Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M 7. Sonnabend den 22. Januar 1853. Negierungsblatt⸗Auszüge. Nr. 60 enthält: 1) Geſetz vom 24. Dez., die Beſteuerung des Branntweins und Biers betr., welches beſtimmt: Art. 1. Die nach dem 2. Abſatz des Art. 5 des Geſetzes vom 16. Juli 1842 be⸗ ſtimmte geringere Maiſchbüttenſteuer von 5 Kreuzer für 20 Maas Maiſchraum und für jede Einmaiſchung ſoll von der nächſten Brenn— periode an nur von ſolchen Brennereien erhoben werden, welche an einem Betriebstage nicht mehr als 400 Maas Maiſchraum bemaiſchen. Dieſe Brennereien ſind aber alsdann in ihrer Betriebszeit nicht mehr auf die Dauer von 7 Monaten während des Jahrs beſchrankt.— Art. 2. Die Steuerrückvergütung von Branntwein, welche nach Art. 10 des Geſetzes vom 16. Juli 1842 ſtattfinden kann, ſoll in Zukunft den Betrag von 4 fl. für die Ohm Branntwein zu 50 Grad nach dem Alkoholometer von Tralles und bei größerer oder gerin— gerer Stärke den verhältnißmäßigen Betrag nicht überſteigen.— Die Beſtimmung in dem 2. Abſatz des gedachten Artikels 10, daß nämlich die einem Branntweinbrenner geleiſtete Rückvergütung den Betrag der Steuer, die von ihm in demſelben Jahre zu bezahlen war, nicht üherſteigen dürfe, iſt aufgehoben.— Art. 3. An Orten, wo das Be— dürfniß des Verkehrs mit dem Ausland es wünſchenswerth macht, können unverſteuerte Niederlagen von Branntwein unter Aufſicht der Steuerverwaltung geſtattet werden.— Art 4. Die Trankſteuer von Bier beträgt in Zukunft 1 fl. 20 kr. von der Ohm.— Von allem inländiſchen Bier wird vor dem jedesmaligen Brauen die Trankſteuer nach dem ganzen Inhalt des Braugefäßes entrichtet, für Einkochen und Haustrunk aber eine Vergütung von 35 Prozent abgezogen.— Ein abgabefreies Brauen zur häuslichen Conſumtion iſt nicht mehr geſtattet.— Art. 5. Von Bier, welches im Großen nach dem Aus⸗ land verkauft wird, kann, wenn die Ausfuhr gehörig nachgewieſen worden iſt, eine Steuerrückbergütung von 52 Kreuzer für die Ohm geleiſtet werden.— Art. 6. Gegenwärtiges Geſetz tritt mit dem 1. Januar 1853 in Kraft und find von da an alle Beſtimmungen der Geſetze vom 12. Juni 1827 und 16. Juli 1842, welche ſich nicht da— mit vereinigen laſſen, aufgehoben.— Art. 7. Das Miniſterium der Finanzen iſt mit der Vollziehung dieſes Geſetzes beauftragt.— 2) Bekanntmachung Großh. Miniſteriums des Innern vom 7. Dez., die Zulaſſung von Acceſſiſten im Secretariate des Großh. Oberconſiſto— riums betr. Nachträglich zu der Verordnung vom 10. Sept. 1851, „die Vorbereitung zum Staatsdienſte im Juſtiz- und Regierungs- fache betr., wird auf den Grund Allerhöchſter Entſchließung S. K. H. des Großherzogs zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß es denjenigen Acceſſiſten, welche ſich dem Juſtiz- und Regierungsfache widmen und welche bereits ein halbes Jahr lang zum Aeceß bei einer Regierungs— behörde zugelaſſen worden ſind, auf ihren Wunſch für die Folge ge— ſtattet werden ſoll, den Aceeß bei dem Secretariate des Gr Ober⸗ conſiſtoriums fortzuſetzen.— 3) und 4) Bekanntmachungen, die Ver— kündigung gerichtlicher Anzeigen in den Bezirken Alzei und Mainz während des Jahres 1853 betr., wornach für erſteren hierzu die „Woſmſer 31g.“ für letzteren das„Mainzer Journal beſtimmt ſind. — 5. Dienſtnachrichten. S. K. Hoheit der Großherzog haben aller— gnädigſt geruht: am 5. Nov. den Calculator Bader bei der Stagats⸗ ſchulden-Tilgungskaſſe zum zweiten Buchhalter und den Acceſſiſten Beſt zum Calculator bei dieſer Kaſſe zu ernennen;— am 25. Nov. den Acceſſiſten bei der Oberbau⸗Direktion und ſeitherigen Vicar der Provinziralbaumeiſterſtelle für Rheinheſſen, Ur. Weyland zu Mainz, zum Kreisbaumeiſter zu ernennen und ihm dabei die Geſchäfte der Hof⸗ und Militärbaumeiſterſtelle übertragen;— am 4. Dez. den evang. Pfarrer Schwabe zu Offenbach zum dritten Lehrer an dem evang. Predigerſeminar zu Friedberg und zum dritten Stadtpfarrer daſelbſt unter Verleihung des Charakters als Profeſſor zu ernennen; — den von den Hrn. Grafen zu Erbach-Erbach auf die Caplanei— und Rektoratsſtelle zu Erbach präſentirten Pfarrammts-Candidaten Anthes für dieſe Stelle zu beſtätigen;— am 6. Dez. den Revier- förſter des Forſtreviers Gladenbach und ſeitherigen Verwalter des Forſtamts Biedenkopf, Boſe, zum Aſſeſſor mit Stimme bei der Ober— Forſt⸗ und Domänen-Direction zu ernennen. Das Geſchenk des Wucherers. Von W. Heinrigs. (Fortſetzung.) Ormeille überlegte ſich's einige Minuten ſchweigend; aber ein ſchwacher Hoffuungsſtrahl, der einen Angenblick auf ſeinem Geſichte aufgedammert war, verſchwand wieder. Er begriff nun den Geldlether und ſeinen Vorſchlag, denn die ziemlich deutliche Erinnerung an die Tabellen verſchie—⸗ dener Lebensverſicherungen, die er geſehen hatte, machte ihm klar, daß Jutereſſen und Prämie zuſammen ſich auf beinahe zwanzig Procent belaufen, und daß die ausdrück— liche Verpflichtung ſeinen Bürgen ſozuſagen nöthigen würde, eine Annuität auf ſein, Ormeille's, Leben zu be⸗ zahlen. Zwar zweifelte er, voll Thatkraft und Hoffnung, nicht, daß er im Stande ſein würde, die Zahlung der Zinſen und Prämien immer ſelbſt und regelmäßig leiſten zu können; zwar würde er, in ſeiner jetzigen Lage trotz dieſer monſtröſen Bedingungen vielleicht noch härtere an— genommen haben, wenn es nur von ſeinem Entſchluſſe allein abgehangen hätte; allein wo ſollte er einen Freund finden, der fur ihn Bürge würde! Verzweiflungsvoll durchlief er in Gedanken die Reihe derjenigen Freunde, die ihn bis jetzt um ſeiner Armuth willen noch nicht ver— geſſen hatten, aber er fand keinen, dem er eine ſolche „Ditte mit Ausſicht auf Erfolg ſtellen durfte. Tief ent— muthigt wandte er ſich wieder zu dem Geldverleiher. „Ich habe keinen Freund, den ich um einen ſolchen Dienſt angehen könnte,“ ſagte er.„Hätte ich einen ſol— chen, ſo wäre ich nicht hier. Gibt es denn gar keine, wenn auch noch ſo hohe Bedingungen, unter welchen Sie mir auch nur die geringſte Summe vorſtrecken konnten, für die ich, allein haftbar wäre?“ „Ich weiß keine,“ verſetzte der Wucherer kalt, der bereits einen Brief zu ſchreiben begonnen hatte. „Ich würde Ihneu dreißig,— ja fünfzig Procent geben!“ „Unmöglich! ich kann Ihnen nichts vorſtrecken!“ rief der Wucherer mit ungeduldigem Kopfſchütteln. „Ich biete hundert Procent!“ „Ich will nicht— baſta!“ war die Antwort. Der ſeltſame Fremde ſtand vom Stuhle auf und wollte ſich entfernen; ſchon hatte er die Thürklinke er⸗ faßt, da wandte er ſich noch einmal raſch zu dem Geld— menſchen zurück, ſtellte ſich ihm vor dem Tiſche gegenüber, mit verſchränkten Armen und mit der düſtern Glut der Verzweiflung im Blick. i „Hören Sie mich nur noch einen Augenblick an!“ ſagte Ormeille in einem Tone tiefer, mühſam bewältigter Leidenſchaft, der wie das hohle Murren des Meeres vor einem Sturm erklang;—„es iſt für mich eine Frage um Leben und Tod, daß ich noch vor Sonnenuntergang Geld bekomme. Leihen Sie mir nur zweihundertundfünfzig Franken, und ich bezahle Ihnen innerhalb Jahresfriſt zwölfhundert zurück. Ich will Ihnen alle Macht über mich einräumen, die das Geſetz nur einem Manne über einen andern geben kannn, und will Ihnen noch überdieß meine Ehre, die ich noch niemals verpfändete, zum Pfand einſetzen!“ Der Wucherer lächelte beinahe, ſo ſeltſam ſarkaſtiſch verzerrten ſich ſeine Züge, als er auf dieſe Worte lauſchte; aber eiſig⸗kalt erwiderte er:„Ich zweifle nicht an Ihrer Ehre, aber die Ehre hat Nichts mit Geſchäften zu thun. Was das Recht und das Geſetz anlangt, ſo gibt es ein gutes altes Sprüchwort, das da ſagt: Wo nichts iſt, da hat auch der Kaiſer ſein Recht verloren!“ Bernard Ormeille betrachtete die ſteinharten kalten Züge und den leidenſchaftsloſen Mund, der dieſe Worte ſo ruhig ſprach, mit jenem tiefkränkenden ſchmerzenden Zorn eines Mannes, der ſich vergeblich gedemüthigt hat. Nichtsdeſtoweniger klammerte er ſich an den unerbittlichen alten Wucherer wie an einen Fels in der Sündfluth, und eine Regung wilder Rachgier überkam ihn auf einen Augenblick, als er noch näher auf den leibhaftigen Geld— kaſten vor ihm hinzutrat, während der Wucherer halb entſetzt vor dem brennenden Blick der weitgeöffneten Pu— pillen ſeines Beſuchers zurückprallte,. Dann legte Or⸗ meille dem Geldverleiher die Hand auf die Schulter mit einer Geberde ſchrecklicher Vertraulichkeit, welche zugleich imponirte und Aufmerkſamkeit für ſeine Worte heiſchte, und hub mit einer plötzlichen Klarheit und ſogar muſika⸗ liſchen Deutlichkeit der Ausſprache, welche ſeine Worte in 26 e- ihrer feierlichen Verzweiflung noch erſchütternder machte, an:„Alter Mann, ich bin in Verzweiflung, ich bin in Verzweiflung, ich bin ruinirt. Erſt vor wenigen Mo⸗ naten ſtarb mein Vater und hinterließ mich nicht allein blutarm, ſondern umgeben von kleinen Verbindlichkeiten, welche mich ſeither in jedem Schritte gehemmt haben, den ich gerne gethan hätte. Ich habe keine Zeit, keine Ruhe, um einen ſolchen Aufſchwung zu nehmen, wie ihn meine Stellung erfordert. Heute früh habe ich meinen letzten Franken ausgegeben. Ich bin zu ſtolz, um zu betteln, und Borgen iſt Betteln, wenn man von einem Manne weiß, daß er in wirklicher Verlegenheit iſt. Binnen einer Stunde von jetzt an werde ich alle Qualen eines Lebens überwunden haben, an deſſen Erhaltung mir um meiner ſelbſt. willen ſehr wenig liegt. Und doch habe ich meine Jugend wohl angewendet, um mir Schätze zu ſam— meln, die nur noch eine kurze Friſt zum Wohl der Menſch⸗ heit und zu meinem eigenen Nutzen ertragsfaͤhig gemacht hätte. Meines Vaters beſchränkte Mittel und die mei⸗ nigen ſind aufgezehrt worden in der Verfolgung meiner Studien und im Abgrund von Leiden, die noch härter und hülfsbedürftiger waren, als die uuſrigen. Wenn ich ſo ſterbe, ſo gehen mit mir die Ergebniſſe der Experimente, die Studien meines Vaters und die Opfer zu Grunde, welche er gebracht hat... Es gibt Augenblicke, wo alle gewöhnlichen Berechnungen und Klugheitsmaßregeln leeres Geſchwätz ſind. Das Leben iſt der einzige wirkliche Be— ſitz, den wir haben, der Tod die einzige Gewißheit. Hören Sie mich an— ich will Ihnen noch einen einzigen letzten Vorſchlag machen. Leihen Sie mir nur hundert Franken — das ſind für mich zehn Wochen Leben— und ich ſchwöre Ihnen, daß wenn ich am Leben bleibe, ich Ihnen für jeden geliehenen Frank hundert, alſo zehntauſend Franken wieder erſtatten werde. Geben Sie zu, daß auf der einen Seite zwar ein kleines Wagniß, auf der andern aber ein großer Gewinn in Ausſicht iſt! Und gilt Ihnen denn überdem das Bewußtſein gar Nichts, ein Menſchen— leben gerettet zu haben?“— Der Fremde brach bei den letzten Worten in ein lautes, bitteres, faſt aberwitziges Lachen aus, welches den Wucherer mit einem eiskalten Schauer überrieſelte. (Fortſetzung folgt.) Bekanntmachungen von Be— hoͤrden. NN NN NN Immobiliar-Verſteigerung. (2) Montag den 14. Februar 1853, Vormit⸗ tags 11 Uhr, werden in hieſigem Rathbauſe die dem hieſigen Bürger Franz Albrecht Goll zu— ſtehenden Immobilien, als: Gemarkung Stadt Friedberg: Pag. 42 No. 247 Hofraithe, als Wohnhaus an Philipp Holler, „ 191 13 155,3 Klafter= 79 Ruthen Garten am Gäßchen, an Friedrich Netz, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 29. Dezember 1852. , In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großherzogl. Bürgermeiſter Be Fx u cht v ex ſt e i ger un g. (56) Montag den 24. Januar d. J., Nach⸗ mittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe von den Frucht⸗Vorräthen des Auguſtiner Schulfonds dahier 50 Malter Korn zweimalter—⸗ weiſe öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 13. Januar 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Bekanntmachung. (83) Montag den 24. d. Mts., Vormittags um 10 Uhr, ſoll der Dünger in den Senk— gruben der beiden Caſernen, ſowie des Haupt- wachegebäudes dahier, auf die Jahre 1853, 1854 und 1855 in dem Büreau des Bataillons verwaltungsraths auf dem Soumiſſionsweg an den Meiftbietenden vergeben werden. Dieß den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nach— richt, daß die Accordsbedingungen von heute an in oben genanntem Büreau eingeſehen wer— den können. Friedberg den 17. Januar 1853. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Holzliefe rung. (85) Freitag den 28. d. Mts., Vormittags um 10 Uhr, ſoll die Lieferung von 192 Stecken Buchen ⸗Scheitholz für die Garniſon dahier in dem Büreau des Bataillonsverwaltungsraths auf dem Soumiſſtonsweg an den Wenigſtneh— menden vergeben werden. Dieß den Intereſſen⸗ ten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lieferungsbedingungen von heute an in oben genanntem Büreau eingeſehen werden können. Friedberg den 17. Januar 1853. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Verſteigerung getragener Montirungs— ſtücke, ſowie ausrangirter Bettteppiche. (84) Donnerſtag den 27. d. Mts., Vormittags um 8 Uhr anfangend, ſoll in der Kloſtercaſerne dahier eine bedeutende Parthie getragener Mon— tirungsſtücke, als: Mäntel, Tuchhoſen, Mützen, Handſchuhe, Röcke, Spencer, wollene Gama— ſchen und Schuhe, ſowie ausrangirte Caſerne— requiſiten gegen gleich baare Zahlung meiſtbie⸗ tend verſteigert werden. Dieß den Steiglieb⸗ habern zur Nachricht und zugleich mit dem Er— ſuchen an die Gr. Herren Bürgermeiſter der Umgegend, dieſe Verſteigerung im Intereſſe ihrer Gemeinden gefälligſt bekannt machen laſſen zu wollen. Friedberg den 17. Januar 1853. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. 7 Bekanntmachung, betr. Holzverſteigerung in dem Gr. Domanial— wald Burgwald, Forſtreviers Oberrosbach. (8˙7) Freitag den 28. d. M. ſollen in dem oben gedachten Walddiſtriete ½ Stecken Birken⸗Scheitholz, 2 2 10 Eichen⸗ 77 2„ Nadel⸗* 3„ Buchen. Prügelholz, 9„ Birken⸗„ 51„ Nadel⸗„. 11„ Buchen-Stockholz, 54½„ Birken- und Nadel⸗Stockholz, 2300 Wellen Buchen⸗Reisholz, 5057„ Birken⸗ 1 9 — 93) 4 mttags das Hall für Rech hier, off Accord g Fried Fer 96) mittags 60 Mal den Ftue zweimal Frie 9 (97 mittags Nachla Wittwe Bettun und ſo des hie Heinrii ſteigert Frii N g gemacht die ie mei⸗ meiner u ich 10 dekimente, Grunde, And ich ich Ihnen utauſend daß auf t andern nen 5300 Wellen Nadel- und Aspen⸗Relsholz, 4 Eichenſtammabſchnitte in 77 Cubikfuß, Bauholz, an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert werden. Zusammenkunft: Morgens 9 Uhr am Forſt⸗ haus Winterſtein. Oberrosbach am 15. Januar 1853. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Garten ⸗ Verpachtung. (93) Montag den 24. Januar d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, wird in bieſigem Rathhauſe der Hartmann Schmidt'ſche Garten, 81 Klafter haltend, von Petritag 1853 auf weitere ſechs Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 19. Januar 1853. In Auftrag: Der Großberzogl. Bürgermeiſter Bender. Arbeits-Verſteigerung. (940 Montag den 24. Januar d. J., Vor⸗ mittags 11 Ubr, werden in hieſigem Rathbauſe verſchiedene Arbeiten an den ſtädtiſchen Feuer⸗ ſpritzen, vervoranſchlagt zu 54 fl., öffentlich an den Wenigſtfordernden in Accord gegeben. Die Arbeiten beſtehen lediglich in mechaniſchen Meſ⸗ ſingarbeiten und kann der betreffende Ueberſchlag bei mir eingeſehen werden. Friedberg den 19. Januar 1853. Der Großberzogl. Bürgermeiſter Ben de k. Bekanntmachung. (95) Montag den 24. Januur d. J., Vor- mittags 10 Ubr, wird in hieſigem Rathhauſe das Halten eines Faſelſchweins auf drei Jahre, für Rechnung des vereinigten Armenfonds da⸗ hier, oͤffentlich an den Wenigſtfordernden in Accord gegeben. Friedberg den 20 Januar 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bien d e r. Fruchtverſtei gerung. (960 Dienſtag den 1. Februar d. J, Nach- mittags 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe 60 Malter Korn und 20 Malter Gerſte von den Fruchtvorräthen des vereinigten Armenfonds zweimalterweiſe öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 19. Januar 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. Mobilien⸗Verſteigerung. (97) Donnerſtag den 3. Februar d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr anfangend, werden die zum Nachlaſſe der hier verſtorbenen Adolph Jungs Wittwe gehörenden Mobilien, beſtehend in Bettung, Kleider, Tiſche, Stühle, Commode und ſonſtigen Hausgeräthſchaften in dem Hauſe des hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Heinrich Formhals öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg den 20. Januar 1853. Der. Großberzogl. Bürgermeiſter Bender. Garten- Verſteigerung. (98) Dienſtag den 8. März d. J., Vormit⸗ tags 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe ein zum Nachlaß der bier verſtorbenen Adolph Jungs Witwe gehörendes Gründſtück: Gemarkung Stadt Friedberg: Pag. 122 No. 5 25 Ruthen Garten in den Liebfrauengärten, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 19 Januar 1853. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender. 27 E. Holzverſteigerung. (99) Mittwoch den 26. d. M., von Vormit⸗ tags 9 Uhr an, werden bei Gaſtwirth Möller zu Erbſtadt folgende Gehölze aus dem Erb⸗ ſtädter Staatswalde öffentlich verſteigert, als: 1. Schlag Tiefenſee: 5 Stück Eichen⸗Stämme, für Wagner, von 16 bis 29“ Länge und 8 bis 9“ mittlerem Durchmeſſer, 6 Stück Buchen⸗Stämme von 20 bis 28˙ Länge und 11 bis 13“ mittlerem Diurchmeſſer, 10½ Klafter Buchen-Scheitholz, N„ Eichen⸗„ %„ Eichen⸗Prügelholz, 7 Schock Buchen ⸗Zopfreis, 8 Klafter Laubholz-Erdſtöcke, ½„ anbrüchiges Holz. 11. Schlag Langenſee: 1 Eichen⸗Stamm, für Wagner, von 29“ Lange und 7“ Durchmeſſer, 13 Stück Eichen-Deichſeln, 7„ Buchen⸗xangwieden, 10 Klafter Buchen-Stammprügelholz, 51%„ Etlchen⸗-Prugelholz, 3½ Schock Buchen⸗Schneidelreis, 18%„ Eichen⸗Schneidel- und Buchen- Zopfreis, 2½ Klafter Laubholz⸗Erdſtöcke. 111. Schlag Ameiſenkopf: 8 Schock Birken⸗ und Eichen ⸗Schneidelreis, 10%„ dergl. Zopfreis. IV. Schlag Raubſchloß: 11 Stück Eichen⸗Oeichſeln, 31„ Buchen⸗Langwieden, 7½ Klafter Buchen-Stammprügelholz, 2½„ Eichen⸗Prugelholz, 7 Schock Buchen⸗Schneidelreis, 8„ Eichen Schneidel⸗ und Buchen⸗ Zopfreis. Windecken am 17. Januar 1855. Kurfürſtlich Heſſiſche Nenterei das. Deichmann. Holz er te ig er ang im Moxſtädter Markwalde, Reviers Düdelsheim. (100 Dienſtag den 1. Februar d. J. ſollen im Diſtrikt Kirchwald. nachſtehende Holzſorti⸗ mente öffentlich unter den vor der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen ver- ſteigert werden:* 44½ Stecken Buchen⸗Scheitholz 1I. Quantiät 1177„„ Prugelholz, 10„ Eichen-Scheitholz, 24½„„ Prügelbolz, 34„„ Stockholz, 152 Eichen⸗-Stämme von 7 bis 20 Zoll mitt⸗ lerem Durchmeſſer und 10 bis 60 Fuß Länge, 4454 Cubikfuß enthaltend. Die Zuſammenkunft iſt an dem genannten Tage Morgens 10 Uhr auf dem ſog. Heckopf bei Obermoxſtadt. Obermoxſtadt den 17. Januar 1853. Der Großhberzogl. Bürgermeiſter Wit e e Verſteigerung von Steinhauerarbeiten. (1010 Montag den 24. Januar 1853, Vor⸗ mittags 11 Uhr, wird bei Gaſtwirth Wagner zu Florſtadt die Anlieferung von 12 Stück Treppentritte von Sandquaderſteinen, welche zu 30 fl. veranſchlagt ſind, öffentlich in Accord gegeben. Florſtadt den 15. Januar 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter A p el. Holz ⸗Verſteigerung. (102) Das unterzeichnete Rentamt verſteigert: 1. Montag den 24. d. Mts. 24 Stecken Nadel ⸗Scheitholz, 12„ dgl. Prügelholz, 42„ dgl. Stockholz, 1775 Stück Eichen⸗, 5125„ Nadel- u, Wellen. 1311„ Ginſter⸗ II. Dienſtag, den 25. d. Mts. 212 Stämme= 7818 Kubikfuß verſchiedenes Nadel Bau- und Werkholz von 6— 20 Zoll Durchmeſſer und 20—70 Fuß Länge und 6 Weißtannenſtangen— 23 Kubikfuß. Das Holz liegt in den Diſtrikten„Tannen⸗ wieſe, am Haſſelecker Weg und an den Kreuz⸗ tannen.“ Die Verſteigerung beginnt jedesmal Vor⸗ mittags 10 Uhr im Diſtrikte„Tannenwieſe.“ Ockſtadt den 19. Januar 1853. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer. Kapital- Geſuch. (103) Es wünſcht eine Gemeinde in hieſigem Kreiſe ein Kapital von zwölfhundert Gulden zu 4 pCt. anzuleiben. Das Nähere iſt bei der Expedition dieſes Blattes zu erfragen. Nee Privat- Bekanntmachungen. Zu d e ae (69) Der Unterzeichnete iſt geſonnen ſein in der Metzgergaſſe ſtehendes dreiſtöckige gut ein⸗ gerichtete und zu jedem Geſchäfte paſſende Wohnhaus aus freier Hand zu verkaufen. Kauf⸗ liebhaber können zu jeder Zeit Einſicht nehmen. Friedberg. pes Schuhmachermeiſter. Fett⸗Grieben⸗Kuchen, (170) zum Mäſten der Schweine ꝛc., find in Vorrath billigſt zu haben bei N Friedberg. Sigmund Simon, Seifen⸗ und Lichterfabrikant. Geſchäftsempfehlung. (75) Einem verehrlichen Publikum mache ich hiermit die ergebene Anzeige, daß ich nebſt meinem ſeitherigen Mehlgeſchäft ein Spezerei⸗ geſchäft eröffnet habe. Unter Zuſicherung reeller und prompter Bedienung ſehe ich einem ge⸗ neigten Zuſpruch entgegen. Friedberg im Januar 1853. Franz Stamm, Eck der Wilhelminenſtraße. Patent-Wagenſchmiere, (716) beſonders für eiſerne Achſen ſehr brauch⸗ bar, iſt in/ Centner und 2 Pfund⸗Schachteln gut und billigſt zu haben bei Friedberg. Sigmund Simon, Seifen⸗ und Lichterfabrikant. Aufforderung. (10) Ale diejenigen, welche an die Chriſtoph Fiſcher'ſche Verlaſſenſchaftsmaſſe dahier ſowohl in geſchäftlicher, als ſonſtiger Beziehung An- oder Gegenforderungen zu begründen glauben oder noch Zahlungen zu leiſten haben, werden hiermit wiederholt aufgefordert bis zum 3. Februar d. J. ihre Rechnungen bei den Unter⸗ zeichneten einzureichen und rückſtehende Zahlun⸗ gen abzuführen, widrigenfalls gegen die ſäu⸗ migen Schuldner gerichtliche Klage erhoben werden, etwaige An⸗ und Gegenforderungen aber unberückſichtigt bleiben müſſen. Friedberg den 19. Januar 1853. Die Curatoren der Chriſtoph Fiſchers Kinder: Georg Steinhäußer und Paul Falk. Zugelaufen. (105) Ein weiß und braun geplackter Jagd⸗ hund iſt dem Unterzeichneten zugelaufen. Der Eigenthümer kann denſelben gegen Erſtattung der Koſten in Empfang nehmen. Gaſtwirth K. Wiegand zu Bönſtadt 28 e- 1 Masken⸗Ball zu Friedberg. (89) Nachdem mir von Gr. Heſſ. Kreis-Amte des Kreiſes Friedberg die höhere beung zur Veranſtaltung eines Masken⸗Balles ertheilt worden iſt, ſo bringe ich dieſes unter dem Anfügen zur allgemeinen Kenntniß, daß dieſer Ball Sonntag den 30. Januar d. J. in meinem Locale ſtatt findet, worüber das mitgetheilt werdende Programm mi Subſcriptions⸗Liſte das Nähere enthält und lade ich zu recht zahlreicher Theil⸗ nahme ein. Friedberg im Januar 1853. Guſtav Gerlach. Mit Bezug auf vorſtehende Einladung werden hierdurch die verehrlichen Subſcribenten auf nächſten Samſtag den 22. d. M., Abends 7½ Uhr, zur Wahl eines Ballvorſtandes bei Guſtav Gerlach eingeladen. Friedberg den 16. Januar 1853. Die Ball⸗Entrepreneurs. In Auftrag: Wagner. Masken und Masken⸗Anzüge (106) ſind in großer Auswahl zu haben und werden ſolche zu den billigſten Preiſen abgegeben bei Friedberg. Cour. Diehl. (107) Auf bevorſtehende Maskenbälle eine reiche Auswahl Larven, Brillen& Bärte bei Friedberg. Heinrich Diehl, Coiffeur. Bürger⸗ Caſino. (108) Sonntag den 23. d. M. Abendunterhaltung nebſt Theatervorſtellung. Zur Aufführung kommt: 1) Die Bauern. 2) Die Brandſchatzung. Anfang präcis 7 Uhr. Genrebild in 1 Aufzug. Luſtſpiel in 1 Akt. In Wetterauer Mundart. Der Vorſtand. Mobiliar⸗Verſteigerung. (109) Montag den 24. Januar d. J., von Vormittags 9 Uhr an, werden in der Wohnung des Sattlers und Tapezierers Ludwig Henkel dahier die den Kindern des Genannten zuſtehen⸗ den Mobiliar-Gegenſtände, als: Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Eiſen, Porzellan, verſchiedenes Möbelwerk, darunter 1 Commode von Nuß⸗ haumholz mit 3 Schubladen, 1 großer Geräthe⸗ und Kleiderſchrank, 6 gepolſterte Stühle ꝛc., ſodann Bettwerk, Leinen und ſonſtiges Weiß⸗ geräthe, Kleidungsſtücke ꝛc., gegen baare Zah⸗ lung öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert. Nauheim den 19. Januar 1853. P. Henkel, Curator. 6000 Gulden (110) Stiftungskapital liegen auszuleihen durch Baruch Hecht. e e e (11 Auf ein Hofgut in der Nähe von Friedberg wird ein praktiſcher Oeconomiegehülfe geſucht. Derſelbe ſoll wo möglich ein rationel— ler Oeconom ſein, der beſonders ſein übergebe⸗ nes Commando mit der größten Energie aus- zuführen vermag. Das Nähere iſt zu erfragen bei der Expedition dieſes Blattes. Zu eke (112) Ein Logis für eine ſtille Haushaltung, welches ſogleich bezogen werden kann, hat zu vermiethen Seb. Geck in der Vorſtadt. B f (113) In der Sonntag-⸗Abendunterhaltung iſt eine ſchwarze Tuchkappe verwechſelt worden. Der Betreffende wird gebeten, ſolche bei Ochſen⸗ metzger Schäfer austauſchen zu wollen. An zeig e. (114) Der zweite Caſinoball findet Dienſtag den 8. Februar ſtatt. Die Vorſteher. Einladung. (115) Zur Veranſtaltung eines in der Kürze dahier abzuhaltenden Geſellen-Balles werden hiermit ſämmtliche hieſige Handwerksgeſellen, welche ſich bei dieſem Balle betheiligen wollen, eingeladen Montag den 24. Januar d. J., Abends 8 Uhr, in dem Wirthslokale bei Guſtav Gerlach dahier zu einer Beſprechung dieſer Angelegenheit ſich einzufinden. Friedberg den 19. Januar 1853. In Auftrag mehrerer Handwerksgeſellen: Guſtav Gerlach. Kirchliche Anzeigen. Sonntag Septuageſima den 23. Jan. Pfarramtswoche: Hr. Stadtpfarrer Seel. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Diaconus Baur. Nachmittags: Hr. Candidat Eich. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Stadtpfarrer Seel. Nachmittags: Hr. Candidat Flick. Frankfurter Courts vom 19. Jan. 1853. Piſto len fl. 9 43½-44½ Friedrichsd n„ 9 54½-—55. Holländiſche 10 fl. Stücke„ 9 48¼½-49½ Rand⸗Ducaten. 9 8 8„ 5 36-37 20 Frankftüghg ß„ 927-28 Engliſche Souverains.„11 48 Preußiſche Thaler. 1 45. 5 Frankenthaler„ 221-—1 Preußiſche Caſſenſcheine 5 1 Fruchtpreiſe. 1 45-75 19. Jan. 14. Jan. 12. Jan. Gattung. Fried⸗, Gerns⸗ berg Mainz heim A ki fe kr Waizen pr. Malter 9 4010 610— Kork 8— 816 755 Gerſte„ 5 40 3160 6 5 . 30 3300 Polizei- Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 22. bis zum 28. Januar. S a Fried⸗ Butz⸗ 5 Brod⸗Preiſe. berg. bach. . kr. pf. r. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 3— 2 7. 7 5 3 5. 2 . 75 M Lth.“ th — Milchbrod 15 15 — Waſſerweck 15% — Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 145% wP17 Fleiſch-Preiſe. pf 5 pf. 1 Ochſenfleiſch 12— 12— „ Kühfleiſch, gemäſtetes N „ Rindfleiſch, gemäſtetes 7 „ Kalbfleiſch 7—4 7— „„„ gemäſtetes N „ Schweinenfleiſch 13— 113— „ Hammelfleiſch e „ Schaaflleiſch 6——— „Wurſt veblos Schweinen 14— 14— „ Bratwurſt 111 „ Schwartenmagen 16— 16— „ Geräucherter Speck 23— 23— „ Schinken 17— 17 N „ Doörrfleiſch 18— 17— „ Schweinenſchmalz, 8 ausgelaſſen 21— 21— unausgelaſſen 20— 20— „Nierenfett 20— 18— „ Hammelsfett 16— 116— Die Großherzoglich Heſſiſchen Bürgermeiſter e ee Ker a u ß. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von C. Binderna gel in Friedberg. . Beig Inner lichen 9 K — 3 1 3 8 A v als zu ordnet weitere Meidu 3 fl. Polize machuf zu bri.