ITntelligenz-Blatt tabtkir* * fuͤr die . Provinz Oberheſſen 55 im Allgemeinen, ir den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke 12 im Beſonderen. Mittwoch den 144. Juni 1854. M 435. Das Großherzogthum Heſſen nach Geſchichte, Land, Volk, Staat und Oertlichkeit. Von Dr. Ph. A. F. Walther. (Schluß.) Von eigenthümlichen Gebräuchen und Sitten finden ſich beſonders in einzelnen Oertern und Diſtricten noch mancherlei vor. In dem Centralpunkte des Hinter— den oft im Freien gehalten; des Abends erleuchtet eine an einem Baum hängende Laterne den Tanzplatz.— Bemerkenswerth iſt wie in manchen Orten des Amtes Biedenkopf Ehen geſchloſſen werden! Wenn ein Burſche ein Madchen aus einem andern Orte zu heirathen beab— ſichtigt und nicht beſtimmt weiß, ob er Hoffnung hat, er— hört zu werden, dann geht er ſpät Abends, nachdem ſich ſchon die meiſten Bewohner zur Ruhe begeben haben, mit einigen ganz vertrauten Perſonen in den Ort ſeiner Aus— erwählten, klopft an dem Haus der Eltern an und bittet 1 landes, in Biedenkopf ſelbſt, hat ſich noch einiges erhalten. um Einlaß. Iſt dieſer gewährt, dann antworten die Ein⸗ — Im Sommer unternehmen da, meiſt ſtraßenweiſe, zahlreiche getretenen auf die Frage, was ſie in ſo ſpater Zeit noch are Geſellſchaften oft unter feſtlichen Aufzügen Ausflüge auf wünſchten; ſie beabſichtigten eine Magd zu dingen. Die 3 7. i 7 9 7 f— N. 2 1. ngbach die nahen Waldbloͤßen, von denen jede ihren beſonderen Eltern verſtehen natürlich den Sinn dieſer Frage. Sind 5 zum Theil ſchönklingenden Namen hat, z. B. Schonſcheit, ſie nun dem Antrage nicht geneigt, ſo erklären ſie:„Wenn 3 Kuhleich, Knochendriſch ꝛc. und kehren mit der Nacht unter ihr eine Magd wollt, ſo müßt ihr wo anders ſuchen, 12 Clarinetten- und Paukenſchall in die Stadt zurück, wo die wir konnen unſer Mädchen nicht entbehren!“ Sind ſie . freudetrunkene Jugend vor dem Auseinandergehen auf dem aber dem Antrag geneigt, dann werden alle Frauensper— 5 Marktplatz erſt noch einen luſtigen Reigen aufführt. Selbſt ſonen im Haus, jeden Alters, vor allen diejenigen, denen 8 noch in der neueſten Zeit wurde auch ein ſ. g. Grenzgang die Nachfrage nicht gilt, mit der Frage vorgeführt: ob . feſtlich gefeiert. Dabei bringt die geſammte Bürgerſchaft die vorgeführte paſſend ſei. Da iſt denn bei der einen 134 nebſt den Beamten mehrere Tage damit zu, die Grenzlinie dieſer, bei der andern jener Makel vorhanden, der ſie * 2 des Weichbilds der Stadt durch Dick und Dünn zu ver⸗ nicht paſſend erſcheinen läßt. Wenn dann endlich die folgen und unterwegs an beſtimmten Punkten Halt zu rechte an die Reihe gekommen und ſonder Tadel und Fehl 313 machen und neue Grenzſteine einzuſetzen oder die alten befunden worden iſt, dann beginnt die Unterhandlung mit 1 5 aufzugraben, dabei aber natürlich den ermüdeten Gliedern ihr. Sie wird gefragt, ob ſie geneigt ſei, ſich dem N. N. 4 250 ihre entſprechende Genugthuung zu verſchaffn.— In zu verdingen und iſt es ihr recht, dann wird der künftige 1 1½2¼ manchen Jahren fällt im Hinterland die Bucheckernerndte Bräutigam herbei gerufen, daß er die Einwilligung ſelbſt 13 ſehr ergiebig aus. Ganze Karavanen ſieht man dann vernehme. Sind dann die weiteren Verhandlungen wegen 6. aus den Gemeinden in den Wald ziehen, mit großen Lein⸗ der Mitgift von den Brautwerbern beendigt, dann werden 13 2 tüchern und Hämmern verſehen, mittelſt deren die Bäume die Ehepacten aufgenommen und die jungen Leute z 1100 2 geklopft und ihrer Bürde entladen werden. In ſolchen Brautleuten erklärt. Ein Handſchlag beſiegelt das neue 1 Tagen haben dann auch die Aermeren gute Tage; mit Verhältniß. Bei der Copulation ſetzt die Braut einen 11 dem Oel der Bucheln werden dann die verſchiedenſten Brautkranz, beſtehend aus ſ. g. gebackenen Roſen ꝛc. auf 5—* Speiſen zubereitet. In allen Küchen duften die Kröpfeln, den ſonſt nicht bedeckten Kopf. Das Haar wird am Hin— Eiſenkuchen oder Waffeln und Kropfenkuchen, außer Pfann— kuchen die 3 vorzugsweiſe vorkommenden Formen von terkopf zuſammengebunden, häugt aber ohne geflochten zu ſein über den Rücken herunter. * Nach der Copulation geht 19— Backwerk, deſſen Hauptbeſtandtheile Kartoffeln und Hafer— die Braut vor dem Bräutigam ganz langſam erwartungs— 10— mehl ſind.— Unter die Hauptbeluſtigungen des Hinter— voll her bis an das Haus, welches ihre künftige Woh— L länders gehört die Kirchweihe, die im Grunde jährlich einen nung werden ſoll. An der Hausthüre angelangt, tritt ſie 4 Tag, im alten Amt Biedenkopf alle 3 Jahre 3 Tage lang einen Schritt ſeitwaͤrts und der Bräutigam tritt vor, 10— gefeiert wird. Da wird viel Schnaps getrunken und viel geht zuerſt in das Haus und zieht ſeine nunmehrige Frau — getanzt. Beim Walzen ſchleifen die Tänzer nicht, ſondern ſcheinbar mit Gewalt in das Haus. Zuweilen wird auch 1 treten mit dem platten Fuße auf, ſo daß dem, der einem an die innere Seite der Hausſchwelle eine Axt oder ein 1* ſolchen Tanze von fern zuſieht, immer von der Taktbe— Beſen gelegt, als Schutzmittel gegen Hexereien.— Zuweilen, wegung der Tanzenden ta, ta, ta entgegenſchallt. Der ganze Tanz iſt ein heftiges Stampfen. Die Tänze wer— wenn auch nur noch ſehr ſelten, werden die Hochzeiten mit noch viel mehr Ceremonien vollzogen. Klipſtein er— zählt von einer ſolchen, welche er in Hartenrod mitgemacht hat. Wir laſſen dieſen Gewährsmann ſelbſt erzaͤhlen: „Als wir in das Dorf kamen, hörten wir eine Muſik in der Ferne. Die Braut wurde von ihrem Dorfe ganz langſam herbeigefahren. Pferde und Fuhrmann waren mit Bändern geziert. In der Mitte des Wagens ſtand ein rieſenmäßiger Rocken, an welchen 3040 Pfund gehächelten Flachſes gebunden waren; kaum etliche Mann konnten ihn umfaſſen. Außen war er mit Goldpapier umwunden, woran vielfarbige Bänder herabflatterten. Ungefähr 20 hölzerne Spindeln ſtacken in dem Flachs. Unter dieſem Gebäude ſaß die Braut und mußte weinen. Man ſah ſie kaum. Vor dem Aufſteigen werden ihr, wie man erzählte, die Augen; durch die Verfertigerin des Brauthemdes zugebunden; dieß Band aber wird ſogleich wieder aufgelöſt, ſobald ſie dieſen Platz eingenommen hat. Alle ihre Geſpielinnen ſtanden aufrecht um ſie. Hobbes und Clarinetten begleiteten den Geſang eines wohlge— wählten geiſtlichen Liedes. Hinter dieſem Ceremonienwagen folgt der Packwagen mit Hausrath nebſt 80—100 Pfund gebrechten und geſchwungenen aber ungehächelten Flachſes. Um dieſe Wägen ſprengten gegen 10 junge Burſche zu Pferd: die Brautrenner. Sie waren voraus gejagt, und wurden auf der Grenze, wo wir mit unſerer Chaiſe hielten, von ebenſoviel Rennern des Bräutigams em— pfangen; es hatte jeder einen Krug mit Branntwein und zwar ohne Stöpſel bei ſich. Dieſe Flaſchen reichten ſie einſtweilen in Erwartung des Brautwagens einander über die Grenze. Auf einem ſchwarzen Roß ritt bald darauf der Bräutigam langſam herzu, wie die alten Deutſchen ohne Sattel, den Hut hatte er heruntergeſchlagen und einen ſchwarzen Mantel um, begleitet von jungen Bur— ſchen zu Pferd auch in Mänteln. Noch vor ſeiner An— kunft warf die Braut, während ihr Wagen auf der Grenze ſtill hielt, alle Spindeln eine nach der andern hinter ſich zur Erde. Der Bräutigam hatte einen Hahn in der Hand; denſelben übergab er dem Fuhrmann, welcher ihm dagegen ein Stäbchen mit Bändern überreichte; dann um— ritt er mit all ſeinen Rennern den Brautwagen. Das drittemal mußte das Pferd der Braut gegenüber Männ— chen machen. Weil dies Manöver gut von ſtatten ging, ſo durfte dieſelbe freudig unter dem Rocken hervorſehen, im Gegentheil würde ſie eine vermeintliche uͤble Vorbe— deutung beweint haben. Nun ging der Zug gemeinſchaft— lich fort. Noch am Dorf rannten alle Begleiter, der Bräutigam hin der Mitte, voraus. Im Hochzeitshof ſprangen ſie ab, und als der Brautwagen ankam, hob der Bräutigam und jeder Burſch ſein Mädchen herab. An der Hausthür wurde dem Bräutigam ein Krug Bier ge— reicht. Nachdem er, die Braut, der Brautvater und die nächſten Verwandten getrunken hatten, ſo trank der Bräu— tigam noch einmal zuletzt und warf den Krug mit dem Bier hinter ſich. Alsdann ging das Paar in das Haus. Thränen marterten die Braut jetzt nicht mehr; ſtatt deſſen klagte ſie über den Druck der engen Schuhe, welche ſie dem Herkommen nach bei dieſer Gelegenheit tragen mußte. Ihr wurde nun die Brautkrone aufgeſetzt und das ſchöne kaſtanienbraune Haar, ſonſt in zwei Zöpfen geflochten, flatterte um ihre Schultern. So begleiteten wir ſie zur Kirche, voraus die Muſik und zum Beſchluß die alten Weiber, welche bitterlich weinten. In der Kirche hörten wir eine merkwürdige Hochzeitspredigt über den Grundſatz „Zwei iſt beſſer als Eins, u. ſ. w.“ Mit natürlich mannichfachen Modificationen im Einzelnen ſollen auch noch in unſerer Zeit, wenn auch nur ſelten, Hochzeiten in jener Gegend alſo gefeiert werden. Die Sprache des Hinterländers iſt bemerklich wegen 184 e- Eigenthuͤmlichkeiten des Dialects, aber auch wegen auffal⸗— lender grammatikaliſcher Unrichtigkeiten, wovon hier nur der ſtatt des Accuſatives gebrauchte Nominativ und der ſäch— liche Artikel vor jedem weiblichen Eigennamen erwaͤhnt ſei. Die Hinterländer zeichnen ſich durch ſehr nationale Trachten aus. Vorzugsweiſe findet ſich dieſe Origina— lität der Tracht beim weiblichen Geſchlecht. Im Schnitt der Mieder, im Bau der Mützen(Mutſchen), beſonders aber in der Zuſammenſtellung der Farben herrſcht große Verſchiedenheit; jeder Bezirk, oft jedes Dorf hat ſeine eigene Kleidung und Farben. Ein ſehr anmuthiges Ge— miſch dieſer mannichfaltigen Erſcheinungen bieten beſonders Jahrmärkte dar, in deren Gewühl jeder Fremde ſogleich die Landsmannſchaften herauszufinden vermag. Eine ziem— lich ſchauerliche Sitte iſt, daß ſich die Bauernweiber bei Regenwetter mit großen weißen Tüchern umhängen, die einem Leichengewande ſehr gleichen. Beſonders beim Kirchen— gang tragen die Weiber blendend weiße, die wohlhaben— deren zudem mit Franzen und Garnituren beſetzte Umwürfe über dem Kopf. Das männliche Geſchlecht trägt einen einfachen blauen Kittel und runden breitkrämpigen Hut. Dreimaſter ſieht man ſeltener. x Ein Wunder. (Aus dem Schwarzwälder Boten.) „Höre, Röschen!“ ſagte der Vater,„laß Du den Hans Hans ſein. Das iſt nichts für Dich. Du haſt Nichts und er hat Nichts, und aus Nichts wird Nichts.“—„Aber, Vater!“ entgegnete Röschen faſt weinend,„aus Nichts hat ja Gott die Welt erſchaffen.“—„Ja das war in der goldenen Zeit; jetzt leben wir aber in der papiernen, und da gilt das Sprüchwort: Aus Nichts wird Nichts.“— „Aber Vater! meint Ihr denn, mein Herz ſei eine Laterne, und ich könne die Liebe drin ausloͤſchen, wie ein Stümpchen Talglicht? Wenn ich den Hans nicht mehr ſehen ſoll, ſo iſt es aus mit mir. Und was habt Ihr denn gegen den Hans?“—„Der Hans wär mir ſchon recht, aber ſeine leere Taſche nicht.“ Der Vater ſagte noch Mancherlei, das, wie es bei den verliebten Leuten immer der Fall iſt, zu einem Ohre Röschens hinein und zum andern wieder herausging, und die Sache blieb beim Alten, mit dem ein— zigen Unterſchied, daß Hans immer dann erſt zu Röschen ſchlich, wenn der Vater nicht zu Hauſe war. Eines Tages ſaßen die beiden Liebesleute im Schatten der großen Linde im Garten und kosten freundlich mit einander, keiner böſen Ahnung Raum gebend, als plötzlich Röschen gegen die Gartenthüre hinblickte, und den Vater mit einer großen Axt bewaffnet, über den Hof daher kommen ſah. Hans kletterte, wie eine Katze, auf die Linde, und ohne zu fragen, was Röschen da im Garten zu thun gehabt, erzählte ihr der Vater, es habe ihm von einem großen Schatz geträumt, und ein Engel ſagte ihm, er ſolle die große Linde umhauen, da würde er zwiſchen ihren Wurzeln eine Kiſte mit Gold fin— den, die ihn reicher machen ſollte als den großen Mogul, und nun hob er auch die Axt und wollte anfangen, in die Linde einzuhauen, da fiel ihm aber Röschen ängſtlich ein: Was denkt Ihr denn, Vater! Die ſchöne friſche Linde— die hat Großmutter eingepflanzt, wie käme da eine Kiſte hinunter? Ihr werdet Euch geirrt haben, und der Engel hat Euch den alten Lindenbaum da rechts gezeigt. Der ſtand noch vor dem dreißigjährigen Kriege, unter dem kann wohl einmal Einer in drohender Zeit ſein Geld vergraben haben.“—„Das kann auch ſein,“ entgegnete der Alte, „ob er mir den großen oder den kleinen Baum gezeigt hat, das weiß ich ſelber nicht mehr recht.“—„Gewiß, Vater! es iſt der Kleine.“ Und während der Vater fleißig hackte . —*. —— und ha Chriſte Wunde Me lll 1 auf der Alt. alte B. — eite Goldſtü kroch theilen. nicht g. miſch, nach vi Frau. Ol geſchl, 6 und wu aufgeſta Eure S. ee Bekan Ot (168) ſeit dem ein ſeithe von unge nunmcht; Etmangel dem Jiscu nähere Erb der damit dabier ang Butzb In (874) tags 10 die zur D dabier geh Itelligenz Richnet fi berſtigert, fudlche E geben wird driedb Ouß Groß 3 0 N (875) mittags die zur dahier 9 ung, Kl Hausger fteigert. Fried Gro Grog 6 Im (879) imſtlagg 1 185 e- und hackte, betete Röschen in voller Angſt:„Ach, heiliger Chriſtoph! hilf mir aus der Noth und wirke ein kleines Wunder, ſonſt findet der Vater meinen Hans und macht ein Mordſpektakel, ja, er wäre im Stande und verböte mir auf immer, mit dem lieben Jungen zu reden.“ Und wie der Alte eine halbe Stunde fleißig gehauen hatte, fiel der alte Baum, und zwiſchen den Wurzeln war Alles gelb, — eitel alte Ducaten, und darunter viele andere größere Goldſtücke. Und während Vater und Tochter jubelten, kroch auch Hans vom Baume herunter, ihre Freude zu theilen. Den ſah der Vater verwundert an und ſprach: „Wie kommſt Du denn daher? Dich habe ich im Traume nicht geſehen.“—„Ei Vater!“ entgegnete Röschen ſchel— miſch,„das iſt der Schatz von der andern Linde.“ Und nach vier Wochen waren Hans und Röschen Mann und Frau. Miszellen. Ohnlängſt hatte ſich ein eingebildeter Burſche in den Kopf geſetzt, einer Truppe beladener Muͤllereſel nicht auszuweichen, und wurde, wie ſich verſteht, zu Boden geſtoßen. Wieder aufgeſtanden, fuhr er den Eſelstreiber an:„Könntet Ihr Eure Sackträger nicht aus dem Wege treiben, da Ihr ſahet, daß Euch ein honetter Menſch begegne!“ Der Letztere aber entgegnete:„Wenn wir noch einmal zuſammtentreffen, werde ich ſchon in der Ferne rufen: Eſel geh' gleich aus dem Wege!“ Im 852 Käufer. Aber warum iſt denn das Getreid' gar ſo theuer? Händler. Ja bedenken's nur den fortwährenden Regen? Da muß ja Alles verfaulen! Am 1. Mai 1853. Käufer. Aber warum iſt denn das Getreid' gar ſo theuer? Händler. Ja bedenken's nur das fortwährend ſchöne Wetter! Da muß ja Alles verdorren. Am 1. Mai 1854. Käufer. Aber warum iſt denn das Getreid' gar ſo theuer? Händler. Ja bedenken's nur den fortwährenden Wechſel: bald regent's, nachdem ſcheint wieder die Sonn' drein— da muß ja Alles auswachſen. Käufer. Na, vielleicht ſchickt auf's Jahr unſer Herr— gott gar kein Wetter, das wär's allerbeſte. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NN Oeffentliche Aufforderung. (768) Konrad Plock aus Niederweiſel, ſeit dem Jahre 1761 von Hauſe abweſend, hat ein ſeither curatoriſch verwaltetes Vermögen von ungefähr 33 fl. hinterlaſſen. Da derſelbe nunmehr für verſtorben zu erachten iſt, ſo ſoll in Ermangelung bekannter Erben deſſen Vermögen dem Fiscus überwieſen werden, falls nicht nähere Erb⸗ oder ſonſtige Anſprüche hieran in der damit vorbeſtimmten Friſt von 6 Wochen dahier angemeldet und begründet werden. Butzbach am 10. Mai 1854. Großherzogliches Landgericht Butzbach el. Mut h, Landrichter. Landgerichtsaſſeſſor. Immobiliar-Verſteigerung. (874) Freitag den 16. Juni d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die zur Debitmaſſe des Bürgers Joſeph Geck dahier gehörenden Immobilien, wie ſolche im Intelligenzblatt Nr. 36 und 39 ſpeciell ver⸗ zeichnet find, nochmals unter dem Anfügen verſteigert, daß die auf den Grundſtücken be⸗ findliche Gerſtenernte den Steigerern mit über⸗ geben wird. Friedberg am 6. Juni 1854. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Mobiliar-Verſteigerung. (875) Freitag den 16. Juni d. J., Nach- mittags 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die zur Debitmaſſe des Bürgers Joſeph Geck dahier gehörenden Mobilien, beſtehend in Bett— ung, Kleider, Weißzeug, Möbel und ſonſtigen Hausgeräthſchaften, öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg den 6. Juni 1854. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Immobiliar-Verſteigerung. (879) Donnerſtag den 22. Juni d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die zur Concursmaſſe des Heinrich Bender da— bier gehörenden Immobilien, wie ſolche im Intelligenzblatt Nro. 77 und 79 von 1853 ſpeclell verzeichnet ſind, ſammt einer mit der Hofraithe verbundenen Loosholzberechtigung noch— mals öffentlich meiſtbietend unter dem Anfügen verſteigert, daß nunmehr den Letztbietenden ſo— gleich mit dem Zuſchlag die Genehmigung er— theilt wird. Friedberg den 6. Juni 1854. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg. Großberzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Main⸗Weſer⸗Bahn. (8910 Samſtag den 17. Juni l. J. Nach⸗ mittags 3 Uhr ſollen auf der Station Nieder wöllſtadt folgende Arbeiten zur Erbauung eines Stationsgebäudes daſelbſt, öffentlich verakkordiret werden:. 1) Maurerarbeiten, veranſchlagt zu 1088 1 2) Steinhauerarbeiten,„„ 893 3) Zimmerarbeiten,„„1368 20 4) Spenglerarbeiten,„„ 48 56 Plan, Voranſchlag und Steigbedingungen können täglich auf dem Geſchäftszimmer des Unterzeichneten eingeſehen werden. Friedberg den 8. Juni 1854. Der Großherzogliche Sections⸗Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Main ⸗ Weſer⸗ Bahn. (890) Samſtag den 17. Juni l. J. Vormit⸗ tags 9 Uhr ſollen auf der Station Vilbel nach— bezeichnete Arbeiten zur Erbauung eines Sta— tionshauſes daſelbſt, an den Wenigſtfordernden öffentlich verakkordiret werden:. 1) Maurerarbeiten, veranſchlagt zu 1173 47 2) Steinhauerarbeiten,*„ 926 30 3) Zimmerarbeiten,„„1395 27 4) Spenglerarbeiten,*„ 48 56 5) Lieferung von 270 Bütten Kalk 351— Plan, Voranſchlag und Steigbedingungen liegen in dem Geſchäftszimmer des Unterzeich⸗ neten zur Einſicht bereit. Friedberg den 8. Juni 1854. Der Großherzogliche Sektions-Ingenieur der Sektion Vilbel Hochgeſand. Main ⸗Weſer⸗ Bahn. (888) Donnerſtag den 15. Juni l. J. Vor⸗ mittags 9 Uhr ſoll auf dem hieſigen Bahnhofe die Lieferung von 15 gußeiſernen Dachfenſtern, 15 Oefen zu Bahnwärterwohnungen mit Be— ſchläg und Rohr ꝛc. gegen Annahme von alten vorhandenen Oefen ꝛc. an den Wenigſtfordern⸗ den öffentlich verakkordirt werden. Friedberg den 7. Juni 1854. Der Großh. Sektions-Ingenieur der Sectlonen Friedberg und Vilbel Hochgeſand. Zur Nachricht. (881) Aus dem Steinbruche der Gemeinde Ockſtadt werden ſchöne Mauerſteine klafter⸗ und halbklafterweiſe zu 15 fl. pr. Cubikklafter abgegeben. Der Steinbruch iſt oberhalb Ock— ſtadt und ungefähr 5 Minuten von da entfernt. Bemerkt wird noch, daß die Steine gut abzu- fahren find. Ockſtadt den 7. Juni 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Ockſtadt Gröninger. Bekanntmachung. (903) Mittwoch den 14. Juni, Nachmittags 6 Uhr, wird an Ort und Stelle im Seer⸗ graben die Saat von vier ftädtiſchen Parzellen, beſtiebend in Hafer und Klee, für das Jahr 1854 meiſtbietend verpachtet. Der Anfang geſchieht am Brunnenhauſe. Friedberg den 10. Juni 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender. Schaafpferche- Verpachtung. (901) Mittwoch den 14. Juni, Morgens um 11 Uhr, werden in bieſigem Rathhauſe 5-10 Schaafpferche, welche am 18. Juni ihren Anfang nehmen, meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 10. Juni 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender. Gras verkauf. (905) Das diesjährige Gras zu Heu und Grummet von den Gräflich Solms-Rödel— beim'ſchen Wieſen wird, wie folgt, in einzelnen Abtheilungen verſteigert: Dienſtag den 20. l. M., Vormittags 9 Ubr, von ungefähr 15 Morgen, in Ober- und Niederroßbacher Gemarkung, auf dem Rath— hauſe zu Oberroßbach; Donnerſtag den 22. l. M., Vormittags 9 Uhr, von ungefähr 210 Morgen in Nieder- wöllſtädter Gemarkung, auf der Neuherberge bei Niederwöllſtadt. N Aſſenheim den 10. Juni 1854. 0 Gräflich Solmſiſche Rentei daſ. Gras-Verſteigerung. 906) Montag den 19. d. M., Vormittags 0 8 05 auf hieſigem Rathhauſe das Heu— und Grummetgras von circa 105 Morgen ge⸗ meinheitlichen Wieſen öffentlich an die Meiſt— bietenden in einzelnen Abtheilungen verſteigert. Niederwöllſtadt den 12. Juni 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterel Niederwollſtadt Se. Heugras-Verſteigerungen. (907) Das diesjährige Heugras von nach— genannten fiscaliſchen Wieſen des hieſigen Rent— amts wird in angemeſſenen Abtheilungen fol— gendermaßen verſteigert: 1) zu Lindheim, in der Behauſung des Herrn Gaſtwirths Bechtold, Montag den 19. Juni d. J., Mittags 12 Uhr, von ohngefähr 50 Morgen Wieſen in der Lindheimer und Hainchener Gemarkung; 2) zu Okarben, an dem Mineralbrunnen, Mittwoch den 21. Juni, Mittags 12 Uhr, von der ohngefähr 50 Morgen haltenden ſog. Burgwaldswieſe in der Okarber Ge— markung; 3) zu Bauernheim, in der Behauſung des Herrn Gaſtwirths Solz, Freitag den 23. Juni, Mittags 12 Uhr, von der ohnge— fähr 300 Morgen haltenden ſog. Mark— wieſe in Oſfenheimer und Bauernheimer Gemarkung. Friedberg den 7. Juni 1854. Großherzogliches Rentamt Friedberg Hau ſ er. Arbeits-Verſteigerung. (908) Donnerſtag den 15. Juni, des Vor— mittags 11 Uhr, ſollen bei Gaſtwirth. J. Michel zu Bruchenbrücken nachbenannte Arbeiten für das Baujahr 1854, als: 1) Planir- und Chauſſirarbeiten inner- und außerhalb des Orts, 2) Steinanfuhr von den Steinbrüchen bei Aſſenheim, 3) Steinſetzen und Steinſchlagen, öffentlich in Accord gegeben werden. Bruchenbrücken den 11. Juni 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Bruchenbrücken B et. Zum Ausleihen. 909) In der Kirchenkaſſe zu Södel liegen 400 fl. gegen gerichtliche Hypothek zum Aus⸗ leihen bereit. Raab, Kirchenrechner daf. N Privat ⸗ Bekanntmachungen. 5 bis 6000 Gulden (806) ſind gegen ſicheren Verſatz auf Güter auszuleihen und das Nähere bei der Expedition dieſes Blattes zu erfragen, welche auch ſchrift⸗ liche Anerbietungen befördert. S Hofraithe-Verpachtung zu Ziegenberg. (892) Der Unterzeichnete beabſichtigt ſein Gaſthaus, beſtehend aus Haus und Tanzſaal mit zwei guten Kellern und der erforderlichen Stallung, auf ſechs Jahre aus freier Hand zu vermiethen. Da Ziegenberg ſehr beſucht iſt, ſo dürfte ſich die Uebernahme meiner an der Chauſſee gelegenen Wirthſchaft rentiren. Ziegenberg am 2. Juni 1854. Heinrich Volz. Zu verkaufen (9100 5½ Viertel Klee; bei Schütz Briel 186 e- Zu erk a u fen 5 (911) Eine vierſitzige ganz gedeckte Chaiſe mit eiſernen Achſen, noch in gutem Zuſtande ſteht äußerſt billig zu verkaufen und kann zu jeder Tagszeit von dem Unterzeichneten vorge⸗ zeigt werden. Vilbel den 8. Juni 1854. ee e Preis-Kegelſchieben. (912) Bei Unterzeichnetem wird vom 11. Juni darauf gekegelt werden. Näheres beſagt der Anſchlagszetkel. Kugeln und Kegel ſind neu, die Bahn iſt in gutem Stande. 5. Freunde des Kegelſpiels ſind höflichſt einge⸗ laden. Reichelsheim. J. Conrad. Zu vermiethen. (913) Bei L. Buchecker's Wittwe iſt der zweite Stock zu vermiethen und kann baldigſt bezogen werden. das Nähere. Eine geſtickte Tabackstaſche 191) mit der Aufſchrift Fr. Hertel iſt verloren gegangen, um deſſen Rückgabe gebeten wird. Soolbad Uauheim. (831) Jeden Tag der Kurkapelle unter Leitung des Herrn Edmund Neumann. Bad Homburg. 728) Das beſtätigte Commiſſions⸗& Geſchäfts⸗Bureau von F. M. Schick, in der Nähe der Poſt, beſorgt Capitalien, alle diverſe Aufträge, Placement von Dienſtboten u. ſ. w. gegen billiges Honorar. Friedrich Hoy aus Hanau, während der Saiſon in Nauheim im Hauſe des Herrn Friedrich Sehier an der Promenade, (895) empfiehlt zu billigen Preiſen ſein Lager in Putz⸗ und Modewaa⸗ ren, als: Hüte, Putz⸗ und Negligéehauben, Schleier, Chemi⸗ ſettes, Aermel, Taſchentücher, Schürzen, alle Sorten Handſchuhe, Cravatten für Herren, Halskragen, Weſtenſtoffe, Hauskäppchen, Foulards, Geldbörſen, Eigarren⸗Etuis, feine Parfümerien, achtes Hau de Cologne, weiße gezeichnete Stickereien, Pariſer Stickbaumwolle, Damentaſchen, Stramin⸗ und Häkelarbeiten, geſtrickte Kinderhäubchen und Schuhe, Bijouterie⸗ und Papeterie⸗ Waaren, ſowie ſonſtige Toilettegegenſtände. bis 9. Juli ein Preis-Kegelſchieben abgehalten. Es beſteht in 1300 Looſen à 4 kr. und gibt 18 Gaben, die erſte Gabe— 15 fl., die zweite= 12 fl. ꝛc. Jeden Nachmittag kann 915) Wir erlauben uns die Aufmerkſamkeit unſerer geehrten Geſchäftsfreunde auf unſere neu organiſirte Belletr iſtiſche Journal⸗Leſe⸗Anſtalt zu richten. In derſelben zirkuliren zwölf beliebte und gute Zeitſchriften, von welchen jeder Theilnehmer wöchentlich nach freier Auswahl wenigſtens 8 verſchiedene Hefte erhält. Wo es gewünſcht werden ſollte, ſchriften beigegeben werden. f Jeden Samſtag werden die Journale bei den hieſigen Theilnehmern ge⸗ wechſelt, der Umtauſch für auswärtige richtet ſich nach dem betreffenden Botengange. Das Abonnement beträgt halbjährlich fl. 3. Nach Hungen, Nidda und Umgegend befördern wir die Journale durch unſern wöchentlich einmal dort— hin gehenden Boten zu dem halbjährigen Abonnementsbetrag von fl. 4. Friedberg. E. Bindernagel's Buchhandlung. können auch mehrere theologiſche Zeit— Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. öffentlich! Friedb Groß Großhe 81 Jnm 6877) D. mittags 11 ein zur Ded mung gehöre. Ge Nag. W. offentich v Fried Grof Groß! 7 902) mittags die zum Eheleute Benung, geräthſchg öriedt Groß Oroßh 8