worden, ehe der neue leistungsfähige Hafen zwischen Frankfurt und Offenbach gebaut wurde. Die neue Kanalstrecke würde jenem Hafen ein größeres Umschlaggebiet geben, an dem Preußen ein um so größeres Interesse hat, als es durch die preußischhessische Eisenbahn- Betriebsgemeinschaft Frankfurt a. M. zum Brückenkopfe des Verkehrs nach Frankreich und Italien gemacht hat. Englische Intriguen gegen Deutschland. ) 6( Der Berliner Korrespondent der ,, Vereinigten Presse" hat nach Newyork telegraphiert, daß der deutsche Gesandte in London Graf Wolff- Metternich und der englische Gesandte in Berlin Sir Frank Lascelles in einer Unterredung zu dem Ergebnis gekommen seien, ein Bündnis zwischen Enaland. Deutschland und den Vereinigten Staaten sei die wünschenswerteste politische Konstellation. Als aber Chamberlain in einer Rede dieses Zusammengehen empfohlen habe, sei er durch den Reichsfanzler Grafen Bülow lächerlich gemacht worden. Da diese Unterredung, wenn sie stattgefunden hätte, von den beiden Staatsmännern geheim gehalten worden wäre, so ist die ganze Darstellung von Haus aus als eine Intrigue der englischen Deutschenfeinde zu erkennen, die nur eine Beeinträchtigung etwaiger günstiger Erfolge der Englandreise unseres Kaisers bezweckt. England schwenkt vom Freihandel ab. er= K Bekanntlich ist es das Ziel des englischen Kolonialsekretärs Chamberlain, eine engere Verbindung der unter eigener Verwaltung stehenden Kolonien mit dem Mutterlande auf der Grundlage eines Zollvereins herbeizuführen. Er wollte diesen Plan schon zur Zeit der Krönung des Königs durchführen, aber damals scheiterten die Verhandlungen, die er über diesen Bunft mit den leitenden Ministern der einzelnen Kolonien gehabt hat. Jetzt scheint man handelseins geworden zu sein, denn amtlich wird ein Uebereinkommen zwischen den Kolonialministern veröffentlicht, dessen Grundbedingungen im wesentlichen folgende sind: Sämtliche Kolonien mäßigen die Zölle für Waren aus dem Mutterlande durchschnittlich um 25 bis 3313 Prozent. Seither zollfreie Waren werden für fremde Staaten mit einem Zoll belegt. Für den Fall eines Krieges soll die ganze Kriegsflotte der sämtlichen Gebiete zusammengezogen werden. Ob die Kolonien Size im englischen Parlamente erhalten, ist noch nicht bestimmt; Chamberlain schwärmt nicht dafür und möchte über diesen Punkt durch Schaffung eines beratenden Ausschusses, der der Reichsregierung zur Seite stehen soll, hinwegkommen. Das heißt mit anderen Worten, daß die Kolonien in Fragen der allgemeinen Politik, wie Bismarck einmal sich ausdrückte ,,, nir to seggen", nichts zu sagen haben. Der Freihandel bleibt nur noch auf das englische Mutterland beschränkt. Das ist eine bedeutsame Wendung, die auch für Deutschland ein großes Interesse hat, da der deutsch- englische Handelsvertrag gekündigt ist. Neues vom tollen Mullah. Auf dem Markte von Aden wurde durch fremde Händler die Nachricht verbreitet, daß der tolle Mullah neuerdings wieder einen vorgeschobenen englischen Posten angegriffen und einen großen Kameltransport erbeutet habe. In England liegt darüber noch keine Meldung vor. Dagegen wird berichtet, daß der seitherige Kommandeur der Expeditionstruppen gegen den Mullah, Oberst Swayne, zurückberufen worden sei, um als Berater des Auswärtigen Amtes" tätig zu sein. Eine liebenswürdige Kaltstellung! Auf dem Kriegsschauplatz ist ein landfundiger Mann natürlich nötiger, als beim Auswärtigen Amt in London. Swaynes Nachfolger ist General Manning. Italien macht auch schon mobil, um auf alle Fälle gerüstet zu sein. Der Kreuzer ,, Pomona" ist nach Illio an der Küste des Schutzgebietes abgegangen. ,, Auch von Berber aus soll vorgegangen werden," heißt es in einer halbamtlichen Meldung. Vorgegangen gegen wen? Sollte Italien im englischen Kielwasser fahren? Chinesische Hinterlist. $ China hat in dem Friedensprotokoll zu Peking die Bedingung angenommen und unterschrieben, wonach die Einfuhr von Waffen verboten ist. Trotzdem hat der Kaiser einen Beamten der vierten Rangstufe zum Mandarinen erster Klasse befördert, weil er tausend Mausergewehre und 300 000 Patronen nach Kwangli geschmuggelt und dem Gouverneur zur Unterdrückung des Aufstandes übergeben hatte. Das ist Chinesentrene. Kurze politische Nachrichten. * Der Kaiser stattete am Dienstag Vormittag dem Reichskanzler Grafen von Bülow einen längeren Besuch ab. * In unterrichteten Kreisen wird es für wahrscheinlich gehalten, daß der deutsche Kronprinz noch in diesem Jahre einen Gegenbesuch am dänischen Königshofe machen wird. * Der bisherige Direktor im Auswärtigen Amt, Geheimrat Hellwig, ist unter Verleihung des Roten Adlerordens erster Klasse mit Eichenlaub, seinem Antrage gemäß in den Ruhestand getreten. * Landgerichtsrat Dedekind in Braunschweig, der in einer Denkschrift an das Staatsministerium den Serzog von Cumberland als den Landesherrn anerkannte, ist mit einem Verweise disziplinarisch bestraft worden. * Zur Verbesserung des Schußes der Arbeiter gegen Milzbranderkrankungen hat der Bundesrat eine Verschärfung der Vorschriften über die Einrichtung und den Betrieb der Roßhaarspinnereien, Haar- und Borstenzurichtereien sowie der Bürsten- und Pinselmachereien beschlossen. * England und Frankreich haben jetzt auch ihre Beteiligung an der Berliner Konferenz über drahtlose Telegraphie zugesagt, die Ende Februar stattfinden soll. Die Union wird durch den Chef des amerikanischen Departements für drahtlose Telegraphie, Kapitän der Flotte Barter, vertreten werden. * Es verlautet, demnächst werde zwischen den Staaten der lateinischen Münzunion ein Zusazabkommen zur Münzkonvention unterzeichnet werden, durch das der Schweiz ein neues außerordentliches Kontingent von Silbermünzen bewilligt wird. * Im englischen Unterhause wurde amtlich erklärt, daß behufs Uebergangs der Telagoabai und der Bahn von der Bai nach Pretoria in englischen Besitz keinerlei Schritte getan worden seien. * Die Nachricht von der Beschießung der türtischen Insel Midi durch ein italienisches Geschwader wird nmehr auch von amtlichen Kreisen Italiens bestritten. Wahrscheinlich ist das ganze Gerücht lediglich dadurch entstanden, daß das italienische Geschwader zwei türkische Schiffe zur Abfahrt aus der Midiabai aufforderte, wogegen der türkische Gesandte in Rom im Auftrag seiner Heimatbehörde Wid pruch erhob. Der italienische Geschwaderkommandant hatte den Verdacht, daß Proviant für die Seeräuber an Bord hatten. Nab und fern. * Die Hubertusjagd, die bisher nach alten Traditionen alljährlich im Grunewald bei Berlin von dem gleich namigen alten Jagdschlosse aus abgehalten zu werden pflegte und für die sportliebenden Berliner ein richtigeé Volksfest war, ist dieses Jahr zum erstenmal auf dem weiten Gelände des Döberißer Truppenübungsplates ge ritten worden. Der Grund dazu ist, daß ein Teil des zuschauenden Publikums an den Mitgliedern des ,, roten Feldes" unliebsame Kritik geübt haben soll. Das Kaiserpaar hatte anfangs sein Erscheinen in Aussicht gestellt, sagte aber doch im letzten Augenblick ab. Dagegen ritten Prinz Friedrich Leopold, die Gölme des Prinzen Albrecht und der Prinz von Siam die Jagd mit, so daß es immer noch genug zu sehen gab, wenn auch die Absperrungsmaßregeln ziemlich streng durchgeführt wurden. †† Sich selbst gerichtet hat der Berliner Schreiber Ernst Thiele, der Sonntag femme Haut Else Brüß im Tiergarten durch drei Revolverschüsse tödlich verwundet hat. Er schoß sich auf dem Mosett des großen Restaurants Aschinger am Alexanderplay etne ugel in die Stirn, die ihn sofort tötete. Vorher hatte der Selbstmörder, dem wohl die Hand gezittert haben muß, schon fünf Schüsse abgegeben, die sämtlich in die Pfosten der von innen verriegelten Tür gingen. Die Aufregung in dem dicht besetzten Lokal während des Vorganges war unbeschreiblich. Zwei Kinder im Schlaf verbrannt. In einer sogenannten ,, Laubenkolonie" zu Rigdorf bei Berlin, wo der großstädtische Arbeiter abends nach vollbrachtem Tagewerk sich auf freiem Felde zu erholen pflegt, hatte ein Ehepaar Weßnack seinen ständigen Wohnsiz im Sommer und Winter aufgeschlagen. Der Ehemann ist tagsüber als Gasarbeiter beschäftigt, während die Frau den Haushalt besorgt. Als diese sich zu einigen Besorgungen entfernt hatte, nachdem sie ihre beiden kleinen Kinder bereits zu Bett gebracht und im Herd Feuer für das Abendbrot angemacht hatte, brach ein Brand aus, der das leichte Gebäude in kurzen Minuten in helle Flammen seẞzte. Die beiden Kinder verbrannten mitsamt ihren Betten. * Die angebliche Gumbinner Soldatenmißhandlung. Bekanntlich hat eine Frau Baltrusch veröffentlichen lassen, ihr Mann, der früher Gumbinner Kanonier war, sei in Folge schwerer während seiner Dienstzeit erlittener Mißhandlungen gestorben. Die ,, Nationalzeitung", die an maßgebender Stelle Erkundigungen eingezogen zu haben erklärt, versichert, daß in Berlin von dem Vorgange nicht das Mindeste bekannt sei. Zur Meldung sei lediglich gelangt, daß der Kanonier Baltrusch in Folge eines Unglüdsfalles einen Schädelbruch erlitten hat und sich vor dem Sturz in angetrunkenem Zustand befunden hat. Auffallend ist auch, daß die Witwe über den Vorfall fast ein Vierteljahr lang geschwiegen hat. * Rekrutenvereidigung zu Berlin. In Gegenwart des Kaisers fand die feierliche Vereidigung der Rekruten der Garnisonen Berlin, Spandau, Charlottenburg und Lichterfelde auf dem Blaze zwischen dem Berliner Kgl. Schlosse und dem Lustgarten statt. Die Feier begann mit einer Ansprache des Divisionspfarrers der ersten Garde- Division v. Stosch unter Zugrundelegung der Bibelmorte aus 1. Chronika 22, 16: Mache dich auf und richte es aus; der Herr wird mit dir sein." Am Schlusse der Ansprache schärfte der Geistliche den Retruten die brei Soldatentugenben ein: ,, Treue, Gehorsam und Gottesfurcht". Danach hielt der katholische Divisionspfarrer Dr. Wagner eine Ansprache an die katholischen Rekruten, welcher nunmehr die Vereidigung brigadeweise durch je einen berittenen Offizier jeder Brigade folgte. Nach be endeter Feter hielt der Kayer mit weit über den plaz schallender Stimme eine Ansprache an die Rekruten. Der Monarch ermahnte die neuen Soldaten zur Selbstzucht, zu unbedingtem Gehorsam und zu christlicher Gottesfurcht, legte ihnen die Bedeutung des Fahneneides ans Herz und forderte sie auf, treu zu sein auch im Kleinsten. Der Kaiser schloß seine Ansprache mit den Worten: ,, Nun gehet hin und thut Euren Dienst!" * Die Arbeiten am Eimplontuunel werden neuerdings durch die rapid steigende Hiße beim Vorrücken im Berginnern arg erschwert. Man ist jetzt auf der Nordseite bei 8 Kilometer 50 Meter angelangt. Die Temperatur beträgt zwychen 53-54 Grad, der Tagesfortschritt in hartem Gneis durchschnittlich 5,5 Meter. Man rechnet nunmehr mit steigender Hize, da man sich der Mitte des Berges immer mehr nähert. Auf der Südseite ist die Temperatur von 10 Grad, die im Mai konstatiert wurde, nun auf 35 Grad gestiegen. Duell Dion- Gerault. Wie berichtet, kam es in der französischen Deputiertenkammer zwischen dem Marquis de Dion und dem Redakteur Gerault- Richard zu Tätlichkeiten, die jetzt ein Duell zur Folge hatten. Dasselbe verlief, wie fast immer in Paris derartige Affairen, unblutig. Als Waffen hatte man Degen gewählt. GeraultRichard erhielt einen Stich in den Oberarm und damit war der Zweikampf beendet ) Eine neunfache Kindesmörderin wurde in dem russischen Dorse Potschinsk verhaftet. Eine dort ansässige 42 jährige Bäuerin hatte 18 Jahre lang ein Liebesverhältnis mit ihrem Schwager unterhalten und in dieser Zeit neun Kinder geboren, die sie sämtlich unmittelbar nach der Geburt erdrosselte und vergrub. Bei der Untersuchung fand man sechs Leichen von Kindern an einer Stelle verscharrt. Das Verbrechen brachte die eigene 20 jährige Tochter der Kindesmörderin zur Anzeige. lich annullierten Testaments, worin ich sie zur Universalerbin meines Vermögens von 130 000 Pfund Sterling eingesetzt hatte. Ich vermache 5 Schilling meiner Nichte Margarete O'Neill, welche sich Sonntags, statt in die Kirche zu gehen, heimlich dem Trunk ergiebt. Für besagte 5 Schilling soll sie meinen Leichenzug versäumen und sich zu Hause zu meinem Gedächtnis einen antrinken. Meinem Freunde" Charles Cunnard vermache ich ein Neunauge, da ich ihm keine Schlange hinterlassen kann. Dieses Neunauge soll ihm versinnbildlichen, daß ich ihn wie eine Schlange am Busen genährt, damit er mich im Klub stets als den geizigsten Kerl ausschreien konnte. John Abbot, mein treuer Diener, erhält 6 Pence. Für dieselben soll er sich einen Strick faufen, damit er, wenn er für seine Spißbübereien gehängt werden soll und der Sheriff den Strid vergißt, wenigstens des Wartens auf zugiger Gerichtsstätte überhoben sei. Außer den aufgeführten Legaten fällt mein Vermögen an nachstehend verzeichnete wohltätige Anstalten( folgt Aufzählung derselben)." |::| Die Liebe eines Großfürsten. Mit Staunen wurde überall die Nachricht aufgenommen, daß der jüngste Sohn Kaiser Alexanders II. von Rußland, Großfürst Paul Alexandrowitsch, mit schlichtem Abschied aus seiner Stellung als Generalleutnant und Generaladjutant des Kaisers sowie als Kommandeur des Gardekorps entlassen worden ist. Jezt wird gemeldet, daß der Grund seine heimliche Heirat mit der geschiedenen Frau seines früheren Adjutanten Bistolfow ist, mit der er schon vor deren Scheidung ein Verhältnis hatte. Dieses Verhältnis des Großfürsten Baul führte übrigens schon im vorigen Winter auf einem Ball im Winterpalais zum offnen Eflat, als die Baronin Bistolfow mit den Brillanten der verstorbenen Großfürstin Alexandra auf dem Hofball erschien. Der 3Zar, der diese Taftlosigkeit bemerkte, verlangte, daß die Baronin Bistolfow den Hofball sofort verlassen müsse, was auch geschah. Nach ihrer Scheidung von Baron Pistolkow, erflärte sich Großfürst Paul auf ihre Bitten auch bereit, sie zu heiraten. Er reiste im Juni ins Ausland, um seinen Plan auszuführen, doch schlugen ihm mehrere russische Geistliche ab, die Trauung zu vollziehen, zu der sich schließlich ein griechischer Geistlicher in Livorno bereit fand Großfürst Paul hat mit dieser geheimen Ehe eigentlich das Beispiel seines Vaters, des Zaren Alexander II., nachgeahmt, welcher sich unmittelbar nach dem Tode seiner Gattin mit der Fürstin Jurjewsky- Dolgoruky trauen ließ, um die drei Kinder zu legitimieren, welche sie ihm geboren hatte und die heute als vollgiltige Kinder des Baren angesehen und im Hofkalender auch als solche verzeichnet werden. Großfürst Paul weilt im Augenblicke in Paris. Er tritt dort nicht offiziell auf, während sein' gleichfalls in der französischen Hauptstadt weilender Bruder Großfürst Meris mit den offiziellen und gesellschaftlichen reisen verkehrt. Die liebe Titelsucht.] or turzem tursierte ais bezeichnend für die in Deutschland, speziell in Süddeutschland grassierende Titelsucht die ultige Titulatur ,, Ochsenmaulsalatfabrikantentochter", die sich nach einem Wigblatt eine Nürnberger Schöne in einem Badeorte zugelegt haben sollte. Ms Gegenstück dazu finden sich im Anzeigenteil der Leßten Nummern eines süddeutschen Blattes neben einem Maschinenhausgehilfenkind und einem Wagenausschreibersfind außer vielen anderen noch ein Grundbuchanlegungstommissar, eine Agenturvorstandswittwe und ein Bürgerspitalrentamtmann. Ganz besonders imponiert aber eine Wurstwarengeschäftsinhabers frau und schließlich ein Wohltätigkeitsstiftungsadministrationsdiener. Allerlei. 55 treue Dienstboten hat der Berliner Hausfrauenverein im Bürgersaale des Rathauses feierlich prämiiert; unter diesen Prämiierten befanden sich 52 Frauen und Mädchen und drei Männer. A if 49 Dienstjahre konnte eine Köchin zurückblicken, 41 Jahre eine Kinderpflegerin, ebenso eine Haushälterin, 36 Jahre ein Mädchen für alles." Vom pfälzischen Durst wird aus Neustadt an der Haardt berichtet: Dort wurde vor einigen Tagen der von der neugegründeten Winzergenossenschaft eingerichtete Winzerfeller festlich eröffnet. Die Weinprobe fand solchen Anklang, daß nicht weniger als zwei Fuder getrunken wurden. Das will selbst in der Weinstadt Neustadt etwas heißen, schreibt dazu der Pf. Kur. Aber leider ist die Zahl der trinkbaren Männer nicht angegeben, ein Fuder ist je= doch so viel wie 1500 Liter. Es ist bekannt, daß Dr. Sigl, der verstorbene Vater des ,, Bayr. Vaterlandes", die Preußen und alles Preußische mit Gehässigkeit bekämpfte. Jetzt wird er sich wahrscheinlich im Grabe herumdrehen, wenn er Folgendes hört: Der Nachfolger Sigls, Redakteur Otto Schoh, ist selber ein Preuße. Schoy ist nämlich in Bisingen, im preußischen Regierungsbezirk Sigmaringen, geboren. Folglich ist er Preuße. Und daran andern alle Naturalisie rungsversuche nichts. Entsehlich, ganz entseßlich! [ Goethe und die Frankfurter.] Die dieser Tage erfolgte Einweihung des neuen Frankfurter Schauspielhauses hat den Namen des größten Frankfurters wieder glorreich hervortreten lassen. Bei Lebzeiten Goethes waren die Frankfurter keineswegs sich des Ewigkeitswertes bewußt, den der Name Goethe hat. Ein großer Teil der Bürgerschaft zürnte Goethe, weil er aus Aerger über ihm bom Frankfurter Rat gemachte Chicanen bezüglich der Steuern für ſein väterliches Haus sein Bürgerrecht aufgegeben hatte. As in Frankfurt zu einem goldenen Lorberkranz für Goethes 70. Geburtstag gesammelt wurde, sagte ein echter Frankfurter zu einem andern: ,, Für den Sauzippel zahl' ich nichts." Andererseits war der Stolz auf den berühmten Mitbürger auch zu spüren. Ms ein Frankfurter einen Freund, der ins Theater gehen wollte, fragte, was heute gegeben würde, und dieser sagte: ,, Egmont", da antwortete er auf die Frage des andern litterarisch Unwissenden, von wem das Stück sei, stolz: ,, Von ene hiesige!" ‡ Tätlichkeiten in der französischen Kammer. Dieser Tage hatte sich zu Paris der bekannte Tagesschriftsteller Gaston Pollonais vom Judentum zur katholischen Religion bekehrt. Er wurde deshalb von den republikanischen Journalisten scharf angefaßt, und unter ihnen war einer der heftigsten der bekannte Abgeordnete Gerault- Richard, der von nicht ungewöhnlichem persönlichen Mute ist. Er veröffentlichte in der Petite République" einen sarkastischen Artikel über die Taufe Pollonais. In diesem Artikel wurde der Deputierte Dioner führt den Grafentitel- persifliert. Als Gerault- Richard in der Kammer erschien, sagte ihm Dion, daß er ihm verbiete, sich mit ihm zu beschäftigen. Gerault- Richard gab eine ablehnende Antwort, worauf Graf Dion ihm den Handschuh ins Gesicht warf. Gerault- Richard antwortete, indem er dem Grafen, der von herkulischem Körperbau ist, einen Stoß versetzte. Ein Duell wird natürlich die Folge dieses Renkontres in der Kammer sein. Gerault- Richard ist nicht zum ersten Male in eine solche Kampagne verwickelt. Als einnes Tages Graf Bernis auf Jaurès zuging und ihm einen Schlag versetzte, sprang Gerault- Richard auf Graf Bernis los und versetzte ihm eine wuchtige Ohrfeige. Gerault- Richard ist übrigens als einer der besten Fechter bekannt und hat bereits eine große Anzahl von Duellen auszufechten gehabt. [ Wem er nachartet.] Ein blasierter Jüngling so schreibt das Wigblatt ,, Answers" sank müde in einen Sessel bei einem Friseur, ließ sich mit würdiger Ergebung die Haare schneiden und unterlag zuletzt der höchst unnötigen Prozedur des Rasirens. Dieser letzte Akt machte ihn augenscheinlich sehr nachdenklich, und nachdem er eine Zeit lang sein Konterfei im Spiegel beliebäugelt hatte, wandte er sich an den Friseur: Sagen Sie' mal, glauben Sie, daß ich je einen Schnurrbart bekomme?"- Friseur( nachdem er ihn genau betrachtet): Ja, das weiß ich wirklich nicht!" Jüngling: Komisch, wie können Sie dies eigentlich bezweifeln; mein alter Herr hat doch einen geradezu phänomenalen Schnurrbart." Friseur: ,, Das fann sein, aber vielleicht arten Sie Ihrer Mutter nach, mein Herr." [ Ein boshaftes Testament.] In dem Testament eines reichen Engländers kommen, wie eine Londoner Zeitung erzählt, folgende Stellen vor: Meiner Frau Elisabeth, welche durch meine Dummheit meine Gattin geworden und mit anzuerkennender Energie meinen guten Namen in den Schmutz getreten hat, vermache ich jährlich 5 Pfund Sterling und die Abschrift des ersten, nunmehr gericht- ort umstellt hatten, wurde der gefürchtete sizilianische Bri gant Paolo Ferraro erschossen. - Ein Brasilianer. Namens Silva tötete in Paris seine Ehefrau durch einen Revolverschuß. Die Ursache der Tat ist unbekannt. In der Nähe von Dungeneß im Kanal stieß nachts ein englisches Frachtschiff mit einem spanischen Dampfer zusammen; letzterer sant, und 22 Personen fanden den Tod. Nur drei Mann von dem unglücklichen Schiff wurden gerettet. - Graf Tolstoi ist nicht, wie gemeldet wurde, an Lungenentzündung, sondern an einem Stirnleiden erkranit. Sein Besinden ist nach Mitteilung seines Sohnes gut. - Zu Madrid haben Einbrecher 80 000 Pesetas aus der Kasse der Straßenbahngesellschaft gestohlen Wie aus Kutais gemeldet wird, stürzte dort während einer Reparatur in der Kaserne eine Wand ein; drei Per sonen wurden getötet und zwei schwer verletzt. Produktenmarkt. ** Rübt b Hannover Philippe ** Abenb dafelbft ** wable zum Te refultat eben bas fursfegun gefaßt bo daß die bereits mehr fin zuftändig werden. ** Biebung lotterie 10 Berlin, 4. November. Man hatte einen leichten Rückgang des Dezemberpreises zu verzeichnen infolge weiterer Ankünste vor inländischem Roggen. Maislieferungen sowie Weizen aller Sichten behaupteten bei vollständig leblosem Handel ihre gestrigen Preise. Mehl sehr still. Von Futterfrüchten war Hafer loco matt. Mais unverändert. Schluß für Getreide: Roggen etwas nachgebend. Rüböl war leicht erholt; Spiritus unverändert, 70er loco 42,60 Mr. Bunte Chronit. In Lingolsheim bei Straßburg warf sich ein aus der Jrrenanstalt entlassener Mann mit seinen 3 Kindern vor den Baseler Schnellzug. Die Bahnwärterfrau konnte die 3 Kinder noch rechtzeitig zurückreißen; der Jrrsinnige wurde überfahren und sofort getötet. Hus dem Gerichtsfaal. § Angriff auf einen Wachposten. Der Kieler Matrose Nost hatte am 6. Oktober Urlaub bis Mitternacht erhalten und wollte nach Zapfenstreich mit einem Kameraden die Seebataillonsfaserne verlassen. Die Urlaubskarte war ihm abhanden gekommen, und er bat den Posten vor der Kaferne, den Seesoldaten Brenner, dreimal, ihn ohne Karte passieren zu lassen. Seine Bitten blieben erfolglos; der Posten wies ihn zurück. Da schob Nost den Seesoldaten bei Seite. Nunmehr verhaftete der Posten den Matrosen und steckte ihn ins Schilderhaus. Nost suchte zu entweichen. Der Secsoldat zog sein Seitengewehr und pacte den Enteilenden am Arme. Da sprang Nost auf den Posten ein, griff ihn am Halse und würgte ihn. In diesem Augenblick tauchte der Reserveoffizier, Oberleutnant 3. S. Engisch, auf und sah, wie der Posten und der Matrose sich fest gepackt hatten. Der Seesoldat wich auf den Angriff des Nost bald zurück. Der Offizier ließ einen Ruf ertönen und der Matrose gab die Attacke auf. Nach der Tat machte der Matrose auf den Oberleutnant den Eindruck, als ob er sich der Schwere seiner Tat nicht bewußt gewesen sei. Das Kriegsgericht ließ wegen der bisherigen sehr guten Führung des Angeklagten Milde walten und erkannte auf die Mindeststrafe, ein Jahr Gefängnis. -Bei den Abbruchsarbeiten in der Maschinenhalle der Düsseldorfer Ausstellung wurde einem Technifer aus Rheydt, der an einer Winde beschäftigt war, der Kopf zerquetscht, so daß der Tod nach kurzer Zeit eintrat. Außerdem erlitten mehrere Arbeiter leichte Verletzungen. -In Paplitz bei Bruth i. d. M. hat sich der 42 Jahre alte Pastor Max Wagner erschossen, wie es heißt, weil er ein 17 jähriges Dienstmädchen verführt hat und nun ein öffentliches Aergernis fürchtete. -In Görliß wurde der Arbeiter August Witschel, der Mörder der Wittwe Schäfer in Penzig, hingerichtet. - Ein Liebespaar, ein 22jähriger junger Mann, der sich mit seiner 16jährigen Geliebten zusammengebunden hatte, stürzte sich in den Ems- Jade- Kanal und ertrank. In die russische Kapelle bei Tegel( Berlin) wurde nachts eingebrochen und die Sammelbüchsen sowie mehrere Kostbarkeiten, unter anderem eine Bibel in schwer goldenem Einband, geraubt. In Neustadt bei Coburg erstach der Puppenmacher Bühling im Streite seinen Schwager. Der frühere Leiter des Chemnitzer Bankvereins in Aue, Kaufmann Küchenmeister, wurde wegen großer Defraudationen verhaftet. - Der Briefträger Gädke aus Senzke bei Nauen, der wegen vielfacher Unterschlagungen im Amte steckbrieflich verfolgt wurde, hat sich auf dem Felde bei seinem Heimatort zu erschießen versucht. Er liegt im Krankenhause schwer darnieder. 1 95 069. * In meter bis 1902 aus gerichts: 1. 2. Cloos, " Ver 3. Stein, He Wittich, Hein Landwirt in wirt in Gett in Biklar. in Ober- Wi in Beibgesto in Eudorf. bad. 12 13. Grüne Weg, Bal baas, R Grnft, Lar Kaufmann Wiefed. Kleine Gerichtschronik. Die Breslauer Strafkammer verurteilte den Kaufmann Oskar Ziegert aus Berlin wegen betrügerischer Machenschaften hei einem ihm erteilten Auftrage, in Karlshorst bei Beclin auf das Pferd ,, Rheinsdorf" 500 Mt. zu setzen, zu sechs Monaten Gefängnis und zweijährigem Ehrverlust. - In Lindenau bei Leipzig schoß der Einwohner Lorenz auf seine Ehefrau, von der er getrennt lebte, und beging darauf Selbstmord. Auf der Strecke Danzig- Praust wurde dem Schranfenwärter Heinrich Meher von einem Zuge der Kopf abgefahren. In Nizza begannen die Verhandlungen gegen Henri Vidal, dem vier Frauenmorde zur Last gelegt werden. Im Kampfe mit Carabinieri, die seinen ZufluchtsWegen Anstiftung zum Meineid und Betrugs wurde in Berlin der Kaufmann Beckmann zu 2 Jahren Zuchthaus und 5jährigem Ehrverlust verurteilt. Lokales. Gedenktafel für den 6. November. 1771. Senefelder, Erfinder der Lithographie* 1793. Der Herzog von Orleans, genannt Philipp Egalité, wird enthauptet. 1870. Gefecht zwischen Belfort und Colmar. - 20. Swinn Wilhelm 2 Georg Heinr in Rodyeim Wilhelm, F Robert, Kay Müller in A in Nidda. 2 Saufmann in Landwirt in onrad, Mul A Stadt langt noch ei zur Aufführu tag: zum leg Gin Sonntag de feinen Mitgli ab mit and Aleinen gefi teiligung anwesend) Dewies jed Ausführun ** Fremdes Eigentum. Nimmst du es wohl genau damit, lieber Leser, mit dem fremden Eigentum? ,, Himmel! dergleichen anzuzweifeln! unter gebildeten Leuten!" Leider machen sich viele gebildete und gute Menschen ganz und gar kein Gewissen daraus, Sachen unter ihren eigenen zu haben, die sie weder gekauft, noch die sie geschenkt erhalten, die andern gehören. ,, Unmöglich, sollten so viele Menschen an Kleptomanie leiden?" Nicht daran, aber an der Manie, etwas von anderen zu leihen und dasselbe, also dieses fremde Eigentum, nicht zurückzugeben. Und nun frage man sich, ist das nicht ein Vergehen gegen das Eigentum anderer? Kein geplanter, mit Absicht begangener Diebstahl, o bewahre, man hat den Gegenstand geliehen in der festen Absicht, ihn wieder zurückzugeben, baldigst schon, wie sich das auch gehört, aber Leihen und Wiedergeben! Es ist sonderbar, wie sich der beste Mensch, ja sogar der pedantischste Mensch oft darin saumselig und vergeßlich zeigt!- Eine lange Zeit verstreicht, das fremde Gut ist immer noch da. Wer nun richtig denkt, der denkt, besser spät, als garnicht, besser nachLässig, säumig erscheinen, als unehrlich: er schämt sich, bittet um Entschuldigung und giebt das Geliehene zurück. Aber so tut die Minderzahl. Gar vielen fehlt der Mut, sach so langer Zeit noch die geliehene Sache ihrem Eigentimer wiederzugeben, um so mehr, wenn sie, was auch nicht selten der Fall, sich als beschädigt erweist. Da gilt dann als einziger Ausweg, gar nicht zurückgeben баз fremde Eigentum verschweigen, behalten, oder schlagen. Und dabei bedenkt man dann garnicht, welcher häßlichen Undankbarkeit man sich noch dazu schuldig macht? Der andere half dir aus der Verlegenheit, indem er dir lieh, er war dienstfertig und gefällig, er brachte vielleicht damit ein Opfer, es war vielleicht etwas, durch dessen Fehlen er selbst nun in Verlegenheit kommt, welches er nicht in duplo Exemplaren besitzt. Das ist nun der Lohr und Dank für seine Güte, daß er sein Eigentum nicht wieder vor Augen bekommt. Warum er es nicht fordert? Dazu ist der eine zu zartfühlend eine sehr überflüssige Empfindung freilich gegenüber dieser Nachlässigkeit andere wieder vergist, wem er den fehlenden Gegenstand geliehen. Ebenso wie andererseits mancher absolut nicht weiß, daß sein Haus fremdes Eigentum birgt. Mit dem Vorsatz, das Geliebene demnächst wiederzugeben, wurde es bei Seite gelegt, aber aus den Augen, aus dem Sinn!" Nach Jahr und Tag fragt der Eigentümer vielleicht mal danach. Aber das habe ich ja längst zurüdgegeben", heißt es dann in der Meinung, es auch wirklich getan zu haben. So wird dann dem ,, Behalten" des fremden Gutes auch noch eine Lüge hinzugefügt unbewußt oder nicht, häßlich ist's doch! - - unter- der zum Leil Und das d feinem ju anrechnen. ** iglufjes der protesto eine Berha auf die Initanzen adhtet we daß, da 10 1lbr fchäftsich und den möglicher Jahren d Behörden tragen, da um 9.30 1 Betti O 160 G in borzügl bid empfehlen C.R chtete fizilianische Br a tötete in Paris jeine Die Ursache der Tat et wurde, an Lungeneiden erkranit. Sein Sohnes gut. ürzte dort während Band ein; drei Ber er verletzt. einen leichten Südchnen infolge wei gen. Maislieferun haupteten bei vollen Breise. Mehl sehr et loco matt. Mais Roggen etwas nach piritus unverändert, tsfaal. Der Kieler Matrofe Mitternacht erhal E einem Kameraden - Urlaubsfarte war en Bosten vor der nal, ihn ohne starte ben erfolglos; der st den Seefoldaten sten den Matrosen t fuchte zu entweigewehr und padte Nost auf den Posten In diesem Augenleutnant z. S. En und der Matrose at wich auf den Offizier ließ einen Attacke auf. Nach Oberleutnant den - seiner Tat nicht t ließ wegen der Angeklagten Milde ftstrafe, ein Jahr auer Straffammer rt aus Berlin we inem ihm erteilten Das Pferd ,, Rheins Ronaten Gefängnis und Betrugs wurde Bu 2 Jahren Zuchtteilt. November. Lithographie int Philipp Egalité, wischen Belfort und ** Der Großherzog hat dem Obersten Frhrn. Rüdt v. Collenberg, Rommandeur des Landwehrbezirks Hannover, das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Brinz Heinrich von Breuken hat sich gestern Abend von Darmstadt auf furze Zeit nach Kiel begeben, um daselbst der Vereidigung der Marinerefruten beizuwohnen. ** Ueber das Ergebnis der Wahlmänner wahlen laufen weitere Nachrichten aus dem Lande ein, die zum Teil die bisherigen Voraus jagungen über das Endresultat d'r Wahlen über den Haufen werfen. Man muß eben das Resultat der Wahlen am 8. November abwarten. ** Nachdem erst fürzlich der Bundesrat über die Außer furssehung der zwanzigpfennigftücke aus Nickel Beschluß gefaßt hat, ist es angezeigt, darauf aufmerksam zu machen, daß die silbernen 8wanzigpfennigstücke, die bereits seit dem 1. Januar d. I. fein gefeßliches Rahlmittel mehr sind, nur noch bis zum 31. Dezember 1902 von den zuständigen Rassen in Zahlung und Umtausch genommen werden. **( Privattelegramm.) Bei der heutigen Ziehung der 1. Stl. 7. Großherzogl. Hessischen Landeslotterie wurden nachstehende Gewinne gezogen: 10 000 Mt. auf Nr. 44 347 nach Mainz, 5000 Mt. auf Nr. 45 153 nach Mainz, 3000 t. auf Nr. 44 985 nach Mainz, 1000 Mf. auf Nr. 95 632 nach Darmstadt, 400 Mk. aun 23 140 und 26 587 95 069. 300 Mt. auf Nr. 34 875, 15 052, 68 162 und Ohne Gewähr. ** In der verflossenen Nacht sank das Termo= meter bis auf 4 Grad unter Null. 4. 14. 15. ** Verzeichnis der für das 4. Quartal 1902 ausgeloften Geschworenen des Schwurgerichts: 1. Berlett, Johannes, Kaufmann in Hungen. 2. Cloos, Heinrich Wilhelm, Fabrikant in Nidda. 3. Stein, Heinr. 1., Landwirt in Stumpertenrod. Wittich, Heinrich, Landwirt in Rendel. 5. Lanz, Ludwig, Landwirt in Großen- Linden. 6. Möbs, Georg, Landvirt in Gettenau. 7. Brückmann, Friedrich, Pächter in Biklar. 8. Grünbein, Johannes Heinrich, Rechner in Ober- Widdersheim. 9. Dern, Georg 8., Landwirt in Leihgestern. 10. Corell, Paul Heinrich, Landwirt in Eudorf. 11. Schrimpf, Jakob, Kaufmann in Bußbach. 12 Brückmann, Heinrich, Müller in Ermenrod. 13. Grünewald, Karl 6., Fabrikant in Alsfeld. Wetz, Balthasar Konrad, Landwirt in Griedel. Haas, Robert, Rentner in Gieken. 16. Kleeberger, Ernst, Landwirt in Melbach. 17. Schuchhard, Wilhelm, Kaufmann in Gießen. 18. Neidel, Jakob, Drechsler in Wieseck. 19. Ruppel, Heinrich 1., Färber in Nidda. 20. Swinn, Phillipp, Rentner in Gießen 21. Möser, Wilhelm 2., Landwirt in Nieder- Erlenbach. 22. Rohn, Georg Heinrich, Landwirt in Angersbach. 23. Haller, Wilhelm, Fabrifant in Friedberg. 24. Wagner, Robert, Kaufmann in Echzell. 25. Koch, Karl sen., Müller in Assenheim. 26. Grölz, Kaspar, Kaufmann in Nidda. 27. Jacobi, Georg Konrad Emil, Landwirt in Rodyeim v. d. H. 28. Willems, Hein ich Emil, Kaufmann in Grünberg. 29 Jacobi, Wilhelm Robert, Landwirt in Rodheim v. d. H. 30. Zimmer, Heinrich Konrad, Müller in Grünberg. A Stadttheater. Donnerstag, den 6. d. Mts. gelangt noch einmal Der Ausflug ins Sittliche" zur Aufführung, und zwar im Abonnement. Freitag: zum letzten Male Alt Heidelberg." *** Gin Kinderkonzert bot am bergangenen Sonntag der Evangelische Arbeiter Verein seinen Mitgliedern. Sinnige und frische Lieder wechselten ab mit anderen Werken der Kinder- Literatur. Den Kleinen gefielen natürlich auch die humoristischen Scenen zum Teil aus dem Reiche der Fabel. Zeugte die Beteiligung des Vereins( es waren über 900 Zuschauer anwesend) für die zweckmäßigkeit der Einrichtung, so bewies jedenfalls der gespendete Beifall, daß auch die Ausführung zur Zufriedenheit Aller ausgefallen war. Und das darf der Dirigent, Musiklehrer Gernhardt, seinem jugendlichen Personal schon ziemlich hoch anrechnen. Du es wohl genau gentum? ,, immel! eten Leuten!" Leiute Menschen ganz unter ihren eigenen die sie geschenkt möglich, sollten so Nicht daran, aber eihen und dasselbe, urückzugeben. Und Sergehen gegen das it Absicht begangen Gegenstand geder zurückzugeben, ct, aber- Leihen wie sich der beste ch oft darin saum ge Zeit verstreicht, Wer nun richtig nicht, besser nach ch: er schämt sich, as Geliehene zurück. elen fehlt der Mut, Sache ihrem Eigen wenn sie, was auch igt erweist. Da gilt zurüdgeben- bas Iten, oder unternn garnicht, welder dazu schuldig macht? enheit, indem er dir er brachte vielleicht etwas, durch dessen t tommt, welches er as ist nun der Lohn der ** wie Oberpräsident hätten es abgelehnt, diesem Antrag wie Oberpräsident hätten es abgelehnt, diesem Antrag Folge zu geben, trotzdem der bestehende Zustand den ministeriellen Ausführungsbestimmungen widerspreche, die ausdrücklich verfügten: die für den Hauptgottes dienst festzusetzende Arbeitspause solle nicht nur so lange dauern, wie die gottesdienstliche Feier, sondern auch die für die etwaige Vorbereitung zum Kirchgang erforderliche Zeit umfassen. Das schönste aber ist, daß sogar die Kirchenbehörde, das Konsistorium, dem widergesetzlichen Zustande zugestimmt hat, was den Synodalen Hofprediger Stöcker zu der Rüge veranlaßte, ihm sei es unbegreiflich, wie die stirchenbehörde diesen Weg habe betreten können. Der anwesende Konsistorial präsident lehnte die Verantwortung dafür mit dem Bemerken ab, daß er damals, 1889 noch nicht im Amte Die Eynode hat nun beschlossen, neuergewesen sei. dings das Konsistorium zu ersuchen, bei den Ministern borstellig zu werden, daß den Ausführungsbestimmungen Die letzteren gelten natürlich nicht entsprochen werde. nur für Berlin, sondern im allgemein. Aus Hessen und nachbargebieten. ** Klein- Linden. Ein betrübender Unglücksfall ereignete sich in unserm Dorfe. Zwei Brüder vergnügten sich mit einem Schießbogen, der Zielende den Rücken des Bruders als Zielobjekt benutzend. Beim Abfliegen des Pfeiles drehte sich der jüngere plötzlich um und wurde durch den Pfeil ein Auge schwer verletzt. Der Junge fand in der Gießener Klinik Aufnahme. ** Großen Linden, 4. Nov. Vermißt wird die Tochter eines hiesigen Einwohners. Man vermutet Selbst. Sein 50jähriges Dienstjubiläum mord. feierte lezthin im Alter von 80 Jahren Bahnarbeiter Müller hierselbst. Verschoben bis 1904 ist der Bau des neuen Stationsgebäudes in Großen Linden. - - ** Hausen, 4. November. Heute trug unsere Gemeinde ihren langjährigen und treuen Seelenhirten, Herrn Pfarrer und Dekan a. D. Karl Wahl zu Grabe. Eine große Menge Leidtragender gab ihm das Geleit. Am Grabe legten die Dekane und Pfarrer der umliegenden Gemeinden Kränze nieder und ebenso die Gießener Studentenverbindung Wingolf, der der Verstorbene als Mitglied angehört hatte. ** * Homberg a. d. Ohm, 4. Nov. Am 1. November waren 30 Jahre vergangen, seitdem Lehrer Maurer seine Amtsthätigkeit an der Volksschule im benachbarten Appenrod begann. Die Gemeinde beteiligte sich zahlreich an dem Jubiläum. - ** Butzbach, 4. Nov Die Wahl eines Landtagsabgeordneten durch die Wahlmänner für den hiesigen Bezirk findet am Samstag, den 8. Nov., nachmittags 3 Uhr im Rathaussaale hier statt. Gestern vormittag 10 Uhr tagte die erste Aufsichtsrats sigung der Bahnbaugesellschaft Butzbach- Lich im Gasthaus zum Löwen hier unter dem Vorsitz des Herrn Bürgermeister Küchel. Erschienen waren: 1. als Vertreter der Gr. Regierung, Herr Oberfinanzrat Dr. Rode, 2. Herr Verkehrsdirektor Awe- Berlin, 3. Herr Defonomierat Hoffmann- Hofgill, 4. Herr Dr. jur. Jaffé- Berlin, 5. Herr Landtagsabgeordneter Jouz, 6. Herr Regierungsbaumeister Baum, 7. Herr Bürgermeister Reuhl- Gambach und 8. Herr Negierungsbaumeister Reh- Berlin. ** Ober- Roden, 4. November. Hier sind über 100 Kinder an den Masern erkrankt. Mehrere Kinder sind bereits an der Krankheit gestorben. *** Schlitz, 2. Nov. Gräfin Sofia von Schlitz gen. von Görtz ist heute Nacht 4 Uhr nach langem, schwerem Leiden in einem Sanatorium zu Berlin im 44. Lebensjahre gestorben. Die Beisezung in der Familiengruft erfolgt Freitag. § Wetzlar, 4. Nov. Das im letzten Frühjahr gegründete, in der Stadtschule untergebrachte Seminar erhält im kommenden Frühjahr an der Frankfurterstraße auf bereits erworbenem Gelände ein eigenes Gebäude. Gegenwärtig besitzt das Institut eine Klasse mit ca. 30 3öglingen, die von zwei seminaristisch gebildeten Lehrern Namens Pateroz und Vorbrod ( Letzterer Direktor) unterrichtet werden. Die Anstalt wird sich im Laufe der nächsten Jahre zur Vollanstalt ergänzen. Die Präparandenanstalt, gegründet Ostern 1901, besigt zwei starkbesetzte Klassen, mit den Lehrern Henrich und Richard. Nach 30jährigem Beſtehen iſt die in den letzten Jahren von etwa jährlich burg und weiter nach Kassel; Beyhurst von Kassel nach Kirchhain. ** Marburg, 3. Nov. Die hiesigen Bahnhofserweiterungsarbeiten sind einem Unternehmer aus Wiesbaden übertragen mit der Bedingung, hiesige oder in der Nähe wohnende Arbeiter einzustellen. ** Vom Rhein, 4. Nov. Der Mainzer Anzeiger" erzählt folgendes drollige Geschichtchen: Ein Landrat, welcher ein kleines rheinisches Gebirgsdorf mit seinem Besuche beehrt, wird von dem Bürgermeister des Ortes zum Eſſen eingeladen. Als der hohe Gast bereits zu Tische sißt, holt die geschäftige Wirtin aus dem wohlgefüllten Linnenschranke eine Serviette und überreicht sie dem Landrat. Aber liebe Frau Bürgermeister, geben Sie doch auch Ihrem Manne eine Serviette", meint der Gast. Dös is net netig, Herr Landrat", sagt stolz lächelnd die Frau Bürgermeister, us Hannes sch'abbert net!" ** Von der Rhön, 4. Nov. Dieser Toge bereisten mehrere Räte aus dem Ministerium für öffentliche Bauten in Berlin die in Aussicht genommene Eisenbahnstrecke Fulda Meiningen, welche die Rhön bei Frankenheim überschreiten soll. ** Vom Westerwald, 4. Nov. Die drei Burschen von 16 und 17 Jahren, die am Freitag auf der Grube Biersdorf beim Herunterlassen im Förderkorbe infolge eines Stoßes aus dem Korbe fielen, sind an den dabei erlittenen Verlegungen gestorben. ** Frankfurt a M., 4. Nov. Markthalle für Großvieh. Auf dem städtischen Schlacht und Viehhof ist soeben wieder ein stattlicher Neubau fertig gestellt worden: die Markthalle für 1700 Stück Großvieh. Die fast quadratisch angelegte Halle ist etwa 90 Meter lang und breit. Die Halle, für die 547 000 Mt. bewilligt waren, hat nur 385 000 Wif. gekostet. ** Mainz, 4. November. Am Sonntag Abend wurden auf dem Posten am Pulverturm 1 fünf Schüsse abgegeben. Der oder die Thäter sind noch unbekannt. ** Mainz, 3. November. Das„ Aut" scheint auch im Kriege eine Rolle spielen zu sollen. Bei den gegenwärtig stattfindenden Kontrolversammlungen werden diejenigen Leute, die in der Führung des Automobils geübt sind, vermerkt. ** Mainz, 4. November. Die hiesige Champagnerfabrik Kupferberg u. Co. bezog aus Lothringen über 700 Stück, das sind über 840 000 Lter Most zur Champagnerbereitung. ** Bingerbrück, 4. November. In einem Dorfe bei Rheinböllen schoß sich ein junger Mensch beim Hochzeitsschießen 3 Finger ab. Die Hand mußte ihm im Rheinböller Krankenhaus abgenommen werden. - - ** In Amerika verstorbene Hessen. Racine, Wis.: Peter Kohlmann aus Eimsheim, 68 Jahre alt. Richland WaterTownship, Pa.: Kaspar Schäfer, 68 Jahre alt. loo, Can.: Witwe Katharine Hamel geb. Zögner aus Bieber, 71 Jahre alt, Milverton, Can.: Margaretha Schäfer geb. Goppel aus Hußdorf, 71 Jahre alt. - Marktbericht. wurden verkauft: Weizen 15.48-15.70 M, Ron 14.05 Grünberg, 3. Nov. Auf dem heutigen Fruchtmarkte bis 00 00 Mt., Gerste 00.00-00.00 Mt., Hafer 13.50 bis 14 00 Mt., Erbsen 15.40-16.00 Mt., Linfen 20.00 Mt., Samen 00.00 Mt., Kartoffeln 0.00 0.00 Mt. Viehmarkt zu Frankfurt a. M., 3. November. Zum Vertaufe standen: 382 Ochsen, 38 Bullen, 872 Kühe, Rinder und Stiere, 301 Kälber, 621 Schafe und Hämmel, 1031 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund: Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren( Schlachtgewicht) 73-75 Mf, b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausältere 62-65 Mt. Bullen: a) vollfleistige höchsten Schlechtwertes gemästete 67-69 Mt, c) mäßig genährte junge, gut genährte 64-66 Mf., b) mäßig genährte junarre und gut genährte ältere 60-62 Mt. Kühe und Färsen( Stiere und Rinder): a) vollfleischige, ausgemäftete Färfen( Stiere und Rinder) höchſten Geladtwertes 64-66 Mr., b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jabren 61-63 Mt., c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und und Rinder) 42-44 Mr. Bezahlt wurde für 1 Pfund: Kälber: a) feinste Mast:( Vollm.- Maft) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 80-82 Pfg,( Lebendgewicht) 50 Pfg., b) mittiere Maft- und gute Saugfälber( Schlachtgewicht) 75-76 Pfg,( Lebendgewicht) 45-47 Rinder) 51-53 Mt., d) mäßig genährte Kühe und Färfen( Stiere Bfg., c) geringe Sausfälber( Schlachtgewicht) 63-65 Big Safe: fg, b) ältere Masthämmel( Schlachtgewicht) 59-61 Pfg., c) mäßig a) Maftlämmer und jüngere Mast ämmel( Schlachtgewicht) 63-65 Bezüglich des Geschäfts- Laden schlusses am Sonntag Vormittag fand in der protestantischen brandenburgischen Provinzialsynode eine Verhandlung statt, die ein interessantes Licht wirft auf die Art und Weise, wie Verordnungen oberer Instanzen von nachgeordneten Behörden mitunter beachtet werden. In der Synode wurde hervorgehoben, 15 Schülern besuchte Berg- und Steigerschule( Lebendgewicht) 53 Tfg., b) fleischige( Schlachtgewicht) 67 Pig, daß, da der Gottesdienst Sonntags Vormittags um 10 Uhr beginne, der auf dieselbe Stunde festgesetzte Geschäftsschluß zu spät erfolgte um den Geschäftsinhabern und dem Personal das rechtzeitige Erscheinen zu er möglichen. Die Synode have deshalb schon vor drei Jahren das Konsistorium ersucht, bei den zuständigen Behörden Berlins und der umliegenden Orte zu beantragen, daß der Geschäftsschluß schon um 9, spätestens um 9.30 Uhr erfolgte. Aber sowohl Polizeipräsidium Westfälisches Betttucheingegangen. ** Lüzellinden, 4. Nov. Hier ist für die nächste Zeit der Bau eines neuen Schulhauses in Aussicht ge= nommen, dasselbe soll 4 Säle und eine Lehrerwohnung erhalten, während man beabsichtigt, das alte Schulhaus in Lehrerwohnungen umzubauen. ** Aus dem Kreise Marburg. Versetzt sind der Postpraktikant Stange von Frankenberg nach Kassel; die Postassistenten Beckrat von Wildungen nach MarFräulein genährte Hämmel und Schofe( Murzschafe)( Schlachtgewicht) 50 bis 52 Pf. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1% Jahren( Schlachtgewicht) 68 Big, ( Lebendgewicht) 52 fg. Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruderei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruderei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Couverts mit Firma von Mk. 350 an, liefert die Druckerei der , Giessener Neueste Nachrichten" " 1 Kochrecept Brennholz. Gießener Stadttheater. Von beute ab offeriere Prim. Tannen- Brennholz chön möblirtes Zimmer per sofort ev. 15. Nov. zu verm Näh. Ludwigsplay 8 part. empfiehlt sich im Ausbessern m Eichweg Nr. 2 ist eine von Kleidern u. Wäsche. Wohnung mit 6 Zimmern, Jäger, Seltersw. 35 Hth II. St. ( Preisgekrönt). 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