kirche n 8 Antelligenz-Blatt fuͤr die rovinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M27. Mittwoch den 5. April 1854. Regierungsblatt⸗ Auszüge. No. 7. vom 15. März: 1. Eine Großherzogliche Verordnung vom 18. Febr., die Eingehung der Ehen von Ausländern in der Provinz Rheinheſſen betr., welche, da es in Folge des zwiſchen mehreren deutſchen Regierungen wegen gegenſeitiger Verpflichtung zur Uebernahme von Auszuweiſenden am 15. Juli 1851 zu Gotha aoge— ſchloſſenen Vertrags(Reg.⸗Bl. Nr. 2 von 1852) angemeſſen erſcheint, die Beſtimmungen der Verordnung vom 21. Mai 1833, welche ſich auf die Eingebung der Ehen von Ausländern mit Inländerinnen in der Provinz Rheinheſſen beziehen, auch auf die Eingehung der Ehen von Ausländern mit Ausländerinnen in dieſer Provinz auszudehnen, — Folgendes verfügt:§. 1. Die Celebration der Ehe eines Aus- länders mit einer Ausländerin darf in der Provinz Rheinheſſen nicht eher ſtattfinden, als bis der Ausländer ein, von der competenten Behörde ſeiner Heimath in gehöriger Form ausgeſtelltes und vor dem Kreisamt, in deſſen Bezirk die Trauung ſtattfinden ſoll, viſirtes Zeugniß beigebracht hat, daß ſeine Verehelichung zuläſſig ſei und ſei— ner demnächſtigen Aufnahme mit ſeiner Frau in ſeiner Heimath kein Hinderniß im Wege ſtehe.—§. 2. Das nach 6. 1 beizubringende Zeugniß iſt dem Civilſtandsbeamten zuzuſtellen. Derſelbe hat hier— von in dem Trauungsacte ausdrücklich Erwähnung zu thun und daſ— ſelbe ſodann auch bei ſeinen Civilſtandsacten aufzubewahren, um . 5 8 darauf nöthigen Falls Bezug nehmen zu können.—§. 3. Die Ver⸗ ordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung durch das Regie— rungsblatt in Wirkſamkeit.— 11. Bekanntmachung Großherzoglichen Miniſteriums der Finanzen vom 28. Febr., die Aufhebung der zwi— ſchen den Staaten des Zollvereins und Belgien wegen gegenſei tiger Behandlung der Handelsreiſenden getroffenen Vereinba— rung betr.: Nachdem der Handels- und Schifffahrts-Vertrag zwiſchen dem Zolldoereine und Belgien vom 1. Sept. 1844 und die Additional Convention vom 18. Febr. 1852 mit Ende 1853 außer Kraft getreten find, ſo hat auch die in Folge des Artikels 16 des gedachten Vertra ges getroffene, durch die Bekanntmachung vom 9 April 1847(Nr. 14 des Regierungsblatts) zur offentlichen Kenntniß gebrachte Verein ſbarung wegen gegenſeitlger Behandlung der Fabrikanten und Kauf lleute, ſowie deren Handelsreiſenden, welche Ankäufe machen, oder Waarenbeſtellungen aufſuchen, ihre Wirkſamkeit verloren, worauf zur Beachtung für die betreffenden Behörden und das Publicum aufmerk⸗ ſſam gemacht wird.— III. Communalausſchlag 3. Cl. von 387 fl. ffür 1853 in der Gemeinde Rodelheim.— IV. Aufbringung der Bedürfniſſe der israelitiſchen Religionsgemeinde zu Offenbach für 1854(1500 fl in dieſer und 150 fl. in den Landgemeinden).— V. Niederſchlagung von 228 fl. Umlagen der israelitiſchen Religions— gemeinde Langsdorf mit Birklar für 1853.—„1. Umlagen zur Beſtreitung der Vedürfniſſe der iſraelitiſchen Religionsgemeinden im üm Kreiſe Offenbach für 1854.— VII. Desgl. im Kreiſe Schot⸗ ten.— VIII. Desgleichen im Kreiſe Alsfeld.— IX. Umlagen für die Communalbedürfniſſe in den Gemeinden des Kreiſes Offe n⸗ Zach für 1854.— X. Umlagen zur Beſtreitung der Bedürfniſſe der ſraelitiſchen Religionsgemeinden im Kreiſe Vilbel für 1854.— XI. Ermächtigung zur Annahme eines fremden Ordens: dem Bahn— Zorſtand und Eiſenbahn⸗Ingenieur Lichthammer zu Darmſtadt für den Arfürſtl. heſſ. Wilhelmsorden 4. Kl.— XII. Dienſtnachrichten. S. A. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 29. Nov. 1853 dem Schullehrer Erbes zu Neubamberg die evang Schullehrer— nelle zu Lonsheim zu übertragen;— 15. Febr. den Oberfeldwebel n der 7. Compagnie des 3. Juf.⸗Reg. Rühl zum Kanzleidiener an dem Bezirksgerichte zu Mainz, 16. Febr. den Decan des evangeliſchen Decanats Dornheim, Heinemann zu Goddelau, wiederum zum De— cane des genannten Decanats bis Ende 1858, 21. Febr. den Pfarrer Zöckler zu Laubach zum Decane des Decanats Laubach, bis Ende 1858 zu ernennen;— 24. Febr. dem Schullehrer Philippi zu Worms die Schullehrerſtelle an der 3. evang. Stadtmädchenſe 2. Abth. zu Darmſtadt, 25. Februar dem Schullehrer Hager zu Undenheim die evang. Schullehrerſtelle zu Dienheim zu übertragen.— XIII. Cha— rakterertheilung: am 24. Febr. dem Hofarzte Ur. Hegar als „Medicinalrath“— XIV. Geſtorben ſind: am 6. Februar evangel. Pfarrer Dittmar zu Lampertheim; 11. Febr. Präceptor Eimer zu Romrod;— 15. Febr. evang. Pfarrer Mobius zu Geißnidda,— 18. Febr. Militärpenſionar Blümmer zu Mainz. No. 8 vom 18. März: J. Das ſpecielle Verzeichniß der Vorle— ſungen an Großh. Ludwigs-Univerſität Gießen im Sommerhalb— jahre 1854, welche am 24. April beginnen.— 11. Verzeichniß rechts⸗ kräftig gewordener, gemäß Art. 30 des Strafgeſetzbuchs bekannt zu machender Straferkenntniſſe der Gerichte don Oberheſſen und zwar 21 des Aſſiſenhofes dieſer Provinz, welche wegen Dieb— ſtahls, Unterſchlagung, Körperverletzung, igeriſchen Bankerotts und Meineids, Verführung zur Unzucht ꝛc randſtiftung, Kindes⸗ mords ꝛc. Strafen von 1 Jahr Corvect bis zu 10 Jahren Zuchthaus ꝛc. verhängen; 46 vom Großh. Dofgerichte der Provinz Oberheſſen, wegen Körperve hls, Landſtreicherei, Eigen— rletzung, Di thumsbeſchadigung, faſcher Anzeige, Brandſtiftu g, Ausſetzung eines Kindes, wiederholter Diebſtahle ꝛc. 1 Jahr Correctionshaus bis 2 Jahr Zuchthaus ꝛc. erkennend; 3 vom Land zerichte Alsfeld, 1 vom L.⸗G. Büdingen, 6 vom L.⸗G. Friedberg, 1 vom L⸗-G. Grünberg, 3 vom L. G. Lauterbach, 2 vom L.⸗G. Schotten, meiſtens wegen Diebſtabls, Bettelns, Landſtreicherei ꝛc. Correctionshausſtrafen von 1 2 Jahren verhängend. III. Namens veränderung. um 8 wurde der ophie Rechel, abgeſchiedenen Ehefrau des Peter Re gebornen Schäfer zu Auerbach geſtattet, künftig ihren früheren Fami— liennamen Schäfer“ zu führen. enten: am 28. Fe dem Em f l) Jakre das Recht, das von ihm durch Beſchreibung näher erlau terte Verfahren bei der von Zucker aus Runkelrüben Zuckerrohr und ſonſtigen Pflanzen im Umfange des Groß berzogthums allein in Ar dung bringen zu dürfen; d dem Mechanikus Bernhard Auguſt Schäffer d dem Kaufmann C Friedrich Budenberg zu Magdeburg, durch Zeichnung und Beſchreil näher erläuterten Apparat zur idung der f ſpeiſepumpe, reſp. des Dampfeplinders mit dem Zweck der Regulirung des aſſerſtandes in letzterem; eber Georg Spencer von London für die von ibm erf Zeichnung und Beſchreibung näber erläuterten Modificationen ſeiner unterm 23. Juli 1852 patentiſirten verbeſſerten Kautſchuckfederappa— rate an Eiſenbahn⸗ und ſonſtigen Wagen.— V. Dienſtnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 6. Febr. den Heitzer und Locomotivfuͤhrer-Lebhrling bei der Main-Weſer-Eiſen⸗ bahn Ludwig Bertram zum Locomotivführer bei dieſer Eiſenbahn und die Arbeiter in der mechaniſchen Werkſtätte der Main-Weſer⸗Eiſen babn zu Gießen, Carl Becker und Karl Kinkel aus Battenberg zu Heitzern und Locomotivführer-Lehrlingen bei dieſer Eiſenbahn zu er nennen; am 11. Februar dem Steuercommiſſär Rau zu Vöhl das Steuercommiſſariat Seligenftadt zu übertragen, und den Finanzean didaten Werner aus Biedenkopf zum Steuercommiſſär in Voͤhl ſodann am 15. Febr. den Forſtcandidaten Pückel aus Büdingen zum Oberförſter der Oberförſterei Dodenau, ſowie den Lieut. im Großb ampferzeu ———ů—ů———ů— ꝙ—— Artilleriecorps Dieffenbach aus Schlitz zum Diſtrietseinnehmer der Diſtrietseinnebmerei Woöͤrrſtadt 1. den Diſtrietseinnehmer der Diſtriet⸗ einnehmerei Herbſtein Venator zu Engelrod zum Oßſſtrietseinnehmer der Diſtrictseinnebmerei Wörrſtadt 11. und den Geometer 1. Claſſe Waltber aus Hoͤchſt zum Diſtrietseinnehmer in Herbſtein zu ernen— nen; am 25. Febr. dem Pfarrgehülfen Nebel zu Mainz die evang. Pfarrſtelle zu Dreieichenhain, und dem Lehrer an der Realſchule zu Friedberg Göring die 3. evangeliſche Pfarrſtelle zu Mainz, ſowie am 2. März dem Schullehrer Kuhlmann, dermalen zu Biſchofs— heim, unter Aufhebung der Ernennung für die Schulſtelle zu Hatten- rod, die dritte evangeliſche Schullehrerſtelle zu Umſtadt zu übertragen. — VI. Charakterertheilung: am 8. Februar dem Forſtwart Euler zu Oberroden als„Forſter“.— VII. Verſetzungen in den Ruheſtand. am 24. Febr. Kreiswundarzt Hartung zu Keſſelbach, Kr. Grünberg, — 1. März der Lehrer an dem kathol. Schullehrerſeminar zu Bens— beim, Rector Kunkel.— VIII. Concurrenz für: die Kreiswund— arztſtellen zu Bingen und zu Keſſelbach, Kr Grünberg;— die evang. Pfarrſtelle zu Gonterskirchen nebſt Einartshauſen mit jährlich 782 fl. (Präſentation des Herrn Grafen zu Solms-Rödelheim); die evang. Pfarrſtelle zu Lampertheim mit jährl. 1195 e Marguerite Devereur. Erzählung. Im Jahre 1789 lebte in einem lieblichen Dorfe von Gascogne eine brave und glückliche Familie, vom Himmel geſegnet mit Geſundheit, Wohlſtand und Zufriedenheit. Ein ländliches Haus, geſchmückt mit all' der Unſchuld und Tugend, womit Dichter ein ſolches auszuſchmücken pflegten, war wohl ſelten von zwei ſo einfachen und liebevollen Menſchen bewohnt, wie Richard Devereux und ſeine Tochter Marguerite waren. Marguerite war allgemein beliebt. Niemand konnte in dieſes hold lächelnde Antlitz voll unſchuldiger Heiterkeit ſchauen, ohne ſelbſt heiter zu werden. Niemand konnte ohne Bewunderung den Blick auf ſo viel natürlicher Grazie und Anmuth ruhen laſſen. Aber ihre blauen Augen und ihr blondes Haar waren nicht ihre höchſten Reize; die reinſte Unſchuld verlieh ihr noch ſchöneren Reiz. Nach der Sitte des Landes war Marguerite, als ſie noch faſt ein Kind war, mit Guillaume Beranger verlobt worden, einem jungen braven Soldaten, der in der Armee in Deutſchland diente. Sie erinnerte ſich ſei⸗ ner freundlichen Geſichtszüge und ſeiner männlichen Hal— tung. Oft hatte ſie ihn in ihres Vaters Hauſe geſehen; aber ſie war damals noch zu jung, um ihn zu lieben. Man hatte ihr geſagt, daß ſie beſtimmt ſei, ſeine Frau zu werden; wie ſie jedem Wunſche ihres Vaters zu willfahren ſtets bereit war, ſo auch dieſem; nur der Gedanke war ihr dabei ein betrübender, daß ſie dann ihr väterliches Haus und ihre Geſchwiſter werde verlaſſen muͤſſen. Von Zeit zu Zeit kamen Nachrichten von ihrem künftigen Manne, und ſie hörte nicht ohne Stolz von den Siegen, welche die Republik gewonnen, und wobei Guillaume mit Auszeichnung gefochten habe. Ihre Tage ſchwanden glücklich dahin. In dem Dorfe herrſchte friedliche Ruhe. Der Schrei eines hunge— rigen Volkes nach Brod hatte dieſes glückliche Thal noch nicht erreicht, die Erſchütterungen, welche die Hauptſtadt Paris erfuhr, hatten ſich bis dahin noch nicht erſtreckt. Von den Blutſcenen, die dort vorfielen, kamen wohl ein⸗ zelne Erzählungen zu ihnen; aber die Wenigſten ſchenkten ihnen Glauben. Nicht weit von Devereux ländlicher Wohnung ſtand ein Schloß, welches Jahrhunderte lang einer alten Familie des höheren Mittelſtandes gehörte. Die Familie Lever⸗ ney hatte keine geſchichtliche Erinnerungen; ſie war eine von den wenigen in Frankreich, die ohne glänzende Ver⸗ bindungen mit den höchſten und hohen Häuſern, ſich einer langen Reihe wackerer Ahnen rühmen konnte. Keine glänzenden Thaten hatten ihnen hohen Ruhm verliehen, aber auch keine Verbrechen waren von ihnen bekannt. 2 106 r Viele Generationen hindurch hatten ſie das einfache Lob erworben, daß alle Söhne tapfer, und alle Töchter tugend— haft waren. Wenn ſie aufgerufen wurden, hatten ſie oft in heißen Schlachten mit ſchweigendem und duldendem Muthe ihr Blut für ihr Vaterland vergoſſen, aber nie waren ſie mit hervorragendem Geiſte begabt, nie von dem raſtloſen Ehrgeize beſeelt geweſen, der ſich den Weg zu den höchſten Stellen in der Welt bahnt. Denis Leverney war der jüngſte Sprößling und der einzige Erbe dieſer alten Familie. Sein Vater hatte eine Reihe von Jahren in der franzöſiſchen Armee gedient, und ſich dann auf ſein Erbgut in dem Thale am Fuße der Pyrenäen zurückgezogen. Seine Beſitzungen waren nicht groß, und es war jetzt, in ſeinen ſinkenden Jahren, ſeine Freude, über die Beſtellung derſelben die Aufſicht zu fuhren. Sein einziger Sohn, Denis, hatte ſchon als Knabe nicht unbedeutende Fähigkeiten gezeigt, und da der Vater nicht das Leben des einzigen männlichen Stamm— halters ſeines alten Hauſes auf's Spiel ſetzen wollte, ſo hatte er eingewilligt in den Wunſch des Sohnes, den Kriegsdienſt zu melden, und die wiſſenſchaftliche Laufbahn eines Rechtsgelehrten zu wählen. Im Herbſte des denkwürdigen Jahres 1792 ſollte Denis, nachdem er den Kurſus ſeiner juriſtiſchen Studien vollendet hatte, eine kurze Zeit bei ſeinem Vater zubringen, bevor er, um ſeine praktiſche Laufbahn als Advokat zu beginnen, nach der Hauptſtadt zurückkehrte. Während ſeines langen Aufenthaltes in Paris hatte der Vater immer in regelmäßigen Zwiſchenräumen Nachricht von ihm erhalten; die Geldſendungen waren gleichfalls regel— mäßig an ihn abgegangen, und niemals war eine Anfor— derung gekommen um Mehr, als die väterliche Liebe und Freigebigkeit ihm gewährte; von ſeinem dortigen Leben, von ſeinem Umgange, von den Anſichten, die er hegte, wußte der alte Mann durchaus Nichts. Eben ſo wenig kannte er den Zuſtand der politiſchen Parteien in Paris,“ hatte aber das größte Vertrauen auf den guten Sinn und die Ehrenhaftigkeit ſeines Sohnes, und begnügte ſich mit der Hoffnung auf die Zeit, wo ſie ſich wiederſehen würden. a Unterdeſſen rückte dieſe frohe Zeit näher. Ungefähr einen Monat vor der erwarteten Ankunft erhielt der Vater einen Brief von Denis, der ihn mit gemiſchten Gefühlen von Kummer und Freude erfüllte. Er ſchrieb, daß er ſeinen juriſtiſchen Kurſus vollendet, daß er ſich noch einige Monate in Paris aufgehalten habe aus Gruͤn⸗ den, die er nicht deutlich erklärte,— daß er zuletzt an einer ſchweren Krankheit gelitten, die ihn ſehr angegriffen, — daß der Arzt ihm rathe, ſtatt bis zu der früher ange— ſetzten Zeit zu warten, jetzt gleich einen Aufenthalt auf dem Lande zu ſuchen, und daß er ſich nun auf ein län⸗ geres Verweilen im Schloſſe freue, als er es ſich ſonſt, wenn ſein Befinden es nicht nöͤthig gemacht hätte, erlaubt haben wuͤrde. Wir müſſen jetzt erſt Einiges uber das Leben und den Charakter von Denis Leverney mittheilen, was dem Vater unbekannt war. Gleich bei ſeiner Ankunft in Paris war er unter junge Studirende gerathen, vor deren Beſtrebungen und Vergnügungen ihm die warnende Stimme fehlte. Er hatte Kraft, Laune und Geld genug, um mit ſeinen Komilitonen gleichen Schritt zu halten— es war alſo nicht zu verwundern, wenn er, ohne Leitung und Warnung, ſich den rauſchenden Vergnügungen in der froheſten Hauptſtadt Europa's hingab. Er trank, tanzte, lachte ſo froh und ſo herzlich wie die Uebrigen, ſo lange die Aufregung der Stunde des Vergnügens dauerte; aber nach dem Sturm kam für ihn keine Ruhe. Kaum war Dekan Be (490) mütogs 1 Chun e Aumenſond neter fllt feiert.. Friedbel b ge E 6010 im Jauerba Mbilppis bel Willwe 000 fl. Die Gle ſprüche m allein die el nicht vorge Ansprüche ſordert we heute an dachte Sch der deßfall gelöscht we Friedde Gie 0 (315) (auch Zit aus Mun 1780 bei und hierft pfandet. abgetragen kann jedoch Anſpruͤche biunen 4 als ſonft de löſcht werd Dugdac G E Lund E (160 8 Verwaluun 17 Klafin im Flurdr ces nach 9. 205 Elwaig. binnen 6 es ſonſt d detzeichniſſ ugeſchriebe ligt werden tied be Oro 9 107* 1 5 Bankett, Tanz und wilder Scherz vorüber, ſo ſtellten ſich Geſichte ſah, während der Wein floß und die Muſik tönte, en bei ihm Reue und Gewiſſensbiſſe ein. Er hatte ſeine hätte denken ſollen, daß unmittelbar darauf Reue und dem Studien nie ganz vernachläſſigt, und wenn er um Mitter— Sorge folgten, oder bittere Anklagen des Gewiſſens, oder nie nacht von einer Scene wilder Luſt nach Hauſe kam, ſo Anwandelungen des Ehrgeizes, der höhere Zwecke und ten ſuchte er mit Buch und Feder den Dämon der Sorge Ziele hatte, als ein ſybaritiſches Leben?— Er gab dieſe durch eine kurze aber eifrige Anſtrengung zu bannen. Solch' ein Leben konnte nicht glücklich genannt werdenz und doch, Wer, der dieſe Gluth der Aufregung auf ſeinem Lebensweiſe plötzlich auf, und daß er ſie aufgab, das ver— dankte er dem, was manche Zufall nennen mögen. (Fortſetzung folgt.) Bekamumachungen von Be⸗— hoͤrden. Bekanntmachung. 1490) Donnerſtag den 6. April d. J., Vor- mittags 11 Uhr, wird in der Behauſung des Chriſtian Hanſtein dahier ein dem vereinigten Armenfond zuſtebender, zum Schlachten geeig— neter fetter Faſelochſe öffentlich meiſtbietend ver— ſteigert. Friedberg den 29. März 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender. Edictalladung. (801) Nach Eintrag vom 10. Juni 1833 im Fauerbacher Hppothekenduch entlieh Heinrich Philippis Wittwe, jetzt Conrad Meiers Frau bei Wittwe Wecker dahier ein Kapital von 500 fl. Die Gläubigerin hat erklärt, keinerlei An— ſprüche mehr an die Schuldnerin zu haben, allein die erwähnte Hppotheke kann zur Löſchung nicht vorgelegt werden, weshalb alle, welche Anſprüche aus ſolcher verfolgen wollen, aufge— fordert werden, ſolche binnen 2 Monaten von beute an hier ſogewiß anzuzeigen, als ſonſt ge⸗ dachte Schuldurkunde für erloſchen erachtet und der deßfaͤllſige Eintrag in den Hypothekenbüchern gelöſcht werden wird. Friedberg am 23. März 1854. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann. Edietalla dung. (315) Anna Katharina, Anton Zipplers (auch Zicklers) Wittwe und deren Sohn Jakob aus Münſter haben lt. Hypothek vom 12. Mai 1780 bei der Kirche zu Münſter 40 fl. entlehnt und bierfür verſchiedene Güterſtücke verunter- pfändet. Das Kapital ſoll beſcheinigtermaßen abgetragen worden ſein, die quittirte Urkunde kann jedoch nicht vorgelegt werden. Etwaige Anſprüche aus dieſer Obligation ſind daher binnen 4 Wochen ſogewiß dahier anzuzeigen, als ſonſt der Eintrag im Hppothekenbuche ge— löſcht werden wird Butzbach am 25. März 1854. Großherzogliches Landgericht el. Muth, Landrichter. Landgerichtsaſſeſſor. Edictalla dung. (5160 Die Stadt Friedberg beſitzt beſchei⸗ nigtermaßen ſeit undenklichen Zeiten in der 6. Gewann in der Uſaer Vorſtadt ein jetzt an die Verwaltung der Main-⸗Weſer⸗Bahn verkauftes 17 Klafter 6 Schuh haltendes Grundſtück, das im Flurbuche nicht eingetragen iſt und in ſol— ches nach dem vorgelegten Meßbriefe unter No. 20%o einzutragen ſein würde. Etwaige Anſprüche auf dieſes Grundſtück find binnen 6 Wochen ſogewiß hier anzuzeigen, als es ſonſt der Stadt Friedberg im Mutations⸗ verzeichniſſe als durch Verjährung erworben zugeſchrieben und der Kaufbrief darüber beſtä⸗ tigt werden wird. Friedberg den 23. März 1854. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann. Braunkohlenverkauf. (462) Mit dem 1. April d. J. beginnt für den Braunkohblenverkauf auf dem Großherzoglichen Dorheimer Braunkohlenbergwerk eine neue Creditperiode, welche bis zum 30. Sept. d. J. dauert. Für die während dieſer Zeit unter den bekannten Bedingungen gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft bezogenen Braunkohlen wird eine Zahlungsfriſt bis zum 31. Dezember d. J. geſtattet. Die Preiſe ſind unverändert geblieben. Bemerkt wird noch, daß ſämmtliche Geſchirre, welche auf dem Dorheimer Bergwerk Kohlen laden wollen, bei der Kurfürſtl. Heſſ. Chauſſeegelderhebungsſtätte Nauheim und beladen auch auf allen Großberzoglichen Chauſſeen von der Entrichtung des Chauſſeegeldes befreit find. Dorheimer Bergwerk den 25. März 1854. Großherzogliches Bergamt Dorheim Sage Main⸗Weſer⸗Bahn. (517) Dienſtag den 11. April, Vormittags 8 Ubr ſollen auf der Station Friedberg die Arbeiten zur Erbauung von 6 Bahnwarthäuſern gelegen bei 1) dem e e Gemarkung 2) der Judenhohle Fauerbach II. 3)„ Bruchenbrückerhohle Gemarkung 4)— Altenſchlagshohle Bruchenbrücken 5)„ Kaſtenhohle Gemarkung 6) dem Kleinenfeld Niederwollſtadt an den Wenigſtnehmenden öffentlich veraccordirt werden. Die Voranſchlagsſummen für dieſe Häuschen ſind ziemlich gleich groß und betragen für das Warterhaus am Mainzerthorweg 1) Maurerarbeit 231 f 35 ke. 2) Steinhauerarbeit 37 58„ 3) Zimmerarbeit, zum Theil wird vorhandenes Polz benußt 190— 4) Schreinerarbeit 89„ 09„ 5 Schloſſerarbeit 65»»—„ 6) Glaſerarbeit 28 48„ 7) Spenglerarbeit 23 8 8) Weißbinderarbeit 80„ 49„ plane, Voranſchläge und Steigbedingungen können täglich auf dem Geſchaftszimmer des Unterzeichneten eingeſehen werden. Friedberg den 1. April 1854. Der Großherzogliche Sections-Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Main- Weſer⸗ Bahn. (518) Mittwoch den 12. April Vormittags 8 Uhr ſollen auf der Station Großkarben die Arbeiten zur Erbauung von 5 Bahuwarthäuſern, gelegen bei 1) der Staatsſtraße nördlich Okarben 29*„ ſüdlich* ö 3) dem Heiligenhäuſer Weg 4) Selzerbrunnen 5) dem Petterweiler Weg, Gemarkung Vilbel an den Wenigſtnehmenden öffentlich veraccordirt werden. Jedes Häuschen iſt veranſchlagt: 1) Maurerarbeit 214 fl. 25 kr. 2) Steinhauerarbeit 58 37„ 3) Zimmerarbeit, wird zum Theil von vorhandenem Holze ge— fertigt 190— 4) Schreinerarbeit 89„09„ 5 Schloſſerarbeit 65 5— 6) Glaſerarbeit 29„ 06„ 7) Spenglerarbeit 23 355„ 8) Weißbinderarbeit 81 508 9) Lieferung von 50 Bütten Kalk 66—„ Pläne, Voranſchläge und Steigbedingungen können vom 8. April an auf der Statſon Großkarben eingeſehen werden. Friedberg den 1. April 1854. Der Großherzogliche Sections-Ingenieur der Section Vilbel Hochgeſand. Immobiliar-Verſteigerung. (519) Mittwoch den 5. April d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, werden in bieſigem Rathhauſe die zum Nachlaſſe der Alexander Schmidts Eheleuten dahier gehörenden Immobilien, welche im Intelligenzblatt No. 21 und 22 ſpeciell be⸗ zeichnet find, nochmals öffentlich meiſtbietend unter dem Anfügen verſteigert, daß Falls dieſe Verſteigerung nicht genehmigt werden kann, als bald eine öffentliche Verpachtung der fraglichen Immobilien vorgenommen werden ſoll. Friedberg am 1. April 1854. Zn Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg. Großberzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Holzverſtei gerung. (520) Freitag den 7. k. M., Morgens prä⸗ cis 9 Uhr, ſollen in den geſammtherrſchaftlichen Waldungen bei Burggräfenrod, und zwar in den Schlägen No. 15 und 1 des Diſtricts Diebs⸗ ciche, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden: 6 Stecken Eichen⸗Scheitholz, 2˙„ Eichen⸗ 255 2¹„ Birken⸗ Prügelholz, 34½„ Buchen⸗ 24„ Eichen⸗ Stockholz, 13650 Wellen Buchen⸗ 10125„ Eichen⸗ RPeigabo 2400„Birken⸗. 4950„ Aspen⸗ c. 5 Eichen⸗Werkholzſtämme von 11— 13“ mittlerem Durchmeſſer und 15 bis 20“ Länge. Heldenbergen den 31. März 1854. Großherzogliche Oberförſteret Altenſtadt Rumpf. Arbeits verſteigerung. (521) Mittwoch den 12. April, Vormittags um 10 Uhr, ſoll auf dem Gemeindehauſe zu Burggräfenrod die Fertigung dreier neuen Kir- chenfenſter, veranſchlagt zu 48 fl., an den Wenigſinebmenden verſteigert werden. Burggrafenrod den 1. April 1854. Der Großherzogliche Bürgermeifter Moſcheroſch. —... p(—— N—— ——— 108 e- Bekanntmachung. (523) Die am 30. März l. J. abgehaltene Holzverſteigerung im Freiherrlich von Ritter'- 200 Gulden ö (522) liegen bei bieſiger Stadtkirchenkaſſe gegen doppelten gerichtlichen Gütereinſatz zum Ausleiben bereit. ſchon bekannten Bedingungen abgefahren wer⸗ den. Zabltage find Montag, Mitlwoch und Samſtag. ſchen Walde bei Hof Haſſelheck iſt genehmigt Friedberg den 1. April 1834. Friedberg. Der Rechner worden und kann das Holz von Donnerſtag In Auftrag: Faaßz. den 6. April, als der erſte Fahrtag, nach den Faatz. Zerliniſche Lebens-Verſicherungs-Geſellſchaft. (324) Das Geſchäft der Geſellſchaft behauptet ſeinen gunſtigen Fortgang und zeigt ſich am erſten März dieſes Jahres ein Beſtand von 7523 Perſonen mit Acht Millionen 781,400 Thalern. Die mit dem revidirten Geſchaͤfts-Plan ſeit dem 1. Januar d. J. niedriger geſtellten Prämien⸗Saͤtze ſind der Aufmerkſamkeit beſonders zu empfehlen und haben bereits ihre Anerkennung gefunden. Für das Jahr 1853 zeigt ſich wiederum eine gute Dividende. Renten und Kapitalien werden gleichfalls verſichert.— Geſchäfts-Programme werden von den Agenten der Geſellſchaft, ſowie in unſerem Bureau, Spandauer⸗ Brücke No. 8, unentgeltlich ertheilt.— Berlin, den 15. März 1854. Direction der Verliniſchen Lebens- Verſicherungs-Geſellſchaſt. Vorſtehende Bekanntmachung bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß. Friedberg den 31. Maͤrz 1854. G. F. Nau, hen Lebens⸗Verſicherungs⸗ Geſellſchaft 6 Agent der Berliniſck Einladung zum Uen-Abonnement füt das am 1. April 1834 beginnende Guartal auf den rankfurter Anzeiger, (480) Oer„Frankfurter Anzeiger“ erſcheint taglich außer Montags, bildet ein Organ für den bürgerlichen und geſchäftlichen Verkehr und bietet gleichzeitig eine angenehme, unterhaltende und nützliche Lektüre. 1) Novellen, Erzählungen, die neueſten und anziebendſten, Gedichte, Miscellen, 2) Berichte, unparteuſche, über Bühnen- und Conecertleiſtungen, Wiſſenſchaft, Kunſt und Induſtrie. 3) Modeberichte, die neueſten Pariſer, mit Modebild; lithographiſche Abbildung nebſt Erklärung der allerueueſten Muſter von Häkel., Stick-, Strick-, Filet⸗ und Bandarbeiten' ꝛc. 4)„Was gibt es Neues?“— Täglich eine Rubrik, worunter dem Leſer eine kurze, bündige, aber vollſtändige Rundſchau auf dem Gebiete der Politik und des offentlichen Lebens gegeben, und ihm dadurch das Durchſehen großer politiſcher Bätter erſpart wird. 5) Coursblatt(Vollſtandig) der hieſigen Boörſe, die neueſten Handels-, Frucht«, Getreide., Oel- und Branntwein-Berichte von Frankfurt, Mainz, Friedberg, Heidelberg, Würzburg, Cöln, Neuß und anderen Plätzen. 6 Das Frgrkfarter Amtsblatt im Auszuge; vollſtändig das Verzeichniß der Aufgebotenen, Getrauten, Gebornen und Verſtorbenen. 7) Inſerate, die bei der bedeutenden Verbreitung des Blattes hier und auswärts 8) Gerichtszeitung. Nundſchau intereſſanter einheimiſcher und fremder ſch w Polizei- und Civilfäller 8 Schachaufgaben, Räthſel 2c. ꝛc. guten Erfolg haben müſſen. ur gerichtlichen Verhandlungen, Criminal“, . Den Herren Juriſten, Schwurmännern und Kaufleuten beſonders zu empfehlen. f Zu Beſtellungen empfiehlt ſich E. Bindernagel in Friedberg. E manu e 1 Federn. Literariſche Anzeigen. (Plumes Diamant.) 88 Bei 8 Bindernagel in Fried— (23) Eine ſich ſtets gleichbleibende, für jede Hand paſſende Feder, welche wegen dieſen Eigen— eng ißt vorrathig: ſchaften und ihrer höchſt geringen Unabnutzbarkeit bereits eine Berühmtbeit erlangt bat. Dieſelben Wredow's Gartenfreund oder find verſchiedenartig geſpitzt, fein, mittel und ſtumpf. 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