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Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Gießener 11. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen, wie ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 fgl sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernſprechauschluß Nr, 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Neue Marineforderungen, welche außerhalb des Flottengesetzes stehen, werden seit einiger Beit in verschiebenen Streisen laut. So wird in den„ Berl. Pol. Nachr." aufgezählt, daß im nächsten Etat weitere Raten für 6 Linienschiffe, 2 große Kreuzer und 6 fleine nfarbe Bimmerwohnung Rueuzer verlangt werden. Die Bemessungen dieser Raten Teten, per 1. Geptember Räuber noch mit feft, fie dürften aber ſo eingerichtet werden, vermieten. b. Ludwigstraße 14. II. Näh Götbestr. 54. erstrasse 9, pa Zimmer nebst Zubehör per er zu vermieten. Karl Steller. ngshalber ift der dritte zu verre uſes per vermieten. Lot, Bahnhofstr. 22. mmerwohnung Zubehör, Gas, Bleich ten für 500 mt. per 1. der später zu vermieten. n der Erped. d. Blattes. daß diese Bauten möglichst schnell gefördert werden können. Ferner würden weitere Raten für den Umbau der Schiffe der Siegfriedklasse und zu baulichen Verbesserungen an den Linienschiffen der Brandenburgklasse eingestellt werden. Der Umbau der Siegfriedklasse ist auf nahezu 15 Millionen Mark veranschlagt, wovon rund 1012 Millionen bewilligt sind, die Berbesserung an den Linienschiffen der Brandenburgklasse die Berbesserung an den Linienschiffen der Brandenburgklaſſe auf 3 Millionen Markt, wovon 1 Millionen bewilligt sind. Auch für ein Kanonenboot und eine Torpedoboots division sollen weitere Raten eingestellt werden. Das ist mehr als genug für einen Marineetat und würde ein Verlangen nach mehr nicht verständlich erscheinen lassen. Dabei ist besonders bemerkenswert, daß der Marineverwaltung das Drängen ge5- Zimmerwohn- isser Kreise auf eine Ueberhastung des Bautempos an g mit allem Zubehör, so er Eckladen, elekt. Licht scheinend selbst schon unbequem wird.„ Nauticus" wendet zu verm. Löwengasse 27. sich gegen ein allzu stürmisches Vorgehen mit der ganz Bohnung, bestehend ausichtigen Ausführung, daß, abgesehen von finanziellen Zimmern u. Kabinett zu Schwierigkeiten, durch eine wesentliche Beschleunigung des It Löpengaffe 20. Bautempos eine ungesunde sprunghafte Entwickelung der Marine gezeitigt werden würde, mit welcher weder die Aus gestaltung der Schiffe in technischer Beziehung noch die Schaffung des nötigen Personais und dessen Ausbildung Schritt halten könnten. e mobi. Zimmer per fofort ſpäter zu vermieten. Näh. ■ Nachfolg., Schulstraße. möbl. Zimmer jofort zu ieten. Näh. Marktplatz 22 im Laden. 4- Bimmerwohnung im 2. , Leihgesternerweg 9 per zu vermieten. Näb. bei h, Grünbergerstr. 10 a. 4-5 Bimmer nebst er gleich oder später zu Kreuzplab 10. str. 18, 1. Stod, Balkon, Badezimmer. Bleichplatz 2c, ist weg rper 1. Oft. zu verm. denwohnung, 4Zimmer ehör zu vermieten. mil Log, Kirchenplag itrage 37 erste Etage, 6 31.amer, Badezimmer, Gartenanteil mit allem , per 1. Oftob: r zu ver Näh. Weftanlage 44. einem erfauften Hause ergerstraße 5 find Par wie Beletage, neu herge5 Zimmer, Badezimmer us ubehör, per fofoit zu ver mann, Websteinsir. 40. Echones Logis, Politische Nachrichten. = Berlin, 2. Aug. Der siebente deutsche Steno graphentag der Gabelsberger" wurde heute abend mit einem Festlommers in der Philharmonie" eröffnet. Anwesend sind etwa 8000 Teilnehmer aus dem Intande und Auslande, darunter der Vertreter des österreichischen Kultusminist riums, Hofrat Kummer- Wien. Nach einer Ansprache des Präsidenten Dr. Neubert hielt der StenographenBundesvorsitzende Direktor Gaster- Antwerpen die Begrüßungsrede. -Ueber den Fall Löhning wissen die berufenen offiziösen Organe„ Nordd. Allg. 3tg." und" Berl. Corr." noch immer nichts zu sagen. Dagegen bemühen sich freiwillig gouvernementale Blätter fcampfhaft, den Sachverhalt zu verschleiern durch ostentative Hervor hebung von Nebensächlichkeiten, zeigen aber dabei ein er, Küche u. s. w. Selters: 2 sofort zu vermieten. fragen im Uhrengeschäft. nferem Neubau Wilhelm 12 haben wir elegante hoftewohnungen mit Zimmern mit den schönsten tungen per Sept auch früber nieten. Desgl. per Oftober auch früher in unferen ten Wilhelmstr. 8 11. 10 In eigener Sache Richter. Roman von L. Haidheim. ( Nachdruck verboten.) ( Fortsetzung.) Marias unaufhörliches Verlangen nach Erlebnissen, nach Zerftreuungen reizte ihn und ihre jugendfrohe Gewißheit, daß das Leben ihr noch alles bringen mußte, fani ihn wie eine Verhöhnung vor. Er war ja fertig mit der Welt; wenn der Großbater ihn enterbt hatte, mußte er als armer Retter ja doch ewig bierbleiben! Was brauchte sie ihm alle Tage diese Erinnerung zu wecken? Da faut se eines Tages, als er eben das Familienzimmer betrat, auf ihn zugeflogen, einen großen Briefbogen in der Hand, jirahlend vor Glid. Lesen Sie, Vetter, lesen Sie!" bat sie atemlos." Ah, hat ber alte Herr" endlich von sich hören lassen?" schaute Graf Joseph nach den ersten Worten, die er gesehen, überrascht auf. Maria hörte seine Frage garnicht. Was sagen Sie nun? Was sagen Sie, Vetter Joseph?" Ja, wahrhaftig, da stand es-" Im Auftrage Ihrer f. f. Soheit der Frau Erzherzogin Iſabella fragt deren Hofmarschall an, ob die Baronesse Maria von Wazlaw- empfohlen durch den Kammerherrn Baron Gorzberg geneigt jei die Er= laubnis der Frau Baronin Mutter vorausgesezt eine Hofdamenstelle bei Prinzeß Ilona, ihrem Mündel, anzunehmen? Die Baronesse werde im Bejahungsfalle ersucht, sich zu Anfang des tommenden Monats in Karlsbad vorzustellen." Endlich ein Sonnenstrahl! Ein erster Strahl, dem jezt ein Leben in vollem Licht folgen mußte. O, wie war das Jest so dunkel und die Bufunft plöglich fo hell! nige 4, 5, 6 u. 7-3immer ngen. irfenstod u. Schneider. Dem Hause Nordantage 7 me elegante 6- 3immer ung mit Bad, Balfon und fonftigen der Neuzeit ent ben Einrichtungen zu ber Näb. 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In dieser Stimmung widersprach er der Freude Marias heftig, schilderte, entgegen ihren Juufionen, die Dienstbarkeit an den Höfen mit den schwärzesten Farben und fand ein boshaftes Vergnügen daran, ihr möglichst viel Unerfreuliches auszumalen, biis Maria, nachdem sie sich erst lachend, dann erbittert gewehrt, weinen begann. Martas Thränen vermochte er dann wieder geradezu bemitleidenswertes Ungeschick. Die„ Tägl Rundschau" paradiert zur vermeintlichen Entlastung der Berliner verantwortlichen Stellen mit der funkelnagelneuen Version- und andere Zeitungen drucken sie es habe schon lange die Absicht begutgläubig nach standen, den Provinzialsteuerdirektor seiner politischen Gesinnung und Stundgebungen wegen zu berabſchieden - oder doch mindestens zu verseßen. Daß Herr Löhning selbst, wie aus seiner zusammenfassenden Darstellung des Sachverhalts hervorgeht, wiederholt um Versetzung in einen anderen Bezirk ersucht hat, hat das freiwillig offiziöse Blatt dabei im Eifer des Gefechts ganz übersehen. Die„ Berl. N. Nachr." wieder behaupten kühnlich:" Da ſelbſt regierungsseitig bestritten zu werden ſcheint, daß die ominöse Berlobung den eigentlichen Anlaß zum unfreiwilligen Ausscheiden des Herrn Löhning aus dem Amte gegeben habe, so könnte die akademische Diskussion über den Kastengeist vorerst einigermaßen zurücktreten." Mit Verlaub! Uns ist von einer„ regierungsseitigen" Erklärung zu der Affaire bisher nichts befannt geworden. Gerade dieses Schweigen der offiziösen Presse ist aber nur zu sehr geeignet, die verantwortlichen Regierungsstellen nur noch empfindlicher bloßzustellen. Herr Bebel und der Vorwärts" finden die für den sozialdemokratischen Parteitag aufgestellte Tagess ordnung zu trocken, zu zahm, zu wenig agitatorisch. An Stelle der Arbeiterversicherung und Kommunalpolitik schlägt deshalb der Vorwärts" vor, die Wahlrechtskämpfe in den Einzelstaaten und die Zentrumsfrage auf die Tagesordnung zu setzen und hält zur Begründung dieses Vorschlages dem Zentrum einen Spiegel vor, aus dem ihm folgendes von der Sozialdemokratie gezeichnete Charakterbild entgegenschaut. " Seit den letzten Wahlen hat das Zentrum seine reaktionäre Entwickelung vollendet. Als stärkste Partei des Reichstags übt es den bestimmenden Einfluß auf die Regierung und die Richtung der Politif. Der Klerikalismus ist auch bei uns der Hort des Stillstandes und das Hemmniß jeder freieren und reineren Entwicke= Iung. Unsere öffentlichen Verhältnisse ersticken in der Klosterluft des Zentrums. Indem das Zentrum alle herrschenden Mächte mit seinen Spenden besticht, indem es Junfern und Großindustriellen dient, Mittelständlern und Arbeitern listige Köder hinwirft, nicht zu ertragen; Rührung, Reue und Zärtlichkeit ergriffen ihn, auch die Ueberzeugung, daß Krapolno durch ihr Fortgehen wirklich unerträglich für ihn werde. Und impulsiv wie er war, in der Angst sie zu verlieren, überkam es ihn, daß er ihre Hand ergriff und ihr dies alles sagte in einer Erregung, die er eine Stunde früher für unmöglich gehalten. Maria stand sprach los vor Erstaunen. Eine Sekunde durchblißte es sie: Ah! Auch er! und dann sprach der Herzenston, über den er verfügte und der ihm so viel Glück bei den Frauen gebracht, sie an. Armer Joseph! Sie sagte das nicht, aber sie herchte mitleidsvoll auf seine Worte, seine Angst sie verlieren zu sollen und er war doch wirklich ein lieber, eleganter Mensch, er füßte ihre Hand so feurig, wie noch nie jemand sie gefüßt, er war der Erste, der ihr eine Art Liebeserklärung machte. Eine Art nur-. Oder war es doch eine richtige? Da flog die Thür weit auf und Burkard stand darin in dem Moment, wo Graf Joseph begann völlig den Kopf zu verlieren. Derselbe flog empor, er war auf's nie gesunken. Wütend, wortlos, unsäglich erbittert starrte er Frohberg an, der geiſterbleich wie versteinert dastand. Plößlich fuhr er aus seiner Erstarrung auf und auf das Paar zu, Marias Hand, die sie Joseph in ihrer Betäubung gelassen, entriß er dem Better und führte sie zornbebend zur Thür, in welcher soeben, ganz ahnungslos, Frau yon Wazlaw erschien, die man zu ihrem jüngsten Stinde gerufen hatte. Sie würden wohl thun, Baronin, wenn Sie Ihre Tochter nicht allzu sorglos in der Gesellschaft müßiger junger Herren ließen!" herrschte er die erschrockene Frau an. Maria?" schrie diese auf. " Burkard? Was fällt Ihnen ein? Was nehmen Sie sich beraus?" rief gleichzeitig Maria in ebenso loderndem Zorn. Mutter, Mutter!" und freidebleich sich von Frohberg losreißend, umflammerte fie dieselbe. Vetter Frohberg, das Wort sollen sie mir bezahlen!" war Graf Joseph aus seinem momentanen Schrecken aufgefahren. Mit Ihnen rechne ich schon noch ab. Ich bitte, Baronin, gehen Sie, nehmen Sie Maria mit sich, sie kamen hoffentlich noch früh genug Uber um aller Heiligen willen, was ist denn geschehen?" rief ratlos und entsegt die Mutter. Das will ich Dir sagen, Mama, komme mit", drängte Maria fie von der Thür fort. Das Mädchen behte wie Espen= laub an allen Gliedern. Plöglich aber, da die Mutter willenlos erkauft es sich den Ablaß für seine ungezählten Sünden. Es trägt die Hauptschuld am Militarismus, Marinismus, an der Welt- und Kolonialpolitik, es ist verantwortlich für die Flickschusterei der Sozialpolitik, es macht unter Verrat aller seiner früheren Grundsätze die ausschweifenden Forderungen der Zollwucherer mit, es ist auch auf dem Gebiete der politischen Volksrechte keineswegs mehr zuverlässig - man denke an das erzreaktionäre Verhalten in den Landtagen es fördert jede kulturfeindliche Unterdrückung geistiger Freiheit und fünstlerischer Schöpferkraft..." Zur Bekämpfung der Maul- und lauenseuche hat der Landwirtschaftsminister eine acht Paragraphen an, daß der Viehbefizer Erkrankungen Verordnung verfügt. Die Verfügung ordnet in sofort der Polizei meldet, welche schnellstens den Kreistierarzt verständigt und die notwendigen Sperren berDer Landrat hat einen Gensdarmen an den hängt. Seuchenort zu stationieren; aus dem Seuchengehöft oder der Sammelmolkeret, wohin die Milch geliefert wird, darf diese nur abgekocht weiter abgegeben werden. Das auf dem Seuchengehöft vorhandene Federvieh ist zu isolteren. Die Hunde sind festzulegen. - Zur Simplicissimus- Affäre an der Kieler Universität bringt die„ Schlesw.- Holst. Volksztg." einige genauere Mitteilungen über das nochnotpeinliche Verfahren gegen den relegierten Studenten. Es heißt darin: ... stud. jur. G. ist in erster Linie deshalb verurteilt worden, weil er dem sozialdemokratischen Blatte, der„ Schleswig- Holsteinischen Volkszeitung" das Material über die Simplicissimus- Angelegenheit zur Veröffentlichung übergeben hat. Außerdem ist er als Verfasser fität“ in der„ Volkszeitung" erschienenen ſatirischen Gedes unter dem Titel„ Die Freiheit an der Kieler Univerdichtes unter Anklage gestellt worden. Sieben Stapitalanklagen waren vom Untersuchungsrichter gegen ihn erhoben worden. Er sollte sich einer schweren Verlegung der den Professoren gebührenden Achtung schuldig gemacht haben: 1. wegen Veröffentlichung einer internen, nur die Universität angehenden Angelegenheit; fessor v. Schubert gegenüber, der über seine Aeußerungen, 2. wegen eines Vertrauensbruchs dem Herrn Proden„ Simplicissimus" betreffend, Schweigen bewährt wissen wollte; der Tochter folgte, riß diese sich von ihr os und flog zurück, por Burford Frohberg hin, der ein Bild namenloser Wut am Thürpfeiler lehnte und nach Fassung rang. Bildschön wie eine zürnende Göttin sah sie aus, und ihre blauen Augen funfelten wie Stahl:„ Ich bin fein Mann, der Sie vor die Pistole fordern und niederschießen kann, Herr Better", zifchte sie ihn an, aber wenn je ein Mann von einem beleidigten Mädchen gehaßt wurde, gehaßt und verachtet ob feines brutalen, blinden Argwohns, so sind Sie es. Und lassen Sie sich doch sagen, gestrenger Herr, daß ich niemand, niemand auf der Welt brauche mich zu behüten, das thue ich schon selber und be: daure Sie, daß Sie so vor mir stehen, wie in dieser Minute. Alles was Sie uns Freundliches erwiesen haben, das löscht Ihr abscheulicher Verdacht aus. Ich bin mir selbst zu schade, um mich Ihnen gegenüber zu verantworten." Und nun noch einen lesten Blid, der wie eine gut gezielte Delchspiße ihn traf und dann wandte fie fich mit stolzer Gebärde ab und schritt, gefolgt von ihrer schreckensstarren Mutter, die Treppe hinauf. Burkard Frohbergs wahnsinnige Eifersucht ebbete unter Marias Worten zurück; jedes derselben erleichterte sein Herz und Darüber blieb momentan ihr 3orn ohne Wirkung; o, wie er sie liebte! Heute mehr als je zuvor. Aber Ebern, dieser Leisetreter, dieser Nichtsthuer, der seine müßige Zeit mit einer Liebelei auszufüllen gedacht, er blieb. Und mit von neuem aufflammender Hize fuhr er nach Graf Joseph herum, der in seinen leichten, eleganten Stiefeletten lautlos an das Fenster getreten war und dort jezt lehnte mit unausstehlich gelassener Miene den " Gegner" beobachtend und falt lächelnd seinen Angriff erwartend. ,, Und jest hätten wir beide wohl ein Wörtchen miteinander zu sprechen, Better! Ich, der Sie vor Maria knieen jah, frage Sie, was follte diese Komödie bedeuten? Aus der Antwort, die fie mir gab, schöpfe ich die volle Beruhigung, daß das Spiel ein einseitiges war: die junge Dame fühlte sich Ihnen gegenüber feineswegs in Gefahr. Aber ich möchte doch wissen, wie Sie es verantworten wollen, daß Sie es wagen, Ihre-?" „ Stein Wort weiter! Den Ton ertrage ich nicht. Sie wissen allzugut, Better Burkard, daß Sie mir gegenüber im Vorteil sind und ich fann von Ihnen erwarten, daß Sie darauf Rücksicht nehmen. Jedenfalls ist Ihr heutiger Grimm ein sehr persönlicher;- lieber Bott, ich bestreite Ihnen das Vorrecht nicht, sich zum besonderen Beschüber unserer holden Verwandten aufzuwerfen Aber ebensos wenig fönnen Sie mir verwehren, daß ich ihr sage, wie fahl und öde es uns ohne sie in Strapolno vorkommen wird. Und wenn man sich dabei ein wenig erwärmt und der Schönheit tribut pflichtig wird, so-" ( Fortseßung folgt.) 3. wegen Entstellung der Aeußerungen des Professors Pappenheim über den Simplicissimusstreit; 4. wegen des Gedichtes; 5. wegen der Veröffentlichung des Artikels in einer sozialdemokratischen Zeitung; 6. wegen bewußter Förderung sozialdemokratischer Tendenzen durch die Veröffentlichung in der Volkszeitung"; 7. sollte er durch die Wahl dieser Zeitung die Ehre der deutschen Studentenschaft verletzt haben. Zu seiner Rechtfertigung gab Herr stud. jur. G. zu Protokoll: ad 1) Er halte die Angelegenheit nicht für eine interne, sondern für eine wichtige, das ganze geistig regsame Deutschland interessierende prinzipielle Frage; ad 2) Herr Professor von Schubert habe in einer offiziellen Generalversammlung gesprochen, weshalb man seinen einseitigen Vertraulichkeitswunsch nicht als bindend betrachten konnte; ad 3) die Aeußerungen bei Herrn Professor Pappenheim seien so gefallen, wie er sie wiedergegeben habe, was er durch Zeugen beweisen fönne; ad 4) das Gedicht stelle eine satirische Geißelung der an der Universität Stiel herrschenden unhaltbaren reaktionären Zustände dar; ad 5) die Veröffentlichung des Artikels in der „ Volkszeitung" set geschehen, weil dieses Blatt allein in Kiel sich zur Aufnahme des Artikels bereit erklärt, auch fönne man unmöglich in der Veröffentlichung durch ein sozialdemokratisches Blatt etwas Achtungsverlegendes sehen; ad 6) er, der Student, kenne zu wenig die sozialdemokratische Partei, um die bewußte Absicht haben zu fönnen, ihrer Agitation Vorschub zu leisten, er habe nur die Affaire auf irgend eine Weise in die Oeffentlichkeit bringen wollen. Er sei allerdings der Volts- Zeitung" für ihre Bereitwilligkeit zu großem Danke verpflichtet; ad 7) der Vorwurf einer Ehrverletzung der deutschen Studentenschaft durch sein Vorgehen sei ihm durchaus unverständlich, er müsse ihn mit Entschiedenheit zurückweisen. Darauf erfolgte dann das Urteil. Wegen schwerer Beleidigung der gesamten Professorenschaft der Universität Stiel sowie schwerer Störung der akademischen Disziplin. Vermischtes. " * Berlin, 28. Juli. Der Vorwärts" berichtete am Sonntag über folgenden Vorfall:„ Der Brennmaterialienhändler Gustav Ackermann begab sich am 12. Juli nach der Stadtvogtei zur Verbüßung einer dreitägigen Haftstrafe. | Als er am Dienstag, den 15., nicht wieder zu seiner Familie zurückgekehrt war, bemächtigte sich seiner Frau eine begreifliche Unruhe. Mehrere Tage lang erhielt sie ungenügende Nachricht, einmal sagte der Pförtner, Ackermann habe noch fünf Tage zubekommen". Am Freitag, den 18., erhielt sie die verblüffende Antwort: Der„ Kerl" sei verrückt geworden und bereits am Dienstag nach der Irrenanstalt zu Herzberge transportiert. Auf dem Polizeipräsidium wurde ihr ebenfalls bestätigt, daß ihr Mann nach Herzberge übergeführt worden sei, gleichzeitig sagte man ihr, sie könne denselben dort nicht eher sprechen als am Sonntag, den 20., Vormittags von 11-12 Uhr. In Herzberge wurde ihr dann am Sonntag der niederschmetternde Bescheid, ihr Mann sei bereits tot und begraben! Am Dienstag, den 15., sei er als irrsinnig eingeliefert worden, am Mittwoch habe er einen Tobsuchtsanfall gehabt und sei dann am selben Tage an Herzschwäche gestorben, und heute( Sonntag, den 20. Juli) Vormittag halb 10 Uhr habe seine Beerdigung stattgefunden! Vormittag halb 10 Uhr habe seine Beerdigung stattgefunden! Als sich die Frau soweit wieder erholt hatte, um einige Worte herausbringen zu können, fragte sie, weshalb man ihr denn von alledem feine Mitteilung gemacht habe, wurde ihr zur Antwort, man habe überhaupt nicht gewußt, daß der Verstorbene verheiratet gewesen sei. Am nächsten Tage erhielt die Frau die Sachen ihres Mannes ausgeliefert; sie vermißte dabei die Uhr und 16 Mark bares Geld, auch erstaunte sie nicht wenig, daß Jacket und Weste hinten total zerrissen sind, während vorne nicht einmal ein Knopf fehlt. Izt fuhr die Frau wieder nach Herzberge, um Uhr und Kette sowie einen Totenschein zu fordern. Ihr wurde jedoch alles verweigert mit dem Bemerken, erst müßten die entstandenen Kosten bezahlt werden." Die„ Nationalztg." macht einige Feststellungen", die aber nichts weniger als die Sache aufklären. An verschiedenen Stellen weiß man nichts" und die Stadtvogtei verweigert gar die Antwort. * Hamburg, 2. August. Der ausgehende dänische Dampfer„ Orrit" überrannte gestern Abend auf der Elbe ein mit zwei Personen besetztes Fischerboot, wobei ein Fischer ertrank. * Hamburg, 2. August. Auf dem" Pcimus" wurde gestern noch die Leiche eines vierzehnjährigen Mädchens aufgefunden. Kindesmord aus Rache. Ein gräßlicher Mord ist in Ziegendorf bei Grabow verübt worden. Der Gärtner Robert Baumert erwürgte den 4jährigen Sohn seines Dienstherrn, des Viehhändlers Thees. Er wurde bald des Mordes überführt und nach dem Amtsgericht Grabow gebracht. Der Gärtner Baumert war öfters betrunken, weshalb ihm der Schnaps entzogen wurde. Am Vormittag hatte er sich jedoch drei Viertel Liter Branntwein verschafft und ausgetrunken, worauf er in die Scheune ging. Nach geraumer Zeit kam der kleine Willi Thees ebenfalls in die Scheune. Ohne irgend welche Veranlassung ging der Trunkenbold auf das unwelche Veranlassung ging der Trunkenbold auf das un| schuldige Kind zu, trug es nach dem anderen Flügel der Scheunendiele und drückte ihm hier die Kehle zu. Die Leiche steckte er in einen Sack und ging hiermit nach dem hinter der Scheune belegenen Garten, um dort Gras zu mähen. Während die Leiche in seiner unmittelbaren Nähe lag, sang der Unmensch lustige Lieder. Bald nahm er die Leiche aus dem Sack heraus, legte sie am nahen Bache nieder, füllte den Sack mit Grünfutter und kehrte nach dem Hofe zurück. Das ermordete Kind wurde bald aufgefunden. Der Mörder aber bekannte sich zu der Unthat mit der Begründung, daß er den Mord begangen habe, um sich an seinem Dienstherrn zu rächen. " * Londoner Feuerwehr. Der von dem LeichenschauGericht abgegebene Wahrspruch, betr. die Ursache der zehn Todesfälle bei einem fürzlich ausgebrochenem Feuer bildet ein ebenso merkwürdiges wie in der Geschichte der Stadt London denkwürdiges Dokument. Die Hauptpunkte des Urteils lassen sich wie folgt zusammenfassen: Vier Faktoren wirkten zur Herbeiführung des schrecklichen Resultats zusammen. 1. Daß das Feuer spät entdeckt und spät angemeldet wurde, ein Unglück, wofür Niemand verantwortlich gemacht werden kann; 2. Die Kürze der Rettungsleitern; 3. Die Unvollkommenheit der Sicherheits- Vorkehrungen gegen Feuersgefahr; und 4. Die Bauart des Hauses. Die General Electric Company" hat sich eine groben hörden über die Natur der in ihren Räumlichkeiten Vernachlässigung schuldig gemacht, indem sie die Bestattfindenden Arbeit nicht genügend unterrichtet hat. Diese Nachlässigkeit grenze, wie der Obmann der Jury sgte, beinahe an fahrlässige Tödtung, könne aber nicht strafechtlich verfolgt werden. Das höchste Interesse werden aber selbstverständlich die Bemerkungen erregen, die sich auf den Zustand der Londoner Feuerwehr beziehen. Zunächst heißt es da, daß die nächst gelegene Feuerwehrstation in Watling Street vollständig ungeeignet und unfähig sei, den an sie gestellten Anforderungen zu genügen. Auch die Gründe, die der oberste Leiter des Londoner Feuerwehrwesens für die Aufschiebung der nötigen Verbesserungen angegeben hat, seien nicht zufriedenstellender Natur. Was das Verhalten der Feuerwehrmannschaften anbetrifft, so wird Dieses in dem Urteil als unbegrenzten Lobes würdig" bezeichnet. Unmittelbar darauf werden aber einige Leute indirekt des Meineides bezichtigt, indem gesagt wird, daß kein Sprungnetz zur Rettung der Gefährdeten benutzt worden sei, während die Feuerwehrleute das Gegenteil beschrooren hatten. Die Frage des Kronanwalts, an deren Beantwortung die ganze Stadt das weitgehendste Interesse gehabt hätte, oh die Stadt von ihrer Feuerwehr die Sicherheit genießt", die sie mit Recht erwarten kann, läßt das Urteil offen. 200 Pferdemarkt. Gießen. Am Mittwoch, den 10. September findet auf den städtischen Marktanlagen nächst der Rodheimerstraße Pferdemarkt statt. Für Stallungen in der Nähe des Marktes ist ausreichend Sorge getragen; wegen derselben wolle man sich an Herrn Hoflohnkatscher Hahn dahier wenden. über sonstige Marftangelegenheiten erteilt Herr Weinhändler August Schwan dahier. Mit dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung Auskunft verbunden, für welche 1565 Mk. zur Verfügung stehen. Der Prämiirungsplan ist von Herrn Dekonomierat Schlenke Hardthof bei Gießen zu erbitten. Die Preisverteilung erfolgt im Anschluß an die Prämiierung um 122 Uhr. Omnibusverbindung von dem Bahnhof nach dem Marktplay und zurück. Am 11. September, nachmittags Uhr findet in der Turnhalle der Stadtknabenschule eine Verloosung statt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenständen. Der Generalvertrieb der Lose à 1 Mt. ist dem Herrn Richard Buchacker dahier übertragen. Gießen, Juli 1902. Die Pferdemarktkommission zu Gießen. Jean Kirch, Stadtverordneter. Vergebung von Bauarbeiten. Die zur Erbauung eines Gärtner- Wohnhanses bei der psychiatrischen Klinik zu Gießen nötigen Arbeiten nebst Materiallieferungen, nämlich: Maurer, Steinhauer, Zimmer, Dachdecker-, Shreiner, Schlosser-, Glaser, Weikbinder- und Spenglerarbeit werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submissionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen, Zeichnungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserm Amtslokal zur Einsicht offen, und können lettere, mit Vordruck zu dem bezüglichen AngebotsBermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote sind bis zum 9. August d. Is., vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Buschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 29. Juli 1902. Großherzogliches Hochbauamt Gießen. Reuling 00000100000 Maculatur- Papier abzugeben. ,, Gießener Neueste Nachrichten. A. Huschte Nachs. ( R. Buchman) Weimar. Neue Goethe- Litteratur Goethe und Ilmenau von Paul Pasig. 2. Aufl. M. 1.Fünf Volkslieder von Corona Schröter f.Clavier inftrum. v M. Friedläder. Willkommengruß der Gemeinde Gabelbach, M. 1.50 2. Aufl. Mr. 0.35. Für Scheffel- u. Gabelbach- Verehrer: V.v.Sch ffel'sGabelbachlied mit 2 JU. v Anton v. Werner M. 0.60 Bu beziehen durch alleBuchhandlung er Stellung sucht verlange die Deutsche Vakanzenpost" Eßlingen. Gießener Verlagsdruckerei, ( vorm. Wilh. 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