Rr. 281. Erstes Blatt. ilmnement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., baus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Opfer sogeneichter und verworrener, immer Eeelenschmerzen gepeinigte Mädchen unmöglich war, 3u entrinnen. als es im Wasser einen leichten Schlag gab. Flut warf stärkere Wellen und sprinte hoch auf. wenige Sefunden schwamm ein dunkler Körper auf der die Häuser und fah sich in den Straßen um, Der Mond war weiter gezogen; neugierig blickte er Die stille Für mußten gehen, sofern sie nicht vorzogen, sich eine teure und Omnibusse waren außer Betrieb gesetzt. Die Herren die wenigsten. Der Taler. der einen ganz geh feinen Blan bis es für das vernichten rönnen. selbst der nächste. Und jeder ist fia) schriegridy As die Gesellschaft aus der Kneipe fam, war es fehr Bettsbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Deber heifische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und menban, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 2. Dezember 1902. Gießener 11. Jahrgang. Infectionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Weßlar und Marburg 10 Bfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfa Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und solche der Großh. Provinzialdirektion von Oberhessen Polizei und Publikum. $ Bon einem hiesigen Mitbürger wird uns geschrieben: Die unangenehme häufung von polizeilichen und gerichtichen Mißgriffen in letzter Zeit hat an allen Stammischen sehr lebhafte Debatten über das Institut der Pozei hervorgerufen, und sie waren im allgemeinen sehr günstig für diese Behörden. Aber diese summarischen eteile schossen entschieden über das Ziel hinaus. Nicht, eil die Polizeiorgane manchmal Mißgriffe machen, ist ele Behörde unbeliebt; der Polizeibeamte hat eben von zus einen undankbaren Beruf. Wer die Hilfe der Poei nötig hat und in Anspruch nimmt, tut dies in dem Sewußtsein des Anrechtes auf diese Dienste, und man cht dem Polizeibeamten keine Kränze für gute Leistun Aber wehe, wenn er einen Mißgriff beging! Dann breit, wie unter Peitschenschlägen, das ganze Selbstwußtsein der Bürger mächtig auf; polizeiliche Fehgreifen eben tief in das Menschenleben hinein und b, ob es sich um schwere oder leichte Fälle handelt, ts für den Betroffenen höchst peinlich. Was die Poei aber auch aus inneren Gründen weiterhin unliebt macht, das ist der Umstand, daß man in jeder benslage und zu jeder Tageszeit mit ihr in Berüh ng fommen fann. Wer sich auf der Straße bewegt jeden Augenblick eine polizeiliche Anordnung zu geErfigen, bei lim- und Festzügen ist es gerade der lizeibeamte, der den Neugierigen an der Nußbardung eines guten Standortes hindert, in das fried te Stilleben eines Stammtisches greift mit rauher nd der Polizeibeamte ein, nach einem Hausball fann polizeiliche Strafbefehle setzen, und wenn die junge usfrau auf dem Fensterbrett ihre Blumen begießt, sie vielleicht eine Ermahnung zur Vorsicht von einem mann zu erwarten. Aber man vergißt das eine nei: Indem die Polizei die persönliche Freiheit im und Lassen beschränkt, beschüßt sie die Interessen eder anderer Mitbürger; aber diese haben von dem ten der uniformierten Vorsehung keine Ahnung und er auch fein Dankeswort dafür. Die Polizei hat eine Macht in Händen, und wo diese vorhanden ist, tiert auch die Gelegenheit zum Mißbrauch. Die Mißcache selbst aber sind in den weitaus seltensten Fällen ch böswillige Absichten entstanden. Wenn man die ile des Mißbrauchs mit der ausgedehnten Gelegenheit Mißbrauch, oder zur mißverständlichen Anwendung olizeigewalt vergleicht, dann wird man sagen müssen, die Klagen der letzten Zeit sehr übertrieben waren, einwohl in den einzelnen Fällen die Kritik berechtigt 1. Aber gegen die summarischen Kritiken muß man Bolizei im Interesse der Wahrheit und Gerechtigkeit fchieden in Schutz nehmen. beigs schlanke Gestalt auf der obersten Da sichtbar. die Brüstung Treppenstufe und nickte ihr 11: bereits dem Tode nahe." fen, haben mir uns beide im Hungern geübt und sind Olga es verschmähte, den Kaffee allein mit mir zu trin,, Schwesterlein, kommst du endlich zum Frühstück! Da Er lehnte sich über arben Hennig versuchte, einen scherzenden Ton anzuschlagen, orte nicht recht aus dem und vorwurfsvollen Tones sagte sie zu ihr: auf der falten Erde, und da fand ich endlich sie, die holde Peine Ruhe um dich, ich wußte dich allein und mutterlos mein Kind, als ich gestorben war, da hatte ich im Himme so häßlich, so böse zu der neuen Mutter gewesen? Sieh ,, Elschen, Elschen, was hast du getan, warum bist du mumberianften blaten Augen und die habe mit schmerzlich) mildem Ausdruck zu ihrem Kinde die Gestalt der dahingeschiedenen Mutter Sie neig Deutscher Reichstag. Richter über die Obstruction. Gizung. CB. Berlin, 1. Dezember. Auch die heutige Sigung war sehr gut besucht, die ner überfüllt. Vielbesprochen wurde ein Scherz, den and mit dem sozialdemokratischen Abgeordneten it gemacht hatte. Für diesen war nämlich per Post ittel zum Dreinschlagen angekommen. Nach Einin die Tagesordnung ergriff zunächst der sozialdemo the Abg. tunert das Wort, um das Vorgehen der reit in ähnlicher Weise zu bekämpfen, wie das von ebnern der Linken in den letzten Tagen schon geschehen ist. Der Antrag Kardorff sei eine Mißung des Volkes. Als er die Bemerkung machte, diese werde von dem größten Grundbesizer, Kaiser helm II., mitgemacht, wurde er vom Präsidenten er den Kaiser aus dem Spiele zu lassen. Kunert deshalb die Rede ab und wurde dann von dem et bativen Abg. v. Kröcher abgelöst, der in einem hollen, teilweise humoristischen Tone sprach. Dem tag merte man an, daß Epigonen ihm angehören. thorst, Schorlemer, Twesten, Binde und Miquel fehlTa die Sozialdemokratie Obstruktion machen wolle, ne er nur sagen, der Fuchs müsse doch zu einem binaus. Er schloß mit dem Zitat: Der Worte genug gewechselt, laßt uns nun endlich Taten seh'n." Rach folger 3ubeil von der Sozialdemokratie quitto ihm seine Rede mit der Bemerkung, die Kröchersche efei eine Kette von dummen Wißen gewesen, woIbom Präsidenten zur Ordnung gerufen wurde. weiten Ordnungsruf holte er sich, als er den AnAichbichler den niederträchtigsten Bruch der Gefordnung nannte. Da alle guten und viele anDinge drei sein müssen, so nannte er noch den Dr. Bachem einen Verleumder und holte sich dahe auch noch die dritte Rüge vom Präsidenten, der ugleich das Wort entzog. Der freisinnige Abg. hater ergriff nach langem wieder einmal von der Rednertribüne aus das Wort, um mit dem ehemali gen Fraktionsgenossen Dr. Barth abzurechnen. Vor allen Dingen habe die Obstruktion bei der Lex Heinz nicht eine ganze Session hindurch gedauert, und bei der Branntweinsteuervorlage habe man obstruiert, weil diese in der letzten Sigung vor der Vertagung noch durchgeführt werden sollte. Seither habe er es vermieden, sich über die Obstruktion zu äußern, aber jetzt müsse er sprechen. Es handle sich hier nicht mehr um die Sache, sondern es sei ein Kampf um die Zeit.( Beifall rechts und bei der freisinnigen Volkspartei.) Man wolle den Zolltarifentwurf 18 Monate lang und bei der Wahlkampagne als Agitationsstoff verwenden. Das müsse ein jammervoller Reichstag sein, der sich so etwas gefallen ließe.( Beifall rechts.) Sollte die Obstruktion bis April fortdauern, dann werde das Ansehen des Parlaments geschädigt. Das Zusammengehen der Sozialdemokratie und der freisinnigen Vereinigung entschuldige und decke die Schritte der Mehrheit.( Stürmischer Beifall im Zentrum, rechts bei den Nationalliberalen und der freisinnigen Volkspartei.) Die Regierung habe allen Grund, der Sozialdemokratie für die Förderung der Einigkeit unter der Mehrheit dankbar zu sein. Diesen Fehdehandschuh nahm Bebel auf, der dem Abg. Richter das Kompliment machte, er habe fertig gebracht, was der Rechten und dem Zentrum nicht gelungen sei, er habe den Antrag Kardorff begründet. Die Freisinnigen woll ten eben mit dem Zolltarif nicht in den Wahlkampf ziehen und seien deshalb schon in der Kommission auf eine Verständigung ausgegangen. Richter sei der Anwalt der Zolltarifparteien. Zuleßt polemisierte er gegen den Abg. Kröcher. Der nationalliberale Abg. Dr. Sattler bestritt, daß seine Partei bei der Lex Heinze Obstruktion getrieben habe. Seine Freunde hätten damals bei der Abstimmung gefehlt, weil sie zu Tisch gegangen waren. Nach Sattler ebbte die Erörterung ab. Der Sozialdemokrat Thiele brachte nur altes vor. Dann wurde ein Schlußantrag angenommen und die Sigung auf Dienstag 1 Uhr vertagt. Die Politik. Die Polizeigewalt des Reichstagspräsidenten. 1 Die Mehrheitsparteien sind eifrig hemüht, die richtige Form für die Maßnahmen zu finden, die die Wiederholung von Verhöhnungen der Präsidengewalt unmöglich machen, wie sie sich am Freitag Abend vor der Vertagung zugetragen haben. Am Bundesratstische, von dem aus die Vorgänge aus allernächster Nähe versigt werden konnten, ist man entsetzt gewesen über die höhnische, von einem Mitgliede der äußersten Linken dem Präsidenten nach Erteilung des zweiten Ordnungsrufes entgegengeschleuderte Frage: Wo bleibt denn der dritte?" Solchen Dingen soll ein für alle Mal ein Ende gemacht werden. Ferner werden Bestrebungen geplant, Geschäftsordnungsfragen unter Umständen rascher, jedenfalls ohne die ermüdenden, selbst tagelangen Erörterungen zur Entscheidung zu bringen. Daß eine Geschäftsordnungsdebatte sich nur ,, verbluten," nicht unterbunden werden" dürfe, galt bisher als üblich; es ist indessen festgestellt, daß früher schon durch Annahme eines Schlußantrages das Ende herbeigeführt worden ist. Schließlich verlautet auch, daß auf sozialdemokratischer Seite der Gedanke mehr und mehr Boden gewinnt, besonders erregte Szenen würden besser vermieden als gesteigert. Die Erklärung, die der Reichstagspräsident Graf Ballestrem in der Sigung vom 29. November zu§ 60 der Geschäftsordnung, betreffend die Aufrechterhaltung der Ordnung( Freihaltung der Gänge und Treppen zu den Stenographenpläßen und zum Rednerpult pp.) abgegeben hat, ist am Montag im Wortlaut im Reichstag als besondere Drucksache verteilt worden. Unser Konflikt mit Venezuela. In politischen Kreisen äußert man sich sehr miß fällig darüber, daß Deutschland in der venezolanischen Frage nicht schon früher attiv vorgegangen sei. Die Schuldforderungen deutscher Bürger sind seit Jahren von den Venezolanern nicht berücksichtigt worden, und als bei Ausbruch der Revolution deutsche Schiffe vor den Häfen erschienen, sollte sogar nach einer Anordnung des Präsidenten Castro der deutsche Gesandte in Caracas festgenommen werden. Damals wäre Gelegenheit zum Einschreiten gewesen. Dadurch, daß Deutschland nunmehr mit England gemeinsam vorgehe, gewinne es den Anschein, als ob das britische Reich auf uns eine Art Vormundschaft ausübe. Das ist indes nur ein äußerlicher Fehler. Deutschland konnte, wie ganz bestimmt versichert wird, nicht früher vorgehen, weil sonst ein Konflikt mit den Vereinigten Staaten zu erwarten war. Außerdem mußte noch der Ausgang der Revolution abgewartet werden. Ueber die Gründe für das Scheitern des Ausstandes heißt es: Der Insurgentenführer Matos, der bereits am 28. Oftober in Maracay den Sieg der Revolution durch ein Bankett feierte, hatte dabei eine so unfluge Rede gehalten, daß er sämtliche anderen Führer der Insurgenten be leidigte. Am nächsten Morgen aufgefordert, seine Aeuße rungen zu widerrufen, weigerte er sich, und damit war das Geschick der Revolutionspartei besiegelt, da große Uneinigkeit in deren Lager entstand. Matos gelang es mit genauer Not, seinen eigenen Lenten zu entfliehen. Neues aus Somaliland. Ter tolle Mullah hat einen Zug von Kamelen nach seinem Standquartier gesandt, welche Vorräte trugen, die der Mullah im Gefecht mit dem Obersten Swahne erbeutet hatte und die alle unbrauchbar gemacht waren. Des gleichen sandte der Mullah eine herausfordernde Botschaft nach, Bohotle, wo englische Truppen liegen. Außerdem hat er starke Vorposten rings um Bohotle in Ent fernungen von 1000 Yards bis zu 4 Meilen aufgestellt, mit denen die englischen Vorposten Schüsse wechseln. Die Spigen der englischen Militärbehörden halten einhellig dafür, daß die Jahreszeit für eine nachdrückliche Weiterführung des Feldzugs in Somaliland jetzt, da die Regenfälle aufgehört haben, vorbei ist. Bis zum Auguſt werde kein wirksamer Vormarsch möglich sein und bis dahin wahrscheinlich, abgesehen von der Verstärkung der militärischen Stationen, nichts unternommen werden können. Kurze politische Nachrichten. * Prinz Heinrich trat Montag Nachmittag an Bord jeines Flaggschiffes Kaiser Friedrich III" mit dem ersten Geschwader die Winterreise nach der norwegischen Küste an. * Die in der ,, Eisenhütte" vereinigten Korporationen von Hüttenleuten haben in ihrer Generalversammlung zu Gleiwiß dem Kaiser ihren Dank dafür ausgesprochen, daß er das Andenken Krupps gegen die erhobenen Angriffe verteidigte. * Der preußische Landtagsabgeordnete Ehlers hat die Reichstagskandidatur für Danzig abgelehnt, weil er die Hoffnung hat, zum Bürgermeister von Danzig ge wählt zu werden. * Der deutsche Botschafter in Sonstantinopel hat dem Sultan geraten, die Verhältnisse in Macedonien zu ändern. * Infolge des Matrosenstreiks sind in Marseille zur Aufrechterhaltung der Ordnung zwei Dragoner- Regimenter und 130 Gensdarmen eingetroffen. Ungefähr 600 Reisende nach Algier und Tunis haben die Regierung ersucht, ihnen zu gestatten, an Bord der zur Beförderung der Rekruten aufgebotenen Schiffe heimkehren zu dürfen. * In Portugal ist während der Abwesenheit des Königs eine Ministerkrisis ausgebrochen. * Der gemeldete Mordanschlag auf den Fürsten von Bulgarien in Euxinograd scheint halb die Tat eines lleber. spannten, halb die eines Reklamejägers zu sein. Harlambi Iliev Kantschew, so ist der richtige Name des Verbrechers, erklärte sich auch vor dem Untersuchungsrichter für einen Anarchisten; als Gymnasiast habe er viele anarchistische Schriften gelesen und die Ueberzeugung gewonnen, seine Bürgerpflicht nicht besser als durch Ermordung eines Staatsoberhauptes erfüllen zu können(!). * Der Sekretär des amerikanischen Kriegsamts Root hebt in einem amtlichen Bericht die huldvolle Einla dung der Generale Corbin, Young und Wood zum Besuch der deutschen Kaisermanöver als Gäste des Kaisers hervor und sagt, daß man für die große Freundlichkeit, die der Kaiser und alle deutschen Offiziere, welche mit den Generalen zusammengekommen seien, ihnen erwiesen haben, Dank schulde. * Lord Milner ist auf seiner Reise durch die Oranjefolonie infolge eines Sturzes vom Pferde leicht verlegt worden. Doch ist er im stande, Abordnungen zu empfangen und sich mit Geschäften zu befassen. * Der Premierminister des Kaisers Menelik von avessinien, Ingenieur Jlg, ist nach mehrmonatigent in der Schweiz ve stem Urlaub nach Abessinien zurückgereist. In seiner Begleitung befinden sich mehrere Bariser und Brüsseler Finanzmänner, die er für die Bollendung des Bahnbaues Dschibuti- Adis Abeba interessiert hat. * In Madrid laufen Gerüchte um, daß bei Tetuan in Marokko neue blutige Vorgänge sich ereignet haben. Offiziell ist aber noch nichts bekannt. Vermischtes. £[ Ein Rheinländer als Entdeder Ameritas.] Im Sonntagsblatt der Newyorker Staatszeitung macht Dr. Henrici interessante Mitteilungen über die Entdeckung Amerikas durch einen Rheinländer. Bekannt ist es, daß schon 500 Jahre vor Kolumbus nordische Ansiedler( Grönländer) nach Amerika gekommen sind. Unter ihnen befand sich auch ein Mann namens Türkr, der in Amerika Wein4 beeren entoeatre, und auf die zweifel jeiner Genonen versicherte, er müsse das doch wissen, da er aus einem Weinlande stamme. Hiervon soll das Land auch den Namen Weinland erhalten haben. Es steht also fest, daß Türkr ein Franke war, da nur bei diesen regelrechter Weinbau bestand. Türkr ist dasselbe Wort wie unser heutiger Name Dietrich. ‡[ Welcher Art sind die Frauen, die den Männern gefallen?] fragt sich Herr Labadie- Lagrave im ,, Figaro". Das ist eine schwere, brennende und delikate Frage. Herr Labadie- Lagrave ist der Ansicht, daß beinahe alle Frauen dieselben Männer lieben, daß man aber im anderen Lager diese Liebeseinförmigkeit nicht finde; es sei äußerst schwer, die Reize zu analysieren, durch welche die Frauen für die Männer besonders verführerisch sind, weil man nicht zwei Männer finde, die von der Liebe denselben Begriff haben. Egoistisch, leichtsinnig, tieferer Neigungen nicht fähig, betrachten neun zehntel der Männer die ,, Frauenjagd" als eine Zerstreuung, einen Zeitvertreib, einen Tribut, den man den Geseßen der Natur zahlt, eine Art Sport, der die Eitelkeit befriedigt. Wenn man fie fragt, weshalb sie für diese oder jene Frau eine aufrichtige und tiefe Leidenschaft empfunden haben, werden fie, wenn sie offen sein wollen, antworten müssen, daß sie die betreffende Frau geliebt haben, weil sie eine Frau war und weil zufällig gerade diese Frau ihren Weg gefreuzt hat. Die meisten Ehen sind so zustande gekommen und sind darum doch nicht schlechter als andere Chen. Das ist ein hartes Urteil über die heutige Männerwelt, doch ist es wohl nicht ganz ungerechtfertigt. [ Der Eid der Apotheker.] Wegen ungeseßlicher Ausübung der Pharmacie stand dieser Tage ein Droguist vor einer Pariser Straffammer; er hatte pharmaceutische Spezialmittel verkauft, ohne dazu ermächtigt zu sein. Die Sache an sich war ziemlich belanglos; interessant war aber ein von dem Anwalt des Angeklagten verlesener Apothekereid aus dem 13. Jahrhundert, der- und das ist die größte Merkwürdigkeit- eigentlich noch heute Geltung hat. Wir lassen hier einen Auszug aus dem sehr umfangreichen Dokument folgen:„ Ich schwöre"- mußte der Kandidat sagen und verspreche vor Gott, dem Urheber und Schöpfer aller Dinge, daß ich die folgenden Artikel beobachten werde: Ich will im christlichen Glauben leben, meine Eltern ehren und keinen meiner ehemaligen Lehrer und Apotheker verlästern.- Ich will alles, was mir möglich sein wird, beitragen zum Ruhme, zur Ehre, zur Zierde und zur Majestät der Arzneiwissenschaft und ihre Geheimnisse und Seltenheiten nicht den Idioten und Undankbaren beibringen. Ich will nichts berwegen und tollkühn tun, ohne den Rat der Aerzte und nur in der Hoffnung auf Gewinn. Ich will keinem Menschen irgend ein Gift zu trinken geben und nie einem raten, Gift zu verabreichen, wenn er es auch nur seinen größten Feinden geben wollte. Ich will hassen und wie die Best fliehen die skandalöse Braris, wie sie heute von unwissenschaftlichen Quacksalbern und Alchymisten ausgeübt wird. Ich will im Laden keine schlechte und alte Arznei halten. Der Herr wird mich segnen, solange ich das alles beobachten werde." V[ Der Nordpol erreichbar.] Der Nordpolfahrer Bearh hielt vor kurzem in Newyork vor der amerikanischen Geographischen Gesellschaft einen Vortrag über die Arbeiten des Bearh Arctic Clubs in den Jahren 1896 bis 1902. Der Forscher sprach die Ueberzeugung aus, daß der Nordpol erreicht werden könne und werde. Jemand, welcher zu Anfang des Frühlings von der nördlichen Küste von Grinnell- Land aufbrechen kann, die nötigen Leute, die nötige Ausrüstung und die nötige Erfahrung hat, kann den höchsten geographischen Preis erringen, und von ihm wird gesprochen werden, solange die Erde steht. Den nördlichsten Punkt von Grönland hat Peary zu Ehren des Präsidenten des Peary Arctic Clubs ,, Kap Morris K. Jesup" genannt. Von diesem Kap, das in 83 Gr. 39 nördlicher Breite liegt, aufbrechend, zog er gegen Norden, etwa eine Meile im Tag zurücklegend, bis er zwei nautische Meilen hinter sich hatte. Hier stieß er auf eine Fläche offenen Wassers, das ein weiteres Vordringen ausschloß. :[ Der Wunderarzt.] Aus Newyork wird berichtet: Wohl selten sind an einem Orte so viele Elende und Verfrüppelte zusammengekommen, wie sie jetzt täglich in der Klinik der Cornell- Universität anzutreffen sind, in welcher in den ersten Dezembertagen Dr. Adolf Lorenz, der bedeutendste Wiener Chirurg, der kürzlich ein Töchterchen 39] Dr. Rumseys Patient. des Milliardärs Armour glücklich von einer Hüftenverrenfung heilte, sein können und Wissen unentgeltlich der leidenden Menschheit zur Verfügung stellen wird. Der Aufforderung des Chefarztes der Klinik, Dr. Newton M. Shaffer, alle an Hüftenverrenkungen und den daraus resultierenden Gebrechen leidenden Kinder unter zwölf Jahren sollten sich im Hospital melden, um von Dr. Lorenz behandelt zu werden, haben auch viele tausend andere Kranke, deren Leiden in keiner Weise auf HüftenSchwindberrenkung zurückzuführen ist, entsprochen. suchtstranke, mit Ausschlag behaftete Personen und Gichtbrüchige stellten sich in der Klinik ein, um befreit zu werden von ihren Gebrechen. Unter der großen Masse des Volkes scheint sich die Ansicht verbreitet zu haben, daß Dr. Lorenz ein zweiter Eisenbart, ein Wundarzt sei, der alle Gebrechen zu heilen verstehe. Kaum der Hälfte von den dreihundert Personen, welche an einem der lezten Tage in der Klinik untersucht wurden, konnte die tröstende Zusicherung gegeben werden, daß ihr„ Fall" dem Dr. Lorenz unterbreitet werden würde. * Explosionstatastrophe in Chicago. Ein entseßliches Unglück hat sich nach einer kurzen Drahtmeldung in Chicago ereignet. In der elektrischen Kraftstation der Union Stock Yards- Schlachthäuser zu Chicago fand eine Explosion statt. Das Gebäude der Fleischverpackungs- Gesellschaft Swift stürzte zusammen, andere Häuser wurden stark beschädigt. Unter den Trümmern wurden viele Menschen begraben, angeblich hat man bisher schon 30 Tote gefunden; 20 Personen sind erheblich verletzt worden. ) Die Rache der Milchfrauen.] Eine eigenartige Rache haben jüngst die Milchfrauen von Autun( Frankreich) für ihre Verurteilung wegen Milchpanscherei genommen. Sie wandten sich sofort, unter Berufung auf die Solidarität des Milchfrauenstandes, mit der Bitte um Unterstüßung an alle Milchhändlerinnen des ganzen Landes. Die Milchfrauen von Autun und Umgegend haben dieses Opfer gebracht. Die erste Folge dieser Protesttundgebung war eine ganz bedeutende Steigerung der Milchpreise: man einigte sich dahin, daß die Kunden die Gerichtskosten bezahlen müssen. Dann kam der zweite Streich: die Milchfrauen haben sämtliche Richter von Autun in Acht und Bann getan und beschlossen, ihnen keine Milch mehr zu verkaufen. Der Gerichtshof von Autun kann also bis auf weiteres feinen weißen Kaffee trinken. Roman von Dr. Halifax und T. L. Meade. Antorifierte Bearbeitung von C. Weßner. ( Nachdruck verboten.) Zählen Wünsche in einem Falle, wie der meinige es ist, auch mit?" Sicherlich! Es ist immerhin ein günstiges Zeichen, wenn Sie noch wunschfähig sind. Welchen Wunsch hegen Sie denn?" " Ich möchte nach Großhofen fahren. Ich fühle, als ob irgend jemand oder irgend etwas, sei es Engel oder Teufel, mich dorthin zieht. Ich möchte einige Tage im Schloffe bleiben und dachte anfangs daran, Margarete mitzunehmen." Thun Sie das, sie wird Sie gewiß herzlich gern begleiten. Sie ist ein Weib, wie es nur selten eins giebt!" " Wenn ich mir aber überlege", fuhr der Baron sinnend fort, „ daß ich ihren bitteren Klagen um das verlorene Kind, das meiner Anficht nach nie existiert hat, immer Gehör schenken soll, dann hat es wierderum gar keinen Zweck, wenn sie mich begleitet." Nun, so gehen Sie allein!" Rein, allein fann ich nicht gehen. In der Verfassung, in welcher ich mich befinde, könnte leicht ein völliges Schwinden aller meiner Gedanken eintreten, und, bevor ich Großhofen noch erreiche, weiß ich vielleicht garnicht mehr, wohin ich wollte." " Ja, das ist allerdings möglich." " Lieber Doftor, würden Sie mit mir kommen?" Rumsey dachte ein Weilchen nach. Daun sagte er entschlossen: Gut. Ich fahre heute abend mit Ihnen. Aber ich muß morgen früh zeitig wieder zurüd." " ▲ Eine herzlose Schwiegertochter. Ihren Schwiegervater jahrelang im Schweinestall gefangen gehalten hat seit über zwei Jahren die Frau des Häuslers Josef Hayet in Kuchelbad( Böhmen). In Hayeks Hause fand eine Hausdurchsuchung statt, bei der man nach gestohlenen Sachen forschte. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Schweinestall untersucht, und zu großer Ueberraschung fand man dort einen halbnackten Greis, der die Hände mit Stroh umwickelt hatte und über und über mit Schmut und Koth bedeckt war. Die Besizerin des Hauses erwiderte auf die an sie gerichtete Frage, der Greis sei ihr Schwiegervater und müsse abgeschlossen gehalten werden, da er blödsinnig sei. Weitere Erkundigungen ergaben, daß der Greis vor 14 Jahren in einer Ziegelei verunglückte und sich dann als Bettler herumtrieb. Vor zwei Jahren fam er zu seinem Sohn und wurde seit dieser Zeit im Schweinestall eingeschlossen gehalten. Die strafgerichtliche Untersuchung wurde eingeleitet. Danke. Ich werde sofort einen Wagen holen laffen. Wenn wir gleich aufbrechen, können wir noch rechtzeitig den Fünfuhrzug erreichen." Bergessen Sie nicht, Audrey, daß ich Sie als Vater des toten Kindes behandele. Sie werden selbstredend Ihre Diener und Ihre Bächter in Großhofen in tiefer Trauer um den Knaben finden. Den lieben kleinen Arthur von Audrey hatte ieder, der ihn tannte, von Herzen lieb!" Der Baron spikte die Lippen, wie wenn er pfeifen wollte. Ein mitleidiges Lächeln dämmerte in seinen Augen und huschte um seinen Mund. Sechzehntes Kapitel. Zu später Abendstunde langte Dr. Rumisen mit seinem Batienten in Großhofen an. Ein Telegramm batte den Hans| Mit Roß und Wagen eingefroren sind die Bauern Gribiz und Haas aus Unter- Eggendorf in Desterreich. Sie hatten auf dem Markt in Wiener- Neustadt eine Kuh verkauft und diese dem Käufer zugeführt. Auf dem Heimweg beschlossen sie, den Kauf noch gründlich zu begießen, was sie in dem Maße taten, daß sie erst in später Stunde stark angeheitert die Heimreise antraten. E2 dauerte nicht lange, und die Berauschten fielen in tiefen Schlaf. Die führerlosen Pferde verirrten sich im Dunkel der Nacht und gerieten in einen Kanal, in dem sie stecken blieben. Infolge des großen Frostes in der Nacht fror der Kanal zu, und Wagen und Pferde waren bald im Eise festgefroren. Drei Stunden schon befanden sich die immer weiter schlafenden Bauern und ihr Gefährt in dieser gefährlichen Situation, als zufällig ein Retter fam. Es dauerte geraume Zeit, bis er die beiden Bauern, die dem Erfrieren nahe waren, zum Bewußtsein bringen konnte. Auch die beiden Pferde befanden sich in einem trostlosen Zustande. Sie, sowie der Wagen waren so fest eingefroren, daß sie erst nach vierstündiger angestrengter Arbeit aus dem Eise befreit werden konnten. Mommsens 85. Geburtstag. c) für Ligh- bu Nachmittags bon 2- Bürgermeifteret Lich. d) für Grünb mittage bon 2-3 Bürgermeifterei Gri e) für Alsfel mittags bon 9-12 Bürgermeisterei sfe Theodor Mommsen, der berühmte Historiker an Romanist, ist am Samstag 85 Jahre alt geworden. Geistesfrische und körperlicher Rüstigkeit hat er den burtstag feiern fönnen. Er erfreut sich einer bei hohem Alter geradezu erstaunlichen geistigen Regiam feit, die der Frische und Lebendigkeit Altmeister Menze nichts nachgiebt. Mommsen ist aber noch nicht b älteste Mitglied des Lehrkörpers der Universität Berlin Der Nestor ist der Philosoph Excellenz Eduard Zell der sich nach Stuttgart zurückgezogen hat, aber no als Senior der philosophischen Fakultät geführt wird er steht im Alter von 89 Jahren. 1) für Bauterb wesen, wenn er das Gebiet seiner Fachwissenschaft b lassen hat. Mommsen ist bekanntlich nicht immer glücklich Nahmittags bon 3-6 Bürgermeisterei Lauter fungieren a) fü Berr Rommerzienrat für Gießen Land: 8. Sigung der Großh. Handelskammer Herren A. Kling Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld un rat Seichelheim, ale Lauterbach. Protokoll Auszug. Gießen, 28. November 1902. meister Leun Großen Li e) für Lich Hungen Grünberg, als Urkunder C. Heller von Lich, d Bert. Shring Li Vorsitzender, Kommerzienrat Heichelheim, Balser, Grünfeld als Wahllommiffar Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Sto Robert und. S wald, Hoos, Ihring, Kaz, Moll, Nowack, Rinn, Rötande perfonen die Herr Schirmer, Schmall, Steinecke, Wallach, Zurbusch, jo nefeld und für der Syndikus Dr. Knipper. Entschuldigt fehlen Grunewald von Als Herren Dürbed und Namspect. 1. Aus dem Geschäftsbericht ist folgend mitzuteilen: entsprechend, Herren 5. 6. Finger un 3. Offenhaltung and Fefttagen: Die Bericht über a) In den Bezirks Fifent a) Die Kammer hatte mehrfach geäußerten Wünsche effe der Ladenbeißer, bes die Späterlegung des Zuges 50 in Jntereffe der Stäble, Büdingen- Gießen bei der Eisenbahn- Verwaltun6ufenfter an Commu in Anregung gebracht. Dem Ersuchen konnte aber mun anziehenderes Bild erha Rücksicht auf die Anschlüsse in Hungen und Gießen nid die Aufhebung des Art stattgegeben werden.- Ferner wurde die Einrichtur elder das Auslegen von der Stückgutbeförderung auf dem Haltepunkte Daubet, zu beantragen. ringen abgelehnt, da hierfür kein dringendes B dürfnis, das die Kosten rechtfertigen fönne, beftebe.-Gifenbahnrat b) Dem deutschen Handelstag ist auf eine Run frage mitgeteilt worden, daß es im Intereffe been bergang bir Main faufenden Publikums, sowie der deutschen Fabrikantefice Gisenbahn- Gemeinschaft dringend erwünscht ist, daß im Einzelverkehr The animin in Mannheim und S Fleischertract, Obst- und Fleisch konserven Der Antrag, den um Seife, Baseline und einige ähnliche Waren nuen Gießen ankommenden G in Backungen nach deutschem Gewicht verkauft werden Bersonenzug von Alfeld b dürfen. an, lam night zur Beratung c) Nach Umfrage bei den Interessenten wurde der Sommerfahrplan bereits be Großh. Polizeiverwaltung in Gießen mitgeteilt, daß es Bei der Großh. Hande zweckmäßig erscheine, die Ausnahmetage für die längerfchwerden wegen der im D- Offenhaltung der Läden im Jahre 1903 in derselbenen Worms( 149,2 Kilomete Weise beizubehalten, wie im laufenden Jahre. anten gebühr eingelaufen. Auf d) Dem deutschen Handelstag wurde eine Anzabarte die Eisenbahndirektion von Wünschen in Bezug auf die neu abzuschließende ehrenberechnung grundfäl Handelsverträge übermittelt. de gelegt werde und dies hofmeister von der Ankunft der beiden Herren verständigt, und so fanden sie alles zu ihrem Empfange bereit. Der alte Hawkins, der seit beinahe fünfzig Jahren im Dienste der Audreys stand, kam langsam die Freitreppe herunter, um seinen jungen Herrn zu begrüßen. Das Gesicht des greisen Dieners sah blaß aus, feine Augen glänzten feucht wie von frisch vergoffenen Thränen. Er hatte den fleinen Arthur so herzlich lieb gehabt. Robert von Audrey winkte dem alten, freuen Mann flüchtig zu. Hoffentlich ist alles in Ordnung, Hawkins?" fragte er. " Ich habe meinen Freund, Dr. Nuusey, mitgebracht. Wir möchten 311 Abend essen. Ist ein Mahl zubereitet?" Gewiß, gnädiger Herr, der Tisch ist bereits gedeckt, das Essen fertig." " Welches Zimmer haben Sie für Herrn Doktor Rumsey hergerichtet?" " Das gelbe, gnädiger Herr, im westlichen Flügel." " Das ist recht. Wir schlafen also in demselben Flügel, Rumsey", sagte der Baron. Für mich haben Sie doch mein eigenes Zimmer zurechtmachen lassen, Hawkins?" " Jawohl, gnädiger Herr. Ich dachte mir, Sie wünschten es so." " Eigentlich ist es mir ganz einerlei, wo ich schlafe. Lassen Sie immer servieren, wir fommen sofort zum Essen. Und nun kommen Sie, Doktor." Der Arzt folgte seinem Vatienten in den westlichen Flügel. Einige Minuten später saßen die beiden Herren bei einem vor= trefflich zubereiteten Mahle in dem Speisezimmer. In Kamin braunte ein lustiges Feuer und verbreitete eine behagliche Wärme in dem Naum. Der Tisch war in die Nähe des Feuers gerückt. " Ich habe wirklich Hunger", bemerkte der Baron, als er zu bringen Sie von dem" er nannte einen bestimmten Blaz im effen begann.„ Hawkins, holen Sie uns etwas Champagner Keller und eine Marke. Der alte Mann ging und kam nach furzer Zeit mit einigen dickbauchigen, verstaubten Flaschen zurüd. Der Viropfen fuallte luftig und Hawkins füllte die Gläser. Cigaretten, und die beiden Herren rückten sich die Sessel an das Als das Wahl beendet, brachte Hawkins Cigarren und Feuer. Audrey, der etwa drei Gläser Champagner getrunken, begann schläfrig zu werden: Rumisen hingegen plauberte immerzu in seiner heiteren Weise. Der Baron antwortete einfilbig. schließlich nichte er nur ab und zu und schlummerte faft ein. " Sie sind müde", sagte Junfen plöglich; wenn Sie sich jest zur Ruhe begeben, verbringen Sie vielleicht eine ganz gute Nacht." " Ich habe nichts dagegen, wenn wir schlafen gehen. Aber Sie, Doftor? Für Sie ist es doch gewiß noch zu früh zunt zu Bett gehen?" e) Der gleichen Stelle wurde ein ausführlich darin enthaltenen Brücken Gutachten über die Schädigungen erstattet, welche die füilometer betrage. Bon Arbeiter und die Unternehmer der Gigarren- und Tabald als Mitglied des Bezir industrie und der Textilindustrie unseres Bezirkes durch diese Angelegenheit die beabsichtigte Verkürzung der Arbeitszeit für A Beseitigung dieser beiterinnen über 16 Jahre und die Verlängerung der trat die Ansicht, daß de Mittagspausen von 1 auf 11 Stunden erleiden die wirkliche E würden. In demselben Sinne ist die Kammer bei dem müffe, zumal auch die Herrn Reichskanzler und dem Großh. Ministerium defe- Borms auf Grund t Innern vorstellig geworden. würden. Nachdem aud 2. Handelskammerwahlen: Die Wahlen Mainz und Worms fanden statt: ren hatten, erklärte der a) für Gießen Stadt: Freitag, den 5. Dez br. e Bitwilligkeit, die Befe Nachmittags von 2-6 Uhr im Bureau der Handelsbühr in die Wege zu le Gingänge: b) für Gießen Land: Montag, den 8. Dezbr Deutscher Hande Vormittags von 11-12 Uhr im Bureau der Handel der Rommiffionen be fammer. fammer. machen, umſomehr, da ich morgen sehr früh heraus muß." Eialpolitit; Tagesord bar fatinbenden Ausschußi " Durchaus nicht. Ich kann auch einmal eine Ausnahme Eingabe des Verb " So fommen Sie. Ich werde Sie in Ihr Zimmer führeniach um Aufhebung de Sie stiegen eine Treppe empor, bald darauf befand fib Rumsey in einen mit fürstlicher Pracht ausgestatteten Zimme Er war noch nicht müde und beschloß, noch eine Weile au zubleiben. Auch in diesem Zimmer brannte im Kamin ein Fene fgenoijenihaften Werbefonds vorschreibende benfallonfidherungsgefeße Eingabe der Handels Auf einer Etagere lagen mehrere Bücher. Numisen nahm ein Reidstag, betr. Entwur derselben zur Hand, setzte sich in einen bequemen Stuhl begann zu lesen. Das Buch, eine Reisebeschreibung, fesselte ib und er las geraume Zeit. Dann klappte er das Buch zu, lehnt den Kopf gegen das Stuhlkissen und schlief bald ein. Antrag der Handels teenbahnrat Hann Bomentarife. Mitteilung Die Ereignisse des Tages spannen sich in seine Träum britannien und Aegypt hinüber. Er fräumte von seinem Patienten, der immer erregte mirtidaftliche Verhältni und erregter wurde, bis er, der Träumer, mit einem Male e fanute, daß er in dem Baron einen Wahnsinnigen vor sich habe Mitten in diesem Traum schreckte der Arzt empor. Er fühlt vor ihm stand. Sie etwas?" " Eingaben der Bereinigung niederrheinisch we daß der Baron, halb angekleidet und mit entgeistertem Gesichert Holland und dem Deut eine Hand auf seiner Schulter liegen und fah, als er aufblidt bete. Serbeiführung " Was giebt es?" fragte Rumsey, schnell gefaßt. Wünsche zung der Gebühren im Fer " Ich brauche Sie, Doktor!" versezte Audrey hastig. Wolle Die Eingänge finnen währ wohin denn aber? Warum sind Sie eigentlich der Handelstammer eing Der Baron stieß ein hohles Lachen aus, in welchem einladung des Herrn Gg. E Sie mit mir fommen?" „ Gewiß nicht im Bett?" unausgesprochene Angst lag. Sie würden auch nicht schlafen können, wenn Sie an ineine Stelle wären", antwortete er." Wollen Sie also mit mi foinnen? Jest- sofort?" " In einer Minute bin ich fertig. Auch Sie müssen sich er ein wenig erholen. Kommen Sie, seben Sie sich in meinen Stub Wohin also wollen wir gehen?" " Hinaus auf die Ebene- und holländischen Orten. erei und feines Land Asun die Sigung erfolgte di her Führung des Herrn & auf das Rotwendigte bes Herrn Beichele. La maschinellen Anlagen " Gut, lieber Freund, ich will mir nur die Stiefel anziehen. Mitglieder der Stamme Dr. Rumsey begab sich in den hinteren Teil des Zimmereinb, werden in einge wo er die bequemen Hausschuhe mit seinen Stiefeln vertauschte Währenddessen ließ sich der Baron erschöpft in den Stuhl gleiten rer Einzelbestimmung faltete die Hände über den Knieen zusammen und starrte vor sich hin Es war für jeden Tei " Ich bitte Sie, Doktor, machen Sie schnell!" sagte er gepresi cobachtung der chemischen " Ich möchte nicht allein gehen, aber ich muß ihm folgen!" Folgen went?" fragte Rumsey. " Dem großen Lichtfreis. Ich habe Ihnen schon davon erzählt." Bild von der Berarbeitu File war die Besichtigun fertigen Brobuftu Bunächst sei die a Geburtstag erühmte Hiftoriter ahre alt geworden. ftigteit hat er den c) für Lich- Hungen: Donnerstag, den 4. Dez., erfreut fich einer behmittags von 2-3 Uhr auf dem Bureau der Großh. hellen und gut ventilierten Ställen; peinliche Sauberkeit erledigt und nun auch die Leitung des Instituts übertragen chen geistigen Reigermeisteret Lich. gfeit Altmeister Me d) für Grünberg: Freitag, den 5. Dezbr., Nachit aber noch nicht tags bon 2-3 Uhr auf dem Bureau der Großh. gelang so, die Arbeit Vieler durch Vorrichtungen zu erseßen, verdienstvollen Begründer und Leiter der gleichen Anstalt zu der Universität germeisterei Grünberg. Excellenz Eduard ezogen hat, aber Fakultät geführt e) für Alsfeld: Freitag, den 5. Dezbr., Vormitage von 9-12 Uhr auf dem Bureau der Großh. germeisterei Alsfeld. 1) für Lauterbach, Donnerstag, den 4. Dezbr, - cht immer glücklich mittags von 3-6 Uhr auf dem Bureau der Großh. gemeinen Werte für die Landwirtschaft erscheint eine in der er Fachwissenschaft germeisterei Lauterbach. Errichtung der Poliklinik; er hat die ganzen Vorarbeiten bekommen. Interessant waren dessen Anführungen. Es folgte nachdem die vom Privatbozenten Dr. Jossen, dem Straßburg, gehaltene Festrede Ueber Errichtung von Polikliniken für Volksschulen". welcher in höchst anerkennenswerter Weise die Instrumente Herr Prof. Wizel- Essen, und sonst dergleichen für die Poliklinik gestiftet hat, und Herr Privatdozent Dr. Jesson erhielten im Namen des Vereins prächtige Ehrenurkunden; Geh. Ober- Medizinalrat Dr. Neidhardt wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Sahnarzt Dr. Köhler dankte im Namen des Vereins und der VerPolikliniken für Volksschulhygiene. Als Vertreter der Stadt treter der Regierung sprach noch über die Bedeutung der Darmstadt ergeiff der erste Beigeordnete Dr. Gläsing das zerei erwähnt; hier sah man nur Milchkühe beſter Rassen herrschte überall. Die Errungenschaften der modernem Technik find in allen Abteilungen zur Anwendung gekommen und es welche durch Vorrichtungen zu ersehen, welche durch Damp und Elektrizität betrieben in fürzester Zeit dieselbe Arbe't leisten. So werden die zerkleinerten Futtermittel durch ein Baternosterwerk und Transmissionen zu den langgestreckten Krippen der Tiere befördert. Von hervorragendem all. Einrichtung befindliche Dörranlage, wie ähnliche in größe em Maßstabe bisher nur in den Zuckerfabriken zum Dö ren der Rübenschnißel bestanden. Die Törranlage soll dazu dienen, den Futterwert von Hackfrüchten, der in frischem Zustande bald zum großen Teile verloren geht, auf lange Zeit zu erFuttermittel in feine Schnitzel, die auf einer großen Anzahl von in Zwischenräumen übereinanderlagernden feinmaschigen Drahtneßen ausgebreitet werden. In einem stark erhißten trocknen in ständig rotierender Bewegung erhalten. Die chelheim, Balfer, Grials Wahlkommissar Herr L. Hoos- Lauterbach, als auf 400 Zentner erstrecken; der Zentner in nassem Zustande vom Elsäßischen, Badischen, Berliner und Frankfurter : Kommerzientat Robert und H. Schmidt I. von Grünberg, e) für Als- Tagesleistung der Anlage soll sich je nach der Fruchtart bis Ballach, Zurbusch, on Alsfeld und f) für Lauterbach als Wahlkommissar Herr und etwa 16-22 Prozent Konserven als eigentlichen Futter- der offiziellen Feier wurde auf Einladung des VorNowack, Rinn, Runde personen die Herren D. Emmel und W. Vogeley jun. soll bei der Trocknung etwa 20 Pfg. Kosten verursachen Verein, vom Verein für Mitteldeutschland. Nach Schluß Entschuldigt fehlen Grunewald von Alsfeld und als Urkundspersonen die Handelstammer Es fungieren a) für Gießen Stadt: als Wahlkommissar Kommerzienrat F. C. B. Koch, als Urkundspersonen Herren A. Klingspor und W. Tribus von Gießen, für Gießen Land: als Wahlkommissar Herr Kommerzien miter Leun Großen Linden und Bürgermeister Niez- Lollar, für Lich Hungen als Wahlfommissar Herr L. MollBrünberg, als Urkunde personen die Herren C. Chambré und - Instandhaltung der Räume die Stadt stellte unentgeltlich Licht, Heizung und eßen, Alsfeld at Heichelheim, als Urkundspersonen die Herren Bürger- halten. Eine hebelartig wirkende Maschine zerkleinert die Wort ch. 53ug. P mit Worten des Dankes für den Verein und betonte, daß gerade Hessen resp. Darmstadt es ist, wo die zweite zahnärztBum Schlusse folgten Gratulationen der einzelnen Vertreter, darunter vom Centralverein für deutsche Zahnärzte, 28. November 190 heller von Lich, d) für Grünberg als Wahlkommissar Raume werden dann die Schnitzel bis zum völligen Ein- liche Boliklinik für Volksschulen nunmehr besteht. ng Dr. Ihring Lich, als Urkunde personen die Herren bericht ist folge 3. Offenhaltung der Schaufenster an Sonn16 Festtagen: Die Handelskammer beschloß im Intergeäußerten Wün der Labenbefizer, des faufenden Publikums, sowie auch Des Zuges Intereffe ber Städte, welche durch die Offenhaltung der Eisenbahn- Berwah haufenster an Sonn- und Festtag n ein freundlicheres rsuchen konnte aber und anziehenderes Bild erhalten, bei der Großh. Regierung ungen und Gießen nie ufhebung des Art. 227 des Polizeistrafgesetzes, wurde die Einrichselcher das Auslegen von Waren an Sonn- und Festtagen m Haltepunkte Darbietat, zu beantragen. r fein dringendes 4. Bericht über die lezte Sigung des igen fönne, beftebe. rs- Eisenbahnrats zu Frankfurt a. M. g ist auf eine tua) In den Bezirks Eisenbahnrat Frankfurt a. M. sind es im Intereffe dem Uebergang der Main- Neckar- Bahn auf die preußischdeutschen Fabrikanische Eisenbahn- Gemeinschaft auch Vertreter der HandelsEinzelverkehr ham.rn in Mannheim und Heidelberg eingetreten. Fleischkonserbe b) Der Antrag. den um 7.57 Vormittags in Alsfeld ähnliche Waren Gießen ankommenden Güterzug mit Personenverkehr vicht verkauft werd Bersonenzug von Alsfeld bis Lauterbach weiterlaufen zu in, tam nicht zur Beratung, da die Weiterführung für nteressenten wurde der Sommerfahrplan bereits beschlossen ist. eßen mitgeteilt, daß Bei der Großh. Handelskammer waren verschiedene metage für die längewerben wegen der im D- Bug- Verkehr für die Strecke hre 1903 in derselbeßen- Worms( 149,2 Kilometer) erhobenen doppelten Platzufenden Jahre. tengebühr eingelaufen. Auf eine Eingabe der Kammer ag wurde eine Anzate die Eisenbahndirektion Mainz mitgeteilt, daß der neu abzuschließen bührenberechnung grundsäßlich die Tarifentfernung zu kambe gelegt werde und diese für Gießen- Worms wegen rde ein ausführlich darin enthaltenen Brückenzuschlags von 8.8 Kilometer erstattet, welche filometer betrage. Von dem Vorsitzenden der Kammer Cigarren- und Laburde als Mitglied des Bezirks- Eisenbahnrats in der letzten unferes Bezirkes disang diese Angelegenheit nochmals zur Sprache gebracht Arbeitszeit für die Beseitigung dieser veralteten Maßregel angeregt. die Berlängerung vertrat die Ansicht, daß der Berechnung der PlaßkartenStunden erlehren die wirkliche Entfernung zu Grunde gelegt t die Kammer bei ber den müsse, zumal auch die Fahrpreise Gießen- Mainz und roßh. Ministerium Ben- Worms auf Grund der wirklichen Entfernung beamet würden. Nachdem auch die Vertreter der Handelshlen: Die Bern Mainz und Worms in gleichem Sinne sich ausbrochen hatten, erklärte der Präsident der Direktion Mainz Freitag, den& de Bereitwilligkeit, die Beseitigung der doppelten PlatzBureau der handmengebühr in die Wege zu leiten. perren H. C. Finger und E. Weber von Lauterbach. 5. Eingänge: Montag, den 8. a) Deutscher Handelstag: Bericht über die m Bureau der haningen der Kommissionen betreffend Kleinhandel und befeb Sozialpolitik; Tagesordnung der am 5. und 6. Debet ftattfindenden Ausschußsißung. ch einmal eine Ausn b) Eingabe des Verbandes der deutschen früh heraus mußerufsgenossenschaften an den Herrn Reichskanzler ie in Ihr Simmer fütt. Gesach um Aufhebung des die weitere Ansammlung bald darauf befandra Reservefonds vorschreibenden Bestimmung des§ 34 des cht ausgestatteten beunfallversicherungsgesetzes. Bim Loß, noch eine Weile rannte im Kamin ein nen bequemen Stuhl eisebeschreibung, feffelte opte er das Buch zu, Schlief bald ein. 功 c) Eingabe der Handelskammer Frankfurt a. M. icher. Rumsey nahm den Reichstag," betr. Entwurf eines Zolltarifgesezes. Antrag der Handelskammer Bielefeld bei Bezirks- Eisenbahnrat Hannover- Münster betr. Reform crfonentarife. Mitteilungen über zweifelhafte Firmen Inen fich in ſeine Erbritannien und Aegypten; Handelsbeziehungen zu tienten, der immer enter it, wirtschaftliche Verhältnisse der Kapkolonie. Ben Mrat empor. berjab, als er auf umer, mit einem Mal Bahnsinnigen vor sich wert ergeben. Nach Beendigung des hochinteressanten Umganges erwartete die Teilnehmer im Hause des Herrn Bichler ein von dessen Frau in liebenswürdiger Weise gebotenes Abendbrod, wobei Gelegenheit gegeben war neben andern Genüſſen den vorzüglichen Stoff zu bewundern, dessen Herstellung sich in der besichtigten Anlage vollzieht. Der Vorsitzende der Kammer dankte zum Schluß in anerkennenden Worten Herrn Bichler für den gestatteten Einblick in seinen Betrieb und seiner Frau für die freundliche Bewirtung, und Herr Bichler gab in einer längeren Erwiderung seiner Freude Ausdruck, daß sein Betrieb solche Anerkennung von Seiten der Vertreter von Handel und Industrie gefunden habe. Giessener Cagesneuigkeiten. - Die nächste Stadtverordnetenfißung findet fommenden Donnerstag mit folgender Tagesordnung statt: a) Lieferung von Spülbrunnenrohren, 1. Genehmigung von Rechnungen. 2. Sielbau, hier; b) desgl. von Wegebauarbeiten im Gießener Stadtwald. verschiebbaren Spülflappen. 3. Vergebung von 3. Vergebung von 4. Anlage eines neuen Friedhofes, hier: Kunstschlosserarbeiten. 5. Notstandsarbeiten. für die Alicestraße. 6. Straßenkostenbeiträge straße.- 8. Desgleichen für die Wiesenstraße.-- Ge7. Desgl. für die Johannessuch der Architekten Stein u. Meyer um Eröffnung der verlängerten Ludwigstraße.- 10. Ausführung des Gesetzes vom 2. August 1899 über die Dienstverhältnisse der Staatsbeamten; hier: militärische Organisation der Schutzmannschaft und Polizeikosten. nahmetage für die Beschäftigungszeit und den Ladender Schutzmannschaft und Polizeikosten. 11. Ausschluß der Geschäfte im Jahre 1903. der Plock'schen Stiftung für 1901/02. 12. Rechnung schlag der Plock'schen Stiftung für 1903/4. 13. Voran 14. Ge= such des Karl Ernst Christel um Erlaubnis zum Betriebe der Gastwirtschaft im Hause Seltersweg 40. 15. Gesuch der Anna Fiötsch Witwe um Erlaubnis anlage 1. zum Betriebe einer Schankwirtschaft im Hause Nord- - Gießen in Stein's Garten sein diesjähriges Winterfest. m. Am 29. November feierte der Männer- Turnverein Eingeleitet wurde dasselbe durch einen vom ersten Sprecher vorgetragenen Prolog, worauf Massenstabübungen, Turnen einer Vereinsriege an zwei Barren und von einer Anzahl Turnern Gipfel- Uebungen am Red vorgeführt wurden. Das daran anknüpfende Festspiel" Jahn im Olymp", in welches Marmorgruppen, ein Reigen römischer Gladiatoren, ein Fahnenreigen der Knaben, Pyramiden, die von Turnerinnen und Turnern gestellt wurden, Eisenstabwindeübungen und Gipfelturnen am Barren von Turnern des Vereins gezeigt wurden, ernteten bei allen Zuschauern ungeteilten Beifall, so daß die Schlußgruppe Huldigung der Germania" wiederholt gezeigt werden mußte. Den Schluß des Festes bildete ein Ball, der die Teilnehmer bis zum frühen Morgen zusammenhielt. Daß das Fest nur als durchaus gelungen bezeichnet werden muß, g ht schon aus dem Umstand hervor, daß sich an dem am Sonntag nach dem Windhof unterdie den vorhergehenden Abend bei dem festgebenden Berein nommenen Familienausflug fast alle diejenigen beteiligten, zugebracht hatten. Der letzte Zug der Bieberthal- Bahn brachte die fröhlichen Teilnehmer nach Gießen, woselbst die unermüdlichen im Vereinszimmer noch mit einer kleinen Nachfeier das diesjährige Winterfest ſchloſſen. " fizenden G. W. Koch ein Rundgang durch die neue teilnehmer beteiligten. Poliklinik unternommen, an dem sich sämtliche Festschloß die imposante Feier. Ein gemeinsames Festessen beAus Heffen und Nachbargebieten. 28. Novbr. Heute Nachmittag gegen halb 7 Uhr ist V. Der Großherzog von Hessen in Lich am Se. Königl. Hoheit der Großherzog mittels Hofzuges seiner Begleitung befand sich Herr von Riedeſel, Se. zum Besuche der fürstlichen Familie eingetroffen. In Durchlaucht der Fürst Karl und sein Bruder Prinz Reinhard nebst einer großen Menschenmenge waren zum Empfange ihres hohen Gastes an dem Bahnhofe erschienen. Für 6 Uhr 2 Minuten war der Hofzug im voraus signalifiert; kaum hielt der Zug, so entstieg unser erhabener Landesfürst mit leichten elastischen Schritten dem Salonwagen, und wurde vom Fürsten und Prinzen herzlich begrüßt und von der frohen Menge mit Hochrufen empfangen. Auf der anderen Seite des Bahnhofsgebäudes hatte der Kriegerverein Aufstellung genommen, an ihn reihten sich die anderen Vereine unserer Stadt mit Fackeln und Lampions, so beleuchtet war. Vor der Anfahrt zum Schlosse standen daß der ganze Weg bis zum Schlosse auf diese Weise die Zöglinge der Präparandenanstalt im weiten Halb. kreise. In offener Kutsche, an der Seite des Fürsten, fuhr Kgl. Hoheit durch die jubelnde Menge nach dem Schlosse. Die andern Herrschaften folgten. Im fürstlichen Schlosse wurde der hohe Gast von den Damen des Hauses begrüßt. Abends gegen 8 1hr brachten die Vereine und Präparanden dem Fürsten einen Fackelzug. Vor dem Schlosse sangen der Gäcilienverein und der Dechant Klingelhöffer eine Ansprache ungefähr folgenden Verein Männerquartett je einen Chor, worauf Herr Inhalts hielt: ,, Da Ew. fönigl. Hoheit unser hochver ehrtes Fürstenhaus durch einen Besuch beehren, ergreifen auch die Bürgerschaft und Vereine der Stadt Lich die Gelegenheit, Ew. fgl. Hoheit, so wie am verflossenen Heffentreue darzubringen." Er forderte dann die VerDienstage auch heute das Gelöbnis unverbrüchlicher sammelten zum Hoch auf unseren allergnädigsten Landesfürsten" auf, das begeistert ausgebracht wurde. Der Redner, der Bürgermeister und der Beigeordnete der Stadt, sowie die beiden Dirigenten der Gesangvereine wurden dann zum Großherzog befohlen, um seinen Dank entgegenzunehmen. In dem Saalbau der Heiland'schen Wirtschaft blieb man noch ein Stündchen gemütlich beisammen. * Lich, 29. Nobbr. Heute Mittag machte Se. fgl. Hoheit mit Durchlaucht dem Fürsten und den Damen des Hofes eine Spazierfahrt. Am Nachmittag fand Hoftafel statt, zu der die beiden Geistlichen, Herr Stiftsdechant Klingelhöffer und Herr Stiftspfarrer Weber, die Herren der fürstl. Verwaltung, Herr Kammerdirektor Kraz, Herr Assessor Löhlein, Herr Forstrat Dr. Dieffenbach, außerdem Herr Oberamtsrichter Giller, Herr Oberförster Schwörer und Herr Hofrat Dr. Stamm geladen waren. Heute Abend um 9 Uhr ist dann Se. tgl. Hoheit in feinem Solonwagen von hier abgefahren. Auch zum Abschiede war eine große Menschenmenge am Bahnhofe zusammengekommen, die begeisterte Hochrufe erhindurch dankte nicht mehr zu sehen zu war. Eingaben der Vereinigung von Handelskammern nie berrheinisch- westfälischen Industrie betr. Herbeiführung eines Poftübereinkommens mit entgeistertem Gichen Holland und dem Deutschen Reiche, und betr. Erschnell gefaßt. Wigung der Gebühren im Fernsprechverkehr zwischen deut- tritt Herr Richard Kirsch, Heldenliebhaber des schallen ließ, bis der Großherzog, der durch das Fenster zte Audrey haftig. Die Eingänge fönnen während der Geschäftsstunden im 5. Dezember und zwar in der Rolle des„ Uriel Warum find Sie eige en und holländischen Orten. au der Handelskammer eingesehen werden. Die Tagesordnung der Sizung war mit Rücksicht auf auerei und seines Landwirtschaftlichen Be**[ Stadttheater.] Wie uns mitgeteilt wird, Frankfurter Schauspiehauses, bestimmt Freitag, den A cost a" auf. ** Ehrender Auftrag. Den Erbauern des Gießener Stein u. Meyer hierselbst ist bei einer stattgehabten engeren tragen. *** Der Verein hessischer Zahnärzte hat am Sonntag t. Lollar, 1. Dez. Die Buderus'sche Villa hierselbst, welche s. 3t. von G. Nauheimer aus Gießen erworben wurde und in welche derselbe ein feines Weinrestaurant an den Restaurateur Funke aus Braunfels übergegangen. chen aus, in welchem Einladung des Herrn Gg. Bichler zur Besichtigung seiner Voltsbades und des Sophienbades Eisenach, den Architekten etabliert hat ist durch Rauf für den Preis von 65 000 t. Bollen Sie also man die Sigung erfolgte die Besichtigung dieser Betriebe leben für den von von ihnen eingereichten Entwurf der 1. önnen, wenn Sie an bes auf das Notwendigste beschränkt werden. Im An- Konkurrenz zur Erbauung eines Stadt- Bades für Aschers- Derselbe wird das Anwesen Anfangs Januar übernehmen. Auch Sie müssen fie der Führung des Herrn Bichler und seines Brau- Preis zu Teil geworden und ebenso die Bauleitung überen Sie sich in meinen Eiffers des Herrn Beichele. interen Teil des 3ition sind, werden in eingehender und lehrreicher Weise für Volksschulkinder unter Beisein des Geh. Ober- Medizinal nur die Stiefel anziger Mitglieder der Kammer sämtlich von neuester Ron- seine zu Darmstadt eigene erbaute zahnärztliche Poliklinik chöpft in den Stublläärt. Es war für jeden Teilnehmer sehr interessant durch zweite Anstalt in Deutschland; die erste wurde in Straß Sie fchnell!" fagte er geobachtung der chemischen und technischen Vorgänge ein ch muß ihm folgen!" e Bild von der Berarbeitung der Gerste und des Hopfens der Vereinigten Gesellschaft Vormittags 11 Uhr statt. Einbabe Ihnen ihon teresse war die Besichtigung des landwirtschaftlichen Bemen und ftarrte vor fi ey. Die maschinellen Anlagen, die nach dem Urteil sachbem fertigen Produkt zu erhalten. Von gleich großem iettes Zunächst sei die Hauptproduktionsstätte, die SchweiEs ist dies die burg i. E. errichtet. Die akademische Feier fand im Saale = geleitet wurde sie durch eine Ansprache des Vorsitzenden des Vereins hessischer Bahnärzte Herrn G. W. Koch- Gießen; nachdem sprach Bahnarzt Dr. Köhler- Darmstadt über die Gießen, 2. Dez. Auf dem heutigen Wochenmartt tofteten Butter per Pfd. 1.00-1.20 Mt. Hühnereier 2 St. 15-19 Pfg., Enteneier St. -00 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Pfg, Linien per Liter 30 Bfg., Tauben per Paar mr. 0.80-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1.20, Hahnen, per Stud Mt. 0,70-1.25, Enten per Stüd 2.00-2.20, Gänse p. Bfb. 60-64 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Pfg, Rindfleisch per Bfd. 60-64 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 70-80 Big. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.84 Bia., Kalbfleisch per fb. 68-72 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-70 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 5.20-5.50 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 3.50-4.50, Milch per Siter 18 fa. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderet, für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Vergebung von Bauarbeiten. Zur Erbauung neuer veterinär- medizinischem Institute der Landesuniversität, zunächst der norEinladung. Hiermit gestatten wir uns zum Zwecke der Begründung eines malen Anatomie, der pathologiſchen Anatomie und der Vereins zur Bebung des Fremdenverkehrs chirurgischen Klinik, werden folgende Rohbauarbeiten bezw. Lieferungen unter Zugrundelegung des Ministerial- zu einer am Donnerstag den 4. Dezember abends 9 Uhr im Saale des Cafè erlasses vom 16. Juni 1893 öffentl. ausgeschrieben. Leib stattfindenden öffentlichen Versammlung ganz ergebenst einzuladen. Der Vorstand des Vereins der Gastwirte für Gießen und Umgegend E. p. Los I Erdarbeit 3600 cbm Erdbewegung. Los II Erd- und Maurerarbeit 2250 cbm Erdaushub, 1258 cbm Bruchsteinmauerwerk, 2584 cbm Badsteinmauerwerk, 1990 qm 3mischendecken, 66250 kg Eisenträger zu verlegen, 945 qm Mauerisolirung, 251 cbm Hausteine versezen 2c. Steinmeharbeit in Lungstein( Basaltlava). 208 III 87 Ifdm Treppenstufen, 182 qm Schichtsteine. 208 IV 186 Ifdm Treppenstufen, 155 qm Schichtsteine. 208 V 117 Ifdm Treppenftufen, 147 qm Schichtsteine. Steinmenarbeit in rotem Sandstein. 206 VI 251 cbm glatte und profilirte Arbeit. Markt 7 Fritz Eccarius Markt 7 ( Wilhelm Orbig Nachfolger) Küchenlampen Stehlampen Angebotsunterlagen fönnen auf unserem 3weig- Hängelampen bureau, Frankfurterstraße Nr. 83 eingesehen, Angebotsformulare( feine Zeichnungen) gegen Selbstkostenpreis Beste absolute dorther bezogen werden. Offerten mit bezeichnender Aufschrift sind auf ge-| nanntem Bureau einzureichen und zwar für Los I bis Chaisenlaternen, V bis zum 13. Dezember vorm. 11 Uhr, für 208 VI bis zum 20. Dezember vorm. 11 Uhr, zu welchen Terminen die Eröffnung erfolgt. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 27. November 1902. Großh. Baubehörde f. d. Univerfitäts- Neubauten Gießen. Becker. Vergebung von Bauarbeiten. Zur Erbauung einer Gentralwaschanstalt für die Kliniken werden nachstehende Arbeiten auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 öffentl. ausge schrieben. Los I Spenglerarbeiten. 96 m Hängerinnen, 45 m Abfallrohre. 2c. Los II Dachdeckerarbeiten. 674 qm Schieferdach, 89 m Schneefanggitter 2c. Angebotsunterlagen fönnen auf unserem Zweigbureau, Frankfurterstraße Nr. 83, eingesehen, Angebotsformulare( feine Zeichnungen) gegen Selbstkostenpreis dorther bezogen werden. Offerten mit bezeichnender Aufschrift sind auf genanntem Bureau bis zum 8. Dezember vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungstermine, einzureichen. Gießen, den 28. November 1902. Großh. Baubehörde f. d. Universitäts Neubauten Gießen. Becker. Kainit u. Thomasmehl laut Untersuchungsatteste. Vorzügliche Qualität zu billigen Preisen bei Groß- Felda. Heinrich Völzing. Der Brief eines Gutspächters in Ungarn. Herrn Franz Wilhelm, Apotheker. t. und t. Hoflieferant in Neunkirchen, Niederösterreich. Naszály. Erlaube mir hiermit meinen Dank für die wunderbare Wirkung, welche Ihr ausgezeichneter Wilhelm's antiarthritischer ant rheumatischer Blutreinigungs- Thee bewirkt, auszu= sprechen. Ich habe durch diesen Thee eine Frau in Suttö gänzlich ausgeheilt, obwohl dieselbe schon drei Vierteljahre von den besten Aerzten der ganzen Gegend behandelt wurde, welche ihr das Leben absprachen. Durch diese Cur ist Ihr Thee in dieser Gegend so beliebt geworden, daß Herr Josef v. Török, Apotheker, Königsgasse 7 in Pest gewiß einen guten Absaz an die Suttöer Landleute hat. Auch in meinem Hause hat sich der Fall ereignet, daß ein bei mir bediensteter junger Mann so ein heftiges GichtLeiden bekam, daß er weder Füße noch Hände rühren konnte und durch den Gebrauch von drei Packeten Ihres ausgezei h- neten Thees gänzlich geheilt wurde. Auch ich gebrauche den Thee zweimal im Jahre und bin überzeugt, daß derselbe mir gut thut. Nochmals den besten Dank der Genesenen aus: sprechend, zeichnet mit aller Achtung Michael Hobidampf, Gutspächter in Naszály, I. P. Totis, Ungarn. 28eftandteile: Innere Nußrinde 56, Walnußschale 56, Ulmenrinde 75, franz. Orangenblätter 50, Eryngiiblätter 35, Stabiosenblätter 56, Lemus blätter 75, Bimmstein 150, rotes Sandelholz 75, Barbannawurzel 44, Carug wurzel 3-50, Radic. Cariophyll. 3 50, Chinarinde 8.50 Eryngiimurzel 57, Fenchelwurzel( Samen) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 25, Saffaparillwurzel 35, Fenchel, röm. 3.50, weiß Senf 3 50, Nachtschattenftengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten undgetrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ift. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware. Petroleumempfiehlt: ATENT von Mr. 0.50 bis mt. 3.50 von 200 bis М Mt. 40.von 2.00 bis Mt. 80.sich re Sturmlaternen. cchte Motardferzen. Öfen u.-Kocher unter Garantie. Elektrische Lampen. Gaslampen. Schönheitspflege. Robert Stuhl Neustadt 23, empfiehlt zu billigsten Preisen Jagdwesten gewebte Jacken Jägerbemden normalbemden Flanellhemden Faurjacken Unterhosen woll. Strümpfe woll. Socken Faust- u. FingerHandschube Gamaschen woll. Strickgarne Marte M- K. pp. Erbitte sofort unter Nachnahme an untenstehende Adresse 3 Stüd Aot- Seife( einfache Packung) und 1 Glas Aok- Kräutertabletten. Ihre Aok- Douche erhielt ich s. 3t. und finde ich die ganze Das sicherste Mittel Methode so vorzüglich, daß ich nicht umhin fann, Ibnen gegen Ratten und Mäuse meinen Dank auszusprechen. Achtungsvoll 8. 8t. Bad Ems, 29. Mai 02.( gez.) M. 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