ntelligenz-Vlatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 2 32. Mittwoch den 26. April 18541. Amtlicher Theil. Das Großherzoglich Heſſiſche Kees ant Friedberg an ſämmtliche Großh. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Regulirung der Gewerbſteuer, insbeſondere die Füh— rung der Tagebücher über Ab⸗ und Zugang der Gewerbe durch die Großherzoglichen Bürgermeiſter. Nachſtehenden Erlaß Großherzoglicher Oberſteuerdi— rection vom 21. März l. J. theile ich Ihnen zur Kennt— nißnahme und genauen Befolgung mit. Friedberg am 3. April 1854. nee Die Großherzogliche Ober-Steuer-Direction an ſämmt— liche Großherzogliche Kreisämter. Es tritt häufig der Fall ein, daß Leute, welche ſchon vor der Steuerregulirung die Abſicht, im kommenden Jahr ein Gewerbe zu betreiben, erklärt und ſich hierzu auch noch vor Schluß des Jahres ein Patent erwirkt haben, deßhalb nicht bei der Steuerregulirung zur Gewerbſteuer zugezogen werden, weil ihre Declaration von dem Bürgermeiſter nicht in das nach§. 24 der Gewerbſteuerverordnung vom 1. De— zember 1827 zuführende Tagebuch über Ab- und Zugänge der Gewerbe eingetragen worden iſt. Für dieſe, ſowie auch für alle diejenigen, welche nach der Steuerregulirung und bis zum Schluß des Jahres ſich ein Patent für den Betrieb eines Gewerbes im kommenden Jahre erwirken, muß, weil ſie nach Art. 19 des Gewerbſteuergeſetzes für das kommende Jahr ſteuerpflichtig ſind, ein Gewerbſteuer— nachtrag berechnet werden. l Nicht minder häufig kommt es aber auch vor, daß Gewerbtreibende vor der Steuerregulirung ein Gewerbe abdeclariren, aber zur Gewerbſteuer zugezogen werden, weil auch ihre Declaration nicht im Tagebuch eingetragen ſteht. Dieſen ſowohl wie allen Denen, welche nach der Steuerregulirung bis zum Schluß des Jahres ihr Gewerbe niederlegen, muß alsdann die angeſetzte Steuer im Recla⸗ mationswege erlaſſen werden. Zur Entſcheidung ſolcher Reclamationen iſt aber ein beſtimmter Nachweis darüber, wann abdeclarirt wurde, durchaus nöthig, und dieſer man— gelt, wenn der Eintrag im Tagebuch fehlt. So kann es kommen, daß einer an ſich begründeten Reclamation keine Folge gegeben wird, während eben ſo wohl der umgekehrte Fall möglich bleibt, da ja recht leicht bei den nachträglich hierüber ausgeſtellten Beſcheinigungen der Bürgermeiſter ein Irrthum unterlaufen kann. Die ſeitherigen Bemühungen, die Großherzoglichen Bürgermeiſter zur genauen Führung der mehrerwähnten Tagebücher anzuhalten, blieben meiſtens erfolglos, und in vielen Gemeinden müſſen ſich die Groß— herzoglichen Steuercommiſſäre noch jetzt das Material zur Regulirung der Gewerbſteuer ſelbſt herbei ſchaffen. Sowohl im Intereſſe des Dienſtes als auch der Steuerpflichtigen liegt es daher, dieſen Uebelſtand zu be— ſeitigen, und wir glauben, daß demſelben einfach dadurch gründlich abgeholfen werden kann, wenn man die Declara— tionen über die Ab- und Zugänge der Gewerbe von den Declaranten ſelbſt im Tagebuch unterſchreiben läßt, weil hierdurch die Bürgermeiſter genöthigt werden, die Declara— tion augenblicklich einzutragen, und ſie nicht mehr dem Gedächtniß zu überlaſſen. Hierdurch würden zugleich auch alle gewöhnlich zum Vorwand gebrauchten, unbegründete Berufungen bei den Reclamationen unmöglich gemacht. Zu dieſem Endzweck hatten wir ſchon früher in das Formular zum Tagebuch eine entſprechende Rubrik einſchal— ten laſſen, da aber daſſelbe, der verſtändlicheren Führung wegen, noch einige andere Aenderungen wünſchenswerth machte, ſo ließen wir ein ganz neues Muſter entwerfen), und erſuchen Sie nun, die Großherzoglichen Bürgermeiſter zur dem neuen Formular entſprechenden genauen Führung des Tagebuchs anzuhalten, denſelben insbeſondere einzuſchärfen, daß ſie jede Declaratiom vom Declaranten ſelbſt in der entſprechenden Rubrik unterſchreiben laſſen und ihnen auf— zugeben, daß ſie den Großherzoglichen Steuercommiſſariaten jedesmal ſogleich mit dem Schluſſe des Jahres Auszüge aus dieſen Tagebüchern, über die in der Zeit nach der Steuer— regulirung bis zum Schluß des Jahres etwa gemachten Declarationen, mittheilen, damit über die abdeclarirten Ge— werbe ex officio Reclamationen aufgenommen und für die neu zugegangenen Gewerbſteuer-Nachträge angeſetzt werden können. Darmſtadt den 12. März 1854. G'öer tz. *) Iſt den Bürgermeiſtern bereits zugeſendet worden. Marguerite Devereur. Erzählung. (Fortſetzung.) Aus einem unerklärlichen Gefühle hatte der Abbe nicht erlauben wollen, daß irgend Jemand an Leverney ſchreiben und ihm von ſeiner Krankheit Nachricht geben ſolle, und doch waren ſeine Gedanken beinahe gänzlich mit ſeinem neuen Freunde beſchäftigt. Er ſchrieb an ihn, be⸗ orderte aber, daß die Briefe nur im Falle ſeines Todes ihm überliefert werden ſollten. Auch vermachte er ihm viele von ſeinen Büchern, ſowie ſeine Papiere. Denis kam in Paris gerade noch zur rechten Zeit an, um dem Leichenbegängniſſe des väterlichen Freundes beizuwohnenz man kann ſich denken, was er bei dieſem ſo plötzlichen Verluſt einer Freundſchaft, die ſo viel zu verſprechen ſchien, fühlte. Er folgte der Leiche und widmete die näch— ſten Tage ganz einer genauen Durchſicht des handſchrift— lichen Nachlaſſes. Lange und tief ſann er über den In— halt der Papiere nach; dann war er feſt entſchloſſen, dem Rathe, den ſie enthielten, zu folgen. Von dieſem Tage an war Denis Leverney völlig verändert. Damals ſammelte ſich zuerſt die Partei der Giron— diſten. Ihre geheimen Klubs wurden gehalten und beredte Debatten über ſociale Fragen, für welche die Welt da— mals erſt zu erwachen ſchien, zeugten von der Fähigkeit und dem Enthuſiasmus dieſer jungen Partei. Es waren Männer, die ihre Nächte den ſchönen Theorien Plato's und den Träumen Rouſſeau's widmeten. Ein neuer, edler Glaube, die Wiedergeburt der Geſellſchaft, das waren ihre Zwecke; Frankreich ſollte ein Muſterſtaat, die Franzoſen die Lehrer der Welt werden. Die Geſchichte erzählt ihr Schickſal. Leverney war einer der beredteſten und begabteſten Verfechter dieſer neuen Doktrinen. Aber die Leſer des griechiſchen und des franzöſiſchen Philoſophen konnten nicht lange ein bethoͤrtes Volk leiten, deſſen ein— zige Hoffnung auf Rettung in der Ausrottung ſeiner Feinde zu beruhen ſchien und welches durch das blutige Triumvirat, Danton, Robespierre, Marat, aufgeſtachelt wurde. Leverney kämpfte mit der gemäßigten Partei für die Rettung des Lebens des Königs; aber ſeine über— menſchlichen Anſtrengungen, die ohne Erfolg waren und ſowohl ſeine geiſtige als körperliche Kraft überſtiegen, warfen ihn bald auf das Krankenbette, von dem er noch nicht erſtanden war, als er an ſeinen Vater ſchrieb und ihm ſeinen Beſuch auf dem Schloſſe anmeldete. Er floh, krank am Herzen, hinweg von den tragiſchen Scenen, die in Paris wahrend der Schreckensregierung aufgeführt wurden. Mit Freudenthräͤnen wurde er von dem liebenden Vater empfangen, der ſo lange auf die Rückkehr des theuren Sohnes gehofft hatte. Das waren glückliche und ruhige Tage, als Vater und Sohn in der ſchönen Gegend umherwandelten und dankbar froh zum Geber alles Guten emporblickten, daß der Wirbelwind der menſchlichen Leidenſchaften ihre glück— liche Gegend noch nicht getroffen. Aber gerade wenn der Menſch ſich am ſicherſten glaubt, iſt die Gefahr ihm oft am nächſten. So war es mit Denis Leverney. An einem lieblichen Abend ging er allein am Ufer des Fluſſes, der durch das Dorf in der Nähe des Schloſſes floß. Er war ermüdet, denn er war weiter gegangen, als er bis jetzt ſeit ſeiner Wiederherſtellung von der Krankheit gewagt hatte. Er ſetzte ſich auf eine Bank um auszuruhen und die Sonne zu ſehen, wie ſie ihre letzten ſchwachen Strahlen über die ſchöne Landſchaft, die vor ihm lag, warf. Die Umriſſe der hohen Berge, die ſich in der Nähe erhoben, erſchienen klar im purpurgefärbten Himmel. In Gedanken verſunken ſaß er da und hörte das Geplätſcher der Wellen, die ſich an den Felſen brachen. Da ging die Sonne unter, und das Zwielicht verbreitete ſich unvermerkt über das Thal, ein ſilberweißer Nebel ſtieg vom Fluſſe auf. Denis verſank tiefer in träumen— des Sinnen. Welcher Kontraſt mit der Scene, die er 126 e- hinter ſich gelaſſen hatte! Haben die Dichter nicht recht, die uns rathen, wenn wir wahres Glück ſuchen, die un— ruhige Stadt zu fliehen? Wenn wir nicht immer die ländliche Unſchuld, die ſie ſo ſchoͤn ausmalen, finden, ſo ſehen wir doch auf jeden Fall weniger die Wuth menſch— licher Leidenſchaft. Seine Betrachtungen wurden durch eine Stimme in der Nähe unterbrochen, die rief:„Wie lange bleibſt Du aus, Vater! Warum kommſt Du nicht nach Hauſe? Es wird kühl und feucht.“ Er glaubte die Stimme zu erkennen, wandte ſich um und erblickte eine leichte, graziöſe Geſtalt, die ſich ihm näherte. Es war zu dunkel, um ihr Geſicht zu ſehen, aber er war überzeugt, die Stimme zu kennen. „Iſt das nicht Marguerite Devereux?“ ſagte er. „Ich werde doch wohl meine alte Spielgefährtin wieder— erkennen, obwohl fünf Jahre verfloſſen ſind, ſeit ich ſie geſehen habe.“ „Verzeihen Sie, mein Herrz“ ſagte Marguerite, in— dem ſie ſich furchtſam näherte,„mein Vater ſitzt oft Abends hier, ich muß um Entſchuldigung wegen meines Irrthums bitten: ich glaubte, er waͤre es und wollte ihn zum Abendeſſen rufen.“ „Entſchuldigen Sie ſich nicht, Marguerite; ich bin ſehr erfreut, Ihre Stimme wieder zu hören, obſchon es faſt zu dunkel iſt, um in Ihnen meine hübſche Geſpielin zu erkennen. Ich hätte ſchon längſt meinem alten Freunde Richard einen Beſuch machen ſollen, aber ich bin krank geweſen und noch recht ſchwach, das iſt der erſte Ausgang, den ich allein gewagt habe.“ a„Ich ſah Sie neulich, mein Herr, mit dem Oberſten über das Feld neben dem Schloſſe gehen, aber ich mochte nicht zu Ihnen gehen und Sie anreden.“ 5„Sie hätten nicht ſo furchtſam ſein ſollen, Margue⸗ rite; ich habe meine Freundin nicht vergeſſen. Aber Sie können mir einen großen Gefallen erzeigen. Ich bin zu weit gegangen und habe hier zu lange geſeſſen, ich muß nach Hauſe, und glaube kaum, daß ich die Kraft habe, allein dahin zu kommen. Wollen Sie nicht Ihren Vater oder einen ihrer Brüder bitten, mich auf dem Wege nach dem Schloſſe zu unterſtützen?“ „O gern,“ ſagte Marguerite und eilte nach ihrem Hauſe. Bald hörte Denis, wie eine liebliche Stimme ihren jüngeren Bruder rief, und gleich darauf vernahm er nahende Schritte. „Reiche mir Deine Hand, mein guter Knabe,“ ſagte Denis,„denn ich kann von dieſer ſchrägen Bank nicht ohne Hülfe aufkommen. Halt' feſt und ſteh' feſt, oder wir fallen Beide in den Fluß.“ Der Knabe ging zu ihm, reichte ihm ſeine Hand, aber indem er ſich zu weit vorüber lehnte, verlor er, als Denis ihn anfaßte, das Gleichgewicht und ſie fielen zu— ſammen nieder. Der Knabe rollte neben der Bank hin— ab, ward aber durch den Stumpf eines ungefallenen Baumes, an den er ſich anklammerte, aufgehalten; Denis ſtürzte in's Waſſer. Der Strom war reißend; Denis konnte ſchwimmen, aber die ſchnelle Strömung verhinderte ihn, davon Ge— brauch zu machen— er war in der höchſten Lebensgefahr; doch ſeine Stunde war noch nicht gekommen. Der Knabe raffte ſich auf, kletterte zu der Bank hinauf und ſchrie um Hülfe. Nicht ſo Marguerite. Mit wunderbarer Geiſtesgegenwart eilte ſie zum Ufer; ſie wußte, daß etwas weiter unten ein hervorragender Punkt war, wo ihn der Strom hinanwälzen würde; dahin ſtellte ſie ſich, und als er von den Wellen hinangetragen wurde, erfaßte ſie mit ſtarker Hand ſeine Kleider und zog ihn an's Ufer, m 2 ut welche ſal an, unge entgeht ihr die 20 Rettun begtelſ Die Le gut ve ſehr er nahm nähere! dagewe Köpfe terin. geſehen, ſeinen 2 3 9 e Ii N Oeff 577) Pofgericht als ſolchet mit dem wird, daß len 4 Wos falls dieſel — 84 war, 127«. Ufer. Nur etwa fünfzig Ellen weiter war eine Senkung im Strome, ware er bis dahin getrieben, ſo hätte ihn nur ein Wunder retten konnen. Wir wollen nicht in die Zukunft blicken und ſehen, welchen Einfluß dieſe edle That auf Margueriten's Schick— ſal ausübte. Hinweg mit Befürchtungen und Vorbedeu— tungen!— Erröthend und lächelnd nahm ſie ſeinen Dank entgegen, und als er ſie nahe bei ihrem Hauſe verließ und ihr die Hand ſo warm drückte, o, wie glücklich war ſie da! Am nächſten Morgen ſprach das ganze Dorf von der Rettung des Herrn Denis Leverney. Man konnte nicht recht begreifen, wie Marguerite gerade in der Nähe geweſen. Die Leute ſchüttelten die Köpfe.„Es war ſehr brav, ſehr gut von ihr“— das mußten ſie zugeben. Sie waren auch ſehr erfreut darüber, daß ſie es gethan. Mit Erröthen nahm ſie die Glückwünſche an. Man fragte ſie nach den näheren Umſtänden; wie es aber gekommen, daß ſie gerade dageweſen, fragte man nicht. Die Leute ſchüttelten die Köpfe und ſahen ſich einander geheimnißvoll an. Denis träumte dieſe Nacht von ſeiner ſchönen Ret— terin. Kaum hatte er ſie in ihrer jungfräulichen Schönheit geſehen, er träumte von ſeiner Geſpielin vor Jahren. In ſeinen Träumen ward er zurück verſetzt in die glücklichen Tage der Kindheit. Sie ſpielten zuſammen am Ufer an der Stelle, wo ſie ihn vor wenigen Stunden gerettet hatte. Sie ließen kleine Schiffe von Papier auf dem Strome ſegeln und ſahen, wie der Strom ſie hinabtrug. Wie er ſeine Hand ausſtreckte, um ein's zu erfaſſen, ſiel erz ſie ergriff ihn, und ſie fielen Beide in's Waſſer; er erreichte das Ufer, aber nur, um zu ſehen, wie ſie fortgeriſſen wurde. Als er aus ſeinem Traume mit Thränen in den Augen erwachte, ſchien die Sonne ſchon hell in ſeine Fen⸗ ſter. Er ſtand auf, und ſchrieb den Traum lieber der falſchen Vorſtellung von dem, was vorgegangen war, zu, als daß er eine Ahnung der Zukunft darin fand, und ſuchte ihn zu vergeſſen. (Fortſetzung folgt.) Für die Armen im Kreiſe Grünberg wurde am 3. Oſterfeiertage von einigen Herren Candidaten der Theolo— gie und anderen Kunſtfreunden ein Concert gegeben, deſſen Reinertrag 81 fl. 18 kr. war. Die Herren Concertgeber haben mich gebeten, die genannte Summe dem Comité in Grünberg zu übermitteln und den Empfang derſelben in dieſem Blatte zu beſcheinigen. Dieſem Geſuche entſprechend habe ich das Geld heute abgeſendet und bringe ſolches hier⸗ mit zur öffentlichen Kenntniß. Fauerbach II. den 22. April 1854. Dr. Matthias, Pfarrer. Noran mrad 5 5 7 Betamumachungen von Be⸗ hörden. TN CNN Oeffentliche Bekanntmachung. (577) Cbriſtian Müller von bier iſt von Gr. Hofgericht für einen Verſchwender erklärt und als ſolcher unter Curatel geſtellt worden, was mit dem Anfügen öffentlich bekannt gemacht wird, daß fortan nur mit den beſtellten Cura— toren, Michael Jung und Karl Müller dahier, Rechtsgeſchäfte gültig abgeſchloſſen werden kön— nen und Forderungen an Chriſtian Müller bin⸗ nen 4 Wochen dabier anzuzeigen ſind, widrigen- falls dieſelben bei der Vermögensregulirung nicht berückſichtigt werden. Friedberg den 7. April 1854. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann, v. Preuſchen, Landrichter. Landgerichts⸗Aſſeſſor. Oeffentliche Aufforderung. (390 Die Erben der verlebten Wilhelm Gorr erſter Eheleute von Münzenberg wollen nachſtebende in Münzenberg gelegene Hofraithe: 1, 1006 61 U◻UKlafter ꝛc. Hofraithe an Jacob Wagner, 2%„ des alten Flurbuchs, I, 1007 103 U◻Klafter Grasgarten, ſtößt auf den Haingraben, % des alten Flurbuchs, veranſchlagen, vermögen aber ihr Eigenthum urkundlich nicht nachzuweiſen. Etwaige Anſprüche an vorbezeichnete Liegenſchaften ſind deßhalb binnen einer Friſt von 6 Wochen bei dem un— terzeichneten Gericht ſogewiß anzumelden, als ſonſt der Anſchlags⸗Contract ohne Vorbehalt beſtätigt werden wird. Butzbach am 12. April 1854. Großherzogliches Landgericht Butzbach Eb Holze et ei (612) Freitag den 28. d. M., des Vormit⸗ tags präcis 9 Uhr, ſoll in dem Niederros- bacher Gemeindewald, Diſtrikt J. Pfahlgraben, das nachverzeichnete Holz, als: 17 Stecken Nadel-Prügelholz, 8„ Stockholz, 5750 Wellen Bir ken-Reiſerholz, 6281„ Weiden- u. Nadel⸗Reiſerholz, 10 Läſte Allerleiholz, gerung. 400 Stück Nadelholz-⸗Nutzgärten, 60 Gebund Weiden Nutzreiſer, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt oberhalb des ſog. Rothenſtoßes am Hühnerpfad präcis halb 9 Uhr. Niederrosbach den 19. April 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Niederrosbach Cuntz. Immobiliar-Verſteigerung. (603) Donnerſtag den 27. April d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die nachbeſchriebenen Immobilien des hieſigen Bürgers Heinrich Bender, als: Gemarkung Friedberg: Pag. u. No. 89,71 Hofraithe mit Grund und Boden in der Vorſtadt zum Garten ſammt einer damit verbundenen Holzbe— rechtigung, 827748 9,8 Ruthen Wieſe im Ried, 827750 13,1 Ruthen desgleichen, nochmals öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 19. April 1854. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts der Vorſteher des Großherzoglichen Ortsgerichts Ber nd r Oeffentliche Aufforderung. (631) Nach den Hppotbekenbüchern von Oſt⸗ heim entlieh unterm 19. Oktober 1799 Anna Margaretha Mohr, ledig, von da bei Konrad Steinhauer daſelbſt, ein Kapital von 120 fl. und verpfändete dagegen ihre jetzt 21/41 des Flurbuchs eingetragene Hofraithe nebſt Garten hinter der Scheuer. Der Eintrag ſteht noch offen, obgleich nach beigebrachter Beſcheinigung von den Erben des Darleihers nichts mehr gefordert wird. Etwaige Anſprüche aus dieſer Pfandverſchreibung ſind deßhalb bin— nen einer Friſt von vier Wochen ſoge dahier anzuzeigen und zu begründen, als ſonſt die Lö⸗ ſchung verfügt werden wird. Butzbach am 15. April 1854. Großherzogliches Landgericht Butzbach Ebel. A for de e een (632 laut Vilbeler Anzeigeblatt No. 77 v. J. für die hieſige Gemeinde mittelſt ſtattgefundener Verlooſung rückzahlbar gewordene Partial-Obligation No. 2 von dem betreffenden Inhaber bis jetzt bei der Gemeindekaſſe dahier noch nicht präſentirt und der deßfallſige Betrag Da die von 100 fl. noch nicht erhoben wurde, ſo wird der Inhaber hiermit nochmals aufgefordert, die⸗ ſen Betrag dahier gegen Rückgabe der quittirten Obligation und der nicht fälligen Zinscoupons im Laufe dieſes Monats in Empfang zu nehmen, wobei man ihm bemerkt, daß Zinſen nur bis Ende December v. J. vergütet werden. Rodheim am 20. April 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Rodheim enn Bekanntmachung, betreff.: Brennholzverſteigerung im Großher— zoglichen Domanialwald Frauenwald, der Oberförſterei Oberrosbach. (633) Freitag den 28. d. M. werden in dem oben genannten, bei Niedermörlen gelegenen Walddiſtricte an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert: 4½ Stecken Birken⸗ und Obſtbaum⸗, 5% Stecken Aspen⸗ und Weiden⸗Prügelholz, 5% Stecken Aspen⸗Stockholz, 6266 Wellen Birken-„Obſtbaum- und Eichen⸗ 1088 Wellen Aspen- und Weiden-⸗Reiſerholz. Zuſammenkunft und Anfang der Verſteigerung: am Glockenſtück auf dem von Niedermörlen nach Nauheim führenden Fußpfad, um 8 Uhr. Oberrosbach den 22. April 1854. Großherzogliche Oberförſterei Oberrosbach Bingmann. Fruchtverſteigerung. (6340 Donnerſtag, den 27. d. M., Nachmit⸗ tags 2 Uhr, werden 70 Malter Waizen, 200„ Korn und 140„ Gerſte im Wirthshauſe zum Hirſch dahier an den Meiſt— bietenden verſteigert. Ockſtadt den 20. April 1854. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Anz erde r. Main⸗Weſer⸗Bahn. (635) Die Verſteigerung der diesjährigen Gras- und Kleeerndte auf der Bahn findet wie folgt ſtat Im Bezirk Butzbach⸗-Nauheim, Montag den 1. Mai, beginnt am Bahnhofe zu Butzbach des Morgens 8 Uhr. Im Bezirk Butzbach-Langgöns, denſelben Tag, beginnt am Bahnhofe zu Butzbach des Nachmittags um 2 Uhr. Im Bezirk Gießen-Langgöns, Dienſtag den 2. Mai, beginnt am Bahnhofe zu Gießen des Morgens um 8 Uhr. Im Bezirk Gießen Lollar, denſelben Tag, beginnt am VBahnhofe zu Gießen des Nach— mittags um 2 Uhr. Im Bezirk Lollar ⸗Friedelbauſen, Mittwoch den 3. Mai, beginnt am Bahnfe zu Lollar des Morgens um 8 Uhr. Die Bedingungen werden bei der Verſteige— rung bekannt gemacht. Gießen am 22. April 1854. Der Großherzogliche Bahn-Jugenieur Eickemeyer. Gel zes teig run g. (898) Dienſtag den 2. Mai, Vormittags 9 Uhr anfangend, werden im hieſigen Gemeindewald 8365 Cubikfuß Bau- und Werkholz verſteigert. Lindh eim den 18. April 1854.. Großherzogliche Bürgermeiſterei Lindheim Ko ch. Pflaſterarbeitsverſteigerung. (636) Montag den 1. Mai l. I., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſoll die bei Umpflaſterung der hieſigen Ortsſtraße vorkommende Pflaſterarbeit, etwa 260[◻UKlafter, wenigſtnehmend vergeben werden. Obererlenbach am 22. April 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Obererlenbach O hmeis. een (6371) Donnerſtag den 27. l. M., Vormit⸗ tags halb 9 Uhr anfangend, ſollen in hieſigem Gemeindewald: 186 Stecken Buchen-Scheitholz, 6„ Eichen—„ 66%„ Buchen-⸗Prügelholz, 7„ Eichen-„ 86%„ Buchen-⸗Stockholz, 8 1 Eichen⸗„ 5415 Stück Buchen⸗Wellen, 250„ Eichen⸗„ 60% Schichte gemiſchte Reiſer, 28 Eichen-Bau- und Werkholzſtämme S 1736 Cubikfuß, ſowie 2 Hackklloͤtze, an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt auf der Hohenſtraße am Eingange des Waldes. Wölfersheim den 19. April 1854. Der Großherzogliche Bürgermeiſter A llwohn. DDr 0 95 ie Privat ⸗ Bekanntmachungen. Gießen. (571) Ein junger Menſch von braver Fa⸗ milie wird unter annehmbaren Bedingungen in die Lehre geſucht. 5 Chriſtian Georg, Kunſt⸗ und Handelsgartner. Von Braunkohlen iſt bedeuten⸗ der Vorrath (510) auf der Buderus'ſchen Grube beim Heſſendrückenhammer und werden zu folgenden herabgeſetzten Preiſen abgegeben: holzige per Centner 18 kr. grobe Stückkohlen„ „ Brockkohlen„ 10 feine 17 15 1 8* 135— 20000 fl., (588) à 4½ PCt., habe gegen reellen Inſatz ganz oder vertheilt zum Ausleihen in Auftrag B. T. Biſchoff zu Hanau, beeidigter Senſal. Gef ien de n. (638) Unterzeichneter hat am verfloſſenen Sonntag in der Nähe von Friedberg Weſten⸗ zeug nebſt Futtertuch gefunden. Gegen Er⸗ ſtattung der Inſeratgebühren kann daſſelbe vom rechtmäßigen Eigenthümer in Empfang genommen werden bei Friedberg. W. Stritzinger. 128 e- — Packetſchifffahrt % vermittelſt Dampf- und Segelſchiffen 9 g zwiſchen 2 Bremen und Amerika. ———— (619) Das Rheder- und Handlungshaus F. J. Wichelhausen& Comp. in Bremen befördert große geräumige, fuͤr Paſſagiere bequem eingerichtete Schiffe nach Newyork und Baltimore am 1. und 15. eines jeden Monats, außer- dem werden auch noch Schiffe nach allen anderen Häfen von Amerika und Australien expedirt, Waaren in billigſter Fracht übernommen, Wechſel auf Amerika und Auszahlungen von Geldern prompt und gut beſorgt. Näheres, ſowie bündige Ueberfahrtsverträge durch die eoneeſſionirte General-Agentur von A. W. Herff zu Frankfurt, jetziges Comptoir am Main nächſt der Brücke. Auswanderer nach Amerika (620) befördere ich auf das Pünktlichſte wöchentlich einmal über Liverpool und alle vierzehn Tage über Bremen zu den billigſten Preiſen. Zugleich bemerke ich, daß auch ſichere Fahrbillets für die Eiſenbahn von New-Pork nach allen Stationen bei mir gelöſt werden können. Reichelsheim im April 1854. Wilhelm Gros, conceſſionirter Hauptagent. Ausgezeichnete Tapeten! (639) Unterzeichneter erlaubt ſich einem verehrlichen Publikum ſein reichhaltiges Tapetenlager in einer Auswahl von mehr als 600 der verſchiedenſten Sorten nach dem neueſten Geſchmacke, ſämmtlich von beſter und unſchädlicher Farbe und vorzüglichſtem Papier, zu auffallend billigen Preiſen anzuempfehlen. Muſterkarten gebe ich gerne zur Einſicht ab. Friedberg. Louis Weis. Mobiliar-Verſteigerung. (640) Donnerſtag den 27. April d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, läßt der Unterzeichnete in der Behauſung des Gaſtwirths Wilhelm Bingel in Dorheim verſchiedene Mobilien, als: Tiſche, Stühle, Bettwerk, Kommode, Zinn, Kupfer, Küchengeräth verſchiedener Art, einen Oekonomiewagen, eine Chaiſe, ſowie 20 bis 30 Fuder Sommerſtroh, öffentlich gegen baare Zahlung verſteigern. Dr. Jau p. 1 8 H. B. Grödel in Friedberg, (64170 empfiehlt ſeine große Auswahl in Thy bets, Cashemires, Lustres, Orleans, Napo- litaines und Cattunen, ſowie Cassinets und Sommerbukskin, nicht minder Strohhüte für Herren und Damen, und Sonnenſchirme zu ſehr billigen Preißen. 5 Anzeige. (642) Die Unterzeichnete wünſcht Beſchäf— tigung im Fertigen feiner Hemden, und erbietet ſich ſowohl in hieſiger Stadt als auch in der Umgegend in den Häuſern gegen den üblichen Lohn zu arbeiten. Friedberg den 23. April 1854. Chriſtina Finkernagel. Empfehlung. (618) Unterzeichneter beſitzt eine Strohbank und empfiehlt ſich den Herren Oekonomen zum Strohſchneiden. Jacob Wind. Immobiliar-Verſteigerung. (64) Wegen geſchehenem Nachgebot läßt der Unterzeichnete kommenden Donnerſtag, als den 27. d. M., auf dem hieſigen Rathhaus nochmals verſteigern und bei annehmbarem Gebote den Zuſchlag alsbald ertheilen: 1) Einen Bauplatz, 20 ◻HKlafter enthaltend, in der Weedgaſſe mit einer Mauer umgeben. Unter demſelben befindet ſich ein Keller mit einem Kreuzgewölbe von 40 Fuß Länge und 20 Fuß Breite. 2) Sämmtliche Aecker und Gärten in hieſiger Stadt⸗ und Burggemarkung, wovon mehrere Grundſtücke mit ſchönen fruchtbaren Obſt—⸗ ind. bepflanzt und mit Waizen beſäet ind. Friedberg den 22. April 1854. J Ki Zu deem ie ben (6415) Wegen Abzug des Beſitzers iſt das Grau'ſche Haus im Ganzen oder getheilt zu vermiethen. Friedberg. A. K. Walther, Schreinermeiſter. u ch t. (616) Ein braves Dienſtmädchen, das mit Kindern umzugehen verſteht, wird geſucht. Zu erfragen bei der Expedition. Mot eto „Laßt uns Gutes mit Gutem vergelten!“ (647) Den edlen Verfaſſer meh⸗ rerer an mich gerichteter ano⸗ nymen Briefe, namentlich des inhaltſchweren von,, Ausgangs März“ bitte ich angelegentlichſt um ſeinen Namen. Fg, am 22. April 1854. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. zog haben aller aſal.⸗Ger⸗Ratt 18. Matz 1854 Vitepräfidenten der aus Großherzog herigen Pr heſſen, die März den mit Kreisaſſeſſor Ut beauftragte! Keiſes,— g. dufragten Kreis - den Kreise Dunmſadt, aſſeſor in dermalen zu Ihen. v. S bach, zum! dermalen den mit d aſſeſſor S aſſeſſor M an demſe Gprendlingen! e lihen Minister dug welch de esg des verse, desperſammlu achtung im Gre