friedlicher gefinnter Nr. 177. Erstes Blatt. zoo.rementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., aus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberheinische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst und ( Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. on 6. Thir. Ulanenregim Urlaub war, wurde schlie Er 30g feinen Balajd 3 eine Wunde an der gsgericht der 21. Division Der Ulan hat dagegen feiner Ansicht in Nota wird jedoch bestätigt. en Dolch mitnehm bein Frankfurter Frau man wegen schweren& borgestern berhaftete. ieses Subjeft ebenfa rt. wurde ein lediges Mi Kindesmordes verhaft An den vom 1. bis großen Bionierübung penteile zugezogen werd ( Ingolstadt), das 3. ba Nr. 13( lm) und Nr. 21( Stajtel). 1 gen die ehemalige Reid Dabei sollen mehr ausgeführt werden. er nach der Stadt zu eth e fuhr ein Weißbind cen eine Tonne Geme er das 5jährige Söhnd Jejezt. Plöglich tam n der Bursche nicht m und die 4 Gentner schw en auf den Leib, wodu btes. 700 Mt. verloren hat häftsreisender, der gegen zu Nordhausen vorübe effende Herr merkte de r, wohin er im Lauf Junternommen hatte aus 126 000 Mart im arem Geld bestand, war hnten Hotel beschäftigter auf dem Hofe gefunder m Abend, als er in seir Dienstmädchen für fein on- zwanzig Mat die Freigebigkeit des I noch erheblich erhöhe ädchens betragen nette öffnung, Sießen hierdurch zur Kennt rgeschäft, 1. Gemüsehandlung ause, asse 50 Zuspruch Beitellungen werbe und frei insHaus geliefer Hochachtungsvoll Philipp Seipp. ien von Adolfoular Tier. 38, 385, ei Samstag, den 2. August 1902. Gießener 11. Jahrgang. Auctionsvreis: Die einspaltige Petitieile für Gießen wie ganz berbessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Erpedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferus, rechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdrucker i, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruderei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen Meisterstand und Gesellenschaft. ( Nachdruck verboten). Als eine Hauptaufgabe für die Innungen betrachtet die Gewerbeordnung die Förderung eines gedeihlichen Verhältnisses zwischen Meistern und Gesellen. Und mit Recht! Denn davon bängt nicht wenig zu einer dauernden Gesundung des Handwerks ab. Das Gesetz hat ferner eine Anzahl von Aufgaben bezeichnet, bei denen sich Meister und Gesellen zu gemeinsamer Thätigkeit vereinigen sollen, so bei der Regelung des Lehrlingswesens, Abnahme der Gesellen prüfungen, Verwaltung von Krankenkassen, Rechtsprechung im Innungsschiedsgericht und bei anderen Einrichtungen mehr, sofern die Gesellen dafür Beiträge entrichten, eine Mühewaltung übernehmen oder davon Unterstützung beziehen. An diesen gemeinsamen Angelegenheiten nimmt die Gesellenschaft durch einen Ausschuß teil, soweit ein solcher aus ihrer Mitte zu Stande kommt. Wie bei allen menschlichen Einrichtungen, an denen verschiedene Personen oder gar Parteien teilnehmen, sind Reibungen niemals ganz ausgeschlossen, aber in den überwiegenden Fällen spigen sie sich hierbei zu Machtfragen zu. Kommt es doch nicht selten vor, daß die Gesellen versuchen, die Herrschaft an sich zu reißen und den Meistern in anmaßender Weise Vorschriften zu machen, z. B. bei Strankenkassen, Arbeitsnachweisen und dergl. Daß der Meister sich eine derartige Bevormundung nicht gefallen laffen fann, wenn er nicht auch in den Werkstätten selbst das notwendigste Maß von Herrschaft verlieren will, muß auch von jedem billigdenkenden Gesellen zugegeben werden. Daher kommt es oft, daß die Meister dann in den entgegengesetzten Fehler verfallen und ihrerseits die Gesellen auch zu sehr ihre Macht fühlen lassen und sie selbst von solchen Angelegenheiten ausschließen, wo sie ihnen zur Förderung eines gedeihlichen Verhältnisses die Mitarbeit in einem mehr oder minder großen Anteil zugestehen sollten. Wo sich aber alles zur bloßen Machtfrage zuspißt, da giebt neben der Festigkeit des Zusammenschlusses auf beiden Seiten häufig die allgemeine Geschäftslage den Ausschlag, bis ein Umschwung der Dinge das Verhältnis umkehrt und den Unterdrücker zum Unterdrückten macht. Ein dauerhaftes Gedeihen des gemeinsamen Standes ist dabei ziemlich ausgeschlossen. Wer die Schuld an diesem vielfach zu Tage tretenden feindseligen Verhältnis zwischen Meisterstand und GeIn eigener Sache Richter. Roman von L. Haidheim. ( Nachdruck verboten.) ( Fortsetzung.) " Sehen Sie Ihre Mutter, Maria", fliisterte Graf Joseph feiner Cousine zu, sieht sie nicht aus wie eine Königin in ihrem wallenden Kreppschleier und der langen Schleppe?"" Und Vetter Burkard! Aber wie blaß er ist!" unterbrach das junge Mädchen sich. Sie hatte ihn niit dem Wort„ erster Vasall" bezeichnen wollen; jest sah sie plößlich zu ihrem Erstaunen in seinem Antlig eine stolze abwehrende Würde, die sie nie früher bemerkt. Und da sie jest einander erreicht hatten, traf fie einer seiner dunklen ernſten Blicke so voll Erregung und heimlicher Glut. Sie wurde plöglich wieder rot, aber es war nicht die ärgerliche Glut von vorhin, die ihre Wangen färbte, sondern ein echt mädchenhaftes, liebliches Erschrecken vor etwas Un geahntem und auch jezt nur dunkel Erkanntent. Frau von Wazlaw war selbst erstaunt über Marias Liebreiz. Geh zu Lischa, Maria, sie sucht Dich im Schloſse, sie hat eine Entdeckung gemacht", rief fie ihrer Tochter zu und über ihr beute viel belebteres Gesicht flog der frohe Stolz der Mutter. Bin ich mit gemeint, gnädige Tante? Ich fungiere bereits als„ Gefolge" bei Prinzessin Tochter!" scherzte Graf Joseph und fie nickte huldvoll in ihrem Blick lag die glückliche Zustimmung zu der Prinzessin." So waren sie einander vorübergeschritten und die Baronin Wazlam sprach zu Burkard weiter: " Es würde mir nie wie ein Unrecht vorkommen, wenn ich Maria aus meiner bitteren Lebenserfahrung heraus zu einer Heirat zuredete, die ihre ganze irdische Wohlfahrt sichert; aber glauben Sie mir, lieber Frohberg, dessen bedarf es nicht. Das arme Kind hat deutliche Erinnerungen an die freuzerlose Misere des Elternhauses und was sie in Prag erduldet, sie mit ihrem hochstrebenden Sinn, faum so gut gekleidet wie eine kleine Flickerin! das hat ihrer Seele bie Richtung gegeben." Wenn Sie so urteilen, steht mir selbstredend fein Einwand zu, Baronin Tante; indessen wäre es doch vielleicht nicht so ganz unnüs, fich möglichst eingehend nach dem Charakter und Ruf des alten Herrn Nennen Sie ihn doch nicht so! Er ist so alt wie ich, das will für einen Mann noch längst nicht Alter heißen. Außerdem ist er wohl fonserviert und-. Aber wie ich Ihnen eben im tiefften Vertrauen sagte, er sprach fein entscheidendes Wort und obgleich eines Baron Gorzbergs Andeutungen schon ebenso viel sellenschaft hat, ist in vielen Fällen schwer zu entscheiden! Ein jeder Teil schiebt sie natürlich auf den andern, und oft wird wohl die Schuld auf beiden Seiten liegen. Wo Kleinbetriebe mit wenigen Gesellen vorherrschen, wird sich ein friedliches Einvernehmen gewöhnlich eher erzielen lassen, als da, wo größere Betriebe mit zahlerzielen lassen, als da, wo größere Betriebe mit zahl reichen Gesellen arbeiten; wo die Gesellen seßhafter find, wohl leichter, als da, wo sie beständig wechseln; wo das patriarchalische Verhältnis zwischen Meister und Geselle noch nicht ganz geschwunden ist, viel besser, als da, wo die Gesellen einer Organisation angehören, die angeblich nur volle Gleichberechtigung will, in Wahr heit aber darauf ausgeht, die Meisterschaft ,, unterzufriegen" und sie zu bevormunden. Wo es aber so steht, wollen gar viele Meister von den Gesellen so wenig als möglich sehen und hören und sie möchten am liebsten namentlich den Gesellenausschuß dahin wünschen, wo der Pfeffer wächst. Innungsversammlung mit, als daß der junge Mensch in politische Versammlungen, für die er noch weniger reif ist, oder in solche Gesellenzusammenfünfte gelodt wird, wo ihm sein Meister nur als Gegner und Ausbeuter hingestellt wird, wo man ihm jegliches Standesgefühl als Handwerksgeselle und das Streben nach späterer Selbständigkeit zu verleiden sucht, damit er fich nur noch als Arbeitnehmer im Gegensatz zum Arbeit. geber fühlt, als gäbe es gar feinen Unterschied zwischen dem gelernten Gesellen und dem ungelernten Arbeiter, wo man ihm sogar das Handwerk als einen untergehenden Stand hinstellt, der unter den modernen Arbeits- und Verkehrsbedingungen keine Daseins. berechtigung mehr habe? M. K. in B. Politische Nachrichten. Der Kaiser ist gestern Mittag zum Besuch des Großherzogs Friedrich Franz in Schwerin einge troffen. Er rourde von einer großen Menschenmenge lebhaft begrüßt. Der Großherzog in Küraffier- Uniform war am Bahnhofe anwesend. Nach der Begrüßung be gab sich der Kaiser ins Schloß, wo Frühstück stattfand. Der Kaiser trug die Uniform der Marine- Infanterie. Doch will es uns im Gegenteil scheinen, als ob die Teilnahme der Gesellenausschüsse bei den Innungen und Teilnahme der Gesellenausschüsse bei den Innungen und Handwerkskammern allein noch nicht genügt, um Meisterstand und Gesellenschaft einander näher zu bringen, als ob auch Veranstaltungen freiwilliger Art getroffen werden müßten, um moglichst viele Mitglieder Darmstadt, 1. August. Die englische Gesandtschaft der Gesellenschaft zu regerem Anteil an allem, was das am hiesigen Hofe wird demnächst aufgelöst. Der eng Gedeihen des Handwerks betrifft, heranzuziehen. Wir lische Geschäftsträger verläßt in aller Kürze Darmstadt. denken hierbei unter anderen Mitteln an gemeinsame( Gleich nach dem Tode der Königin Viftoria von EngVorträge und Kurse sachlicher wie allgemein bildender land war die Auflösung der englischen Gesandtschaft in Art, auch an gemeinschaftliche Vergnügungen und mögs Aussicht genommen.) lichst, soweit es die Sache gestattet, sogar an eine Teilnahme bei manchen Innungsversammlungen derart, daß die Gesellen nur zuhören oder sich durch ihren Aus schuß an den Beratungen beteiligen dürfen. Bei der Mehrzahl der Meister wird ein solcher Vrrschlag von vornherein auf heftigen Widerstand stoßen, man wird, abgesehen von persönlichen Gründen, au biele berechtigte, sachliche Bedenken vorbringen. Trotzdem scheint uns der Vorschlag, von Fall zu Fall einer ruhigen Erwägung wert, zumal im Hinblick auf das heranwachsende Geschlecht, das unter geordneteren Verhältnissen seine Lehrzeit zurücklegt. Ist es nicht gerade in jungen Jahren, wo man äußeren Einflüssen zugänglicher ist, sehr wichtig, daß der Geselle selber so viel als möglich sieht und hört, was zum besten des Standes, dem auch er wohl einmal als selbständiges Mitglied angehören will, von der Meisterschaft unter Mühen und Opfern ins Werk gesetzt wird? Und ist es darum nicht besser, der Meister nimmt den jungen Gehilfen in eine wiegen, so habe ich doch immerhin selbst freie Hand und erbat mir deswegen Ihren Rat oder besser die Auskunft, die Sie mir geben fonnten." Und die leider recht gering ist. Der Kammerherr Baron Gorzberg lebt schon lange Jahre nur in Wien oder auf Reisen. Reich ist er, man hält ihn wenigstens in seiner Familie für einen hoffnungsvollen Grbonkel." Frau von Wazlam fuhr herum und sah ihn durchbringend an. Ich bitte Sie allen Ernstes, Frohberg, diese Bemerkungen Maria gegenüber zu unterdrücken. Man weiß nie wie weit der artige Reben auf ein so junges Gemüt wirken und-." Sie stocte; dann fuhr sie aber fort:" Daß Maria teinen mittellofen Mann heiraten fann, begreifen Sie und daß ich und ihre Geschwister ihre einzige Mitgift sind." Gnädige Tante haben mir ihr Vertrauen geschenkt, ich werde es zu ehren wissen", sagte er. Sie reichte ihm mit der huldvollen Grazie, die ihr eigen war und trop des Gegensages zu ihrer gedrückten Lage auf ihn nicht lächerlich wirkte, ihre Hand; er sollte fühlen, daß sie ihm dankbar war und sie brauchte ihn. So begann fie von anderen Dingen zu reden, zunächst von der standesgemäßen Erziehung ihrer jüngeren Kinder. Wie dachte Burkard darüber? Die beiden jüngsten könnten an einer Gouvernante genug haben, für Bela aber brauchte man mehr, Sollte ein Gouverneur" engagiert werden oder beabsichtigte Frohberg ihn auf eine Schule zu schicken. Er hatte nie über diese Punkte nachgedacht, wußte nicht einmal mehr von Erziehungsfragen, als was er an sich selbst erfahren, fannte auch den vollen Umfang seiner Befugnisse nicht. So zögerte er mit der Antwort und sie redete unbefangen weiter. Es sei ihr peinlich genug, daran zu mahnen, aber Frohbergs Unerfahrenheit zwänge sie, ihn darauf aufmerksam zu machen, daß der Verstorbene seine Pflichten gegen sie und ihre Kinder nie erfüllt und daß sie wie Bettler unter das Dach desselben gezogen feien. Jest müßten sie allesamt standesgemäß ausgestattet werden, vom Schuh und Strumpf bis zum Schlips und Hut und Handschuh. Wie dachte Frohberg darüber? Oder meinte er etwa, daß ihre Forderungen unberechtigt seien? Dann könnte fie fich nur berufen auf die Meinung aller der Herren, die gestern mit ihr geredet und die sämtlich betont hatten, daß die Familie fie standesgemäß zu erhalten verpflichtet ſei Die Gereiztheit, die aus den lerten Worten flang, rief seine abirrenden Gedanken erst zu ihrem Thema zurück gewiß, zuverläſifig, man muste das alles anschaffen! Bielleicht wäre es das Beste, die Gnädige sezte sich mit Joseph -- Der neue bayerische Kultusminister. Wie man hört, so schreiben die Münch. N.-N.", hat der bayerische Gesandte in Wien, Frhr. v. Podewils definitiv zugesagt, das Stultusportefeuille in München zu übernehmen, wenn das Vertrauen des Regenten ihn dazu berufen sollte. Es dürfte deshalb sls sicher angenommen werden, daß Frhr. v. Podewils die Leitung des bayerischen Stultusministerium übernehmen wird. Haag, 1. Aug. Die hiesigen Burenführer erhielten die nichtamtliche Mitteilung, daß ihre Rückkehr nach Südafrika vorläufig nicht gestattet werde. Der demnächst hier eintreffende frühere Präsident Steijn wird mit seiner Familie die Villa Norma in Scheveningen beziehen. Professor Winkler wird an Steijn eine schwere Operation ausführen.mal Zur Kongregationsbewegung in Frankreich. Paris, 1. Auguft. Ein großes Proteftmeeting gegen die Ausweisung der Kongregationen ist für Ebern daran, Notizen zu machen und der besorgte dann die Aufträge wie neulich." " Ich thäte vielleicht besser, mit Maria selbst nach Wien au fahren Meine Mutter bezieht alle ihre derartigen Bedürfnisse von Dresden", wandte er ein, ohne zu begreifen, daß sie Luft hatte Wien zu sehen. Gut, gut!" ergab sie sich, flug jede Eigenwilligfeit zurückdrängend. Sie fühlte instinktiv, daß man Burkard Frohberg nur durch Nachgiebigkeit zu beeinflussen vermochte. か へ " As fie ins Schloß zurücfamen, tönte ihnen Helles Lachen aus dem Oberstod entgegen, so fröhliches Jubeln, wie es baria wohl seit unendlichen Jahren nicht gehört sein mochte. Burkards Stirn verdüsterte sich. Er war vielleicht der allerlegte eine Trauer zu heucheln, bie er nicht empfand, aber auch der erste, den es wie eine Ver legung berührte, daß man die Würde des Trauerhauses nicht wahrte. Was mußte seine Mutter benfen? Er hatte mit ihr vorhin einen stillen Gang durch das Schloß gemacht; ihre Jugend hatte sich zum Teil darin abgespielt, von Klaino floh sie zu dem Manne, den sie liebte und der sie zu seinem Vater brachte, in dessen Hause sie getraut wurden. Jezt fab sie zum ersten Mal die einst vertrauten Räume wieder, die ihr doch gar nicht mehr so anheimelnd vortamen wie damals. Zum ersten Mal erkannte Cäcilie von Frohberg was fie aufgegeben und wie eng und fleinlich ihr Los an der Seite des Beliebten geworden war. Satte sie in jenen Tagen der Liebe auch dies Opfer freudig gebracht, heute, als alternde Frau, griff ihr der Schmerz, ihren Sohn damit beraubt zu haben, wie mit Eisestrallen an's Herz. Das hatte er nicht allein von ihren Lippen gehört, aus ihren Augen gelesen, nein, das fühlte er auch selbst und gleichs gültig war es ihm feineswegs. Und nun dieses Lachen! Und in seiner Seele stürmte es ohnehin in nie erlebter Weise! Aber es war ja eine grenzens lose Thorheit, sich um Marias Heirat so sehr aufzuregen! Wenn fie einen alten verlebten Greis heiraten wollte- und sollte. Aber nein! Nein! Das schöne Geschöpf! So weiß und so rosig, fo jugendfrisch und gesund, das das ertrug er nicht! Ein Ver brechen wäre es und das ließ er unter seinen Augen nicht begehen. Wie fonnte diese Mutter daran denken? Diese wilde Aufregung, die ihm in Kopf und Herzen tobte! Doch fand er sich selbst unvernünftig. ( Fortseßung folgt.) Morgen Abend 8.30 Uhr von der nationalistischen 1 Union Frankreichs unter dem Vorsitz von Francois Coppée einberufen. Die Sozialisten organisieren ihrerseits für Sonntag eine Gegen- Rundgebung. Für beide Tage sind von der Polizei umfassende Maßregeln getroffen, um die Ruhe aufrecht zu erhalten. London, 1. August. Die Blätter veröffentlichen ein Telegramm aus Lissabon, worin mitgeteilt wird, daß eine englische Gesellschaft dem portugiesischen Marineministerium Vorschläge unterbreitet hat, auf eigene Kosten ein großes Trockendock in Laurenzo Marquez zu errichten. Die portugiesische Regierung wird den Vorschlag wahrscheinlich annehmen. Der Kabinetschef hat den Präfekten den Befehl zugehen lassen, ihre Departements nicht eher zu verlassen, bis das Vereinsgesetz vollständig durchgeführt und die Session der Generalräte geschlossen ist. Mehrere Präfekten, die sich bereits in der Sommerfrische befanden mußten, wieder zurückkehren. Ferner hat der Kabinetschef beschlossen, die Schließung solcher tongreganistischer Schulen zu vertagen, an deren Orten vie vorhandenen weltlichen Schulen für die Anzahl der Schüler nicht ausreichen. Paris, 1. Auguft. Die„ Frff. 3tg." erhält folgendes Privattelegramm: Im heutigen Ministerrat, welcher unter dem Vorsitz des Präsidenten Loubet im Rambouillet zusammentrat, wurden Dekrets unterzeichnet, wodurch weitere 400 Kongregations schulen in den verschiedenen Departements geschlossen werden. Der Ministerpräsident gab eine Uebersicht über das Verhalten der Orden gegenüber dem Vereinsgesetz. Etwa 6000 Ordensniederlassungen haben es danach unterlassen, rechtzeitig um die Autorisation nachzusuchen. Die Hälfte dieser Anstalten ist der Krankenpflege gewidmet und die Regierung sah ihnen gegenüber von strengen Maßregeln ab. Die zweite Hälfte umfaßt die Schulen. Es fand sich darunter eine große Anzahl, welche offenbar im guten Glauben waren, feiner besonderen Autorisation zu bedürfen und die sich nachträglich unterwerfen werden. Auch gegen sie hat die Regierung auf jede weitere Maßregel verzichtet. Die 400 Anstalten, deren Schließung heute genehmigt wurde, gehören zur Kategorie derjenigen Ordensniederlassungen, welche erklärten, sich nur der Regierungsgewalt unterwerfen zu wollen. Es scheint, daß die Aktion der Regierung damit vorläufig erschöpft ist, bis zur Eröffnung des Autorisationsverfahrens vor dem Parlament und dem Staatsrat. Es ist auch nicht zu erwarten, daß die noch zu schließenden Ordensschulen der Ausführung der Regierungsdefrete weiteren Widerstand entgegenseßen werden, zumal die meisten Schulen bereits auf Anraten der Ordensleitung verlassen sind. sender der zweit- und drittbesten Arbeit fönnen sich| Kursus findet für solche Teilnehmerinnen, welche e für 60 bezw. 40 mt. Fahrradzubehörteile beliebig wünschen, mit Genehmigung des Ministeriums erstmalig auswählen. Die einzusende Beschreibung soll eine selbst ein dreitägiger, milchwirtschaftlicher Kursus statt zur ausgeführte Radtour betreffen und neben der allgemein Information über den gegenwärtigen Stand der Milchinteressierenden Darstellung die radsportlichen Erfahr- verwertung und zwar honorarfrei. Der Kursus ungen auf dieser Tour besonders hevorheben. Die bezweckt, Frauen und Mädchen das Wesen und die Preisarbeiten müssen bis 30. August d. I. bei der Zusammensetzung der Milch, sowie Hauswirtschaftliche Zeitschrift„ Radlerin und Radler", Berlin W. 30, ein- Bearbeitungsmethoden theoretisch und prattisch vorzugereicht sein. führen, sowie auf den Wert gemeinschaftlicher, genossenschaftlicher Verarbeitung der Milch hinzuweisen. meldung kann zu jedem Kursus besonders, wie zu beiden gemeinsam bei der Direktion der Obstbau- und landw. Winterschule in Friedberg erfolgen. Paris. Der Unterrichtsminister Chaumié hat an die Schulinspektoren ein Rundschreiben gerichtet, in dem er anordnet, die erforderlichen Maßregeln zu ergreifen, damit nach den Ferien alle Kinder in den Laienschulen untergebracht werden können. Bis die Erweiterungspläne der besteheneen Schulen und die Nenbauten gebilligt ſind, haben die Schulinspektoren nachzuforschen, ob selbst außerhalb der Schulen, aber jedenfalls in ihrer unmittelbaren Nähe Lokale in den von den Mairien abhängigen Gebäuden oder uach in Privathäusern zur Verfügung stehen. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Gießener Volksbad. Im Juli wurden 10859 Bäder verabreicht, gegen 10 737 im Juni 1902 und 18 480 im Juli 1901 oder im Durchschnitt auf dem ganzen Badetag 374 Bäder gegen 390 im Juni und 430 Bäder im Juli 1901. Der Besuch im einzeln hat sich wie folgt verteilt. Schwimmbad 4964 Männer, darunter 666 zu 10 Pfg. 1847 Frauen 428", 10" Wannenbäder I. Klasse 253 Männer 196 Frauen II. ,, 703 645 " 1 Brausebäder 1659 Männer 442" Frauen. Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 116 Männer 34 Frauen. Die Personenwaage wurde von 240 Personen benutzt und das Bad von 13 Personen besichtigt. ** Die Wirtschaftsgenossenschaft des Verbandes Deutscher Post- und TelegraphenAssistenten, E. G. m. B. wird mit Ablauf des Jahres Assistenten, E. G. m. B. wird mit Ablauf des Jahres aufgehoben. Sie hat bei den Verbändlern nicht genügend Antlang gefunden. Von 20,000 Mitgliedern des Verbandes haben sich nur 300 der Genossenschaft angeschlossen mit einem Geschäftsanteil von je 50 Wt. und selbst ein Teil dieser Mitglieder hat selten oder gar nicht Waren von der Genossenschaft bezogen. Die Mehrheit der Post- und Telegraphen- Assistenten im Verband steht auf dem Standpunkt, daß der Staats- und Gemeindebeamte nicht den Geschäftsleuten in's Handwerk pfuschen soll; sie sagen sich mit Recht, das Gehalt der Beamten wird vom Staat bezw. der Gemeinde bezahlt und zwar aus Mitteln, die von der Gesamtheit aufgebracht werden. Staat und Gemeinde haben aber ein großes Interesse daran, daß die Gesamtheit steuerfräftig bleibt, es kann daher nicht Aufgabe der Beamten sein, Teile der Gesamtheit durch Gründung von Konsumvereinen 2c. zu schädigen.( Ein ganz richtiger Standpuntt. D. Red.) ** Der Großherzog wohnte gestern vormittag auf dem Truppen- llebungsplaße der Besichtigung des 2. Großh. Geld- Artillerie- Regiments Nr. 61, welche der tommandierende General vornahm, bei. seo de ** Das Regierungsblatt Nr. 47, ausgegeben am 31. Juli, enthält u. A. das Gesetz, die Herstellung einer Verbindungsbahn zwischen der Strecke Lampertheim- Mannheim und dem neuen Rangierbahnhof Mannheim der Badischen Staatsbahn betreffend. In der am Donnerstag nach der Stadtverordnetenversammlung noch stattgefundenen geheimen Sizung ist beschlossen worden, das Stadtbauamt bom 1. Oktober ab in ein Hoch- und ein Tiefbauamt zu teilen. Als Vorsteher des Tiefbauamtes wurde Herr Ingenieur Adolf Braubach, der seit 1. April 1901 unter der Oberleitung des Herrn Oberbaurat Schmick die Sielbauten aufführt, gewählt. Ferner gab Herr Bürgermeister Mecum zur Kenntnis, daß der MilitärFisfus an der Grünbergerstraße zwischen der städtischen Kaserne und dem Schüßenhaus ein Wohnhaus für berheiratete Unteroffiziere erbauen läßt. ** Turnerisches. Bei dem von heute bis Dienstag stattfindenden Mittelrheinischen Kreis- Turnfest zu Worms wird unser Turn- Gan Hessen sich stark beteiligen. Am Einzelwettkampf werden vom Gießener Turn- Verein 3 und vom Turn- Verein Wieseck 1 Wettturner teilnehmen. ** Die radelnden Leser unseres Blattes tönnen sich an einem Preisausschreiben beteiligen, das die Berliner Sportzeitung„ Radlerin und Radler", das Organ der Damenmitglieder des Deutschen Radfahrerbundes und der Allgemeinen Radfahrerunion, soeben erläßt. Für die drei besten Beschreibungen einer selbst ausgeführten Radtour find drei Preise ausgesetzt im Werte von 300 Mt., 60 Mt. und 40 Mt. Der erste Preis besteht in einem Roland- Fahrrad( nach Wahl Herren- oder Damenrad) in Lurusausstattung und fompletter eleganter Ausrüstung für Radtouren. Das Rad ist erstklassiges deutsches Fabrifat mit den neuesten Verbesserungen der Fahrradtechnik( u. A. neues Tretfurbellager und Doppel- Glockenlager ohne Kurbelfeile) ausgestattet, und der glückliche Erringer dieses Preises wird sonach ein Rad erhalten, das in Bau und Ausaftttung den allermodernsten Typ darstellt. Die Ein** Gendarmen und Forstbeamte. Bei den Verhandlungen des jüngst zu Ende gegangenen Landtages erfuhren die Gendarmen eine beträchtliche materielle Besserstellung, bon 1500 auf 1800 Mark Höchstgehalt. Die Hess. Dominalforstwarte stehen jetzt wieder hinter den Gendarmen zurück. fönnte. Die finanzielle Besserstellung der Gendarmen erweckt bei den Forstwarten Neid, zumal der Gendarm noch außer dieser Zulage Kleidergelder erhält, die der Forstwart ebenso gut beanspruchen Auch der Forstwart hat infolge seines angestrengsten Dienstes ein Anrecht auf Besserstellung. Schon längst ist es übrigens der Wunsch der hessischen Dominialforſtwarte, den Titel" Förster" zu erhalten, wie er in dem benachbarten Preußen gebräuchlich ist. Wurde doch den preußischen Förstern von Se. Majestät dem König auch das goldene Portepee und der Titel " egemeister" verliehen, den tüchtige Leute ihres Berufes erhalten, ohne daß auf einen besonderen Altersund Dienstgrad Rücksicht genommen wird. Aus Hessen und nachbargebieten. Der Niodaer Herbstmartt findet am 1. September statt. Mit demselben ist eine Verlosung von Vich, landwirtschaftlichen Geräten und Gebrauchsgegenständen verbunden. Beerfelden. Vom Blizz beschädigte Bäume sind keine Seltenheit, wer aber gegenwärtig von hier über die Hirschborner Höhe gegen Finkenbach seine Schritte lenkt, dem bietet sich dort, wo der Weg sich zu senken beginnt, ein Anblick, wie er wohl nicht oft zu finden ist. Das vollständige Astwert einer stattlichen Birte liegt abgesprengt abseits an der Erde, der ganze Stamm ist bis zur Erde in einzelne Splitter aufgelöst, die in ihrer Gesamtheit einem riesigen Strauße gleichen. Das Bild offenbart dem Beschauer wieder die riesige Gewalt des Blizes in marfantester Weise. ** Lollar, 1. Aug. Nächsten Sonntag den 3. Aug. findet im ersten Schulsaale dahier nach Schluß des Unterrichts der Zeichenschule Vormittags gegen 11 Uhr die Ueberreichung der Gesellenbriefe an die 4 Prüflinge der ersten freiwilligen Gesellenprüfung des hiesigen Ortsgewerbevereins statt. Eltern, Vormünder und Freunde des Handwerks sind höflichst eingeladen. Unsere Sonntagszeichenschule erfreut sich eines immer stärkeren Besuches. Auch die umliegenden preußischen Orte entsenden Lehrlinge zur Ausbildung. Die gegenwärtige Schülerzahl beträgt 38. - - ** An= ** Groß- Karben, 1. August. Der siebenjährige Knabe des Bahnarbeiters Grünes starb an Erstickung, nachdem ihm ein Stück Wurst in die Luftröhre geraten war. Frankfurt a. M., 1. August. Die hiesige Mineralwasserhandlung H. Kölsch Nachf., bekanntlich eine der größten in ganz Deutschland, exportierte im vorigen Jahre 6 Millionen Gefäße mit Mineralwasser nach allen Erdteilen. Auch als Konservenfabrik marschiert die Firma an der Spitze. Setzt sie doch jährlich ca. 3 Millionen Centner Sauerkraut( meist aus Oberhessen, Betterweil usw. bezogen), 9 Millionen Salzgurken und 4 Millionen Essiggurten um. i Vom Bieberthal. Die gefürchteten Erwartungen der Bienenzüchter, daß ihnen das laufende Jahr eine geringe Honigernte bringen würde, haben sich zum Glück nicht be= wahrheitet. Herr Müller Bausch zu Rodheim hat bereits anfangs Juli von einigen Völkern einen Centner Honig geschleutert. Da für den Bienenhonig stets pro Pfund eine Mark bezahlt wird, so ist die Bienenzuch immer noch eine lohnende Nebenbeschäftigung für den Landmann. Marbu theologifden zum a. o. B Dr. J. Heir D. Prof zum liden Fatult wurde, hat Nachfolger Beling erha Der en Univerfität feiert heute Goethe un und Cor zur 17. 2. burd Mt. 1- Die Die Fefigab lung der G einen fo reißer beftellungen n faffer, Herr R emfaloffen, ei Auflage zu ge Scheu Hofbuch Schritt die, dem Verfaffen Goethes und giltig feftftell und Ilmenau Durch de anlaßlich der Höchst a. M., 1. August. Aus Gram über den vor einigen Tagen erfolgten Tod seiner Frau schoß sich der Inhaber einer Färbereifiliale dahier, Josef Frickel, eine Revolverfugel in die Brust. Lebensgefährlich verletzt liegt der Mann im Hospital darnieder. o. Krofdorf. Wie wir hören, so hat Herr Hauptlehrer Weil hierselbst um seine Pensionierung nachgesucht. Herr Weil hat bereits vor 5 Jahren sein 50jähriges Dienstjubi läum gefeiert und sozusagen seine volle Dienstzeit in hiesiger Gemeinde verbracht. Die neue Schule wird wohl schwierig noch im Laufe des Jahres bezogen werden können, da sie noch lange nicht im Rohbau vollendet ist. Friedberg, 2. August. Am 1., 17. und 18. August findet hier Athleten Wettstreit statt. Die Vorbereitungen sind in vollem Gang. In Friedberg werden bei genügender Beteiligung vom 1. bis 3. September und vom 8. bis 10. September hier ein Kursus für Obstverwertung abgehalten. Das Honorar für Teilnehmerinnen aus Hessen beträgt 3 Mt., sonst 5 Mt. Im Anschluß an diesen auf der hiesigen Station der Bremser Barthel von einem Langenschwalbach, 1. August. Gestern Abend wurde Güterzuge überfahren. Er starb noch in der Nacht, nachdem man ihm vorher ein Bein amputiert hatte. Ober- Ramstadt. Am Mutwoch wurde der Wagnermeister Hermann Koch von hier in einem Wasserloche bei Ober- Ramstadt als Leiche aufgefunden. Wan vermutet Selbstmord. Ulrichstein. Der Jakobimarkt erfreute sich bester Witterung. Die gegenwärtig sehr hohen Preise für das Rindvieh zeigten etwas Verflauung. Der Handel ging deshalb um so flotter. Für erstklassiges Vieh wurden recht ansehnliche Preise be= zahlt. Gute Wilchfühe gingen mit 350-400 und 500 Wt. ab, zweijährige Stiere fosteten 300-320 Wt. Auswartige Handelsleute zeigten rege auflust. Der Schweinemartt war recht start befahren. Ferfel erster Sorte fosteten immer noch 50-65 t, zweiter Sorte 45-50 Wt. und 40-45 Wt. Schöffengericht. Gießen, 1. August. Gießen wird wegen Körperverlegung zu 5 Mark GeldDer Weißbinder Philipp Steinmüller aus strafe und die Kosten des Verfahrens verurteilt. Johann Gustav Hecht aus Stettin erhielt wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt 3 Monate Gefängnis und wegen Ruhestörung 10 Tage Haft.- Der Gärtner Emil Robert Franz bekommt wegen Bettelns 1 Woche Haft.- Der Landwirt Johann Karl Jünger aus Reiskirchen ist der Sachbeschädigung angeklagt. Er hat, wie er auch selbst zugiebt, seinem Nachbar funf - Bierflaschen zertrümmert und erhält 10 Mark Strafe. Der Fabrikant Isaak Barnaß in Gießen hat auf einen ihm von der Steuerbehörde zugestellten Strafbefehl richterliche Entscheidung beantragt. Er zieht jedoch vor, seinen Antrag zurückzuziehen und sich bei der über ihn verhängten Strafe 5 Mart beruhigen. зи Vermischtes. - - * Berlin, 1. Aug. Swet vermutlichen Mädchenhändlern ist gestern ruh die hiesige Kriminal- Polizei auf die Spur gekommen. Die beiden Männer bezeichnen sich als ehemalige Tänzer resp. Direktoren und waren im Begriff mit 9 jungen Mäochen vom Bahnhof Friedrichstraße abzureisen, als sie verhaftet wurden. Sie hatten in megreren Blättern inserirt, daß sie junge Damen als Tänzerinnen für das Ausland suchten und behaupteten, daß sie Mädchen für das Tivoli in Amsterdam engagiren wollten. * Hannover. Ein Bugschlag fuhr am Mittwoch Vormittag in eine im Gelände ubende Abteilung des 73. Inf.Reg. Die Abteilung war ausgeschwärmt, der Kompagniechef, Hauptmann von Klüfer, rut dicht hinter der Abteilung. Böglich zuckte en Blisstrahl und traf die beiden am rechten Flügel der Spiße masaitenden Fusiliere Nolte und Biermann. Nolte wurde sofort getödtet, während der zweite Mann vom Blig gelähmt wurde. Auffallend ist, daß nicht der wenige Meier davon entfernte, hoch zu Roß ſizende Hauptmann getroffen wurde, sondern die näher dem Boden sich bewegenden Füssiliere. Bet Nolte traf der Blizz die Spiße des mit einem Ueberzug versehenen Helmes, ging an der hinteren Schiene herunter, sprang etwa in der Witte den Rücken entlang und um den Leib herum, auch zerschmetterte er die Uhr des Getödteten. Collekteurs, Buchhalter Picht ist nach Verübung beHalle, 1. August. Der Prokurist eines Lotteriedeutender Unterschlagungen infolge mißlungener BörsenSpekulationen flüchtig geworden. * Der am Dienstag verstorbene Geh. Hofrat Professor Kürschner gehörte vor Beginn seiner Gelehrtenlaufbahn dem Schlossergandwerk an. * mittag umgefippt und glücklich auf den Kiel gestellt worden. Hamburg, 1. Aug. Der„ Primus" ist heute nachIn der Vorderfajüte fand der Taucher die Leiche eines etwa 13 jährigen Mädchens. * Im Befinden des Professors Virchow sind zeitweise ist unverändert. Herzbeklemmungen eingetreten. Das Allgemeinbefinden Ufern getreten. Tausende sind von ihren Heimstätten verNewyork, 1. Aug. Der Colorado- Fluß ist aus seinen trieben. Große Viehheerden ertranfen. Die Zahl der umgekommenen Menschen ist noch nicht bekannt. erfchienenen G Fünf Bolt Alav ierb Nebst ein Schröter, Billtommen 2. vermehr meinde- Poe Ilmenau. dächtnis C Wer das Mugen offen ho lebender Betan bundes ersehen, Buren zu unt mun besiegten Brieges intereff uns jegt vorlieg Feuer und Sohn( Verlag v. und bietet Episod der Buren. Die 9. Auguft niedrigen minster m für jeden foftet 20 De und sparen Marktplat für m für Streng reelle Kur Feller vorzüglic hmerinnen, welche e Minifteriums eritmalig ider Sturjus ftatt zu Hochschulnachrichten. tigen Stand der Micheologischen Fakultät, Professor Lic. Jos. Bauer, wurde jedem Burenfreunde zu empfehlen. Auffäße von wirklich rfrei. Der Kurfus - das Wesen und die dr. J. Heimberger in Straßburg, der jüngst Friedensschlusse und unmittelbar vor demselben bietet das Luise Krafthöfer; Rudolf Hermann Grams, technischer Marburg. Der Privatdozent in der hiesigen um a. o. Professor ernannt. Gießen. Professor um o. Professor in der rechts- und staatswissenschaft lichen Fakultät der Universität Münster i. W. ernannt wurde, hat auch einen Ruf an unsere Universität als Nachfolger des nach Tübingen berufenen Professors Dr. Beling erhalten. vie hauswirtschaftlide und prattisch vorzu inschaftlicher, genossen hhinzuweisen. An Onders, wie zu beiden Obstbau- und landw. fiebenjährige Knabe Ersticung, nachdem Der emeritirte Professor der Kunstgeschichte an der Universität Bonn Geh. Regierungsrat Dr. Karl Justi fetect heute am 2. Auguſt ſeinen 70. Geburtstag. re geraten war. Die hiesige MineralDefanntlich eine der ortierte im borigen Mineralwasser nach benfabrik marschiert sie doch jährlich ca. meist aus Oberheijen, onen Salzgurten und Gram über den vor r Frau schoß sich der er, Josef Fridel, eine eder. Die Litterarisches. Goethe und Jimenau. Mit einer Beigabe: Goethe und Corona Schröter; Festgabe der Stadt Ilmenau zur 17. Jahresversammlung der Goethe- Gesellschaft. 2. durchweg ergänzte Auflage. Bon Paul Basig. Mt. 1-, A. Huschte. Nachfolger, Weimar. Die„ Henne" in Ilmenau schreibt unterm 23. Juli: Festgabe der Stadt Ilmenau" zur 17. Jahresversamm lung der Goethe- Gesellschaft( 24. bis 25. Mai cr.) hat einem so reißenden Absatz gefunden, daß hunderte von Nachbefte llungen nicht berücksichtigt werden konnten. Der Verfoffer, Herr Realschullehrer Paul Pasig, hier, hat sich daher enischlossen, eine zweite durchweg ergänzte und vermehrte Auflage zu gestalten, die demnächst im Berlage der Huschte ensgefährlich verlegt her ofbuchhandlung in Weimar erscheint. Die wertvolle Bestern Abend wurde Schritt die, wir der Vorstan der Goethe- Gesellschaft s. 3t. dem Verfasser fchrieb, aus den Quellen das Verhältnis er Barthel von einem Goethes und Corona Schröters zu Ilmenau nunmehr endnoch amputiert hatte. wurde der Wagner inem Wafferloge bei den. Wan vermutet te fich bester Witterung. r dus Rindvich zeigten deshalb um so flotter. njehnliche Preise be -400 und 500 t. 0 Wt. Auswartige Schweinemarit war e fofteten immer noch Rt. und 40-45 Wt. Ben, 1. Auguft. teinmüller aus zu 5 Mark Geld grens verurteilt. ttin erhielt wegen alt 3 Monate Ge Lage Haft. Der imt wegen Bettelns ann Karl Jünger ädigung angeklagt. jeinem Nachbar funf ilt 10 Wharf Strafe. aß in Gießen hat de zugestellten Straf eantragt. Er zicht uziehen und sich bei - 5 Mart- zu S. ichen Mädchenhändlern Bolizei auf die Spur gnen sich als ehemalige Begriff aut 9 jungen e abzureifen, als sie ren Blättern inserit, n für das Ausland Jen für das Tivoli in und Ilmenau und„ Goethe und Corona Schröter". anläßlich ber 17. Jahresversammlung der Goethe- Gesellschaft Durch den gleichen Verlag gelangten folgende, ebenfalls erschienenen Schriften zur Ausgabe: Fünf Boltslieder von Corona Schröter, für Alav ierbgleitung instrumentiert von M. Friedländer. Nebst einem Anhang: Das Grabmal der Corona Schröter, von H. Burkhardt, Geh. Hofrat in Weimar. Billkommengruß der Gemeinde Gabelbach 2. vermehrten Auflage, enthaltend 8 Gedichte von Gemeinde- Poeten; u. a. Auf Goethes Spuren rings um Ilmenau. Der stellesuchende Goethe. Zum Gedächtnis Corona Schröters. Preis 35 Pfennig. - * - Wer das Herz auf dem rechten Fleck und die Augen offen hat, der kann aus den Berichten wahrheitslebenber Zeitung n und aus den Berichten des Bucen hilf bundes ersehen, daß es noch keinesw gs überflüssig ist, die Burent zu unterstützen. Wer sich für die Schicksale des nun besiegten Bruderstammes in Südafrika während des rieges interessi rt, der sei auf ein Wertchen, dessen II. Teil uns jetzt vorliegt, besonders aufmerksam gemacht. Es heißt: Feuer und Schwert in Südafrika" von H. E. John( Verlag v. Fußingers Buchhandlung, Berlin W.) und uand bietet Episoden und Stizzen aus den Freiheitskämpfen er Buren. Die einzelnen Abschnitte, die lose aneinander r am Mittwoch Vorteilung des 73. Inf.mt, der Rompagnie hinter der Abteilung. die beiden am rechten tere Nolte und Bier während der zweite uffallend ist, daß nicht hoch zu Roß ſizende die näher dem Boden ze traf der Blitz die Jenen Helmes, ging an etwa in der Witte den aum, auch zerf@ metere urist eines Lotterie mißlungener Börsen Geh. Hofrat Profeffor nach Verübung be Gelehrtenlaufbahn dem rimus" ist heute nad n Riel gestellt worden. er die Leiche eines etwa Birdhow find zeitweile as Allgemeinbefinden bo- Fluß ift aus feinen ihren Heimstätten vet n. Die Zahl der um befannt. gereiht sind, und von denen ein jeder ein abgeschlossenes| Weingutsbesizer in Heidesheim mit Marte Bischoff Ganzes bildet, find spannend geschrieben. Das Werkchen ist dahier. Eheschließungen. aktuellem Interesse über die Lage der Buren nach dem Am 26. Juli: LudwigGeiß, Bäcker dahier mitkaroline jüngst erschienene 2. Heft vom II. Jahrgange des„ Buren- Betriebsleiter in Leihgestern mit Lina Katharine Geor freund". Die reich illuſtrierte Zeitschrift giebt dem Leser gine Sier dahier; Josephat Staubach, Eisendreher mit einen Einblick in die Zustände in Südafrika und die hilfs- Marie Friederike Rosenbaum; August Magel, Tag bedürftige Lage der Buren. In Unbetracht des guten Swedes löhner mit Elisabethe Ortmüller. Am 28.: Karl Friedwünschen wir dem„ Burenfreunde" recht viele Leser. rich Julius Weber, Fabrikdirektor in Würzburg mit Klara Mayer in Gau- Algesheim. " * Ueber das Leben im amerikanischen Seebade plaudert der bekannte deutsch- amerikanische Schriffteller Henry F. Urban sehr interessaut in der soeben erschienenen Nummer 31 der Berliner Illustrierten Zeitung". Diese Nummer„ B. 3. 8." giebt ferner Photographien von der Hamburger Schiffstatastrophe wieder, darunter ein großes Bild, das den Taucher und Mitglieder der Unter suchungskommiſſion auf dem Kiel des umgehürzten Dampfers " Primus" stehend zeigt, ein anderes Jom Leichenbegängnis der Opfer und ein drittes von der Unglücksstelle. Zahlreiche weitere Illuſtrationen spiegeln die Ereignisse der jüngsten Beit auf politischem und fünstlerischem Gebiet wieder. Neueste Nachrichten. Berlin, 2. Aug. Bei der Anwesenheit Kaiser Wilhelms auf der Revaler Rhede werden Marine- Manöver und eine Schein- Attacke der Torpedoboote, ein Bombardement der Insel Corlos und ein Landungs- Manöver der Marine- Soldaten auf dieser Insel stattfinden, wobei die Soldaten die Küste von Carlos mit Schnellfeuer heschießen werden. Prag, 2. Aug. Trotz vielfacher Rekurse der BeerdigungsGeborene. Am 20. Juli: dem Locomotivheizer, Wilhelm Weimar eine Tochter, Lina Magdalena. Am 21. Juli: dem Schlosser Wilhelm Wisker ein Sohn, Emil Wil helm; Hilfswagenwärter Karl Schneider eine Tochter, Lina Emilie. Am 22.: dem Locomotivheizer Ludwig Aff eine Tochter. Am 23.: dem Fuhrmann Johannes Hill eine Tochter, Anna Marie; dem Wirt Wilhelm Fischer 3. eine Tochter, Anna Marie. Am 24. Metalldreher Karl Weinhardt ein Sohn, Hans Theodor Karl; dem Schuhmacher Heinrich Minke eine Tochter, Dina Minna. Am 25.: dem Schreiner Gustav Loose_ein Sohn, Karl Heinrich Ernst. Am 26.: dem Postschaffner Johann Emig eine Tochter, Helena Katharina. Am 28.: dem Gärtner Gustav Stoch ein Sohn, Heinrich Emil Oscar. Gestorbene. Bruderschaft und troß des Einspruches mehrerer Kunstvereine 31.: Marie Grünewald, 1 Jahr alt, Tochter des Arist die teilweise Enteignung des uralten Prager Judenkirchhofes vom Ministerium des Innern bewilligt worden. Hamburg, 2. Aug. Die gerichtliche Verhandlung über die Primus- Katastrophe wird auf Grund des vorgestern vom Hamburger Senat festgestellten Thatbestandes vor dem Altonaer Gericht stattfinden. Berlin, 2. Aug. Wie aus Harzburg gemeldet wird, ist die Besserung im Befinden des Prof ssors Virchow in den letzten Tagen außerordentlich gut gewesen. Virchow wird voraussichtlich bald nach hier zurückkehren. Berlin, 2. Aug. Der Kassenbote Lösel, der in einem Leipziger Bankgeschät angestellt war und mit 6500 Mark flüstete, wurde heute Nicht hier verhaftet. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. * ufgebote. Am 24. Juli: Karl Uhl, Locomotivheizer dahier mit Karoline Pfeiffer in Daaden. Am 26.: Wilhelm Walter 3., Hausbursche in Großen- Buseck mit Karoline Bender daselbst. Am 29.: Nicolaus Rausch, Straßenfehrer dahier mit Katharine Hofmann. Am 30.: August Dorß, Oberschweizer mit Margarethe Schmidt; Ludwig Karl Philipp Größer, Lackierer dahier mit Bertha Johanna Louise Friederika Diehl in Braunfels; Wilhelm Schmidt, Schußmann dahier mit Katharina Schwalb in Beuern. Am 31.: Philipp Seitz, Weinhändler und Die Krönungsfeier S M. König Eduard VII. findet nunmehr bestimmt am Samstag, den 9. August statt. 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Mit dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung verbunden, für welche 1565 MF. zur Verfügung stehen. Der Prämiirungsplan ist von Herrn Dekonomierat Schlenke- Hardthof bei Gießen zu erbitten. Die Preisverteilung erfolgt im Anschluß an die Prämiierung um 12% Uhr. Omnibusverbindung von dem Bahnhof nach dem Marktplatz und zurüd. Am 11. September, nachmittags Uhr findet in der Turnhalle der Stadtknabenschule eine Verloojung statt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, Haushaltungs- und Ge: brauchsgegenständen. Der Generalvertrieb der Lose à 1 Mt. ist dem Herrn Richard Buchacker dahier übertragen. Gießen, Juli 1902. Die Pferdemarktkommission zu Gießen. Jean Kirch, Stadtverordneter. Wo gehen wir hin ? In Bläfer's Biograph Oswaldsgarten. Heute Samstag abend 8 und 9 Uhr: Große Vorstellung. Nach Schluß der 9 Uhr Vorstellung Herren- Vorstellung. Nur für erwachsene Herren über 20 Jahre. Sonntag: Leste Vorstellungen. Nachm. 3, 4, 5, 6 und abends 8 u. 9 Uhr, Jede Vorstellung neues Programm. Eine Verlängerung des Aufenthaltes findet auf keinen Fall statt. Vergebung von Bauarbeiten. Chemikalien u.Utensilien Die zur Erbauung eines Gärtner Wohnhauses bei der psychiatrischen Klinik zu Gießen nötigen Arbeiten nebst Materiallieferungen, nämlich: Maurer, Steinhauer, Zimmer, Dachdecker, Schreiner, Schlosser-, Glaser, Weißbinders und Spenglerarbeit werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submissionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen, Zeichnungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserm Amtslofal zur Einsicht offen, und fönnen lettere, mit Vordruck zu dem bezüglichen AngebotsVermerk versehen, daselbst zum Selbstfostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote sind bis zum 9. August d. Is., vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 29. Juli 1902. 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