uͤr die Provinz Oberheſſen Intelligenz-Blatt im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M 58. Mittwoch den 27. Juli 1853. Das öde Landhaus. Ein Reiſeabenteuer. (Fortſetzung.) Als mein Begleiter an dieſem Punkt ſeiner Erzäh⸗ ung angekommen war, befanden wir uns am Eingange des Dorfes, wo die Kirche ſtand, unweit von dem ſchmuck-⸗ loſen Häuschen, welches der Pfarrer bewohnte. Vor dem Häuschen war ein kleiner Garten, und unter dem Vor⸗ dache ſaß eine ſteinalte Frau und ſonnte ſich im warmen Abendlichte. Dem alten Mütterchen wackelte der Kopf vor Schwäche, ihre Geſtalt war ſehr gebeugt; in der Hand hatte ſie ein paar lange Stricknadeln und aus der Art und Weiſe, in welcher ſie dieſelben führte, ſchloß ich, ſie müſſe blind ſein. Der Prieſter lud mich ein, in ſeine beſcheidene Behauſung zu treten, erzählte mir, die Blinde ſei Roſine, die ehemalige Milchſchweſter und Zofe des Fräuleins Henriette v. Beaugency, und ſetzte hinzu, wenn ich mich ein halbes Stündlein bei ihm ausruhen wolle, werde er Roſine bitten, mir den Reſt der Geſchichte vol— lends zu erzählen. Da ich ahnte, daß ſich mir noch irgend eine ſchreckliche Kataſtrophe enthüllen würde, nahm ich das Anerbieten des guten Mannes gerne an. Er ſtellte mich Henriettens früherer Geſpielin vor, deren Gedächtniß ich trotz ihres hohen Alters noch gänzlich treu und unge⸗ trübt fand, und ich bat ſie um Verzeihung für meine Neugier, weil ihr die Wiedererzählung von ſo nahe an⸗ gehenden, wahrſcheinlich höchſt ſchmerzlichen Umſtänden ohne Zweifel Schmerz bereiten müſſe. „Ach, Madame,“ ſagte ſie,„ich gebe nur Gedanken Worte, welche mich immer beſchäftigen! Ich werde dieſe Erinnerungen gar nicht los. Ich habe dieſe traurige Ge— ſchichte nur zweimal erzählt, denn ich wollte um meiner armen Herrin willen mit den Leuten ihrer frühern Um— gebung nicht über ſolche Gegenſtände ſprechen; aber jedes⸗ mal ſchlief ich darauf beſſer als ſonſt; es ſcheint die ſchwere Bürde meines eigenen Grams erleichtert zu haben, wenn ich Anderen das Geheimniß mittheilte. „Sie liebten wohl Fräulein v. Beaugency ſehr?/ fragte ich. „Meine Mutter war zwar nur ihre Amme, Madame, aber gleichwohl wuchſen wir wie zwei Schweſtern mit einander auf,, entgegnete Roſine;—„ſie hatte niemals das geringſte Hehl vor mir, und die heilige Jungfrau weiß, daß niemals einer ihrer Gedanken ſie auch nur eine Stunde außer dem Paradieſe halten wird, denn es war nicht mehr Sünde in ihr, als ein Schmetterlingsflügel tragen könnte!“ „Sie hat wohl recht viel gelitten, als ſie den Tod ihres Vetters Eugen erfuhr?“ ſagte ich.„Und wie lange vorher war's, ehe ſie den Grafen heirathete? denn ſie heirathete ihn doch, nach Dem zu ſchließen, was ich ge— hört habe?“ „Ja, leider hat ſie ihn geheirathet, Madame, etwa ein Jahr nachdem die Todesbotſchaft gekommen war! die arme Frau! Nicht daß ſie mit ihm gerade unglücklich war! Er behandelte ſie nicht ſchlecht, durchaus nicht, denn er liebte ſie leidenſchaftlich. Aber eiferſüchtig war er— der Himmel weiß auf Wen, denn er brauchte auf Niemand eiferſüchtig zu ſein. Er liebte eben wie ein heißblütiger Spanier, der er war, und er fühlte vermuth— lich, daß ſie ſeine Liebe nicht auf die gleiche Weiſe er— widerte. Wie konnte ſie auch, nachdem ſie ihr ganzes Herz an den Vetter gehängt hatte! Sie mochte zwar den Grafen gut leiden, und ich könnte nicht ſagen, daß ſie miteinander unglücklich waren; aber ſie konnte Spanien nicht leiden und die Menſchen, unter welchen ſie dort zu verkehren hatte. Des Grafen Schloß war auch ein gar zu unheimlicher Ort, und ich für meinen Theil fürchtete mich immer, wenn ich Nachts beim Schlafengehen die ge⸗ wölbten Gänge und die weiten dunklen Treppen paſſiren mußte. Der Graf aber hing an ſeinem Wohnſitze, weil er ſchon ſeit unvordenklichen Zeiten im Beſitz ſeiner Fa— milie geweſen war, und nur ſeiner Frau zu Liebe kam er nach ihrem väterlichen Gute.“ „Aber dieſer Wohnſitz iſt ja in der That ebenfalls ſehr unheimlich?“ wandte ich ein. „Unheimlich?“ wiederholte ſie;—„jenun, heutzu— tage mag er es allerdigs ſein, weil ein Fluch darauf liegt; aber damals war er es nicht. O es war ein wunder— hübſcher Aufenthalt zur Zeit des alten Herrn v. Beau— geucy, und meine arme Herrin liebte denſelben um der ſchönen Tage willen, die ſie dort verlebt hatte, und als der Zeitpunkt ihrer erſten Entbindung herankam, drang ſie in ihren Gemahl, er moge ſie dahin bringen. Sie wollte meine Mutter um ſich haben, welche ihr beinahe Mutterſtelle vertreten hatte, und als ſie ihm ſagte, es würde ihr Tod ſein, wenn er ſie in Catalonien laſſe, gab er ihren Wünſchen nach und wir kamen hierher. Man berathſchlagte mit dem Arzte und richtete Alles her, und Henriette war ſo vergnügt bei dem Gedanken, daß ſie bald ein kleines Kind haben ſollte, daß, wenn wir ſo bei— ſammen ſaßen und Kleider für das zu erwartende kleine 9 Weſen fertigten, ſie ſo harmlos und fröhlich mit mir plauderte, was ſie mit dem Kleinen beginnen und wie ſie es erziehen wollte, und war dabei ſo glücklich und ſeelen— vergnügt, daß ich wohl ſah, ſie vergeſſe nun nachgerade, daß ſie nicht an den Mann ihrer Wahl verheirathet ſei! „Nun ja, Madame,“ fuhr Roſine fort und wiſchte ſich mit dem Zipfel ihrer Schürze die Thränen aus ihrem erloſchenen Auge,—„wir waren Alle ziemlich glücklich, wie Sie geſehen haben, und ſahen binnen Kurzem der Geburt des Kindes entgegen;— da ſah ich eines Nach— mittags, während meine Herrſchaft mit einander ausge— fahren war, und ich durch die Staketen des Gartenthors mich nach dem Wagen umblickte— denn ſie waren länger ausgeblieben als gewöhnlich— eine Geſtalt haſtig des Weges daher auf den Punkt zu kommen, wo ich ſtand; eine Geſtalt, die mir bei ihrem Näherkommen das Herz auf die Lippen rief, denn ich glaubte, es ſeie eine Er— ſcheinung! Ich warf nur noch einen zweiten Blick auf ſie, dann drehte ich mich, höchlich erſchrocken, um und rannte in's Haus zurück; bevor ich dieſes aber noch er— reicht, hatte der Fremde das Thor geöffnet und war in den Garten getreten.“ „Und wer war der Fremde?“ fragte ich. „Es war Eugen, Madame!— Herr Eugen v. Beau— gency, der Vetter meiner Gebieterin, gab mir Roſine zur Antwort und erzählte weiter: Er eilte mir nach und rief: Roſine, fürchte Dich nicht! Glaub' mir, ich bin kein Ge— ſpenſt, Roſine! Du haſt vielleicht gehört, ich ſei in der Schlacht gefallen; aber dieß war nicht der Fall, wie Du ſiehſt,— ich fiel nur in Gefangenſchaft, und bin nun hier und Gott ſei Dank geſund und wohl! Und wie geht es meiner Couſine? Wo iſt ſie 2“ „Sie mögen ſelber beurtheilen, Madame, wie mir zu Muthe ward, als ich dieß hörte,“ fuhr die blinde Ma— trone fort;„mir war, als falle ein ſchwarzer Vorhang über meine Augen, auf welchem ich nur„Wehe! wehe!“ leſe! Was für eine Geſtalt er annahm, hätte ich nicht errathen können; allein hinter dem dunklen Vorhang, der meinem Auge die Zukunft verhüllte, ſah ich Nichts als Weh und Leid auf Erden für dieſe drei Menſchen. Der Herr erbarme ſich ihrer! dachte ich, und ich hoffe, für die zukünftige Welt mag mein Gebet auch erhört worden ſein, aber leider für dieſe nicht mehr. „Jenun, Madame, meine erſte Furcht war, der Graf möchte zurückkehren und ihn hier finden, denn ich wußte, daß es zu Blutvergießen führen würde, wenn ſie einander begegneten. Ohne daher auf ſeine Fragen zu antworten, bat ich ihn inſtändig, ſogleich zu meiner Mutter zu gehen, wohin ich ihm alsbald nachfolgen und dann Alles erzählen wolle. Allein gerade dieſe Bitte und die Aufregung und Angſt, die er an mir bemerkte, ließen ihn mit Einem Male die Wahrheit ahnen. Er faßte mich mit einer Hef⸗ tigkeit am Arm, daß ich die Spuren ſeiner Finger noch viele Tage nachher daran trug und fragte mich: ob Hen— riette verheirathet ſei?—„Allerdings,“ gab ich zur Ant⸗ wort; ſie hielt Sie für todt, war blutarm, und es war der letzte Wunſch ihres ſterbenden Vaters, daß ſie....— „Wie?, ftel er mir in's Wort, mit einem Geſicht, das ich in meinem Leben nicht vergeſſen werde;„verheirathet an den Spanier, an Ruy Gonzalez?“—„Ja, an Ruy Gonzalez,“ verſetzte ich,„und wenn er Sie hier findet, bringt er Sie um!“—„Meinetwegen!“ ſagte er.— „Das wird aber Henriettens Tod ſein,“ rief ich,„und ſie iſt... ſie iſt.... iſt Mutter.... ihrer Entbindung nahe,“ ſetzte ich zögernd hinzu. Er ſchlug ſich mit beiden geball⸗ ten Fäuſten vor die Stirne und ſagte:„Ich muß ſie ſehen!“—„Das kann nicht ſein,“ gab ich ihm zur Ant⸗ wußte wohl, daß er mich trotzdem beobachtete. Eo wort;„der Graf verläßt ſie keinen Augenblick.“—„Wo ſind ſie nun?“ fragte er weiter.„Sie ſind ausgefahren in einem dunkelblauen Wagen, und ich erwarte ſie jeden Augenblick zurück! Gehen Sie, um's Himmels willen gehen Sie zu meiner Mutter!“—„Ich habe den Wagen geſehen; er begegnete mir dieſſeits Noirmoutiers,“ ſagte er mit einem bittern Lächeln.„Ich ahnte nicht, daß ſie darin ſaß,“ fuhr er fort, und ſeine Lippen bebten, ein krampfhafter Schauder lief über ſeine Züge.„Ich will, — ich muß Henrietten ſehen, und es wäre klüger, Du hälfeſt mir dazu, Roſine, ſonſt wird es für uns Alle nur um ſo ſchlimmer! Verbirg mich in ihrem Zimmer; ihr Gemahl ſchläft ja wohl nicht dort?,—„Nein ſagte ich;„aber er kömmt öfters dorthin, um mit ihr zu plau⸗ dern, wenn ſie Toilette macht!,—„Sperre mich in das Kloſett; es iſt Raum genug darin für mich, wenn ich mich unter die Büchergeſtelle verkrieche. Du ſagſt es dann Henrietten, und läßt mich heute Abend heraus, wenn der Graf zu Bette gegangen iſt!“—„Großer Gott!“ rief ich, und meine Kniee wollten unter mir einbrechen; „ich höre den Wagen; ſie werden im Nu hier ſein!“— „Thue, was Du willſt, Roſine,“ ſagte Herr Eugen zu mir und benützte den Vortheil, welchen meine Angſt ihm bot;„ich muß Henrietten ſprechen, und werde es auf meine Fauſt erzwecken, wenn Du mir nicht dazu behülf⸗ lich ſein willſt. Ich rühre keinen Fuß von der Stelle!“ damit ſtieß er ſeinen Stock feſt in den Boden und ſah mich mit einem Blicke an, in welchem ich ſeine verzweif⸗ lungsvolle Hartnäckigkeit deutlich las.—„So kommen Sie denn in Gottes Namen!, rief ich, denn der Wagen war ganz in der Nähe und kein Augenblick zu verlieren; dann nahm ich ihn am Arm und zog ihn in's Haus, denn ſelbſt jetzt noch ſchien er lieber ſie hier ſtehenden Fußes erwarten und mit dem Grafen einen Streit beginnen zu wollen. Genug, ich hatte kaum Zeit genug gehabt, ihn einzuſchließen und den Schlüſſel in meine Taſche zu ſtecken; ſchon waren der Graf und die Gräfin ausgeſtiegen und kamen den Garten herauf. „Sie können ſich denken, Madame, in was für einem Gemüthszuſtande ich dem Grafen und meiner Gebieterin unter die Augen trat, und meine Betretenheit ſtieg noch, als ich fand, daß der Graf es bemerkte.„Was gibt es, Roſina? iſt etwas Ungewöhnliches begegnet?“ fragte er und heftete ſein ſtechendes ſchwarzes Auge ſo forſchend auf mich, daß mir war, als wollte er in meiner innerſten Seele leſen. Ich machte mir um meine Gebieterin zu thun und wandte mein Geſicht von ihm weg; aber ich Sonſt pflegte er ſich, wenn er von der Spazierfahrt heimkam, auf ſein Zimmer zu begeben und mich bei ſeiner Frau zu laſſen; allein dießmal kam er in den Salon, legte den Hut ab, nahm einen Stuhl und verließ ſie den ganzen Abend keine zwei Minuten lang. Dieſes Betragen war ſo ungewöhnlich, daß er offenbar irgend einen Argwohn gegen mich hegte; überdem las ich dieß in ſeinen Zügen, obwohl ich natürlich nicht entſcheiden konnte, ob ſein Arg⸗ wohn durch meine Bläſſe und Aufregung oder durch irgend einen anderweitigen Zufall geweckt worden war. Später ward mir's aber klar, daß er den jungen Mann im Vor— überfahren erkannt haben oder doch von der Aehnlichkeit deſſelben ſo betroffen worden ſein mußte, um ſich meine Verwirrung richtig erklaren zu können. Sie mogen ſich nun hiernach denken, Madame, wir mir dieſen Abend zu Muthe war. Ich ſah deutlich, daß er mich nicht mit ſeiner Frau allein laſſen wollte; allein dieß war noch nicht das Schlimmſte, da ich mir vorgenommen hatte, ſie mit den Begebenheiten dieſes Abends nicht eher bekannt zu Bekannt Oeffent Anf 120 erben auägeſchl nan e el II. dahl Okel 9 55 9 hier anzumelden terſtellt und de behandeln werd Friedberg Ed (1039) O gehörende Ho buchs, mit G! Namen im G 961, J. 97 kragenen Grun don Commung in Zwangswe 1164 fl. 30 auf 1260 fl. enden Frau! ben die Ratifi Georg Henzel weſend find, a bezeichneten 8 werden jene au gegen die forn Verfteigerung l zum Dier hier vorzubring Einwendungen! der gerichtlicher Käufer verfügt In demſeld Eigenthumsan Immobilien 0 als ſonſt ohne cationsurkund eſtätigung e. Friedberg 233 e machen, als bis ihr der Graf gute Nacht geſagt habe, weil ich wußte, daß ihre Gemüthsbewegung ihm das ganze Geheimniß verrathen haben würde. Mittlerweile ahnte die Gräfin gar kein Unglück; ſie mochte zwar wohl be— merken, daß mir etwas auf dem Herzen liege, vermuthete aber wohl, ich graͤme mich im Stillen um einen jungen Mann Namens Philipp, den ich heirathen ſollte, und der vor Kurzem an einer ſchweren Krankheit darnieder ge— legen hatte und nun die Schwindſucht haben ſollte. „Während ich mir im Zimmer meiner Gebieterin zu ſchaffen machte, ging meine Herrſchaft in den Garten hinab, um einen Abendſpaziergang zu machen. Kaum ſah ich ſie am andern Ende des Gartens, ſo ſetzte ich den Mund an das Schlüſſelloch des Kloſets und beſchwor Eugen bei Allem, was ihm heilig ſei, ſtille zu ſein, weil ich überzeugt ſei, daß es nicht nur ihm, ſondern auch meiner Gebieterin das Leben koſten wurde, wenn er ent— deckt würde. Er verſprach mir Alles und kaum war ich wieder aufgeſtanden und hatte eine Schublade herausge— zogen, ſo hörte ich den Schritt des Grafen im Salon.— „Der Gräfin iſt's ſehr ſchwül,“ ſagte er;„ſie verlangt den großen grünen Fächer, den Du auf einem der Borde im Kloſett finden ſollſt!“ (Fortſetzung folgt.) Bitte an Menſchenfreundel Die Gemeinde Vonhauſen bei Büdingen iſt am Sonn— tag den 10. Juli gegen Mittag von einem ſchweren Unglück getroffen worden, indem ein Hagelwetter binnen 7 Minuten die ganze Winter- und Sommerſaat zertrümmerte und alles Obſt von den Bäumen ſchlug. Der Schaden iſt ein ſehr bedeutender und das Unglück um ſo größer, als der größte Theil der Gemeinde arm iſt, nunmehr Allen, mit ſehr geringer Ausnahme, das ganze Jahrbrod fehlt, und ſie darum einer ſehr traurigen Zukunft entgegen— gehen; nicht allein für dieſes Jahr, ſondern für längere Zeit, indem dieſer Schaden ſehr ſchwer auszuheilen iſt. Ich bin bereit, milde Gaben für dieſe in allen Zeit— verhältniſſen Fürſt und Vaterland ergebene brave Gemeinde in Empfang zu nehmen und an Herrn Pfarrer Thon zu Vonhauſen abzuliefern. Friedberg den 24. Juli 1853. Bernges, Lendgerichtsactuar. Bekanntmachungen von Be— hoͤrden. Oeffentliche Aufforderung. (11210) Anſprüche an den, vor den Inteſtat⸗ erben ausgeſchlagenen rein etwa nur 16 fl. be⸗ tragenden Nachlaß des Schuhmachers Konrad Okel II. dahier ſind Donnerſtag den 18. Auguſt, Vormittags 7 Uhr, hier anzumelden, gegenfalls Verzicht darauf un⸗ terſtellt und der Nachlaß als herrnloſes Gut behandelt werden wird. Friedberg den 16. Juli 1853. Gr. Heſſ. Landgericht Hofmann. Enie lden g. (1039) Die dem Georg Henzel in Bönſtadt gehörende Hofraithe, VII. 102. des Grund⸗ buchs, mit Grabgarten, ſodann die, auf jenes Namen im Grundbuch unter I. 602, 1. 706, I. 961, 1. 974, XV. 208, XV. 416, einge⸗ tragenen Grundſtücke find wegen Beitreibung von Communalintraden der Gemeinde Bönſtadt im Zwangswege verſteigert und es ſind daraus 1164 fl. 30 kr.— die Taxation beläuft ſich auf 1260 fl.— erlöſt worden.— Die anwe⸗ ſenden Frau und Kinder des Georg Henzel ha— ben die Ratifi cation nicht beanſtandet; da aber Georg Henzel ſelbſt und zwei ſeiner Söhne ab⸗ weſend find, auch Eigenthumsurkunden über die bezeichneten Immobilien nicht vorliegen, ſo werden jene aufgefordert, etwaige Einwendungen gegen die formelle Gültigkeit der ſtattgehabten Verſteigerung und die Ratification ſogewiß bis zum . Dienſtag den 30. Auguft hier vorzubringen, als ſonſt Verzicht auf ſolche Einwendungen unterſtellt, ſofort die Ausfertigung der gerichtlichen Adjudicationsurkunden für die Käufer verfügt werden wird. In demſelben Termine ſind auch etwaige Eigenthumsanſprüche Dritter auf die bezeichneten Immobilien ſogewiß hier geltend zu machen, als ſonſt ohne Rückſicht auf ſolche den Adjudi⸗ cationsurkunden für die Käufer die gerichtliche Beſtätigung ertheilt werden wird. Friedberg den 27. Juni 1853. Gr. Heſſ. Landgericht Hofmann. Oeffentliche Aufforderung. (1082) Die Gläubiger des concursfälligen Abraham Rothſchild von Florſtadt werden, bei Meidung ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Maſe, zur Liquidation auf Donnerſtag den 18. Auguſt, Vormittags 10 Uhr, mit dem Bemerken vorgeladen, daß nicht bevor⸗ zugte Creditoren keine Ausſicht auf Befriedigung haben. Friedberg den 30. Juni 1853. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. v. Preuſchen. Oeffentliche Aufforderung. (1107) Nikolaus Heinz von Niederweiſel, deſſen gegenwärtiger Aufenthaltsort unbekannt iſt, wird hiermit aufgefordert, binnen 2 Mona- ten a dato ſogewiß etwaige Einwendungen gegen das über den Nachlaß ſeines verſtorbe⸗ nen Vaters Gerhard Heinz aufgenommene In— ventar dahier geltend zu machen, widrigenfalls daſſelbe abgeſchloſſen, der Nachlaß hiernach zur Vertheilung gebracht, der ihm zufallende Erb⸗ theil zur Befriedigung des Fiscus bezüglich der angeſetzten Refractärſtrafe von 100 fl. veräußert und ein etwaiger Vermögensüberſchuß curato— riſch verwaltet werden wird. Zugleich ſind anderweite dritte Forderungen an den Nachlaß des Gerhard Heinz binnen gleicher Friſt bei Vermeidung der Nichtberück⸗ ſichtigung dahier geltend zu machen. Butzbach den 12. Juli 1853. Großherzogl. Landgericht Ebel. Muth. Bekanntmachung. (1135) Samſtag den 20. Auguſt, Nachmit⸗ tags 4 Uhr, ſoll das einſtöckige Wohnhaus des Auguſtin Hütter zu Dornaſſenheim in der Ge— meindeſtube daſelbſt einer wiederholten Verſtei— gerung ausgeſetzt werden. Reichelsheim den 21. Juli 1853. Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerei Hildenbrand. Güter ⸗Verſteigerung. (1156) Donnerſtag den 28. Juli d. J., Nachmittags 2 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe die Güterſtücke der Ludwig Keims Wittwe in Friedberger und Fauerbacher Gemarkung nochmals unter dem Anfügen öffentlich meiſt— bietend verſteigert, daß auf Grund eines einge— legten Nachgebots die Güterſtücke in Fauerbacher Gemarkung erſt im Einzelnen und dann im Ganzen ausgeboten werden; auch ſteht zu er⸗ warten, daß nunmehr bei annehmbaren Geboten die Genehmigung alsbald ertheilt wird. Friedberg den 23. Juli 1853. In Auftrag: Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Bender. Edictal ladung. (1109) ueber das Vermögen des Philipp Väth von Melbach iſt von Gr. Hofgericht der Provinz Oberheſſen der förmliche Concursproceß erkannt worden. Es werden deßhalb alle Gläu⸗ biger deſſelben zur Geltendmachung ihrer For⸗ derungen und Vorzugsrechte auf Mittwoch den 31. Auguſt 1853, Vormittags Uhr, unter dem Rechtsnachtheile des ſtillſchweigend erfolgenden Ausſchluſſes von der Concursmaſſe vorgeladen. Perſönlich oder durch Spezialbe⸗ vollmächtigte nicht erſcheinende Liguidanten wer⸗ den hinſichtlich eines etwaigen Vergleichs, ſowie der Wahl und Cautionsleiſtung eines Maſſe⸗ curators, als den Beſchlüſſen der Mehrheit der erſchienen beitretend angeſehen. Friedberg den 7. Juli 1853. Großhberzogl. Landgericht Hofmann. Hofraithe⸗Verſteigerung. (1157) Montag den 1. Auguſt d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, wird in bieſigem Rathhauſe auf freiwilligen Antrag der Heinrich Briels Wittwe deren nachbeſchriebene Hofraithe, als: Gemarkung Stadt Friedberg: Pag. 48 No. 284 Hofraithe, als: Wohnhaus, Scheuer und Ställchen, an Adam Schleuning und Jo⸗ hannes Windecker, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 23. Juli 1853. In Auftrag: Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Bender. Verſteigerung von Grabenarbeit zu Wohnbach. (1158) Freitag den 29. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll in dem hieſigen Rathhauſe die Herſtellung eines Entwäſſerungsgrabens mit Erdtransport an den Wenigſtnehmenden ver— geben werden. Der Voranſchlag beträgt von 125 laufenden Klaftern, à 1 fl. 12 kr., 150 fl. Bemerkt wird, daß ſich hier keine Ueberneh⸗ mer vorgefunden haben, weßhalb man die Gr. Bürgermeiſter derjenigen Gemeinden, worin ſich arbeitſuchende Leute befinden, erſucht, dieſes in Ihren Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Wohnbach den 21. Juli 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Philippi. Faß⸗ und Eſſig⸗Verſteigerung. (11590 Freitag den 29. d. M., Vormittags 10 Uhr, wollen die Erben des Heinrich Sang J. 12 verſchiedene Ohmfäſſer und 2 Ohm Eſſig meiſtbietend verſteigern laſſen. Fauerbach II. den 24. Juli 1853. In Auftrag: ö Der Großherzogl. Bürgermeiſter Hofe rp, Privat ⸗ Bekanntmachungen. 30 0 0 0 Gulden (1114) liegen zum Ausleihen auf Kaufſchil⸗ linge ſowohl als auch auf gute Obligationen in Auftrag bereit bei Friedberg. Jakob Finkernagel. Empfehlung. (11360 Gute Erbſen zur Stoppel⸗Saat find zu haben bei Jacob May, Fruchthändler in Friedberg. Aufforderung. (1160) Da nunmehr der jährliche Gehalt des Caſinodieners auf 200 fl. feſtgeſetzt worden iſt, ſo werden hiermit nochmals diejenigen auf⸗ gefordert, welche dieſe Stelle zu haben wünſchen, ſich bis den 28. d. M. incl., bei Oberlieutenant Riedel anzumelden, woſelbſt auch die näheren Beſtimmungen bezüglich der Leiſtungen zu er⸗ fahren find. Spätere Anmeldungen finden keine Berückſichtung. Die Vorſteher. Verloren (11610 ward am Dienſtag den 19. d. M. zwiſchen Friedberg und Oberroßbach eine Stroh⸗ taſche mit einem weißen geſtickten Umſchlagetuch. Dem Finder, der das Tuch in der Expedition des Intelligenzblattes abgiebt, wird eine Beloh⸗ nung zugefichert. eee ee i (1162) Leere Packkiſten verſchiedener Größe und Cigarrenkiſtchen von Cedernholz, find zu verkaufen in Frankfurt Steinweg 10. Annonce. (1163) Großes garantirtes Anlehen der Stadt Lüttich von fl. 7,200,000. Erſte Ver⸗ looſung am 31. Auguſt 1853. Höchſte Prämie fl. 100,000., niedrigſter Gewinn fl. 100. Wir empfehlen Certificate auf das Spiel 1 Obligation fl. 2. 30. 6 Obligationen 12.— 13*„22.— 27 1„40.— ue verſprechen prompte Zuſendung der Ziehungs⸗ iſten. Julius Stiebel jun.& Comp., Banquiers in Frankfurt a. M. Eine Familienwohnung (1164) im mittleren Stocke meines neu ein⸗ gerichteten Hauſes iſt zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden. Jean Müller, auf der breiten Straße. Eine elfenbeinerne Broche (1163) iſt vergangenen Sonntag vom Seeer⸗ graben bis in die Burg verloren gegangen. Der redliche Finder wird gebeten, dieſelbe bei der Expedition dieſes Blattes abzugeben. 234 e- Verſteiger ung. 5 Wagenpferde des Herrn Grafen von Reventlou (1166) Montag den 1. August, Vormittags in Ziegenberg öffentlich meiſtbietend verſteigert 11 Uhr, ſollen zwei hellbraune, achtjährige werden. Das diesjaͤhrige Große Scheibenſchießen zu Friedrichsdorf i findet Sonntag den 31. Juli und Montag den 1. Auguſt auf dem neuen Schieß platze dahier ſtatt. Zur angenehmen Unterhaltung der mich beehrenden Gäſte iſt alles aufgeboten, Speiſen und Getränke ſind von bekannter Aechtheit, ſowie die Muſik ausgezeichnet; ich hoffe daher mich eines recht zahlreichen Beſuchs erfreuen zu können. Friedrichsdorf im Juli 1853. C. A. Foucar, zum weißen Thurm. V on Dr. Borchardt's aromatiſch⸗medieiniſcher Kräuter⸗Seife (à 21 kr. pr. Packetchen) b Dr. Suin de Boutemard's aromatiſche Zahn⸗Paſta (à 21 und 42 kr. pr. ½% und ½ Päckchen) Dr. Koch's Kräuter⸗Bonbons (in Sachteln à 18 und 36 kr.) Dr. Hartung's Kräuter⸗Pomade und Chinarinden⸗Oel (à Original⸗Glas 36 kr.) (1167) habe ich für hieſigen Ort und Umgegend das alleinige Depot und halte dieſe, durch öffentliche Anzeigen in den geleſenſten Zeitungen hinlänglich bekannten und durch ihren Werth im Publikum ſo gut renommirten Artikel fortwährend in friſcher Waare und hinreichender Auswahl vorräthig und bitte nach wie vor um geneigten Zuſpruch. Friedberg. P. F. Schmittner. Zur gef. Beachkung für Auswanderer. (1168) Nachdem ich von Gr. Staatsbehörde als Agent zur Beför— derung von Auswanderern für die General-Agenten J. Lemaitre 8&8 W. Finlay in Mainz 8 Havre conceſſionirt worden bin, erlaube ich mir, dieſe Reiſegelegenheit noch beſonders zu empfehlen, indem ſie außerordentliche Vorzüge anderer Reiſegelegen— heiten gegenüber hat. Auch wird es immerhin mein eifrigſtes Beſtreben ſein, fuͤr das Wohl der Auswanderer auf das pünktlichſte beſorgt zu ſein. Die Ueberfahrtspreiße ſind ſtets die billigſten, und ich darf deßhalb wohl zahlreicher Betheiligung bei dieſer Reiſegelegenheit entgegenſehen. Beförderung nach 0 am 11., 21. und 1. eines jeden Monates, 5„ New⸗ Orleans am 1. Auguſt, 1. und 10. September. G. F. Nau, conceſſionirter Agent in Friedberg. eraeriſ che 9 (1118) In der G. D. Brühl'ſchen Verlagshandlung in Gießen iſt erſchienen und bei C. Bindernagel in Friedberg vorräthig: Ge ſe tz vom 21. Februar 1852, betreffend die Erwerbung des Grundeigenthums und die beſonderen rechtlichen Folgen des Eintrags eines Erwerbtitels in dem Grundbuche in den Provinzen Starkenburg und Oberheſſen, nebſt den darüber gepflogenen ſtändiſchen Berathungen und beigefügten erläuternden Bemerkungen ſammt einem Anhange, welcher die Verordnung vom 8. December 1852 bezüglich der Ausführung des obigen Geſetzes, und die Verordnung von demſelben Tage, ee der Fein der Grundſteuerkataſter, enthält. reis geh. 54 kr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. Sam lichen Bezi jetzigen Ki Landwirth dener wich 0 N0 Zu ernannt: Beienhein K Hei Friedberg 0 8 Bel Ho Florſtadt He 8 ſeit 8 Hausen: Chr Niederros He Niederwe ſeil Obermör 0 Oppersh ſeit