Nr. 150. Erstes Blatt. Mittwoch, den 2. Juli 1902. Abonnementsprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50 fg, in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- unde Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. ellow gibaud Gießener 11.bau mixit sb notebibe 02 Jon sid by slansih 11. Jahrgang. Jnsertionsvrets: Die einsbaltige Petitzeile für Gießen wole, ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. ata fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitjeile 30 resp. 40 Bfg. 88Postzeitungsliste No. 3082. 08 nigh bad odete Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. do0.09 abru simsbadAssn sidedsix 1ebsiw notent Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) sib leiul abi OSTI 9090 doub, doia Anabhängige Tageszeitung b want douT 1909 ash ban sboiled taus ei teabula nis Lannsbas mid a Imd01 W 1999 msb obs ( Gießener Zeitung) bis.l für Oberheffen und die Kreiſe Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. 9811 Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruderei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. sill 08 ildexed obrtomus sib gnublox sid Zur Erinnerung an das Universitätsfest 1902. Festgruss! Heil alma mater Ludoviciana, Heil dir im Festgewande ehrwürdige Mutter, Du Born des Wissens und des Rechtes, Heil alma mater Ludoviciana! Deine Musensöhne und Giessens Philister versammeln sich, um mit Dir die Ankunft des tausendsten Deiner Jünger in fröhlichem Feste zu feiern. Es ist Freude, welche sich in uns Dir nahet, so, wie das Licht der Sonne sie der Erdkrume zeugt und dann sprossend und spriessend, in tausendfacher Frucht des Samenstarre Hülle in lebendiges Wirken versetzt. Die Freude, die, wie des Stahles Funken, dem Wissensdurstigen auf des Weges Richtung zeigt und ein gütiger Stern im Erdenleid. - Ehrwürdige Mutter, wie viele Rechte sah nicht die Welt seit ihrem Bestehen sich finden und doch als das Rechte von allen Rechten lehrtest Du uns zur Wahrheit stehen. Zur Wahrheit, jener hehren, edlen, die keiner Deutelei geneigt sich zeigt. Zur Wahrheit, die das edelste vom Edlen uns in dem Born des Wissens reicht. Heil alma mater Ludoviciana, heil Dir im Festge wande, wir grüssen Dich als Quell der Weisheit ehrfurchtsvoll und bleiben treu, Dir alma mater Ludoviciana! ionist bog - Academia Ludoviciana, - Giessen, den 1. Juli 1902. Tempora mutantur! Dieser Gedanke kommt einem bei der Feier zu Ehren des tausendsten Studenten. 1016 Studenten an der Universität Giessen! Wer hätte das vor 10 Jahren gedacht? Die Leser sind ja über die Entwicklung der Universität in den letzten 75 Jahren genau genug unterrichtet, so dass sie selbst beurteilen können, wie plötzlich und rapid die Frequenz unserer Hochschule gestiegen ist. Es ist genug über diesen Gegenstand geredet und geschrieben worden. Wir wollen heute versuchen, den Lesern in aller Kürze ein Bild von der Geschichte der Universität Giessen zu geben.hk m Die Stadt Giessen, in den ältesten Urkunden Gizen, Geyzen ,,, zu den Gizen" genannt, hat ihren Namen wahrto ad Geerteerd. 32] Novelle von E. Vely. .seni.mp on Machbrud verboten.) thil Der Wittwe schwimmt's vor den Augen, was braucht sie's zu wissen. Jo wäre nach überstandener Gefahr doch zuerst auf seine Mutter zu fein Josie braucht hier nicht länger zu stehen und zu harren, sie fann heingehen über die Dünen und bei Meerie anpochen und sagen: Das Meer hat ihn bel alten und Du bist eine Wittwe. Das Meer hat ihn behalten, murmelt sie und ich, ich hab's so gewollt und gejagt.at mist of dod m Ihre Knice beben. Aber zu keiner Zeit hat je Einer Reic Toben schwach geschen auch jetzt nicht, auch jetzt soll's nicht jeinst Noch einen Blick auf das Meer, das ihr den Gatten genommen hat und nun auch den Sohn behalten hat- da blingelt sie Maniel Hay's eines Auge an und vor ihr nieder, halb ihn stügend, legt er ihren Jo. Sie schreit nun doch auf, schrill und laut: Du bist's, Verfluchter? Hast Du nicht g genug gehabt an dem Einen? Nur ein Lachen von Maniel antwortet ihr, dann sagt eine schwache Stimme: Mutter! It's wahr? Sie beugt sich nieder. Jo lebt, ihr Jo? und dahergeleitet von ihrem Todfcinde, dem Maniel? Sie faßt über ihre Stirn, sich zu vergewissern, daß sie selber lebt, wach ist nicht verwirrt. mul Ein Bischen schwer! brummt Maniel, in's Dorf Dorf mögen ihn Andere tragen! Dann ist der Kapitän an die Gruppe herangekommen und jagt: Ja, Reid eine Spülwelle nahm ihn weg, er hatte doch seine Kraft überschätzt und wenn ihm der Mantel nicht nachsprang, hättest Du den Jungen nicht wieder gesehen. Maniel Maniel Hay! stößt die Wittwe heraus, blickt auf den Sohn, der sich langsam aufrichtet, dann seinen Retter - sib Lioliews scheinlich nach einem alten heiligen Hain. Sie gehörte, so weit man das in der Geschichte verfolgen kann, zuerst einer Linie aus dem Konradinisch- Salischen Geschlechte. Später ging sie in die Hände des Grafen von Glizberg( Gleiberg) über. In neuerer Zeit finden wir einen Grafen, der sich Graf von Giessen und Tübingen nennt. up Dessen Sohn veräusserte 1265 die Herrschaft Giessen an den Landgrafen Heinrich das Kind, von Hessen. Bald wurde es als fester Platz berühmt. Ba Im Jahre 1327 wurde Giessen von den verbündeten Mainzern und Trierern belagert und eingenommen. Durch den Transithandel der levantischen Waren nach dem nördlichen Deutschland erlangte es allmählich grosse Bedeutung unter den hessischen Städten. 1567 starb Landgraf Philipp. Das Land wurde geteilt und das ,, Oberfürstentum Hessen mit Giessen" gelangte an den Landgrafen Ludwig IV. von Hessen. Mit dessen Tode 1604 erlosch diese Linie. Zu Erben setzte er seine beiden Vettern ein und verordnete, dass Marburg eine Gesamt universität bleiben, und dass das Zeughaus, welches er in Giessen erbaut hatte, unzertrennt bleiben sollte. Daran war die Klausel geknüpft, dass keiner in seinen Ländern die evangelisch- lutherische Religion abschaffen dürfe. Kaum hatte nun Landgraf Moritz seine Regierung über Hessen- Kassel angetreten, so führte er die reformierte Konfession ein. Die Marburger Professoren weigerten sich diese anzunehmen und erhielten dafür ihren Abschied. Ebenso wurden etwa 50 Geistliche ausgewiesen. Die Marburger Professoren fanden in Darmstadt Aufnahme. So beschloss dann Landgraf Ludwig V. in Giessen ein Gymnasium illustre zu gründen und dieses mit den berühmten aus Marburg der Religionsänderung halber vertriebenen Professoren zu besetzen. Die feierliche Eröffnung des Gymnasium illustre und des damit verbundenen Paedagogium trilingue geschah am 10. Oktober 1605. sib enu W 1910 arising Im Jahre 1606 wurde ein Lehrstuhl für Arzneikuude errichtet. Zur Bestreitung der Besoldung der Lehrer wies der Landgraf der Akademie die Einkünfte aus den Antoniterhöfen Grünberg und Giessen an. Die Stadt Giessen verpflichtete sich, jährlich 150 Gulden aus dem busibed saulso0M 19b- 9baudadel. 81 b. mind dole letticaedadel gib dous bau sbw Jsjonsled | Einkommen des Weinzapfens zuzuschiessen. Das neue Gymnasium erlangte durch den Ruhm seiner Lehrer grosse Frequenz. Der erste Rektor Winkelmann hatte während seiner Amtsführung vom 10. Oktober 1605 bis Ende 1606 gegen 300 Studenten eingeschrieben. Die Vorlesungen wurden in den Ratsstuben abgehalten. Für 1030 Goldgulden erkaufte Ludwig vom Kaiser das Privilegium für die neue Hochschule. 1607 wurde der Grundstein zu einem neuen Kolleggebäude gelegt. Am 7. Oktober 1607 wurde der Bau eingeweiht. Ludwig verehrte der Universität zwei silberne mit goldenen Zierraten versehene Zepter zum Zeichen der Privilegien. Als Rektor wurde Dr. Gottfr. Antoni ausgerufen. Interessant ist es, wie glänzend damals das Rektoramt bezahlt wurde. Antoni bekam für seine Bemühungen einen Zuschlag von 15 Gulden p. a. Die Studenten hatten damals wirklich grosse Freiheiten. Sie hatten eine besondere Gerichtsbarkeit und hatten allein den rector magnificus als Obrigkeit anzuerkennen. Von Steuern waren sie befreit, brauchten auch für Nahrungsmittel, Bücher und Getränke keine Accise zu bezahlen. Ein ganz eigentümliches Privileg giebt ihnen die freie Jagd in der ganzen Giessener Gemarkung. Mancher von unsern akademischen Nimroden wird es schmerzlich bedauern, dass 1808 den Studenten und Universitätsangehörigen die freie Jagd entz wurde, weil so schreibt der Chronist sie zu allerlei Zerstreuungen und Unordnung Anlass gab. Auf die eigene Gerichtsbarkeit verzichtete die Universität im Jahre 1823 freiwillig. Von der Fürsorge Ludwigs für seine Studenten zeugt auch die Verordnung, dass die Professoren öfters die Wohnungen der Studenten besuchen und schätzen, überhaupt auch für neue und bequeme Wohnungen Sorge tragen sollten. - In die erste Zeit der Universität fällt auch schon die Gründung eines Freitisches für arme Studierende. Zunächst stand bloss den Theologen diese Vergünstigung offen, später wurde sie auf alle Fakultäten ausgedehnt. Die 1609 erlangte auch die medizinische Fakultät durch Anstellung von drei Lehrern ihre Vollzählichkeit. erste Anatomie wurde 1615 von Gregor Horst ,, an einem weiblichen Körper, sodann an einer Hirschkuh" Holla wo ist meine Geerteerd? an und faßt endlich den Kapitän am Arm und wiederholt: Maniel Hay der Maniel Hay hätte das gethan? Was ist denn soviel daran? fragt der. Naß dabei ge= worden, weiter nichts! jjed A Es kann nicht sein! beharrt Reick. Da faßt Jo ihre Hand. Mutter gewesen ist hast mich ja lieber im Meer sehen wollen aber daß der, der Dir den Sohn rettet, den Vater Er kommt nicht weiter, er senkt wie beschämt den Blick vor des Maniel's einem, so seltsam aufleuchtenden Auge. Hoho -- Ahoi! schreit der, als muß er seiner Brust Luf machen. Von damals meinst Du, Reick! Bist ja wie eine Verstörte gewesen und hätt' ich's erzählt, wie's fam, geglaubt hättest Du's doch nicht. Gut war ich dem Hineck wohl nicht- alte Geschichten, Kaptein Weibergeschichten er schluckt erst, wie an einer unangenehmen Empfindung. Und wie der Sturm kam und wir Beide über die Nußschale von Boot flogen, gab's ein Wettschwimmen Hineck ließ nach mit der Kraft, ich hielt ihn, aber damit war uns Beiden der Tod gewiß daß ich mich endlich frei gemacht habe, hätte ein Jeder gethan und leicht war mir's nicht noch einmal griff er nach meinem Kopf - Hand Daniel wiſcht über ſein Haupt, als fühlt er noch die und des Ertrinkenden dort. Ich gewann tam heim Das Weib gemacht mußte immer an mein Kind denken, Kaptein! das hatte mir der Hined ja schon untreu - Das weiß niemand, Reick will noch zu ihm reden, während Jo, sich auf sie stüßend, zu gehen versucht, aber der Alte hat keine Aufmerksamkeit mehr für sie. Er erinnert sich plöglich, daß er fragen muß, warum das Leuchtfeuer eine Weile erloschen und dann stößt er wilde Betheuerungen aus, daß Friz West keine Anwartschaft mehr auf die Hand seiner Deern haben soll. Ist das ein Wächter nach Recht und Pflicht? aleiab ibal 135 din 19 Die andern Männer am Strande mühen sich um die Fahrzeuge. Da schreit Einer auf: oqsoq 1950 inolong Maniel Hay tomm hierher! ib, ni aiswdo? Divoz Ist die Geerteerd oder der Teufel hat sein Spiel. Sie heben das leblose Mädchen behutsam empor; langsam tritt der alte Seefahrer heran. Mais abnormoznov Meine Geerteerd ist's, sagt er leise, aniwis 9th lus isd Die Leute sehen sich fragend an was fann ihr begeguet sein, hart hier am Strande? I dag.odt finq.m. - - Maniel macht ein Paar Bewegungen mit den Lippen, als habe er seine Pfeife dazwischen des nad 9829 Tragt sie nach Haus sixilo usb dos gaudiowaid Dann sieht er auf's Meer hinaus. quxta legaibes.log Wär auch so was, wie Gerechtigkeit während ich den Andern aus dem Wasser gezogen habe. Da drängt sich Reick heran, sie, die nicht bei ihres Mannes Mutter, Mutter, stammelt Jo, der Geerteerd und mir hast Tode die äußere Fassung verloren hat, weint laut.. col Du ein Unrecht gethan. dazu sib donband hou giwbu.] assair Der Kapitän legt dem Maniel die Hand auf die Schulter.beerteerd gebt sie mir! laßt mich, ich habe ein Recht Sie horcht und lacht plöglich, als käme ein freudiger Wahnsinn über sie: Das Herz schlägt ja noch bi Morgen trinken wir einen Grog zusammen, Maniel Hay und einen guten! - Reid hat langsam ihren Kopf geschüttelt und dann ist plöglich die Starrheit von ihr gewichen. - und Maniel Hay, murmelt sie, den Jo da dank ich Dir für das Undere will ich dir auf den Stien White thera 19 Tragt sie nach Hause, wiederholt Maniel, dann sett er hinzu, als habe er weder Furcht noch Schmerz um sein Kind: Ich muß trockene Faden auf den Leib haben! ool orde ads( Fortsetzung folgt.) Verlang' ich nicht, lacht Maniel. Hab' nichts anders im Sinn, als daß ich nun aus dem nassen Zeug komme. spoilt nebuw met bag 14.sbasla ux 928 ww 19W Nr. 149. Oberhessische Familienzeitung. einem beschüssenden, väterlichen Ton, welcher die beabüchtigte Liz. meine Liebe, wir sind die ganze Brit Wirkung batte. Nerven batte Seite 2. Aber jetzt ließ der burchlebte ich bewährt. Schrecken iein Gesicht geiſterbaft aussehen. Kalter Schweiß Nr. 149 Vom höheren Kleines Feuilleton. Oberhessische Familienzeitung. schlechteren Bodenarten Nun bliebe no Seite 3. dem Augen bor. und Gaumen entzückendes Aequivalent des ein anlodendes, anderen Begenden 3 er Vogels gehalten. 1609 war bereits der botanische Garten angelegt worden, der einen für damalige Verhältnisse recht stattlichen Umfang hatte. Auch für die Pflege von Leibesübungen trug Ludwig Sorge. 1622 liess er ein sogenanntes ,, Ballhaus" zu diesem Zweck errichten. ,, Allein", so schreibt Dr. Nebel 1828 ,,, obgleich Grafen, Barone, und reiche Ausländer hier studierten, so konnten doch zwei Ballmeister nacheinander nicht bestehen und mussten wieder, wegziehen." Die neue Akademie wurde bald berühmt. Ihre Lehrer, gröstenteils schon früher in der gelehrten Welt bekannt, verschafften ihr in und ausser Deutschland Macht und Ansehen. - Die Giessener Industrie beschäftigte sich damals mit wesentlich anderen Zweigen wie jetzt. So wird in einer Topographie Giessens vom Jahre 1613 hervorgehoben, dass sich in Giessen eine sehr starke Tuchmacherzunft befinde und das Giessener Tuch auswärts berühmt sei. Ein andermal preist ein Student in einer Rede den Giessener Wein als auswärts sehr geschätzt. Leider ist das Letztere jetzt nicht mehr der Fall.( In ganz Oberhessen giebt es bekanntlich nur noch im Kreise Viele hohe HerrBüdingen ertragsfähige Weinberge.) schaften und Prinzen studierten in der ersten Zeit in Giessen. Die Besoldung der Professoren liess in der ersten Zeit nichts zu wünschen übrig. Die Quartalsbesoldung, die praenumerando bezahlt wurde, betrug 60 bis 70 Gulden. Dazu kamen jährlich 22 Achtel Früchte, Holz, Heu, Hahnen u. s. w. Diese Besoldung war für die damalige Zeit glänzend. Die Redensart ,, der kann leben wie ein Professor" war gerade zu sprüchwörtlich. Da im 17. und 18 Jahrhundert der Münzfuss bedeutend heruntergesetzt wurde und auch die Lebensmittel sich verteuerten, so war das Gehalt in späteren Jahren recht knapp und musste verschiedene Male aufgebessert werden. Im Jahre 1825 war die unterste Stelle einer Fakultät mit 800, die erste mit 1100 Gulden besoldet. Recht betrübend für die Akademiker und auch einzelne Fakultäten ist es, wenn man sieht, wie niedrig sie Eine in der Standesrangordnung eingereiht wurden. Rangordnung von 1609 lautet: auch die eingegangenen Gelder von abgekauften Karzerstrafen zugewiesen. Im Jahre 1706 beging man ein grosses Fest, die hundertjährige Jubelfeier der Universität. Beide fürstliche Prinzen kamen dazu nach Giessen und wurden in Kleinlinden von 2 Komp. Studenten zu Pferde eingeholt. Das Fest dauerte vom 7. bis 18. Oktober. Festgottesdienste und Festtafeln wechselten mit einander ab. Am 20. Oktober wurde mit 20 Kandidaten der Medizin und. Philosophie die Promotion vorgenommen. Die Studenten brachten eine Fackelmusik und wurden sämtlich an Tafeln in dem Kolleggebäude traktiert. Der Landgraf schenkte der Universität einen kostbaren Pokal. Proprinceps oder Statthalter. Rector, Fürsten, Grafen, Freiherren, welche auf der Universität studieren, Landkommenthur zu Marburg, Erbmarschall, Hofrichter u. s. w. erst an 17. Stelle Superintendenten, Doktoren und Professoren der Theologie, zweiter Rat, zweiter Professor der Rechte, dritter Rat, dritter Professor der Rechte, vierter Rat, medizinische Fakultät, philosophische Fakultät." Ein Theologieprofessor war also an Rang höher wie einer von den anderen Fakultäten. Auch jetzt herrscht noch in allen Vorlesungsverzeichnissen diese Anordnung der Fakultäten vor. Im Jahre 1616 wurden die Giessener Theologen durch einen Streit mit den Tübinger Professoren über eine theologische Frage bekannt. Im Anfang des 18. Jahrhunderts war die Frequenz der Universität sehr gross, sie wird auf etwa 516 Studenten geschätzt. Der grosse Ruf der Juristen bewirkte dies. Ebenso war die theologische Fakultät an allen Streitfragen der Zeit beteiligt. 1720 wurde eine neue Anatomie errichtet. Die Universitätsbibliothek vergrösserte sich durch verschiedene Stiftungen. Verschiedene Gesellschaften mit nationalem oder wissenschaftlichem Charakter bildeten sich in jener Zeit, lösten sich aber bald wieder auf. 1776 wurde eine fünfte oder ökonomische Fakultät eingerichtet. Ende des 18. Jahrhunderts wurde ein Entbindungshaus verbunden mit einer Hebammenschule eingerichtet. Unter dem 30jährigen Krieg hatte die Universität schwer zu leiden. In den Kriegsbedrängnissen konnte den Professoren ihr Gehalt nicht regelmässig bezahlt werden und da ein Professor auch essen muss um zu leben, so verliessen eine ganze Anzahl Gelehrte Giessen. Auch die Studenten wollten sich aus Angst vor den Schrecknissen des Krieges davon machen. Der Rektor aber ermunterte sie, sich in den Waffen zu üben und sich unter eine Fahne zu stellen. Sie liessen sich bewegen. Auf ihre Fahne schrieben sie ,, Litteris et armis ad utrumque parati".( Mit Wort und Waffen zu beidem bereit.) In den Jahren 1625 bis 1650 war die Giessener Universität nach Marburg verlegt, sie behielt aber doch ihren eigenen Charakter als Hessen- Darmstädtische Landesuniversität. Es waren dieselben Professoren, die nur auf Befehl des Fürsten ihren Wohnort änderten. Die Bedrängnisse des französischen Revolutionskrieges wirkten sehr nachteilig, die Frequenz sank. Sammlungen wurden geplündert, Schränke und Präparate In der Mitte des 17. Jahrhunderts hatte Giessen einen grossen Ruf als Pflegestätte der astronomischen Wissenschaft. Die Universität hatte nämlich die berühmten matematischen und astronomischen Instrumente des Landgrafen Philipp zu Butzbach erworben. Dieser Fürst, ein Bruder Ludwigs war 1643 durch ein mit angezündetem Brantewein erhitztes Bad eines schmählichen Todes gestorben. der Anatomie wurden vernichtet. So ging denn das zweite Jubiläum 1807 sang- und klanglos vorüber. Eine wichtige Erweiterung erfuhr die Universität noch durch Einrichtung des Forstinstituts und Gartens 1824. Wir haben versucht, unseren Lesern ein Bild der Geschichte unserer Universität von der Gründung an zu geben. Auf die neuere Geschichte einzugehen, erübrigt sich, da es schon von berufenerer Feder geschehen ist. Heute, wo wir das festliche Ereignis der Frequenz von über 1000 Studierenden begehen, mag es uns mit Freude und Genugthuung erfüllen, wie sich die Ludoviciana aus kleinen Anfängen zu einem stattlichen, lebenskräftigen Baum entwickelt hat. 1650 sollte die Hessen- Darmstädtische Universität Von dem in von Marburg wieder weggelegt werden. Betracht kommenden Städten Darmstadt, Giessen, Grünberg und Alsfeld wurde Ciessen wegen seiner günstigen Lage.gewählt. Der mit der Stadt damals abgeschlossene Vertrag enthält u. a. folgende Bedingung: Es soll jedem professori oder praeceptori classico gestattet sein, ebensoviel Schweine in die Mastung einzutreiben wie ein 3 Bürger u. S. W. Man sieht, auch hierin haben sich die Zeiten etwas geändert. Es wird wohl heutzutage selten vorkommen, dass ein Mann der Wissenschaft sich nebenbei auf die Schweinezucht verlegt ce müsste höchstens Landwirtschaftler sein. - Am 2. April 1650 gab Landgraf Georg II. ein Patent aus, in dem er die Wiedereinführung der Universität Giessen bekannt gab. Am 5. Mai erfolgte der Akt der Einweihung. Nach den offiziellen Feierlichkeiten: Festgottesdienst, Festzug etc., wurde ein festliches Mahl auf dem Schlosse eingenommen. Auch damals nahm die Bürgerschaft regen Anteil an der Freude. In vielen Häusern der Stadt wurden Gastereien veranstaltet. Giessener Plauderei. r. O, Welt, wie bist Du so wunderschön, wenn man erst zur Bedeutung herausgewachsen ist, Facon des Giessener Bahnhofes. - SO Nr. im Abonnem in's Haus Gratisbe Oberbeff Gartenb Wie elegant war in dieser Sache die Vorbeugung Preussens ge'n Darmstadt, der Geheime Oberbaurat Hofmann möge Giessens Bahnhofsgebäude zu einem Baudenkmale formen; es war so etwas ganz anderes, als wie der hessische Kammerantrag, der dem ,, Associé Preussen" die Teilhaberschaft kündigen wollte. Wenige Städte existieren im deutschen Reich, die wie Giessen im Zeichen des Fortschritts stehen, Der Fortschritt ist die Pflicht eines jeden Geistes und immer ein edler Freund wahren Menschentums gewesen. Der Fortschritt allein ist es, der im tollsten Spiel der Kräfte nicht rastet, wanket oder weichet. Im Jahre 1666 erlangte die Universität einen neuen Glanz durch die Anwesenheit der beiden fürstlichen Prinzen Ludwig und Friedrich, die mehrere Jahre dablieben. Man erzählte sich später noch, dass Ludwig VI., als er in den Ausgaben mehrmals Posten für seidene Strümpfe gefunden, verordnet habe, dass sie diese kostbare Tracht nur an Festtagen tragen sollten. ขา Im Jahre 1665 wurde für die bessere Aufsicht über das Oekonomiewesen ein beständiger inspector rerum oeconomicarum bestellt. 1667 kam die Universitätswitwenkasse zu stande. Unter anderem wurden ihr In diesem Sinne sind die Bewohner Giessens sehr - - - Da Bahnsachen nun immer dem Reisefieber etwas ergeben sind, so reisten die Giessener Bahnhofs- Entwürfe vom Herrn Geheimen Oberbaurat Hofmann in Darmstadt zur brüderlichen Filiale nach Herborn. Wann hier die Rekonvaleszenten Zeit zur vollständigen Genesung sich gestalten wird, ist dem Himmel vorbehalten, doch dürfen wir immerhin - guter Hoffnung sein. Ja, wenn die Hoffnung nicht wäre auf ein endliches Gewinnen, würden sicher die ExpropriationsErst expropriirte prozesse zur Hälfte vermindert. Giessen für Strassen und Plätze, dann für Bahnhofsgeleise, Lagerhäuser und den neuen Schlacht- und Viehfür und jetzt zur Heilung aller Schäden, hof, eine Anzahl von Kliniksbauten. Vielleicht gelangen hier die verschiedenen Expropriationsauswüchse gehenden klinischen Behandlung und Heilung. fortschrittlich geneigt und in ihrer Gedankenwelt, politisch dem Freisinn zugeteilt. Sie erkennen den Abgeordneten Richter als ihren Major domus an und sind glücklich, wenn er Giessens Gräser weidet. Viele bedeutende Grössen haben in Giessen ihre Tüchtigkeit erprobt und sind, Dank der schneidigen Führung, im Ministerhimmel bethronet. So tauschte Gnauth, der Unvergessliche, Giessens Bürgermeistersessel gegen das hessische Finanzministerium ein und hat in der kurzen Ministerzeit schon soviel Kraft gesammelt, dass er der hohen Kammer vereinten Stürmen männiglich zu widerstehen vermochte. - - zur einAus dem Gießener Studentenleben. Vor einigen Jahren lebte in unserer lieben Musenſtadt eine Persönlichkeit, die heute noch in der Erinnerung wieder fortlebt. Es war der Wohnfutscher Huhn. Als solcher war er natürlich mit der Gießener Studentenschaft aufs innigste befreundet. Zwar war die Tonart des Verhältnisses etwas rabiat, aber trotzdem immer sehr herzlich. Huhn ist ohne Zweifel die originellſte Persönlichkeit gewesen, die Gießen jeher vorgebracht bai. Man erinnere sich zum Beispiel jener klassischen Episode, wo zwei der berühmtesten Witglieder des „ Lügentisches", der lange Schulze und der rote Wenzel sich erfühnten, eine Landpartie mit dem„ Stallchen" zu unternehmen. Der aber fuhr sie einfach in die Zahn und mit drohend erhobener Peitsche ersuchte er die beiden armen Kerlen, das Portemonnai vorzuzeigen. Ecst zog der lange Schulze seinen Geldsack und dann der„ Note". Erst darauf lenkte das Karlchen um und fuhr die beiden zurück ins Loge". Da empfing die dret natürlich ein geradezu unheimliches Gelächter. Studenten und Philister, alles schwamm bald in höchster Fidelität, sodaß man das berühmte Lied anstimmte. In den jüngsten Tagen hat auch ein Ministerleben in Berlin das Licht erblickt, welches vor Jahren schon als Oberleutnant in Giessens Garnison lebte und, da er ein vorzüglicher Erzähler war, uns die französischen Eisenbahnen von anno 1870/71 beschrieb. Was ein Haken werden will, krümmt sich bei Zeiten, und aus dem bescheidenen Oberleutnant entpuppte sich 1902 der preussische Eisenbahnminister General Budde. Derselbe erkannte schon sehr frühe Giessens Vorzüglichkeit und verschwägerte sich mit zwei Giessener Familien, deren Jugend heute mit Stolz erklären kann: ,, Mer ham' ne Ministerpetter in Berlin!" Aber, wenn erst jener Grösse man sich erinnert, die vor Jahrzehnten hier laboriert hat und nach langem Suchen, viel ernster Arbeit und kühnem Geistesfluge, uns die Bedeutung von Extrakten lehrte, dann muss die Welt Giessens Bedeutung anerkennen, in deren Mauern er einen Lehrstuhl besass und den Ruhm der alma mater Ludoviciana fest und fester schmiedete. Viel hatte man schon von Extrakten gehört, viel auch von Ochsen, den Dummen, doch dass man von Ochsen- Extrakt fabriziert und diesen den Menschen als Stärkung zuführt, das bracht manch Redsel'gen zum Stummen. Voll dankbarer Anhänglichkeit beschloss man, den grossen Mann zu verdenkmalen, und in Anbetracht seiner kolossalen Weisheit gebar uns Prof. Schapers Kunst, auf Giessens Antrag, den weissen Liebig. So steht er, nicht müde werdend, in der Ostanlage auf hohem Postamente, und alle, die ihn dort gesehen, bewundern seine Rüstigkeit und manche Einfalt, die Schönheit seiner Töchter. Ja, Schönheit wie ziehest du eben mit mächtigem Städtische Neuigkeiten am Bürgertisch. Müller:„ Guten Tag, mein lieber Gottlieb, bin erfreut Dich wohl und frisch zu sehen." Schulze:" Dant, unsere Trennung war nicht lange, aber wer hätte von uns gedacht, jemals wieder nach Gießen zu kommen." Müller:" In erster Linie für heute das Universitätsfest und dann das Erbrecht mein Lieber. Schulze: Bravo, das ist nett von Dir, daß Du Dir den Studentenrummel mit ansiehst, aber sage einmal, fennst Du Gießens Erbrecht? Müller: Ich habe gehört, daß die Stadt Gießen das Grbbaurecht einführen will, und zur weiteren Einführungserleichterungen an die Gründung einer Hypothekenbank denkt. Schulze:" Sind denn schon so viel Gelände angekauft oder expropriiert worden?" Müller:„ Vorläufig noch nicht, man cher ami, die betreffenden Gelände sind in gut fundierten Händen." Schulze: Hast Du gehört, daß der Kracheburg Weber für seinen Acker am Margaretenweg 60000 Mark erlangt hat?" Müller:" Ja, ist wie eine Bombe eingeschlagen. Die Stadt hätte gerade dieses Frontstück haben müssen, da ihr Besitz hierdurch von der Straße abgesperrt wird." Sulze:„ Es sollen ca. 3000 qm sein, das machte ungefähr 20 Mt. pro qm.- Einheit." Müller:„ Na, weist Du, das ist aber föstlich 20 Mark ro qm und die sehr wohllöbliche Einschäßungsfommission hat es noch vor etlichen Jahren zu 22 Mart, schreibe zwei und eine halbe Wharf, tagiert. Hahahahaha!" Schulze: Bache nur nicht so interessiert, man glaubt sonst, Du hättest auch Bodenwucherer- Veranlagung. Müller: Unsinn, habe ja feine Not- Gelände hier liegen." Schulze: Ist nicht nötig, deshalb fannst Du doch der Stadt Gießen grimmigster Konkurrent werden. Wer will Dich denn abhalten, Deine überschüssigen Gelder genau nach städtischem Muster anzulegen und falls Du jemals mit dem Expropriationszippel in Berührung fommst, so cate ich Dir, studiere die Gießener Geländewert- Statistik." Müller:„ Bravissimo, Gottlieb Schulze, ganz Deine Meinung, dieses Studium rangiert vor der tagierenden Einquartirungsfommission." Pochen in Giessens Mauern ein, und gibst Gesundheit" Schulze: Also abgemacht, Du nimmst das Studium als Losung aus. Die Ring promenade war schon seit Jahren als schön bekannt, jedoch nicht der Teich an der Ostanlage, der augenscheinlich eine hervorragende Bakterien- Begabung hat. Bakterien sind nun zwar ein sehr modernes Gewächs und wuchern rastlos mit ihren Talenten, so dass man beschlossen hat, sie Giessens sozialer Fürsorge dienstbar zu machen. Programmmässig spannte man nach Sirenenart die Netze, und fing darin eine Kanalvorlage im Prinzip. Diese wurde ,, Kanalisation" getauft und wird voraussichtlich, entsprechend Giessener Bedeutung, statt 12 Millionen, welche zuerst genannt, jetzt mit 21/2 Millionen Mark veranlagt werden. auf und wenn Gießen seinen 2000 sten Studenten einziehen sieht, denn hast Du vielleicht das Vergnügen, des Rätsel's Lösung gefunden zu haben als Gelehrter über die Lehre des ExpropriationsMüller: Sei still, Du übereiferst Dich, und was berfahren. fonnte die Folge sein, heute Abend im Philosophenwald würde man Dich auch - drum gehab Dich wohl für heute, am Stammtisch im Café Ebel Fortseßung. Das fü * geftern in Berlinsti des Blatt bes Blatt ordnung In d erfte Lefun fönnen. G und die Man will Erledigung * Be antworten deutsch in den Eltern Erziehung 3u Die Defonom Halle zu mationsist mit e schaftliche traut, ale Förderung meinleben wendung * Di leber di laftung h hat der präfidente die Ober mit den ( fommund den Prob fie zu eine Schuldent und im Im Fall zu äußer der Nach find. Da entlastung 38] Gut, d wenn fie a hinter den ohne Bejin wo er je Döffnet und Haus Reid. Dab zum Ver In der höher gel Seemanns Einma Stuhl getr einem Lady Bin ni Dho Mannft' Er hat Dem Schlaf Fahrze 2 on briber eini Reid gen ihrer Nad De Glaub Er neint in