G . — 4— ntelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M 18. Mittwoch den 22. Juni 1853. Amtlicher Theil. Das Großherzoglich Heſſiſche Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Einſendung der Viehſtandstabellen. Die Einſendung der Viehſtandstabellen für 1853 haben Sie innerhalb 8 Tagen zu bewirken. Friedberg den 13. Juni 1853. de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Der alte Sergeant. Von Dr. Th. Meyer. (Fortſetzung.) Im Jahre 1841 war mit vielem Pompe durch einen königlichen Prinzen die Leiche Napoleon's von St. Helena nach Paris geſchafft worden und hatte in allen Herzen der alten treuen Anhänger des großen Kaiſers ihre Aufer— ſtehung gefeiert. François, der graue Sergeant der ehe— maligen Garde, hatte zwar halb bedenklich, halb unmuthig den Kopf dazu geſchuͤttelt, ſeinem ſchlichten, geſunden Sinne ſchien, der todte Kaiſer paſſe nicht recht in das lärmende, neue Paris hinein, man hätte ihn ruhig in ſeinem Felſengrab im fernen Meere draußen belaſſen ſollen. Aber die zerfallene Aſche dieſes Abgottes übte doch auf das alte Soldatenherz ſeinen wunderbaren Zauber aus, ſie rief ihm die vergangenen glorreichen Tage wieder in's Gedächtniß und damit die Sehnſucht nach ihnen. Er er— fuhr, wie wenig die alte Liebe zu dem Helden erloſchen war und mit aller Macht zog es ihn zu den letzten Ueber— reſten deß, von dem er ja ſich ſelber als einen Theil fühlte. War es gleichwohl faſt nur der Gedanke noch, welcher dem verwesten Moder einige Bedeutung einhauchte, ſo war doch das ganze eigentliche Leben, das Wirken des Jünglings und des Mannes mit all ſeinen Hoffnungen, ſeinem Streben und ſeinem Lieben in dieſer Erinnerung enthalten und der ganze Kern ſeines Daſeins hatte die feſteſten Wurzeln in jener vergangenen Zeit und der Bo— den der Gegenwart mit ihren Intereſſen war ihm fremd. Napoleon, auch ſeinem kleinſten und vergänglichſten Theile nach, in Frankreich zu wiſſen und fern von ihm bleiben, ſchien dem alten Getreuen etwas Unerträgliches; er ent⸗ ſchloß ſich daher, beſonders da er das Alter und deſſen Gebrechen näher heranrücken fühlte, in die Nähe der ver— ehrten Aſche zu ziehen und dort das Loos zu erwarten, das den großen Mann ſchon lange erreicht hatte. Es ſchien Frangois, bei dem Sarge ſeines Kaiſers müſſe ihm ſelber der Reſt ſeiner Tage heiterer vorübergehn und der Tod leichter werden. Marie, die ſchon Jahre lang von ihrem Emil nichts gehört, von dem ſie mit dem Vater nicht reden konnte, da dieſer jetzt weniger als je der jun⸗ gen Armee Gerechtigkeit wiederfahren ließ, fügte ſich ſtumm und ohne Gegenrede, den ſtillen Ort ihrer Jugend, ihre und des Geliebten Geburtsſtätte zu verlaſſen, um nach Paris zu ziehen: dort könne ſie ſo gut an den Geliebten denken als hier, meinte ſie, und Nachrichten erhalte ſie in der Hauptſtadt wohl noch leichter als in dem abgelegenen Dörfchen. Am Anfang hatte ſie zwar auch den Vater nach den Kriegsnachrichten gefragt, die Reden des Alten aber, der ihre Liebe zu vertilgen hoffte, hatte ihr Herz zu oft durchbohrt, als daß ſie es länger thun mochte. Bald hatte Francois, zu ihrem Beſten und um ſie von der thö⸗ richten Leidenſchaft zu heilen, wie er meinte, ihr die Wan— delbarkeit der männlichen Liebe vorgehalten; wie Emil in der Ferne bei dem Wechſel ſeiner Umgebungen und der Menge der Verſuchungen wohl kaum noch ſeiner erſten Jugendliebe im heimathlichen Dorfe gedenken werde. Und als Marie dieſe Untreue mit einem ihr eigenen Kopf— ſchütteln nicht wollte gelten laſſen, bemühte er ſich, in greller Farbe die Gefahren zu ſchildern, denen der Jüng— ling entgegengegangen und wohl auch erlegen ſei. Durch ſolche grauſame Liebe erreichte aber der Vater bei ſeinem Kinde keinen andern Zweck, als daß daſſelbe ſchwieg und ſein Fürchten und Hoffen im geheimſten Innern verſchloß. Wohl fiel Francois das in ſich gekehrte Weſen des Mäd— chens auf und ihre Stille, ſowie die Bläſſe der Wangen, der Ernſt des Gemüthes, der alle frühere Munterkeit ver— bannt hielt; aber ſie klagte nicht, ſelten auch ſah ſie ver— weint aus und in ihrem häuslichen Wirken trat keine Veränderung ein, ſie war im Gegentheil aufmerkſamer, zärtlicher gegen den Vater. Er ließ ſie darum gewähren und ſchrieb die Umwandlung, vielleicht ſich ſelber gerne täuſchend, mehr der gereiften Jungfräulichkeit zu, als einem heimlichen Leiden der Seele. Geräuſchlos beſorgte Marie Alles, was zur Abreiſe erforderlich war, ſie ſtand dem Vater bei der Veräußerung des kleinen Gutes muſterhaft zur Seite und Jedermann rühmte ihre Verſtändigkeit und wünſchte ſich eine ſolche Tochter. Die Anordnungen zur Abreiſe waren getroffen, der Wagen mit den nöthigſten Habſeligkeiten ſtand gepackt vor dem bereits verkauften Häuschen und erwartete nur noch die beiden Eigenthümer. Von den Aelteſten und Bekannten im Dorfe verabſchiedete ſich eben zum letzten Male vor der Thürſchwelle der alte Frangois, da eilte Marie flüch⸗ tigen Schrittes noch durch das Gärtchen nach der Maul⸗ beerhecke. Nachdenklich blickte ſie eine Weile in das grüne ſaftige Laub, dann brach ſie raſch ein Zweiglein daraus und verſteckte es, wie etwas Heimliches, in ihrem Buſen⸗ tuche: eine Erinnerung, nicht allein an das beſcheidene, ſtille Gärtlein, ſondern beſonders auch an gewiſſe unver⸗ geßliche Augenblicke, die nur ihr bekannt waren, und viel⸗ leicht, aber ach, nur vielleicht noch einem Menſchen auf dieſer Erde. Wenige Minuten ſpäter wankte der beladene Wagen aus dem Dorfe, auf der Straße nach Paris zu. In Paris miethete ſich die kleine Familie eine ganz beſcheidene Wohnung und trotz dem ſie in der großen und lebhaften Weltſtadt lebte, zeigte ſich zwiſchen ihrer bis— herigen Zurückgezogenheit und dieſer neuen Laufbahn kein großer Unterſchied. Marie ſtand in Paris ſo gut als im Dorfe**elles dem Hausweſen fleißig und geräuſchlos vor und wußte ſo viel wie nichts von dem, was um ſie in der Welt draußen geſchah. Francois freilich konnte hier nicht mehr nach ſeinen Aeckern und Fluren gehen, höchſtens die elyſäiſchen Felder ſahen ihn von Zeit zu Zeit; ſein regelmäßiger Beſuch aber galt der Aſche ſeines Kaiſers im Dom der Invaliden. Keine Unbill der Witterung, nicht Froſt noch Hitze, kein Regen und kein Sturm hielt ihn von dieſem Gange je ab, er war ſeine Erholung, ſein Spaziergang, ſein Cultus, ſein Alles. In ſolch gleichför— miger Weiſe verfloſſen den beiden Provinzialen mehrere Jahre. Von Emil hatte Marie bisher eine andere Nach⸗ richt vernommen als diejenige, welche einſt ein Lands⸗ mann gebracht, der mit ihm als Recrut nach Afrika mar⸗ ſchirt war und in Folge einer ſchweren Verwundung nun nach Frankreich zurückkehrte. Er war nach Paris gereist, hier ein Unterkommen zu finden. Dieſer Landsmann traf den alten François zufällig beim Haus der Invaliden, er begrüßte ihn überraſcht über ſeine Anweſenheit und theilte ihm nun ſeinerſeits im Geſpräche mit, wie er in der Schlacht von Isly ſeine Wunde erhalten; es ſei auch noch ein Anderer aus ihrem Dorfe mit dabei geweſen, Emil, der ſich brav gehalten, ſo daß er noch auf dem Felde decorirt worden. Soviel erzählte Francois ſeiner Tochter von der Unterredung, aber auch kein Wort mehr auf all ihre häufigen und verſchieden ausgeholten Fragen; ſei es, daß er bei ſeiner geringen Theilnahme, ja ſeinem Vorurtheil gegen die neuen franzöſiſchen Waffenthaten ſelber nicht mehr erfragt und erfahren, ſei es, daß er eine, wie er meinte, eingeſchlummerte Neigung nicht wieder auf— wecken wollte. Dieſe etwas dürftige Kunde aber war gleichwohl eine Erquickung für das arme Mädchen, eine wohlthuende Unterbrechung der gleichförmigen Tage, da— ran ihre ermattende Hoffnung ſich aufrichtete und Heiter⸗ keit und Lebensmuth auf eine geraume Zeit wenigſtens die ſtille Ergebung und heimliche Traurigkeit verdrängten. Freilich folgten darauf auch Jahre, in denen die Wirkſam⸗ keit dieſer Nachricht, durch die Macht des Alltäglichen, der Gewohnheit und ihres erdrückenden Einerlei völlig abge— ſtumpft ward und Marie ſelber allmählig zu dem niedern Grade von Hoffnung zurückſank, den ſie vor der unerwar⸗ teten Botſchaft eingenommen: wie manche Kugel war ſeitdem geflogen! wie manches Franzoſenherz in den Laza— rethen elendiglich gebrochen! Unberührt, wie von allen Ereigniſſen, blieben die Beiden auch von den politiſchen Gewitterwolken und Stürmen, welche im Beginn des Jahres 1848 an Frank⸗ 192 e reichs Himmel heraufzogen. Frangois lebte zu ſehr in den vergangenen Tagen, zu wenig in der Gegenwart, um daran irgendwie Theil zu nehmen. Sein Kaiſer war ja ſchon lange todt und der bürgerliche König Louis Philipp beſaß zu wenig Eigenſchaften, die nur eine ferne Ver— gleichung mit einem Kriegsfürſten zuließen, zu viele, welche den ritterlichen Sinn abſtießen, als daß das Veteranen⸗ gemüth durch irgend einen Faden an ihn hätte gebunden ſein können. Ließ er auch der Klugheit des Königs ihr Recht widerfahren, in ihrer kleinlichen, faſt ſchmutzigen Anwendung ward ſie ihm nur um ſo mehr zuwider und ſeinem Napoleon gegenüber wog Louis Philipp wenig mehr als ein Krämer mit einem Helden verglichen. Die Miniſter, die ganze Diplomatie mit ihrer Vielrednerei und feigen Friedensliebe, hinter der Frangois' geſunder Sinn doch Verweſungsgeruch witterte, waren dem Soldaten ver— ächtlich, wenn er der tapfern Marſchälle und Feldherrn des Kaiſerreichs gedachte, und die hochnäſige geldſtolze Bürgerſchaft verdankte es lediglich der Entartung des Heeres, daß ſie ſo ungeahndet über den Soldaten ſich er— heben und nach ihrem anmaßenden Dünkel über ihn ver⸗ fügen durfte!— Bei einer ſolchen Anſchauung war es natürlich, daß François Lembert ruhig und theilnahmlos blieb, als die Revolution plötzlich dem Bürgerkönigthum und all dem, was daran hing, ein jähes Ende bereitete. Doch auch die proviſoriſche Regierung der Republik ver- mochte nicht lange, es ihm zu Dank zu machen. Halbe, unentſchiedene Maßregeln, Scheu, Uneinigkeit und Rück⸗ ſichten jeder Art, die ſie in ihrem Auftreten lähmten, ließen den ehemaligen Sergeanten der Garde nur zu bald wieder auf ſeinen alten Grundſatz zurückkommen, der Kaiſer fehle eben überall, der Kaiſer mit ſeinem Adlerblicke, ſeiner Energie und— ſeiner Garde. Der Kaiſer, meinte er, würde in dem Wirrwarr bald Ordnung geſchafft und die Ruhe, all den Gelüſten gegenüber, bald hergeſtellt haben! Je weniger ihm die Lage der Dinge, die politiſchen Ereigniſſe in ihrer gährenden Entwicklung zuſagten und er ſich immer mehr davon zurückzog, um ſo häufiger wurden ſeine Beſuche am Grabe des Einzigen, der hätte helfen können— wenn er nur eben mehr als bloßer Staub ge— weſen wäre. Da ertönten die Sturmglocken des 23. Juni; Trom⸗ meln und Trompeten riefen, was Waffen tragen konnte, in's Gefecht gegen die blutrothe Anarchie, Kanonen raſſel— ten über's Pflaſter, Reiter ſprengten an den Häuſerreihen vorbei, Geſchrei ertönte überall und Verwirrung, zwiſchenein knatterten Flintenſalven, Kartätſchenſchüſſe donnerten furcht— bar durch die hohen Gaſſen hin und Balken, Gemäuer, Fenſter praſſelten in den allgemeinen betäubenden Lärm. Und dieß Alles in dem überfeinerten, genußſüchtigen, ver— weichlichten Paris, der europäiſchen Metropole des Ge— ſchmackes und der Mode, der Hochſchule aller geſellſchaft— lichen Sitte und Durchbildung. (Fortſetzung folgt.) Kirchenbuchsauszug von Butzbach. Monat Mai. Getraute: 29. Wilhelm Zutt, Bürger und Wittwer dahier, und Eli⸗ ſabethe Berg, des verlebten Bürgers und Schneiders Johann Georg Berg dahier nachgelaſſene erſte eheliche ledige Tochter. d geldherrn geldſtolze rung des Nen ſſich kr⸗ der ihn ver⸗ . Vor es 193 Getaufte: Dem hieſigen Bürger und Scribenten Heinrich Ber— gauer eine Tochter, Katharine Margarethe Sybille, geb. den 14. April. Dem hieſigen Stadtförſter Reinhard Weber Zwillings⸗ ſöhne, Eduard und Rudolph, geb. den 28. März. Dem hieſigen Bürger, Kaufmann und Kirchenvorſteher Jacob Steinhaͤuſer eine Tochter, Johanne Sophie Marie, geb. den 6. April. Dem hieſigen Bürger und Bäckermeiſter Jacob Wil— helm Rumpf eine Tochter, Margarethe Eliſabethe, 15. 29. 11. Dem Ortsbürger zu Griedel und Leinweber Heinrich Braun dahier ein Sohn, Andreas, geb. den 9. Mai. Dem hieſigen Bürger und Faͤrbermeiſter Lorenz Kalb⸗ fleiſch ein Sohn, Johann Heinrich Chriſtoph, geb. den 10. Mai. Beerdigte: Marie Forbach, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Johann Heinrich Forbach 7. Kind, 5. Tochter, alt 19 Jahre, 4 Monate und geb. den 8. April. 16 Tage. Bekanntmachungen von Be— hoͤrden. Wr Edictalla dung. (852) Die dem Gr. Heſſ. Kammerherrn und Hauptmann Friedrich Freiherrn von Bellers— heim zu Darmſtadt und dem Kaiſerlich Oeſtrei⸗ chiſchen Conſul und Fürſtlich Thurn⸗ und Taxis'. ſchen Poſtmeiſter Dr. Maxmilian Freiherrn von Bellersheim zu Lübeck, beide genannt Stürzels⸗ heim, in der Gemarkung Münzenberg zuſtehen⸗ den, bei den vorderen Ablöſungen unberückſichtigt gebliebenen Gefälle in jährlichem Geſammtgeld⸗ anſchlage von 95 fl. 40 ½ kr. ſollen nach den deßhalb beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen abgelöſt werden. Es werden daher alle bei dieſen Ablöſungen bekannte und unbekannte Betheiligten hierdurch aufgefordert, ihre etwaigen Rechtsanſprüche ſo⸗ gewiß binnen zwei Monaten bei dem unter⸗ eichneten Gerichte anzumelden, gegenfalls die Auszahlung der Ablöſungskapitalien an die ge⸗ nannten Herren Berechtigten geſtattet werden wird. Butzbach den 28. Mai 1853. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Ebel. Verſtei gerung. (887) Dienſtag den 28. d. M., Vormittags 8 Uhr, ſollen im hieſigen Landgerichtslocal un⸗ gefähr zehn Centner zur Vernichtung beſtimmte Akten öffentlich meiſtbietend verſteigert werden, wozu Kaufliebhaber hiermit eingeladen werden. Großkarben am 13. Juni 1853. Großherzogl. Landgericht e Gras verſteigerung. (904) Donnerſtag den 23. Juni, Vormittags 10 Ubr, ſoll das dieß jährige Heugras auf den hieſigen Gemeindewieſen in mehreren Abthei⸗ lungen und Looſen, im Geſammtgehalte von circa 180 Morgen, öffentlich zur Verſteigerung gebracht werden. Die Herren Bürgermeiſter werden erſucht, dieſes im Intereſſe ihrer Ortsangehörigen be⸗ kannt machen zu laſſen. Ütphe am 13. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Böſcher. Holzverſteigerung. (805) Donnerſtag den 23. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr anfangend, ſollen im Grällich Solms⸗Rödelheimiſchen Beinhardswalde verſtei⸗ gert werden: 73 Stecken Eichen⸗Schälprügel, 9„altes Stockholz, 9000 Wellen Eichen⸗Schälreißholz, 5 Haufen Schlagabraum, 250 Stück Eichen⸗Baumſtützen. Forſthaus Beinhards am 15. Juni 1853. Der Gräfl. Revierförſter Hartmann &Braunkohlen⸗Verkauf. (898) Auf dem Gr. Dorheimer Braunkoblenbergwerk können nunmehr trockene Braunkohlen⸗ klötze von Reihen aus der diesjährigen Förmerei, auch fortwährend Klötze von Haufen und Schoppen, ſowie ſog. Holzkohlen bezogen werden. Die Preiſe der Klötze find 11 Kreuzer für den Centner für die von Reihen und Haufen, 12 Kreuzer für die aus den Schoppen, wobei 14 Klötze für 1 Centner gerechnet werden. Die ſog. Holzkohlen koſten 14 Kreuzer der gemeſſene Centner. Gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft wird für die bis Ende September d. J. bezogenen Braunkohlen, jedoch nur bei Abnahme von mehr wie 25 Centner Credit zur Zahlung bis Ende Dezember d. J. gegeben. Denjenigen indeſſen, welche noch Zahlungen für Braunkohlen aus einer früheren Creditperiode an die Gr. Bergkaſſe zu Friedberg zu leiſten haben, kann, bevor ſie ihre Schuldigkeit berichtigt haben, kein weiterer Credit gegeben werden. Beſonders zu bemerken ift noch, daß ſämmtliche Geſchirre, welche von dem Gr. Dorheimer Braunkohlenbergwerk Kohlen abholen, bei der Kurfürſtl. Chauſſeegelderhebungsſtätte Nauheim und beladen auch auf allen Gr. Heſſ. Chauſſeen von Entrichtung des Chauffeegeldes befreit find. Dorheimer Bergwerk den 13. Juni 1853. Das Gr. Heſſ, Bergamt Dorheim 8. Gr. Bergmeiſter. Edietalladung. (931) Franz Georg Küſtrams Wittwe, Maria Katharina, geb. Scheer aus Friedberg, iſt am 15. Januar d. J. dahier kinderlos verſtorben und ihr in Amerika wohnender Bruder Hart⸗ mann Scheer als geſetzlicher Erbe bezeichnet worden. Da Friedrich Georg Kordes dahier den geringen Nachlaß für Auslagen und aus einem Schenkungsvertrage in Anſpruch nimmt, ſo wird der vorgenannte Hartmann Scheer resp. deſſen Kinder, oder wer ſonſt Erb- und andere Anſprüche an den Nachlaß zu haben glaubt, aufgefordert, dieſe binnen drei Monaten dahier geltend zu machen, gegenfalls der Nachlaß dem Friedrich Georg Kordes überwieſen werden wird. Friedberg den 5. Juni 1853. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Dr. Irle. Edictal ladung. (982) Anſprüche jeder Art an das Vermögen des Salomon Hammel in Oberrosbach, über welchen Concurs erkannt worden, find Mittwoch den 10. Auguſt, Morgens 8 Uhr, bei Vermeidung des ſtillſchweigend erfolgenden Ausſchluſſes dahier anzuzeigen und zu begründen. Friedberg den 9. Juni 1853. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. e e Heugras-Verſteigerung. (933) Mittwoch den 22. Juni d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe auf freiwilligen Antrag des Bürgers Karl Mo— rell dahier die dießjährige Heuerndte von deſſen circa 4 Morgen haltenden Wieſen im Ried, in der Friedberger Gemarkung, öffentlich meiſtbie⸗ tend verſteigert. Friedberg den 15. Juni 1853. In Auftrag: Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bie feder a Heugras Verſteigerung. (934) Freitag den 24. d. M., Vormittags 9 Uhr anfangend, ſoll das diesjährige Heugras von circa 180 Morgen Gemeindewieſen, öffent⸗ lich meiſtbietend auf Ort und Stelle verſteigert werden. Bönſtadt den 18. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Geibel. Gras- Verſteigerung. (935) Donnerſtag den 23. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr, wird das hieſige Gemeinde⸗Heugras in der Beunbach öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Oberwöllſtadt den 16. Juni 1853. Der ee Bürgermeiſter i el. Grasverſteigerung. 1936) Mittwoch den 22. Juni l. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathbauſe das diesfährige Heugras von den Gemeindewieſen in Abtheilungen meiſtbietend verſteigert werden. Aſſenheim den 15. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Schmidt. Fruchtverſteigerung. (937) Dienſtag den 28. Juni d. J., Nach⸗ mittags 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe von den Fruchtvorräthen des vereinigten Armen⸗ fonds dahier circa 40 Malter Korn und 13 Malter Gerſte, zweimalterweiſe öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert. Friedberg am 20. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. 400 Gulden (988) liegen in der Kirchenkaſſe zu Helden— bergen zum Ausleihen bereit. Der Kirchenrechner Franz (939) mit der Maſchine gedroſchen, iſt zu 4 fl. per Fuder käuflich zu haben. (9440) Nächſten Donnerſtag den 23. d. M., Vormittags 11 Uhr, ſoll das der hiefigen Pfarrei gehörige Heugras einer öffentlichen Verſteigerung 5 circa 15 Morgen meiſtbietend ausgeſetzt werden. (941) Freitag den 24. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll das der hieſigen Gemeinde gehörige Heugras von circa 40 Morgen öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert werden. Marienſchloß. Uhr anfangend, ſoll das der Gemeinde Florſtadt zuſtehende Heugras von circa 180 Morgen Waizenſtro h, Utphe den 17. Juni 1853. Die Gräflich e e 065 Grasverſteigerung. Die Zuſammenkunft iſt an der Wetterbrücke. Oppershofen den 19. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Wolf. Gras verſteigerung. Die Zuſammenkunft iſt hinter der Anſtalt Rockenberg den 19. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Wettner. Gras⸗Verſteigerung. (912) Freitag den 24. d. M., Morgens 10 194 e Wieſen, die wegen Ueberſchwemmung nicht ge⸗ litten haben, meiſtbietend verſteigert werden. Florſtadt den 16. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter A pp e l. Grasverſteigerung. (93) Freitag den 24. Juni l. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr, ſoll das Gras von circa 60 Mor⸗ gen Gemeindewieſen, zu Heu, öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert werden. Steinfurth am 17. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Thönges. Arbeits-Verſteigerung. (91) Dienſtag den 28. Juni d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, werden auf dem Gemeinde⸗ haus dahier nachſtehend verzeichnete Bauarbeiten wenigſtfordernd veraccordirt: A. Erbauung einer Brücke innerhalb des Orts: 1) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 11 fl. 36 kr. 2) Materiallieferung,„„ 22 30„ 3) Zimmerarbeit, 5„ 103„ 48„ 4) Schloſſerarbeit,„ e 4% 12 B. Erbauung einer Brücke im Schloßhof: Zimmerarbeit, incl. der Liefe⸗ ferung des erforderlichen Hol⸗ zes, veranſchlagt zu 170„43„ C. Erbauung von mehreren Kanälen außerhalb des Orts: Maurerarbeit, veranſchlagt zu 30»—„ Die Voranſchläge und Bedingungen liegen bis zum Verſteigerungstag zur Einſicht der n auf dem Bürgermeiſterei⸗Bureau offen. Stammheim den 14. Juni 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter aue. Gras verſteigerung. (945) Donnerſtag den 23. d. M., des Vor⸗ mittags von 11 Uhr an, ſoll das Gras von 24 Morgen der hieſigen Kirche gehörigen Wieſen im Rathhauſe dahier meiſtbietend verſteigert werden. Reichelsheim den 18. Juni 1853. Der Kirchenvorſtand: W. Tecklenburg, Pfarrer. Gras⸗Verſteigerung. (96) Bei der bereits auf den 24. Juni d. J. angekündigten Heugras⸗Verſteigerung zu Florſtadt ſoll auch das Heugras von den daſigen Pfarrwieſen zugleich mitverſteigert werden. Grasverſteigerung. (947) Donnerſtag den 23. d. M., des Vor⸗ mittags von 9 Uhr an, poll das diesjährige Gras von ungefähr 190 Morgen der hieſigen Gemeinde gehörigen Wieſen, theils ein⸗ und theils zweiſchürig, im Rathhauſe dahier meiſt⸗ bietend verſteigert werden. Reichelsheim den 18. Juni 1853. Schmid, Bürgermeiſter. Privat⸗ Bekanntmachungen. Die Hagelſchäden-Verſicherungs- Geſellſchaft „ERES in Magdeburg (192) verſichert alle Ernten der Felder, der Gemüſe-, Obſt⸗ und Weingärten gegen Schaden, der durch Hagelſchlag entſteht, nach den Beſtimmungen ihres Statuts; ſie gewährt durch das Prinzip der Gegenſeitigkeit und Oeffentlichkeit in ihrer Verwaltung nicht allein die größte Sicherheit, ſondern ſtellt auch billige Prämien. 8 Die Einrichtungen dieſer Geſellſchaft fanden in dem letztverfloſſenen Jahre einen ſo allgemeinen Anklang, daß ſich die Mitgliederzahl, wie das verſicherte Capital gegen das Jahr 1851 um mehr als das Doppelte geſteigert hat. Die Statuten der Geſellſchaft, ſowie Auskünfte über die Erforderniſſe zur Aufnahme und die nöthigen Formulare ſind zu haben bei Friedberg den 22. Mai 1853. H. Hahn, Agent der Hagelſchäden-Verſicherungs-Geſellſchaft„Ceres.“ E mypfe (915) Leine⸗Drills zu Uniformshoſen, hlung. ſowie ächten ſächſiſchen Caſſinetts zu Paletots für Civilbeamte, habe ich in den vorſchriftsmäßigen Farben auf Lager, welches ich hierdurch empfehlend anzeige. Friedberg. Seligmann Hirſchhorn. Zu verkaufen. (871) Ein Glaserker, ein noch brauchbarer Ofen, ſowie eine Lambris ſteht zu verkaufen bei Friedberg den 9. Juni 1853. Conrad Diehl, am Markt. Erklärung! (948) Es hat ſich zu Niedermörlen das Ge⸗ ſpräch verbreitet, daß Jemand von dorten bei mir Schlagkuchen gekauft und bei dieſer Gelegen⸗ heit 1 fl. entwendet habe. Dieſes iſt Unwahrheit, was ich hierdurch wahrheitsgemäß erkläre, und wird gewarnt ſolche Lüge auszuſprechen. Friedberg den 15. Juni 1853. ieee 400 Gulden (910) liegen zum Ausleihen in den Landge⸗ richtsbezirk Friedberg bereit. Die Expedition ſagt wo? Ein Lehrling (9500 wird geſucht. Aſſenheim. Kreß, Schreinermeiſter. Fliegenthee (931) in Packeten, à 7 Sgr. Die einfache Abkochung von dieſem für Jedermann durchaus unſchädlichen Thee reicht auf lange Zeit hin, um die ſo läſtigen Fliegen ſchnell und ſicher zu vertilgen. Aecht Perſiſches Inſektenpul⸗ ver à Fl. 18 kr. Dieſes Pulver iſt ein ſicheres Specificum zur Vertilgung der Flöhe, Wanzen, Motten ꝛc. und iſt namentlich das zweckmäßigſte Mittel, um die mit Flöhen be⸗ hafteten Hunde vollkommen von dieſer Plage zu befreien. Zu haben bei Friedberg. P. F. Schmittner. Eiſeubahnfrachtbriefe (980) ſind ſtets vorräthig bei Friedberg. E. Bindernagel, Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Bindernagel in Friedberg. Bel Ma! wer Bel Nid chen dah wel ſung und ten