kirche: Intelligenz-Vlatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M 16. Mittwoch den 23. Februar 1853. Amtlicher Theil. Das Großherzoglich Heſſiſche amt, Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Den Fliegenwedelhandel nach England und das Mit⸗ nebmen ſchulpflichtiger Kinder und Frauensperſonen auf Reiſen zu dieſem Zwecke. Von Gr. Miniſterium des Innern iſt unterm 20. Dezember v. J., ad Nr D. 14,913, da die angedrohten Strafen zur Unterdrückung des verbotenen Mitnehmens von Kindern und ledigen Frauensperſonen ꝛc. auf Reiſen nach England und weiter ſich nicht als ausreichend erwieſen haben, mit Allerhöchſter Ermächtigung weiter folgendes be— ſtimmt worden: 10 Die Unternehmer, welche in der Abſicht den Fliegenwedelhandel zu treiben, oder als Muſikanten oder durch ſonſtige gewöhnlich im Umherziehen betrieben wer— dende Gewerbe ſich Verdienſt zu verſchaffen, in das Aus⸗ land reiſen und Kinder oder Frauensperſonen(außer ihren eignen Ehefrauen) mögen dieſe dem Inlande oder Auslande angehören, mögen ſie Mitglieder ihrer Familien ſein oder nicht, auf ihre Reiſe mitnehmen, ſollen, ſtatt der bisherigen Strafe von 15-30 fl., im erſten Betretungs— falle mit einer Geldbuße von dreißig bis ſechs zig Gulden und im zweiten Betretungsfalle mit einer Geld⸗ buße von einhundert Gulden beſtraft werden. 2) Denſelben Strafen unterliegen auch diejenigen, welche Kinder oder Frauensperſonen im Inland oder Aus— land zur Mitreiſe für Andere zu den angegebenen Zwecken anwerben oder dingen. 3) Eltern, Pflegeltern oder Vormünder, welche ihre Kinder, Pflegkinder oder Mündel einem Andern zur Reiſe für den bezeichneten Zweck mitgeben, ſollen im erſten Be⸗ tretungsfalle mit einer Strafe von fünfzehn bis dreißig Gulden und im zweiten Betretungsfalle mit einer ſolchen von fünfundzwanzig bis fünfzig Gulden belegt werden. Indem wir Sie beauftragen, dieſes alsbald zu ver— offentlichen, bemerken wir zugleich weiter, daß im Uebrigen die Beſtimmungen der Polizei-Verfügung vom 3. März 1841, Nr. 9 des Amtsblatts vom Jahr 1843, in Kraft bleiben. Sie werden in ſoweit Sie es angeht, bei eigner Verantwortung den Vollzug der gegebenen Beſtimmungen überwachen. Friedberg den 17. Februar 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. a an die Gr. Bürgermeiſter und Gendarmerie des Kreiſes— Betreffend: Die Entfernung des Schulknaben Nicolaus Koch von Obermörlen. Der oben genannte Nicolaus Koch von Obermörlen, welcher ſich bereits im Auguſt vorigen Jahrs von dorten entfernt hat, ohne wieder zurückzukehren, wurde Mittwoch den 26. Januar l. J. in Friedberg geſehen, nahm indeſſen die Flucht, als er nach Hauſe gebracht werden ſollte. Indem wir das Signalement deſſelben unten folgen laſſen, beauftragen wir Sie auf gedachten Koch zu fahnden, Af betretenden Falls arretiren und dahier vorführen zu laſſen. Friedberg den 10. Februar 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor Signalement: Alter: 10 Jahre.— Größe: 4 Fuß 5 Zoll.— Haare: blond.— Stirn nieder.— Augen: grau.— Au— genbraunen: blond.— Naſe: ſtumpf.— Mund: die un— teren Lippen aufgeworfen.— Kinn: rund.— Geſichts— farbe: geſund.— Statur: geſetzt.— Beſondere Kennzei— chen: Keine. Ernennungen. Es ſind weiter zu Bürgermeiſtern und Beigeordneten beſtellt worden: Bodenrod: ſeitheriger Bürgermeiſter Johann Hofmann IV zum Bürgermeiſter; f Peter Kuhl zum Beigeordneten. Bruchenbrücken: ſeitheriger Bürgermeiſter Beſt zum Büͤr— germeiſter; Philipp Kling zum Beigeordneten. Langenhain und Ziegenberg: Philipp Rumpf zum Bürger— meiſter; Jakob Liebert zum Beigeordneten. Melbach: ſeitheriger Beigeordneter Philipp Stier II. zum Bürgermeiſter; Caspar Weifert zum Beigordneten. Dieſes wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Friedberg den 19. Februar 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Der verlorengegangene Brief. Ein Lebensbild in Novellenſform von C. Baldamus. 1 0 Es mögen etwa dreißig Jahre her ſein, daß in einem an dem ſchönſten Platze Berlins gelegenen Hauſe eine Abendgeſellſchaft mit Ball die ſchönen Räumlichkeiten füllte. Das volle Licht der Lampen und Kerzen ſpielte ſich in den noch herrlichern von ſchönen Frauenaugen und die frohen Töne verſchiedener Inſtrumente begleideten die an— muthigen Bewegungen der tanzenden Paare, die ſich in den Touren des Cottillons, der Contretänze und Quadrillen verſchlangen. Hier und da ſaß ein Pärchen in einer ſtillen Ecke und erfreute ſich offenbar des heimlichen Genuſſes einer unſchuldigen Koketterie, und ein Paar, das entweder romantiſcher oder ernſter geſtimmt war, als die anderen, hatte ſich ſogar auf den Balkon hinausbegeben, um deſto ungeſtoͤrter plaudern zu können. Nach dem leiſen ernſten Tone und der Aufmerkſamkeit zu ſchließen, mit welcher ſie ſich unterhielten, ſchien ihre Unterhaltung Beide ſehr zu eſſiren. 8 5 war im Hochſommer. Die Mitternachtsſtunde, der Schlußſtein an des Himmels ſchwarzem Dom, war ſchon vorüber, und das erſte Grauen eines Sommermor— geus belächelte ſchon mit traulichem Zwielicht die Straßen und Plätze von Preußens großer Hauptſtadt, und die grünen Bäume und Grasparterres ſeiner Parks. Der Morgenſtern, groß, mild und glänzend, ſenkte ſich am klaren Horizont, und zur Linken des aumuthigen Planeten ſtand ein zartes Purpurwölkchen, am Rand beſäumt mit dem erſten Goldſtreif der Morgenröthe. Ein leiſer Wind ſäuſelte durch die Kronen der Bäume im Garten drunten, und fächelte die heißen Wangen des ſchönen Paares, welches hier plötzlich verſtummt, Auge und Herz an der ausnehmenden Schönheit dieſes ſelten genoſſenen Natur— ſchauſpiels und der merkwürdigen Reinheit der Atmoſphaͤre weidete, die heute Berlins Anſichten die venetianiſche Durchſichtigkeit der Bilder Canaletti's geden zu wollen chien. 1 Das ſchöne Paar waren zwei Liebende, ſeit wenigen Tagen erſt verlobt, Eines mit dem Andern wetteifernd an ausdrucksvoller Schönheit und an Liebreiz. Des Mannes hochgewachſene wohlgebildete Geſtalt verrieth Kraft, Be— weglichkeit und Gewandtheit, und der geiſtvolle, kluge Ausdruck ſeines Geſichts hätte ſelbſt minder ſchönen und intereſſanten Zügen den Stempel des Ungewöhnlichen auf— geprägt. Der Blick ſeines dunklen Auges zeigte, wenn es liebevoll auf ſeiner ſchöͤnen Begleiterin haftete oder hinausblickte in der mit der Dämmerung ringenden Tag, ein warmfühlendes liebendes Herz und einen ſtolzen Sinn. Und ſtolz im edlen Sinne des Worts war Guſtav Wart— mann auch in der That; er war ein Mann, der es unter ſeiner Würde gehalten hätte, eine unehrenhafte Handlung zu begehen, und der um alle Schätze der Welt ſein Ge— wiſſen nicht mit einer Unwahrheit befleckt hätte; aber er war ſehr empfindlich gegen Kränkungen, konnte ſie lange nicht vergeſſen, und hätte ſich um Alles in der Welt nicht dazu bequemt, zuerſt eine Ausſöhnung nachzuſuchen. Da— bei war er aber, wie viele andere ſtolze Menſchen, offen— herzig, freigebig und großmüthig und ſtets zur Vergebung geneigt, wenn man ſie von ihm erbat; denn die Art von Demüuͤthigung, welche in einer ſolchen Bitte liegt, iſt für den Stolzen eine weit größere Huldigung als die gewand— teſte Schmeichelei, weil ſie gewiſſermaßen ihm eine Ueber⸗ legenheit zugeſteht. Allein gegen ſeine Emilie war Guſtav voll Nückſicht und Zärtlichkeit, und ſie, das argloſe Mäd— chen mit dem ſchlichten gläubigen Vertrauen der Jugend 62 C und der Liebe, hielt ihn fuͤr das Ideal der Vollkommen⸗ heit und bewunderte ſogar ſeinen Stolz. Emilie war ein wunderherrliches Mädchen, von einer Schönheit von ganz ſeltener, vergeiſtigter Art. Wie ſie ſo daſtund, auf den Arm ihres Verlobten gelehnt, ihre hohe aber an— muthige und biegſame Geſtalt umwallt von der leichten Draperie ihres weißen Gewands, das Auge in ſtummer Bewunderung dem aufdämmernden Morgenlichte zugekehrt, hätte man ſie ohne ſonderlichen Aufwand von Phantaſie für eine Sonnenprieſterin halten können, die in ehrfurchts— voller Andacht dem Erſcheinen des Feuergottes entgegen— harrte. Der Teint und Schnitt ihres Geſichts hätten dieſe Vermuthung noch beſtätigen können, denn während den erſten eine makelloſe Reinheit und durchſichtige Bläſſe auszeichnete, ſo drückte ſich auf ihren regelmäßigen zarten Zügen hoher Verſtand und gewiſſe ernſte, obſchon ſtille Begeiſterung aus, und ein großes, lebhaftes, hellbraunes Auge von unbeſchreiblicher Sanftmuth, ein ſchöngeſchwun— gener kleiner Mund verliehen dieſem Antlitz eine gewiſſe Lebendigkeit und Weihe der Schönheit. Ihr reiches ſeiden— weiches Haar vom zarteſten Hellbraun umfaßte in ein— fachen breiten Flechten das vollkommene Oval ihres Ge— ſichts, nur mit einem friſchen natürlichen Jasminzweige geſchmückt. „Iſt dieß nicht wunderſchön, mein lieber Guſtav?“ fragte Emilie endlich in jenem eigenthümlich leiſen Tone, welcher der naturgemäße Ausdruck aller ſchöneren und tie— feren Gefühle iſt.—„Mir iſt in dieſem Augenblick, als ſollte mich das Glück erdrücken,— als wäre dieß Alles nur ein inniger ſchöͤner Traum von Liebe und Gluck, zu ſchön um Dauer zu haben, wie ſentimentale Leute ſagen. Noch niemals in meinem ganzen Leben fühlte ich mich ſo feierlich, ſo glückestrunken wie in dieſem Augenblick.“ „So geht's auch mir, meine ſüße Emilie, meine liebe kleine Dichterin; aber mir ſcheint, dieß iſt nur eine Folge der Liebe, denn ſie verſtärkt und verklärt alle Em— pfindungen!“ „Unſere beſten Gefühle!“ beſtätigte Emilie. „Vielleicht unſer ganzes Weſen,“ fuhr Guſtav fort. „Es iſt z. B. weit ſchwieriger, eine Geringſchätzung von denen zu ertragen, die wir lieben, als von einer verhält— mäßig gleichgültigen Perſon!“ „Geringſchätzung?“ fragte Emilie.„Kann denn ſolch ein Unding jemals vorkommen zwiſchen Menſchen, die ſich wahrhaft lieben, wie wir? Sind wir einander nicht Alles in Allem? Iſt unſer Glück nicht untheilbar?“ „Allerdings! und der Glaube daran iſt mein Stolz und meine Freude, meine ſüße Emilie! Ich füͤhl's in meiner eigenen Bruſt, daß die Nadel dem Magnet nicht treuer iſt, als meine Gedanken und Gefühle Dir. Es ſoll die erſte Sorge meines ganzen Lebens ſein, Dir alles Ungemach und alle Unannehmlichkeiten zu erſparen; allein ich erwarte dieſelbe Hingebung, die ich Dir zubringe; Un— freundlichkeit könnte und würde ich um Alles in der Welt nicht ertragen.“ 1 „O Guſtav, Guſtav!“ rief ſie, halb zärtlich, halb im Tone des Vorwurfs;„wie magſt Du dieß von mir denken oder mir ſagen?! Ich zweifle an Dir nicht, mein theurer Guſtav, denn ich beurtheile Deine Liebe nach der meinigen!“ Er blickte ihr in die liebevollen aufrichtigen Augen, die ſie vertrauend zu ihm aufgeſchlagen hatte, und erwiderte mit vor Rührung zitternder Stimme:„Vergib, mir, Emilie! ich vertraue Dir unbedingt. Aber es war eine Idee in mir aufgetaucht, von der ich nicht einmal den Gedanken ertragen kann,— der mich faſt wahnſinnig macht, eben weil ich im Uebermaaß liebe. Kurzum, Ftuchte⸗ (230) 0 mittags 10 bauſe zum W. chen Frucht cuca 13 N und 27 Malt Friedbet Dit Gr. Re 1 (213) dahier, ges Zinſen, zum Niedern Ar 267) 5. mittags 10 nachſtehende 1853 offentl ſteigert, als 1) das f 9 das? 3) die A 4) das aus! wozu Steig Fried be Imn (268) N unttags(1 auf ftelwil Reul daßier bilien, als Pag. 13 N „289 öffentlich n öriedbe Emilie! ich weiß es— oder vielmehr, ich argwöhne es, — daß Dein Vater ſich nach einer beſſern Parthie für g i Man ſagt ihm nach, er habe einen gewaltigen Ahnenſtolz und hänge mit beſondrer Zähigkeit an den Vorurtheilen der Geburt, und da peinigte mich auf einen Augenblick der Gedanke, er mochte ſich be— ſtreben, Dich mir abwendig zu machen, wenn Du nicht Dich umgeſehen, als ich bin. mehr bei mir ſeieſt!“ „O wie ungerecht, Guſtav!“ rief Emilie wehmüthig. „Mein Vater iſt allerdings ſtolz; aber iſt er es denn Und ich kann Dich verſichern, daß er trotz ſeiner Vorurtheile, wie Du es nennſt, ein Ehren— ein Ehrenmann, wie allein, mein Lieber? mann in Wort und That iſt,— 63 e mich für ſtolz? Du es nicht in höherem Maaße ſein kannſt. Er hat in unſere Verbindung gewilligt, und darum brauchſt Du ihn nicht zu fürchten, ſelbſt wenn Du mir allein nicht vertrauſt!“ „Vergib mir, ſüße Emilie!... Du hältſt alſo auch Jenun, vielleicht bin ich es, und es iſt beſſer, wenn Du es weißſt, weil Du dann Nachſicht mit mir haben wirſt um meiner Liebe willen,— eine Nach- ſicht, meine Geliebte, die ich Dir mit der innigſten Dank⸗ barkeit vergelten werde. fühle ich mit Dir, daß niemals ein Schatten von Miß— verſtändniß ſich zwiſchen Dich und mich drängen kann!“ Und nun, meine geliebte Emilie, (Fortſetzung folgt.) Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. rr Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (235) Vom 1. März l. J. an tritt ein neues Güter⸗Reglement für die Maln⸗Weſer⸗ Bahn in Kraft, welches an den betreffenden Expeditionen zu 1 Sgr. resp. 3 kr. abgege⸗ ben wird. Gießen den 12. Februar 1853. Die Großh. Eiſenbahn-Bau-⸗Direction der Provinz Oberheſſen. Fruchtverſteigerung zu Friedberg. (239) Dienſtag den 1. März d. J., Vor- mittags 10 Uhr, werden dahier in dem Gaſt⸗ bauſe zum Maulbeerbaume von den 1852r fiscali⸗ ſchen Fruchtvorräthen des hieſigen Speichers circa 13 Malter Waizen, 115 Malter Korn und 27 Malter Gerſte, öffentlich verſteigert. Friedberg den 12. Februar 1853. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beau ß. 1500 Gulden (23) Kapital liegen in der Gemeindekaſſe dahier, gegen doppelten Inſatz und 5 PCt. Zinſen, zum Ausleihen bereit. Niederwöllſtadt den 14. Februar 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter K o Arbeits-Verſteigerung. (267) Freitag den 25, Februar d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe nachſtehende ſtädtiſche Arbeiten für das Jahr 1853 öffentlich an den Wenigſtfordernden ver⸗ ſteigert, als: 1) das Fahren des Kieſes von der Uſa, 2) das Auswerfen und Meſſen deſſelben, 3) die Lieferung der erforderlichen Pflöcke, 4) das Fahren der Steine und des Schutts aus den Straßen in der Stadt, wozu Steigliebhaber hiermit eingeladen werden. Friedberg den 19. Februar 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter 2 Bender. Immobiliar-Verſteigerung. (268) Montag den 28. Februar d. I., Vor- nuttags 11 Uhr, werden in hieſigem Ratbhauſe auf freiwilligen Antrag des ledigen Michael Reul dahier die demſelben zuſtehenden Immo- bilien, als: n Pag. 13 Nr. 77 Hofraithe, beſtehend in halbem Wohnhaus und halbem Gärt⸗ chen an Karl Quandt, „ 269 48 60 Ruthen Garten zwiſchen dem Riedgraben, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 19. Februar 1853. In Auftrag: 5 Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender, Bekanntmachung. (269) Montag den 28. Februar d. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe zu Folge eingelegten Nachgebots, circa 435 UKlafter ſtädtiſches Gelände, der Theil des Roſenthals zwiſchen dem Uſaberg und dem Eiſenbahndamm, nochmals öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg am 19. Februar 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Güter ⸗Verſteigerung. (270) Dienſtag den 1. März d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr anfangend, werden in hieſigem Rathhauſe auf freiwilligen Antrag des hieſigen Bürgers Peter Lebeau eirca 68 Morgen Acker⸗ land und Wieſen, in den Gemarkungen Fried⸗ berg und Fauerbach II., öffentlich meiſtbietend verſteigert. Die Flurſchützen der betreffenden Gemarkungen beſitzen Verzeichniſſe der verſteigert werdenden Güter und ſind zur Ertheilung etwa gewünſcht werdender Auskunft beauftragt. Friedberg den 19. Februar 1853. In Auftrag: Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Mobiliar⸗Verſteigerung. (271) Donnerſtag den 3. März d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, wird in der Hofraithe des Bür⸗ gers Ambros Oberländer dahier der Mobiliar⸗ nachlaß der Heinrich Schleunings Wittwe, beſtehend in Kleider, Bettung, Holzwerk ze. öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 19. Februar 1853. In Auftrag Großb. Heſſ. Landgerichts Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Bekanntmachung. (272) Mittwoch den 2. k. M., Vormittags um 10 Uhr, ſoll in dem Büreau des Batail— lonsverwaltungsraths dahier die Lieferung von 450 Gebund Kornſtroh zum Füllen der Betten auf dem Soumiſſionsweg an den Wenigſtneh— menden in Accord gegeben werden.— Dieß den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nach— richt, daß die Lieferungsbedingungen von heute an in oben genanntem Bureau eingeſehen wer den können. i Friedberg den 19. Februar 1853. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Holzverſteigerun g in dem Gr. Domanialwalde Frauenwald, Forſt⸗ reviers Oberrosbach. (273) Freitag den 25. d. M. ſollen in dem obengenannten, bei Niedermörlen gelegenen Walde an die Meiſtbietenden öffentlich verſtei⸗ gert werden: 5% Stecken Birken⸗ u. Obſtbaum-⸗Prügelholz, 2„ Aspen⸗ und Weiden⸗ 1 5156 Wellen Eichen-, Birken und Obſtbaum⸗ Reiſerholz, 1959 Wellen Aspen⸗ und Weiden⸗Reiſerholz, 18½ Läſte Schlagabraumholz, ſowie 45 Gebund Zumachreiſig. Zuſammenkunft und Anfang der Verſteigerung iſt Morgens 9 Uhr am Glockenſtück. Oberrosbach den 18. Februar 1853. Der Großh. Heſſ. Revierförſter vom Revier Oberrosbach Bingmann. Bekanntmachung. (2710 Die am 17. Februar l. J. abgehal⸗ tene Holzverſteigerung im Freiherrn von Rit⸗ ter'ſchen Walde bei Hof Haſſelheck iſt genehmigt worden und kann das Holz von Freitag den 25. l. M., als der erſte Fahrtag, nach den ſchon bekannten Bedingungen abgefahren wer— den. Zahltage find Montag, Mittwoch und Samſtag. Friedberg den 18. Februar 1853. In Auftrag: Faatz. Holzverſteigerung. (275) Freitag den 25. Februar J. J., Mor⸗ gens 10 Uhr, ſollen in dem Freih. v. Löw'ſchen Walde dahier, Diſtriet Södlerbergstanne und Thiergarten, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden: 60 Stecken grobes Kiefern-⸗Prügelholz, 19„ dergl. Stockholz, 2000 Stück dergl. Wellen, 125 Weichholzwellen, 2000„ Kiefern-Baumſtangen, 1000„„ Bohnenſtangen, S„ Rüſtraidel, 6 Kiefern-Stämme— 121 Cubikfuß. Der Anfang iſt in dem Diſtrict Södlerbergs⸗ tanne. Steinfurth den 19. Februar 1853. Der Frhl. v. Löw'ſche Revierförſter Weigand. Obligations-Verlooſung. (276) Bei der heute geſchehenen Verlooſung der Partial⸗Obligationen der Gemeinde Büdes⸗ heim wurden die Nummern 62 und 79, a 100 fl., von dem Anlehn von 1835, ſodann die Num⸗ mern 72 und 68, à 100 fl., von dem Anlehn von 1840 bei dem Handlungshauſe Lindheimer zur Abtragung gezogen. Die Inhaber dieſer Nummern werden hier⸗ durch bengchrichtigt, den Betrag derſelben gegen Rückgabe der Schuldurkunden und der noch nicht fälligen Zinscoupons bei dem Haus Lindheimer oder bei dem hieſigen Gemeinderechner bis zum 1. April l. J. in Empfang zu nehmen, da von dieſem Tage an keine weiteren Zinſen mehr vergütet werden. Büdesheim den 12. Februar 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter D e e p. Bekanntmachung. 277) Die am 17. d. M. in hiefigem Ge⸗ 0 Diſtrikt Auwald, abgehaltene Holzverſteigerung iſt genehmigt und kann jeden Tag abgefahren werden. 5 Aſſenheim den 19. Februar 1853. ü Der Großberzogl. Bürgermeiſter Schmidt. Bekanntmachung. (2781) Oas unterzeichnete Rentamt ſiebt ſich veranlaßt, im Intereſſe Derjenigen, welche Holz u. dgl. aus den herrſchaftlichen Waldungen kau— fen wollen, auf die, im Abdrucke nachfolgende, Bekanntmachung vom 19. Mai 1852(Intell.⸗Bl. No. 43 u. 44) wiederholt aufmerkſam zu machen. Ockſtadt den 19. Februar 1853. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Anger es (Abdruck.) Bekanntmachung. (279) In Gemäßheit der hier beſtehenden Dienſteinrichtung wird von den Unterzeichneten bekannt gemacht, daß die Verkäufe von Holz u. dgl. aus den Freihl. v. Franckenſtein'ſchen Waldungen nur zum Dienſtkreiſe des unterfer⸗ tigten Rentamtes gehören, und Kaufsliebhaber ſich deßhalb nur an daſſelbe zu wenden haben. Ockſtadt den 19. Mai 1852. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt n ge 0 Der Freiherrl. v. Franckenſtein'ſche Oberförſter Wap h. Bekanntmachung. (280) Freitag den 25. d. M., Nachmittags 2 Uhr, ſoll das Anfahren f a. von 6 Kub.⸗Klftr. Pflaſterſteinen aus einem Fauerbacher Bruche und b. von 13 Kub.⸗Klftr. Sand aus einer Grube bei Oberrosbach auf den Straßheimer Hof, im Gaſthauſe zu den drei Schwertern in Friedberg an den Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Ockſtadt den 19. Februar 1853. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Am gere r. Bekanntmachung. (2810 Diejenigen, welche zur herrſchaftlichen Forſtkaſſe längſt fällige Holzgelder ſchulden, werden an endliche Zahlung mit dem Beiſatze erinnert, daß Forſtrechner Eret angewieſen iſt, alle Rückſtände, die nicht bis zum 10. März l. J. berichtigt ſind, einzuklagen. Ockſtadt den 20. Februar 1853. Freihl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer. r cht o er tei ger u n g (282) Von der auf den hieſigen Speichern lagernden Frucht werden Donnerſtag den 24. d. M., Nachmittags 2 Uhr, 200 Malter Korn, 50„ Waizen, 300„ Gerſte und 100„ Hafer an den Meiſtbietenden verſteigert. Ockſtadt den 20. Februar 1853. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer. Vermiethung zweier Wohnungen in der ſog. Bauverwalterei in der Burg Friedberg. (283) Freitag den 25. d. M., Nachmittags 4 Uhr, werden in dem Geſchäftslocale des Un⸗ terzeichneten zwei in der ſogenannten Bauver⸗ walterei in dahieſiger Burg befindlichen Woh⸗ nungen, wovon die eine den 16. April und die andere den 29. April dieſes Jahrs bezogen 64 werden kann, auf 3 Jahre meiſtbietend ver⸗ miethet. Friedberg den 19. Februar 1853. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beau ß. Mobiliar⸗Verſteigerung. (284) Donnerſtag den 24. Februar d. J. Vormittags 9 Uhr, läßt der Buͤrger Gottlieb Kettinger in ſeiner Behauſung nachverzeichnete Gegenſtände meiſtbietend verſteigern, als: 2 Pferde, ſieben und eilf Jahre alt, 4 Kühe, 1 Rind, 50 Malter Kartoffeln, 40 Manen Dickwurz, 20 Ctr. Kleeheu, mehrere Fuder Waizen⸗, 5 Hafer⸗, Gerſten- und Erbſenſtroh, 40 Malter Hafer, 50 Körbe Spreu und Keil, 1 einſpännige Chaiſe mit Vorderverdeck, 1 noch guter zweiſpänniger Wagen mit eiſer⸗ nen Achſen, 1 Waſſerkarrn mit Faß, 2 Pflüge, 2 Eggen, 1 Fruchtfegemühle, i verſchiedenes Pferdegeſchirr und ſonſtige Oeko— nomiegeräthſchaften, ſowie eine Parthie Miſt. Friedberg den 16. Februar 1853. Der Großh. Beigeordnete Ph. Preußer. N Privat- Bekanntmachungen. 40 0 Gulden (287) ſind gegen ſichere Hypotheken auf Gü⸗ ter auszuleihen. Directe frankirte Anerbietungen beſorgt die Expedition dieſes Blattes. ee (231) Ein junger Mann von braven Eltern, der Luſt hat die Conditorei gründlich zu erler⸗ nen, findet Gelegenheit bei Hopfner⸗Dannenberg, Conditor in Gießen. Zu der da d fe n (285) Ein vor zwei Jahren neu erbauter zweiſtockiger Stall, für zwei Kühe Raum habend, nebſt einem daran befindlichen Schweinſtall, ſteht auf den Abbruch aus der Hand dahier zu verkaufen. Das Nahere iſt bei Unterzeichnetem zu erfragen. Wölfersheim den 17. Februar 1853. Appel, Polizeidiener. 3 u de ria fe n. (286) eine friſchmelkende Kuh mit einem Kalbe hat zu verkaufen Joh. Horn in Friedberg. Zwei Wagen (287) mit eiſernen Achſen, noch in gutem Zuſtande, ſowie mehreres Pferdegeſchirr, hat aus der Hand zu verkaufen Friedberg den 20. Februar 1853. Peter gebe an. Nicht zu überſehen! (288) Ich empfehle mich einem verehrten Publikum mit meinem ausgezeichneten Vertil— gungsmittel gegen Ratten und Mäuſe, worüber ich mich durch Zeugniſſe ausweiſen kann. Gegen annehmbare Bezahlung übernehme ich eine jede Hofraithe unter Garantie und beanſpruche die Vergütung erſt nach vollkommenem Erfolg. Beſtellungen werden im Gaſthaus zum Maul⸗ beerbaum übernommen. J. Ludwig Mö ſer aus Darmſtadt, Kammerjäger. Nicht zu uͤberſehen! (289) Ich mache hiermit die ergebenſte An⸗ Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel zeige, daß ich mein Schloſſergeſchäft wieder fortſetze und empfehle mich insbeſondere im Fertigen ſchneidender Werkzeuge für Zimmer⸗ leute, Wagner, Schreiner, Küfer und dergleichen Handwerker. Indem ich für gute Arbeit zu den billigſten Preiſen garantire, ſehe ich recht zahlreichen Aufträgen entgegen. Höchſt bei Altenſtadt. Eliſabetha Sellheim Wtw., i. d. Namen: Der beauftragte Werkführer Theodor Grotevendt. Dankſagung. (290) Bei rühmender Anerkennung der Hülfeleiſtung zur Löſchung des am 15. d. M. verbrannten Fruchthau⸗ fens, wobei die Bewohner Bönſtadts einen wahren Wetteifer an den Tag gelegt haben, fühlt der Unterzeich⸗ nete ſich aber Denjenigen noch zu beſonderem Danke verpflichtet, die zur Einbringung Desjenigen mitwirkten, der dieſen Fruchthaufen angezündet ha— ben ſoll. Bönſtadt den 20. Februar 1853. C. F. Heimburg. Die Goldberger' ſchen Ketten (291) bewähren ſich nunmehr ſeit einer Reihe von Jahren als ein vorzügliches Mittel in verſchiedenen nervöſen, rheuma⸗ tiſchen und gichtiſchen Krankheiten, als: Geſichts⸗, Hals⸗ und Zahnſchmerzen, Kopf⸗, Hand⸗, Knie⸗ und Fußgicht, Ohrenſtechen, Sauſen in den Ohren, Bruſt⸗, Rücken⸗ und Lendenweh, Gliederreißen, Herzklopfen, Schlaf⸗ loſigkeit ꝛc. und haben demzufolge die mannig⸗ fachſten und ehrenvollſten Auszeichnungen er⸗ langt. So wurden ſie patronifizirt von Sr. Majeſtät dem Kaiſer von Oeſterreich und Sr. Majeſtät dem Könige von Belgien, conceſſionirt von den Königl. Miniſterien der Medieinal⸗Angelegen⸗ heiten in Preußen und Bayern, geprüft und empfohlen von der Medieiniſchen Fa⸗ cultät zu Wien, von den Sanitätsbe⸗ hörden der meiſten Länder Europ's und von vielen Hundert geachteten Aerzten und ſhyſikern, während andererſeits die zuver⸗ äſſige Wirkſamkeit der Goldberger'ſchen Ketten von vielen Tauſend hochachtbaren Perſonen aus allen Ständen und allen Himmelsſtrichen conſtatirt iſt durch rühmliche Zeugniſſe und Dankſagungen, die in beſonders gedruckten Bro⸗ chüren zuſammengeſtellt, im Depot bei Herrn chmittner unentgeltlich aus⸗ gegeben werden. Ebenſo werden daſelbſt Pro⸗ ſpecte derjenigen Goldberger'ſchen Apparate verabreicht, die dazu beſtimmt ſind, die Elec⸗ tricität in größeren Kraftäußerungen auf den menſchlichen Körper einwirken zu laſſen. Durch dieſe Apparate in Ketten-, Band⸗ und Käſtchen⸗Form, kann man all' die mannigfalti⸗ gen phyſikaliſchen, chemiſchen und phy⸗ ſiologiſchen Experimente und daher auch alle medieiniſchen Effecte einer voltaiſchen Säule hervorbringen, wovon ſich Jedermann durch den untrüglichen Beweis der eigenen Sinne in ſeh— und fühlbaren Einwirkungen überzeugen kann. „* Berichtigung zur Polizeitaxe in Butzbach vom 19. bis 26. Februar 1853. 2 Pfd. Roggenbrod koſten ſtatt 5½, 5 ¾ kr. 4„ 1 55 n 1 Der Großherzogl. Bürgermeiſter Si e l. 5 in Friedberg. — Ein Lebe Emilie 5 Holz„der die eit meh eine Reihe d Bewußtſein einen billiger Familienſtolz dußerte, als perbindet ſic bevorzugten lebend und beurtheilen meinheit. natürlich n Manchen zi war penſſot im öſtlichen war, von d und ſeiner Aufwand zz ſeinem Ran Winter hin hauptſtadt Schönheit! zollt wurde, nung anger vortheilhaft herzustellen ſuls war di in Berlin jungen Guſ genehme Pe reiche Unter ſchenkte, he Emilien ger deßhalb ne waren. 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