1 eigen Feb 118 wartkuch, stin 42 9 *— eise. r 0 — . 1 4 Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 13. Mittwoch den 1854. 15. Februar Amtlicher Theil. 7 11 0* Nr Oeffentliche Nachricht. Bei Vertheilung der von dem landwirthſchaftlichen Be— zirksverein ausgeſetzten Preiſe für tüchtige Feldſchützen und für Schüler, welche ſich für die Landwirthſchaft intereſſiren, haben von den Angemeldeten Feldſchützen Preiſe erhalten Feldſchütze Briel von hier.. 7l. . Schwab von Muͤnzenberg 7„ 1 Graubert von Oppershofen 6= „ Zöller von Kirchgöns 4 . Stephan von Aſſenheim 4„ 1 Stern von Wölfersheim 4* 1 Keßler von Oberrosbach 4* und den Schülern Adolph Schuld von Staden, Philipp Opper von da, Conrad Weckmann Wilhelm Wolf und von Wohnbach, Ludwig Wolf ö Friedrich Bauſch von Nieder wollſtadt, ind jedem zwei Bücher, die Landwirthſchaft betreffend, als Prämien zuerkannt worden. Die übrigen angemeldeten Feldſchützen konnten, ob— gleich auch ſie gute Zeugniſſe erhalten hatten, nur darum licht berückſichtigt werden, weil ſie noch zu kurz im Dienſte und die Mittel beſchränkt waren. Findet demnächſt eine abermalige Vertheilung für Feldſchutzen ſtatt und ſind dieſelben noch im Dienſte und erfreuen ſich auch dann noch guter Zeugniſſe, dann werden dieſe vorzugsweiſe berückſichtigt werden. Zur Auszahlung der den Feldſchützen zuerkannten Preiſe iſt der Rechner des landwirthſchaftlichen Bezirksver— eins, Ferdinand Frick dahier, angewieſen worden und die den Schülern verwilligten Prämien wurden zur Vertheilung in dieſe, an die Schulvorſtände abgeſendet. Indem ich dieſes zur öffentlichen Kenntniß bringe, empfehle ich nicht nur allen denen, die dazu berufen ſind, eine kräftige Handhabung des Feldſchutzes, ſondern ich er— warte auch, daß die Feldſchützen, deren Dienſtführung andurch öffentlich Anerkennung gefunden, bemüht ſein werden, ſich derſelben immer mehr verdient zu machen, gleichwie die an— deren Feldſchützen hieraus erkennen mögen, daß die Blicke der Behörden auf ihre Dienſtführungen gerichtet ſind und iach Verdienſt belohnt werden. Was die den Schulknaben gewordene Auszeichnungen betrifft, ſo habe ich es den Schulvorſtanden überlaſſen, den— ſelben vor den verſammelten Schülern das Geeignete uber den Zweck ihrer Belohnungen zu eröffnen. Friedberg den 10. Februar 1854. Der Direktor des landwirthſchafil. Bezirksvereins des Kreiſes Friedberg: Müller, Regierungsrath. Das Großherzoglich Heſſiſche Kreisamt Friedberg an ſämmtliche Großh. Bürgermeiſter des Kreiſes. Die s Betreffend: Die Pferdezucht, insbeſondere die Landgeſtütsbeſchäler. Indem ich Ihnen, in Folge Erſuchens der Gr. Central— ſtelle für die Landwirthſchaft und die landwirthſchaftlichen Vereine die nachſtehende Ueberſicht über Namen, Farbe, Größe, Schlag, Race und Abſtammung der auf die Be— ſchälſtationen in der Provinz Oberheſſen im Jahr 1854 kommenden Landbeſchäler mittheile, weiſe ich Sie an, dies zu veröffentlichen, unter dem Bemerken, daß, wenn nicht ganz ungünſtige Witterung eintritt, nach einer Benachrich— tigung Gr. Oberſt-Stallme ſteramtes vom 28. v. Mts. die Beſchälhengſte für die Provinz Oberheſſen vom 25. Februar bis 5. März auf die betreffenden Stationen abgehen werden. Friedberg den 10. Februar 1854. Müller. *— Set über die Vertheilung der Gr. Landbeſchäler in die Land— geſtütsſtationen der Provinz Oberheſſen für das 2 2 Namen. 8 1 8 Abſtammung. der Farben. Schlag. [Vat 8 0 2 5(Race.) Me or* 5 Beſchaler 2 Großer, edler Mecklenburger- Geſtüt, Reitſchlag. vom Nicolot und der Stradella. Braun. — Bella-Donna. S Grey- Schwarz⸗ 16 1 Starker Reit- Mecklenburger- Geſtüͤt, 2 Momus. ſchimmel. ſchlag. vom Grey-Momus u. 2 einer ſchwarzen Mecklen⸗ 8 burger Stute. = Whisker. Fuchs. 16 1 Mittel-Reit- Ulrichſteiner⸗Geſt., vom — ſchlag. Landbeſchäler Whisker 85 u. der Ulrichſteiner Stute 1 Mambrina. — 30. f Größe Namen Abſtammung. S der Farben. 2 Schlag.(Race.) S Beſchäler S8 5 Hellbraun. 16 3/Großer, ſtarker Mecklenburger-Geſtüt, 4 Dorilas. Hellbraun. 16 Wege vom Dorilas und einer 8 Landſtute. 8 0 1 8 Schi Großer, breiter, Mecklenburger-Landgeſt. 8 ue Schimmel. 160 3 15 Wa er banrbeſchäler Cor = Sio. genſchlag. reggio und einer ſtarken * mecklenburger Stute. 5 7 5 2, Starker Reit-] Mecklenburger-Geſtüt, 1 1 11 ſchlag. vom Nicolot und der 2 nationalengl. Halbblut— — ſtute Annet-Slle. — 85 18— Gedrungener[Mecklenburger Geſtüt, 2 3 8 N Neiſchlag. vom Pelican und einer S Herodot-Stute. 5 16 1 Gedrungener Mecklenburger- Geſtüt, — 8 Reit⸗ 5 Wa⸗ vom Landbeſchäler Her- S genſchlag. ſcules und einer meck— — lenburger Stute. — i Hellfuchs. 16“ 2]Großer, edler Mecklenburger-Geſtüt, 8 Reitſchlag. vom Belus und der Pa- — latine. Ges 0 8 0 16 Starker Reit- Mecklenburger-Geſtüt, * 3 a und Wagen v. Loung-Robin-Hood D ſchlag. und einer Schauller- Stute Helene. Nelson. Braun. 16 11 Wagenſchlag. Gr. Heſſ. Landgeſtüt, v. — dem Landbeſchaler Del 2 phini und einer Landſtute. S rriedlaud] Hellbraun. 160 10 Starter, ge⸗ Mecklenburger- Geſtüt, — drungener Reit- vom Sobry und einer 2 u. Wagenſchlagſmecklenburger Stute. Neptun. Hellbraun. 160 21 Wagenſchlag. Mecklenburger Landge⸗ — ſtüt, vom Landbeſchäler — Hercules und einer meck— 2 lenburger Landſtute. S Feldmar- Dunkel⸗ 16 2 Großer, edler Mecklenburger-Geſtüt, schal. braun. Reitſchlag. von dem Vollbluthengſt — Feldmarschal und der . Vollblutſtute Eubea. Gulliver. Dunkel- 16 30 Großer Wa- Mecklenburger- Geffüt, 5 braun. genſchlag. vom Guliver und einer 8 mecklenburger Stute. 5 Flegethon] Hellbraun. 16 1 Edler, ſtarker Mecklenburger- Geſtüt, — Reitſchlag. vom Lafayette und der 2 Herodia. - Belisar. Dunkel⸗ 16 3 Großer, ſtarker Mecklenburger-Landge— — fuchs. Wagenſchlag. ſtüt, v. dem Landbeſchäler — Correggio und einer * ö mecklenburger Stute. Arthur. Braun. 160 2 Starker Reit⸗ Mecklenburger-Landge— * und Wagen⸗ſtüt, vom Landbeſchäler * ſchlag. Hercules und einer Na- ö poleon- Stute. Stra- Braun. 16 3 Großer, flarker Mecklenburger ⸗Geſfüt, therne. Wagenſchlag. von dem engliſchen Halb⸗ blutbengſt Stratherne 8 und einer mecklenburger 1 Stute. Neumar- Braun. 160 1 Edler, ſtarker Mecklenburger ⸗Geſtüt, Ket. Reitſchlag. o. Vollbluthengſt New 85 market und einer eng— — liſchen Stute. Ocean. Braun. 160 1. Gedrungener, Mecklenburger⸗Geſtüt, v. 2 ſtarker Reit⸗u. Neptun u. einer ſtarken 4 Wagenſchlag. mecklenburger Stute. Othello. Rapp. 160 2 Starker Reit⸗ Mecklenburger Landge⸗ und Wagen⸗ ſtüt, vom Vollbluthengſt ſchlag. Othello und einer meck— lenburger Stute. Das Großh. Heſſ. Oberſt⸗Stallmeiſter-Amt. von Trotha. dt. Zimmer. Der Strandräuber. Ein Seebild. Von Arnold Thurnepſſen. (Schluß.) Madeleine warf ſich ſchluchzend an des Bruders Hals, der nach flüchtigem Gruße ch ſanft von ihr los⸗ machte und eine Sänfte für den Vater zuſammenfügen ließ, auf welche der blutende Alte gelegt wurde. Dann ſetzte ſich der ganze Zug, von Madeleine geführt, in Be— wegung. Einige Bewaffnete gingen als Vortrab voraus, und in einer Viertelſtunde war das Dörfchen Montreaux erreicht, das aber ganz verlaſſen ſchien. Gleichwohl brannten Feuer in allen Hütten, und Lampen auf den Tiſchen, und Töpfe ſchmorten und ziſchten auf den Herden und dufteten nach derber Koſt, die man zubereitet hatte, um den heimkehrenden Strandräubern nach ihrer anſtren— genden Nachtarbeit eine tüchtige Mahlzeit vorſetzen zu können. Allein nicht Ein lebendes Weſen war im ganzen Dörfchen zu ſehen, denn ſelbſt die Kinder und alten Weiber hatten ſich geflüchtet und in die Höhlen und Fels— ſpalten der Küſte verkrochen, da ſie das Gewehrfeuer ge— hört, wie ſie jedesmal zu thun pflegten, wann ſie von der Küſtenwache angegriffen oder verfolgt wurden. Die geretteten Seeleute und Paſſagiere verbreiteten ſich froh im ganzen Dorfe, nahmen die Hütten in Be— ſchlag, aßen die Mahlzeiten und ſchliefen in den Betten, jedoch erſt nachdem ſie die Vorſicht gebraucht hatten, vier Schildwachen auszuſtellen, um gegen jeden Angriff oder Ueberrumpelung durch die Wracker geſichert zu ſein. Ma⸗ deleine, ihr Vater und Bruder, der Schiffsarzt und eine lunge Dame aus der Zahl der Paſſagiere begaben ſich nach dem Hauſe Sandeau's, welcher zu Bette gebracht und verbunden wurde. Seine Wunden waren nicht lebensge— fährlich, aber der Blutverluſt bedeutend; er ſprach kein Wört— chen, ſondern ſchlief, oder ſtellte ſich wenigſtens ſchlafend. Madeleine ſtellte dann eine Mahlzeit auf den Tiſch, und die vier genannten Perſonen ſaßen eine Weile ſtumm um die Tafel. Jacques, der Kapitän des Indienfahrers, blickte trube und duſter drein, und ein tiefer Gram ſchien auf ſeinem Gemüthe zu laſten. Er äußerte kein Wört— chen, bis ihn auf einmal die Worte des Arztes der„Jeune Sophie,“ welche dieſer an Madeleine richtete, aus ſeinem Sinnen aufſchreckten. Der Schiffsarzt, ein noch junger Mann, hatte nämlich nicht ſobald die ihm am Tiſch ge⸗ genüberſitzende Madeleine angeſehen oder wenigſtens zum erſten Mal aufmerkſamer betrachtet, ſo war er aufgeſprun— gen und hatte ſanft, aber im Tone der höchſten Betroffen⸗ heit und Gemüthsbewegung gefragt:„Wie, Madeleine? Du biſt es? wie kommt's, daß ich Dich hier wiederfinde, die ich in St. Omer verlaſſen hatte?“ VIſt denn dieß die Madeleine, von welcher Du mir ſo oft erzahlteſt?“ fiel ihm der Kapitän betroffen in die Rede. „Dieſelbe; aber gib Du mir Antwort, meine liebe Freundin!“ „Ich bin hier, weil jener Mann dort mein Vater iſt und ich als ſeine Tochter die Pflicht habe, bei ihm zu ſein, und ihn zu pflegen, Eduard,“ entgegnete Madeleine. „Und warum iſt Dein Vater hier?“ fragte der junge Arzt weiter. „Ich bin hieher gezogen,“ rief der Alte und drehte ſich wild im Bette um,—„weil ich mit der Menſchheit zerfallen bin und der ganzen Welt den Krieg erklärt habe. Um eines unbedeutenden Verſehens willen ward ich vor zwölf Jahren von der Befehligung deſſelben Schiffes, der Jeune Sophie, die jetzt geſtrandet da draußen liegt, ent laſſen. Ich ſchwur der Menſchheit Rache, und Ihr ſeht nun, in welcher Weiſe ich ſie geübt habe!“ 0 nich an N L Dir frage, 1 denn 8 l Augentle, ind um— ge r nit den er une Nertt iu dla dan „Wa. 1 andeau.** hifrevell n eg ſinm Dee daß dieſes* Jo abe ic Ju Duuſe Ke „Nicht de euwürtte 8 chen genug ve „Und Ide de ſeither 120 „Sie ke Leonie, Sie“ Strandräubere Höre, „weder Du n. eine Pflicht, Ich habe die“ ſſon meiner T. nich in ſie, ge meine erſte Se den Verlobung meine Rechte „Was ö ernſt. „Ich 1 allzuſehr liebe Schande auf „Du ba Weſen!“ verſte „Meine Seufzer.„J Bekanntma Friedberg 1 Edi 470 Erb. 9 ſeiſteskranf im J Pbiſiun er 4 ſlipy Conrad 31 „Lieber Vater! denke lieber an die wunderbare Weiſe, auf welche Du gerettet worden biſt!“ „Und üͤberdem,“ ſetzte Jacques hinzu,„hatteſt Du gar keinen Aulaß zur Rache, Vater! Herr Ponceau, der mich an Kindesſtadt angenommen, ließ weit und breit nach Dir fragen, um Dir ein anderes Schiff anzuvertrauen, denn er ſah ein, daß er Dich ungerecht und in einem Augenblicke blinden Zornes entlaſſen. Dieß zu ſühnen und um Dir zu beweiſen, wie leid das ihm thue, übertrug er mir den Befehl über die Jeune Sophie, ſobald ich das Alter und die noͤthigen Kenntniſſe erlangt hatte, welche ein ſolches Vertrauen rechtfertigten!“ „Was geſchehen iſt, iſt geſchehen!“ rief der alte Sandeau.„Ich bin nun ein Strandräuber. Ich habe zefrevelt und bin herb dafür geſtraft worden.— Jacques, zimm Deine Schweſter Madeleine mit Dir; ich ſehe wohl, ſaß dieſes Leben nicht für ſie paßt. Was mich anlangt, ſo bleibe ich hier und will, wenn ich wieder geneſe, hier m Dorfe Krämer werden!“.... „Nicht doch, Vater! Du mußſt mit uns kommen!“ erwiderte Jacques;„Du und Madeleine und ich werden doch wohl noch irgendwo ein ſtilles Plätzchen finden, wo Niemand unſere Vergangenheit kennt und wo wir ſelber uns bemühen wollen, ſie zu vergeſſen. Ich habe mir ſchon genug verdient, um unſer Auskommen zu ſichern.“ „Und Ihre Frau, Jacques?“ fragte die junge Dame, die ſeither noch nicht geſprochen hatte. „Sie koͤnnen mir nun nicht mehr ihre Hand reichen, zeonie, Sie ſind zu gut, zu edel für den Sohn eines Strandräubers!“ „Höre, Jacques!“ hub nun der Schiffsarzt an, weder Du noch Madeleine habt irgend ein Recht oder eine Pflicht, für die Vergehen Eures Vaters zu büßen. Ich habe die Bekanntſchaft Deiner Schweſter in der Pen— on meiner Tante zu St. Omer gemacht, ich verliebte nich in ſie, gewann ihre Gegenliebe, und erhielt, ehe ich neine erſte Seereiſe antrat, das Geſtändniß derſelben und den Verlobungsring, und nun iſt die Zeit da, wo ich meine Rechte auf ſie geltend mache!“ „Was ſagſt Du dazu, Madeleine?“ fragte Jacques ernſt. „Ich kann niemals einen Maunn heirathen, den ich allzuſehr liebe, als daß ich es über mich gewinnen könnte, Schande auf ſeinen Namen zu häufen!“ Abſcheulichkeit und Verworfenheit ein; aber ich kann we— nigſtens einen Theil des geſchehenen Unrechts wieder gut— machen.— Höret mich an. Entweder zeiget mir, daß Ihr dem Zuge Eurer Herzen folget, und ſeid glücklich; dann gehe ich mit Euch, wohin Ihr wellt, denn Ihr habt dann Eurem Vater vergeben! Oder aber, Ihr weigert Euch deſſen, und dann bleibe ich hier und was ich war — ein- für allemal ein Strandräuber!— Nun wählet ſelbſt!“ Madeleine erfaßte die Hand des jungen Arztes, die er ihr dargeboten hatte, und Leonie— Eduard's Schweſter, welche dieſer aus den Kolonieen zurückgeholt, wo ihre Eltern geſtorben waren,— fiel dem wackern jungen Ka⸗ pitän um den Hals und ſchwur mit der Leidenſchaftlichkeit der Creolinnen, ſie laſſe nicht mehr von ihm. Der alte Mann ſchloß die Augen und ſprach die ganze Nacht kein Wort mehr. Am folgenden Tage wurden Fuhrwerke aus einer benachbarten Stadt herbeigeſchafft, und die Mannſchaft der Jeune Sophie und die Paſſagiere reiſten ab. Das Wrack des Schiffes lag noch auf der Klippe, und der größte Theil der Ladung ward geborgen. Die wiederver— einigten Freunde und Verwandten blieben in Montreaux, um Pierre Sandeau's Geneſung abzuwarten, außer Jacques, welchen ſeine Pflicht nach Havre gerufen hatte, um den Schiffseigenthümern die nöthige Meldung zu machen und Schritte zur Bergung der Ladung und des Wracks einzuleiten. In zehn Tagen kehrte er zurück, und nun war der alte Sandeau ſo weit geneſen, daß man ihn fortſchaffen konnte. Jetzt verließ die ganze Familie Montreaux, deſſen Bewohner ſich ſeit jener Sturmnacht nicht wieder eingefunden, ſondern vermuthlich aus Furcht vor Strafe zerſtreut hatten. Die Familie überſiedelte nach Havre, wo der alte Sandeau noch eine runde Summe Geld als Erſparniſſe aus ſeiner früheren Laufbahn als Kapitän bei einem Bankier ſtehen hatte. Dieſe im Verein mit den Erſpar— niſſen von Jacques reichten hin, um ein beſcheidenes Haus zu kaufen und einzurichten und beiden jungen Paaren ein Heimweſen zu liefern. Eduard ließ ſich als Wundarzt in Havre nieder, und ſein Schwager Jacques trat als jün— gerer Theilhaber in das achtbare Handlungshaus Ponceau, deſſen Schiffe er bisher zur großen Zufriedenheit ſeiner Prinzipale geführt hatte, und Allen erging es von nun an ganz gut. Der alte überlebte ſeine Wunden Sandeau „Du haſt Recht, Madeleine! Du biſt ein edles nicht lange! Gewiſſensbiſſe und Lebensüberdruß unter— Weſen!“ verſetzte der Kapitan. gruben ſeine, von den erhaltenen Wunden ſchon ſehr ge— „Meine Kinder!“ rief der Alte mit einem tiefen ſchwächte Geſundheit ſo ſehr, daß er ſeinen geiſtigen Leiden Seufzer.„Ich ſehe mein Verbrechen nun in all ſeiner bald erlag.— 5 von* C2 1 n 1 1 * laß den ſich aumeld ſenten ausge Bekammmachungen hoͤrden. 5 Legitimation zu begrunden, als intwortet werden wird. Januar 1854 Iriedberg den 28 Nach⸗ Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Erömteref uſt der bekannten N NN Edictalla dung. 4169) Die Erben des Anton Kitz II. zu Nie- derrosbach, baben den Nachlaß unter der Rechts- nvohlthat des Inventars angetreten. Anſprüche jeder Art an denſelben find deßbalb im Termin Dienſtag den 28. Februar d. J., Morgens 10 Ubr, dahier anzuzeigen, gegenfalls ſie bei Regulirung des Nachlaſſes nicht beachtet werden. Friedberg den 28. Januar 1854. Großberzogl. Landgericht Dr. Irle. Edictalla dung. 6170) Erb- oder ſonſtige Anſprüche an den geiſteskrank im Hoſpital Hofheim verſtorbenen Philipp Conrad Joſt von hier ſind ſogewiß bis Mittwoch den 8. März d. J. hier geltend zu machen und unter gehoͤriger Gr. Heſſ. Landgericht Hofmann. Immobiliar-Verſteigerung. (130 Freitag den 17. März l. J., Morgens um 11 Ubr, werden nachſtehende Immobilien des bieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Martin Schnaid in hieſigem Rathhauſe meiſt— bietend verſteigert, als: Pag. 34 Nr. 204 Hofraithe, beſtebend in einem balben Wobhnhauſe und ei⸗ nem halben Stall, „ 124„ 11 39,3 Klafter- 20 Ruthen Garten in der 3. Zins der Stadtkirche 3 kr. 2½ Heller. Friedberg den 28. Januar 1854. g In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: r Vorſteher des Großh. Bender. Gewann. d — Ortsgerichts Die Bekanntmachung der dingungen er⸗ ſolgt i ine, man bemerkt jedoch, daß dem Ueber der Backſteinlieferung das zur Fabri⸗ cation erforderliche Gelände zunächſt der Bahn überwieſen werden kann. Gießen am 8. Februar 1854 Der Großb. Sektions-Ingenieur Eickemeper. Acker verpachtung. (2040 Die Abtheilung des fiscaliſchen Grundſtücks„Acker im Leimenkautenfeld an der Taubenrainsbobl“ in Ockſtadter ſebr nabe der Friedberger Gemarkung zwiſchen der Ockſtadter Hohl und der nach Oberrosbach ziehenden Pro⸗ vinzialſtraße, welche ſeither der Großh. Do · mänenratbh Buß in Benutzung hatte, wird Freitag den 17. l. Mt., Vormittags 10 Uhr, auf dem bieſigen Rentamtsbüregu don 18⁵4 an, an den Meiſtbietenden öffentlich verpachtet. Friedberg den 11. Februar 1854. Großh. Rentamt daf. Grünewald, Großherzogl. Rentamtsvicar. Oeffentliche Aufforderung. (205) Die Erben des Johs. Sauerbier J. von Butzbach beabſichtigen unter anderen die nachbenannten zu deſſen Nachlaſſe gehörigen Im- mobilien: a Pag. 236 Nr. 49½ 111¼[UI Kiftr. Hofraithe am Labnthore als: Wohn- haus mit Hinterbau, Neben- bau, 2 Ställe und Scheune an Nicolaus Flach, Pag. 924 Nr. 15 244 ½[◻UIKlftr. Acker unter dem rothen Berg im Schlüſſel an Ludwig Ferber, Tilg.“ Rente 42½ kr., zur Vertheilung zu bringen, vermögen aber das Eigentbum urkundlich nicht nachzuweiſen. Eigenthums- oder ſonſtige nicht bereits ange⸗ meldete Anſprüche an dieſe Liegenſchaften ſind deßhalb binnen einer Friſt von 6 Wochen bei dem unterzeichneten Gericht ſogewiß geltend zu machen, als ſonſt die gerichtliche Beſtätigung der Theilungsurkunden erfolgen wird. Butzbach den 2. Februar 1854. Großherzogl. Landgericht E bel. Bekanntmachung. (206) Dienſtag den 21. Februar l. J. und in den darauf folgenden Tagen werden aus dem Nachlaß der Wilbelm Seulburgers Wittwe im grünen Baum dahier, erbtheilungshalber einer offentlichen Verſteigerung ausgeſetzt: 3 Pferde, 8 Kübe, theils friſchmelkelnd, theils trächtig, 3 trächtige Rinder, 2 fette Ochſen, 6 fette Schweine, 6 Maſtſchweine, 4 Sprenger, 1 Mutterſchwein, 20 Schaafe und 8 Lämmer, 30 Hühner, 6— 700 Centner Heu, 1— 200„ Grummet, 1 Parthie Kleeheu, 12 Fuder Kornſtrob, 12„ Waizenſtroh, 12„ Haferſtroh, 18„ Gerſtenſtroh, 2„ Erbſenſtroh, 1 Parthie Spreu, 1„ Dung, 35 Malter Waizen, 28„ Korn, 58„ Gerſte, 100„ Hafer, 6„ Erbſen, 45„ Kartoffeln, 3„ Aepfel, 12 Ohm Aepfelwein, 6½ Ohm Branntwein, 2 Malter Roggenmehl, mehrere Wagen, Pflüge, Eggen, Pferdegeſchirr, Ketten, Fäſſer, Bütten, 2 Keltern mit Mahltrog und Stein und verſchiedenes Hausgeräthe. Butzbach den 10. Februar 1854. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Seippel. S νι ö — m 52 Privat- Bekanntmachungen. Holzverſt (207) Gegen Ende dieſes Monats, ei gerung. an einem näher zu beſtimmenden Tage, ſollen in dem zwiſchen Stammheim und Morxſtadt gelegenen ſogenannten Boitzheimer Wäldchen außer circa 300 Stecken Buchenſcheitholz, 6000 Stück Wellen, auch viele ſchöͤne Eichen- und Buchenſtämme von jeder Dimenſion und zu jeglichem Gebrauch, namentlich zu Wagner-Arbeit und Bau— holz geeignet, auf langen Credit verſteigert werden. Kaufliebhaber für Werkholz können von dem zu verſteigernden Holze von heute ab bis zum 18. Februar Einſicht nehmen, die zu ihrem Gebrauch taugliche Stämme bezeichnen und ſich über Preis und Bedingungen mit dem unterzeichneten Eigenthümer benehmen. Staden den 13. Februar 1854. Joſ. Guffanti Sohn. F.. Schicht II. zu Bad Homburg, Louiſenſtraße in der Nähe der Poſt, 208) empfiehlt hiermit ſein mit obrigkeitlicher Genehmigung etablirtes öffentliches allgemeines Commiſſions-Bureau, durch welches außer allen diverſen Aufträgen auch das Placement von Dienſtſtellen jeder Branche, Leihen und Verleihen von Geldern, Er⸗ und Vermiethen von Wohnungen, Geſchäften u. ſ. w. pünktlich und auf ſolide Weiſe beſorgt werden. Briefe franco. Ein Sch wen ze err, (185) welcher mit guten Zeugniſſen verſehen iſt, kann auf Petritag in Dienſt treten. Wo ſagt die Expeditio d. Bl. Mobiliar-Verſteigerung. (191) Donnerſtag den 16. Februar, Morgens 9 Uhr anfangend, wollen die Unterzeichneten nachfolgende Gegenſtände erbvertheilungshalber einer öffentlichen Verſteigerung ausſetzen laſſen, als: 1) 2 zugfeſte Pferde, 2) 5 Stuck Rindvieh, 3) 2Mutterſchweine, wovon das eine Ferkel hat, 4) 4 fette Schweine, 5) 2 große und 1 kleinen Eber, 6) 2 Sprenger, 7) eine große Parthie Heu, 8) 20 Fuder Roggen und Waizenſtroh, 9) 1 Wagen, Pflüge, Eggen und ſonſtige Oekonomiegeräthſchaften, mehrere Eichen— Werkholzſtamme. Bemerkt wird, daß der Anfang mit dem Vieh gemacht wird. Rodheim v. d H. den 7. Februar 1854. Balthaſer Holl's II. Erben. Annonce. (209) Auf Petri d. J. kann eine reinliche Magd, welche auch zu kochen verſteht, in einer frequenten Gaſtwirthſchaft gegen guten Lohn einen Dienſt erhalten. Wo? ſagt die Expedition dieſes Blattes. u der mie (210) Ein Logis gleicher Erde, welches ſo— gleich bezogen werden kann, hat zu vermiethen Schneidermeiſter Muh! in der Kirchgaſſe. Lehrlingsgeſu ch. (211) Ein gebildeter Junge kann unter vor⸗ theilhaften Bedingungen die Schmiedeprofeſſion erlernen bei Schmiedemeiſter Friedrich Langs— dorf in Bad Nauheim. Verſtei gerung. (212) Dienſtag den 21. Februar l. J., Vor- mittags um 10 Uhr, ſollen in der Wohnung des Unterzeichneten zwei einſpännige Chaiſen, wovon eine mit einem Vorderverdeck verſehen iſt, Pferdegeſchirre, Haferkaſten von Eichenholz, und außerdem noch verſchiedene Hausgeräth— ſchaſten offentlich an die Meiſtbietenden gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden. Friedberg den 12. Februar 1854. Stockhauſen, Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter. 8— 900 Stück veredelte Obſtbäume (213) werden aus meiner Baumſchule, das Stück zu 16 kr., abgegeben. Rockenberg. Ad. Landvogt. kachricht fuͤr Fuhrleute. (21) Hunderttauſend Centner Eiſenſteine find von jetzt bis zum Herbſt vom Griedeler Bergwerk an der Chauſſee bei Griedel nach dem eine kleine halbe Stunde entfernten Bahnhof Butzbach zu fahren und wird 1¼ Kreuzer für den Centner Fracht vergütet. Fuhrleute haben ſich bei Steiger Münch in Griedel oder auf dem Comptoir des Un- terzeichneten zu melden. Die Griedeler Gewerkſchaft: Joh. Balth. Noll in Gießen. 8 4 8 Nicht zu uͤberſehen! (215) Der Heinrich Stier aus Veitsheim hat bei dem Unterzeichneten einen Tuchoberrock am 12. April 1853 hängen laſſen, worauf der— ſelbe eine gewiſſe Summe ſchuldig iſt. Da er nun bis jetzt ſeine Schuld noch nicht bezahlt hat, ſo wird derſelbe aufgefordert binnen 14 Tagen ſeinen Rock einzulöſen, anſonſten ich den Rock zu meinem Vortheil verkaufen werde. Petterweil am 8. Februar 1854. . Chriſtian Coſt M. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. an die Gr. Be Pickſtadt u Betteffend 14 Die nad 1. l. M. von He zmrüchgekebtt. 5 ditelbe in Reiche Heinweg am Uf nach derſelden d und von deren e Friedder, Alter: 1 Haare: blend. blond.— Auge — Geſicht: lar schlank. Ein dunke geblümter Rock; Par neue lederr Re to. 3. vo nſſeriums des Pau an 11. Juli Jreußen, Sag peſſen, Sachſe lendurg⸗Strelitz Meiningen, Sa Anhalt⸗Deſſa Nudolfadt, Tippe, Ape Bremen, digen verſtorbener geſchloſſen U Staaten rad enntniß dran 9. 5 die Regi 7 g Ott), Würten Valdec(15. geſchloſſen ha e ſantrahirenden 9 um Gebiete den en, welche der 8 en ſage *