Nr. 178. Erstes Blatt. bun sementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., reus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. a Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. int Montag, den 4. August 1902.11. Gießener && 13 s 0137 που 11. Jahrgang. Jusertionsvreis: Die einſvaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonit 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 fg. mol ref. tom Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr. 362.dgar S finsl@ gsimo imal, Safe gruffial Neuelle Nachrichten - 2 ( Gießener Tageblatt) din smo Anabhängige Tageszeitung int od islamido naminded pilm infl- minds med .dladmöft opiadojasid mis öd dul ( Gießener Zeifung) in für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen Politische Nachrichten. - Die Dauer der Rußlandsreise des Raisers ist verlängert worden. Die Kaiser- Flottille fährt erst am 13. oder 15. August wieder zurück. - Minister Budde ist in Norderney zur Stur eingetroffen. - Der„ Fall Löhning" wird im preußischen Abgeordnetenhause sicher zur Sprache gebracht werden, auch wenn die Regierung vorher in der offiziösen Presse das Wort ergriffen haben sollte. Die Angelegenheit verdient zwar, zum Gegenstand einer Interpellation gemacht zu werden; doch auch die Etatsdebatte bietet Gelegenheit zur Erörterung. Es dürfte in Erinnerung sein, daß Graf Bülow in seiner Einführungsrede zur großen Polenvorlage( Verstärkung des Ansiedelungsfonds) im Mai dieses Jahres als weitere Maßregel zur Stärkung des Deutschtums die Gehaltsaufbefferung der in der Ostmarf thätigen Beamten, Lehrer usw in Aussicht stellte. Der preußische Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben hatte dem Ministerpräsidenten die Etatisirung der betreffenden Geldmittel bereits zugesagt. Bei der Beratung des Etats fommt also der preußische Finanzminister ohne Weiteres in die Lage, zum Falle Löhning sich zu äußern. Vom Ausschuß des deutschen Flotten- Vereins gehen uns folgende Zeilen zu: Die Vermehrung unserer Auslandsflotte erscheint angesichts der Kräfteverteilung der Mächte in Ostasien nach wie vor dringend geboten. In den ostasiatischen GeIn den ostasiatischen Gewässern sind die Hauptseemächte wie folgt vertreten, wobei Japan außer Betracht bleibt, da es stets in der Lage ist, seine gesamte Flotte im gelben Meere zuſammenzuziehen: England: 4 Linienschiffe, 1 Panzerfreuzer, 6 große geschützte Kreuzer, 2 fleine geschützte Kreuzer, 7 Torpedobootszerstörer, 4 Sloops, 9 Stanonenboote, 8 Flußkanonenboote und eine Reihe von Küstentorpedobooten. Rußland: 4 Linienschiffe, 1 großer geschüßter Kreuzer, außerdem designiert: 2 Linienschiffe, 1 Panzerfreuzer, 3 große geschützte Streuzer, 2 fleine Kreuzer, 6 Panzerkanonenboote, 2 Torpedofahrzeuge, 3 Kanonenboote, 10 Hochseetorpedoboote. Vereinigte Staaten: 1 Linienschiff, 1 Panzerkreuzer, 2 Stüstenpanzer, 11 kleine Kreuzer Frankreich: 1 Linienschiff, 4 große geschüßte Kreuzer, 6 Kanonenboote. Deutschland: Kein Linienschiff, 1 Panzerfreuzer, 2 große geschützte Streuzer, 1 kleiner Kreuzer, 4 Kanonenboote, 1 Flußkanonenboot, 2 Torpedoboote. Bekanntlich werden die verbündeten Regierungen im Jahre 1904/05 die 1900 vertagte - In eigener Sache Richter. Roman von L. Haidheim. ( Nachdruck verboten.) ( Fortsetzung.) So war er neben Frau von Wazlaw die breite, herrliche Treppe hinan gestiegen, dem Lachen folgend; da hörten sie erst, daß es noch eine Treppe höher erflang; fie ffiegen weiter hinauf. Dann lag ein langer Gang vor ihnen, auf den viele Thüren mündeten und plößlich standen sie beide sekundenlang wie gelähmt. Im hellen Sonnenlicht Geistersput? dress Zwei Damen in der Tracht längstvergangener Zeiten, ganz überflutet von Sonne und das Kleid der einen funkelnd wie eitel Gold, tamen still auf sie zu. Das Lachen hatte aufgehört. Burkard Frohberg hätte laut aufjauchzen mögen. Maria war es, Maria in einem gelben mit goldenen Blättern durchwebten Brautstaatskleide irgend einer Urahne, Lischa daneben in einer verblichenen Rokokotoilette, beider Anzug vom Einfluß der Beit aller Frische beraubt und dadurch den persönlichen Jugendreiz unbeschreiblich schön hervorhebend. Nur flüchtig sah der Bruder auf die holde Schwester, er hatte nur Augen für Maria. Wie schön sie war! Wie das blonde haar und das fahle Gelb des Kleides harmonierte! Wie das schimmernde etwas verdunkelte Gold ihre Erscheinung wunderbar hob und wie sie hineinpaßte in den reichen Rahmen. Frau von Frohberg und Graf Joseph waren in einer der Thüren erschienen und alle erzählten nun mit großer Lebhaftigfeit, wie sich die erstere der sogenannten Kleiderkammern im Oberstod erinnert hätte, wie dann die jungen Damen über den unglaublichen Reichtum aufgespeicherter, oft Jahrhunderte alter Hochzeits-, Hof- und sonstiger Festkleider jubelten. Graf Joseph ging mit den Damen ganz auf in dem Interesse an den alten Moden, sie konnten sämtlich gar nicht müde werden sie zu besichtigen, in einem Nebenraume das eine oder anderen Stück anzupassen. Darüber vergaßen sie stundenlang alles. Burkard Frohberg, auf einem alten Lederkoffer sigend, hatte unterdes nur Augen für seine schöne Cousine. Er schwelgte in ihrem Anblick; wie ein Bauber war es plöglich über ihn gefonimen, seine ganze Seele berauschte sich an der sich ihm in dieser Art zum ersten Mal offenbarenden Frauenschöne. Ahnte Maria instinktiv den Bauber, den sie ausübte, daß fie von Zeit zu Zeit zu ihm trat und ihm heiter plaudernd Gelegenheit gab, fich immer mehr in diesen zu verlieren? Machte fich die weibliche Gefallsucht plöslich in ihr geltend und ließ sie off couples bid immin Forderung der Vermehrung der Auslandsschiffe erneut den gesetzgebenden Körperschaften vorlegen, damit die darin vorgesehenen Neubauten, falls bewilligt, im Jahre 1906 begonnen werden können. ( Vergl. 1. Seite im 2. Blatt.) Berlin. Ein Verein selbständiger polnischer Barbiere und Friseure in Berlin und Vororten soll in den nächsten Tagen ins Leben gerufen werden. Besondere polnische Vereine bestehen bereits für Bäcker, Schlächter und Tischler. Der Feldarbeiter aus stand in Galizien dauert fort. Nur in vereinzelten Gemeinden ist die Arbeit wieder aufgenommen worden. In Jafiorow im Bezirk Przemyslany war ein Zusammenstoß zwischen Militär und Ausständigen, da die Aufforderung des Kommandeurs der Truppen zum Auseinandergehen von den Feinden mit Steinwürfen erwidert wurde. Der Angriff einer Husar nabteilung zerstreute die Menge, wobei ein Ausständiger schwer und ein anderer leicht verwundet wurde. Drei Bauern, die einen Husaren vom Pferde herunterzuziehen versuchten, wurden leicht verletzt. Ein Husarenleutnant erhielt einen Steinwurf auf der Hand. Zur Kongregationsbewegung. - Als gestern, Sonntag in Tirminy ein Polizei- Kommissar an eine flerifale Anstalt die Siegel anlegen wollte, riß ein Pfarrer die Siegel ab und erklärte, das Haus sei sein Eigentum. Eine Frau erging si in Schmähungen gegen den Polizei- Kommissar. Beide wurden verhaftet. Gestern Abend fand im Volkshause eine fleritale Versammlung statt, die von etwa 1000 Personen besucht war und welche Francois Coppee veranstaltet hatte. Die Polizei hatte Maßregeln getroffen, sodaß es nicht zu Tumulten kommen konnte. Trotzdem hatten sich hinter dem Polizei- Kordon 3-4000 Republikaner und Nationalisten eingefunden, welche die Internationale sangen und Schmährufe auf die Klerikalen ausstießen. Nachdem die Polizei zurückgezogen war begab sich eine große Anzahl Republikaner und Sozialisten vor das eine große Anzahl Republikaner und Sozialisten vor das Voltshaus, warf die Fenster ein und riß die Thüren aus den Angeln. Bei dem Handgemenge wurde ein Polizist verwundet. Paris, 4. August. Heute fand hier wie an jedem 3. August ein Manifest der Sozialisten und Freidenker vor der Statue Etienne Dolet auf dem Platz Maubert statt. Die Manifestation gewann diesmal eine bestatt. Die Manifestation gewann diesmal eine besondere Bedeutung durch den Kampf um die Schulschließung. Die Sozialisten und Radikalen hatten ihre Vereine und Gruppen aufgefordert, sich zahlreich einzu finden. Wie in früheren Jahren hatte der Polizeipräfeft die Entfaltung roter Fahneu verboten. Etwa 3000 in aller unerfahrenheit gerade das thun und sagen, was nur die gewiegtefte Sofette gethan und gesagt hätte? Er fragte sich das nicht; er dachte gar nicht über sich und fie nach in dem fiebernden Entzücken an ihr. Seine sonstige Bes Sonnenheit und flare Ruhe hatten ihn vollständig verlassen. Bum Glück dachte sie nicht im Traum an die Macht, die sie in dieser Stunde über ihn hatte, sonst würde ihr vielleicht der Wunsch erfüllt worden sein in Klaino zu bleiben. Ihre himmlische Freude an seinem Entzücken blieb völlig harmlos, es machte ihr einfach Vergnügen ihn in sich immer mehr verliebt zu machen; das war doch eine kleine Berstreuung und es reizte sie auch Graf Joseph fühlen zu lassen, daß sie, falls nicht von ihm, so doch von Burkard bewundert wurde. Und wenn sie ihn auch bisher mit ziemlich fritischen Blicken be trachtet und ihn nicht genug elegant gefunden hatte, so stieg er doch plöglich sehr an Wert in ihrer Meinung, weil er sie bewunderte. Der Tag verging dem kleinen Kreise in der angenehmsten Weise. So einsam und verlassen das Schloß auch jahrelang Dagestanden, die Verwaltung war eine ausgezeichnete gewesen und wenn die Dienerschaft auch auf das kleinste Maß beschränkt worden, die wenigen Personen genügten vollkommen für die Verpflegung und Bedienung der Gäste. Je weiter aber dieser Abend vorschritt, die beiden älteren Damen fonnten sich nicht genug thun in Jugenderinnerungen! um so ernster wurde die Stimmung, um so peinlicher das fich mehr oder weniger allen auf das Herz legende trübselige Gefühl, daß sie in dem eigenen Erbe rechtlose Fremdlinge waren und samt und sonders in eine dunkle ungewisse Zukunft blickten. Und das lediglich durch die Schuld dessen, der wie ein liebevoller Vater fie alle hätte versorgen fönnen, wenn er gewollt. Selbst die sanfte Frau von Frohberg dachte heute mit einer gewissen Bitterfeit an das kleine schmucklose Gütchen, ihre Heimat, und begriff plötzlich nicht mehr, wie sie lebenslang dort in den engen Verhältnissen hatte eriſtieren fönnen, ohne Neid und Groll Als ob eine unerklärliche geheimnisvolle Macht die Stims mung beeinflußte, so still und verärgert schaute auch Joseph Ebern darein; abwechselnd sich innerlich vor sich selbst rechtfertigend, wegen seiner Schuld, oder aber in die Selbstvorwürfe versinkend, die ihn so namenlos quälten. Nur Burkard blieb völlig frei von all diesen Erwägungen. Er wußte ja, daß Maria nie die Seine werden konnte, aber er bildete sich thöricht genug ein, daß seine Liebe eine völlig selbstlose sei und bleiben werde und so horchte er auf die Baubers flänge in seinem Herzen, die den Namen Maria sangen und ihn mehr und mehr bethörten, ohne daß er es ahnte. and dareak rolled pulis jurando aldie sie Dinno Personen hatten sich Mittags eingefunden. Sie trugen rote Blumen als Abzeichen im Knopfloch und begaben sich unter den Rufen:„ Nieder die Pfaffen, es lebe die Republik" zum Platz Maubert. Dort defilirten bereits zahlreiche Deputationen an der Statue vorüber und legten Stränze mit antiflerifalen Aufschriften nieder. Die Polizei, sowie eine Schwadron und ein Bataillon der republikanischen Garde sorgten für die Aufrechterhaltung der Ordnung. König Eduard wird im Laufe dieses Monats in Bordighera zum Sommer- Aufenthalt eintreffen. Unruhen hat die Staats- Regierung verschärfte Maßregeln Petersburg, 3. Aug. Mit Rücksicht auf die Bauernzur Erhaltung der Ruhe und Ordnung getroffen. Der Bar ordnete an, daß die ihm Jahre 1881 gegen die nihilistische Bewegung getroffenen Maßregel bis zum 14. Sept. 1908 wieder in Kraft treten und auf eine große Anzahl Städte und Bezirke ausgedehnt werden. " Die Krankheit des Präsidenten Steijn's. Steijn wurde Samstag früh an Bord des Dampfers Carisbrook Castle" von Fischer, Wessels und anderen Freunden aufgesucht; sie fanden Steijn in seiner auf dem oberen Deck sich befindenden Kabine, auf einem Bett liegend. Er schien frank und abgemattet und trug eine blaue Schutzbrille. Steijn ließ durch Fischer sagen, er sei nicht wohl genug, einen Vertreter der Presse zu sehen und der Arzt habe ihm verboten, mehr, als absolut nötig, zu sprechen, doch wolle er wissen lassen, daß er für die Güte, die ihm an Bord zuteil geworden, sehr dankbar sei, und er fügte hinzu, er fühle sich infolge der Reise soviel besser. Frau Steijn bemerkte noch, das Befinden ihres Gatten habe sich in jeder Weise gebessert, aber er sei noch außer Stande, sich zu erheben, da er an Armen und Beinen gelähmt sei. Dr. Pouthma vom holländischen Ambulanzkorps, der Steijn behandelt, sagte, Steijn leide an nervöser Erschöpfung. Seine Krankheit sei schwer zu verstehen und er habe nie einen derartigen Fall gesehen. Giessener Cagesneuigkeiten. Audienzen. Der Großherzog empfing am 2. Auguft die Oberleutnants Stieler vom InfanterieRegiment Nr. 88, Vollmer vom Feld- Artillerie- Regiment Nr. 21, Engelien vom Eisenbahn- Regiment Nr. 1 und Garcke vom Feld- Artillerie- Regiment Nr. 52, sowie die Leutnants v. Mikusch- Buchberg vom Füsilier- Regiment Nr. 73 und v. Derzen vom Infanterie- Regiment Nr. 24, sämtlich kommandiert von der Kriegsakademie zur Dienstleistung beim 2. Großh. Dragrner- Regiment( Leib- Dra Sie saßen seit Wochen wieder in Krapolno; der Winter war mit aller Strenge eingezogen, Weihnachten vorüber und ein recht unfreundliches Wetter brachte statt der gehofften Eis- und Schlittenbahn immer nur Schnee und Regen zugleich. pod Und nun dies tödliche Einerlei ohne jede erfreuliche oder d anregende Abwechselung! dando? new dirt, ui noch bleat Selbst neue Anforderungen an die„ Familie" zu erfinnen, vermochte Frau von Wazlaw nicht mehr, nachdem Burkard durch die großmütige Anweisung einer sehr bedeutenden Summe alle ihre Wünsche befriedigt, sogar einen Haustehrer engagiert hatte, der die drei Kinder unterrichtete. Auch Maria verging geradezu vor Langeweile, da ihr der arme Herr Tholen mit der von ihr mutwillig geweckten anbetenden Verehrung doch in seiner beScheidenen Art längst lästig wurde. Sie hatte weder Sinn für feine begeisterten Liebesgedichte, deren Gegenstand sie selbst war, noch für seine idealen Güter des Lebens", die sie baren Unsinn nannte. Und Lischa war nicht einmal zu Haus, sondern mit der Mutter nach Graz gereift, wie alljährlich im Winter, wo väterliche Verwandte, in glänzenden Verhältnissen lebend, ihnen viel Angenehmes boten. Von Burkard ging für die beiden Damen auch nicht viel Unterhaltung aus; die große Verwaltung des gräflich Ebern'schen Vermögens nahm, mehr als er sich hatte träumen lassen, alle feine Leistungsfraft in Anspruch, und da er eines Tages, ſehr bald nach dem Aufenthalt in Klaino erfannt hatte, in welche hoffnungslose Leidenschaft er sich verstricte, so gab ihm die Arbeit den Vorwand, Maria zu meiden, wenn auch mit Schmerzen und großer Selbstüberwindung. Der einzige, der sich seiner energielofen Natur nach in diesem öden Einerlei zufrieden fühlte, war Graf Joseph. Er hatte die lezten Jahre in Wien sich von seinen Gläubigern gehegt gesehen, wie ein Wild von der Meute; aus einer fatalen Situation war er in die andere gekommen und immer tiefer in den Sumpf, in den ſein gänzlich unbeſchäftigtes und doch immer genußsüchtiges Leben ihn hineintrieb, bis er fattisch nicht mehr aus noch ein wußte. Jest that ihm dies Aus ruhen, dieser Frieden unbeschreiblich wohl. Er fand sich verpflegt wie ein Brinz, für alle ſeine Bedürfniſſe und Wünſche zeigte Better Burkard eine wahrhaft rührende Fürsorge, niemand forderte von ihm irgend welche ihm unsympathische Leistung, bonol Arbeit war feine Rede mehr, nachdem Burkard verschiedentliche Vorschläge gemacht, furz das Drohnenleben in Wien war ab gelöst worden von dem Drohnenleben in Strapolne und wenig Klavierspiel, eine abendliche Partie Beziques, oder die Erörterungen über Modefragen mit dem neuesten Wiener Modes journal, genügten Graf Joseph vollständig. dodall sid mu bil alth( Fortsetzung im 2. Blatt) stud cod bis& produseni 8001 do mi fi fu spune sid$ 10 billedsm sid Re. 177. Der Nuf erweckte Ryan. Oberheiftsche Familienzeitung. Ja, cilt schnell ins Stadtgebiet, nach dem Stadtgebiet, bört Schnell!" rief er mit schwächerer, aber beutlicher Betonung. richtete fich mit einem Ruck in eine figende Stellung auf. Er öffnete feine Augen und 3br!" Er zeigte durch den Negen auf die roten Dächer von Dabei bemerkte Did die Bode, die um Miles Melnierbridge. Finger gewickelt m schrecklich gearbeitet hatte, Seite 2. Die Natur behauptete endlich ihr Necht; Elisabeth Snan förverliche Schmerzen machten sich 311 gleicher Zeit fühlbar. einstehen. Dann überfam sie plöglich eine Schwäche, und für ihren Körper fonnte sie nicht war kurz vor dem Umjinfen. öffnete daffelbe ging weiter, bis sie zu einem und trat in Gaffe, welche zu einem Farnell, cifernen Ther fam. Sie war in eine enge, grüne führte, eingebogen; sie Sie Nr. 177. Kleines Feuilleton. Oberhessische Familienzeitung. Belte 3. Jahres 1809 feierte am 20. Juli in Meran seinen 102. Ge * Der letzte Beteran der Tyroler Freiheitstämpfer bes Högger Jaggeln, dies ist der Name des Mitgehalten, politischsten Sinne. * Der in diesen Tagen zu Graz abgehaltene sechste burtstag. Der Geist, der in Graz herrschte, als totgefagt zu werden. " was uns eint als deutsche Brüder" im idealsten, un- den alten Glauben wieder befestigt, daß Nichts gesunder ist. deutsche Bundesfängertag hat sich von Politik gut, nun Surfers to or einiger Beit tot troßdem wirkungsvoll zu betonen gewußt, gefagt und hat nun durch das Erleben dieses seltenen Tages Deutsch( Valuera) im Basfeierthal Der gebürtig und hat alio ichon mit alte Herr ist aus Vernün goner- Regiment) Nr. 24, die Leutnants Dehler, de Brünn Frankfurt, 4. Auguſt. Gestern war hier großes| gehörte bis zur Volkszählung vom 1. Dezember 1900 zu den und Spamer von der Reserve des 1. Großh. FeldArtillerie- Regiments Nr. 25( Großherzogliches ArtillerieKorps), den Oberleutnant Schüße vom Infanterie- Regiment Nr. 137, fommandiert zur Dienstleistung beim 2. Großh. Dragoner- Regiment( Leib- Dragoner- Regiment) Nr. 24, den Oberleutnant Frhrn. v. Massenbach vom 2. Großh. Dragoner- Regiment( Leib- Dragoner- Regiment) Nr. 24, fommandiert von der Kriegsakademie zur Dienst leistung beim 1. Großh. Infanterie-( Leibgarde-) Regiment Nr. 115, die Leutnants Frhr. v. Heyl zu Herrnsheim und Zeis von der Reserve des 2. Großh. Dragoner- Negiments( Leib- Dragoner- Regiments) Nr. 24, den KasernenInspektor Marfilsius, den Professor Dr. Heyl, Privatdozent an der Großh. Technischen Hochschule, den OberJehrer Loos von Lauterbach; zum Vortrag den Ordensfanzler v. Herff, den Geheimen Staatsrat Krug v. Nidda, den Geheim- Rat Emmerling, den Geheimen Kabinetsrat Römheld. Radrennen. Die Resultate sind folgende: 1. Eröffnungsfahren. 2000 mtr. 1. W. Kellner- Frankfurt 4 Min. 14/5 Set., 2. H. Struth- Mainz 4 Min. 2 Sek., 3. M. Schmidt- Ludwigshafen 4 Min. 2% Sef. 2. Erftfahren. 1000 Mtr. 1. H. Fischer- Frankfurt 1 Min. 52 Sef., 2. H. Belowsky- Frankfurt 1 Min. 522/5 Sef., 3. Kirchhöfer- Schierstein 1 Min. 523% Sef. 3. Meisterschaft von Hessen- Nassau. 2000 Mtr. 1. H. StruthMainz 4 Min. 30% Sef., 2. W. Kellner- Frankfurt 4 Min. 302/5 Sef., 3. F. Simon- Frenkfurt 4 Min. 30% Sef. 4. 50- Kilometer- Fahren. 1. Geyer- Breslau 56 Min. 55 Sef., 2. G. Drescher- Mainz, 3. W. SimonFrankfurt. 5. Tandemfahren mit Vorgabe. 2000 Mtr. 1. Gräf- Frankfurt- W. Kelner, 2 M. Schmidt- Ludwigshafen- G. Drescher- Mainz, 3. K. Simon- Frankfurt- F. Simon- Frankfurt. ** Der 1. Gießener Stemm- und RingClub hält sein diesjähriges Sommerfest nächsten Sonntag auf der Liebigshöhe ab. Der Verein, welcher feine Unkosten scheuen wird, wird das Fest zu einem recht schönen gestalten. Aus dem reichhaltigen Programm ist besonders der Ringkampf zwischen dem Meistersieger und Stemmer Herrn Joseph Stein und einem Herrn aus Hannover hervorzuheben. Ferner wird Herr Dietz aus Heilbronn, welcher ein guter Zahnathlet ist, seine Rünfte zeigen. Für gute Unterhaltung der Kinder ist bestens gesorgt, sodaß Familien diese Gelegenheit zu einem Ausflug nach der Liebigshöhe benuzen können. ** Der 43. Verbandstag der deutschen Erwerbs und Wirtschaftsgenossenschaften findet vom 30. August bis 6. September in Kreuznach statt. " Frankfurt a. M., 3. Aug. An der Ecke der Haidestraße und Bergerstraße wurde ein 67 jähriger Mann von einem Möbelwagen überfahren. Das Rad ging dem Manne über die Brust. Die Verießungen sind tötlich. bielen Städten des Deutschen Reiches, in welchem die weibliche Bewohnerzahl überwiegt. Die Volkszählung vom 1. Dez. 1885 ergab bei 51,323 Einwohnern 24,947= 48,6 Prozent männlichen und 26,376= 51,4 Brozent weiblichen Geschlechts. Seitdem hat sich das Verhältnis stetig zu Gunsten der Zunahme der männlichen Bevölkerung verändert, was bei der letzten Volkszählung, am 1. Dez. 1900, dadurch zu Tage getreten ist, daß die Bevölkerung an diesem Tage nach dem Geschlecht eine nahezu ganz gleiche war, nämlich von 72,381 Einwohnern 36,189 männliche und 36,192 weibliche, so daß letztere nur noch um 3 Köpfe überwogen. Der Grund für diese Verschiebung ist hauptsächlich in der Zunahme der Hochschule, wie der Garnison zu suchen. Während Letztere z. B. im Jahre 1885 nur 3520 Mann betrug, waren es am 1. Dez. 1900 bereits 4874. - - Battenberg, 3. Aug. Für die durch das Unwetter am 25. Juli geschädigten Landwirte soll demnächst eine Sammlung veranstaltet werden. Der angerichtete Schaden übertrifft bei weitem die ersten Angaben darüber. Der Anblick des gesamten Feldes von Haßfeld über Reddighausen, Battenfeld bis Allendorf ist schrecklich. Halmfrüchte, Kartoffeln, Gemüse, kurzum alles, was im Felde stand, ist dem vernichtenden Hagel zum Opfer gefallen. Ebenso sind die Wälder stark mitgenommen und streckenweise vom dünsten Reis bis zum stärksten Baum entblößt. * In Laubenheim a. d. N. ist abermals ein RebIlausherd entdeckt worden. Edneider, hat, hat es atlantijdjen Rüfte zu Jahren fte und feitder gebracht. Swed her ridfehren er Ende welches führt, ha Brette bon Maft in H bon 11 Fu eingerichtet, Raum hat eingerichtet ihm zugle Gewicht Pr für die Zeit Fahrt zu Hohe Obstpreise. Während man im vorigen Jahre in Rheinhessen den Centner Aepfel schon für 3 Mt. kaufte, fostet in diesem Jahre, wenn man überhaupt welche bekommt, der Centner 15 Mf, Frühbiren kommen auf 12, Pfirsich auf 40 Mt. der Centner. Frankfurt, 2. Aug. Kürzlich fand hier ein sozialdemokratisches Turnfest statt, worüber das Organ der deutschen Turnerschaft, die„ Deutsche Turnzeitung, in Nr. 30 schreibt:" Am 13. Juli feierte der Kreis Hessen und Hessen- Nassau des ArbeiterTurnbundes( 20 Vereine) in Frankfurt in der staubreichen landw. Halle sein Streisturnfest, grundsachgemäß ohne Wettturnen. Aufgestellt waren 6 Recke, 6 Barren, 6 Pferde, 2 Böcke und 2 Sprunggeräte. Freiübungen machten 260 weißgekleidete Turner mit roten Schärpen, abgesehen von den Kreuzzügen, ganz gut, sie waren einfacher Art, aber geschickt zusammengestellt. In Riegen turnten etwa 100 Mann, zum Teil recht gut; den Schluß bildete ein Barrenlaufspiel der Offenbacher. Ganz traurig aber war der Fest zug, Radfahrer und Festjungfrauen fehlten nicht, auch nicht socialdemokratische Singvereine und Gewerkschaften. Aber fast alle im Zug rauchten, Frauen, Mädchen, sogar Kinder waren - wohl infolge der allgemeinen Gleichberechtigung mit im Zuge, aufgespannte Sonnenschirme, Spazier stöcke vollendeten bei Mangel alles strammen Marschirens den ganz unturnerischen Eindruck. Es marschirten Vereine mit 6 bis 8 Turnern und 20 anderen Personen beiderlei Geschlechts. Am stärksten war der Frankfurter Arbeiterturnverein( 30) und freie Turnerschaft Offenbach( 25) vertreten. Wie man hört, turnen nur wenige der Vereine regelmäßig, das Turnen steht ja auch hinter dem Parteizweck; einzelne Vereine, die früher zur Deutschen Turnerschaft gehörten, wie zum Beispiel die beiden Vereine in Dreieichenhain, sind seit dem Beitritt zum Arbeiterturnerbund ganz zurückgekommen. Das traurige Bild solcher Festzüge ist übrigens fast bei allen Festen der freien Turnerschaft zu sehen, bielleicht soll dadurch das festfröhliche Proletariat in seiner Not markirt werden oder ein grundsäglicher Gegensatz zur stramm marschierenden Deutschen Turnerschaft. ** Der gestrige Sonntag wurde, trotz des starken Regens, welcher in früher Morgenstunde sich eingestellt hatte, von vielen Bürgern zu Ausflügen benutzt. Nach allen Richtungen zogen sie aus. Aber auch Massenausflüge konnte man beobachten. Der Gesangverein Sängertranz hatte sich's auf dem Schiffenberg bequem gemacht; manches Liedchen wurde dabei in harmonischer Weise bei aller Gemütlichkeit gesungen.- Die Contentia" war mit ihren Familienangehörigen nach dem Windhof" gezogen; die verlebten Stunden waren auch dieses Mal für die Teilnehmer angenehm, nur hätte man gern „ mehr Musik" gehört. Auf Oswald's Garten zog Bläser's Biograph so manchen herbei, dem der Sinn per Eisenbahn, Rad oder auf Schusters Rappen hinaus zueilen in Gottes freie Natur nicht zusagte. Am Abend beson ders war der Zudrang ein starker, so daß Herr Bläser wohl sagen fann: Ende gut, Alles gut. Für Abwechselung ist aber auch gleich wieder gesorgt; der Biograph verschwindet und auf der Bildfläche wird, wie wir hören, morgen schon wieder ein Cirkus erscheinen, also der Mensch und- das Portemonnaie kommt nicht zur Ruhe. ** Besizwechsel. Herr Fr. Jordan hat sein Ludwigstraße 6 gelegenes Haus, in welchem sich das Restaurant Tivoli" befindet, zum Preise von 65 000 Mark an Herrn Bürger, früher im Restaurant„ Zum Taunus" berkauft. ** Große Schlägereien gab es gestern Abend auf Oswald's Garten zwischen zwei jüngeren Burschen. Sie wurden protokolliert. Der eine bediente sich dem Schußmann gegenüber noch der Aufforderung, er möge ihn doch verhaften, da er Gießener Bürgerssohn sei. Aus Heffen und Nachbargebieten. Großen- Linden. Dem Förster Johannes Menges ist aus Anlaß seiner Verseßung in den Ruh stand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen worden. ** Lich, 4. Aug. Gestern fand unter reger Teilnahme das hiesige Scheibenschießen statt. Der Kampf um den besten Schuß war fein leichter, da mehrere Schüßen, welche schon in früheren Jahren die Würde davon getragen, sich gegenüberstanden. Cronberg, 3. Aug. Die Einweihung des Kaiser- Friedrich- Dentmals dahier, findet nach hier eingegangener, höherer Weisung nicht am 21., sondern am 20. August statt. Kreuznach, 3. August. Am Gerberteiche wurde die Leiche eines 12jährigen Knaben gefunden, der seinem Leben durch Erhängen eine Ende gemacht hatte. Aus der Pfalz. Ein die schlechten Aussichten für den Obst herbst charakterisierendes Ergebnis lieferte die Versteigerung des Erträgnisses der städtischen Obstbäume in Frankenthal. Für das Erträgnis von 3740 Obstbäumen wurde der Zuschlag einem Scherzgebot von 11 Mk. erteilt. Das in Neustadt a. d. H. abgehaltene Mittelrheinische Verbandsschießen hat mit einem Defizit abgeschlossen. Die Garantiezeichner werden jedoch nicht höher als mit 5 Prozent herangezogen werden. b in einer g Apparaten Quadranten in der Nad um der Ge Wenn das * Lem ung zu wei Blättermeld Abgeordnete gramm gert biet Beamte und diefelber Venedi Glodenturm graphiert,& vollkommen Aus Hessen- Nassan. Unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten Graf von Zedlitz wurde dieser Tage im Römer eine Konferenz von höheren Verwaltungsbeamten der Provinz Hessen- Nassau abgehalten, in der die Grundsätze für die Verwendung der neuen Provinzialdotationen festgesetzt wurden. An der Versammlung beteiligten sich auch die Regierungspräsidenten und Landeshauptmänner aus staffel und Wiesbaden, ferner zwei Landräte aus jedem Regierungsbezirk. § Frankfurter Oper. An Novitäten hat die Intendanz vorläufig folgende Werke für die kommende Spielzeit in Aussicht genommen:" Samson und Dalila" von C. SaintSens,„ Die Zwillinge" von Karl Weis( Uraufführung), die von Otto Julius Bierbaum und Wilh. Kleefeld herrührende textliche und musikalische Neubearbeitung von Donizettis Don Pasquale"( Urauffüh: ung)," Eugen Onegin" von P. Tschaikowsky, Fausts Verdammnis" von H. Berlioz( in szenischer Bearbeitung), Le Jongleur de Notre- Dame" von J. Massenet. An älteren Opern sollen in neuer Inscenierung und Einstudierung dem Spielplan einverleibt werden. Wagners Rienzi", Meyerbeers Prophet" und " Dinorah", Mozarts Don Juan"( in eigener neuer Einrichtung), Glucks, Iphigenie in Aulis", Webers ,, Euryanthe", Mehuls Josef in Aegypten", Verdis„ Othello", sowie einige Werke Aubers. Auf dem Gebiete der Operette werden Werke von Offenbach( zunächst„ Die Großherzogin von Gerolstein"), Johann Strauß u. a. wieder aufgenommen. Während der gegenwärtigen Fremdensaison sollen, abgesehen von Wagners Ring des Nibelungen, Tristan und Isolde", Meistersinger" etc., die interessantesten Neuheiten und Neustudierungen des vergangenen Spieljahres, wie„ Der polnische Jude"," Feuersnot"," Louise"," Hoffmanns Erzählungen" u. s. w. zur Wiederholung gelangen. Marr, 1. Auguft. Wegen verschiedener Diebstähle hat sich die 16 Jahre alte Margaretha Schack au von hier vor der Ferienstrafkammer zu Darmstadt zu verantworten, welche bei ihrer Entlassung aus der Besserungs- Erziehungsanstalt Ohlystift bei Gräfenhausen ein Kleid und verschiedene Schürzen und bei einem späteren Besuch einen Unterrock entwendete, welche anderen Zöglingen gehörten. Sie hat ferner bald darauf im Schwesternhaus zu Gießen einem anderen Mädchen ihren Geldbeutel mit Mf. 5,05 gestohlen und außerdem wieder eine Schürze und ein Stück Seife an sich genommen. Sie wird zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis verurteilt. Stumpertenrod, 4. Auguft. Der Großherzog hat dem hiesigen Pfarrer Friedrich Landmann die evangelische Pfarrstelle zu Ensheim in Rheinhessen übertragen. " " " " Vermischtes. Berlin, 4. Aug. Gestern wurde auf der Oberspree ein Ruderboot von einem Dampfer überrannt. Von den beiden Bootsinsassen, ein Herr und eine Dame, ist die letztere * Berlin, 4. Aug. Gestern abend wurde hier im Hotel " Imperial" der Verbandstag der Handelsgärtner Deutschlands eröffnet. Braunschweig. In Süpplingenburg sind nahezu 50 Personen nach dem Genuß von Windbeuteln mit Schlagsahne unter Vergiftungs- Erscheinungen erkrankt. * Zittau, 4. Aug. Bei dem Radrennen stürzte gestern wie das„ Berl. Tagebl." meldet, der Rennfahrer Behr aus Ausig so unglücklich, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. riffe fich zeige beobachtet wur und fleineren donnerähnlich herricht große * Ueber einen Opferungsversuch wird der„ Elbinger Zeitung" von Wrenke berichtet: In einem Nachbardorf hatte der Lehrer in der Schule seinen Kleinen zum ersten Male die biblische Geschichte von Isaats Opferung erzählt und ihnen geschildert, wie Abraham aus Steinen den Altar aufbaute, wie er Holz darauf legte, es anzündete und schließlich zur Opferung schritt. Mit gespannter Aufmerksamkeit hatten die Kleinen zugehört. Bereits am nachmittag zeigte Gedenktafel für Jahn. Der Gauausschuß der Frankfurter es sich, daß der Inhalt der Geschichte wohl begriffen und Turnerschaft hat in seiner jüngsten Sigung beschlossen, behalten worden war, daß aber eine Szene daraus, in einer die Gedenktafel in der Paulskirche für Jahn an Weise verwertet werden sollte, wie es sich der Lehrer wohl dessen fünfzigstem Todestag, am 15. Oktober, anzu- nicht hätte träumen lassen. Einer der sechsjährigen Knaben bringen. Zu der damit verbundenen Feier sollen sämt- rief mehrere Altersgenossen zu sich. Nach einiger Beratung liche Gaue des Mittelrheinkreises eingeladen werden. und Besichtigung der Dertlichkeit wurde aus Ziegelsteinen, Heusenstamm, 1. Aug. Im Auftrage des München- Holz und anderem Material ein regelrechter Altar Aachener Feuerversicherungsgesellschaft weilte am Freitag Herr Professor Solensberger aus München hier, um die Decken- Gemälde in der hiesigen, vom Blitz zer störten Kirche zu untersuchen und die Höhe des angerichteten Schadens annähernd zu bestimmen. Auch ein Beamter der Landesbrandkasse zu Darmstadt traf zu gleichem Zwecke ein. Die Beschädigungen der herrlichen Gemälde erweisen sich leider als weit schlimmer, als anfangs angenommen wurde. Herr Professor Kolensberger ist der Ansicht, daß nach dem Abreiben mit Brotfrume eine Bearbeitung mit Bernsteinfirniß stellen weise genügen fönne, an anderen Stellen jedoch eine gründliche und sorgfältige Ergänzung der stärker beschädigten Gemälde notwendig set. Ferner traf Graf bon Schönborn ein und ließ die Ahnengruft öffnen, in der 9 Mitglieder der gräflichen Familie ruhen. Die Gruft zeigte feinerlei Beschädigung. Lehrbach. Dem hiesigen Pfarrverwalter Wilhelm Wolf ist die evangelische Pfarrstelle jest definitiv übertragen worden. Der Patron Freiherr v. Günderode hat auf Präsentation berzichtet. Aus dem Goldnen Grunde, 3. Aug. Endlich Regen! Bereits machte sich Futtermangel bemerkbar. Gras und Klee famen nicht vorwärts. In sandigem Boden begannen die Rartoffeln bereits gelb zu werden und abzusterben. Gemüse, Didwurz usw. stehen ebenfalls schlecht. Frankfurt. Der Gauausschuß der Frankfurter Turnerschaft hat in seiner jüngsten Sigung beschlossen, sich um die Uebernahme des voraussichtlich 1907 abzuhalten den deutschen Turnfestes zu bewerben. Das nächste deutsche Turnfest ist im Jahre 1903 in Nürnberg. Vielleicht haben die Turner mehr Glück als die Sänger. Sprendlingen bei Langen. Ein hier bebienstet gewesener Knecht hat einem einquartierten Soldaten die Uniform entwendet, sich in dieselbe gesteckt und das Weite gesucht, während der Soldat in seinem Drilch- Anzug am nächsten Morgen die Weiterreise mit seinem Truppenteile mitmachen mußte. Die weibliche Einwohnerzahl Darmstadts. Darmstadt errichtet, so wie man es in der Schule gehört hatte. Auf dies n wurde eine ausreichende Menge Reisig gelegt und solches noch ringsherum aufgestapelt. 8um Opferlamm war das 12jährige Schwesterchen eines der Knab n ausersehen worden. Das Kind wurde, nachdem alle Vorbereitungen wohl gerufen waren, auf das Reisig gelegt, festgebunden, und nun der Stoß unten angezündet. Hinter einer Scheune warteten die Knaben nun ab, ob der Erfolg der mühevollen Arbeit entsprechen würde. Doch auch hier schien, wie in der Geschichte, eine höhere Macht die schüßende Hand über dem Opferlamm" zu halten. Das sind fing an zu schreien und zu strampeln, der Stoß geriet ins Wanken und stürzte zusammen, wobei das Kind unversehrt zur Erde glitt. Durch das Geschrei aufmerkjam gemacht, eilten einige Nachbarfrauen herbei und retteten das kleine Mädchen vom Feuertod. * Bäderfrequenz. Reichenhall 8634( und 7840 Passanten), Nauheim 16 306, Streuznach 6820, Bad Orb 3790, Sylt 7635, Ems 6745( und 5896 Passanten), Kissingen 16 260, Brückenau 1650, Wildbad 8000, Soden ( Taunus) 2301, Neuenahr 9012, Salzschlirf 2246.- Verwegene Seereise. Aus einem Privatbriefe entnimmt die ,, Breslauer Morgen- Zeitung" folgende Mitteilung: Ein deutscher Auswanderer mit Namen William wiffen die S fchuldig find den Booten fleinen Kirche fich ftetig Schiff der Ki unier Bild es Das Schiff umz Burden am G fidh bon oben Sonntags bon weißen oder Schwarzen Flüg oder nach Sa leifen Flüfterg bewegen. Während lebert Gerricht, und Burschen Den Gasthäuser in behaglichem Erlen an den Eleinen, bis ge Pafen hat. S Dezember 1900 zu den , in welchem die weib Die Bolkszählung vom wohnern 24,947= 48,6 51,4 Brozent weiblichen Verhältnis stetig zu 1 Bevölkerung verändert, am 1. Dez. 1900, baBevölkerung an diesem " zu ganz gleiche war, 36,189 männliche und noch um 3 Köpfe überbung ist hauptsächlich er Garnison zu suchen. 85 nur 3520 Mann reits 4874. urch das Unwetter e foll demnächst eine en. Der angerichte rften Angaben darüber. Haßfeld über Reddig redlich. Halmfrüchte, as im Felde stand, ist gefallen. Ebenso find nd streckenweise vom 1 entblößt. abermals ein Reb= 1 im vorigen Jahre in n für 3 Rt. faufte, haupt welche bekommt, en auf 12, Pfirsich auf Sung des Kaiser- Fried eingegangener, höherer 20. Auguft ftatt. Serteiche wurde die Leiche Der seinem Leben durch chten Aussichten für Ergebnis lieferte er städtischen ObstErträgnis bon 3740 em Scherzgebot von a. d. H. abgehaltene schießen hat mit ie Garantiezeichner 5 Prozent herange m Vorsiz des Ober urde dieser Tage im Verwaltungsbeamten gehalten, in der die EL neuen Provinzialder Versammlung ngspräsidenten und Wiesbaden, ferner gsbezirk. S. rde auf der Oberspree überrannt. Von den Dame, ist die letztere wurde hier im Hotel delsgärtner Deutschburg find nahezu 50 euteln mit Schlagsahne ft. Drennen stürzte gestern Rennfahrer Behr aus Muffommen gezweifelt Schneider, der seinen Wohnsiz in Boston aufgeschlagen hat, hat es unternommen, mit einem Segelboot den atlantischen Ozean zu durchkreuzen, um die englische Küste zu erreichen. Schneider, der im Alter von 26 Jahren steht, hat Breslau vor fünf Jahren verlassen und seitdem den größten Teil der Zeit auf See zugebracht. Nunmehr will er auf dem eigens für den Zwed hergerichteten Segelboot nach dem Kontinent zu rückkehren und seine Heimatstadt wieder aufsuchen, wo er Ende September einzutreffen gedenkt. Das Boot, welches den Namen„ Lone Star"( Einsamer Stern) führt, hat eine Länge von 13 Fuß und 2 30ll, eine Breite von 4 Fuß und 3 Zoll. Es hat einen einzigen Mast in Höhe von ungefähr 13 Fuß mit einer Raae von 11 Fuß. Am Steuerbord sind zwei Abteilungen eingerichtet, von denen die eine verschließbar ist. Diesen Raum hat er als Aufbewahrungsort für die Nahrung eingerichtet. Das Trinkwasser, das er mitführt, dient ihm zugleich als Ballast. Schneider hat 100 Pfund Gewicht Proviant und 15 Gallonen Wasser mitgenommen für die Zeit von zwei Monaten, innerhalb deren er diese Fahrt zu beenden gedenkt. Der Steuerapparat besteht in einer gewöhnlichen Ruderpinne. Von nautischen Apparaten hat Schneider einen Kompaß und einen Quadranten mitgenommen. Der junge Segler wird nur in der Nacht die Fahrt fortseßen und am Tage schlafen, um der Gefahr, überrannt zu werden, zu entgehen.... Wenn das nur gut abläuft. * * Marseille, 1. Aug. Die Direktion der hiesigen Schiff| fahrts- Gesellschaft berichtet, daß eine Epidemie von gelbem Fieber in Geand- Basam ausgebrochen ist. Zahlreiche Europäer verlassen die Gegend. Die Zahl der Eingeborenen, welche der Epidemie zum Opfer fallen, ist bedeutend. Athen, 1. August. Der Lokal- Anzeiger meldet aus Athen: Heute Nacht wurde ein Teil des neuen Marktes durch eine große Feuersbrunst eingeäschert. * Große Gewitter werden aus Frankreich gemeldet. In Dijon ging gestern Abend ein furchtbares Gewitter In Dijon ging gestern Abend ein furchtbares Gewitter nieder. Es fielen taubeneigroße Hagelschloßen. Dächer nieder. Es fielen taubeneigroße Hagelschloßen. Dächer wurden abgedeckt und Bäume entwurzelt. Der Bahnverkehr ist teilweise eingestellt. Auch an anderen Orten find ebenfalls schwere Gewitter niedergegangen. In Clermont wurde eine Frau durch Blitzschlag getödtet. In Tulle zündete der Blizz. 20 Häuser sind abgebrannt In Tulle zündete der Blitz. 20 Häuser sind abgebrannt und hundert Personen obdachlos. " Samstag, 9.: Hoffmann's Erzählungen". Sonntag, 10.:„ Die lustigen Weiber von Windsor". Beginn, wenn nicht anders vermerkt, um 7 Uhr. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr. 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern( Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: mädchen, 1 Lauffrau, 3 Dienstmädchen, 1 Waschfrau, 1 Maurer, 2 Taglöhner, 1 landw. Arbeiter, 1 Lauf1 Buzzfrau. Lehrlinge: 1 Schlosser. Nachfrage der Arbeitgeber: 5 Schreiner, 1 landw. Arbeiter, 4 Dienstmädchen, 1 Lehrlinge: 1 Schneider, 1 Schuhmacher. Gestorbene. * Die Königin- Mutter von Spanien auf dem Eiffelturm. Bei ihrem gegenwärtigen Aufenthalt in Paris, besuchte Königin Maria Christine auch den Eiffelturm, welcher dem Königlichen Gaste zu Ehren die spanische Laufmädchen, 2 Lauffrauen. Flagge trug. Oben im Laternenzimmer fragte die tönigin den Erbauer des Thurmes, Herrn Eiffel, we jener professionelle Caricaturist sei, welcher wie sie gelesen habe, jedem Besucher auf Verlangen sofort sein Zerrbild liefere. Eiffel antwortete:„ Der Mann mußte sein Geschäft aufgeben. Er wurde das Opfer menschlicher Gitelkeit. Man fand ihn allzu boshoft," Darauf sagte die Königin: Wie schade! Mein Sohn liebt dergleichen so sehr, ich wollte ihm eine Postkarte mit meiner Caricatur schicken". Eiffel bemerkte:" Majestät, fie wäre unterwegs beschlagnahmt worden! dachte ich nicht", entgegnete die Königin. Lemberg, 1. Aug. Da Agitatoren die Landbevölkerang zu weiteren Gewaltthätigkeiten aufreizen, so haben nach Blättermeldungen die ruthenischen Reichsrats- und Landtags= Abgeordneten an den Ministerpräsidenten Körber ein Telegramm gerichtet, in welchem gebeten wird, in das Streifgebiet Beamte nicht- polnischer Nationalität zu entsenden und dieselben mit außerordentlichen Vollmachten auszustatten. Venedig, 1. August. Zur Schadhaftigkeit des Glockenturmes der Kirche von San Stefano wird telegraphiert, daß am Turme selbst, dessen Fundament bollkommen unversehrt geblieben ist, dieselben Mauercisse sich zeigen, wie sie om Campanile von San Marco beobachtet wurden. Das Mauerwerk löst sich in größeren und kleineren Trümmern vom Bau ab und stürzt unter donnerähnlichen Strachen in die Tiefe. In der Stadt Freitag, 8. herrscht große Beunruhigung. wird der Elbinger Bei nem Nachbardorf hatte nen zum ersten Male Opferung erzählt us Steinen den Altar anzündete und schließannter Aufmerksamkeit ▪am nachmittag zeigte gte wohl begriffen und Szene daraus, in einer es sich der Lehrer wohl er fechsjährigen Knaben Nach einiger Beratung ourde aus Ziegelsteinen regelrechter Altar hule gehört hatte. Auf Cenge Reifig gelegt un Bum Opferlamm war 7 eines der Anab n Qu de, nachdem alle Bor auf das Reifig gelegt Bunten angezündet Anaben nun ab, ob der cechen würde. Doch aud eine höhere Macht di amm" zu halten. Da rampeln, der Stoß gerid wobei das Kind un das Gefchrei aufmertiam herbei und retteten da 8634( und 7840 znad 6820, Bad Ob and 5896 Baffanten) Wildbad 8000, Soden Salzflirf 2246 em Privatbriefe ent eitung" folgende Mit r mit Namen William Frankfurter Opernhaus. „ Daran Montag, 4. August:„ Hoffmann's Erzählungen". „ Aïda“. Dienstag, 5. Mittwoch, 6. Donnerstag, 7. :„ Die Walküre". Abends 62 Uhr. " Die Regimentstochter". Hierauf: " " " :„ Tanzbilder". Ballett- Divertisse= ment. " Die schöne Helena". Abends 28 Uhr. Ein Sonntag im Spreewald. Bilder aus dem Spreewald: Sonntags beim Tanz. wissen die Spreewälderinnen, was sie ihrer Reputation| schuldig sind, sie entsteigen bestrumpft und beschuht den Booten und schreiten zierlichen Schrittes der kleinen Kirche zu, die kaum mehr genügend Raum für ihre sich stetig mehrenden Pfarrkinder bietet. Unten im Schiff der Kirche fizzen die Frauen und Mädchen, wie unser Bild es zeigt, und auf den in zwei Stockwerken das Schiff umziehenden Galerien nehmen die Männer und Burschen am Gottesdienste teil. Ganz eigenartig nimmt sich von oben das Gestühl der Kirche aus, wenn es Sonntags von den Spreewälderinnen mit ihren breiten, weißen oder hellgeblümten und dann wieder auch schwarzen Flügelhauben besetzt ist und sich vor Beginn oder nach Schluß der Andacht alle die Hauben im leisen Flüstergespräch von Nachbarin zu Nachbarin bewegen. Während auf dem Kirchplaze noch ein kleines Marktleben herrscht, die Bäuerinnen Einkäufe besorgen, Mädchen und Burschen scherzen und die Männer den Frühtrunk in den Gasthäusern suchen, eilen wir zum bestellten Boote, und im behaglichem Tempo gleitet das Fahrzeug im Schatten der Erlen an den Bauernhöfen vorbei, deren jeder mit einem fleinen, bis gegen die Scheune geführten Kanal seinen eigenen Hafen hat. Man fährt auf dem Schiffe lustiger, ais man Am 2. August: Karl Koroll, 57 Jahre alt, Lehrer i. P. dahier. Am 3. August: Johanna Schmidt, geb. Rolfs, 92 Jahre alt, Rentnerin dahier. " Der heutigen Auflage liegt ein Prospekt des bekannten Spezialisten Theod. Konetzky in Stein( Aargau, Schweiz) bei." Ein wirklich guter Kaffee: Zusatz ist Pfeiffer& Diller's Kaffee- Essenz Niemals trinkt man sich diese zuwider; dabei genügt eine Messerspize voll f. 6-8 TassenWut kräftigt selbst die dünnste Suppe bei 1Pfg. Kosten. F.Kaskeline auf der Dorfstraße wandert. Kinder spielen am Ufer, und die Mädchen werfen Blumen in das Boot und lachen uns freudig zu, wenn als Dank der Groschen ans Land fliegt. So huscht manches Boot und manches Bild vorbei. Es rauscht und klingt, jubelt und singt im ganzen Walde. Eine Waldschenke ladet zur Unterbrechung der Fahrt, und bei Kaffee oder Bier fordert die unabweisliche Ansichtspostkarte ihren Tribut. Für den Empfindsamen ist's hier erquicklich Auch im Spreewald wird am Sonntag flott und lebhaft ge= tanzt. Aber von den städtischen Besuchern nehmen nur wenige am Tanze teil. Um so hübscher gestaltet sich das Bild, wenn die Spreewälder- Mädchen mit den strammen Burschen sich im Walzer drehen. Hier prunkt die Tracht der Mädchen in ihren hübschesten Farben und Formen mit den breiten Hauben, den furzärmeligen Hemden, dem schwarzen Sammetmieder, über das die geblümten, seidenen Bruſttücher geschlungen sind, den furzen faltenreichen Röcken, den seidenen Schürzen, von denen lange, breite Bänder flattern, und den niedlichen, nur zum Sonntag getragenen Schuhen. Die meiſt glatrasitten Burschen halten es bequemer in der Toilette sie tanzen in Hemdärmeln, nehmen sich aber mit ihren ſoliden schwarzen Westen und Beinkleidern recht gut aus. - Das Hübscheste an der Mädchentracht sind die Mädchen selbst: meist überaus zierliche Figuren, die Nach den vielen Regentagen, die die Sommerfreuden im Juli verdarben, ist es jetzt gute Zeit für eine Fahrt durch den Spreewald. Die kleinen Wasserläufe, mit denen die Spree mannigfache Inseln und Inselchen, die Kaupen, umspült und den mächtigen Wald durchzieht, haben nun reichliches Wasser, um die Boote zutragen. Auch haben Regen und Kälte den bösen Mücken den Garaus gemacht, die sonst in der heißen Jahreszeit das Vergnügen solcher Wasserfahrt allzuüppig mit ihren Stichen würzen. Im Spreewald sitzt es sich am Sommerabend so behaglich und geruhsam im Garten, wenn durch das Laub werk der Bäume die Sonne ihre goldig blizenden Strahlenbündel sendet und die Boote, mit dem Erntesegen beladen, geräuschlos über die Wasserstraße gleiten, von den übersonnten Feldern ein wendisches Liedchen flingt, wie es die Mädchen bei der Arbeit fingen, und die Lerche dazu aus der Höhe die trillernde Begleitung jubiliert, bis die grauen Schatten sich über die Landschaft breiten und die von ihren Ausflügen heimgekehrten Sommerfrischler sich an ihre Stammtische seßen und zum Abendbrot einander die Entdeckungen und Erfahrungen des nachmittags erzählen. Im Spreewald beginnt der Sonntag am frühen Morgen mit dem Kirchgang in Burg. Die alten Habitués der Spreewaldfreuden erzählen aus der guten, alten Zeit, die übri gens nur um einige Jahre der Gegenwart entrückt ist, gar pifante Geschichten von diesem Kirchgange und von den Mädchen und Frauen, die barfuß aus den Booten zum Kirchplaße und auf den die Kirche in Burg umgebenden Friedhof kommen, fich dort in aller Unschuld auf die Grabsteine setzten, um mit dem Anziehen der Strümpfe und Schuhe ihre Sonntagstoilette zu beenden. Die unschuldige Gepflogenheit nahm ihr Ende, seitdem fiemit neugierigemLächeln besehen und von borwitzigen Kodaks verbildlicht wurde. Heute braunen Arme und Hände wohlgeformt, zart im Knöchelgelenk, und die slavischen Gesichter mit den fräftigen Backenknochen rundlich, der Mund klein, hübsche Zähne und frohe, blizende Augen. Ueber dem Ganzen eine zarte Sittsamkeit im Betragen, die manchem„ Stadtfräulein" zu wünschen wäre. Es wird gut und mit Anmut getanzt, und solcher Sonntagstanz im Spreewald, wie unser Bild ihn zeigt, giebt auch dem verwöhnten Auge fünstlerischen Genuß. Es hat seine guten Gründe, daß in der Sommerszeit sich alljährlich eine ganze Kolonie von Malern im Spreewalde festsetzt und nicht bloß der so eigenartig schönen Landschaft ihre Bilder und Stimmungen ablauscht, sondern auch in dem schönen Schlag tüchtiger und arbeitsamer Menschen Modelle sucht unter Kindern, Mädchen, Burschen, auch unter den knorrigen Alten. Es liegt allerdings gar keine weltschmerzliche Düsterfeit in Landschaft und Menschen, nichts von der Problematik, die an Schoppenhauer, nichts von dem Gigantischen, das an Nitzsche gemahnt. Der Spreewald lacht den Künstlern, die selbst gern lachen, wie es Knaus und Defregger gehalten haben. Wenn der Spreewald jetzt noch nicht modern ist, so wird er's über kurz oder lang schon werden. Versteigerung. Dienstag den 5. Auguft d. J. nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 1. 3 vollständige gut erhaltene Betten, 1 desgl. Kinderbett, 6 Rohrstühle, 1 Gartentisch mit 2 Gartenstühlen, 6 Damasttischstücher, 1 Bortiére, 1 Nähmaschine, 1 ganz neues Damenfleid, 1 Scheibenbüchse mit Leberfutteral mit Munitions. fasten sow. Kugelform, 1 Vogelflinte, 2 Fahnen u. f. w. 2. 1 Breat, 1 Rollwagen, 1 vollständige Leihbibliothek, antiquarische Werke, 3000 Bände Universal- Bibliothek, 1 Nähmaschine und Möbel aller Art. Die Verfteigerung zu 1 findet bestimmt, zu 2 teilweise statt. Born, Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. In der Zeit vom 26. Juli bis 2. August wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Fahrrad, 1 Ohrring, 1 Brille mit Futteral, 1 Regenschirm, 1 Serviette und 1 Wagentapjel. verloren: 1 gold. Damenuhr, 1 gold. Brosche, 1 Bierzipfel, 1 Medaillon mit Photographie, 2 Regenschirme und 1 brauner Sammetgürtel. zugeflogen ist: 1 Kanarienvogel. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald be. uns geltend zu machen. Gießen, 2. August 1902. Großh. Polizeiamt Gießen.d Hechler. Brodpreise vom 3. bis 17. August 1902. Der hiesigen Bäcker Kg. 1 Tafelbrod 2 1 Weißbrod 2 1 Schwarzbrod 2 F 3 " Danksagung. bord Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme während der Krankheit und bei der Beerdigung meiner innigstgeliebten Gattin & no odlom opisan] Frau Mathilde Fischer geb. Schröter sagen wir für die überaus zahlreichen Blumenspenden sowie für die trostreichen herzlichen Worte Pfarrer Euler unseren tiefgefühlten Dank.te des Herrn Giessen, 4. August. dibut Die tieftrauernden Hinterbliebenen i. d. N. Jakob Fischer. od pu? Gascokes. maila mi Infolge Stadtverordneten- Beschlusses vom 10. April d. J. tritt eine stilpne sid m 19 Preisermäßigung unserer Gascofes Mehrere Zimmer mit oder ohne Möbel zu vermieten. Bismardstraße 17. chöne 5 Zimmer, Mansarde zum 1. Oktober zu vermieten pls Näh. 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