ankheiten erben an Merzte, Den an dem zabut zu Berlin gelehrraris von Unter derbemittelten iMund-, JahnSandlung teilhaftig enlos filfe. Bahnarzt abofitrake 63, er Wießed.) erband Beßen. Uhr abends, im 6 Ebel ang, tich? Identichen Ziele Der Vorstand. eruf. ehörige, durch lang hläge schwer heimgederen sich die christl. Weise angenommen tigen Unterstützung. was sterben will, Um der Liebe Christi Jefangene gute Wert fe. 8 Zimmerwohn. und Zubehör zu vermiet. Bahnhofstr. 2 Laden. wöblites Zimmer per ev. 15. Nov. zu berm. Lu wigsblaz 8 part es Zimmer zu ver en. Kirchenpl. Nr. 6. Nr. 283. Zweites Blatt. Movement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ins Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbetlagen: Oberheifische Familienzeitung( täglich) Oberheinische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst und Wartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 4. Dezember 1902. Gießener 11. Jahrgang. Jufectionsvreis: Die einfbaltige Betitieile für Gießen wie ganz berbeffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Big. fonft 15 Bfg. Reklamen die Betitzeile 30 refp. 40 Pha Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Nenenweg 28. Fernsprechanschluß Kr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifun) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gitzen nd Um ung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und solche der Großh. Provinzialdirektion von Oberhessen. Vermischtes. V[ Erlebnisse eines rheinischen Wohnungszählers.] Dieser Tage so schreibt jemand der K. Vztg.- verteilte ich bie Fragebogen für die Wohnungszählung in den mir angegebenen Häusern und kam dabei auch zu einer Wirtin, Die grazios am Schanktisch saß. Ich ging bescheiden, meinen But lüftend, auf die Dame zu und sagte freundlich: ,, Gestatten Sie, mein Name ist N. N.. ,, Enäh," rief die Dame mit den Händen abwinkend, mir zu. ,, Verzeihen Sie, ich bin Wohnungszähler, ich wollte nur. Mer bruche nir," fiel mir die Wirtin ins Wort.- ,, Ich will Ihnen doch nur einen Fragebogen bringen."- ,, Dann mütt Ehr fumme, wenn minge Mann do es; ich gevve an der Döhr nix." ,, Aber ich will doch nichts von Ihnen; ich möchte Sie nur bitten, diese Liste auszufüllen; ich habe dieses Amt, ohne dafür etwas bezahlt zu erhalten, im Interesse der Allgemeinheit..."- ,, Dann mütt Ehr llech bezahle looße; ich störe mich nit dran," unterbrach mich die Wirtin wieder, und dann ging ich, nachdem ich den Bogen auf den Schanktisch gelegt, eiligst von dannen. hätte ich ihn schon wieder abgeholt! [ Ein Hochzeitsfest ohne Braut] dürfte nicht zu den seltensten Vorfällen gehören. In Szarcsora hat der reiche Bauer Lazar Sziresev eine Tochter, welche allgemein als das schönste Mädchen im Dorfe galt. Sie war viel umworben, bevorzugte aber einen armen Burschen namens Duschan Petrovics. Als aber der reiche Landwirt Rado Bozsics um die Hand des schönen Mädchens warb, zwangen die Eltern ihre Tochter, dem reichen Bewerber das Jawort zu geben und alles wurde zur Hochzeit vorbereitet. Die Braut verabredete jedoch mit ihrem Gelieb3. Edladen ten die gemeinsame Flucht am Hochzeitstage. Der Wagen, Licht, per sofort zu bei: Löwengaffe 27 Zimmer mit oder one fion zu vermieten. Wpfteingaffe 7. welcher die Braut von der Kirche nach Hause führen sollte, gehörte einem guten Freunde des Petrovics. Als nun die Braut als erste den Wagen bestiegen hatte, hieb der herbeigeeilte Petrovics, bevor noch der Bräutigam ebenfalls hätte aufsteigen können, zwischen die Pferde und fuhr mit der Braut im Galopp davon. Erst spät abends r heller Laden, fandte das Liebespaar den Wagen zurück und es ist bisher nicht gelungen, das Versteck der Flüchtigen zu ermitteln. Im Hause der Brauteltern wurde übrigens bas Hochzeitsmahl, wenn auch ohne Braut,- in bester Laune verzehrt. ohne Wohnung in guter icher Lage per sofort ober bermieten. Näb. Neustadt 5%. find zwei, faft neue änke mit Glasnuffal btbüren zu verkauf n. immerwohnung, ofort zu vermieter. ah. Marburgerstr. 25 Familienwohnung fo: äb. Tiefenweg Nr. 1º B 6 Il Gtd. schöne zu vermieten. mmerwohnung mit sof. eb. später zu berm. Südanlage 10 bart nige Manfardenwohnung Jermieten Südanlage Nr. 10 part. Wohnung, 2 Rimmer Rüche, fofort zu verm. Wallthorstraße Nr. 13. e möbl. Zimmer eten. Bender, Neustobt 53. chenplay 21. [ Ein 60jähriger Student.] Der Lyoner Naturarzt Philipp, der vor kurzem an den Zarenhof nach Petersburg berufen war, ist jetzt wieder nach Hause zurückgefehrt und hat seine Praxis wieder aufgenommen. Philipp ist bei der ärmeren Bevölkerung der Stadt außerordentlich beliebt, da er Notleidende nicht blos gratis behandelt, sondern auch, wo es angebracht ist, seine Patienten tatfräftig unterstüßt. Troß seines Alters er zählt 60 Jahre will Philipp noch Medizin studieren und das Staatsexamen machen, um dann nochmals nach Rußland zu reisen, wo man ihn bestimmt erwarte. Vielfach wurde behauptet, daß Philipp an Wahnvorstellungen leide, glaube, im Verkehr mit Geistern zu stehen usw. Ein befannter Pariser Psychiater aber, Herr Dr. Papris Encausse, versichert, Philipp sei fein ,, Geisterseher", sondern ein grundgescheiter Mensch und, wie der Zar angeblich einmal auf deutsch sagte ,,, ein gerader Michel". *[ Eine verwickelte Heiratsgeschichte.] Darf ein Mann die Tochter der Schwiegermutter seiner eigenen Töchter heiraten? Das soll kein Scherzrätsel sein! Wenn ein Fräulein Eliza Allen einen Herrn Armstrong, mit dem jie bereits verlobt war, geheiratet hätte, wäre sie die Echwiegermutter ihrer eigenen Brüder geworden. Wenn biefer merkwürdige Fall nicht eintrat, so geschah es nur, veil bejagter Herr Armstrong, ein großer Unternehmer in Belfast, ein Heiratsversprechen nicht gehalten hat, weswegen die verlassene Braut jezt 20 000 Mart Entschädigung für ein gebrochenes Herz von ihm verlangte. Miß Eliza Allen befindet sich allerdings schon in dem nicht mehr schönen Alter von 35 Jahren, in einem Alter, in welchem ein junges" Mädchen nicht mehr so leicht auf einen glücklich eingefangenen Bräutigam verzichten darf, veil es nur schwer einen neuen erobern kann. Deshalb [ ah Miß Eliza auch darüber hinweg, daß ihr Bewerber chon die 65 überschritten und aus seiner ersten Ehe bier erwachsene Kinder hatte. Während eines sentimentalen Spazierganges hatte sich der alte Herr hinreißen lassen, der Miß die Heirat zuzusagen, und seinem Sohne, der Einspruch erheben wollte, erklärte Herr Armstrong mit bewunderswerter Entschlossenheit, daß er lieber Haus und Zamilie verließe, ehe daß er auf Miß Eliza verzichtete. Während so der alte Papa wie ein Jüngling flirtete, ahen zwei seiner Töchter nicht ungern, wie zwei Brüder des Fräuleins, das ihre Stiefmutter werden sollte, ihnen mit Ausdauer den Hof machten. Und eines Tages hielten die Herren Allen bei Vater Armstrong um die Hand resp. die Hände seiner reizenden Töchter an, und Armtrong gab den landesüblichen Segen. Es wurde aber beschlossen, daß die Heirat des Vaters mit Mik Men 4 Zimmer, mit Küche bör zu berm. Berfehung des Herrn un Beder ift deffen feit 7 innegehabte Wohnung i Doufe Afterweg 29 I fir er später zu vermieten. mitätsrat Dr. Sanpt. obl. Wohn- und Sala er auch einzeln zu verm rünbergerffroße 3 part leines Logis temann zu bermieten. Wei' engaffe 16 XXXXXXX theater Gießen. ben 5. Dezember 1902: Tn Richard Kird vom Gaftiptel furter Schauspielhaus el Acofa erst nach der Hochzeit seiner Kinder stattfinden sollte. Miß Allen tat schlecht daran, eine solche Frist zu gewähren, denn Herr Armstrong hatte Zeit, sich die Sache zu überlegen, und dann wollte er plößlich nicht mehr. Er war der Ansicht, daß die Familienverhältnisse denn doch zu verwickelt werden würden, und zog es vor, eine junge Dame aus London zu heiraten. Daher die Schadenersazflage der Miß Allen. Der Gerichtshof strich eine Null von der Forderung und bewilligte ihr nur 2000 Mt. Reparaturkosten für das gebrochene Herz. [ Recht gemütliche Redaktionsverhältnisse] scheinen bei dem in Vaals an der deutsch- holländischen Grenze erscheinenden ,, Grensbode" zu herrschen. Das Blatt schreibt nämlich: ,, Lumpenstreich. In letter Nacht scheint ein bezahlter Hungerleider in die Druckerei dieser Zeitung, ie gerade nicht geschlossen war, eingedrungen zu sein, benu des Morgens kam der Verleger zu der unangenehmen Entdeckung, daß einige kleine Teile der eben neugetauften Maschine gestohlen waren; da diese gestohlenen Teile für diesen bezahlten Hungerleider keinen Wert haben fonnten, scheint irgend ein Lump diese gemeine Tat für einige Mark begangen zu haben, aber ihre Absicht ist mißlungen. Die Lumpen haben ohne den Wirt gerechnet, der ,, Grensbode" erscheint weiter, und wir fordern den feigen Täter auf, nochmals zu kommen. Jeden Abend werden wir die Druckerei offen lassen und hundert Mark auf die Presse legen; wenn der Gaudieb es wagt, diese zu holen, und wenn er mit dem Leben davon kommt, bekommt er sie von uns geschenkt!" Das ist ganz nach dem Muster der amerikanischen Wild- West- Journalistik, wo der Redakteur als unerläßliches Material neben Scheere und Kleister auch den Revolver auf dem Schreibtisch liegen haben muß. [ Eine amerikanische Wahlwette.] Aus Newport wird unter dem 23. November berichtet. August Gloiſtein, Präsident eines nach ihm benannten Angler- Klubs, zahlte gestern zu großem Ergößen der Anwohner von Grand Street eine scherzhafte Wahlwette an den Schnittwarenhändler Charles Wagner. Er bot demselben vor einiger Zeit 100 Dollars gegen 10 Dollars darauf an, daß Bird S. Coler mit einer Mehrheit von 50 000 Stimmen zum Gouverneur des Staates Newyork gewählt werden würde. Sie einigten sich schließlich dahin, derart zu wetten, daß der Berlierer zwei Stunden lang mit einer Angelrate, an der ein lebender Hummer baumeln müsse, die Grand Street auf- und abmarschieren und nach dem Ende der Parade ein Faß Bier auflegen müsse. Herr Gloistein meldete gestern, er gedenke die Wette resp. den Hummer auszutragen, und tat dies zwischen Cannon Street und der Bowery von 2 bis 4 Uhr nachmittags unter einem Zulauf, daß der Straßenverkehr vielfach ins Stocken geriet. Wagner rief ihm beim ersten Begeg nen die sinnige Frage zu, an welchem Ende der Angelrute der Hummer hänge, und Gloistein zog seinen Schlapphut tief ins Gesicht hinein. Umsonst. Die Menge ließ Gloistein und Coler wiederholt leben, und erst um 4 Uhr enteilte Gloiſtein in eine nahegelegene Wirtschaft, stellte Angel und Hummer in eine Ecke und ließ das Faß Bier auflegen. ][ Ein Abenteuer Frau Delareys,] die soeben in München mit ihrem Gaiten zusammen der Gegenstand großartiger Ovationen war, wird von dort her bekannt. Frau Delarey hielt sich 18 Monate lang im Busch auf, indem sie vor den Engländern floh. Zulegt eniging sie nur durch eine Kriegslist der Gefangennahme und noch Schlimmerem. Sie und ihre Gefährten sahen sich nämlich von Khakis umringt, die hohnlachend, fluchend und jauch zend Hand an sie legen wollten. Da wirft sich die todesmutige Frau dem Offizier entgegen, ein rettender Gedanke, und sie ruft:„ Der Friede ist erklärt, Ihr habt fein Recht mehr an uns!" Der Offizier war durch das bestimmte Auftreten der Frau aufs äußerste verblüfft; gerade in den letzten Tagen hatte er von dem bevorste henden Frieden gehört, es konnte wahr sein, und dann, sie war ja die Frau des gefürchteten Generals Delarey, jenes unbegreiflichen Mannes, der den großen Methuen gefangen und wieder freigelassen hatte. Genug, er war überlistet und gab seine Opfer frei. Noch war tatsächlich fein Friede, aber nach ein paar Tagen wurde er erklärt. [ Ernüchterungshallen für Betrunte, el rich et man jezt in Rußland als zeitgemäß und notwendig ein. Aus Kiew wird nämlich berichtet: Der hiesige Mäßigkeitsverein hat bei den einzelnen Polizeikommissariaten besonder Hallen eingerichtet, wohin die auf den Straßen aufgelejenen Betrunken gebracht werden, um da ihren Rausch auszuschlafen und ihre Ernüchterung abzuwarten. Jede dieser Ernüchterungshallen steht unter der Aufsicht eines Arztes und ist durch ein dichtes Drahtgitter in zwei Abteilungen geschieden, von welchen die eine für Männer und die andere für Frauen bestimmt ist. Nach einem statistischen Ausweise, welche der Mäßigkeitsverein ver öffentlicht hat, kommen auf jede Ernüchterungshalle 180 bis 200 Betrunkene monatlich. Die Mehrzahl gehört den intelligenten Ständen an und besteht aus Beamten und Studenten. Auch Studentinnen sind häufige Gäste daselbst. Die meisten Betrantenen brauchen nur wenige Stunden, um ihre Nüchternheit zurückzuerlangen. Doch kommen auch Räusche vor, wegen deren die Betreffenden in der Ernüchterungshalle bis zu 15 Stunden behalten werden müssen. *[ Die Sprache des Paradieses.] In welcher Sprache unterhielten sich Adam und Eva im Paradiese? Die Bretonen haben, so schreibt ein Mitarbeiter des Temps", diese Frage längst gelöst: Adam und Eva spra chen bretonisch, denn das Bretonische ist die älteste Sprache der Welt. Als Eva dem Adam den berühmten Apfel gegeben hatte, blieb dem ersten Menschen ein Stüd davon im Halse stecken. Daher: Adamsapfel. Adam wurde ganz rot und war dem Erstiden nahe; er tonnte nur, auf seinen Hals zeigend, sagen: ,, tam( bas ,, Stück", bretonisch). Eva brachte ihm rasch Wasser und sagte:„," ( trinke). Die Bretonen sind ganz stolz auf diese glor reichen Erinnerungen. A Der Gouverneur als Lyncher. Für amerikanische Zustände bezeichnend ist folgende Mitteilung aus o lumbia: Ein Neger namens Richard Bostick, welcher vor mehreren Tagen von weißen Bürgern in Edgefield verwundet wurde, als er in Gemeinschaft mit mehreren an deren im Begrijs war, sich der vorsäßlichen Brandstif tung schuldig zu machen, ist vom Sheriff von Edgefield seiner Sicherheit halber in das hiesige Zuchthaus eingeliefert worden. Diese Maßnahme erschien dem Sheriff notwendig, weil er benachrichtigt worden war, daß eine Anzahl Bürger von Edgefield eine Lynch- Partie organisiert hatten. An der Spizze der zu Gewalttätigkeiten geneigten Menge stand fein Geringerer als der stellvertretende Gouverneur von South Karolina, Herr Tillman. Das ist kein Gerücht, sondern Tatsache, die von der Presse des Landes ganz offen besprochen wird. Bunte Chronit. Der Nobelpreis für Chemie wird in diesem Jahre dem Berliner Universitäts- Professor Emil Fischer verliehen. - In einem Hotel zu Baden bei Wien haben sich gemeinsam vor dem großen Spiegel ihres Zimmers die Schwestern Anna und Ludmilla Sechert erschossen. Lubmilla hatte in Berlin als Sängerin schöne Erfolge geerntet, mußte aber infolge eines rheumatischen Leidens der Bühne entsagen. De Doppelselbstmord geschah aus Rahrungssorgen. Auf Grund gewisser Klagen wurden zu Paris in der Versicherungsgesellschaft L'Espérance" Haussuchun gen vorgenommen. Der Direktor der Gesellschaft ist nach Unterschlagung von angeblich 3 Millionen Francs flüchtig. - Im Kirchspiel Tusniem( Finland) sind infolge von Hungersnot Fälle von Hungertyphus vorgekommen. - - - An der Odessaer Universität ist ein Schadenfeuer ausgebrochen, wodurch wertvolle Sammlungen der geolo gischen Abteilung vernichtet worden sind. Man nimmt an, daß ein Wächter, der in einem der Säle erhängt aufgefunden wurde, der Brandstifter iſt. - In einem nahe der Stadt Gudjerat im Bendschab gelegenen Dorfe wurde die ganze Bevölkerung mit bergiftetem Hafffinschen Antipestserum geimpft. Zwanzig Menschen sind gestorben. Man fürchtet, daß durch dieses Unglück in der Bevölkerung Widerstand gegen das Jmpfen überhaupt hervorgerufen wird. - Nach einem Telegramm aus Kingstown erfolgte ein neuer heftiger Ausbruch der Soufrière. Georgetoon ind Chateau Bel- Air mußten wieder geräumt werden. In Elberfeld wurde ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr als Brandstifter verhaftet. Er hat wochenlang in allen Teilen der Stadt Brände angelegt. --In der Registratur des Artilleriedepots zu Wilhelmshaven wurde durchs Fenster ein Schuß aus einem fleinfalibrigen Gewehr abgefeuert, glüdlicherweise ohne Schaden nzurichten. Der Täter ist noch nicht in deckt. -- Auf der Zeche, Bismarck" bei Effen wurde ein Schiep. per von dem Förderkorb zermalmt, mehrere andere wur den schwer verletzt. - Infolge von großen leverschwemmungen auf Si zilien ist die Bahnverbindung mit Syracus unterbrochen. In verschiedenen Orten der Provinz ist schwerer Scha den angerichtet worden. Ein von Malta kommender Segler ist gescheitert. Zwei Mann der Besatzung sind ertrunken, vier wurden gerettet. In Rochester wurde die 24jährige Geigenspielerin Floriana Farlin, die mit dem Tabaffabrikanten Young ein Verhältnis unterhielt, von dessen eifersüchtiger Frau mit einem Küchenmesser erstochen. Der sogenannte Holzfönig Mac Ray ist in Ottawa gestorben. Kay, welcher als einfacher Arbeiter nach Kanada gekommen war, hinterläßt ein Vermögen von 250 Millionen Dollar. Die Errichtung einer Heffischen LandesHypothekenbank behandelte vor einigen Tagen Herr Stadtverordneter G- Darmstadt- in einem, trotz des großen Intereſſes für weitere Streise, leider schwach besuchten Vortrage, den die hiesigen vereinigten Bezirksvereine im Weißen Saale der Stadt Pfungstadt" für ihre diesjährige erste Winterzusammenkunft angesetzt hatten. erleichtert. Die Sparkassen, deren wohlthätige Wirkung die Regierung absolut anerkennt, sollen in erster Linie als Aktionäre der Bank gewonnen werden und in jeder Beziehung Vorzugsrechte genießen. Die Gesamtspareinlagen im Deutschen Reich betragen zur Zeit über 5 Milliarden Mark, und Redner wies nachdrücklich auf die Gefahren einer Krisis hin, unter der die Hypothekenbank weit weniger zu leiden hätte. Auf die innere Einrichtung der Bank übergehend, ist anzuführen, daß diese als Aktiengesellschaft gedacht ist, die auf das Großherzogtum Hessen beschränkt bleibt. Aftionäre sollen sein: der Staat, öffentliche Sparkassen, Gemeinden- und Kommunalverbände. Die Einrichtung der Anteilscheine und die Bestimmungen bezüglich Staatsaufsicht( Finanzministerium), Aufsichtsrat und Stellung der Beamten der Bank wurden vom Vortragenden flargelegt. Der Staat beteiligt sich an dem Unternehmen mit 4 Millionen Mark Grundkapital, wovon zunächst 2 Millionen zur Auszahlung gelangen sollen. Die Spartassen sollen 5 Proz. ihres Reservefonds einlegen, die Gemeinden sich nach Belieben beteiligen. Die Betriebsmittel werden durch Ausgabe von Pfandbriefen der Aktiengesellschaft aufgebracht. Der Geschäftsgang der Bank ist nicht auf die Amortiſationshypotheken beschränkt, sondern soll nichthypothetarische Darlehen an Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts gewähren, die Ausgabe von Kommunalobligationen in mäßigem Umfange besorgen, An- und Verkauf von Wertpapieren, Einziehung von Wechseln, Annahme von Depots nebenbei betreiben. Hauptsächlich soll die Bank dem öffentlichen Interesse dienen und feinerlei Erwerbstendenz treiben. Herr Göz führte nach dem Darmst. Anz." ungefähr folgendes aus: In aller Stille ist im Landtage das obige Bank betreffende Gesetz zu Stande gekommen, das bei richtiger und foulanter Ausführung von großem Einfluß für die Gestaltung des Bodenkredits und des Hypothekenwesens in Hessen sein kann. Im Plenum wurde das Gesetz f. 3. einstimmig angenommen, nachdem es lange Zeit in den Ausschüssen eingehend durchberaten worden war. Es ist allerdings noch nicht in Kraft getreten, da zur Zeit noch die sehr wichtigen Ausführungsbestimmungen, wie auch das Statut der Bant ausstehen. Doch wird jedenfalls bis spätestens 1. April nächsten Jahres die endgiltige Stonstituierung der Bank zu erwarten sein. Redner stützte sich infolge dessen lediglich auf die landständischen Verhandlungen, namentlich auf den eingehenden Ausschußbericht des Abg. Gutfleisch zur Entschuldung des Grund und Bodens bestanden früher schon und bestehen noch die Landeskulturrentenkasse und die 1891 ins Leben getretene staatliche Landeskreditkasse. Die Landeskreditkasse, die nur der Landwirtschaft zu gute kam, gewährte Darlehen auf erste Hypothek zu 3½½ Proz. Zinsen und mindestens/ Proz. Tilgung. Sie wirkte sehr segensreich auf dem Lande. Durch die große Inanspruch nahme des Staatskredits zu rein privaten Zwecken war eine Drückung des Kurses der Staatsschuldverschreibungen zu befürchten, außerdem war eine Erweiterung auf das städtische Kreditbedürfnis in Anregung gebracht worden, und so entschloß sich die Regierung, die Landeskreditkasse für rein private Unterzeit frei von jedem bureaukratischen Zwang dem Kurse nehmungen zu schließen und für alle Kreditzwecke und alle Berufsarten eine Hypothekenbank zu begründen. Die Form eines Aftien- Unternehmens wurde dabei festgesetzt, denn diese gewährt den Vorteil freier Bewegungsfähigkeit und faufmännischer Geschäftserledigung: durch die teilweise Haftung des Staates wird das Ansehen des Unternehmens gehoben und durch Gewähr ung von Steuerfreiheit die Geldbeschaffung wesentlich Die Berechnungen, die dem Geschäftsgebahren der Bank zu Grunde gelegt sind, basieren auf den langjährigen Erfahrungen auswärtiger Banken, wobei jedoch bei dem diesseitigen Unternehmen dem Darlehensnehmer zu Gute kommt, daß keine Dividende an die Aktionäre zu zahlen ist. Der Zinsfuß für Darlehen wird jederder Pfandbriefe entsprechend bemessen. Den Sparkassen soll wöchentlich entsprechende Mitteilung über den zu gewährenden Zinsfuß zugehen. Was die Bedingungen für die Unterpfänder anlangt, so soll die Beleihung von Grundstücken und Gebäuden nur an erster Stelle zulässig sein und in der Regel die Hälfte des Wertes nicht übersteigen, bet städtischen Objekten soll bis zu 60 Pro3., bei landwirtschaftlich benußten Grundstücken bis 66% Proz. des Wertes zulässig sein. Die Gemittel ung des Wertes und Ertrages geschieht durch ortage richtliche Tagation. Baupläge, Hotels, Mühlen, Stein brüche, Bergwerke 2c. find im Interesse der Sicherheit der Pfandbriefe vorläufig ausgeschlossen. Es sollen hauptsächlich nur unfündbare Tilgungsdarlehen ausge geben werden, wobei die Tilgungsquote nicht unter 1/8 Proz. betragen soll. Die Vorteile für den Schuldner bestehen in der Unfündbarkeit der Hypothek seitens der Gläubiger( wogegen der Schuldner jederzeit fündigen und außerordentliche Rückzahlungen machen fann), ferner darin, daß jede Erhöhung des Binsfußes ausge schlossen ist, ein Vorteil, der gegenüber den Sparkassen besonders in die Augen springt. Auch der Volkswirt schaftliche Wert der planmäßigen Tilgung der Schuld ist über allen Zweifel erhoben. schaffung und Berzinsung zweiter Hypotheken sehr Ebenso wird die Bewesentlich erleichtert werden. Redner schloß mit dem Wunsche, daß das neue Unternehmen, das vielleicht anfangs auch einige Sdwierigkeiten zu überwinden haben werde, in allen Stücken prosperieren und unserem Lande von Vorteil sein möge! Einsam. Um mich Waldesdunkel, Oben Sterngefunkel, Dunkel in mic; Rasch fürbaß ich schreite Grenzenlos ins Weite, Dede ist's in mic. Ringsum Blätter rauschen, Vöglein Schwüre tauschen, Ich bin allein;- Soll ich denn auf Erden Nie beglücket werden, Stets bereinſamt sein? Gern wollt ich weiter wandern Von einem Ort zum andern, Wenn ich nur wüßt' Daß je mein Weg sich ende, Mein Schicksal sich einst wende, Ein Weib in Liebe mich einst füßt. Heinrich Ludwig. Druck, und Verlag der Gießener Verlagsbruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchbruckerei( gegr. 1788); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Briefbogen Formulare jeder Art. Preislisten Briefumschläge Rechnungen Plakate Tabellen Geburts, Verlobungs-, Visiten-, Speises u. Weinkarten Vermählungs-, Todesanzeigen Beileidskarten sowie alle sonstigen Buchdruckarbeiten bei mäßigen Preisen und solider Ausführung. Dr. Rumseys Patient. Boman von Dr. Halifar und T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner. ( Rachdruck verboten.) Audrey wandte sich plötzlich rasch herum und sah dem Arzt Hef in die Augen. „ Es ist ein gräßlicher Irrtum", flüsterte er mit seltsam hohler Stimme. Ich schwöre bei Gott, daß es ein Irrtum ist! Ich habe Everett einmal gesehen er war ein untersetzter, mittelgroßer Mann der Mörder aber ist größer, schlanker und jünger als er. Und er trägt meine Kleider. Warum, um alles in der Welt, fann ich nur sein Gesicht nicht sehen? Was sagten Sie soeben, Doktor?" " Das ich Sie nach Hause bringen muß, lieber Freund. Sie find mein Patient, und ich kann nicht zugeben, daß Sie Ihre ohnehin schon zerrütteten Nerven noch mehr ruinieren." Aber ich muß den Mörder erst sehen!" protestierte der Baron. Daß Sie aber auch garnichts sehen, Doftor! Er handhabt seinen Stock wie ein Bajonett! Mein Gott, wo habe ich das schon einmal gehört? Es schwebt wie eine Wolke über meinem Gedächtnis Herrgott im Himmel, hilf mir, sie zu zerteilen! Still- still, reden Sie nicht, Doftormir fommt eine leise Erinnerung Mit einer an Wahnsinn grenzenden Gebärde warf der Baron fich plötzlich zur Erde, das Autlig in die Hände pressend. Ebenso hastia sprang er wieder in die Höhe. " Ich hab es!" rief er mit hohlem Auflachen.„ Wenn ich in den Teich schane, muß ich das Gesicht des Mörders sehen. Es muß sich dort widerspiegeln, wie sich auch die Anhöhe darin spiegelt. Bleiben Sie hier, Doftor, ich bin in einer Minute wieder zurück. Es wird heller in mires flutet alles wieder in mein Gedächtnis zurück. Er handhabt seinen Stock wie ein Bajonett trifft ihn in den Mund wer sagte mir das nur es war vor langer Zeit- ia, ia, ich werde sein Gesicht in - dem Teiche erblicken!" Audrey ramute wie besessen an den Teich. Da, wo der filberglänzende Streifen im Wasser begann, blieb er stehen. Runen folgte ihm schnell nach. Er wußte, fein Patient befand sich in einem solchen Zustand, daß er in stande gewesen wäre, ins Wasser zu springen. Der Baron fuiete am Rande des Teiches nieder, hielt sich au einer Erle fest und beugte sich so weit vor, daß er in das Waffer feben fonnte. Gießener Verlagsdruckerei. ( vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei) Gießen, Neuenweg 28, im Gasthaus zum Löwen. " Nehmen Sie sich in acht, Audrey", rief ihm Rumsey zu, ,, daß Sie nicht ausrutschen." Der Baron schwieg sein eigenes, verzerrtes Ebenbild schaute ihm aus dem Wasser entgegen mit großen, starren Augen blickte er lange, lange auf seine Büge und seine Gestalt. Dann bengte er sich rückwärts und erhob sich. Ein eisiger Schauer rann durch seinen Störper, er taumelte. Dann trat er mit seltsam flackernden Augen und unnatürlichen Lachen vor Numseh hin. " Ich habe das Gesicht gesehen", sagte er in dumpfem Tone. " Es war Jhr eigenes, Audrey. Ich sah den Wiederschein davon im Wasser", entgegnete der Arzt. " Ich bin befriedigt", erwiderte der Baron mit völlig veränderter, dennoch fester Stimme. Wir fönnen nun nach Hause gehen." Nun, haben Sie wirklich gesehen, was Sie sehen wollten? Wer ist der Mörder?" Frank Everett, der im Zuchthaus zu Portland seine Strafe verbüßt. Wissen Sie, Doktor, ich glaube, ich bin das Opfer gräßlicher Bisionen und Träume gewesen, wie sie nur ie einen Menschen heimgesucht haben. Jetzt ist es lichter in mir- der Synk ist zerronnen!" „ Es freut mich, das zu hören, lieber Audrey." " Das Bild vor meinen Augen ist verschwunden- ich weiß iegt, was ich wissen wollte. Lassen Sie uns nach Hause gehen." Siebzehntes Kapitel. „ Nun Hetty, ich bin neugierig, was Du zu meinen Neuig feiten sagen wirst", sagte Bächter Vincent eines wunderschönen Maimorgens zu seiner jungen Frau. Hetty stand mit aufgestreiften Aermeln in ihrer Milchkammer und butterte. Bei den Worten ihres Mannes wandte sie sich um und fah ihn fragend an. Vincent war ein fräftiger, breitschulteriger Mann. Mit seiner großen Hand Hetty unters Kinn fassend, fuhr er fort: Ich war vorhin im Dorfe, da tribbelt und krabbelt es überall von Neugierigen und Schwazern. Du weißt, die Parlamentswahlen stehen vor der Thür, und wer, meinst Du, hat sich als unser Kandidat aufstellen laffen?" Ich verstehe nicht viel von Barlamentswahlen und Kandidaten, Georg", antwortete Hetty, indem sie sich wieder ans Buttern machte. Es interessiert mich auch nicht besonders. Wenn Du also weiter nichts weißt-" „ Oho, warte uur erst ab, was dahinter steckt, dann wirst Du andere Augen machen!" GOOO " Nun, so rede doch. Ich muß übrigens heute zur Tante gehen." „ Ich möchte blos wissen, was Du imuner zur Tante zu laufen haft", versezte der Pächter mit gerunzelter Stirn. Also höre: Der Baron von Audrey und seine Frau foumen heute in Großhofen an. Die Herrschaft hat den Winter in Süden verlebt. Man sagt, der Baron sei gesund wie ein Fisch in Wasser, und sie beabsichtigen, sich dauernd hier niederzulassen. Herrgott, Frau, was ist Dir? Du bist ja freideweiß geworden! Was solche vor nehmen Leute bei Dir doch gelten!" Nein, Georg, das ist es nicht! Ich habe den Baron natürlich gern, ich kannte ihn schon als ganz fleines Kind, und wir und meine Familie betrachteten die Audreys Bets als unfere Herren. Wir haben immer zur Herrschaft gehalten." " Dagegen sage ich ja garnichts", bruuinite der Bächter. Ich für meinen Teil habe auch nichts dagegen, wenn die Audreys sich hier niederlassen; denn wo der Herr nicht zu Hause ift, tanzen die Mäuse auf den Tischen. Ein Gutsbefizer gehört unter seine Leute, auf seine Besizungen. Ich habe eine Menge Anliegen an ihn, laß ihn nur erst da sein. Der Verwalter, der Sterl, läßt nichts machen, und wenn es noch so nötig ist. Da gehe ich nun einfach vor die rechte Schmiede zum Herrn felher. Und nun höre, Hetty! also der Baron hat sich als tant ibat aufstellen lassen. Seine Wahl ist selbstredend sicher. Na, dis wird wieder ein Leben werden in Großhofen, juchhe!" Natürlich wird es lebhaft hergehen, wenn di: Herrschaft da bleibt", erwiderte Setty, indem sie ihr Taschentuch hervorzog und sich die Stirn trocknete. " Du fühlst Dich gewiß nicht wohl, Frau, Duschst wenigstens recht elend aus. Laß doch die Arbeit! Das Wetter ist zwar bracht voll, aber schrecklich heiß, und Du kannst große iße nicht ver tragen. Ich dachte, Du würdest Dich über meine Neuigkeiten freuen; denn ich weiß, Du bist auf die Herrschaft ebenso steiz, wie alle ihre Unterthanen." " Ich freue mich auch, daß sie kommen, Georg", verfekte Hetty. Doch nun geh', ich muß mich ans Kochen macien. Du folft auch heute Deine Lieblingsspeise, Plumpudding, bekommen." " Du bist doch ein liebes Weibchen", sagte er dankbar. Dann trat er dicht an sie heran, legte einen Arm um ihren Naden und Sprach: " Sieh mir mal in die Auger Hetty." Sie hob die großen schwarzen Augen zu ihm anf und fragte: Was willst Du, Georg?" Gr blidte sie besorgt an. fo mußte es heute noch gefchehen. Ja, sie wollte es berfuchen; tein Mittel wollte fie ungenußt vorübergehen Richte Linderung zu Laffen, ber leibenden erhielt, brauchte sie teir Benn teuren wagen. Preis Bilder zu verkaufen. fie einen Ja, sie wollte den ber Sie hatte mit den Künstlerauaen ihres Arthur fehen gelernt, und ſein c doctor s 283 1902. Donnerstag. sische Familienzeill