ichtbriefe udernagel. — Ftiedberg. 9 ulg · Moden. 3 Intelligenz-Dlatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Sonnabend den 14. Januar 1854. Der Ehrenpunkt. Erzählung eines Engländers. (Schluß.) Die Boote vergrößerten immer mehr die Entfernung zwiſchen ihnen und dem brennenden Schiff, und es herrſchte unter uns ein Schweigen des Grabes, das nur der takt— mäßige Ruderſchlag unterbrach, und manches Auge war mit tiefer Angſt nach der Küſte zu gerichtet in der Hoff— nung, den auslaufenden Lootſen zu entdecken. Endlich ließ ſich ein deutlicher Anruf, aus allen Matroſenkehlen luſtig beantwortet, vor uns vernehmen,— mein pochen— des Herz wollte vor Freude ſtille ſtehen bei dieſem Laut, und gleich nachher ſchoß ein raſch gerudertes Lootſenboot aus der dichten Dunkelheit vor uns hervor, faſt unmittel— dar dahinter ein zweites. „Was für ein Schiff iſt das?“ rief ein Mann, der im Bug des erſten Bootes ſtand. „Der Neptun“, war die Antwort;„und dort auf dem Bugſpriet iſt Kapitän Starkey!“ Ich ſprang raſch empor und rief mit Aufbietung aller Kraft, deren ich fähig war:„Hundert Pfund dem erſten Boot, das das Schiff erreicht!“ „Oho, das iſt ja des jungen Mainwaring's Geſicht und Stimme!“ rief der vorderſte Lootſe, der mich erkannte. „Hurrah denn, es gilt den Preis!“ Damit ſchoſſen die beiden Boote an uns vorüber, dem Schiffe zu, alle Sehnen angeſpannt, aber offenbar ohne die Gefahr zu ahnen. Etwa eine Minute ſpäter kam ein anderes Küſtenboot heran, blieb aber bei uns, nachdem es auf einige Fragen erfahren, wie die Sachen ſtanden, und nahm uns einen Theil unſers lebendigen Carpo ab. Wir gingen nämlich mit allen drei Booten, beſonders aber das kleinere, zu tief im Waſſer, ſo daß wir noch immer nicht außer Ge— fahr waren. Ich bin nicht im Stande, die entſetzliche Spannung zu beſchreiben, worin wir uns während all dieſer Vor— gänge befanden;— ich kann ſogar jetzt noch kaum den Gedanken daran ertragen. Ich ſchloß die Augen und horchte mit athemloſer bebender Aufregung, ob die Erplo⸗ ſion nicht Allem ein Ende mache. Endlich kam ſie!— ſo wähnte ich wenigſtens und ich ſprang krampfhaft von meinem Sitze auf. Mein Gehirn war ſo reizbar und allzu empfindlich,— offenbar theilweiſe in Folge meiner füngſten Krankheit und des jetzigen Schreckens— daß ich der Mann den lauten plötzlichen Freudenruf der Bootsmannſchaften mit der gefürchteten Kataſtrophe verwechſelt hatte. Das Bugſpriet, von deſſen Ende ein Tau herunterbaumelte, war leer, und beide Lootſen, die der Kapitän wahrſcheinlich mit der drohenden Gefahr bekannt gemacht hatte, ruderten aus Leibeskräften ängſtlich von dem Schiffe hinweg. Es erſchollen immer neue Freudenrufe unter uns, während deren ich mit angehaltenem Athem und gleichſam feſtge⸗ banntem Blick wechſelweiſe das brennende Schiff in ſeiner lohenden Feuerſäule und die fliehenden Lootſenboote be— trachtete. Auf einmal ſchoß eine weiße gewaltige Flammen— pyramide aus dem Raum des Schiffes empor, gefolgt von einem betäubenden anhaltenden Donnerſchlag. Ich fiel um oder ward zu Boden geſchleudert— ich weiß ſelbſt nicht, was es eigentlich war; das Boot ſchaukelte, wie von einem wilden Strudel erfaßt, ſodann kam ein Ziſchen und Plätſchern von vielen ſchweren Körpern, die aus großer Höhe in's Waſſer herunterfielen, und dann folgte dem blendenden Glaſt und betäubenden Knall das tiefſte Schweigen und eine ſtockfinſtere Dunkelheit, in welcher man nicht einmal ſeinen nächſten Nachbar mehr zu unterſcheiden vermochte. Die Stille unterbrach endlich ein lauter fröhlicher Anruf aus einem der Lootſenboote wir erkannten die Stimme, und der einſtimmige, gleich— zeitige, gellende Jubelruf, welcher ſich unſer Aller Bruſt entrang, bekundete dem wackern Seemann unſere Sicher— heit und unſer Entzücken über ſeine eigene Rettung. Eine halbe Stunde ſpäter wurden wir ſicher gelandet; und da Schiff und Ladung noch beſonders verſichert waren, ſo war das einzige ſchlimme Endergebniß dieſer fürchterlichen Fahrt in dem Leben der Paſſagiere und Mannſchaft des Neptun nur ein ziemlich bedeutender Verluſt für die Ver— ſicherungsgeſellſchaft des Fahrzeugs. Auf Anſtiften des Mr. Desmond und ſeiner Freunde wurde auf Subſcription ein werthvolles Stück Silberge— räthe angeſchafft und dem Kapitän Starkey bei einem offentlichen Gaſtmahle überreicht, welches ihm zu Ehren in Kingſton ſtattfand,— ein Anlaß, deſſen ſich vielleicht noch manche dortige Einwohner erinnern. In ſeiner Dankſagungsrede für die ihm erwieſene Ehre erläuterte Starkey die Motive ſeiner ſo beſtimmten Weigerung, ſich mit Mr. Dupont zu ſchlagen, wovon ein Halbdutzend ver— ſchiedene Verſionen bereits in Umlauf gekommen warer „Ich ward ziemlich frühe ein vater- und mutterloſer Waiſe,“ ſagte er,„und eine bejahrte Tante von mir, Mrs. B., nahm ſich, mit zärtlicher Liebe meiner an. Der Gatte meiner Tante— ein Mann, deſſen ſich viele An 5 14 e weſende noch erinnern werden, denn ſein Name hatte einen guten Klang in unſerem Heere— war im zweiten Monat ſeiner Ehe im Duell gefallen. Meine Muhme führte fortwährend ein ſehr freudenloſes Leben, bis ich mein neunzehntes Jahr zurückgelegt hatte, und der ſtete, ſtille, duldende Gram ihres ganzen Lebens machte einen ſo tiefen Eindruck auf mich, ich lernte die barbariſche Unſitte, welche das Leben meiner Pflegemutter zu einem ſo verfehlten, freudeleeren und trübſeligen gemacht hatte, ſo ſehr haſſen und verachten, daß es kaum das feierliche Gelöbniß, welches ſie in ihrer letzten Lebensſtunde noch mit beinahe tonloſer Stimme mir abverlangte, bedurft hätte, um mich zu dem feſten Entſchluſſe zu bewegen, nie— mals und unter keinerlei Umſtänden einen Zweikampf aus⸗ zufechten.— Was mein Betragen während des unglück— ſeligen Brandes des Neptuns anlangt, welchem mein Freund Mr. Desmond ein ſo ſchmeichelhaftes und unver⸗ dientes Lob gezollt hat, ſo kann ich nur ſagen, daß ich bei dieſem Anlaſſe nicht mehr that, als meine einfache Schuldigkeit und Pflicht. Wir beide, er und ich, gehoren einem Stamme von Seemännern an, unter deren erſte heiligſte Grundſätze der gehört, daß der Kapitän ſtets der Letzte ſein muß, welcher ſein Schiff verläßt oder aufgibt. Zudem müßte ich der allererbärmlichſte Feigling auf Gottes Erdboden geweſen ſein, wenn ich gewankt oder den Kopf verloren hätte in Gegenwart von.... das heißt, angeſichts von.... von Umſtänden, welche.... welche that⸗ ſächlich.... das heißt....“ Hier ward Kapitän Starkey gewaltig verlegen und ſchamroth, und blieb in ſeiner Rede ſtecken; er war offenbar kein gewandter Redner, allein ob es der ſchlaue bedeutſame Ausdruck in Senor Ar— guellas Geſicht, das in dieſem Augenblick gerade dem Sprecher zugekehrt war, oder der Blick war, den der Ka— pitän auf die Gallerie warf, wo Senora Arguellas ernſtes Wohlwollen fuͤr ihn und Dona Antonias feurig⸗ſchüchter⸗ nes Auge und erglühende Wangen ihm begegneten,— welches von Beiden es war, was ihn ſo aus der Faſſung und dem Contexte brachte, kann ich freilich nicht ſagen, — genug, er ſtotterte fort und fort auf's Peinlichſte, ob— ſchon ihm die ganze Tiſchgeſellſchaft mit lebhaftem Beifall und ungewöhnlich guter Laune zuklatſchte, um ihm Zeit zu laſſen, ſich wieder zu faſſen. Er konnte jedoch den verlornen Faden nicht wieder finden, und nachdem er noch einige unverſtändliche Redensarten daher geſtottert, ſetzte er ſich— offenbar ſehr erhitzt, verlegen und unbeweglich, — unter einem kleinen Sturm herzlichen Lachens und heitern Beifallsrufs und Vivats, wieder nieder. Ich habe nur noch wenige Worte nachzutragen. Kapitän Starkey hat ſich nun ſchon lange in der Ha— vanah niedergelaſſen und Dona Antonia iſt nun ebenſo lange ſchon Mrs. Starkey. Soviel ich weiß, hat man bisher ſchon drei kleine Starkey's zur Taufe in die Kirche getragen, und der Kapitän iſt jetzt ein reicher und glück— licher Mann, und— obſchon in fernem Auslande ange— ſiedelt— gewiß noch im Herzen ein ſo warmer Patriot und ein ſo loyaler Unterthan ſeiner Königin, als dazu⸗ mal, wo er dem kubaniſchen Kreolen ein Weinglas in's Geſicht warf. Was aus Dupont geworden, weiß ich nicht; es liegt mir auch nicht ſehr daran. Lieutenant Arguellas hat ſich bis zum Major hinaufgearbeitet, und muß nach meinem Dafürhalten derſelbe Major Arguellas ſein, welcher laut den öffentlichen Berichten kürzlich bei dem Angriff der Buccaniere unter General Lopez auf Cuba leicht bleſſirt wurde. Mr. Desmond iſt Conſul der Vereinigten Staaten in Para am Amazonenſtrome, und ſteht fortwährend in den freundſchaftlichſten Beziehungen zu Starkey; und auch ich bin, wie Figura zeigt, gottlob noch luſtig und guter Dinge. Bekanntmachungen von Be— Grundſtück, ohngefähr 1½ Morgen haltend, folge eingelegten Nachgebots nochmals meiſt— um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathbauſe von dem Fruchtvorrathe des vereinigten Armenfonds hoͤrden. NN NN NN Main⸗Weſer⸗ Bahn. (20) Zur Erbauung von Stations- und Bahnwärterhäuſern ſollen nachbezeichnete Ar- beiten, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich an den Wenigſtnebmenden verakkordirt werden. Donnerſtag den 19. Januar Vormittags 9 Uhr auf dem Bahnhofe zu Friedberg: 1) Das Brechen von 50 Klafter Mauerſteinen in dem fiiscaliſchen Bruche bei Ockſtadt. 2) Das Fahren dieſer Steine auf den Bahn— hof zu Friedberg. 3) Das Graben und Durchwerfen von 35,0 Klafter Mauerſand in der Grube bei dem Dorheimer Chauſſeehauſe, mit dem Trans- port deſſelben auf den dortigen Babndamm. 4) Die Lieferung von 300,000 Backſteinen (Feldbrand). Auf Verlangen können dieſe auf dem der Bahnverwaltung gehörigen Gelände gefertigt werden. Samſtag den 20. Januar, Vormittags 9 Uhr auf dem Bahnhofe zu Vilbel: 5) Das Brechen von 150 Klafter Mauer- ſteinen in dem fiscaliſchen Steinbruche am Rothenberg; ſowie 6) das Fahren dieſer Steine auf den Bahn⸗ hofe zu Vilbel. Friedberg den 2. Januar 1854. Der Großh. Sections-Ingenieur der Sectionen Friedberg und Vilbel Hochgeſand. Bekanntmachung. (47) Mittwoch den 18. Januar l. J., Mor- gens um 11 Ubr, wird in hieſigem Rathhauſe ein dem vereinigten Armenfond dahier gehören— des, in der Gemarkung Wiſſelsheim liegendes bietend verpachtet. Friedberg am 11. Januar 1854. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Ben de r. Fruchtverſteigerung. (48) Dienſtag den 24. l. M., Nachmittags von der Ernte von 1853 60 Malter Korn und 20 Malter Gerſte, zweimalterweiſe meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 11. Januar 1854. Der Großberzogl. Bürgermeiſter Ben dere Braunkohlenverkauf. (21) Mit dem 31. Dezember d. J. ſchließt die ſeitherige Creditperiode und es wird für die vom 1. Januar bis 30. Juni 1854 gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft bezogenen Braunkohlen vom hieſigen Bergwerke, Credit zur Zahlung bis Ende September 1854 geſtattet. Der Preis der Braunkohlenklötze iſt 11 Kreuzer à Centner. Schließlich werden die Großh. Herren Bürgermeiſter erſucht, ihre Orts angehörigen bei Ausfertigung von neuen Bürgſcheinen darauf aufmerkſam machen zu wollen, daß nur dann die Einlage eines neuen Bürgſcheins ſtattfinden kann, wenn etwa früher eingelegte Bürgſcheine bezahlt ſind und daß dieſe Bezahlung jedesmal durch Quittung nachgewieſen werden muß. Bauernheimer Bergwerk den 31. Dezember 1853. Gräfl. S. R. Bergverwaltung . Braunkohlenverkauf. N (22) Für die Braunkohlen, welche vom 1. Januar bis 31. März 1854 von dem Großh. Dorheimer Braunkohlenbergwerk gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft und unter den hierbei zu be— e e bekannten Bedingungen bezogen werden, wird eine Zahlungsfriſt bis Ende Juni 1854 geſtattet. Die Preiße der Braunkohlen ſind, bis Weiteres hierüber veröffentlicht wird, die ſeitherigen, nämlich für die von Haufen 11 kr. per Centner und für die aus Schoppen 12 kr. per Centner, wobei 14 Stück Klötze für einen Centner gerechnet werden. Alle Geſchirre, welche auf dem Gr. Dorbeimer Braunkohlenbergwerk Kohlen holen, ſind bei der Kurfürſtl. Heſſ. Chauſſeegelderhebungsſtätte Nauheim und beladen auch auf allen Großh. Heff. Chauſſeen von der Entrichtung des Chauſſeegeldes befreit. Dorheimer Bergwerk den 28. Dezember 1853. Das Großherzogl. Heſſ. Bergamt Dorheim 88 Gr. Bergmeiſter. % Die hat ſich, ne veranlaßt 0 gelangten e früher an u A2ten Jab. wordenen Gewinn der wir noch zu der Prämien ſteigenden oz kaſſen⸗Verſe dem früher Di Intereſſe rungen un von Sr. Verſicherun norm für nichts geänd 0 1 ſelſchaſt unt 7 4 87) en 8 a Jutter, Aan, Hofraitbeverſtelgerung. (49) Dienſtag den 24. Januar d. J., Vor- mittags 11 Ubr, wird in bieſigem Rathhauſe auf freiwilligen Antrag des Bürgers und Metz— germeiſters Heinrich Hetterich dahier die dem— ſelben zuſtehende Hofraithe: Gemarkung Stadt Friedberg: Pag. 37 No. 219/183 Hofraitbe, als: Wobn⸗ baus mit Stallung und Hofraum neben Chbriſtian Stadelmann und Joh. Pbilipp Gerths Wittwe, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedderg den 11. Januar 1854. In Auftrag: Der Vorſteber des Gr. Ortsgerichts Bender. — 15 Immobiliar-Verſteigerung. (50) Mittwoch den 18. Januar, Morgens 10 Ubr, wird in hieſigem Rathhauſe die Ludwig Wagenknecht'ſche Mühle nebſt den dazu gehö— renden Gärten, wie ſolche in den Intelligenz blättern Nr. 77, 81 und 85, Inſerat 1525 von 1853 bezeichnet ſind, folge eingelegten Nachge— bots nochmals meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 11. Januar 1854. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: der Vorſteher des Großh. Ortogerichts ann iin enn g. 510) Donnerſtag den 19. Januar l. J., Vor- mittags 10 Ubr, ſollen in dem Gemeindewald Privat⸗Betanntmachungen. 1 Rodenbach, Diſtrikte Buchwald und Dom⸗ erg: 3 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 9„ Eichen⸗„ 3„Buchen. u. Eichen⸗Prügelholz, 3 ee Stockholz/ 7½%„ Eichen⸗„ 525 Buchen- u. Eichen⸗Reisholzwellen, 100 Kiefern- Reisholzwellen, 10 Eichen⸗Stämme Bau., Werk- und Nutz bolz, 479 Cubikſuß enthaltend, 1 Lerchen⸗Stamm, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt an der Weimersweide vor dem Buchwald. Rodenbach den 9. Januar 1854. Der Großbberzogl. Bürgermeiſter Hetterich. Bekanntmachung. (82) Die im Jahre 1836 gegründete, Allerhoͤchſt beſtätigte Berliniſche Lebens hat ſich, nach dem Ablauf der erſten 17 Jahre ihres Beſtehens, veranlaßt geſehen. ⸗Vrrſicherungs⸗Geſellſchafk zu einer Reviſion ihres urſprünglichen Geſchäftsplans Durch die während dieſer Zeit, ſowohl von ihr ſelbſt gemachten, als durch die anderweitig zu ihrer Kenntniß gelangten Erfahrungen, hat ſie die Ueberzeugung gewonnen, daß die Sterblichkeits-Verhältniſſe in Deutſchland, wo es früher an umfaſſenden Mortalitäts⸗Tabellen faſt durchaus mangelte, eine, vorzugsweiſe den jüngern n Altersklaſſen bis zum bei 42ſten Jahre günſtige, Ver änderung der bisher von ihr zu Grunde gelegten Praämienſaätze rechtfertigen und bedingen. Wir haben dieſelben daher dieſer Erfahrung gemäß abgeändert und ſie zugleich, nach dem mehrfach laut ge⸗ ˖ wordenen Wunſche des Publikums, für diejenigen Perſonen ermäßigt, welche es vorziehen, ſtatt der Theilnahme an dem Gewinn der Geſellſchaft, lieber vom Anfang der Verſicherung an geringere Prämien zu entrichten. Gleichzeitig haben wir noch zu einigen, mannigfachen Lebensverhältniſſen entſprechenden Modificationen in Beziehun der Prämien inſofern Gelegengeit geboten, daß letztere für die erſten 15 ſteigenden oder fallenden und vom 15ten Jahre ab kaſſen⸗Verſicherungen auch in der Art zugelaſſen, daß das verſicherte dem frühern Ableben des Verſicherten zahlbar wird. Dieſer revidirte Geſchaftsplan, in dem, außer den oben erwähnten Punkten, Intereſſe des Verſicherten befördernde, theils g auf die Entrichtung Jahre der Verſicherung in von 5 zu 5 Jahren gleichmäßigen Raten entrichtet werden konnen; und endlich Spar⸗ Capital vor dem Ablauf der beſtimmten Zeit, bei noch mehrere ſonſtige, theils das die Erleichterung des Geſchaftsverkehrs der Geſellſchaft bezweckende Aende— rungen und Ergänzungen aufgenommen ſind, wird, nachdem er durch die Allerhöchſte Ordre vom 31ſten Oktober d.— 5 von Sr. Majeſtat dem Könige beſtätigt worden, den von der Geſellſchaft vom iſten Januar 1854 ab zu ſchließenden Verſicherungs-Geſchäften zum Grunde gelegt werden und mithin für alle dieſe Geſchäfte erung zun geleg norm für ihre und der Verſicherten gegenſeitigen Rechte und Verpflichtungen bilden. Daß durch dieſen neuen Geſchäftsplan in den Rechten und Pflichten der bis jetzt bei der Geſellſchaft nichts geändert wird, verſteht ſich von ſelbſt. Abdrücke dieſes revidirten Geſchäfts ſellſchaft und bei jedem ihrer Agenten in Empfang genommen werden. Berlin im Dezember 1853. die vertragsmäßige Entſcheidungs— Verſicherten plans, ſowie Antragsformulare konnen hier in dem Geſchäftslokale der Ge— Direction der Berliniſchen Lebens-Verſicherungs-Geſellſchaft. E. Baudouin. Broſe. v. Lamprecht. v. Magnus. Lobeck. Vorſtehende Bekanntmachung bringen wir hierdurch zur offentlichen Kenntniß. Friedberg und Laubach den 31. Dezember 1853. 7 Die Abendunterhaltung. (13) Die zweite Abendunterhaltung des Lie⸗ derkranzes findet Sonntag den 15. Januar im Trapp'ſchen Saale ſtatt. erkaufen. (37) Eine große Parthie Spreu, Stroh, Futter, Acker⸗ und Oeconomie-Geräthſchaften, auch Rindvieh und Schweine ꝛc., ſind bis zum 10. Februar aus freier Hand zu verkaufen bei C. F. Petſch zu Niedererlenbach. Zur Beachtung. (31) unterzeichneter iſt geſonnen ſein Wirths⸗ und Speiſehaus in der Burg, in dem ſeit 20 Jahren das Geſchaft mit beſtem Erfolge be— trieben wurde, unter ſehr vortbeilbaften Bedin— gungen aus der Hand zu verkaufen oder auch die Wirtbſchaft allein vom 1. Februar dieſes Jahres an zu verpachten. Friedberg im Januar 1854. G. F. Schweitzer. Deren. (24) Ein Logis gleicher Erde, beſtebend in 4 Zimmern, Kammer, Küche, Keller und Holz— platz ſteht zu vermiethen und kann bis zum 1. April bezogen werden. Friedberg im Januar 1854. Friedrich Schäfer, Meſſerſchmied. Agenten der Berliniſchen Lebens-Verſicherungs-Geſellſchaft. G. F. Nau in Friedberg. Zöckler in Laubach. Zur Nachricht! Stelle eines Reſtaurateurs und der bieſigen Caſinogeſellſchaft wird am 1. Mai d. J. vacant. Luſttragende, welche zweihundert Gulden Caution zu ſtellen im Stande ſind, wollen ſich binnen 4 Wochen dei dem Vorſtandsmitgliede Herrn Oberlieutenant Rie⸗ del melden, woſelbſt ſie die näheren Bedingun⸗ gen erfahren konnen. Friedberg den 11. Januar 1854. Zu vermieten. (840 Der mittlere Stock meines Hauſes iſt zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden. Jacob Starck. (83) Die Dieners bei 16„ r Wohnungsveränderung. (88) Nachdem ich mein elterliches Haus neben der Stadtkirche käuflich an mich gebracht, habe ich heute meine ſeitherige Wohnung im Schweitzer ſchen Hauſe in der Burg verlaſſen und mein Geſchaft in mein eigenes Haus verlegt. g Mit dieſer Anzeige verbinde ich zugleich die Bitte, mir das ſeither ſo reich⸗ lich e N auch dee en erhalten zu wollen. Friedberg den 12. Januar. 8 g 5 Jacob Burck, Bierbrauer, an der Stadtkirche. Gebr. Born in Erfurt empfehlen ihre Gemüse-, Feld- und Blumen- Sämereien, verschiedene Mnollen und Pflanzen. (86) Insbesondere empfehlen sie den Herren Oekonomen den Riesen- Roggen als etwas ganz ausgezeichnetes. Zur Bequemlichkeit für alle Diejenigen, welche die Herren Gebrüder Born in Erfurt mit Aufträgen auf selbst erzeugte Sämereien eto, beehren wollen, haben dieselben Unter zeichneten beauftragt, die Bestellungen und Gelder anzunehmen. Porto dafür trifft demnach die resp. Abnehmer nicht, sondern nur dasjenige für die Zusendungen, was auch niedrig sein wird, weil stets mehrere Sendungen zusammen expedirt werden. Gewiss wird diese Erleichterung Anerkennung finden und zu reich- haltigen Aufträgen veranlassen. Cataloge stehen gratis zu Diensten. Die Zufriedenheit ihrer geehrten Abnehmer zu erwerben, ist das Ziel, wonach die Producenten streben. Nauheim im Januar 1854. Herm. Auffarth. n Ganz vorzügliche 1 Kreuzer⸗ Cigarren. L. Goldmann, junior. 2 Kühe, 2 Rinder, 1 Ziege, 1 Mutterſchwein mit 7 Ferkel, 1 Sprenger, 2 Schaafe und allerlei Federvieh, 1 einſpänniger Wagen, noch im beſten Zuſtande, 1 Pflug, 1 Egge, 1 Quantität Stroh, Heu, Grummet und Spreu, ohngefähr 20 Malter Kartoffeln, eine Parthie Rüben, mehrere Malter Korn, Gerſte, Hafer u. ſ. f., ſodann allerlei Hausrath. Ferner werden diejenigen, in Bezug des In- ventarſchluſſes aufgefordert, welche noch etwaige Forderungen an oben erwähnte Eheleute zu machen haben, ihre Rechnungen binnen 8 Tagen an die Unterzeichneten abzugeben. Niederwöllſtadt den 10. Januar 1854. Die Curatoren: Heinrich Kehres. Karl Ludwig Koſt. Einladung. eee (88) Der zweite Stock meines Hauſes iſt zu vermiethen und kann bis den 1. April bezogen werden. Philipp Zimmermann. Ein tüchtiger Bäckerburſche, 189) der ſchon am Ofen gearbeitet hat, kann ſogleich in Arbeit treten bei. Friedberg. J. Steinhäußer. Ein Bäckerburſche, (60) der die Stelle eines Schießers vertreten kann, findet ſogleich Arbeil. Wo? ſagt die Expedition d. Bl. Zu der mietben (610 Das von meinem Bruder, dem Großh. Kreisveterinärarzte Dr. Ritzel, bisher bewohnte Logis iſt zu vermiethen und kann in 3— 4 Wochen bezogen werden. Friedberg. Philipp Ritzel II., Gerber. 2 Anzeige. D (62) Zettel⸗ und Einſchlaggarn in allen Nummern und Farben iſt wieder in bekannter Qualität und zu den möglichſt billigſten Preiſen bei Unterzeichnetem zu baben. Friedberg. Nathan Hirſchhorn, Uſergaſſe 244. Mobilien-Verſteigerung. (63) Donnerſtag den 19. dieſes Monats ſollen in der Behauſung der verſtorbenen Georg Schneiders Eheleute dahier unter den vor der Verſteigerung bekannt gemacht wer⸗ * folgendes verſteigert wer⸗ en, als: (64) Die Mitglieder des Armenvereins wer⸗ den zur Beſprechung über einen Beſchluß des Ausſchuſſes wegen Unterſtützung der hieſigen Armen auf Sonntag den 15. d. M., Nachmittags 3 Uhr, in dem Rathhauſe mit dem Bemerken eingeladen, daß die Nicht— erſcheinenden als dem Beſchluß der erſcheinenden Mehrzahl beiſtimmend betrachtet werden. Friedberg den 7. Januar 1854. In Auftrag des Ausſchuſſes: G. Trapp II. Caſinoball. (65) Der zweite Caſinoball findet Freitag den 17. Februar d. J. ſtatt. Friedberg den 11. Januar 1854. Die Vorſteher. Kirchliche Anzeigen. 2. Sonntag n. Epiph. den 15. Jan. Pfarramtswoche: Hr. Stadtpfarrer Seel. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Diaconus Baur. Nachmittags: Hr. Candidat Bangel. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Stadtpfarrer Sell. Nachmittags: Hr. Candidat Meyer II. Frankfurter Cours, vom 12. Jan. 1853. Pifalen fl. 9 36-37 Friedrichsdonn„ 9 57-58 Holländiſche 10 fl. Stücke„ 9 41 ½——L7½ Rand⸗Ducaten„ 5 34-35 20 Fang„ 9 19-20 Engliſche Souverains.„11 43 Preußiſche Thaler. 9 145%/ 5 Franlenth alen, 220 Preußiſche Caſſenſcheine. 1 145 ¼%/7 Fruchtpreiſe. 11. Jan. 6. Jan. 22. Dez. Gattung. Fried⸗ Gerns⸗ berg Mainz heim a. kr, fl. kr F Waizen pr. Malterſ 19 3020—[—— enn„ 1142015— 1230 Gerſte„ 77 116— 1345 1020 Hafer„ 75 5— 1 5 40 5 30 Polizei ⸗ Taxe. für die Städte Friedberg und Butzbach vom 14. bis zum 20. Januar. — 5 Fried⸗Butz⸗ 2 Brod ⸗Preiſe. berg.] bach. 50 kr. pf. kr. pf. 1Leib⸗Roggenbrod 462 42 2 7 4 9 5 9 5 44„* 18— 18— Lth. Lth. — Milchbrod 127% — Waſſerweck 1487 — Gemiſchte(Tafel-) Brod 13½ 13 leiſch-Preiſe. mate, pre 1Ochſenfleiſch 12 2112— „ Kühfleiſch, gemäſtetes 10— 1 9 „Rindfleiſch, gemäſtetes 8— 9— „ Kalbfleiſch 17 1 74 „„„ gemäſtetes„ „ Schweinenfleiſch 14— 14— „Hammeffleiſch 9 219— „ Schaaflleiſch 7——f— „Wurſt v.blos Schweinen 16— 116— Bratwurſt 19— 18— „ Schwartenmagen 18— 118— „ Geräucherter Speck 24— 26— „Schinken 19— 20— „ Dörrfleiſch 20— 120— „ Schweinenſchmalz, 5 ausgelaſſen 2122— unausgelaſſen 20— 20— „ Nierenfett 22— 20— „Hammelsfett 16— 16— Die Großherzoglichen Bürgermeiſter Bender Sei p e Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. N Kr. an ſuͤmmt Betreffend: Die in theile ich J.. Fried Das Groß ſüm. Unter 5 vom 11. M Juli d. J. de Regierung d Auswandern an Aus wan fertigen, we wanderung Lande, bezieh beſitzen. Dagege geſagt worde Großherzogtt heſſiſchen Pol in ihre Her 9 lihibehörden nd ſech ſelbſſ Dar m