ntelligenz-Blatt fuͤr die rovinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Sonnabend den 18. März 1854. Der Kleiderſchrank. Humoreske (Fortſetzung.) „Sie haben ſie alſo gekannt?“ rief Benſen. „Ob ich ſie gekannt habe? Ich ſah ſie noch im Wickelkiſſen. Ich war eine arme Verwandte von dem Kanter, und lebte in ſeinem Hauſe. Man hieß mich nur Bäschen Johanna, obſchon ich eigentlich nur Wirthſchaf— terin bei dem Kantor war. Aber man hatte mich ſo lieb, daß kein Menſch das geahnt hätte— ich ward gehalten wie das eigene Kind. So ging's bis Carolinchen zu Jahren kam. Und dann ward es auf einmal ganz anders. Erinnern Sie ſich denn nicht mehr? Merken Sie noch gar nichts?“ „Gar nichts! ich kann mich nicht mehr entſinnen!“ verſetzte Benſen.„Meiner Treu, ich erinnere mich nicht mehr, Amen!“ „Auch nicht, wenn ich Ihnen den Namen des Grafen — doch nein, ich will ihn lieber nicht nennen!“ fuhr Bäschen Johanna fort.„Kurzum, der Graf hatte einen Sohn, ſeinen älteſten, einen gar ſchmucken, luſtigen, kecken Kavalier, fein und freigebig wie ein alter Ritter! der ſah ſie, ſah Caroline, war ganz verblüfft von ihrer Schönheit, wußte ſich an ſie zu machen, ſagte ihr alle moglichen ſchöͤnen Sachen, gewann ihr Herzchen— kurzum, die alte Geſchichte. Liebe bricht alle Stränge, manchmal auch Herzen, aber es gibt immer wieder Närrinnen, die ſich bethören laſſen! Eines Abends als wir zu Bette gingen, Carolinchen und ich— im September waren es gerade zwölf Jahre,— kam ſie zu mir und ſagte:„Bäschen, Johanna, glaubſt Du, mein Vater werde mir verzeihen?“ —„Was denn?“ ſag ich;„was ſollte er denn nicht ver— jeihen? Er iſt ja ein Chriſt!“—„Ei nun, meinſt Du, er werde einer Perſon verzeihen, die ſich über ihn ſtellen will?“ ſagt ſie;„einer Perſon, die den niedrigen Stand verlaſſen will, worin er lebt? Ha ha,“ ruft ſie mit einem wilden fröhlichen Lachen,„was würde er wohl denken, penn er mich in einer ſchönen Equipage mit vier Braunen fahren ſähe, und die Leute ſtünden dabei und zogen tief vor mir die Hüte, und wenn man ihn fragte: was ſeine Tochter die gnädige Gräfin mache? Wär's nicht wunder— ſchön, eine Gräfin zu ſein?“— Ich ſagte nein, oder kam zuf etwas anders zu reden, oder ſchalt ſie eine Thöͤrin, — ich weiß nicht mehr, was ich ihr ſagte. Es war ſo zjübſch, ſie in dem Kämmerchen auf- und abgehen zu ſehen, ſolz wie eine Gräfin, wie ſie ſich mit ihrem einen Pan— toffel fächelte, als wenn es ein Fächer wäre, und wie ſie ſich drehte und ſchwenkte, als hätte ſie ein Hofkleid an mit einer langen Schleppe. Und doch hatte ſie nichts auf dem Leibe als ihr Unterröckchen und zeigte dabei ihr wunderhübſches nacktes Füßchen! Und was geſchah?...“ „Sie hat ſich gewiß erkältet und die Schwindſucht bekommen!“ rief Benſen. „O nein— es kam noch weit ſchlimmer! Entfüh⸗ rung— Schande— Tod!“ ſagte Bäschen Johanna. „Eines Morgens, noch im ſelben Monat, ward ſie ver— mißt, und der alte Kantor hatte ſeither keine frohe Stunde mehr. Er ſchien zu wiſſen was mit ihr vorging, auch ohne daß man es ſagte. Er fragte niemals wieder nach ihr, und als er acht Tage ſpäter einen Brief von Caro⸗ linen erhielt, worin ſie ihm meldete, daß ſie nun eine Graͤfin werden ſollte, und reich und angeſehen, und daß ſie ihn noch immer liebe und verehre— da zerriß er den Brief in tauſend Fetzen und ſagte nur:„O mein armes thörichtes Kind!“ „Und das war ſie auch!“ ſagte Samuel Benſen; „er hat ſie gewiß nicht geheirathet!“ „Nein, und ſie ſchrieb auch niemals wieder. So ward das Haus duͤſter und öde. Der Kantor aber ging eines Tages in Carolinchens Kämmerchen, und nahm das alte eichene Schränkchen, worin ſie ihre Kleider gehabt hatte. Da leerte er alle Schubladen auf den Boden, warf die Kleider und Baͤnder und Schürzen und Tücher und Hüte dazu, und hieß mich Alles in's Feuer werfen. Der Schrank aber war ein altes Familienſtück, das ſich ſchon ſeit Menſchenaltern in ſeiner Sippſchaft fortgeerbt hatte; und der Kantor hatte ſonſt all ſeine werthvollen Papiere darin aufbewahrt. Seine Kapitalbriefe und Schuldſcheine und Verträge und Quittungen waren alle in der großen Schublade zu unterſt. Die oberſte Schub— lade aber hatte einen falſchen Boden, und unter dieſem bewahrte er diejenigen Papiere auf, die ihm am wer— theſten waren: die Briefe, die er mit Sophie, ſeiner ſe— ligen Frau, gewechſelt hatte; den letzten Brief, den ſie ihm noch vor ihrem Tode geſchrieben hatte; ferner Earo— linens erſtes Schreibeheft und die Briefchen, die ſie ihm aus Braunſchweig geſchrieben, als ſie dort auf der Schule war. Und wie er nun Carolinens ganzen Kleidervorrath auf den Boden geworfen hatte, öffnete er auch das ver— borgene Fach, und las und las in den Briefen und weinte, daß es einen Stein hätte erbarmen mögen. Ich konnte ihn kaum zum Mittagsbrod herunterbringen, und als er kam, aß er keinen Biſſen. Und ein Monat um den andern verging, und eine lange Zeit, da kam endlich ein großer Brief mit einem vornehmen Wappenſiegel; und als ihn der Vetter Kantor oͤffnete, da fand es ſich, daß das Schreiben von dem jungen Grafen kam. Sein Vater war ö 86 e- ſchuldſcheinen!“ geſtorben und hatte ihm alle ſeine Guter vermacht. Er ſchrieb: Caroline ſei verſorgt und glücklich; da er aber fühle, daß er ihrem Vater eine Genugthuung ſchuldig ſei, ſo ſende er ihm hier dreitauſend Thaler in Staats— (Schluß folgt.) Betalumnachungen von Be— hoͤrden. NN Jagd- und Fiſchereiverpachtung. (826) Montag den 20. März d. n mitiags 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die ſtädtiſche Feld- und Waldjagd in der Burg- gemarkung, erſtere circa 200 Morgen, letztere 38 Morgen haltend, ſowie die Fiſcherei in der Uſa auf weitere 3 Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtet. 8 5 Friedberg den 8. März 1854. f Der Großberzogl. Bürgermeiſter Bender. Immobiliar-Verſteigerung. 0) Montag den 20. März d. J., Vor⸗ 25 um 10 Uhr, werden in hieſigem Rath hauſe auf freiwilligen Antrag des Bürgers Peter Decher dahier deſſen nachbeſchriebene Im⸗ mobilien, als: b Gemarkung Friedberg: Pag. 2 Nr. 263 48 10 Klftr. Hofraithe in der Stadt, „ 2„ 264 38% Grabgarten bei der Hofraithe, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg am 8. März 1854. In Auftrag Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Gen de r. Bekanntmachung. (88˙71) Dienſtag den 21. I. M., Morgens um 10 Uhr, werden in bieſigem Rathhauſe nachſtehende, der Pfarrei Friedberg gehörende Wieſen auf den Zeitraum von neun Jahren meiſtbietend verpachtet mit dem Anfügen, daß die in der Gemarkung Friedberg liegenden Wie— ſen erſt im Einzelnen, ſodann im Ganzen der Verpachtung ausgeſetzt werden. Gemarkung Stadt Friedberg: Pag. Nr. Klftr. Nuth. 772 3 438,4= 223 in der 2. Gewann im Straßheimer Grund an Philipp Preußer. 75 18 992,2= 505 daſelbſt an Ludwig Konrad Trapp. 790 1 3171,2 1613 in der Lach, an der Stadt Friedberg. Gemarkung Ockſtadt: 2 Viertel, 24 Ruthen Wieſen auf der Bleiche. Friedberg am 13. März 1854. Für den Kirchenvorſtand: Der Großberzogl. Bürgermeiſter der er ung. (339) Dienſtag den 21. l. M., Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe von dem Fruchtvorrathe der milden Stiftungen da— hier 25 Malter Korn und 20 Malter Gerſte, zweimalterweiſe meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 13. März 1854. Für den Kirchenvorſtand: Der Großherzogl. Bürgermeiſter der Fruchtverſteigerung. (360) Donnerſtag den 23. März l. J., von Morgens 10 Uhr an, ſollen von dem Gräflich Sölms⸗Rodelheim'ſchen Speicher zu Münzen— berg, in der Behauſung des Gräflichen Ver⸗ walters Wagner daſelbſt, 35 5 8 18531 Ernte, unter den bei der Verſteigerung bekannt ge⸗ macht werdenden Bedingungen öffentlich ver— ſteigert werden. Aſſenheim den 7. März 1854. Grafl. Solms-Rödelheim'ſche Fruchtverwaltung. Bekanntmachung. (361) Montag den 20. d. Mts., Vormittags um 11 Uhr, ſoll auf dem Büreau des Bataillons— verwaltungsraths dahier das alte Stroh aus den Betten der ledig caſernirten Mannſchaft, parthieweiſe an die Meiſtbietenden öffentlich ver— ſteigert werden. Dieß den Steigliebhabern zur Nachricht. Friedberg den 11. März 1854. In Auftrag: Nicola, Oberquartiermeiſter. Immobiliar-Verſteigerung. (361) Die auf den 17. März d. J. anbe⸗ raumte Verpachtung der zum Nachlaſſe der Alexander Schmidts Eheleute dahier gehören— den Immobilien wird zurückgenommen und be— merkt, daß Montag den 20. März d. I., Nachmittags 3 Ubr, in dem hieſigen Rathhauſe die fraglichen Immobilien, nämlich: Gemarkung Friedberg: Flur Nr. Klftr. 5. III 89 17 Hofraithe in der Vorſtadt zum Garten, III 86 11% Grabgarten desgl., IV 8 45 Acker am Sodenweg, Iv 9 40 desgleichen, IV237 82 Grabgarten in der Kehl, 732 9 39%éñ Acker bei der Pfingſtweide an Friedrich Klein 732 10 44% daſelbſt am vorigen Stück, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den 12. März 1854. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Bienek. Holzverſteigerung. (365) Dienſtag den 21. März, Morgens 10 Uhr, werden in dem hieſigen Gemeindewald: J. Diſtrikt Jungenholz: 10 Eichen-Stämme von 78 Cubikfuß, 4 Kiefern-„ von 78„ 30 Klafter Buchenholz, 16%„ Buchen- Erdſtöcke, 225 Stück gemiſchte Wellen, II. Diſtrikt Eichenhecken, 3. Tbeil, 22 Eichen⸗Stämme von 1296 Cubikfuß, 17 Klafter Eichen-Klafterholz, 10„„ Stockholz, meiſtbietend verſteigert. Pfaffenwiesbach den 11. März 1854. Der Bürgermeiſter Rupp. Bekanntmachung. (376) Dienſtag den 21. d. M. ſollen in dem Windecker Bürgerwald, Diſtrikt Altenheegwald, unweit Eichen, 249 Eichen⸗Bau- und Werkholz⸗ ſtämme von 14 bis 24 Zoll Durchmeſſer, öffent⸗ lich meiſtbietend verſteigert werden. Die Verſteigerung beginnt Morgens präcis 9 Uhr an Ort und Stelle. Gegen genügende Bürgſchaft wird das Kauf— geld bis Michaeli d. J creditirt und wird noch bemerkt, daß die Eichſtämme, welche ſich wegen ihrer Feſtigkeit und Fehlerloſigkeit auch beſonders zu Eiſenbahnſchwellen eignen, an der Chauſſee, die von Eichen nach Hanau führt, liegen. Windecken den 13. März 1854. Der Stadtvorſtand Dietz. Edietalla dung. (377) Ueber das Vermögen des Heinrich Volz von Ziegenberg bat Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberheſſen förmlichen Concurs erkannt. Bekannte wie unbekannte Anſprüche jeglicher Art ſind deßhalh im Liqui dationstermin Mittwoch den 17. Mai l. J., Morgens 10 Uhr, bei unterzeichnetem Gericht anzumelden, auch zu begründen und werden alle nicht angemeldeten ohne beſonderes Präcluſtodecret von der Maſſe ausgeſchloſſen. Butzbach den 13. März 1854. Großberſe h Landgericht 0 El. Po lber ſte i gerung in dem Gemeindewald zu Biſſes. (378) Donnerſtag den 23. März l. J. ſollen in dem Gemeindewald dahier öffentlich verſtei⸗ gert werden: 17% Stecken Buchen-Scheitholz, 333 1„ Prügelholz, 976 7„ Stockholz, 15„„ Reisholz, 25/„ Eichen⸗Scheitholz, 50 ¼„„ Plrügelholz, 61„„ Stockholz, 168 ½„„ Reisbolz, 103 Stück Eichen⸗Stammholz, 3849 Cubik⸗ fuß haltend, theils zu Wagner⸗, theils zu Bauholz geeignet. Die Zuſammenkunft iſt Vormittags 9 Uhr am Walde oberhalb Biſſes. Biſſes den 13. März 1854. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Schultheis. Holzverſteigerung. (379) Freitag den 24. März l. J., des Vormittags um 8 Uhr anfangend, ſoll im Oberrosbacher Gemeindewald, Diſtrikt Alter- hegwald, nachſtehendes Holz, als: 3 Stecken Buchen-⸗Scheitholz, 2„ Prugelbolz, 191%„„Stockholz, 220 Wellen Buchen-Reiſerholz, 9 Wagen, 4 Laſte allerlei Leſeholz, 17 Stamme Buchen- Werkholz von 332 Cubikfuß, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt am Steinbruch hinter dem Salzberg. Oberrosbach den 15. März 1854. Der Großherzogl. Bürgermeiſter B Eichen-Lohrinden-⸗Verſteigerung. (380) Die Verſteigerung der Eichenlohrinden in den Domanialwaldungen der Oberförſterei Oberrosbach, Forſts Friedberg, von der Erndte des Jahres 1854 iſt auf Dienſtag den 4. April d. J., Vormittags 10 Uhr, zu Friedberg in dem Trapp'ſchen Gaſthauſe anberaumt worden. Der Materialbetrag derſelben iſt abgeſchätzt: a) in dem Diſtrict Frauenwald zu 530 Cent- ner von 20 jährigem Beſtand, b) in dem Diſtrict Burgwald zu 940 Cent⸗ ner von 27jährigem Beſtand, c) in dem Diſtrict Kellerberg zu 552 Cent-⸗ ner von 16⸗ und 28 jährigem Beſtand. Zuſammen 2022 Centner. Nachgebote werden nicht angenommen und der definitive Zuſchlag wird ſogleich ertheilt, wenn 0,8 des Abſchätzungspreißes geboten wer⸗ den. Die übrigen Bedingungen werden vor, lch von R nachſtehende enden unt denden Bed 17.8 17 17 6038 Sti 188 Die Zu Friedbe. M 1 883) mittags 9! zu Riiche Tiſche, S Eimer, ci geräthe, handwerks freiwillig! Reichel 9 8 3840 2 in der Beha der II. in miffbielend 1 5 N N 93 100 0 11) ein Mf. 12) ein 150 2 Die Gr erſucht, die en zu laß Ofthein * 2 der Verſteigerung bekannt gemacht, ſie können aber auch vorher auf dem Bureau der unter- zeichneten Behörde und dem der Großberzog— lichen Oberforſterei Oberrosbach eingeſehen werden. Der Großberzogliche Förſter Schnauber zu Winterſtein und die Großberzoglichen Forſtwarte Blecher zu Oberrosbach und Schlitz zu Nieder- moͤrlen ſind angewieſen, den Kaufliebhabern die Schläge, in welchen die Rinden geerndtet wer- den, auf Verlangen vorzuzeigen. Rodheim den 12. März 1834. Großherzogliches Forſtamt Friedberg. Rübſamen, Forſtmeiſter. Obligations-Verlooſung. (381) Bei der heute ſtattgefundenen Ver— looſung der rückſtändigen Partialobligationen der Gemeinde Petterweil wurden Nro. 5 A 500 fl. und Nro. 64 à 100 fl. gezogen, und es können dieſe Capitalbeträge gegen Einhändi— gung der Obligatiouen bei bieſigem Gemeinde— einnehmer bis zum 30. April d. J., von wo an die Verzinſung aufhört, in Empfang ge— nommen werden. Petterweil den 7. März 1854. Der Eroßberzogl. Bürgermeiſter . Bekanntmachung. (382) Donnerſtag den 30. März l. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr anfangend, ſoll in dem Freiherr— lich von Ritter'ſchen Walde bei Hof Haſſelheck nachſtehendes Holz öffentlich an den Meiſtbie— tenden unter den vorber bekannt gemacht wer— denden Bedingungen verſteigert werden: 1½ Stecken Eichen- u. Birken⸗Scheitholz, 17„ 8„ Prügelholz, 19.„ Ascpen- u. Nadel⸗„ 6038 Stück Eichen⸗ und Birken⸗Wellen, 1488—„ Aspen- und Nadel⸗„ Die Zuſammenkunft iſt auf Hof Haſſelheck. Friedberg den 15. März 1854. In Auftrag: Faatz. Mobiliar-⸗Verſteigerung. (383) Mittwoch den 22. d. M., von Vor⸗ mittags 9 Ubr an, läßt Heinrich Wilhelm Hübner zu Reichelsbeim in ſeiner Bebauſung daſelbſt Tiſche, Stühle, Bänke. Bütten, Fäſſer, Züber, Eimer, einen Waſchkeſſel und ſonſt allerlei Haus- geräthe, ſowie auch zwei vollſtandige Zimmer— bandwerksgeſchirre, durch den Unterzeichneten freiwillig meiſtbietend verſteigern. Reichelsheim den 11. Marz 1854. Schmid, Bürgermeiſter. Bekanntmachung. (384) Mittwoch den 22. März l. J ſollen in der Behauſung des verlebten Matthäus Schnei— der II. in Oſtheim nachſtehende Gegenſtände meiſtbietend verſteigert werden: 1) 5 Malter Weizen, 2) 3„ Korn, 10 Gerſte, 491„ Erbſen, 5) 1½ Fuder Roggenſtroh, 6) 3„ Weizenſtroh, 7) 2½%„ Gerſten⸗ und Haferſtroh, 8) 12 Körbe voll Spreu, 9) 15 Centner Heu und 2 Centner Kleeheu, 10) 10„ Ohmet, 11) einen vollſtändigen Wagen und etwas Pferdegeſchirr, 12) einen vollſtändigen Ochſenkarrn, 13) 2½ Ohm Branntwein, Die Großherzoglichen Bürgermeiſter werden erſucht, dieſes in ihren Gemeinden bekannt ma⸗ chen zu laſſen. Oſtheim den 14. März 1854. In Auftrag Großherzogl. Ortsgerichts: Winter. 87„ Privat- Bekanntmachungen. Die Union, allgemeine deutſche Hagel-Verſicherungs-Geſell— chaft in Weimar. Grundkapital 3 Millionen Thaler. (369) Dieſe Geſellſchaft verſichert gegen Hagelſchaden Bodenerzeugniſſe aller Art, wie Halmfrüchte. Hülſenfrüchte, Oelgewächſe, Handelsgewächſe u. ſ. w. Dem Verſicherten ſteht es frei, ſeine Bodenerzeugniſſe ganz oder theil— weiſe verſichern zu laſſen. Die Prämien ſind feſt, ſo daß unter keinen Umſtänden Nachzab⸗ zahlungen zu leiſten ſind. 1 Die Verſicherungen können ſowohl auf ein als auf mehrere Jahre ge— ſchloſſen werden. Bei Verſicherungen auf fünf Jahre iſt den Verſſcherten ein An— theil von zwanzig Prozent an der für dieſe Periode verbleibenden Divi— dende zugeſichert, ohne daß ſie darum zu dem etwaigen Verluſte beizutragen haben. Die Schäden werden ſchnell und loyal regulirt. Jede weitere Auskunft kann bei den unterzeichneten Agenten empfangen und der Abſchluß von Verträgen eingeleitet werden. Friedberg und Laubach im März 1854. Georg Friedrich Nau in Friedberg. Joh. Mart. Zöckler in Laubach. Agenten der Union. Strohhüte und Sonnenſchirme (353) nach neueſter Façon ſind in großer Auswahl angekommen bei Friedberg. S. G. Simon jun., Putz— und Modehandlung, neben dem Gaſthaus zu den drei Schwerdtern. Gebr. Born in Frfurt empfehlen ihre Gemüse-, Feld- und Blumen- Sämereien, verschiedene Hnollen und Pflanzen. (385) insbesondere empfehlen sie den Herren Oekonomen den Riesen- Roggen als etwas ganz ausgezeichnetes. Zur Bequemlichkeit für alle Diejenigen, welche die Herren Gebrüder Dorn in Erfurt mit Aufträgen auf selbst erzeugte Sämereien ete, beehren wollen, haben dieselben Unter zeichneten beauftragt, die Bestellungen und Gelder anzunehmen. Porto dafür trifft demnach die resp. Abnehmer nicht, sondern nur dasjenige fur die Zusendungen, was auch niedrig sein wird, weil stets mehrere Sendungen zusammen expedirt werden. Gewiss wird diese Erleichterung Anerkennung finden und zu reich- haltigen Aufträgen veranlassen. Cataloge stehen gratis zu Diensten. Die Zufriedenheit ihrer geehrten Abnehmer zu erwerben, ist das Ziel, wonach die Producenten streben. Nauheim im März 1851. Herm. Auffarth. (886) Für die wegen ihrer vorzüglichen Leiſtungen rühmlichſt bekannte Heilbronner Bleiche . 15 1 bei Wimpfen am Neckar werden fortwährend Aufträge angenommen und beſorgt. Friedberg im März 1854. Eduard Ruths. 5. D 8 4 Höhere Töchkerſchule zu Friedberg. (387) Anfang des neuen Curſus: 24. April. Prüfung: 20. und 21. April. Für eine Penſionärin habe ich Raum. Friedberg den 14. März 1854. K. Kärſt, Vorſteher der hoͤheren Töoͤchter-Schule. 88 Vogelsberger Holzwaaren. (888) Im Jutereſſe der dürftigen Bevölkerung im Vogelsberg habe ich den Commiſſionsverkauf der daſelbſt gefertigten gröberen Holzwaaren über⸗ nommen, von welchen bis jetzt folgende Gegenſtaͤnde, als: Gartenſtühle, ver— ſchiedene Sorten von Kinder-Schubkarren, Schippchen, Häckchen und kleine Rechen für Kinder, Hackbretter, Butterfäſſer, Stalleimer, Melk-⸗ und Waſchzüber, Schöpfeimer, Ochſenjoche und Schuſterſtühle angekommen ſind, während eine großere Mannigfaltigkeit von Artikeln in ich dieß hiermit zur öffentlichen Anzeige bringe, der Kurze nachfolgen wird. Indem empfehle ich die genannten Gegenſtaͤnde mit Rückſicht auf den bemerkten wohlthätigen Zweck zur geneigten Abnahme. Friedberg den 15. März 1854. Phil. Deweil, Hof-Bauſchreiner. TEin Huͤhnerhund, (340) gut und ſchön, 3 Jabre alt, iſt billig zu verkaufen. Ausgeber dieſes ſagt wo? FSlrohhute (299) werden gewaſchen und neu fagonirt bei S. G. Simon jun., putz- und Modehandlung neben den drei Schwerdtern. Nicht zu uͤberſehen! (32) In Ockſtadt bei Gaſtwirtb Rudolph Mörller 11. ſind 4050 Ctnr. Heu 1. Qualitat, eine Parthie Grummet, Stroh jeder Gattung, Spreu und Kartoffeln aus der Hand zu verkaufen. Agentengeſuch. (371) Agenten, die ſich mit dem Debit eines lucrativen Artikels gegen annehmbare Proviſion befaſſen wollen, werden geſucht und nur aus⸗ gebreitete Bekanntſchaft und Reellität verlangt, Anmeldungen unter O0. R. werden franco Nro. 1 Post restante Frankfurt a. M. er⸗ beten. Isländiſch⸗Moos⸗Chocolade, (889) eigner Fabrik, nach neueſter ärztlicher Vorſchrift, empfiehlt allen Bruſt⸗ und Magen⸗ leidenden Friedberg. Guſtav Dieffenbach. Zu dend n fen (390) ein Kuhkarrn, ein Pflug und eine Egge bei Adam Rack in Dorheim. Amerikaner Kiſten, (391) vorzüglich gearbeitet, mit Blech be⸗ ſchlagen und beſten Schlöſſern verſehen bei Friedberg. Gebrüder Groedel, neben der Apotheke. Patent⸗Wagenſchmiere (392) in Kiſtchen von 2 Pfund netto, ſowie auch in Fäßchen von /½, ½ und 1 Centner, iſt ächt und billig zu haben bei Friedberg. Louis Winheim. 3 der gaufen⸗ (893) Einen breiten Webſtuhl mit vollſtän⸗ digem Zugehör hat zu verkaufen Oberrosbach. Joh. Sommerlad. d do οο οο o οοο Empfehlung. (39) Bei Unterzeichnetem ſind auf bevorſtehende Ausſaat alle Sorten Klee— ſaamen, in hieſiger Gegend gezogen, ſowie reine Erbſen, Wicken, Linſen und ſonſtige Frucht⸗Gattungen, zu haben. Jacob May, Fruchthandler in Friedberg. good ,t c οο οοοοοοοο 200 Körbe Spreu (395) bat zu verkaufen Schwalheim. G. Fritzel. Vorzuͤgliche Linſen, (396) ganze und geſpaltene Erbſen, Bohnen und Zwetſchen, billigſt bei Friedberg. H. M. Hatteroth. Vorzuͤgliche Zwetſchen (897) und Erbſen bei f Friedberg. Louis Winheim. Die Begraßung (398) vom alten Friedhof wird aus der Hand abgegeben von Friedberg. So OD ede D ο Kirchenrechner Faatz. Gefunden. (399) Ein in meinem Laden ſteben gebliebener grünſeidner Regenſchirm ſucht ſchon jahrelang ſeinen Eigenthümer. Friedberg. Guſtav Dieffenbach. Ein goldener Ring (400) iſt in bieſiger Stadt verloren worden. Der redliche Finder wird gebeten denſelben gegen eine gute Belohnung an Polizeidiener Seibert abzugeben. Anerkennung. (401) Nur durch die Handlungen des Men⸗ ſchen find die Geſiunungen genau zu erkennen, welches thatſächlich unſer dahingeſchiedener Mitbürger Conrad Alles in Münzenberg bewies, indem derſelbe nicht nur unter ſeine Glaubens— genoſſen die Summe von fl 200.— ſondern auch ſeiner iſraelitiſchen Mitbürger nicht vergaß, und denſelben fl. 50.— als Legat hin— terließ. Wir können nicht umhin, dieſe edle Handlungsweiſe der Oeffentlichkeit zu übergeben. Ruhe ſeiner Aſche. Wichtige literariſche Anzeige. 4020 In C. Scriba's Buchhandlung in Friedberg ißt erſchienen und zu haben: Anleitung zur Behandlung der häutigen Bräune bis zur Ankunft des Arztes. Allen Eltern gewidmet von Dr. B. v. S. Preis 9 kr. Da in unſrer Gegend in letzterer Zeit die Bräune wieder ſo zahlreiche Opfer gefordert hat, können wir dieſes treffliche Schriftchen allen ſorgſamen Eltern aufs Angelegentlichſte empfehlen. Kirchliche Anzeigen. Sonntag Oculi den 19. März. Pfarramtswoche: Hr. Stadtpfarrer Seel. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Stadtpfarrer Seel. (Abendmahl.) Nachmittags: Hr. Candidat Sahl. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Diaconus Baur. Nachmittags: Hr. Candidat Kraus. Frankfurter Cours vom 10. März 1854. Mien fl. 9 37-38 Friedrichsd'oeͤr„10 6-7 Holländiſche 10 fl. Stücke[„ 947½¼ 48 ¼ Rand⸗Ducaten n.*„ 5 35%/—36½ 20 Frankſtücke„ 9 25-26 Engliſche Souverains..„11 46-48 Preußiſche Thaler...„ 146 ¼/ů 7 5 Frankenthaler.„ 220 ½-1 Preußiſche Caſſenſcheine.„ 146%-47% — Fruchtpreiſe. 15. Mrz. 10. Mrz. 10. Mrz ried⸗ 1 e. Mainz f fü, k, e ee Waizen pr. Malter 172018 74—— Korn„ 5 1350132014— Gerſte„ 75 111— 110388110— 75 5 301 61 41—— Gattung. ofen Polizei ⸗ Taxe. fur die Städte Friedberg und Butzbach vom 18. bis zum 24. März. — ö Fried⸗Butz⸗ 5 Brod-Preiſe. berg. bach. 5 kr. pf. kr p 1 Leib-Roggenbrod 41 3 2 7 7. 9 f 9— 5 55 180 2 — Lth. Lth. — Milchbrod 113 E — Waſſerweck 13 — Gemiſchte(Tafel-) Brod 14 14 ¼ Fleiſch-Preiſe. f 1 Ochſenfleiſch 112 8 „Kühfleiſch, gemäſtetes 11 „ Rindfleiſch, gemäſtetes 819 „ Kalbfleiſch 6— 6— „ gemäſtetes„„ „ Schweinenfleiſch 11111 „Hammelfleiſch 10— 10— „ Schaaffleiſch 7 „Wurſt veblos Schweinen 16— 16— „Bratwurſt 19— 18— „Schwartenmagen 18— 118— „ Geräucherter Speck 28— 126— „Schinken 8s „ Dörrfleiſch 3 „ Schweinenſchmalz,— ausgelaſſen 21— 22— unausgelaſſen 20— 20— „Nierenfett 22— 20— „Hammelsfett 1614— 116— Die Großherzoglichen Bürgermeiſter Ben de r. Seippel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. Kr an ſam Betreffen! Das zur alöbal ſtattgehabt der Regiſt Fri Das Gr. Die Behufe d Zeit ſo ſe beſchloſſer dringende Da Einrichtu urſachen, machen, d rechnen k. tretungsen halten, er Ueb Ihren B. De war ein