——— 51 5 —— 2 b nnn Intelligenz-Vlatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. . A7. Mittwoch den 21. Juni 1831. —————— Amtlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an ſämmtliche Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes. Betreffend: Die Ableiſtung des Verfaſſungseides von Seiten der jungen Ortsbürger im 2. Quartal d. J. Indem ich Sie davon in Kenntniß ſetze, daß Dienſtag den 4. Juli d. J., Morgens 10 Uhr, die Ableiſtung des Verfaſſungseides auf dem Rathhauſe dahier ſtattfindet, weiſe ich Sie hiermit an, unverweilt die Vorladung der jungen Ortsbürger zu bewirken und vor dem Termin die Ver— zeichniſſe, mit Vorladungsbeſcheinigungen verſehen, anher einzuſenden. Friedberg den 16. Juni 1854. Müller. ieee Betreffend: Die Viehſtandstabellen pro 1854. An die im Monat Juli aufzuſtellenden Viehſtands— tabellen werden Sie erinnert und ſehe ich deren Vorlage bis zum 25. Juli d. J. unfehlbar entgegen. Friedberg den 16. Juni 1854. e. Der Juwelier von Straßburg. Eine Geſchichte. In der ſchönen alterthümlichen Stadt Straßburg lebte vor Jahren ein gewiſſer Stephan Lenoir mit ſeiner Familie, wenn die einzige Tochter, die er beſaß, auf dieſen Collectiv-Namen Anſpruch machen konnte. Lenoir war ein Mann in mittlerem Alter und von Profeſſion ein Juwelier: er hatte dieſe Kunſt in Paris, ſeiner Vater— ſtadt, erlernt, und war wegen ſeines feinen Geſchmacks, ſeiner Fertigkeit und ſeines Fleißes ſo berühmt, daß er mehr Beſchäftigung und Aufträge bekam, als er nur fer— tigen konnte. Durch dieſen ſeinen Beruf kam Stephan Lenoir natürlich in häufigen Verkehr mit verſchiedenen Klaſſen der Geſellſchaft, da er für ſeine Standesgenoſſen und für Privaten arbeitete. Allein in ſeinem Familien— und Privatleben war er deſto abgeſchloſſener. Er be— wohnte mit ſeiner Tochter ganz allein ein kleines Häus— chen, und lebte hier in vollkommener Einſamkeit und Abſperrung, mit Niemanden verkehrend, denn er hatte nicht einmal Bekannte, geſchweige denn Freunde. Seit Stephan Lenoir mit ſeinem verwaisten Kinde auf dem Arm nach der Beerdigung ſeiner Frau von deren Grabe zurückgekehrt war, alſo ſeit fünfzehn langen Jahren, war wohl kein einziges menſchliches Weſen außer dieſen beiden beſtandigen Hausbewohnern unter dieſem Dache über- nachtet. Und was war wohl die Urſache hiervon? War es das ungeſellige Weſen von Seiten des Juweliers? Theilweiſe vielleicht; aber ſein Gebahren entſprang noch mehr daraus, daß dasjenige, was er beſaß, zur Befrie— digung aller ſeiner Anſprüche und Wünſche genügte, und all ſeine Gedanken beſchäftigte. Manon, ſeine Tochter, und ſein Geſchäft waren fuͤr ihn Alles in Allem. Er hatte für gar keinen andern Gedanken Raum, wenigſtens ſeit dem Verluſt ſeiner Frau, welche ſeines Lebens Freude und Sonne geweſen war, und deren Tod einen duͤſtern Schatten über den ganzen Reſt ſeines Lebens geworfen hatte. Für Manon war er der gütigſte Vater, und leiſtete ihr in ihren Kinderjahren tauſenderlei kleine Dienſte ſund freundliche Verrichtungen, zu welchen ſich ein Mann ſelten hergibt, denn er war dem Kinde zugleich Wärterin, Ge— ſpiele und Lehrer. Als ſie zur Jungfrau heranwuchs, vergalt ſie ihm dieſe Aufopferung und wachte nun ihrer— ſeits über ſeine Pflege, ſowohl durch die zärtliche Sorge für ſeine Bedürfniſſe und ſeine Behaglichkeit, als durch die Sanftmuth und liebevolle Gelehrigkeit ihres Weſens. Eine ſeltene Schönheit und Anmuth, womit die Natur ſie ausgeſtattet hatte, machte ſie ihrem Vater noch theurer, denn ſie rief dieſem ſtets das Andenken an ihre Mutter in's Gedächtniß, deren treues Ebenbild ſie war. Tag um Tag, Monat um Monat, Jahr um Jahr trippelte Manon in ihrem väterlichen Hauſe ab und zu, oder ſaß an dem Fenſter ihres Hinterſtübchens, das auf den Hof hinausging, und ſang munter, wie ein glücklicher, wenn auch eingeſperrter Vogel. Der Fußboden, die Tiſche, die Wände, die getäferte Decke, kurzum jedes Fleckchen und Eckchen des Hauſes, das nur zwei Stock— werke und ein Giebeldach hatte, waren ausnehmend rein— lich, und die wenigen Tiſchgeräthſchaften, welche an den Wänden hingen, glänzten wie ein Fluß in der Sonne. Manon ſcheuerte und reinigte oft, was niemals beſchmutzt ward, denn es half ihr die Zeit vertreiben. Einen andern Theil ihrer Zeit widmete ſie ihrem Vogel, denn ſſe fütterte einen kleinen Staar nicht nur pünktlich, ſondern ſie lehrte ihn auch Worte nachſprechen oder Liedchen pfeifen, wie ſie ſie von den Straßenmuſikanten gehört hatte, und das liebe Thierchen war ſo zahm geworden, daß es ihr auf 202. den Finger flog und auf ihrem Nähkörbchen hockend ihrer Arbeit zuzuſehen ſchien. Außerdem hatte Manon noch den Unterricht im Stricken und Nähen zu beſuchen, die einzigen Kuͤnſte, welche ſie außer dem Hauſe hatte erlernen müſſen, und die Küche zu beſorgen. Jeden Morgen und Mittag pünktlich auf den Schlag der großen Münſteruhr, welche die Stunden des Frühſtücks oder des Mittageſſens verkündete, ſtreckte ſie ihr friſches, freundliches Geſichtchen mit den braunen Locken und den glänzenden blauen Augen voll Frohſinn und Liebe, zu des Vaters Arbeitsſtube herein und verkündete ihm, daß die Mahlzeit ſeiner warte. Der Kreislauf dieſer einfachen Pflichten und Beſchäftigungen nahm ſie ſo ganz in Anſpruch, daß ſie die Jahre der Kindheit längſt hinter ſich hatte, bevor nur ein Gedanke ſie über ihre eigene beſchränkte Spähre hinauslockte. (Fortſetzung folgt.) Kunſtnotiz.' Nauheim. Wir machen die Freunde der Muſik und Kunſt darauf aufmerkſam, daß der Virtuoſe auf der neu erfundenen Pedal⸗Guitarre, Herr Ed. Bayer aus Hamburg, heute Dienſtag den 20. im Conver⸗ ſationsſaale zu Nauheim ein Concert zu geben beabſichtigt. Das Wochen⸗ blatt von Potsdam, wo Herr Bayer bei überfüllten Räumen eine Reihe von Concerten gegeben, ſagt über deſſen Leiſtungen: Das in der That ganz meiſterhafte Spiel des Herrn Bayer verſchaffte ſeinem Zuhörer⸗ kreiſe einen ſeltenen Genuß. Das Inſtrument gab den vollſten, klarſten, reinſten Ton aus. In der Beherrſchung deſſelben ſteht der Concert⸗ geber zweifelsohne unerreicht da. Es war nicht, die einfache Guitarre, die Herr Bayer erklingen ließ, er gab uns ein kleines, vollſtändiges Saiten⸗Orcheſter. Bald klang's wie zarter Aeolsharfenton, bald glaubte man, daß die Melodie von einer Violine, das Accompagnement von einem Cello herrühre. Die von den ſchwierigſten Gängen getragene und umſpielte Melodie trat ſtets ſo klar und ſicher hervor, daß man verſucht war anzunehmen, ſolch eine Tonfülle, ſolcher Reichthum an gleichzeitig erklingenden Tönen könne nur durch zwei gleichzeitig wirkende Virtuoſen erzeugt werden. Mit einem Worte: Herr Baper iſt ein vollendeter Meiſter auf ſeinem Inſtrument, das an Lieblichkeit und Kraft nichts zu wünſchen übrig läßt. Monatsbericht der Blinden-Anſtalt zu Friedberg. Die Einnahme betrug 796 fl. 28 kr. und die Ausgabe 764 fl. 7 kr., mithin einen Kaſſenvorrath für den Juni von 32 fl. 21¼ kr. Herzlichen Dank allen edlen Gebern für die reichen Gaben in dieſer theuren Zeit.— Aktien verkauften wir eine, haben aber noch etliche und fünfzig und bitten um Abnahme. Friedberg im Juni 1854. 2 l 8. P. Schäfer, Vorſeber. Butzbacher Kirchenbuchsauszug vom Monat Mai. ante 4. Jacob Wilhelm Küchel, B. u. Fabrikant dahier, des verl. B. u. Rothgerbermeiſters Johannes Küchel ehel. led. S. u. Caroline Char⸗ lotte Suſanne Adelheid Mändl, des verl. Großherzogl. Hauptmanns Mändl ehel. led. T. Getaufte: 4. Dem hſ. 3. Elementarlehrer Ludwig Friedrich Schuſter ein S., Johann Adam Otto, geb. 19. April. 11. Dem B. u. Kaufmann Ernſt Chriſtoph Vogt ein S., Joh. Ludwig, geb. 9. April. 12. Ein außerehel. S., Carl, geb. 28. April. 14. Dem B. und Drehermeiſter Jacob Weber ein S., Jacob Heinrich, geb. 24. April 14. Dem Großherzogl. Oberlieutenant im Garde⸗Reg. Chevaux⸗ legers Ferdinand Auguſt Karl Eduard Ernſt Wilhelm Georg Ludwig v. Grolman eine T., Marie Louiſe Auguſte, geb. 4. April. 21. Dem Ortsb. zu Großkarben u. Seribenten dahier Johannes Schmiegel ein S., Wilhelm Heinrich, geb. 5. Mai. Beerdigte: 10. Joh. Friedrich Schütz, B. und Schuhmachermeiſter, alt 65 J., 2 M u, n T. 13. Joh. Heinrich Viſſelius, D. u. Schuhmachermeiſter, alt 62 J., 5 M. u. 19 T. 13. Eleonore Joſephe Felſing, des B. und Schuhmachermeiſters Friedrich Felſing ebel. led. T., alt 2 J. i M Ar. 18. Katharine Sophie Ruppel, des B. u. Schuhmachermeiſters Jacob Ruppel ehel. led. T, alt 3 JN e 19. Marie Eliſabethe Bornſcheuer, geb. Heynemann, des weil. B. u. Bäckermeiſters Wilhelm Adam Vornſcheuer hinterl. Wtw., alt 65 J., 3 M. u. 18 T. 23. Karl Jung, des B. u. Zimmermanns Johannes Jung ehel. led. S., alt 5 J., 6 M. u. 21 T. 25. Louiſe Vornſcheuer, geb. Kaiſer, des B. u. Bäckermeiſters Joh. Adam Bornſcheuer Ehegattin, alt, en 31. Anna Margarethe Eliſabethe Wenzel, des Brigadiers Con- rad Wenzel ehel. led. Tochter, alt 5 J. u 22 5 Friedberger Kirchenbuchsauszug vom Monat Mai. Getraute: e e Karl Heinrich Julius Römheld, Großherzoglicher Mit⸗ prediger zu Großgerau, des Gr. Pfarrers Ludwig Auguſt Heinrich Röm⸗ beld zu Königsſtätten, Kreiſes Großgerau, ehel. led. S. u. Agnes Amalie Theodore Loulſe Sell, des Gr. Predigerſeminardirektors, Profeſſors der Theologie und Stadtpfarrers dahier Dr. Friedrich Chriſtian Wilhelm Karl Sell ehel. led. T. 4.(In Höchſt a. M.) Karl Friedrich Baur, Diakonus dahier, des Gr. Obderforſters Ludwig Baur zu Dornberg, Kreiſes Großgerau, ehel, led. S., u. Karoline Friederike Chriſtiane Wirths, des verſt. Herzogl. Naſſ. Oberſtlieutenants u. Commandanten der Feſtung Marx⸗ durg Ludwig Wirths ehel. led. T. 14. Wilhelm Ulrich, hſ. B. u. Oekonom, des hſ. B. u. Oeko⸗ nomen Chriſtian Ulrich ehel. led. S., u. Eliſabethe Faber, des Ortsb. u. Oekonomen ſowie auch Kirchenälteſten Chriſtian Faber V. zu Dor⸗ heim ehel. led. T. 21. Sebaſtian Klein, hſ. B. u. Webermeiſter, des hſ. B. u. Lein⸗ webermeiſters Joh. Philipp Klein ehel. unverh. S., und Chriſtine Wag⸗ ner, des Ortsb. und Taglöhners zu Muſchenheim, Kreiſes Nidda, Heinrich Wagner, ehel. unverh. T. Geit auf een 7. Dem Gr. Oberfeldwebel Wilhelm Friedrich Ackermann eine T., Dorothea Eliſabethe, geb. 12. April. 7. Dem hf. B. u. Maſchinenwärter Karl Renker ein S., Joſeph, geb. 2. Mal. 17. Dem he. B. u. Schreinermeiſter Ludwig Karl Finkernagel ein S., Friedrich Ludwig Karl, geb. 14. April. 20. Dem Vorſteher der Blindenanſtalt Joh. Peter Schäfer da⸗ hier eine T., Anna Katharina Karoline, geb. 7. Mai. 25. Dem Großh. Steuercommiſſär Georg Friedrich Ehriſtoph Schober eine T., Anna Julie Karoline Hermine, geb. 5. Mai. 30. Dem hſ. B. u. Kaufmann, wie auch Gemeinderath u. Schul⸗ vorſteher Karl Daniel Groß eine T., Eliſe Helene Louiſe Maline Emilie, geb. 25. April. Nachtrag zum April. 2. Dem hf. B. und Schuhmacher Johannes Scheid eine T., Eliſabethe Margarethe, geb. 28. März. 2. Dem hſ. B. u. Bierbrauer Jakob Burck ein S., Franz Jakob geb. 19. März. B 2. Jakob Henkelmann, Barbier u. Heilgehülfe dahier, des penſ. Feldwebels Heinrich Henkelmann ehel. led. S., alt 30 J., 4 M. u. 6 T., T 29 April. . 11. Katharina Quandt, geb. Beſt, des verſt. hſ. B. u. Schreiner⸗ meiſters Karl Quandt Wittwe, alt 52 J. u. 6 M., 1 10. Mai. 28. Ludwig Bieler, des weil. hſ. B. u. Weißbindermeiſters Chriſtoph Bieler ehel. led. S., alt 22 J. u. e e e Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. U ν⏑εν Edicetalla dung. (871) ueber das von Louis Metzger von Gambach bei ſeiner Entweichung nach Amerika zurückgelaſſene Vermögen hat Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberheſſen förmlichen Concurs erkannt, und ſteht Termin zur Liqui⸗ dation Mittwoch den 2. Auguſt l. J., 5 Vormittags 10 Uhr, in dem ſämmtliche Anſprüche bei Vermeidung des ohne Weiteres eintretenden Ausſchluſſes von der Maſſe anzumelden und zu begründen ſind. Butzbach den 31. Mai 1854. Sete ene Landgericht Butzbach b Landrichter. E die tara (873) Ueber das Vermögen des Gottfried Koſt zu Niederwöllſtadt iſt der förmliche Con⸗ cursprozeß erkannt worden. Es werden deß⸗ halb die bekannten und unbekannten Gläubiger deſſelben aufgefordert, ihre Forderungen und Anſprüche Mittwoch den 26. Juli, Vormittags 9 Uhr, dahier bei Meidung des ſtillſchweigend erfol⸗ 15 genden Ausſchloſſes von der Maſſe anzumelden und zu begründen. In dieſem Termin ſoll ein Arrangement ver⸗ ſucht und über die Maſſe ſelbſt Beſchluß ge⸗ faßt werden, weshalb die nicht perſönlich zu und weil de! abwesend ſei, aufhalte, geb' liche dudung ſchuldig zu el 30 kr. nebſt Klage an, ur Da der A kunnt ist, ſo ſich binnen erklären, ge erachtet, m dem Klagear Alle weit werden nur thüre belann Friedbe Fru (919 5 ſigen Renta ter Korn u Mittwoch 10 Uhr, baum da öffentlich ver Friedber Gr Hol (953) De tags 10 Uhr Jorfhog 92²) Hofgute ir bach, Kre beftehend: 1) in 2 Oece N Hofre ten 9) ungef 40 30 7 5) dem 1 berg chen 350 9 Adts erſcheinenden Gläubiger ihre Vertreter zum Ab- ſchluß eines Arrangements, ſowie zur Wahl eines Gläubigerausſchuſſes und Maſſecurators beſonders zu bevollmächtigen baden, widrigen— falls ſie als der Mehrheit der erſchienenen Gläu— biger beitretend angeſehen werden. Friedberg am 31. Mai 1854. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann. Oeffentliche Bekanntmachung. (872) In Sachen des Karl Auguſt Göbel in Offenbach, Klagers, gegen ſeinen Bruder Anton Göbel in Niederrosbach, Beklagten, Forderung betr., hat erſterer mittelſt ſchriftlicher Klage vorgebracht:. „daß er dem Beklagten vom 14. Mai 1826 bis zum 6. April 1828 Koſt, Logis, Kleidung und Wäſche geſtellt habe, dafür per Woche 3 fl. Vergütung in Sunma 297„ verlange und nach Ab— zug der geleiſteten Ab- ſchlags⸗Zahlungen von 69„ 30 kr. noch 227 fl. 30 kr. zu fordern habe; und weil der Beklagte ſeit dem Jahr 1832 abweſend ſei, und ſich wahrſcheinlich in Amerika aufhalte, gebeten, ihm die Klage durch öffent— liche Ladung zu inſinutren und ihn demnächſt ſchuldig zu erkennen, die vorerwähnten 227 fl. 30 kr. nebſt Zinſen à 5 pCt. vom Tage der Klage an, und Koſten zu bezahlen. Da der Aufentbaltsort des Beklagten unbe— kannt iſt, ſo wird derſelbe hiermit aufgefordert, ſich binnen drei Monaten auf die Klage zu erklären, gegenfalls er derſelben für geſtändig erachtet, mit Einreden ausgeſchloſſen und nach dem Klageantrag erkannt werden wird. Alle weiteren Verfügungen in dieſer Sache werden nur durch Anſchlag an die Gerichts— thüre bekannt gemacht werden. Friedberg den 25. Mai 1854. Großherzogliches Landgericht Friedberg In Verhinderung des Landrichters Pr Ile Landgerichtsaſſeſſor. r gerne 919) Die Reſte der 18531 Früchte des hie⸗ ſigen Rentamts, beſtehend in ohngefähr 77 Mal⸗ ter Korn und 26 Malter Gerſte, werden Mittwoch den 28. Juni d. J., Vormittags 10 Uhr, in dem Gaſthauſe zum Maulbeer- baum dahier öffentlich verſteigert. Friedberg am 10. Juni 1854. Großherzogliches Rentamt Friedberg Hauer Soli bderſtei gerung. (933) Donnerſtag den 22. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen im Oſſenheimer Wäldchen: 110 Stecken geſchältes Eichen-⸗Prügelholz, 5050 Wellen*„ Reisholz, 26 Stück geſchälte Eichen⸗Werkholzſtangen, meiſtbietend verſteigert werden. Forſthaus Deinhards am 13. Juni 1854. Der Gräfl. Revierförſter Hartmann. Schäfereiverpachtung. (922) Die zu dem Gräflich Jſenburgiſchen Hofgute in Spielberg, Amts Wächters- bach, Kreis Gelnhauſen, gehörige Schäferei, beſtehend: 1) in Wohnhaus, Stallungen und andern Oeconomiegebäuden, 2) Hofraithe und ungefähr 2 Morgen Gar- ten an derſelben, 3) ungefähr 22 Morgen Ackerland, 4) 30 Morgen Wieſen, 5) dem Huterecht in der Gemarkung Spiel⸗ berg und den Weidgängen in den Grafli⸗ chen Waldungen und Weidediſtrieten mit 350 alten Schafen und den davon fallen⸗ 203 e- den Lämmern, wovon jedoch der Pferch— ſchlag unentgeltlich zu dem Gute abzu— geben iſt, ſoll von Petritag 1855 an auf 6 bis 12 Jahre aus der Hand verpachtet werden. Pachtliebhaber werden eingeladen, mit Be— ſcheinigung über ihre Perſon und ihr Vermögen verſehen, binnen 6 Wochen bet unterzeichneter Stelle das Nähere über dieſe Pachtung einzu— ſehen und ihre Gebote abzulegen. Wächtersbach am 7. Juni 1854. Graäflich Aſenburgiſche Rentkammer CEolonius. vdt. Bärnſtein. Bekanntmachung, betr. Holzverſteigerung in dem Großherzoglichen Domanialwald Burgwald, der Ober— förſterei Oberrosbach. (929) Donnerſtag den 22. d. M. werden in dem oben genannten Walddiſtrikte an die Meiſtbietenden offentlich verſteigert: 3½ Stecken geſchalt Eichen⸗Scheitholz, 4% Stecken Eichen-, 90% Stecken geſchält Eichen-, 2 Stecken Nadel- Prügelholz, „ Stecken Eichen-, 1½ Stecken Nadel⸗Stock⸗ holz; 1200 Wellen Buchen-, 9475 Wellen Birken— und Eichen⸗, 6631 Wellen geſchält Eichen,, 8903 Wellen Aspen- und Nadel-Reiſerholz, 15 Wagen 12 Läſte Schlagabraumholz, 175 geſchälte Eichen⸗Stangen, zu Baumſtützen. Zuſammenkunft und Anfang der Verſteige- rung: pracis 8 Uhr im Fichtenbeſtand des Burgwaldes. Oberrosbach den 14. Juni 1854. Großherzogliche Oberforſterei Oberrosbach Bingmann. Gras-Verſteigerung. (94g) Freitag den 23. d. Mts., des Vor⸗ mittags von 9 Uhr an, ſoll das diesjährige Gras von ohngefähr 190 Morgen der Gemeinde Reichelsheim gehörigen Wieſen, theils ein-, theils zweiſchürig, im Rathhauſe daſelbſt meiſt⸗ bietend verſteigert werden Reichelsheim den 15. Juni 1854. Schmid, Bürgermeiſter. Gras- Verſteigerung. (930) Das Heugras von 6 Morgen, An- theil an der fiskaliſchen ſ. g. Markwieſe in Bauernheimer Gemarkung, wird Freitag, den 23. d. M., Mittags 12 Ubr, im Solz'ſchen Wirthshauſe zu Bauernheim an den Meiſtbietenden verſteigert. Ockſtadt, 15. Juni 1854. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt a Gras ⸗Verſteigerung. (951) Donnerſtag den 22. Juni l. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll das bieſige Gemeinde Heugras in Abtheilungen in der Behauſung des Gaſtwirths Heil öffentlich meiſtbietend verſtei— gert werden. Oſſenheim den 14. Juni 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Oſſenheim Ko pp. Auszuleiben. (952) Aus hieſigem Kirchenfond ſind ſo— gleich 400 fl., im Ganzen oder getheilt, gegen doppelte Sicherheit auszuleihen. Wohnbach den 16. Juni 1854. Wagner, Pfarrer. Heugras- Verſteigerung. (953) Freitag den 23. Juni l. M., Nach- mittags 2 Uhr, ſoll im Rathhauſe dahier das Heugras von den hieſigen Gemeindewieſen in Abtbeilungen meiſtbietend verſteigert werden. Aſſenheim den 16. Juni 1834. Großherzogliche Bürgermeiſterei Aſſenheim Schmidt. Heugras⸗Verſtei,erung. (95/1) Freitag den 23. Junk, des Vormit— tags 10 Uhr, ſoll in der Wohnung des Unter— zeichneten das Heu- und Grummitgras in hie— ſiger Gemarkung von 32 Morgen Freiherrlich von Bellersheim'ſchen Wieſen öffenklich meiſt— bletend verſteigert werden. Münzenberg den 15. Juni 1854. f 8 Re Freiherrlich v. Bellersheim'ſcher Adminiſtrator. Heugras-Verſteigerung. (935) Freitag den 23. Juni l. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr, ſoll das Heugras von circa 55 Morgen Gemeindewieſen auf Ort und Stelle öffentlich an die Meiſtbietenden in einzelnen Ab— theilungen verſteigert werden. Steinfurth am 14. Juni 1854. Großherzogliche Bürgermeiſteret Steinfurth Thönges. Früchte (9560 Donnerſtag den 29. l. M., von Mor⸗ gens 10 Uhr an, ſollen von dem Gräflich Solms ⸗Roödelbeim'ſchen Speicher zu Münzen⸗ berg, in der Behauſung des Graäflichen Ver— walters Wagner daſelbſt: circa 70 Malter Korn und „ 25„ Gerſte, unter den bei der Verſteigerung bekannt ge— macht werdenden Bedingungen öffentlich ver— ſteigert werden. Aſſenheim den 14. Juni 1854. Gräfl. Solms⸗Rödelheim'ſche Fruchtverwaltung. Gras-⸗Verſteigerung. (957) Freitag den 23. d. M. wird auf dem Nathhauſe zu Reichelsheim das Gras der da— ſigen Kirchenwieſen öffe itlich verſteigert. Reichelsheim den 17. Juni 1854. L. W. Tecklenburg, Pfarrer. Bekanntmachung. (958) Zur Wiederherſtellung des Sauer- brunnens bei Staden ſollen auf Großh. Bür⸗ germeiſterei Staden Mittwoch den 28. d. M., Vormittags 10 Uhr, unter den zur Einſicht offen liegenden Bedingungen und Planen an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden: 1) Zimmerarbeit, veranſchlagt zu 150 fl.— kr. 2) Pumpenmacherardeit,,„74% 40„ 3) Maurerarbeit,„ FF 4) Handarbeit, 2 18 Staden den 14. Juni 1854. Großberzogliche Bürgermeiſterei Staden n Heugras-Verſteigerung. (939) Donnerſtag den 22. d. M., Vormit. tags 11 Uhr, ſoll das Heugras von den Ge— meindewieſen in Abtheilungen an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert werden Bruchenbrücken den 15. Juni 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Bruchenbrücken B e ſt. Heugras-Verſteigerung. (960) Donnerſtag den 22. d. M., Mittags 12 Uhr, ſoll das Gras von den Pfarrwieſen zu Heu auf dem Bürgermeiſterei-Bureau in Abtheilungen dem Meiſtgebot ausgeſetzt werden. Bruchenbrücken den 15. Juni 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Bruchenbrücken Bee ſt. Gras- Verſteigerung. (961) Freitag den 23. d. M., Vormittags 9 Ubr anfangend, ſoll dabier das Gemeinde Heugras auf Ort und Stelle öffentlich meiſt— bietend verſteigert werden. Bönſtadt den 16. Juni 1834. Großherzogliche Bürgermeiſterei Bönſtadt Geibel. Privat- Bekanntmachungen. E. Schuckhardt, Uhrmacher in Uauheim, wohnhaft bei Prn. Bauaufſeher Gerſting an der Trinkquelle, 5 (9660 empfiehlt ſich in allen vorkommenden Reparaturen unter Garantie; fepner unterhält derſelbe ein Lager von goldenen und ſilbernen Spindel⸗ und Cylinder⸗Uhren aller Art, kleine Wandührchen, goldene Uhrketten, wie auch Muſikdoſen. Jer kaufen. (962) Ein fehlerfreies Mutterpferd hat unter dreien von 6— 12 Jahren zu verkaufen Aſſenheim. Fr. C. Bopp, 9 Bäckermeiſter. Bad Homburg. (897) Die Georg Henrich Wittwe beabſich⸗ tigt, ihr in der Nähe hieſiger Stadt an der großen Tannenwalds⸗Allee gelegenes Gaſthaus, „zum Alleehaus“ genannt, nebſt anſtoßendem Garten und 16 Morgen gleichfalls in unmittel⸗ barer Nähe gelegenen Wieſen und Ackerland Mittwoch den 12. Juli d. J., Nachmittags 2 Uhr, in dem genannten Gaſthauſe ſelbſt und zwar unter ſehr günſtigen Bedingungen öffentlich ver⸗ ſteigern zu laſſen.— Hierzu ladet man die darauf Reflectirenden mit dem Bemerken ein, daß nähere Auskunft ſowohl über die Verkaufs⸗ bedingungen, als die Beſchreibung der fraglichen auch zum Fabrikbetrieb und zur Landwirthſchaft ſich eignenden Localitäten durch das Commiſ⸗ ſions⸗, Geſchäfts⸗ und Nachfrage-Bureau von F. W. Schick in Bad⸗Homburg zu erhal— ten iſt. 2 2 2 Preis ⸗Kegelſehieben. (948) Der unterzeichnete beehrt ſich hiermit einem auswärtigen Publikum anzuzeigen, daß bei ihm vom 18. Juni bis zum 16. Juli ein Preis⸗Kegelſchieben auf ſeiner überbauten Bahn ſtattfindet, wozu er Freunde des Kegelſpiels höflichſt einladet und dabei verſichert, daß die Speiſen und Getränke ſo ſind, daß Niemand die Bahn deßhalb unzufrieden verlaſſen wird. Von 2 bis 6 Uhr Nachmittags werden Looſe geworfen. 5 Die geſammten Preiſe in 30 Abtheilungen betragen 400 fl., wovon der erſte 50 fl. und ſo abwärts bis zu 3 fl. bekommt. Vilbel im Juni 1854. Chriſtian Dreſcher, Gaſtwirth zur Stadt Kaſſel. Pflanzen, (963) alle Sorten, hat zu verkaufen C. Altmannsperger. Zur Nachricht! S (960 Die erſte diesjährige Caſinoparthie wird, ſtatt in Homburg, in dem Steier'ſchen Garten zu Ockſtadt, an dem bereits be⸗ ſtimmten Tage, den 26. d. M. abgehalten werden. Friedberg den 16. Juni 1854. oer ſt a n d. Bekanntmachung. 963) Freitag den 23. und Samſtag den 24. d. M. werden die noch vorhandenen Mo⸗ biliargegenſtände der Philipp Reimer'ſchen Erben zum Verkaufe ausgeſetzt. Dieſelbe beſtehen in Möbeln, Kleidungsſtücken, Ackergeräthſchaften, Stroh, Miſt ꝛc. Schwalheim am 19. Juni 1854. Die Vormünder: Georg Hofmann, Konrad Reimer. 204 E- Heute Dienſtag den 20. Juni Concert im Converſationsſaale zu Nauheim, (967) gegeben von Ed. Bayer aus Hamburg, Virtuoſe auf der von ihm neu erfundenen Pedal-Guittarre unter Mitwirkung der Cur-Capelle und unter Direction des Herrn Edmund Neumann.— Anfang 5 Uhr. Entrée 1 fl. 2 Soolbad Mauheim. (831) Jeden Ta 5 5 CONCERT der Kurkapelle unter Leitung des Herrn Edmund Neumann. t Geg 2 2* Hagelſchäden⸗Verſicherungs⸗Geſellſchaft fuͤr das Großherzoͤgthum Heſſen. (937) Für den Kreis Friedberg ſind die Herren Bürgermeiſter Muth in Beienheim, Pachter Leonhardt in Fauerbach II., „ Koch auf Hof-Haſſeleck, Bürgermeiſter Reitz in Södel, Peter Haas in Niederwöllſtadt, zu Bezirks-⸗Deputirten für obige Anſtalt beſtellt. Darmſtadt den 12. Juni 1854. Die Dir er d: Hemmerde. Bekanntmachung. 938) Herr Emil Wilhelmj dahier, welcher die C. Bindernagel'ſche Buchhandlung ſammt der mit ſolcher verbundenen Buch- und Steindruckerei vom 1. Januar 1849 bis dahin 1854 für ſeine Rechnung gepachtet hatte, hat ſeine ſaͤmmtliche Buchausſtände an Herrn Theodor Ebenau zu Frankfurt a. M. abgetreten und dieſer hat mich mit deren Einkaſſirung beauftragt. Ich erſuche hiernach, unter dem Bemerken, daß mit Gültigkeit nur an mich Zahlung geleiſtet werden kann, und daß Herr Ebenau nur die an mich geſchehen⸗ den Zahlungen anerkennt, ſowie daß die früher von Hrn. Wilhelmj ertheilten Vollmachten hiermit widerrufen werden, ſämmtliche Schuldner des Hrn. Wil— helmj innerhalb der nächſten 14 Tage um ſo gewiſſer Zahlung an mich leiſten zu wollen, als ich dem mir ertheilten Auftrag entſprechend, mit Ablauf der be— merkten Friſt, gegen die Säumigen zu klagen genöthigt wäre.* Friedberg den 10. Juni 1854. Ludwig Seyd, Gr. Hofg.⸗Advocat. (968) Die erſte Nummer des dritten Quartals der Allgemeinen Muſter⸗ Zeitung, Preis vierteljährlich 54 kr, 5 wurde heute von uns ausgegeben. Friedberg. C. Bindernagel's Buchhandlung. (969) In C. Bindernagel's Buchhandlung iſt vorräthig: Hof- und Staats-Handbuch des Großherzogthums Heſſen. 1 S 5 K. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. — von wis Auftrag ſtatt al die fein nommen geführt eigenen lich bede ausgefül mit ung Vebſte noch u hübſche lich kof Menſch ſein Ke benswe dadurch ſchaftlic wahrnel zu ſeine aus de schen, kiaig, einen! Genin ſeine] den auf e welch Reiſe ſchoͤn wußt allma ſch; taglie