Nr. 203. _Zweites Blatt. Avonnement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ne Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obft- nnd Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 2. September 1902. Gießener 11. Jahrgang. Jnfectionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen Die hessische Staatsprüfung im Justiz- und Verwaltungsfach. Von akademischer Seite wird der„ Frks. Btg." geschrieben: Das zweite Morgenblatt der Frankf. 3tg." vom 12. August bringt eine Notiz über den schlechten Ausfall der hessischen( zweiten) Staatsprüfung im Justiz- und Verwaltungsfache und fnüpft daran die Bemerkung, daß eine Besserung nur bei Reform des( ersten) Gießener Examens und des Vorbereitungsdienstes zu erwarten sei. Obwohl ich nicht mehr hessischer Jurist bin, so sind mir die Verhältnisse in meinem alten Vaterland doch so genau bekannt, daß ich mir wohl ein Urteil darüber erlauben darf, ein Urteil, das sicherlich von der Mehrzahl der jüngeren Beamten und Anwälte in Hessen geteilt wird. Es geht im Ganzen dahin, daß der wesentliche Mangel in der Ausgestaltung der Staatsprüfung felbst liegt. Denn diese ist durchaus nicht auf Ermittelung des Könnens, des„ Judiz", sondern lediglich des Wissens abgestellt. Ob der zufünftige Richter oder Verwaltungsbeamte mit dem Gesetz arbeiten kann, darüber giebt das Darmstädter Examen nicht den geringsten Ausschluß, da bei den schriftlichen Arbeiten Hilfsmittel nicht gestattet, wohl aber Aufgaben gestellt werden, die nur der gut eingepautte" Kandidat zu erledigen vermag. Ist es wahr, daß vor einigen Jahren zur schriftlichen Beantwortung gefragt wurde, wie hoch die Gerichtsgebühren in diesem oder jenem Falle feien, so zeugt dies von einer völligen Verkennung dessen, was eine schriftliche Prüfung leisten soll und kann. Ist es aber nicht wahr, so handelt es sich nur um eine scherzhafte Erfindung, so beweist diese doch, wie man in den beteiligten Kreisen über das Staatsexamen urteilt. Dazu kommt, daß man den Kandidaten zur Erledigung der einzelnen Fragen absolut nicht die erforderliche Zeit läßt, sondern sie von Frage zu Frage, von Klausur zu Klausur geradezu heßt. Was aber im schriftlichen Examen verfehlt wird, kann im mündlichen nicht mehr gut gemacht werden. Denn ein solches giebt es überhaupt nicht. Zwar findet der Form nach ein Termin zur mündlichen Prüfung statt, da aber die sämtlichen Kandidaten der Periode gleichzeitig geprüft werden, so fann man sich von der Tragweite dieser Prüfung" leicht eine Vorstellung machen. Ganz verfehlt ist das, was der oben erwähnte Artikel über die Verhältnisse in Gießen sagt. Zunächst ist in Hessen zu derselben Zeit wie in Preußen die Teilnahme an praftischen Uebungen den Studenten zur Pflicht gemacht worden. Obligatorische Uebungen brauchen also nicht mehr eingeführt zu werden, weil sie längst eingeführt sind. Außerdem aber steht fest, daß sich die hessischen Studenten.auch an nicht obligatorischen Uebungen viel eifriger beteiligen, als ihre preußischen Kommilitonen. Es wird schwer fallen, eine deutsche Universität zu finden, an der die Zahl der juristischen Praftifer und der Teilnehmer daran größer wäre als in Gießen. Was endlich das Gießener Examen betrifft, so haben wiederholt Fachkundige sowohl in juristischen Zeitschriften als auf juristischen Versammlungen erklärt, daß es das besteingerichtete in Deutschland sei und anderen Staaten als Muster dienen könne. Allerdings unterscheidet es sich bon dem Darmstädter ganz wesentlich, nämlich dadurch, daß es die Aufgabe des schriftlichen Teils nicht in der Ermitt lung dessen sucht, was der Kandidat weiß, sondern was er tann, sowie dadurch, daß es neben dem schriftlichen auch einen diesem gleichgeordneten mündlichen Teil hat. Aus Hessen und Nachbargebieten. ** schäftsverkehr verbunden sei, auch das Ansehen der Rechtssprechung beeinträchtige. Für den Fall, daß es zunächst nur zu einer Vermehrung der Feriensachen kommen sollte, hat die Handelskammer die Erklärung aller Forderungsklagen zu Feriensachen befürwortet und die von der Handelskammer Breslau empfohlene Beschränkung dieser Maßregel auf Forderungsklagen aus Warenlieferungen von Kaufmann zu Kaufmann mit der Begründung abgelehnt, daß auch der Schein einer Bevorzugung des Kaufmannsstandes in dieser Sache vermieden werden müsse. ** Darmstadt, 31. Aug. Mit Beginn des Winter Semesters wird an der Technischen Hochschule zu Darmstadt ein ganz neues Kolleg und zwar über chemisch- technische und geologische Vorarbeiten zur Trinkwasserversorgung der Städte usw. gelesen werden. Die Art der Vorlesungen ist insofern neu, als in denselben zwei Dozenten und zwar der Landesgeologe Dr. Steuer und der Vorstand der chemisch- technischen Prüfungsstation Prof. Dr. Sonne zusammen abwechselnd lesen werden. Die Vorlesungen werden noch durch Experimente und Exkursionen in die Umgebung von Darmstadt interessanter gestaltet. Vermischtes. * Professor Rudolf Virchow ist Sonntag Abend 9 Uhr in Berlin eingetroffen. Als der Zug hielt, wurde an den Salonwagen eine Tragbahre geschoben. Drei Aerzte begleiteten dieselbe. Der Sohn Virchows erzählte, daß sein Vater die Reise gut überstanden habe. Professor Virchow wurde in seine hiesige Wohnung überführt. * Mannheim, 1. Sept. Heute Nacht turz vor 1 Uhr explodirte in Schwetzingen der Dampskessel der Ritter- Brauerei. Hierbei wurde der Arbeiter Helm getödtet, während der Heizer Kapp schwer verletzt unter den Trümmern hervorgezogen wurde. Man erwartet auch dessen Tod. Das Feuer des Kessels wurde in ein Nachbarhaus geschleudert, das sofort zu brennen anfing. Das Feuer konnte jedoch bald gelöscht werden. Die Unglücksstelle wurde noch in der Nacht abgesperrt, weil der große Fabrik- Schornstein sich auf die Seite geneigt hatte und sein Einsturz befürchtet wird. * Karlsruhe, 1. September. In Cadelburg ertrank beim Baden im Rhein ein Soldat des 113. Infanterieregiments, das dortselbst anläßlich der Manöver im Quartier liegt. Der das Baden beaufsichtigende Sergeant merkte erst beim Ankleiden der Soldaten, daß ein Mann fehlte, und erschoß sich in seinem Quartier mit seinem Dienstgewehr. * Straßburg, 1. September. Der Stationsvorsteher des lothringischen Städtchens Fentsch verübte Selbstmord, indem er sich vor den Augen seiner Frau, sowie seiner 6 Kinder mittelst eines Rasiermessers die Kehle durchschnitt. Der Tod trat furze Zeit darauf ein. Die Mütter aller ſizengebliebenen„ Heiratsfähigen", die langgenährte stille Hoffnungen mit einem Schlage vereitelt sahen, fauchten vor Wut und ließen an„ der Person", die den guten W. doch ganz offenbar nur durch Teufelskünfte verführt haben fonnte, fein gutes Haar. Der Plan des Rachefeldzuges war bald entworfen und es stand schon vor der Rückkehr des W. von seiner Hochzeitseise fest, daß er gesellschaftlich geboykottet werden müssen. Den Gesch spielte in dieser Geschichte ein Oberlehrrer F., natürlich Leutnant der Reserve, ein Aeh- Bäh- Mann, der seinen Mangel an Wissen und Fähigkeiten durch mehr als gewöhnliche Schneidigkeit auszugleichen oder zu verdecken suchte. So wäre wohl Alles gut gegangen" und die Sünde W's. gegen den heiligen Kastengeist empfindlich gerochen worden, wenn ja, wenn damals meine Heimat über einen Rheinbaben verfügt hätte. Der aber fehlte, und deshalb nahm dieser Fall einen ganz anderen AusAls nämlich der schneidige Herr Leutnant und gang. Auch- Lehrer die ,, peinliche ,, Angelegenheit" in Gegenwart des Ministerialdecernenten vor versammeltem Lehrerkollegium der Anstalt zur Sprache brachte und seine begeisterte Rede für Thron, Altar, Autorität und Standessitte mit den fulminaten Worten schloß: Und so glaube ich denn, meine Herren, daß leider ein Zusammenwirken mit dem sonst so überaus verehrten Herrn Kollegen W. nicht mehr möglich sein wird" als er Dies gesagt hatte, da erhob sich besagter Ministerialrat zu den ruhig und langsam herausgebrachten Worten:„ Nun ja, Herr F. dann steht ja Ihrem Austritt aus dem Lehrerkollegium gar nichts im Wege!" Der Ministerialrat ist längst tot, auch Prof. W. hat nur noch wenige glückliche Jahre an der Seite seiner liebenswürdigen und trefflichen Frau leben dürfen; Herr F. aber zog damals seiner Wege. Wenn ich nicht irre, nach Preußen! Wo er gewiß eine glänzende Carrière gemacht hat. * Wien, 28 Aug. Die Polizei verhaftete den internationalen Hochstapler Eduard Detter, welcher unter verschiedenen aristokratischen Namen in mehreren Städten des Kontinents große Betrügereien verübt hat. Paris, 31. Auguft. In der letzten Nacht haben in verschiedenen Straßen der Stadt förmliche Rämpfe zwischen zuhälterbanden stattgefunden. Abends gegen 10 Uhr kam es wieder zu einem Rencontre, wobei mehrere Revolverschüsse abgegeben und mehrere Personen verlegt wurden. Ein zweiter Zusammenstoß erfolgte gegen 11 Uhr. Eine Person wurde dabei getötet. * In Bourges ist gestern abend ein furchtbares Unwetter niedergegangen, welches großen Schaden angerichtet hat. * Die Poesie des verregneten Sommers. Ein Stückchen wässriger Sommerpoesie bringt ein Mitarbeiter der Zeitschrift„ Hubertus", der offenbar schlechte Erfahrungen gemacht hat, am Anfang eines Reise- Feuilletons in nachstehenden schönen Versen: Mein Sohn, geh' nicht in den Thüringer Wald, Da regnet es gleich, oder doch sehr bald. Ob Ruhla, Eisenach, Koburg oder Gotha, Das ändert an der Sache fein Jota. Und flüchtest Du Dich zulegt nach Weimar, Da gießt es erst recht aus dem großen Eimer! Es regnet und nebelt tagein, tagaus, Mein Sohn beneble Dich lieber zu Haus! Auch ein Fall Löhning". Dem Vorwärts" schreibt ein Leser: Auf dem Gymnasium meiner kleinen mitteldeutschen Heimatstadt genossen wir in den Oberklassen den Unterricht einer markigen und knorrigen Persönlichkeit, des Professors W. Noch heute, wo ihn längst der Rasen deckt, gedenken seiner alle Schüler mit aufrichtigem Dank und freundschaftlichen Gefühlen... Dieser Professor W., dessen Körperkraft durch die Strapazen von zwei Feldzügen, wenn auch nicht ge-* Kugelfeste Leute. Daß in der Eifel ein gesunder brochen, so doch erschüttert worden war, erkrankte ein Menschenschlag existirt, dürfte wohl in weiten Kreiſen bekannt mal auf einer Reise in ziemlich abgelegener Gegend sein, daß es aber hier auch Leute giebt, die einen fugelfesten lebensgefährlich. Nach dem Urteile der Aerzte hatte er Schädel haben, davon hatten selbst die Eifeler bisher noch Rettung nur der hingebenden Sorgfalt und aufopfer- feine Ahnung. In einer Wirtschaft zu Gondenbreit, unfern ungsvollen Gewissenhaftigkeit einer Krankenpflegerin der Kreisstadt Prüm, kam es zu einer scharfen Auseinanderzu danken. In der Zeit einer langsamen und oft durchsetzung zwischen dem Wirt und einem anwesenden Gast. kleine Rückfälle in Frage gestellten Genesung hatten sich Letterer zog plöglich einen Revolver und schoß dem Wirt, allmählich zwischen dem Gelehrten und seiner Pflegerin, dem er nur in einer Entfernung von zwei Metern gegendie ein schlichtes Kind aus dem Volke war, Gefühle überstand, eine Kugel vor den Kopf. Die Kugel traf die entwickelt, die über Dankbarkeit und Freundschaft sehr Stirn, durchschlug aber nicht den Schädel, sondern prallte bald hinweggingen. Prof. W. hatte die Ueberzeugung ab. Die Kugel selbst, die sofort aufgefunden wurde, war gewonnen, in diesem Mädchen das Glück seines Lebens gänzlich abgeplattet. Das Wunderbarste bei der Geschichte gefunden zu haben. Der schönen Hoffnung, das ge- war aber der Umstand, daß der Getroffene nicht einmal ** Offenbach. Die hiesige Handelskammer hat sich liebte Mädchen, seine Retterin, eines Tages als sein taumelte, er warf sich vielmehr auf seinen Gegner, entriß ür die Beseitigung der Gerichtsferien ausgesprochen Weib heimführen zu können, ſtellten sich indessen diesem den Revolver und prügelte ihn weidlich durch. Der und ihren Antrag auf deren Abschaffung damit be= mannigfache Schwierigkeiten und Intriguen fiche Revolverheld wurde sofort verhaftet und wird sich in Trier gründet, daß diese ursprünglich lediglich aus Rücksicht Fall Löhning!- entgegen. Um die Sache aufs vor den Geschworenen wegen Tötungsversuch zu verantworten auf die landwirtschaftliche Bevölkerung geschaffene Gin- Biegen oder Brechen zu stellen, fuhr deshalb W. eines haben. richtung, nachdem die betreffenden Verhältnisse eine Tages furz entschlossen mit seiner Braut nach dem daWandlung von Grund auf erfahren hätten, nicht mehr mals noch englischen Helgoland und ließ sich dort zeitgemäß und mit erheblichen Schäden für den Ge- trauen. Bleiches Entsezen in allen Philisterkreisen! Zum Besuch des Königs von Italien in Frankfurt. Die Bresse hat sich bei dem Aufenthalte des italienischen Königs einer sehr aufmerksamen Behandlung zu erfreuen gehabt. Bur Verfügung der Zeitungsleute standen auf dem Bahnsteig 8 eigene Salonwagen, von denen aus man den Empfang des Königs genau beobachten konnte. Außerdem erkundigte sich Doerbaurat Knoche wiederholt nach etwaigen weiteren Wünschen der Pressevertreter. Auch Stationsvorsteher Krüger war in gewohnter Freundlichkeit zu jeder Auskunft gern bereit. Gegenüber der Ungefälligkeit, die sonst bei manchen anderen Behörden noch vielfach gegen die Presse herausge= tehrt wird, war das gestrige Entgegenkommen der Bahnver= waltung ein gutes Beispiel. New- York, 28. Aug. Ein Telegramm aus Manila bon General Chaffee meldet, daß eine Reihe heftiger Erdstöße auf der Insel Mindanao verspürt wurden. unfern Plan wegen der nicht zu ändern. Die Auseinen Gehilfen oder all nach dem Rechten zu sehen. Sobald die Geist vollkommen flar; er ist nur förperlich unfähig, übergezeichneter Landwirth; jedenfalls ist in diesem Punkt sein r ihn fein. Redburn ist, wie Sie wissen, ein ausdie Paul dort erhorönnte, würde von größtem auftauchte, Sie es 16. tapitel. modisches err Frank Rathhause gerade gegenüber. Sein Geschäft war ein sehr ausgedehntes, denn als erster Rechtsanwalt der Grafin der Hochstraße von Belthorpe, dem iften es Ruhe jeiner geli eliebten Mutter. ohne irgendwie Verdacht über ihre Identität zu Frau Talbot hatte zwölf Jahre in Belthorpe gewohnt, bedeute für die müden Augen und zarten Finger alte Alwine Esmonds Jugendverrirrung war eine alte gen. Geschichte; dreiundzwanzig Jahre hatten sie aus Jeder,, Wie weit ist die Leichthin meinen No Nachbar zur Rechten. Verhandlung, ,, Die Meistigungsklausel wird eben diskutirt. Der sieht mich einen Augenblid forschend an und Herr Kollege?" frage ich se ehrtester Herr Barbon, vermeint bann: Für Essen!" sage ich nach turzem Besinnen, in der Meinung. ege, find Sie für Baden oder Essen?" baß ich einer von den mein hin. Die nachber Die Flüsse sind aus den Ufern getreten und Berge eingestürzt. Auch sonst ist großer Schaden angerichtet worden. 60 Eingeborene wurden getötet. Von der Insel Dominique wird berichtet, daß seit gestern Nach mittag 2 Uhr in südlicher Richtung fortdauernd Erdstöße, welche von unterirdischem Donner begleitet waren, verspürt wurden. Man glaubt, daß ein neuer, schwerer Ausbruch erfolgt sei. Alle Verbindungen sind abgeschnitten und alle Versuche Einzelheiten zu erhalten, blieben bisher erfolglos. * Man schreibt zum Befinden des Prof. Virchow weiter aus Berlin: Nach unsern Erkundigungen kann das Befinden des Professors Virchow nach ruhig verbrachter Nacht als den Umständen nach befriedigend bezeichnet werden. Die Schwäche ist zwar sehr groß, doch hofft man, eine Katastrophe noch abwenden zu können. Deutsche Einwanderung in die Vereinigten Staaten. Ueber die Einwanderung der Deutschen in die Vereinigten Staaten findet sich in der„ Pall Mall Gazette" solgender interessante Artikel:" Die deutsche Einwanderung in die Vereinigten Staaten und andere Teile der Welt, welche einst so außerordentlich groß war, ist seit 1870 zu einer sehr unbedeutenden Zahl herabgesunken. 1881 waren es noch 220902 Personen, welche Deutschland verließen, während 1901 nur noch der zehnte Teil, nämlich 22 073 auswanderten. Diese schnelle Abnahme ist um so bemerkenswerter, wenn wir bedenken, daß die Bevölkerung des Deutschen Reiches zwischen 1881 und dem letzten Jahr von 45 000 000 auf 57 000 000 gestiegen ist. Die französische Bevölkerung ist dagegen ziemlich unverändert geblieben. Ihre kleine Bunahme ist fast ausschließlich auf fremde Einwanderung aus Belgien, Schweiz, Deutschland, Italien und Spanien zu schieben. Meist decken die Geburtszahlen nicht einmahl die Zahl der Todesfälle, eine Thatsache, auf welche französische Statistifer mit großer Besorgnis hin weisen. Während die deutsche Einwanderung, dem industriellen und kommerziellen Aufschwung dieses Landes entsprechend, auf ein Minimum herabgesunken ist, hat sich eine außerordentlich rasch anwachsende Flut von Einwanderern aus anderen Teilen Europas über die Vereinigten Staaten ergossen. 1896 bis 1897 wanderten rund 200 000 Personen in Amerika ein, von welchen mehr als die Hälfte aus Italien, DesterreichUngarn und Rußland kam. Im letzten Jahre waren es 600 000. Wenn das so fort geht, wird der Volkscharakter von Amerika bald ganz bedeutend dadurch beeinflußt werden. Ein großer Teil dieser neuen Glemente wird in der transatlantischen Republik nicht sehr gerne gesehen, während deutsche und skandinavische Ein| Unter wanderer immer sehr willkommen waren. Bei dieser Gelegenheit erinnern verschiedene amerikanische Zeitungen an die Rolle, welche die Deutschen während des Krieges 1860-64 und in dem alten Befreiungskriege gespielt haben. In dem ersteren retteten die Deutschen Missouri für die Sache der Union. In allen Staaten dienten sie als Nationalgarde. Sie traten in der ungeheuren Zahl von 187853 ann in die Armee ein. den Generälen und Offizieren waren sehr viele deutscher Abstammung; nicht wenige derselben wie General Sigel, General Schurz, Oberst Hecker- republikanische Flüchtlinge von 1848/49. Lincoln nach Washington war nur durch deutsche Hilfe Der Zug des Präsidenten möglich. In dem alten Unabhängigkeitskriege waren die Namen der Generäle Steuben, v. Halb, v. Wodtke und v. Weißenfels Allen voran. Präsident Washingtons Leibgarde stand unter dem Befehl eines Deutschen, und die Mehrzahl seiner Offiziere und Leute waren derselben Nationalität. Während dieses Krieges waren verschiedene Regimenter und Schwadronen Kavallerie ausschließlich deutsch, der deutschen Rekruten in den eingeborenen amerikanischen Regimentern garnicht zu gedenken. In dem Kriege von 1812, und in dem meriAdoptivvaterlande treue Dienste. In dem Kriege gegen fanischen Kriege leisteten die Deutschen ebenfalls ihrem die Südstaaten war ihre Zahl Legion. Sie ließen sich hauptsächlich in den Staaten New- York, Ohio, Missouri, Illinois, Pennsylvanien und Wisconsin anwerben." Litterarisches. „ Die Ostmart", Monatsblatt des Deutschen Ostmarken- Vereins.„ Das Deutschtum ist im Osten in Gefahr", hieß der Alarmruf, der erst von wenigen beachtet, immer mehr an Stärke zunahm, bis. er nicht mehr überhört werden konnte. Die Streitrufer hatten Recht, auf die immer wachsende Polengefahr aufmerksam zu machen und Vorkämpfer für die Erhaltung deutschen Wesens und deutscher Kultur um sich zu sichern. Anfangs verkannt, ist es der tapferen Schar endlich ge lungen, den deutschen Michel aus seinem Schlafe auf zurütteln. Es ist nicht allein ein Kampf um Ideen und für Ideale, den die allzeit unruhigen Polen heraufbeschworen haben, sondern es ist ein wirtschaftlicher Kampf, in welchem dem Streitsuchenden jede Waffe recht und willkommen ist. In der letzten Zeit ist ja die Nachricht von den Gewaltthaten des verhetzten Volkes durch alle deutschgesinnten Blätter gegangen. Wer sich für die nationale Sache in den Ostmarken be= geistern kann, der sollte die Ostmark" lesen und mit einspringen in die Reihen derer, die um ererbtes Recht und Besitztum kämpfen. V. Sr. Sefftfche Landes- Lotterie. Biehung VI. Riaffe 1. September 1902. Xe Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, find mit 200 Mart gezogen. ( Ohne Gewähr.) 90 156[ 400] 68 99[ 400] 250 93 98 314 83 460 503 10 84 622 755 80 807 15[ 400] 29 969 98 1012 44 102 32 261[ 1000] 369 588 98 658 712 14[ 400] 71[ 1000] 858 79 928 2096 100 57 66 283 84 86 396 500[ 1000] 18 75 706 20 861 909[ 3000] 45[ 400] 72 3174 223 72 314 28 47 444 591 610 75 90 827[ 400] 60 930 42[ 400] 4000 3 18( 1000] 31[ 1000] 32 79 93[ 400] 236 39 60 327[ 10000] 66 415 565 86 605 67 84 807 76 926 49 5041 76 89 193[ 400] 267[ 400] 317 49 453 76 509 22 49 75 640 42 719 48[ 400] 68 803 10 14[ 2000] 74 79 83 932 6010 87 187 94 255 70 366[ 400] 84 443 52 98 587 96[ 400] 614 730 39 52 56[ 1000] 954 69 7036 119 322 76 82 437 508[ 400] 670[ 400] 730 33 67 72 852[ 1000] mound to 960 8060 237[ 1000] 55 314 70 448 542 62[ 400] 683 95 726( 400) 70 845 972 9132 82 229 73 379 457 509 40 57 620 76 706 16 67 79 890 54 67 80 81 919 68 10088 128 57 260 577 79 626 58 62 89 710 38 69 904 31 80 97 11096 129 43 60 79 84[ 400] 271 384 452 56 508 52[ 1000] 98 609 755 72 868 959[ 400] 12164 96 287[ 400] 306 71 412 533 639 74 75 92 742 93 844 55 72 90 902[ 1000] 29[ 400] 31 45 78[ 400] 86 95 13062 104 236 94 354 65 422 70 87 95 540 43 50 720 29 935 69 91 14080 119 231 46[ 400] 70 73 77 316 79 510 58[ 1000] 70 628 93 857 15116[ 400] 27 45 60 322 38 72 83 437[ 400] 55 582[ 400] 754 803 71 939 94 16163 88 214 31 36 482 96 511 38 39 629 39 41 53 821 27 66 858 93 17040 63 116 38 49 68 235 52 54 68 304 22 94 415 29 51 55 86 511 24 56[ 3000] 77 616 48 735 819 919 48 92 212 79[ 400] 344 461 82 530[ 400] 67 88 654 876 938 78 628 30 76 703 79 99 18121 22 45 83 19215 45 88 571 sandra 20076 82[ 400] 116 47 265 71[ 400] 342 57 85 449 50 527 80 626 753 986 89 21019 23 46 82 195 223 347 66 87 411 549 647 90 751 807 12 16 42 77 962 83[ 400] 98[ 400] 22063 191 98 338 43 496 524 81 622 785 727 804 13 41[ 400] 88 90 940 56 73[ 20000] 23175 441 502 89 858[ 1000] 987 24011 53 54 110 85[ 400] 212 85 308 56 580 606 11 38 25023 52 83 121 85 262 333 505 612 63 72 703 36[ 400] 818 21[ 400] 66 906 28[ 1000] 26031 58 143[ 400] 60[ 2000] 61 87 218 372 92 405 522 630 58[ 400] 97 721 835[ 400] 63 917 28 68[ 400] 27045 94[ 400] 145[ 400] 50 89 96[ 1000] 276 349 80 449 567 620 75 97 99 714 25 826 903 10 58 28004 7 21 139 71 94 234[ 400] 78 338 65 90 518[ 400] 696 720 26[ 400] 38[ 1000] 855 946 84 92 29027 40 90 95 125 82 84 226 55 349 413 21 38 62 95 500 22 99 608 33 68 78 713 14 817 934 51 30011 34 100 65 324 81 99 530 73[ 1000] 80 639 40 45 762 97 800 128 41 85 901 35 42[ 1000] 64 31038 71 100 237 58[ 1000] 88 381 444 580 612 61 722 80 84 88 849[ 1000] 84 940 32001 5 8 45 158 216 86 daug 310 439 41[ 400] 49 63 518 67 629[ 400] 83[ 400] 821 22 33062 71 [ 400] 145 208 343 69 83 95 422 41 95 517 26 600 919 39 34242 79[ 400] 421 76 79 538 630 32 50 86 732 42 62 90 876 84 942 63 danu 35035 111[ 3000] 19 226 364 450 594 658 789 955[ 400] 88 36067 106 52 225 70 93 554 89 650 58[ 400] 96[ 400] 829 47 87 937 68[ 400] 76 37025 50 51[ 400] 57[ 1000] 83 107 10 73[ 400] 256 58 69 304 37 78 422 514 614 48 56[ 400] 96 717 844 988 38016 90 124 61[ 2000] 269 72 77[ 400] 377 421[ 2000] 515 626 63 75 786 93 825 28 39067 95 124 27[ 400] 258 348 511 89 605 65 72 707 802 93 994 40080 110 35 99[ 400] 255[ 400] 363 431 42 817[ 3000] 81[ 1000] 41047 80 190 341 42[ 400] 86 428 531 43 78 626 705 14 18 26 77 852 81 82 910[ 1000] 14 16 42001 10 21[ 2000] 148 78 237 307 404[ 400] 26 97 688[ 400] 828 46 43009 132 62 90[ 400] 453 90 557 67 662 703 74 84 98 818 23 32 959 44029 34 84 88 104 42 81 248 449 67 503 24 38 45076 150 209 23[ 400] 55 304 12 483 545 71 630 34 872 901 5 64 70 72 46077 88[ 400] 97 134 43 44 230 334[ 2000] 58 437 56 506 18[ 1000] 42 93 672 85 784 816 920 41 47037 71 136 96 235 305 86 472 78[ 1000] 81 556 88[ 400] 684 960 48014 67[ 400] 196 264 449 91 523 91 631 74 78 86 840 61 64 916 26[ 1000] 92 49051 64 173 218[ 400] 56 84 95 343 418 37 617 44[ 1000] 97 720 37 829 70 902 15 73 80 88 50013 142[ 400] 200[ 400] 6 51 89 305 37 425 73 544 603 23 762 823 70 1022 61 178 285 385 569 606 17 34 700 808 81 98 997 52022 75 203 21 81 96 300 31 75 491 507 12 44 53 655 94 805 19 975 80 58051 163 70 211 337 82 90 95 436 60 512 64 71[ 400] 83[ 2000] 84 752 97 81818 83 86 65 901 17 22 54028 41 42 264 451 66 75 533 37 60 646 86 91 67[ 400] 99 747 928 43 44 54 58 636 722 53 89 832 73 94 918 20 Rich. Buchacker Neuen Bäue 11, staatlich konzessionierte Kollekteur der Großherzogl. Hessischen Landes- Lotterie und Eigarren- Geschäft. Giessen, Nicht der Verteidigung eines durch langen Besitz und kulturelle Arbeit für uns geheiligten Bodens, sondern der Weiterausbildung und Erschließung unserer jüngsten Erwerbungen, der Kolonien, ist die Koloniale Zeitschrift" gewidmet, von deren 3. Jahrgang uns Nr. 17. vorliegt. Auch hier droht eine Gefahr, vor der ge warnt werden muß, die sogenannte gelbe Gefahr", die Bedrohung der abendländischen Welt durch die wirt schaftliche Konkurrenz der mongolischen Rasse, auf die ein Aufsatz von Dr. Wegener in Form einer Buchbesprechung hinweist. Aus dem Inhalte des vor liegenden Heftes sei noch auf den Aufsatz mit Illu strationen Afrikanische Flußschifffahrt" und auf" Samo und und zugleich unterhaltend ist auch die Abhandlung anische Anregungen" hingewiesen. Ungemein belehrend von Dr R. Petsch: Kameruner Märchen. tums in Südafrika" schreibt Dr. Hadow in Nr. 4 des Ueber den Untergang des reichsdeutschen Volks„ Burenfreund". Danach sind dort die Aussichten für Das Deutschtum recht betrübend und Wandel kann nur durch das Reich geschaffen werden. Aufenthalt und Rückkehr der Kriegsgefangenen von Bermuda wird dem Leser im Bilde vorgeführt und der Rest des Inhaltes nirgends anders, so kann man durch diese Lektüre über des englischen Weißbuches Cd 1096 mitgeteilt. Wenn den Gang der Dinge und über die Not in Südafrika aufgeklärt werden. Eine neue Spezialfarte vom Großherzogtum Hessen von W. Liebenow, Geh. Regi rungsrat und Professor, ist soeben in L. Ravenstein's Verlage, Frankfurt a. M. erschienen. Die Karte ist im Maaßstabe 1: 300,000 gezeichnet, reicht von Marburg im Norden bis Wimpfen a. N car im Süden, festem Steinstich bringt die Karte: Alle Wohnpläße bis zum von Fulda im Osten bis Kreuznach im Westen. In Weiler herab mit Namen, die Schrift nach Bedeutung und Bewohnerzahl der Orte größer oder kleiner; alle Bahnen mit Stationen, Flüssen, Straßen bis zu Landwegen herab. Kleine Signaturen bezeichnen Häuser, Gasthäuser, Schloß, Forsthäuser u. s. w. Gebirge sind mit feinen grauen Schraffen dargestellt um die politische Gliederung des Kartenbildes nicht zurückzudrängen. Provinz Oberhessen ist mit Orange, Startenburg rosa, Rheinhessen mit gelbem Bande abgegrenzt. Die Kreisgrenzen in allen 3 Provinzen sind rot fräftig hervors gehoben. Die sehr eraft und genau ausgeführte Karte ist auch äußerlich elegant ausgestattet. Sie kostet gefalzt nur me 2.-, aufgezogen Mt. 3.-. Die Korrekturinaterialien zu derselben wurden von Seiten des Generalstabes in Berlin geliefert, die Eisenbahnen durch Vermittlung des Reichseisenbahnamtes ergänzt Allen Militärs, Reisenden, Beamten Buchhandlungen zu haben. Wegen ihrer genauen Ausführung u. s. w. sei die Karte bestens empfohlen. Sie ist in allen bei dem billigen Preise ist ihr große Verbreitung sicher. PFLEGE DEIN HAAR With And 寶 Pflege Dein Baar JAVOL Das Beste für die Baare. Harta Be Pomade, Oel und schädliche Essenzen dürfen nicht auf die Kopfhaut gebracht werden. Es giebt etwas viel Besseres, wodurch Haar und Kopfhaut erfrischt und gestärkt, das Haar seidenweich, üppig, glänzend und geschmeidig wird. Dieses vorzügliche, erstklassige Haar wasser heißt JAVOL und findet sich auf den Toilettentischen der ersten Kreise, da sein Erfolg ein ganz unvergleichlicher ist. Man erhält es, die flasche zu Mk. 2.-, Doppel flasche Mk. 3.50 in allen feineren Parfümerien, Drogerien und Coiffeur geschäften, auch in Apotheken. MIT JAVOL! In Gießen bei: Gebr. Michel. la. Karlstädter Portland Cement offerieren sowie andere erstklassige Cement- Marken zum billigsten Tagespre 8. Jean Dern& Co., We anlage 31. Baumaterial enhandla. engros. Telephon 21. 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