Nr. 203. Erstes Blatt. Dienstag, den 2. September 1902. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1 50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Gießener 11. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Steßen Ne Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) pripad für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Zur Aufklärung " über die Schweine not veröffentlicht die Allg. Fleischer8tg." eine für die weitesten Kreise des Volkes bestimmte Belehrung streng sachlichen Charakters, in der sie u. a. ausführt: Motiviert wird die Grenzsperre seitens der deutschen" Regierung mit der Angst vor Einschleppung von Tierseuchen, und die Zentralstelle für Viehverwertung fieht mit Schreckenden Zug des Todes" in Gestalt von Tierseuchen aus dem Auslande dem deutschen Schweine drohen. Wie steht es damit? Wenn in Deutschland Klauenseuche oder sonst eine ansteckende Seuche unter Schweinen ausbricht, tötet man die befallenen Tiere; die übrigen Stallgenossen, die man doch gewiß als verseucht bezeichnen darf, packt man unter veterinär- polizeilicher Aufsicht in Eisenbahnwaggons, plombiert diese, schickt sie viele Meilen durch das deutsche Vaterland; in einem öffentlichen Schlachthofe, der sich auf telegraphische Anfrage zum Empfang bereit erklärt hat, läßt man die Tiere unter veterinär- polizeilicher Aufsicht schlachten und übergiebt das Fleisch dem Verkehr. Von solchen plombierten Schweinetransporten, die nicht mit einheimischen, seuchenfreien Schweinen in Berührung fommen, sind noch nie andere Schweine bestände infiziert worden; mancher Transport von derartigen sogenannten Seuchenschweinen ist z. B. aus Mecklenburg nach dem Hamburger Schlachthof befördert worden. Die Forderung des deutschen Fleischergewerbes ist nun die, daß gesunde ausländische Schweine, die laut Attest des ausländischen Tierarztes beim Verladen ins Ausland gesund waren und bei Anfunft an der Grenze von beamteten deutschen Tierärzten noch einmal auf ihren Gesundheitszustand geprüft worden sind, unter denselben Vorsichtsmaßregeln, die für„ berseuchte" deutsche Schweine gelten, den öffentlichen Schlachthäusern zugeführt werden, also in plombierten Wagen und unter veterinär- polizeilicher Aufsicht, damit sie mit deutschen Viehbeständen überhaupt nicht in Berührung kommen können. Findet sich bei der Untersuchung an der Grenze durch die deutschen Tierärzte nur ein seuchenfrankes Tier unter dem Transport, so wird der ganze Transport zurückgewiesen und verbleibt im Auslande. Daß unter solchen Umständen keine Gefahr der Einschleppung von Tierseuchen aus dem Auslande droht, muß jedem Kinde klar sein. Die deutsche Reichsregierung aber kann und darf der Forderung der deutschen Fleischer, die damit zu Anwälten des deutschen Volkes werden, um so weniger widerstreben, als sie damit den Handelsverträgen In eigener Sache Richter. Roman von L. Haidheim. ( Nachdruck verboten.) ( Fortsetzung.) Den einen soll man das Prädikat geben und nicht mucken, Denn auch in seiner Rechnung Summen fehlen, die ein Ver mögen repräsentieren, dem anderen oder dem selbigen kann man die Erbschleicherei ungefähr sonnenflar nachweisen." " Möchtest Du Deine Privatansichten von den Eigenschaften eines Ehrenmanues nicht lieber hier für Dich behalten, Onkel Ernst Nepomuk!" war plötzlich Graf Joseph vor den alten Herrn gesprungen, bereit sich beim ersten weiteren Wort auf ihn zu stürzen. " Du Narr! Denkst Du mit Schöntun und Liebedienerei Dir Dein Brod auf Klaino zu verdienen?" schrie der„ Afrikaner" wütend auf. Was ich denke, sind meine Sachen aber den Vetter Burfard laß ich nicht beschimpfen und von Dir möcht' ich gewiß nicht so viel, wie Du einem Bettler am Wege giebst."- Graf Joseph sah unbeschreiblich aufgeregt aus, im Grunde fonnte ihn doch das beleidigende Gerede faum wundern in dem Zustand von sinnloser Wut und Enttäuschung, in welchem Ernst Nepomuk war. Burkard trat zwischen sie und nicht ohne guten Grund, denn noch nie hatte er Vetter Josephs Augen so bösartig funkeln sehen, wie heute. Seine nochmalige Bitte an den Onkel, den Thatsachen gegenüber sich billig finden zu lassen, wurde mit Achselzucken aufgenommen. Der alte Herr wurde im Gegenteil immer gehässiger und ließ sich auch auf keine Weise besänftigen. " Krieg bis aufs Messer!" schwor er und immer wieder kam er zurück auf das gestohlene Geld", über welches er sehr genaue Erkundigungen eingezogen. So schön für Burkard der Moment auch gewesen, der ihm das Besizrecht auf Klaino gegeben, so peinlich und verlegend wirkte doch diese Szene in ihm nach- zu seinem heimlichen Erstaunen aber fast noch mehr in Joseph, der den Rest des Abends bleich und gedrückt dasaß. War das denn nicht auch natürlich nach der Enterbung feitens des Großvaters? Burfard hätte dem armen Jungen so gern gefagt: Sorge Dich nicht, Du sollst nicht rechtlos und wie ein Bettler dastehen!" aber heute hätte das ja fast wie ein Almosen aussehen können. mit unseren Nachbarstaaten zuwiderhandeln würde. Denn nur wenn eine Einschleppung von Tierseuchen auf keinem andern Wege zu verhindern ist, darf nach den Vereinbarungen der Handelsverträge als Letztes und Aeußerstes ein Einfuhrverbot erlassen werden. Am ungerechtfertigsten und gegen den Geist der Handelsverträge verstoßend ist aber die sogenannte " Kontingentirung" der Einfuhr lebendes Viehs aus dem Auslande Denn diese ist schlechterdings nicht mit veterinären oder sanitären Beweggründen zu versehen. Wie klipp und klar ausgesprochen wurde, ist ja auch die Zahl der aus Rußland zur Einfuhr in das oberschlesische Industriegebiet zugelassenen Schweine von der Regierung allmählich herabgesetzt worden in der Annahme, daß in der Zwischenzeit die deutsche Schweinezucht ihre Produktion so weit vermehrt haben würde, uni den durch Herabſegung des Kontingents herbeigeführten Ausfall an russischen Schweinen zu decken. Man hackt dem ausländischen Hunde den Schwanz stückweise ab, um der deutschen Landwirtschaft Zeit zu geben, ihrem Hunde den Schwanz stückweise wachsen zu lassen. Was würde man in Deutschland sagen, wenn Rußland die deutschen Ausfuhrartikel in ähnlicher Weise kontingentirte"? werter geschäftlicher Findigkeit und Intelligenz die Vorzüge des erleichterten Handels- und Weltverkehrs zu eigen und dienstbar, im Gegensatz zum deutschen Landwirt der die Verkehrsverhältnisse durch Einfuhrverbote, Grenzsperren und exorbitante Zölle um ein Säkulum zurückschrauben möchte. Auf dem großen, von Zollschranken freien Markte der Welt, in London, versteht es der dänische Bauer, dem mächtigsten Landwirtschaft treibenden Staate der Welt, Nordamerika, mit seinem Fleisch- Trufte im Konkurrenzfampfe zu begegnen und ihn mit eigenem Waffen zu besiegen. So viel Futterstoffe, wie Dänemark zur Aufzucht und Mästung seines Viehes bedarf, vermag es bei weitem nicht hervorzubringen, es importiert und in der Hauptsache von Amerika. Am 5. Juli 1902 notierte in London erste Sorte dänischer Sengspeck( Bacon) 68 Schilling per Zentner( englisch). erste Sorte amerikanischer Sengspeck( Bacon), 54 Schilling per Zentner( englisch). Der dänische Bauer verkauft also die amerikanischen Getreide und Futterstoffe, aus denen sein Schweineprodukt zum größten Teil besteht, 25 Prozent teurer am Londoner Markt, als der amerikanische Fleischtrust selber. Das ist der Weg, den der deutsche Viehproduzent gehen muß. Er hat es dabei nicht so weit wie der Däne nach England, sondern bei dem herrschenden Schweinemangel hat er das lohnendste Absa z- Mit heißem Bemühen arbeiten jetzt Regierung und Reichstag an dem Zustandekommen des Zolltarifs, auf Grund dessen es dann möglich sein soll, neue Handelsgebiet im etgenen fleisch bedürftigen verträge abzuschließen. Was würden aber der deutschen Eiſenindustrie die günstigsten Zollsäge auf Maschinen nützen, wenn Rußland defretirte, die Einfuhr deutscher Maschinen wird kontingentirt", um der russischen Eiſenindustrie Raum und Zeit zu geben, sich mit ihrer Produktion in den planmäßig alljährlich kontingentirten Ausfall am zugelassenen Einfuhrquantum( Tonnenzahl) von deutschen Maschinen hineinzuwachsen? Die deutsche Landwirtschaft thut so, als ob ihr eine besondere Bevorzugung seitens der Regierung und Gesetzgebung als gutes Recht zustände. Die deutsche Landwirtschaft ist ein Gewerbe wie jedes andere, ein Teil der Allgemeinheit, und der markige deutsche Bauer müßte ein merkwürdiges Treibhauspflänzlein geworden sein, wenn er nur in so einer Art„ Watte- Kultur" dem Leben erhalten werden könnte. Es giebt in den Nordmarken Bauern germanischer Abstammung, die in dem Königreiche Dänemark ein durch landwirtschaftliche Zölle gänzlich ,, ungeschüßtes" Dasein mit steigender Behaglich feit fristen; aber diese Bauern machen sich mit rühmensIm Schlosse war noch alles wüst und durcheinander, wie es nach der Aufhebung des Lazaretts geblieben. Ein färglicher Imbiß nur war zu beschaffen, aber aus dem Steller wenigstens ein guter alter Wein und während der Sturm um das Schloß tobte, lag der neue Besizer schlaflos die ganze Nacht:" Mein Ehrenwort! Mein Ehrenwort! O, Maria!" * Als am Mittag Frau von Wazlaw aus dem Gerichtsgebäude zurückkam, wo sie betreffs der Vormundschaft über ihre Kinder nach der Testamentsverlesung noch eine Weile zurücdgehalten worden, fand sie ihren Verlobten schon abgereist. Der Portier richtete ihr seine Bestellung aus und sie stieg nachdenklich und sorgenvoll die Treppe nach ihrem Logis hinan. Was Ernst Nepomuf im Schilde führte, wußte sie nicht; er machte tein Hehl daraus, daß er weder von dem Verstande, noch von der Verschwiegenheit der Frauen hohe Begriffe hatte und daß er auch sie nicht zu den Ausnahmen zählte. Bis jetzt galt ihr fein einziges Bedenken_gegen die Heirat mit ihm, denn sie war arm und er machte sie reich und zur Gräfin Ebern. Heute= in dem Moment, wo ihr und ihren Kindern Krapolno zufiel- blizte auf einmal die Frage in ihr auf, war sie nicht flüger in bescheideneren, aber immerhin auskömmlichen und standesgemäßen Verhältnissen ihre eigene Herrin zu bleiben? Krapolno war nichts gegen das Majorat, höchstens eine Hütte im Vergleich zum Fürstenschloß aber man fonnte es renovieren, fonnte es schmücken, es zu einem reizenden Edelfig machen- und Ernst Nepomuk gehörte nicht zu den leicht um gänglichen Charakteren. Andererseits-. Sie war sehr nachdenklich geworden und froh allein zu sein um nachdenken zu können. Auf ihrem Tische lag ein Brief- ihr hierher nachgeschickt aus dem Kloster. 1 Von Maria? Und aus Meran? Die Tochter schrieb: " In diesen nächsten Tagen, teure Mutter fährt sich der Todestag des Großonfels und der unseres Einzugs in Krapolno. Was liegt alles zwischen dem Moment und dem Heute!- Aber davon will ich Dir nicht sprechen, mich drängt heute wichtigeres. Du hast mir nicht geantwortet als ich Dir schrieb, daß ich mit Herrn und Frau Sordegni er ist ein Mailänder Seidengroßhändler gewesen nach dem Süden, zunächst nach Meran gehe. Seit ich bei diesen herrlichen Menschen bin, ist jeder Tag mir ein glücklicher geweien;- jest sagt mir Frau Sordegni, die ich Mutter nennen muß, daß ihr Gatte bereit sei. Dir und ande. Ueberlegen in der Konkurrenz bleibt er dem Ausländer immer, auch bei vollständigen geöffneten Grenzen für die Einfuhr von lebendem Vieh. Denn er ist insofern im Vorteil, als er nicht zu tragen hat den Zoll der ausländischen Schweine, die Transportspesen vom Auslande und den Gewichtsverlust, der durch den längeren Transport am einzelnen Tiere entsteht. Das ist keine fleine Produktionsprämie für die Schweinezucht in Deutschland bei offenen Grenzen. Die hier geschilderten Verhältnisse sind, obgleich von einschneidender Wichtigkeit für die deutsche fonsumierende Bevölkerung, leider in weiten Streisen gänzlich unbekannt. Wird das Fleisch teurer, so giebt sie dem Fleischer die Schuld und macht ihm mit ihrer Unzufriedenheit das Leben sauer. Die Agrarier aber, denen selbst Angst wird vor der Teuerung, die sie heraufbeschworen haben, unterſtüßen diese irrige Meinung, um ihr böses Gewissen von der Verantwortung zu entlasten, und denunzieren dem meinen Geschwistern eine kleine Villa sehr billig zu vermieten, Dir auch Gelegenheit zu geben, vornehme Fremde im Hause für hohes Kostgeld aufzunehmen, wie es hier manche arme, aber vornehme Leute thun. Teuerste Mutter, wenn in des Großonfels Testament nicht für Dich gesorgt sein sollte, so ist hier für Euch alle der Tisch gedeckt, ohne daß die geringste DemütiDie kleine" Villa hat gung für Dich damit verbunden wäre. fünfzehn Räume und liegt wie in einem Nest von Rosen.- O, liebste Mutter, tomme und beweise dadurch, daß Du verzeihst Deiner Maria." Der Hochmut Alexandras von Wazlaw bäumte sich hoch auf bei dem Gedanken, daß ihr von einem Unbekannten, einem Bürgerlichen, in dessen Dienst sich, wie es schien, ihre Tochter Maria, Baronesse von Wazlaw, gestellt, in solcher Weise„ ein Almosen" geboten wurde. Sie fezte sich sofort hin den Brief zu beantworten, selbst die Zeit zum Essen ließ sie sich vorher nicht, als fönne derselbe nicht früh genug abgehen. So lange fie in dieser Tochter das Mittel gesehen, ihre Lage zu verbessern, hatten sie beide im besten Einvernehmen gestanden. Sie war nicht die Frau eine so furchtbare Enttäuschung, wie Maria sie ihr bereitet, leicht zu vergeben.. In diesen Gefühlen schrieb sie furz, scharf und unfreundlich, Maria habe sich angesichts dieses sofort nach Strapolno unter den Schuß und die Aufsicht ihrer Mutter zurückzubegeben.„ Strapolno, mit seinen Einfünften ist mir und meinen Kindern von meinem Onkel vermacht; da ich mich aber in einigen Monaten oder Wochen mit dem jezigen Majoratsherrn Graf Ernst Nepomut von Ebern verheiraten und mit ihm auf Schloß Ebernfeld wohnen werde, da ferner Dir von meinem gütigen und fürsorglichen Onkel die Hand Burkards von Frohberg, des Universalerben, bestimmt und Dir so die Chance gegeben ist, Dein unver zeihliches Benehmen gegen Gorzberg durch die Heirat mit Burkard für Dich persönlich wieder gut zu machen, so wirst Du hoffentlich nicht zögern, die guten Leute zu verlassen bei denen Du jezt lebst und nach hier zurückzukommen. uns Deinen Gastfreunden, oder ist es Deine Dienstherrschaft?- dankbar zu erweisen suchen und vielleicht ihnen auch Vorteil bringen fönnen durch Empfehlung der Sordegnischen Fabrikate in unseren Streifen.- Danfe ihnen für den guten Willen und age ihnen, daß ich auch als Gräfin Ebern, wie jest als Baronin Wazlaw, ihre Güte gegen Dich nicht vergessen werde," Wir werden Erst nachdem sie den Brief abgesandt, ging fie in den Speisesaal hinab, wo sie Gäcilie traf, der sie erzählte, sie babe Maria sofort zurück berufen. ( Fortseßung folgt). Die Landwirthschaft?" wiederholte Hauptmann G mond mit leichtem Spott. " Herr Talbot unterſtüßt meinen ter hei seiner ArEr ist nicht mehr im Stande, eine Farm zu besorgen." Onkels ist ein in der Vergangenheit, Fräulein Renate. Das Wirthschaften Ihres alten bait" antwertete nicht glaube, diese Lehrlingsgeschichte werde sehr nach Junge, wie seinem Geschmack sein. anfangen wird. Er könnte irgend welche Man tann nie wissen, was ein Experimente machen wollen. " Perr Tal blickend. bin ich nur Ihr Freund, aber ich hoffe, Ihnen bald mehr Alles, was Sie betrifft, liegt mir nahe am Herzen. Jetzt Ich bin anderer ansicht, Fräulein Renate, denn Junge soll weit mehr zu sein! Und dieser tölperhindern kann." menn ich Bolizeimann angebonnert: tein ich müßte zusammenfinten. Schaar von Menschen gab mir das Geleite. ,, So jung und schon ein Dieb!" Mir stodte ,, Ruhig... gebäude betrat, in welchem sich das Polizeiamt befand. Wort!" Eine zahlreiche Ich war glüdlich, als ich das Magistrats bas Blut, ich glaubte, Einmal vernahm ich: burite h Von den Bublikum gleichfalls die Fleischer als den Sündenbock. Deswegen erwirbt sich die unabhängige Presse ein Verdienst um die Bevölkerung, wenn sie zur möglichsten Aufklärung über die Ursachen der Fleischteuerung und die Mittel zu ihrer Beseitigung beiträgt." Politische Nachrichten. Nachtlänge zum Besuch Victor Emanuels in Berlin. Während der Anwesenheit des Königs von Italien hat der Kaiser, wie die National- Zeitung meldet, demselben die zur Ausführung bestiminten Entwürfe des Göthe Denkmals für Nom vorgelegt. Die Ente würfe fanden die volle Billigung des Königs Victor Emanuel. Berlin, 1. Sept. Die sozialdemokratische Partei beging gestern den Gedenktag von Ferdinand Lasalle. Sein Grab auf dem jüdischen Friedhofe war mit Kränzen, welche rothe Schleifen trugen, übersät. Am Nachmittag fand eine große Feier statt, bei welcher Eduard Bernstein die Festrede hielt. meiften Ort treter anwe wähnte Bür Kafinos der Hungen geordneten daß dies fich ihre gegen die Verfügung der Regierung betreffend die Schließ-| Klägern das geforderte Sterbegeld zugesprochen, da ung der Ordensschulen protestiert wurde. Die das Gericht sich den Ausführungen der klägerischen Verhandlung gegen den Senator Chamaillard, welcher be- Partei anschloß. Die Kosten des Rechtsstreites hatte schuldigt ist, die gerichtlichen Siegel von den Ordensschulen die Ortskrankenkasse zu tragen. entfernt zu haben, ist auf den 30. September vertagt worden. Paris, 1. Sept. Libre Parole versichert, daß zwischen dem Marineminister und dem Kriegsminister André ein Duell stattzufinden drohte, durch das Dazwischentreten des Präsidenten Loubet aber vereitelt worden ist. Berlin, 1. Sept. Gegen den Redakteur Wrobel von dem hiesigen Polenblatt ist Anklage wegen Aufreizung der polnischen Bevölkerung zu Gewaltthätigen erhoben worden. Die Strafthat soll durch Verbreitung des kürzlich beschlagnahmten Sokol- Liederbuches begangen worden sein. Der deutsche Botschafter in Wien Fürst Eulenburg gedenkt den Reſt ſeines Erholungs- Urlaubes in Bad Gastein zu verbringen, wohin er sich vor Kurzem begeben hat. Sollte die Gasteiner Kur ihre Wirkung versagen, so wäre es nicht ausgeschlossen, daß der Gedanke, aus dem Staatsdienst zu scheiden, festere Gestalt annimmt. Eine neue französische sensationelle Rede. Bei dem Fest mahl nach der Enthüllung des Kriegerdenkmals in Bourgoin sagte Kriegsminister Andrè in einer Rede: Ich werde einen Trintspruch auf die französischen Arbeiter ausbringen; im Namen der republikanischen Nation kann ich ihnen sagen, daß kein Mitglied des Kabinetts die Verantwortung für das gemeinsam unternommene Werk fürchtet. Die Regierung ist entschlossen, den Arbeiter einer Erziehung zu entreißen, welche die geistige und materielle Freiheit nur schädigen kann. Die Erziehung muß rein weitlich sein, wenn das Werk der Republik nicht geschädigt werden soll. Die ersten Schritte in dieser Richtung haben meine Freunde Millerand durch die Regelung des Rechtes auf den Ausstand Waldeck= Rousseau durch das Vereinsgesetz unternommen. Der preußische Landwirtschaftsminister, der der Ansicht ist, daß die Zentralstelle für Viehverwertung berufen ist, den Viehverkehr im ganzen Deutschen Reich zu reguliren, wird erstaunt sein, durch die Allgemeine Fleischer- Zeitung" zu erfahren, daß es der großen Zentrale nicht möglich war, zum borgestrigen Berliner Viehmarkt auch nur zehn Schweinchen zum Verkauf zu bringen zehn Schweinchen bei einem Auftrieb von 6296 Stück Schweinen. Ein allgemeiner deutscher Handwerksund Gewerbekammer- Tag ist für den 25. bis 27. September nach Leipzig einberufen worden. Die Tagesordnung umfaßt allgemein wichtige Punkte z. B. Regelung des Submissionswesens, die Altersund Invaliden- Versicherung der selbständigen Handwerker, die Gutachten über den BefähigungsNachweis für die Baugeewerbe, Mittel zur Förderung der Handwerks- Fachschulen. Einführung der Arbeiter Pensionierung 2c. In Handwerkerkreisen sieht man den Verhandlungen schon jetzt mit großem Interesse entgegen. = Giessener Cagesneuigkeiten. ** Heute am Sedantag haben die öffentlichen Gebäude geflaggt; zu früher Morgenstunde ertönte vom Turm der Choral:„ Nun danket alle Gott", geblasen von der Feuerwehrkapelle. Aus Wien wird telegraphirt: Der Abgeordnete Wolff soll die Ostdeutsche Rundschau an die deutsche Volkspartei verkauft haben und beabsichtigen, nach Deutsch land überzusiedeln. ** Gießener Volksbad. Im August wurden 9132 Bäder verabreicht, dagegen 10859 Bäder im Juli 1902 und 10026 im August 1901 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 326 Bäder gegen 374 im Juli 1902 und 371 im August 1901. Der Besuch im einzeln hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 4275 Männer darunter 968 zu 10 Pfg. Schwimmbad 1192 Frauen darunter 242 zu 10 fg. Wannenbäder 1. Kl. 247 Männer 136 Frauen, Wannenbäder 2. Kl. 661 Männer 551 Frauen. Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 136 Männer 83 Frauen. Brausebäder 1513 Männer 383 Frauen. Die Personenwage wurde von 260 Personen benutzt, das Bad von 30 Personen besichtigt. ** Das Regierungsblatt Nr. 60, ausgegeben am 30. August enthält: Verordnung, den Bau und Betrieb elektrischer Nebenbahnen von Mainz nach Wiesbaden und von Mainz nach Schierstein betr. u. Dünsbergwettturnen. Zu dem, nächsten Sonntag, 7. September stattfindenden Wettturnen auf dem Dünsberg sind 225 Wettturner angemeldet, eine Zahl wie sie bisher wohl keine turnerische Veranstaltung des Gaues Hessen aufzuweisen hatte. ** Der Gesetz entwurf über Denkmalspflege im Großherzogtum Hessen, den die Regierung dem Landtag in letter Session unterbreitet hatte, ist nunmehr Gesetz geworden. Anfangs von der Zweiten Kammer wesentlich nach der Vorlage angenommen, wurde der Entwurf von der Ersten Kammer mehrfachen Aenderungen, d. h. Erweite rungen unterzogen, denen jetzt, nachdem die Regierung sich einverstanden erklärt hat, auch die Zweite Kammer zuge= stimmt hat. Das neue Gesetz tritt mit dem 1. Oktober in Kraft. Als beratende sachverständige Instanz setzt es dem Minister einen Denkmalsrat an die Seite, dem je ein Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche, zwei im Lande wohnhafte Baudenkmalsbesizer und mindestens zwei Mitglieder von Hessischen Geschichts- und Altertumsvereinen angehören werden. Dem Denkmalsrat wird es auch obliegen, die Pfleger nach einheitlichen Gesichtspunkten im Sinne dieses Gesetzes zu instruieren. Sehr zu billigen ist, daß im Abschnitt über die Naturdenkmäler das Anbringen von Aufschriften, Reklameschildern usw. an amtlich geschüßten Naturdenkmälern verboten wird. Wie das Programm für einen bevorstehenden Düsseldorfer Tag für Denkmalpflege" ergiebt, wird dort über die hessische Denkmalschutz- Gesetzgebung von berufener Seite referiert werden. Der österreichische Botschafter in Berlin hatte der Galavorstellung im Opernhause nicht beigewohnt. Natürlich knüpften sofort einige Blätter an diese belanglose Thatsache verschiedene Vermutungen. Demgegenüber fonstatiert nun das Wiener Fremdenblatt, daß der österreichische Botschafter in Berlin der aus Anlaß der Anwesenheit des Königs von Italien veranstalteten Gala- Vorstellung im Opernhause lediglich aus Rücksicht auf den Todesfall im öfter reichischen Kaiserhause nicht beigewohnt habe. Frankreich. Brest, 1. Sept. Gestern fand eine große Versammlung der bretonischen Freidenfer statt, in welcher Neues über die Flucht des Prinzen von Preußen 1848. dann stellt Redakte Sammlung berbreitete fi legten Land Borlagen un hin, daß no Erledigung daß das ** Als Betrug anzusehen und bestraft wird die seitens eines Wirts erfolgte Verabfolgung eines mit Margarine bestrichenen Stück Brodes, wenn ein Stück Butterbrod gefordert wurde. Aus einem Gasthause in Bielefeld war ein Butterbrod entnommen und durch das städtische Untersuchungsamt untersucht worden, Die Untersuchung ergab, daß das Brod mit Margarine anstatt mit Butter bestrichen war. Gegen den Wirt ist das Verfahren wegen Betrugs eingeleitet. ** Die neue Fahne des evangelischen Arbeitervereins ( weiß mit blauer Umrandung) ist in dem Möbelgeschäft W. Reiber, Seltersweg ausgestellt. Aus Hessen und nachbargebieten. ( Hirschel) treter in d fehen müf im Landt Söbler fa als Abge 1 Burkhardsfelden, 1. September. Das Sedanfest wurde gestern von unserer Schuljugend in origineller Weise begangen. Knaben wie Mädchen fanden sich auf dem Schulhofe ein. Einige weißgekleidete Mädchen deklamierten Gedichte, durch die die Erinnerungen an die ruhmvollen Jahre 1870-71 wieder aufgefrischt wurden. Die Knaben führten sodann unter Leitung der Herren Lehrer eine regelrechte Schlacht auf. Die Helme der Feuerwehr ergänzten dabei die kriegerische Ausrüstung. Briefe a man ihm angetragen zu Liebe Kandidate Wie Köh nur noch und es t an die F hierauf d fagte aber zur Parte Parteifreu wefenden damit fich Herr Köhle er halte da ftellung Hir fich melden. Aus Grünberg wird uns geschrieben: Morgen Mittwoch, abends 9 Uhr, findet eine große Wahlversammlung im Gasthaus zur Pinn in Grünberg statt, um einen geeigneten Kandidaten für die bevorstehende Landtagswahl offiziell aufzustellen. Die antisemitische Partei ist im Wahlfreis schon fest an der Wahlagitation. Am legten Sonntage hatte Abg. Köhler- Langsdorf und Hirschel von Offenbach eine Vertrauensmänner- Versammlung der Antisemiten nach Geilshausen einberufen. Dort ist Redakteur Hirschel von Offenbach offiziell als Kandidat proklamiert worden, und hat derselbe dort zu seinen Parteigenossen geäußert, daß er mit seinem Freunde Köhler alle Orte des Wahlbezirks besuchen werde, um die Urwähler für sich zu gewinnen. Bei der Wichtigkeit der Sache werden die Bewohner von Grünberg und den anderen Wahlorten gut thun, wenn sie recht zahlreich in der Versammlung nächsten Mittwoch erscheinen. Es Stohler einfa stimmig erfü und forderte denselben ei wenn nötig, auch sich mi feßen. ** Aus Geilshausen schreibt man uns unterm 2. September: Durch Zirkulare hatten der Abgeordnete Bürgermeister Köhler von Langsdorf und Redakteur Hirschel von Offenbach die Vertrauensmänner der antisemitischen Partei im Wahlbezirk Grünberg zu einer Versammlung nach hier eingeladen. Dieselbe fand auch am letzten Sonntag von 3 Uhr ab in der Gastwirtschaft von Hillgärtner statt. waren erschienen außer Köhler und Hirschel cirka 35 Personen, unter welchen etwa 15 Einheimische und der Hest aus den Orten der nächsten Umgebung. Aus den Darnach zog der Prinz hier Zivilkleider an und fuhr in einem Wagen, auf dessen Kutscherbock sich der Negierungsrat von Schleinitz als Kammerdiener schwang, nach Spandau. Nur die Gräfin Oriola begleitete das prinzliche Paar! ,, wir hatten nichts mit uns als das Kleid, mit dem wir Frühmorgens das Palais ver= lassen hatten", sagte die Gräfin. In tiefer Nacht kam der Wagen vor Spandau an. ** Wichtig für Ortskrankenkassen ist eine Entscheidung, die, wie der„ Hann. Kour." meldet, in diesen Tagen gefällt worden ist. Im Sommer des vorigen Jahres wurde ein Landwehrmann, der 16 Jahre Mitglied einer Ortsfrankenkasse war, zu einer 14 tägigen militärischen Uebung einberufen. Während derselben starb der Mann am Hitzschlag und wurde auf Kosten der Militärbehörde beerdigt. Die Angehörigen des Verstorbenen erhoben hierauf bei der Ortskrankenkasse Anspruch auf Zahlung des Sterbegeldes, wurde aber damit abgewiesen, weil während der Dauer der lebung die Krankenversicherung ruhe und demzufolge für die Kasse auch nicht die Verpflichtung bestehe, das Sterbegeld zu zahlen. Bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht machten die Angehörigen geltend, daß, wenn auch die Krankenversicherung durch die lebung unterbrochen sei, die Hinterbliebenen des Verstorbenen trotzdem ein Anrecht auf Sterbegeld hätten, das ja auch den Angehörigen der Mitglieder zustände, die nach Ablauf der 13 wöchigen Unterstützungsart sterben. Daß die Kosten der Beerdigung von dritter Seite getragen würden, hebe die Verpflichtung der Kasse gegenüber ihren Mitgliedern nicht auf. Das Amtsgericht wies die Klage ab. In der Berufungsinstanz wurde den Waffen an das Volk verlangten, warf der Prinz von Preußen, wie der Gräfin erzählt wurde, bei diesen Mitteilungen in tiefer Erregung seinen Degen auf den Tisch mit der Bemerkung, da kunne man nicht mehr mit Ehren dienen." Die Gräfin Oriola berichtete weiter, wie die Menge die Auslieferung des Prinzen von Preußen forderte und wie dieser zum Könige gerufen wurde:„ Eine schwüle Stille herrschte unter uns." Als der Prinz zurückkam, wendete er sich sogleich an die Prinzessin:" Der König wünsche, daß sie das Schloß verließen." Zum Schuße des Königs konnte der Prinz nicht beitragen, da sich der Volkshaß unter den obwaltenden Umständen besonders gegen ihn gerichtet hatte und durch seine Anwesenheit die Lage des Königs nur erschweren konnte, anstatt ihm nüßlich zu sein." Durch eine Seitentreppe verließen der Prinz, die Prinzessin und die Gräfinnen Haacke und Oriola das Schloß. Auch hier wimmelte es von Menschen, und der Prinz war in Gefahr, erkannt zu werden. Da fuhr die leere Equipage des Grafen Nostitz, des einstigen Adjutanten Blüchers, vorüber, und der Kutscher, der den Prinzen nach einem Wagen suchen sah und die Gefährlichkeit der Lage erkannte, ersuchte die Bedrohten, in seinen Wagen zu steigen; dann lenkte er aus dem Menschengewühl hinaus, fuhr ohne Störung die Linden hinunter nach dem Brandenburger Thor. Die Straße war leer und still. Auf der Fahrt fragte der Prinz: Wohin?" Die Gräfin Haacke antwortete: Zum Geheimrat Schleinitz." Die Ereignisse im Hause des Letzteren wurden vor einigen Jahren von der Tochter Alexandra von Schleiniz erzählt. Ueber die Flucht des Prinzen von Preußen in den Märztagen 1848 beginnt Professor Wilhelm Onden( Gießen) in Velhagen und Klasings Monatsheften" eine Artikelreihe, in der er schon be= fannte Aufzeichnungen von Augenzeugen zum ersten Mal in Zusammenhang bringt und die Aussagen eines neuen Zeugen veröffentlicht, die besonders wertvoll sind, weil sie aus der eigenen Umgebung des Prinzen stammen. Es handelt sich um die Erinnerungen der am 8. Dezember 1899 gestorbenen Gräfin Luise v. Oriola, die diese selbst Onden im Jahre 1898 mitteilte. Gräfin Oriola war am 10. März 1848 auf Wunsch der Prinzessin Augusta von Preußen als Hofdame bei deren Hof eingetreten. Die erzählte zunächst kurz die Ereignisse des 18. und 19. März. Als sich die Nachricht vom Rückzug der Truppen verbreitete, erregte sie allgemeinen Schrecken im Schloß und schien ganz unfaßbar. „ Es steht noch flar vor mir", heißt es in der Erzählung der Gräfin, wie der König in ein Bimmer hinaustrat, in dem ich mich gerade befand und laut aussprach:„ Diesen Befehl habe ich nicht gegeben." Den Befehl, den ich gegeben, war, daß die Truppen sich von den Barrikaden und Blägen, die sich ergeben hatten, zurückziehen sollten, nicht anders. Als nun die Barrikadenfämpfer als Sieger auftraten und die Freilassung der im Schlosse festgehaltenen Gefangenen des vorigen Tages und die Entfernung des Militärs, dagegen Austeilung von Der be Auf diese e werden; no des Bezirks einen Abgeo Köhler jagte Frau bon d Heidstagswo Hause mit Lomm( Lu dieser Aus mögten ich der Wahl Köhler als - Ich gla im Wahlb lieber ist. ** Bad über den bom 19. bi günstiges G Hauptausid überschuß find für 2 mithin der Im Voran Einnahmen ANE. 3270 A Bei den Aus das der Pfauer Der Leutnant fchloffenen bi Der Prinz ließ vor einem fleinen Gasthause halten, um erst selber nach der Citadelle hinauszufahren und dann die Damen mit dem Wagen nachkommen zu lassen, was noch in den letzten Nachtstunden geschah. Auf der Citadella blieben die Herrschaften den ganzen Tag des 20. März, und erst in der Nacht zum 21. wurde die weitere Flucht nach der Pfaueninsel angetreten. Unvergeßlich", sagte die Gräfin Oriola, ist mir der Augenblick, als die aus Berlin ausgewiesenen Truppen in Auflösung und ohne Waffen eintrafen, und der Prinz seine Garderegimenter also ankommen sah, von dem Haupteingange der Citadelle aus, von wo er sich den Soldaten nicht zeigen durfte. Er zog sich vom Fenster zurück, und Thränen rannen über sein Antlig." Unterdessen hatte sich die Nachricht verbreitet, daß der Prinz von Preußen in Spandau seine Zuflucht gefunden, und dies hatte genügt, eine Voltsversammlung dahin anzuordnen, um die Auslieferung des Prinzen zu fordern. Da zur Beruhigung der Gemüter sowie zur Sicherheit der Lage des Königs jede neue Aufregung zu vermeiden war; mußte sich der Prinz auf eine Zeitlang in das Ausland begeben. In der nächsten Nacht entfam er unbemerkt. Zwei Offiziere der Garnison besaßen einen Kahn, einen sogenannten„ Seelenverkäufer". Dieser wurde auf den Schultern zuverlässiger Ar- illeristen an welchem der Stammerfrau Spandau hir uns erwartet tonnten wir play her re Unbemerft f milde Nacht Fahrt, und leicht von st fanden die Rädten Ruhe Die Königin Berlin zu erfta ins Ausland z Gräfin Driola follten, rustete Diefer folgend burtstag des März, nachmal war nichts g einen minder t dem Garten ein Die freundliche ich hatte immen das auf volle Bertleidung tr Wunsch und glaube ich an ugejproden, da Ser flägerischen echtsstreites batte it wurden 9132 Der im Juli 1902 Durchschnitt auf 374 im Juli 1902 dh im einzeln hat 968 zu 10 fg 242 zu 10 Frauen, fg Frauen. age zusammen n. 50 Berfonen be tigt. T. 60, ausgegeben 1 Bau und Betrieb Mainz nach Wies etr. nächsten Sonntag, uf dem Dunsberg eine Bahl wie fie tung des Gaues ft wird die feitens it Margarine Butterbrod in Bielefeld war städtische UnterEersuchung ergab, Butter bestrichen wegen Betrugs Arbeitervereins Möbelgeschäft W. gebieten. & Sedanfeft in origineller fanden sich auf te Mädchen de erungen an die Jefrischt wurden. tung der Herren Die Helme der sche Ausrüstung. : Morgen Mit ahlversamm statt, um einen Landtagswahl ei ist im Wahl legten Sonn chel von Offen der Antisemiten dafteur Hirschel iert worden, und geäußert, daß er Wahlbezirks be gewinnen. Bei ner von Grünwenn sie recht Mittwoch er uns unterm Der Abgeordnete sdorf und die Vertrauens im Wahlbezit hier eingeladen g bon 3 ihr ab ner statt. Es Hirschel cirka 35 eimische und der bung. Aus den der an und fuhr bock sich der Re nerdiener schwang ola begleitete das mit uns als das das Palais ver tiefer Nacht fam Safthause halten, um ahren und dann die laffen, was noch in Der Citadella blieben 20. März, und erf ere Flucht nach de fagte die Gräfi aus Berlin ausge te Waffen eintrafa lfo antommen fa von wo er fich de fich vom Fen Intlig." Unterdeffe Prinz von Preuße Odies hatte genüg Beruhigung der G & Rönigs jede ne der Prinz auf ein 1, um die Ausliefe der nächsten Rad er Garnison befaßen enverläufer". Diefer er Arilleriften an meisten Orten des Wahlbezirks waren keine Vertreter anwesend. In einer einleitenden Ansprache er wähnte Bürgermeister Köhler, daß früher die BeamtenKasinos der Landstädtchen wie Grünberg, Lich, Hungen 2c., den Bauern einfach die Landtagsabgeordneten präsentiert hätten. Er bemerkte dann weiter, daß dies jetzt anders werden müſſe, und die Wähler fich ihre Abgeordneten jetzt selbst suchen sollten. AlsRebatteur Hirschel von Offenbach, der Verdann stellte er den von ihm empfohlenen Kandidaten, ſammlung vor und erteilte ihm das Wort. Herr Hirschel berbreitete sich in einer Rede über die Parteiverhältnisse des lezten Landtags und die an diesen gelangten wichtigeren Borlagen und Anträge. Insbesondere wies er darauf hin, daß noch Gesetzesfragen von großer Bedeutung der Erledigung harrten. Deshalb sei es von Wichtigkeit, daß das Bolf ſich endlich flar mache, wen es als Vertreter in den Landtag entsende, und daß es jetzt darauf sehen müsse, Köhlers Partei zu stärken, damit dieselbe im Landtag eher etwas erreichen könne wie seither, wo Stöhler fast allein gefämpft habe. Es komme ihm ( Hirschel) nicht so sehr darauf an, hier im Wahlbezirk als Abgeordneter gewählt zu werden. Durch zwei Briefe aus Groß- Umstadt tönne er beweisen, daß man ihm eine Standidatur für jenen Wahlkreis angetragen habe, und nur seinem Freunde Köhler zu Liebe wolle er, wenn die Versammlung ihn als Standidaten aufstelle, hier in den Wahlkampf eintreten. Wie Stöhler ihm mitgeteilt, habe bei der letzten Wahl nur noch eine Stimme zum Siege der Partei gefehlt und es werde diesmal hoffentlich gelingen, den Sieg an die Fahne ihrer Partei zu heften. Köhler stellte hierauf den Antrag, abzustimmen, wer für Hirschel sei, sagte aber dabei, weil er merkte, daß auch einige nicht zur Partei gehörige anwesend, daß nur ausgesprochene Parteifreunde abstimmen dürften. Einer der Anwesenden meinte, man müsse vorher eine Pause machen, damit sich die Leute gegenseitig aussprechen könnten. Herr Köhler aber machte die Sache kurz und fragte, er halte das nicht für nötig und wer gegen die Aufstellung Hirschels als Kandidat etwas habe, der möge fich melden. Als alles stumm blieb wie zuvor, erklärte Stohler einfach den Redakteur Hirschel als den einstimmig erfürten Kandidaten der antisemitischen Partei und forderte nun die Parteifreunde auf, überall für denselben einzutreten. Er selbst werde mit Hirschel, wenn nötig, auf allen Orten Versammlungen abhalten; auch sich mit den Urwählern persönlich in Verbindung setzen. Der betr. Herr schreibt nun persönlich noch darüber: Auf diese einfache Art kann heute einer Abgeordneter werden; notabene d. h. wenn sich die anderen Wähler des Bezirks gefallen lassen, daß ihnen Herr Köhler einen Abgeordneten aus fremdem Streise aufzwingt. Köhler sagte noch in seinem Schlußwort, eine alte Frau von der Rabenau habe 3. 3t. einer früheren Reichstagswahl in Gießen, auf die Frage wie es zu Hause mit der Wahl stehe, geantwortet:" Soweit die Lomm( Lumda) springt, eaß( ist) alles Böckel!". Ob dieser Ausspruch einer alten Frau jetzt noch zutrifft, mögten ich bezweifeln. Auch haben mehr Orte bei der Wahl mitzureden, als die an der Lumda, welche Köhler als die Hochburg des Antisemitismus bezeichnete. Ich glaube, daß den vernünftigeren Wählern ein im Wahlbezirk wohnender tüchtiger Mann doch lieber ist. ** -C* Bad Nauheim, 31. Aug. Die Schlußabrechnung über den 19. hessischen Feuerwehrtag, der bom 19. bis 21. Juli d. J. hier stattfand, hat ein sehr günstiges Ergebnis gehabt. In der gestrigen letzten Hauptausschußsigung wurde mitgeteilt, daß der Baar überschuß beim Feste Mt. 1986,52 betrage; außerdem sind für Mt. 220,50 Fahnen usw. vorhanden, sodaß mithin der Gesamtüberschuß f. 2206,92 beträgt. Im Voranschlag waren f. 4000 für Ausgaben und Einnahmen vorgesehen; es ergaben sich aber nur Mr. 3270 Ausgaven, dagegen Mf. 5256,52 Einnahmen. Bei den Ausgaben hatte man für elektrische Beleuchtung das der Pfaueninsel gegenüber liegende Ufer getragen, während der Leutnant von Tieze als Kutscher verkleidet einen ge= schlossenen viersizigen Wagen nach der Citadelle fuhr, in welchem der Prinz, die Prinzessin, meine Wenigkeit und die Kammerfrau eingestiegen und mit dem wir durch die Stadt Spandau hindurch bis zu dem Punkte fuhren, wo das Boot uns erwartete. Während wir die Straßen durchkreuzten, konnten wir den Lärm der Volksversammlung vom Marktplaz her rernehmen, wo der Demokrat Jung eine Rede hielt Unbemerkt fuhren wir vorüber und aus der Stadt". Ein milde Nacht bei wundervollem Mondenschein begünstigte die Fahrt, und auch die Ueberfahrt nach der Pfaueninsel ging leicht von statten. Im guten Zimmer des Gärtnerhauses fanden die Prinzessin und die Gräfin nach zwei schlaflosen Nächten Ruhe. Bald erhielt der Prinz die Ordre des Königs die Königin Viktoria einen Bericht über die Vorgänge in Berlin zu erstatten, sodaß er also einen Auftrag hatte, sich ins Ausland zu begeben. Während die Prinzessin mit der Gräfin Oriola sich in das Schloß nach Potsdam begeben sollten, ruſtete sich der König zur Abreise am folgenden Tage. " Dieser folgende Tag", erzählte die Gräfin, war der Geburtstag des Prinzen. Wie freudig ist dieser" Tag, der 22. März, nachmals als Volksfest gefeiert worden. Dieses Mal war nichts gleich einem Feste zu spüren. Um wenigstens einen minder trüben Eindruck hervorzurufen, ließ ich mir aus dem Garten einen Strauß der ersten Frühlingsblumen bringen. Die freundliche Gärtnerin borgte mir ein buntes Kleid( denn ich hatte immer noch das Hoftrauerkleid von Berlin her an), das auf volle rundliche Formen berechnet war, und in dieser Verkleidung trat ich vor den Prinzen ihm meinen Glückwunsch und mein Sträußchen darzubringen, das einzige, glaube ich an diesem Tage."" des Festplages Mt. 600 vorgesehen; man begnügte jährige. Fruchthaufen reihen sich dicht an Fruchthaufen. sich aber mit Dellampen, die nur einen Kostenaufwand Auch Aepfel- und Birnbäume find reich beladen. von Mr. 88 erforderten. Für Musik gab man dagegen statt Mr. 570 Mr. 900 aus. An Eintrittsgeld ging die verhältnismäßig hohe Summe von Mt. 2767 ein. An dem Feste nahmen 92 Wehren mit 2700 Mitgliedern teil. Gestern wurde von der Finanzkommission Ser gewiß löbliche Antrag gestellt, von dem Baarüberder Feuerwehr festzulegen. Aus den Kreiſen schuß Mt. 1000 für einen Unterstützungsfonds der freiwilligen Feuerwehr wurde dies aber abgelehnt und die Ansicht ausgesprochen, bei Unglücksfällen habe die Stadt und der Staat zu unterſtüßen. Es wurde überhaupt dem Feſtausschuß das Recht abgesprochen, über den erzielten Gewinn zu verfügen, das sei Sache der Feuerwehr; auf die Frage, wozu denn der reſtaus schuß da gewesen sei, hieß es: Ei, um die Arbeit zu thun! ** Frankfurt a. M., 31. Aug. Bei dem heutigen Paris- Frankfurter Achter- Rennen gewann den von Louis Doyen gestifteten Herausforderungspreis die Mannschaft des„ Rowing Club de Paris" mit drei Längen gegen die Frankfurter Ruder- Gesellschaft Germania". Eine tausendföpfige Menschenmenge bereitete den Siegern stürmische Ovation. Die Zeit betrug für Paris 8 Min. 42% Set., für Frankfurt 8 Min. 15% Set. Paris hatte vom Start weg eine kleine Führung, vergrößerte dieselbe immer mehr und führte allmählich über die ganze Strecke. ** Lauterbach, 30. Aug. Das benachbarte heilkräftige Bad Salzschlief blüht mächtig empor. Vorgestern ist daselbst der 3000. Kurgast eingetroffen, eine Frequenz, die bisher noch niemals erreicht wurde. Zur Feier des Ereignisses soll ein besonderes Fest stattfinden. ** St. Goar, 30. Aug. Bei den Ausschachtungsarbeiten im Vorgarten des alten Rathauses( jetzt Hotel zum„ Goldenen Löwen") stießen die Arbeiter auf wein lagern, welcher, dem" Rhein- und Moselbote" ein verborgenes Gewölbe, in welchem ca. 8 Fuder Rheinzufolge, wohl in französischen Kriegszeiten dort vermauert wurde. Die eisernen Faßreifen sind durchrostet und zum Teil abgesprungen. Nach den Jahreszahlen der Fässer zu schließen, dürfte der Wein 130 Jahre alt sein. m. Berleburg, 1. Sept. Am Samstag Mittag fiel der Verwalter des Kaufmanns Althaus hierselbst infolge Schlaganfalls von einem mit Holz beladenen Wagen, erlitt einen Genick bruch, an dessen Folgen er sofort star b. Seit Jahrzehnten ist hier noch keine solch gesegnete Ernte gesehen worden wie die diesDie deutschen Fürstenfamilien. Vermischtes. Berlin, 1. Sept. Heute Vormittag wurde eine aus Ostpreußen stammende Masseuse, die in der Verhaftete soll junge Mädchen an fich gelockt und Lebe Friedrichsstraße logierte, unter dem Verdacht des Mäd chenhandels und der Kuppelei verhaftet. Die männern ausgeliefert haben. Die Verhaftung erfolgte nach längerer Beobachtung durch die Kriminal- Polizei. * Berlin, 1. Sept. Der Prozeß gegen das BlumenMedium Anna Rothe soll im Oktober ds. Js. stattfinden. Frau Rothe befindet sich gegenwärtig wieder im Untersuchungs- Gefängnis, nachdem fie in der Charitee auf ihren Geistes zustand untersucht und als hochgradig hysterisch erklärt worden ist. * Breslau, 1. Sept. Bei einer Messerstecherei in einem Gasthause zu Beuthen wurden einem Italiener so schwere Wunden beigebracht, daß er auf dem Transport nach dem Krankenhause verstarb. Konstantinopel, 1. Sept. Nach Berichten aus Edremit in Kleinasien ist ein Aufstand der Muselmanen gegen die Christen ausgebrochen. * Das von Deutschen Kolonisten bewohnte Dorf Taganowska an der Station Barisenkowo der Kurst- Charkow Sebastopol- Bahn ist am Sonntag total niedergebrannt. Der Schaden ist kolossal, da außer allem Mobiliar und Inventar auch die ganze Ernte verbrannte. Die Koloniſten befinden sich in einer verzweifelten Lage. Die Ursache des Brandes ist noch nicht festgestellt. * Prag, 1. Sept. Der bei dem Bomben- Attentat auf Herrn von Guttmann gleichzeitig schwer verwundete Oberförster ist heute Morgen gestorben. Unter den Papieren des Attentäters Holz wurden zahlreiche anarchistische Schriften gefunden. Marktbericht. Gießen, 2. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter, per Pfb. 0.90-1.00 Mt. Hühnereier 1 St. 7-8 Bfg., Enteneier St. 0-0 Bfg., Gänseeier 1 St. 0-0 Bfg., Käse per St. 5-9 Pfg. Erbsen per Liter 19 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Baar mr. 0.65-0.80, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1 40, Hahnen, per Stud Mr. 0,60-0.90, Enten per Stüd 2.00-2.30, Gänse p. Bfb. 0.60-0.75 Mt., Ochsenfleisch per Pfb. 66-76 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 60-64 Pfg. Schweinefleisch per Bfb. 70-80 Bfg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.84 Pfg., Kalbfleisch per Bfb. 66-70 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-70 Pfg., Kartoffeln ver Str. 5 00-7.50 mt., Zwiebeln per 3t. Mr. 6.00-7.00, Milch per Liter 18 Pfg. Männl. Mitgl. Die Anzahl d. Mitglieder d. deutschen Fürstenhäuser: 7 Anhalt 5 4 Baden 23 13 9 4 8 Hohenzollern Bayern Hessen 29 Lip pe 7 7 Mecklenburg- Schwerin 6 3 6 2 Mecklenburg Strelitz Oldenburg 19 10 6 Reuss ältere Linie 30 5 6 Sachsen- Weimar Sachsen- Meiningen 5 11 Sachsen- Altenburg 11 8 Sachsen- Koburg- Gotha 5 Königreich Sachsen 19 8 Schwarzburg- Sondershausen In letzter Zeit ist die Thronfolgefrage in einzelnen Bundesstaaten des Deutschen Reichs erörtert worden unter Berücksichtigung der Thatsache, daß mehrfach der jetzige Regent eines Staates ohne direkte Leibeserben ist und somit die Thronfolge auf die Sekundgenitur bezw. auf eine Nebenlinie übergeht. Mit Rücksicht auf diese Erörterungen geben wir unsern Lesern in der neben stehenden Tafel Aufschluß über die Mitgliederzahl der verschiedenen deutschen Dynastien. Es sind dabei sowohl die männlichen wie die weiblichen Mitglieder auf- 2 geführt. Man sieht daraus, daß nur ein einziger Bundesstaat einen Landesfürsten ohne einen Thronerben besigt, so daß die Thronfolge durch Erbvertrag auf ein anderes Haus übergeht, es ist dies Reuß ältere Linie, wo zur Zeit bereits für den regierungsfähigen Fürsten eine Regentschaft eingesetzt ist. In Lippe trifft dieser Fall gleichfalls zu, es ist hier aber durch den seiner Zeit viel besprochenen Schiedsrichterspruch des verstorbenen Königs Albert von Sachsen die Thronfolge für die Nachkommen des gräflich- Lippe- Biesterfeldschen Hauses, das eine ganz besonders starke Familie bildet, sanktionirt, so daß auch hier auf unabsehbare Zeit jed wede Komplikationen in der Thronfolge ausgeschlossen find. 2 5 12 9 Schwarzburg- Rudolstadt 8 7 21 Königreich Preussen Reussjüngere Linie Schaumburg- Lippe Waldeck- Pyrmont Württemberg Relativ am besten gestellt ist hinsichteich der Frage der Versorgung mit Agnaten das Fürstenhaus Reuß i. Linie, welches insgesamt 30 männliche Mitglieder besitzt. Sondershausen( 2 männliche, 2 weibliche), SchwarzburgWenig Agnaten zu verzeichnen haben SchwarzburgRudolstadt( 3 männliche, 5 weibliche), Baden( 5 männliche, 4 weibliche) 2c. In Hessen stirbt, für den Fall, daß der jetzige Großherzog ledig bezw. in einer wieder einzugehenden Ehe ohne männliche Nachkommen bleibt, die regierende Linie im Mannesstamm aus, und es würde die nicht regierende Linie des landgräflichen Zweiges, welche vom Landgrafen Friedrich von HessenKassel abstammt, für eine Thronfolge vermutlich in Frage kommen. Das Königreich Preußen besitzt in den Hohenzollern bekanntlich eine reich mit Nachkommen gesegnete Herrscherfamilie. Auch Bayern ist in der königlichen Linie, trotzdem der Herrscher selbst durch seinen Oheim, den Prinzregenten Luitpold vertreten wird, reichlich mit | 24 25 Weibl. Mitgl. Thronerben, und zwar schon jetzt bis ins vierte Glied versehen. Außerdem giebt es aber in Bayern noch eine nicht regierende Linie des Hauses Wittelsbach, die Herzogslinie, welche als Stammbater den Pfalzgrafen Johann Karl( geb. 1638, gest. 1704) aufweist, einen Bruder des Stammbaters der föniglichen Familie. In Württemberg wiederum steht die königliche Linie in ähnlicher Weise wie in Hessen, vor dem Aussterben, so daß die Herzogliche Linie für eine Thronfolge in Frage kommt. Im Königreich Sachsen wie in den thüringischen Herzogthümern, mit Ausnahme Sachsen- Koburg- Gothas, ist die Thronfolge auf Jahre hinaus gesichert. Die Angehörigen des Hauses Koburg- Gotha find bekanntlich verstreut, ſodaß, troß der 11 männlichen ägnaten, als erbberechtigt immerhin nur die später zu erhoffenden Nachkommen des jungen Herzogs betrachtet werden fönnen. * Im ganzen zählen die deutschen Fürstenhäuser 420 Familienmitglieder, 234 männliche und 186 weibliche Personen. Um dieſe intereſſante Statiſtik zu ergänzen, führen wir an, daß diesen 22 Fürſtenfamilien aus den Mitteln der deutschen Bundesstaaten an Zivillisten und Apanagen ca. 40 Millionen jährlich zufließen. Biele dieser fürstlichen Famlien verfügen über ein großes Privatvermögen, über ausgedehnten Grundbesiz, über zahlreiche Schlösser mit Kunstschäzen, die einen enormen Wert repräsentiren. Die amtlichen Einkünfte, sowie die Einkünfte aus dem Privatvermögen, sind durch Ge setz bei allen diesen Familien von Steuern fret; auch das Vermögen selbst unterliegt in den Staaten, in denen eine Vermögenssteuer existirt, dieser Steuer nicht. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Zufahrt der Alten- Ställe von der Neustadt aus bis auf Weiteres für den Verkehr gesperrt. Gießen, 2. September 1902.10 Großherzogliches Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Sonntag den 7. und Montag den 8. September Kirchweihfest zu Allendorf a. 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