0 gen Mat tkirche 1 2 1 irrer 1 1 Intelligenz-Vlatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. N 0. Mittwoch den 25. Mai 1853. Der alte Sergeant. Von Dr. Th. Meyer. (Fortſetzung.) Ich ſollte ſchon als todt weggeſchafft werden, da entdeckte der Dorfbarbier noch einiges Leben in mir, verband mich und der Maire ließ mich an dieſen verborgenen Zufluchtsort bringen, wo mich die herum— ſchwärmenden Koſacken nimmermehr entdecken konnten. Sacrement! das war eine verdammt langweilige Zeit, bis ich von meinem Säbelhieb und der Schußwunde hergeſtellt war! beſonders da ungünſtige Nachrichten einliefen. Aber ich glaubte ſie doch nimmermehr: alle Franzoſen, meinte ich, müſſen den Kaiſer lieben wie ich und ihr letztes Herz— blut für ihn einſetzen. Weiß es Gott, wie gut ich Dei⸗ ner Mutter, meiner Pflegerin, war! und wie leid mir's that, die braven Leute, die ſich meiner angenommen, zu verlaſſen, aber gleichwohl packte ich, zur Nothdurft herge⸗ ſtellt, meine Muskete wieder auf den Rücken, um zur Armee zu ſtoßen und des Kaiſers Sache zu verfechten. Ich denke noch immer an jenen Morgen, das halbe Dorf gab mir das Geleite und ich biß die Zähne zuſammen, daß ſie nicht merken ſollten, wie ſauer mich das Mar- ſchiren ankomme nach dem Blutverluſte mit meinen halb— geheilten Wunden. Wär's nicht für meinen Kaiſer ge⸗ weſen, daß ich fortzog, die Thränen Deiner Mutter hätten mich da zurückgehalten. Aber ihre Worte thaten es nicht, ſo ſchwer es ihr auch auf's Herz fallen mochte, denn ſie war eine gute Franzöſin. Dort hinter dem Erlenbuſche, als uns Niemand bemerkte, gab ich ihr einen Kuß, den erſten, und ich dachte dabei, es könnte vielleicht auch der letzte ſein.— Wie ich allein war, weinte ich alter Junge, daß mir das helle Waſſer in den Schnurrbart rann, es war wohl auch aus Schwäche von meinen Wunden her. Später ward mir leichter und freier um's Herz, ich freute mich auf die nächſte Bataille wie auf ein Feſt und hatte einen ordentlichen Durſt nach Pulverdampf. Roſenfarben und hell lag die Zukunft vor mir; als ich die letzte Tage⸗ reiſe vor Paris in einem Städtchen einrückte. Im Geiſte war ich ſchon mitten im Soldatenleben unter meinen alten Kameraden und während der Kaiſer unter ſein Zelt trat, ſpielte die Muſik ſein Lieblingslied: où peut-on etre mieux qu'au sein de sa famille?— Ich pfiff die Weiſe ſelbſtvergeſſen vor mich hin als ich durch die Straße ging und achtete es nicht, wie mich die Leute verwundert an⸗ ſahen und rings nur traurige, beſtürzte Geſichter vorüber⸗ ſchlichen. Lieber Gott, erſt auf mein Fragen erzählte man mir, daß die Fremden in Paris eingerückt ſeien und der Kaiſer, ach der Kaiſer, ſein Regiment niedergelegt und ſeine gute treue Armee entlaſſen habe; flüchtig hatte er ſeinem eignen geliebten Frankreich den Rücken kehren müſſen. Das war wohl die ſchwerſte Stunde in meinem Leben: ich weinte vor Grimm und Wuth wie ein Kind und fluchte laut, daß der Säbelhieb nicht tiefer in meinen Schädel eingedrungen, damit ich nur dieſe Schmach nicht mehr erlebt hätte. Die Welt, das Leben, Alles war mir verleidet, im erſten Zorn warf ich meine Muskete, die mich in allen Schlachten ſo treulich begleitet, von mir weg, nachdem ich ſie an der Mauer zerſchlagen; trüb⸗ ſinnig, niedergeſchmettert kehrte ich in dieſes einſame ſtille Dörfchen zurück. Die Trauerbotſchaft war indeß auch hierher gedrungen, ich konnte das aus allen Blicken leſen. Niemand aber ſprach darüber ein Wort zu mir. Seit dieſer Zeit habe ich keine Waffe mehr in der Hand gehabt, keine Uniform getragen; ich ließ mich hier nieder und zer— ſtreute allmählig meinen Kummer durch Fleiß und Arbeit im Felde. Alles war mir gut, bald konnte ich mit dem Beiſtand Deines braven Großvaters ein kleines Gütchen erwerben und als erſt ein Paar Jahre verfloſſen und der aärgſte Schmerz überwunden war, da warb ich um die Hand Deiner Mutter und erhielt ſie auch. Gottlob! ſeit Jahren ſchon iſt's überſtanden und ich kann der alten ruhmvollen Tage mit Ruhe und ohne Bitterkeit gedenken: ja, ich wurde glücklich, wenn auch nicht auf die Art, wie ich's mir vorgeſtellt, daß ich's allein ſein könne. So eng und bange es mir am Anfang auch in dem Dorfe ge- weſen und ſo lange es bei der einfachen Beſchäftigung ohne Wechſel in mir fortgekocht hatte, da mir ja vor Kurzem noch die ganze Welt nicht weit genug geſchienen, ſo ward ich doch ruhiger in der Beſchränkung und ich ge— wann ſie ſogar lieb, beſonders da unſer kleiner Haushalt durch Deine Geburt vergrößert wurde. Freilich hoffte ich die erſten Jahre immer noch im Stillen, obwohl ich's gegen Niemand äußerte, der Kaiſer werde von St. Helena zurückkehren und da war ich feſt entſchloſſen, dem erſten Aufrufe zu folgen und Alles im Stiche zu laſſen. Der Kaiſer aber ſtarb indeß und auch dieſe trügeriſche Hoff— nung mußte ich aufgeben. Ich dankte Gott, daß mir ein Mädchen und kein Knabe geboren worden, war doch in Frankreich kein Fürſt mehr, unter deſſen Fahne ich ihn gerne hätte fechten ſehen!“, Bei dieſer Erzählung des alten Sergeanten war das Windlicht auf dem Tiſche tief heruntergebrannt, jetzt ſchwirrte ein großer dunkler Nachtfalter drein und löſchte 9 2 4 755 * 0 0 2 8 9 1 0 N *— 1 — es mit ſeinen Flügeln beinahe aus. 160 e Marie, die ſelbſtver⸗ geſſen und voll inniger Theilnahme zugehört, ſchrack bei der plötzlichen Dunkelheit und dem Geſurre des Thieres zuſammen, der Veteran aber ſtrich ſeinen grauen Bart und ſtand auf. Er ſagte weiter nichts mehr als:„jetzt iſt es Zeit!, und ſchritt voran in's Häuschen, indeß Marie mit dem Lichte folgte. dunkle Gärtchen zurück: ein Sie blickte noch einmal in das ſtille kühler Nachtwind ſtrich flüſternd durch die Maulbeerhecke und vom Himmel droben funkelten die Sterne hell und friedlich zur Erde nieder. Das Mädchen ſeufzte unwillkürlich, als ſie die Thuͤre hinter ſich zuzog; es war heute etwas in ihr vorgegangen, das ſie ſelber noch nicht verſtand.— (Fortſetzung folgt.) 10. 24. 26. Kirchenbuchs⸗Auszug von Friedberg. Monat April. Getraute: Georg Martin Philippi II., hieſiger Bürger, Bäcker⸗ meiſter und Conditor, des verſtorbenen hieſigen Bür⸗ gers und Gaſtwirths Philipp Philippi ehelicher ver⸗ wittweter Sohn, und Maria Anna Balling, des verſtorbenen Bürgers zu Höchſt a. M. und Müller⸗ meiſters Joſeph Balling eheliche ledige Tochter. (In Nidda.) Joh. Ludwig Höhler, Wittwer, Burger zu Friedberg und erſter Gehülfe des Gr. Steuercom⸗ miſſars in Büdingen, des dahier verſtorbenen Bürgers und Kaufmanns Johannes Höhler ehelicher Sohn, und Anna Margaretha Aßmus, des Bürgers und Kupferſchmiedes zu Nidda Heinrich Chriſtoph Aßmus eheliche ledige Tochter. (In Heldenbergen.) Heinrich Meyer, Burger zu Fried⸗ berg und Geometer, zu Heldenbergen wohnhaft, des penſionirten Kanzleidieners Georg Meyer dahier ehe— licher Sohn, ein Wittwer, und Katharina Kalbhenn, des weiland Wilhelm Kalbhenn, Ortsbuͤrgers und Bäckermeiſters zu Heldenbergen, hinterlaſſene eheliche unverheirathete Tochter. Heinrich Diehl II., hieſiger Bürger, Barbier und Heil⸗ gehülfe, des hieſigen Bürgers und Schreinermeiſters Johannes Diehl ehelicher lediger Sohn, und Maria Bingel, des Ortsbürgers, Oekonomen und Wirths zu Dorheim in Kurheſſen Konrad Bingel II. eheliche ledige Tochter. Getaufte: März.(Nachtrag.) Dem hieſigen Burger und Schrei⸗ ner Wilhelm Stritzinger ein Sohn, Karl Jakob, geb. den 1. März. 29. 21. 24. 74 16. 18. 2¹. 23. März.(Nachtrag.) Dem hieſigen Bürger und Schrei⸗ ner Heinrich Jordis II. ein Sohn, Franz Wilhelm, geb. den 17. März. Dem hieſigen Bürger und Buͤchſenmacher Heinrich Engel eine Tochter, Eliſabeth, geb. den 5. April. Dem hieſigen Bürger und Oekonomen Daniel Peter Lebeau ein Sohn, Joh. Heinrich Ferdinand, geb. den 24. Marz. Eine uneheliche Tochter, Maria, geb. den 26. März. Dem hieſigen Bürger und Materialiſten Heinrich Hahn ein Sohn, Joſeph Karl, geb. den 3. März. Dem Schauſpieldirektor Karl Wilhelm Friedrich Kerl (genannt Kern), Bürger zu St. Andreasberg auf dem Harz im Königreich Hannover, ein Sohn, Jean Richard, geb. den 23. März. Dem hieſigen Bürger und Schuhmacher Heinrich Haſſemer ein Sohn, Adam, geb. den 5. April. Dem hieſigen Bürger und Frauenkleidermacher Karl Diehl ein Sohn, Heinrich, geb. den 24. März. Dem hieſigen Bürger und Gaſtwirth Hermann Jakob Simon eine Tochter, Anna Eliſabethe, geb. den 18. März. Dem Vorſteher des Blindeninſtituts dahier Johann Peter Schäfer eine Tochter, Fanny Emma, geb. den 5. April. Beer digte: Dorothea Jäger, ledig, aus Biedenkopf, alt 44 Jahre, 5 Monate und 12 Tage, f den 2. April. Eliſabethe Margarethe Lender, des hieſigen Burgers und Baumwollenwebermeiſters Anton Aloys Lender eheliches Töchterchen, alt 2 Jahre, 9 Monate und 10 Tage, 7 den 6. April. Philippine Dorothea Fertſch, geb. Trapp, des verſtor⸗ benen Gr. Profeſſors am evangeliſchen Predigerſeminar und Stadtpfarrer dahier, Doktors der Theologie Fer⸗ dinand Friedrich Fertſch hinterlaſſene Wittwe, alt 63 Jahre, 2 Monate und 11 Tage, 7 den 14. April. Katharine Margarethe Göring, des verſtorbenen hieſi⸗ gen Bürgers und Schuhmachermeiſters Juſtus Chriſtoph Göring eheliche ledige Tochter, alt 56 Jahre, 8 Mo⸗ nate und 3 Tage, k den 16. April. Johannes Schwalm, Söhnchen der Eliſabeth Schwalm, alt 4 Jahre, 1 Monat und 2 Tage, f den 20. April. Karl Rauſch, hieſiger Bürger und Spenglermeiſter, alt 39 Jahre, 1 Monat und 13 Tage, 5 den 21. April. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. i ν Brod⸗ und Oel⸗Lieferung. (139) Dienſtag den 31. d. Mis., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, wird: a) die Brodlieferung und b) die Lieferung des geläuterten Oels auf's II. Semeſter dieſes Jahrs für die Gar⸗ niſon Friedberg in dem Bureau des Ba⸗ taillonsverwaltungsraths auf dem Sou⸗ miſſionsweg an den Wenigſtnehmenden in Accord gegeben. Dieß den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lieferungsbedingungen von heute an in oben erwähntem Bureau eingeſehen werden können und die Eröffnung der Sou⸗ miſſionen gleich nach Ablauf des oben gedachten Termins vorgenommen wird. Friedberg den 17. Mai 1853. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. (Butzbach.) Lieferungen von Brod, geläu⸗ tertem Oel, Thran, Stearinlichter, Gerſten⸗ ſchrot, Waizenkleie und Leinkuchen, ſodann Stroh zum Füllen einzelner Betten. (761) Mittwoch den 25. d. M., des Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſollen die Lieferungen der vorgenannten Bedürfniſſe der Garniſon Butzbach auf's II. Semeſter dieſes Jahrs auf dem be⸗ kannten Soumiſſionswege an den Wenigſtver⸗ langenden in Accord gegeben werden. Dies den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nach⸗ richt, daß die Bedingungen jeden Tag auf dem hieſigen Militär⸗Verwaltungsbureau eingeſehen werden können. Butzbach den 14. Mai 1853. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Gießener Jahrmarkt. (763) Dienſtag den 7. und Mittwoch den 8. Juni l. J. wird noch ein Vieh⸗ und Krä⸗ mermarkt bier abgehalten. Ich erſuche die Herren Bürgermeiſter des Kreiſes Friedberg, dieſes in ihren Gemeinden möglichſt zu veröffentlichen. Gießen den 13. Mai 1853. Der Großberzogl. Bürgermeiſter D. Ebel. gefordert 623) Fi ation ode Nordamer! — . Conkeſſi (789) Treib! der Gef geworde ertheilen ſowie b 727 Herrn J in Tap ſten und habe, di, 9 beſtens des verſtor⸗ digerſeminar telogie Fer⸗ twe, alt 63 4. April. benen hieſi⸗ us Chriſtoph ahre, 8 Mo⸗ ch Schwalm, 1 20 Axril. englermeiſter, A. April. —— Lag auf dem eingeſehen Bekanntmachung. (782) Montag den 30. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſollen die Lieferungen des Maſtochſenfleiſches, des gemiſchten Brodes, des geläuterten Brennöls und der Talglichter, für das hieſige Lazareth auf das 2. Halbjahr 1853 in dem Lazareth⸗Bureau auf dem Soumiſſions⸗ wege an den Wenigftfordernden veraccordirt werden. Die Bedingungen konnen daſelbſt jeden Tag eingeſehen werden. Friedberg den 21. Mai 1853. 5 In Auftrag: Hoffmann, Leutenant. Obligations-Verlooſung. (783) Bei der beute ſtattgehabten Verlooſung ſind die Obligationen No. 1, 54 und 115, jede mit 100 fl., und No. 204 mit 300 fl., für den 1. Juli d. J. rückzahlbar geworden. Die Inhaber derſelben werden hiermit auf⸗ gefordert, dieſe Summen längſtens bis den 161«- 1. Juli d. J. bei dem hiefigen Gemeinderechner in Empfang zu nehmen, indem von dieſem Tage an keine Zinſen weiter vergütet werden. Obermörlen den 10. Mai 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Nie o pa i. 5 0 Gulden (78 liegen in der hieſigen Kirchenkaſſe zum Ausleihen bereit. Wickſtadt den 21. Mai 1853. Veith, Kirchenrechner. Bekanntmachung. (185) Freitag den 3. k. M., Vormittags um 10 Uhr, wird die Lieferung von: a) 23 Stück Eiſenblech zur Unterlage der Kochtöpfe, b) 23 Stück Schmelztiegel von Eiſenblech mit hölzernem Griff, und c) 23 Stück Eiſen mit Haken zum Ein⸗ und Ausheben der Kochgefäße in die beiden Caſernen dahier, in dem Büreau des Bataillonsverwaltungsraths auf dem Sou⸗ miſſionsweg an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben. Dieß den Intereſſenten mit dem Anfügen Nachricht, daß die eee 15 Muſter von heute an in oben gedachtem Bureau eingeſehen werden können. Friedberg am 23. Mai 1853. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Mobiliar⸗Verſteigerung. (786) Donnerſtag den 26. Mai d. J., Nach⸗ mittags um 2 Uhr, werden in hiefigem Rath⸗ bauſe verſchiedene Mobiliar⸗Gegenſtände, als: 1 eichner Kleiderſchrank, 1 nußbaumene Bett⸗ ſtelle, Tiſche, Stühle, Bettung, Weißzeug t., öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 23. Mai 1853. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts Der Großherzogl. Bügermeiſter Bender. rivat⸗ Bekanntmachungen. Auswanderer. 1823) Für die Expeditionen vom 1. und 15. eines jeden Monats übernehme ich Auswanderer frei ab jeder Eiſenbahn⸗ 7 ü r ſtation oder auch ab Bremen, Nordamerikas. je nachdem dies gewünſcht wird, zu den billigſten Ueberfahrtspreiſen nach allen Häfen J. G. Appel in Gießen, conceſſionirter Hauptagent. Cöln-Münſter Hagel-Verſicherungs-Verein. Conceſſionirt von Sr. Majeſtät dem Könige von Preuß Direction in (739) Der Verein verſichert alle Feld- und G ö Treibhäuſern gegen Hagelſchaden und zwar zu feſten Prämien, Das loyale Verfahren bei Schadenabſchätzungen, die volle der Gefahr bemeſſene Prämientarif rechtfertigen das ſtets wachſende Vertrauen, geworden iſt. ertheilen und Verſicherungen entgegennehmen. en und Einer hohen Großherzogl. Heſſiſchen Staatsregierung. Berlin. arten⸗Produkte und die Glasſcheiben an Gewächs⸗ und wobei keine Nachzahlung ſtattfindet. Auszahlung der Entſchädigungen, und der billige nach welches dem Vereine bis jetzt zu Theil Statuten und Antragsformulare ſind bei den Unterzeichneten zu haben, welche bereitwilligſt nähere Auskunft M. Klippel 8 Comp. in Mainz, Haupt⸗Agent, ſowie bei dem Agenten Herrn Peter Franz Schmittner in Friedberg. (727) Ich mache hiermit die ergebene Anzeige, daß ich von heute an bei dem Herrn W. Kullmann in Vilbel ein Commiſſions-Lager in Tapeten und Borduren, eigener Fabrik, beſtehend aus den modern⸗ ſten und geſchmackvollſten Deſſins, errichtet und demſelben Vortheile eingeräumt habe, die ihn in den Stand ſetzen, zu ſehr billigen Preiſen zu verkaufen. Heidelberg am 1. April 1853. Valentin Scherer. Unter Zuſicherung reeller und prompter Bedienung empfiehlt ſich hierin beſtens Vilbel, im April 1853. W. Kullmann. Ge ſ u ch. (787) Ein Weißbindergeſell, mit guten Zeug⸗ niſſen verſehen, kann dauernde Arbeit erhalten bei F. Ullrich in Oberwöllſtadt. 2— Zu verkaufen (788) iſt ein vierſitziger Schreibpult mit gepolſterten Stühlen, ein Verſchlag zu einer Schreibſtube, ein Schreibcaunſtz von Kirſchbaum⸗ holz, ſehr ſchön eingerichtet, ſowie eine kleine Hauskelter zu ſehr billigen Preiſen. Wo? ſagt die Expedition dieſes Blattes. Für Maurergeſellen. (789) Bei dem Bauweſen auf dem Freiherrlich von Nordeck zur Rabenau'ſchen Hof Friedel⸗ hauſen, zwiſchen Gießen und Marburg an der Eiſenbahn gelegen, werden noch 50 Mann qua⸗ lificirte Maurergeſellen unter vortheilhaften Be⸗ dingungen in Arbeit angenommen. Lollar den 19. Mai 1853. oss Einige junge Leute, (7190) welche ſich als Buchbinder und Etui⸗ arbeiter ausbilden wollen, können unter vor⸗ theilhaften Bedingungen placirt werden. Wo? ſagt die Expedition dieſes Blattes. Ein Lehrling D (791) wird geſucht von Friedberg. Jean Mo teh, Tapezierer. 162 Die Hagelſchäden-Verſicherungs-Geſelſchaſt „CER ES in Magdeburg (792) verſichert alle Ernten der Felder, der Gemuͤſe-, Obſt⸗ und Weingärten gegen Schaden, der durch Hagelſchlag entſteht, nach den Beſtimmungen ihres Statuts; ſie gewährt durch das Prinzip der Gegenſeitigkeit und Oeffentlichkeit in ihrer Verwaltung nicht allein die größte Sicherheit, ſondern ſtellt auch billige Prämien. Die Einrichtungen dieſer Geſellſchaft fanden in dem letztverfloſſenen Jahre einen ſo allgemeinen Anklang, daß ſich die Mitgliederzahl, wie das verſicherte Capital gegen das Jahr 1851 um mehr als das Doppelte geſteigert hat. Die Statuten der Geſellſchaft, ſowie Auskünfte über die Erforderniſſe zur Aufnahme und die nöthigen Formulare ſind zu haben bei Friedberg den 22. Mai 1853. H. Hahn, Agent der Hagelſchäden-Verſicherungs-Geſellſchaft„Ceres.“ Deutscher Phöniæ, Verſicherungs-Geſellſchaft in Frankfurt a. M. (798) Folgendes ſind die Reſultate der in der achten General-Verſammlung am 23. April 1853 abgelegten Rechnung des Jahres 1852: Gründegpitak! õ! fl 5,500,000 Einnahme für Prämien und Zinſen.„ 523,379 16 Total⸗Summe der baaren Reſerv-en.„ 589,735 27 Reſerve fuͤr noch nicht liquidirte Schäden„ 44,711 35 Der Protokoll⸗-Auszug und Rechnungs-Abſchluß können von Jedermann bei dem unterzeichneten Bezirks-Agenten eingeſehen werden. Zu Verſicherungen lade gleichzeitig ein Friedberg den 15. Mai 1853. H. Hahn, Bezirks-Agent des Deutſchen Phönix. Frankfurter 0 Lebens⸗Verſicherungs⸗Geſellſchafk (79) Der Rechnungs-Abſchluß des Jahres 1852, welcher in der am 16. April d. J. ſtattgehabten General⸗Verſammlung vorgelegt wurde, ergab folgende Reſultate: Grundkapital 8. 5 0 Einnahmen fur Prämien, Leibrenten-Capitalien, Zinſen ꝛc. 0 2 4 5 5.„ 133,480 35„ Ausgaben für Sterbfälle 3 5 5 0 1 16,850—„, In das Jahr 1853 übertragener Ueberſchuß, ein— ſchließlich der Reſerven. 5. fl. 3,000,000— kr. „ 381,845 54„ Die bei der Geſellſchaft auf Lebenszeit Verſicherten ſind mit Fünfzig Procent an dem Gewinne betheiligt; bei Verzichtleiſtung auf dieſen Gewinn⸗ Antheil wird die Jahresprämie ſofort um 10 Prozent ermäßigt. Die Geſellſchaft übernimmt auch Kapitalien, für welche ſie außergewöhnlich hohe Leibrenten gewährt. Der Protokoll-Auszug und Rechnungs-Abſchluß liegen bei dem unterzeich⸗ neten Agenten zur Einſicht offen und werden durch denſelben Verſicherungen auf's Prompteſte vermittelt. Friedberg den 20. Mai 1853. f H. Hahn, 1 Bezirks⸗Agent der Frankfurter Lebens-Verſicherungs-Geſellſchaft. Am 1. und 2. Juni 1883 (729 findet die Ziehung der von der freien Stadt Frankfurt a. M. garantirten Geldver⸗ looſung ſtatt. Die Hauptpreiſe derſelben find: fl. 200,000, 100,000, 40,000, 25,000, 2 3 20,000, 2 à 15,000, 12,000, 3 à 10,000, 2 à 6000, 3 à 5000, 2 à 4000, 5 à 3000, 12 à 2000, 107 à 1000, außerdem 13,000 Gewinne geringeren Betrages. Das unterzeichnete Handlungshaus, welches von der Regierung mit dem Verkauf der Ori⸗ ginal⸗Looſe beauftragt iſt, erläßt ½ Looſe à fl. 6— ½ à fl. 3— ½ à fl. 1. 30—% à 45 kr. und verſpricht bei pünktlicher Ausfüh⸗ rung der Aufträge die reellſte und verſchwiegenſte Bedienung. Heinrich Steffens, Mainſtraße 10 in Frankfurt a. M. Am 1. Juni (732) beginnt die Ziehung der von der freien Stadt Frankfurt errichteten und garantir⸗ ten Geldverlooſung, 13000 Preiſe von fl. 200, 000, 100,000, 40,000, 25000, Amal 20000, 2mal 1500, 12000, 10000 2c. 2c. enthaltend. Ganze Looſe zu fl. 6., halbe zu fl. 3., vier⸗ tel zu fl. 1. 30, achtel zu 45 kr., empfiehlt unter Zuſicherung pünktlicher Schickſalsanzeige Jacob Strauß in Frankfurt a. M., Schnurgaſſe 38. Gewinne (733) von Thlr. 40000, 3000, 4000, 2000, 2mal 15000, 3mal 1000 bis zu 55 Thlr. bietet die am 1. Juni ſtattfindende Verlooſung des Kurfürftlich Heſſiſchen Staats- Lotterie⸗Anlehens. Actien für dieſe Verlooſung 3 Stück zu fl. 3. 17 8 „ „ „„ 25. 10 empfiehlt unter Zuſicherung pünktlicher Schick⸗ ſalsanzeige Jacob Strauß in Frankfurt a. M., Schnurgaſſe 38. Anzeige. (795) Den geehrten Bewohnern und Kunſt⸗ freunden macht der Unterzeichnete bekannt, daß er kommenden Mittwoch, den 25. d. M., im Gartenſaale des Heſſiſchen Hofs in Butzbach ſich als Bauchredner und Bauchſänger wird hören laſſen. Entrée nach Belieben. Zu zahl⸗ reichem Zuſpruch ladet ergebenſt ein ber„, Franz Profeſſor der höheren Bauchrednerkunſt. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg.