Journal tet Zeitung Intelligenz-Vlatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 4 2. Sonnabend den 7. Januar 1854. Des„Jutelligenz-Blatt für die Provinz Oberheſſen“ erſcheint auch im Jahr 1834, wie bisher jeden Mittwoch und Samſtag. Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt, bei der Expedition 1 fl. 12 kr., für/ Jahr 40 kr.— bei allen zum Fürſtl. Thurn und Taxisſchen Verwaltungsbezirke gehörigen Poſtämtern nach der neueſten Verfügung pr. Jahr 1 fl. 30 kr. und pr. Semeſter 45 kr. Die ſeitberigen Abonnenten wollen ihr Abonnement zeitig erneuern, damit die Zuſendung keine Unterbrechung erleidet. Durch die ſehr ſtarke Auflage des„Intelligenzblattes“ finden Anzeigen der verſchledenſten Art die vortheilhafteſte 5 b— 0 5 K 5 K Verbreitung. Die Einrückungsgebühren betragen für die geſpaltene Petitzeile, oder deren Raum 2 kr., die beiden erſten Zeilen zuſammen aber werden mit 7 kr. und ein Beleg mit 2 kr. berechnet. Friedberg. Die Expedition des Intelligenzblattes. Amtlicher Theil. — Das Großherzoglich Heſſiſche Kreisamt Friedberg an ſämmtliche Großh. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Erneuerung der Schuldſcheine des Mathildenſtifts. Nach einer Anzeige des Bezirksausſchuſſes dahier werden von Ihnen, ungeachtet des Beſchluſſes, wonach nicht eher ein neues Darlehen gegeben, resp. der Schuld— ſchein ſoll erneuert werden können, bis zwei Ziele des er— haltenen Darlehens abbezahlt ſind— doch neue Schuld— ſcheine von Ihnen ausgefertigt, wodurch den veuten vergebliche Koſten und Gänge verurſacht werden. Ich weiſe Sie, unter Mittheilung der entſprechenden Beſtim— mungen der Generalverſammlung in nachſtehendem Abdruck, an, ſich pünktlich darnach zu bemeſſen. Friedberg den 31. Dezember 1853. lle. Oeffentliche Nachricht. Nachſtehende, bei der General-Verſammlung des Ma— thildenſtifts am 15. v. M. gefaßten Beſchlüſſe werden zur Nachricht für diejenigen, die es angeht, hiermit zur öffent— lichen Kenntniß gebracht: 1) Jeder, der Bürgſchaft übernimmt, ſoll und muß nach Abzug der Bürgſchaftsſchuld noch 150 fl. reines Vermögen haben. 2) So lange Jemand Handſchrifts-Schuldner des Stifts iſt, darf Keinem, der zu ſeinem Haushalte gehort, auf Schuldſcheine Geld dargeliehen werden. 3) Jeder, der Geld auf Schuldſchein geliehen, kann nicht eher neues Darlehen erhalten, beziehungsweiſe Er— neuerung des alten Schuldſcheins erwirken, bis von dem erſten Darlehen zweijährige Ziele rückgezahlt ſind. 4) Vom 1. Juni d. J. an werden bei den Kaſſen nur Einlagen bis zu 500 fl. gegen 4 pCt. angenommen. Ueberſteigt die Einlage 500 fl., ſo werden nur 3½ pCt. Zinſen vergütet. 5) Die Darlehen gegen Schuldſchein zweier Bürgen ſollen gleich wie die auf Bürgſchaft der Gemeinden in 5 Jahren rückzahlbar ſein. Friedberg den 1. Mai 1850. Der Dirigent der Gr. Regierungscommiſſion als Präſident des Mathildenſtifts Duvrie n Der Ehrenpunkt. Erzaͤhlung eines Engländers. (Jortſetzung.) Man konnte unmöglich nur wenige Stunden an Bord des„Neptun“ verbringen, ohne ſich vollkommen zu überzeugen, daß deſſen Kapitän— ſo ſehr es ihm auch an Muth zu einem Zweikampf gebrechen mochte,— den— noch ein ausnehmend tüchtiger Seemann, und daß ſein Schiffsvolk— etwa ein Dutzend der ſchmuckſten Burſchen, die ich je geſehen— unter der vollſtändigſten Mannszucht und Botmaßigkeit war. Der Dienſt an Bord ward ſo pünktlich, geräuſchlos und im Takte beſorgt, als wär's auf einem Kriegsſchiffe, und eine Empfindung von Zuver— ſicht, daß wir,— falls ein Sturm oder irgend ein anderer Unfall zur See uns überkäme— alles Vertrauen auf des Kapitäns Tüchtigkeit in ſeinem Fache haben dürften, ward bald von Allen an Bord ſtillſchweigend oder offen eingeſtanden. Glücklicherweiſe war das Wetter durchaus ſchöͤn, und nur der Wind ſchwach und veränderlich, ſo daß wir mehrere Tage lang die blauen Berge von Jamaica vor uns ſahen, ohne daß die Strecke zwiſchen ihnen und uns ſich merklich verändern wollte. Endlich bekamen wir eine anhaltende Briſe aus Nordweſt und näherten uns nun allmählich der Morant-Spitze. Wir paſſirten ſie und liefen um zwei Uhr Morgens in die Bucht ein, wo man — V 5 6„. die eigentliche Seereiſe beinahe für beendigt erklären konnte. Dieß war für die Kajütenpaſſagiere ein großer Troſt,— weit großer als die Freude der Landbewohner gewohnlich iſt, wenn ſie dem Einerlei und Langeweile des Aufent- halts an Bord entgehen dürfen. Es mußte ſich nämlich Jeder von den Paſſagieren einem Zwang unterworfen fühlen, der ansnehmend widerwärtig war. Der Kapitän führte bei Tiſche mit froſtiger Höflichkeu den Vorſitz; die Unterhaltung, wenn man das duͤrftige Geſpräch uberhaupt als ſolche bezeichnen konnte, beſchränkte ſich meiſt nur auf einſilbige Fragen und Antworten; und wir waren am Ende Alle recht herzlich froh, daß wir unſer letztes Mit⸗ tagsbrod an Bord des„Neptun“ eingenommen hatten. Als wir die Morant⸗Spitze umſchifften, waren alle Paſſa— giere außer mir im Bette, und eine Viertelſtunde ſpäter ging auch Kapitän Starkey hinunter, und beſchaftigte ſich, wie ich hernach erfuhr, in ſeiner Kajüte mit dem Ordnen von Papieren. Ich fur meinen Theil war zu aufgeregt, um zu ſchlafen, und ging noch lange mit Hawkins, dem Oberbootsmann, der eben die Wache hatte, auf dem Ver⸗ deck auf und nieder, und beobachtete aufmerkſam die Lichter an dem mir wohlbekannten Küſtenſtrich, welchen ich vor etwa Jahresfriſt mit ſehr geringer Hoffnung auf ein Wiederſehen verlaſſen hatte. Wie ich ſo landeinwärts ſchaute, ſchoß ein breiter Glaſt wie von rothem Mond⸗ licht über die dunkle See hin, und als ich mich raſch um— wandte, ſah ich, daß der Widerſchein von einer hohen Flammenſäule herrührte, welche aus der, durch zwei Ma⸗ troſen aus irgend welchem Grunde theilweiſe geoͤffneten Hauptlucke emporſchoß. In meinem noch immer ſchwachen Zuſtande betäubte mich der Schreck dieſes Anblicks— denn die Erinnerung an die vielen äſſer Schießpulver, die wir an Bord hatten, fuhr mir im Nu durch den Kopf — einige Augenblicke ſo vollkommen, daß ich ſicher uber Bord geſtürzt wäre, wenn ich mich nicht noch inſtinktmäßig an den Wewelingen gehalten hätte. Ein wilder Schrei „Feuer! Feuer!“— der entſetzlichſte Ruf, den man zur See hören kann— mengte ſich in das wirre ſchwindelnde Summen und Ziſchen in meinem Kopfe, und erhohte noch das Schwinden meiner Beſinnung, und ich war kaum noch im Stande, unter dem Hin- und Herrennen und Durcheinanderſchreien der Mannſchaft die ſehnige, athle⸗ tiſche Geſtalt des Kapitäns von der Kajütentreppe auf's Verdeck ſpringen zu ſehen. Durch das Sprachrohr gebot er augenblicklich Stille, dann folgte der Befehl, die Haupt⸗ lucke zu verſchließen, damit das Feuer nicht mehr herauſ— ſchlage. Dieß geſchah unverweilt, unter perſönlicher Mit⸗ wirkung des Kapitäns, und dieſer verſchwand nun unter das Vorderdeck. Die zwei oder drei Minuten, die er ausblieb, dünkten uns eine Ewigkeit, und es ſchien ſo all⸗ gemein anerkannt zu werden, daß unſer Schickſal nur von ſeiner Beſonnenheit und Thatkraft abhängig war, daß nicht Ein Wort geſprochen, nicht Ein Finger eher gerührt wurde, als bis er wieder auf dem Verdeck erſchien, bereits geſchwärzt und verbrannt von der Flamme und einen Gegenſtand im Arme ſchleppend, der einer Leiche glich. Er warf ſeine Laſt auf's Verdeck, kam dann raſch auf Hawkins und mich zu, und flüſterte mir leiſe und eilig in's Ohr:„Geh' hinunter, Ned, und wecke die Paſſa⸗ giere; und Ihr, Mr. Hawkins, bringt mir meine Piſtolen aus der Kommode der Kajüte mit! Aber hurtig! Leben oder Tod hängt vom Verluſt einer Minute ab!, Dann kehrte er ſich zu den beſtürzten aber aufmerkſamen Ma⸗ troſen und ſagte:„Ihr wißt wohl, Mannen, daß ich Euch bei keiner Gelegenheit und aus keinerlei Anlaß täuſchen möchte. Darum hört mich aufmerkſam an! Jenes be— ſoffene Vieh dort, der Diener des Lieutenant Arguellas, hat mit ſeinem Lichte den Branntwein angezündet, den er ſtehlen wollte, und der Raum iſt nun mit einer ſolchen Maſſe Feuer angefüllt, daß es rein vergeblicher Zeitver⸗ luſt wäre, auch nur einen koſtbaren Augenblick an einen Löſchungsverſuch zu verſchwenden!“ Die Bemannung ſtieß einen einſtimmigen Schrei des Schreckens und der Wuth aus und Alle ſprangen inſtinkt⸗ maßig nach den Booten, allein die gebietende Stimme des Kapiräns hemmte ſogleich ihren Schritt.„Wollt Ihr mich wohl zu Ende hoͤren?“ rief er.„Uebereilung und Beſtürzung wird uns Alle verderben, aber mit Muth und Beharrlichkeit kann noch jedes Menſchenleben an Bord gerettet werden, bevor die Flammen das Pulver erreichen. Darum erinnert Euch!“ ſetzte er mit erhöhter Stimme hinzu, und ſpannte den Hahn der beiden Piſtolen, die ihm Hawkins eingehändigt hatte,—„daß ich einem Jeden unter Euch, der meinem Befehl nicht Folge leiſtet, eine Kugel nachſchicke, und Ihr wißt, daß ich ſelten mein Ziel verfehle. Und nun an Eure Arbeit— ſtandhaft und be⸗ ſonnen und mit gutem Willen!“ Es war merkwürdig, den Einfluß zu beobachten, welchen das kühne, beſonnene, muthige und befehlsge⸗ wohnte Betragen und die Sprache des Kapitäns auf die Mannſchaft ausübte. Der paniſche Schrecken, der ſie an⸗ fangs ergriffen, ſchien einer thatkräftigen Entſchloſſenheit gewichen zu ſein, und in unglaublich kurzer Zeit waren die Boote im Waſſer.„Recht ſo, meine wackern Jun⸗ gen!“ rief Starkey.„Ich wiederhol's, wir haben noch Zeit genug. Vier von Euch,“ und er benannte ſie,— „bleiben bei mir. Drei Andere ſpringen in jedes der großen Boote, zwei in das kleine, und bringen ſie unter die Landſeite des Schiffes. Ein heftiges Andringen oder unnütze Haſt würde die Boote ſinken machen, und wir werden nun im Stande ſein, wenigſtens Eine Fallreeps⸗ treppe frei zu haben!“ (Fortſetzung folgt.) —. Die Steinkohle und das Mikroſkop. Schon oft hat man die Verſteinerungen die Denk⸗ münzen der Schöpfung genannt. Sie ſind fuͤr den Forſcher der Erdgeſchichte vollkommen Das, was dem For- ſcher der Menſchengeſchichte alte Münzen und Monumente ſind. Beide leſen daraus die Geſchichte vergangener Zeiten; nur reichen die Urkunden der Erdgeſchichte weiter zurück als die der Menſchengeſchichte. Aus vergleichenden Unter— ſuchungen über den Abküblungsproceß unſers einſt feuer⸗ fluſſig geweſenen Erdballs wird es glaublich, duß ſeit Bil⸗ dung der Steinkohlenſchichten acht Millionen Jahre verfloſſen ſeien. So bezeichnet Roßmäßler(„Die Verſteinerungen“, Leipzig 1853) an ſich treffend die Bedeutung jener merk⸗ würdigen Ueberreſte von Pflanzen und Thieren, die wir in der Erde bisweilen in großer Menge antreffen. Doch wird es dem Naturforſcher dabei oft ergehen wie dem Geſchicht⸗ forſcher, der aus einigen Worten, die er auf einem alten Denkmale findet, oder aus einer Figur, die das Gepräge einer alten Münze bildet, ein ganzes Stuͤck Geſchichte irgend eines längſt untergegangenen Volks herleiten will. Mancher wird doch ungläubig den Kopf ſchütteln ob der kühnen Schlüſſe. Für den Eingeweihten verſchwinden allerdings zuweilen die Zweifel, die beim erſten Blicke Laien mißtrauiſch machen; dem Naturforſcher dürfte es gewöhnlich leichter gelingen, ſeine Zweifler zu überzeugen, da er ſeine Beweiſe gewoͤhn⸗ lich ſehen laſſen kann. Sind z. B. die Steinkohlenlager wirklich verſunkene Wälder? Daß die Steinkohlen brennen, iſt kein Beweis, denn es gibt mancherlei brennbare Körper. Haben ſie doch mit der Holzkohle kaum etwas Weiteres als elben 0 Bek alu öffentlich mei Friedberg N Der 8 0 de (9 daa mittags 10 U die zum Nac rath Feriſch nämlich: Gemat Pag. 262 Nr. 5 7 E die ſchwarze Farbe gemein, während man an dieſer aller— dings noch die äußere und innere Form des Holzes, die Faſern, die Jahresringe ſieht. Um einen ſolchen Zweifler zu überzeugen, wird der Geolog ihm zuerſt die vielen Arten von Stengeln, Stämmen und Blättern zeigen, die man in den Thon- und Sandſchichten der Steinkohlenlager findet. Aber die Steinkohle ſelbſt? Dieſe harten, ſproͤden, in un— regelmäßige Stücke zerſpringenden Korper, die eben Steinen ſo ganz ähnlich ſind und keine Spur von Pflanzennatur verrathen? Hier wird der Geolog zu ſeinem feinſten Prü— fungsmittel, zum Mikroſkope, greifen. Er wird vor den Augen des Zweifelnden einen feinen Splitter gewöhnlichen Steinkohle einen ebenſo feinen Splitter abſpalten, ihn viel— leicht auf einem Steine ſo dünn abſchleifen, daß er durch— ſcheinend wird, und nun wird dieſer Kohlenſplitter die Bil— dung des Tannenholzes ſo deutlich zeigen, die Form der Zellen mit ihren merkwürdigen ringförmigen Zeichnungen ſo deutlich wiedergeben, daß augenblicklich jeder Zweifel ſchwinden und der Beſchauer ausrufen wird: Das war einſt wirkliches Tannenholz! Wer ſich über jene merkwürdigen Ueberreſte unterge— gangener Pflanzen- und Thiergeſchlechter des Nähern un— terrichten will und nicht bis zu Burmeiſter's„Geſchichte der Tannenholzes darunterlegen und ihn in die innere Geſtalt er von deſſelben ſehen laſſen. Dann wird Schöpfung“ hinaufgreifen kann, dem empfehlen wir Roß⸗ mäßler's obengenanntes Werkchen, deſſen Lectüre ihn auf die leichteſte Weiſe in dieſen Gegenſtand einführen wird. einem Stück Betanmmachungen von Be⸗ hoͤrden. NUN Immobiliar-Verſteigerung. (18) Montag den 6. Februar 1854, Vor⸗ mittags 10 Uhr, werden in hieſigem Ratbbauſe die nachbeſchriebenen Immobilien des Bürgers Peter Mann dabier, als: Gemarkung Stadt Friedberg: Pag. 60 No. 326 b. Hofraithe, als Wohn- haus, Stall, Schoppen und Kegelbahn, an Jo- hannes Weckerling, Pag. 236 No. 44 87 Ruthen Hausgarten auf dem Haugk, theilt mit Joh. Weckerling und Con- ſorten, oͤffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 21. Dezember 1853. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts n Güterverſteigerung. (19) Dienſtag den 17. Januar d. J, Vor⸗ mittags 10 Ubr, werden in hieſigem Ratbhauſe die zum Nachlaſſe der Frau Gebheimen-Kirchen⸗ rath Fertſch dahier gehörenden Güterſtücke, nämlich: Gemarkung Burg Friedberg: Pag. 262 Nr. 11 4,6 Klftr.— 2 Ruthen Garten zwiſchen dem Ried und Orlochsgraben am Weg, 38,9 Klftr.— 20 Ruthen Kappesgarten am Graben ber- ziehend, neben Wenzel mit Obſtbäumen, „ 263„ 18 30,9 Klftr.= 15% Ruthen in der Köblgewann jenſeits des Grabens mit Obſtbäumen, 19,0 Klftr. 9¼ Ruthen in der Köͤblgewann an Joſeph Ströhlein ſtoßend, 124,6 Klftr.— 64 Ruthen am kleinen Obrloch am Gra— ben, ein offenes Grabſtück mit Bäumen, auf freiwilligen Antrag deren Erben öffentlich meiſtbietend verſteigert Friedberg den 3. Januar 1853. In Auftrag: Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Bender. Main⸗Weſer⸗ Bahn. (20) Zur Erbauung von Stations- und Bahnwärterhäuſern ſollen nachbezeichnete Ar- beiten, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich an den Wenigſtnehmenden verakkordirt werden. Donnerſtag den 19. Januar Vormittags 9 Uhr auf dem Bahnhofe zu Friedberg: * 262* 13 1) Das Brechen von 50 Klafter Mauerſteinen in dem füiscaliſchen Bruche bei Ockſtadt. 2) Das Fabren dieſer Steine auf den Bahn- bof zu Friedberg. 3) Das Graben und Durchwerfen von 35,0 Klafter Mauerſand in der Grube bei dem Dorbeimer Chauſſeehauſe, mit dem Trans- port deſſelben auf den dortigen Bahndamm. 4) Die Lieferung von 300,000 Backſteinen (FJeldbrand). Auf Verlangen können dieſe auf dem der Babnverwaltung gehörigen Gelände gefertigt werden. Samſtag den 20. Januar, Vormittags 9 Uhr auf dem Bahnpofe zu Vilbel: 5) Das Brechen von 150 Klafter Mauer- ſteinen in dem fiscaliſchen Steinbruche am Rothenberg; ſowie 6) das Fahren dieſer Steine auf den Bahn⸗ bofe zu Vilbel. Friedberg den 2. Januar 1854. Der Großh. Sections⸗Ingenieur der Sectionen Friedberg und Vilbel HDochgeſand. Braunkohlen verkauf. N (210 Mit dem 31. Dezember d. J. ſchließt die ſeitberige Creditperiode und es wird für die vom 1. Januar bis 30. Juni 1854 gegen vorſchriftsmaßige Bürgſchaft bezogenen Braunkohlen vom bieſigen Bergwerke, Credit zur Zahlung bis Ende September 1854 geſtattet. der Braunkoblenklötze iſt 11 Kreuzer à Centner. Schließlich werden die Großb. Herren Bürgermeiſter erſucht, ihre Ortsangehörigen bei Ausfertigung von neuen Bürgſcheinen darauf aufmerkſam machen zu wollen, daß nur dann die Einlage eines neuen Bürgſcheins ſtattfinden kann, wenn etwa früher eingelegte Bürgſcheine bezahlt ſind und daß dieſe Bezahlung jedesmal durch Quittung nachgewieſen werden muß. Bauernheimer Bergwerk den 31. Dezember 1853. Gräfl. S. Der Preis R. Bergverwaltung Storch. Braunkohlenverkauf. (122) Für die Braunkoblen, welche vom 1. Januar bis 31. März 1854 von dem Großh. Dorheimer Braunkohlendergwerk gegen vorſchriftsmaßige Bürgſchaft und unter den hierbei zu be⸗ obachtenden bekannten Bedingungen bezogen werden, wird eine Zaßlungefriſt dis Ende Juni 1854 geſtattet. Die Preiße der Braunkohlen ſind, bis Weiteres hierüber veröffentlicht wird, die ſeitherigen, nämlich für die von Haufen 11 kr. per Centner und für die aus Schoppen 12 kr. per Centner, wobei 14 Stück Klötze fur einen Centner gerechnet werden. Alle Geſchirre, welche auf dem Gr. Dorbeimer Braunkohlenbergwerk Kohlen holen, ſind bei der Kurfürſtl. Heſſ. Chauſſcegelderhebungsſtätte Nauheim und beladen auch auf allen Großb. Heff. Chauſſeen von der Entrichtung des Chauſſeegeldes befreit. Dorheimer Bergwerk den 28. Dezemder 1853. Das Großherzogl. Heſſ. Bergamt Jäger, Gr. Bergmeiſter. Privat- Bekanntmachungen. ** Emanuel- Federn. (Plumes Diamant.) (23) Eine ſich ſtets gleichbleibende, für jede Hand paſſende Feder, welche wegen dieſen Eigen⸗ ſchaften und ihrer hochſt geringen Unabuutzbarkeit bereits eine Berühmtheit erlangt hat. Dieſelben find verſchiedenartig geſpißt, fein, mittel und ſtumpf. Die Doſe, enthaltend 100 Stück, koſtet 28 Sgr. Jede Feder, welche nicht die deutlich gravirte Firma der engliſchen Fabrik Emanuel F. trägt, iſt als unächt zurückzuweiſen. Hauptniederlage in Friedberg: Louis Weis, den Apotheken gegenüber. * Dorheim Zum Derr enden. (24) Ein Logis gleicher Erde, beſtebend in 4 Zimmern, Kammer, Küche, Keller und Holz platz ſteht zu vermiethen und kann bis zum 1. April bezogen werden. Friedberg im Januar 1854. Friedrich Schäfer, Meſſerſchmied. Eine Wohnung (25) in der Burg iſt vermiethen. bei der Expedition d. Bl. 6 0 0 Gulden (26) gegen gute Obligationen zu 4½ pCt., für Gemeinden zu 4 pCt., ſind auszuleiben durch Baruch Hecht. Näheres Zur Beachtung! (21) Herrn Ph. Vogt dahier habe ich zum gultigen Quittiren über meine eingehenden Buchausſtände amt— liche Procura ertheilt und wird derſelbe was ich gefälligſt zu beachten bitte, Friedberg den 2. Januar 1854. 5 E. Wilhelmi. Gefunden. (28) Zwei Taſchentücher, das eine leinen, das andere batiſten, ſowie ein Paar Handſchuhe, 5 8 Es Zur Beachtung. (310 Unterzeichneter iſt geſonnen ſein Wirths und Speiſehaus in der Burg, in dem ſeit 20 Jahren das Geſchaft mit beſtem Erfolge be— trieben wurde, unter ſehr vortheilhaften Bedin— gungen aus der Hand zu verkaufen oder auch G. F. Schweitzer. Ball zu Okarben. (12) Sonntag den 8. Januar wird in meinem Saale ein Ball abgehalten. Anfang präcis Abends 6 Uhr. Indem ich hierzu freundlichſt einlade, bemerke Kirchliche Anzeigen. 1. Sonntag n. Epiph. den 8. Jan. Pfarramtswoche: Hr. Diaconus Baur. Gottesdienſt in der Stadtkirche: zeichnen C. Bindernagel die Wirtbſchaft allem vom 1. Februar dieſes[Vormittags: Hr. Candidat Wolf pbr. E. Wilhelmz Jahres an zu verpachten. Nach lia 88 S. ph. Vogt Friedberg im Januar, 1854. mittags: Hr. Stadtpfarrer Seel. G Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Reallehrer Göhring. Nachmittags: Hr. Candidat Kraus. Frankfurter Cours vom 5. Jan. 1853. Mfibienünü fl. 9 37½-38½ ſind am letzten Weihnachtsballe zurückgeblieben rzu ichſt 7 ſtole und können im Hotel Trapp von den Eigen. ich, daß für gute Speiſen und Getränke, Friedrichsd'or.. 9 58.59— 5 thümern in Empfang genommen werden. ſowie prompter Bedienung, beſtens ge— Holländiſche 10 fl. Stücke„ 9 42¼)43½ 0 . 11% ſorgt iſt Rand-⸗Duc aten„ 534-35 9„ ERNunm de Jamaica!!! erg 0 Frantſügcke.„ 9 19-20 5 (29) Arac de Batavia und feinſte Joh. Gaul, Gaſtwirth.] Englische Souverains..„11 40— Punſch⸗Eſſenzen bei Das Jutelli en blatt Preußiſche Thaler.„ 145% Wi R 8 5 Frankenthaler 220. tell Wilhelm Fertſch. genz Preuziſche Laſſenſcheine f 1* Gutta⸗Percha⸗Firniß (30) in Töpfen mit Gebrauchs-Anweiſung anweiſung à 12 kr. Friedberg. P. F. Schmittner. Zu dem Frankfurter Journal für den Kreis Schotten, (32) welches jetzt über ein Jahr beſteht, em⸗ ſeinem 62. Jahre verſchieden iſt. Indem wir um ſtille Theilnahme an unſerem Schmerze bitten, ſagen wir zugleich allen Denen, die dem Dahingegangenen die letzte Ehre erwieſen, Fruchtpreiſe. Polizei ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach Tazisſchen . à 18 kr. Mittelſt dieſem neuen, praktiſchen[ pfiehlt ſich den Betörden und namentlich dem 8 g ita ö Mittel, welches das Leder vorzüglich conſervirt geſchaftstreibenden Publikum beſtens zu Bekannt— Gat. Jan. g50. Dez. fes. Bd— 71 0 und geſchmeidig erhält, kann man alles Schuh- machungen aller Art. attung. Frled⸗ Mainz Gerns⸗ Friedl ö werk gegen Näſſe und ſelbſt gegen den alles 1 2 berg heim 0 durchdringenden Schnee und Thau vollkommen o des anzeige. NA waſſerdicht machen.(33) Entfernten Freunden und Bekannten Waizen pr. Malter 18 30 19 18 1—* M. Lejeune's Frostballenseiſe. 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