Intelligenz-Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen 85 im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M36. Mittwoch den 20. Juli 1853. Amtlicher Theil. Zur Warnung. In dem zu Dresden erſcheinenden Allgemeinen Poli— zeianzeiger iſt in Nr. 1. die nachſtehende Notiz veröffentlicht worden, welche man zur Kenntnißnahme und Warnung der Auswanderer bringt. Friedberg den 14. Juli 1853. Gr. Kreisamt Friedberg de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Von der Polizei in Berlin ſind kürzlich eine bedeutende Anzahl von Statuten einer Auswanderungsſparcaſſe des Socialverbandes in Beſchlag genommen worden. Dieſe Statuten führen die Ueberſchrift:„Hilf Dir ſelbſt, ſo hilft Dir Gott! und ſind unterzeichnet von Miran, Liefeld und Müller. Die ganze Sache ſcheint eine Schwindelei und lediglich auf die Bevortheilung leichtgläubiger und ungebildeter Auswanderer berechnet zu ſein, wenigſtens be— rechtigt die Betheiligung des als Schwindler bekannten Graveurs Liefeld, ſowie der Umſtand, daß der mitunter⸗ zeichnete Müller in Berlin gar nicht exiſtirt, zu dieſer Vermuthung. Zur Nachricht. Georg Friedrich Nau von hier iſt heute die Conceſſion als Unteragent für den Hauptagenten Washington Finlay zu Mainz, Behufs der Beförderung von Auswanderer über Havre nach Amerika durch die Schiffsbefrachter Washing— ton Finlay und Joſeph Lemaiter in Havre ertheilt worden, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Friedberg den 14. Juli 1853. Gr. Kreisamt Friedberg de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Das öde Candhaus. Ein Reiſeabenteuer. Nachdem ich ihm Aufklärung darüber gegeben, wie; ich hierher gekommen war— eine Erklärung, die er mit vielem Wohlwollen und Freundlichkeit hinnahm,— ſetzte ich hinzu, das Aeußere und Ausſehen dieſes Ortes habe im Verein mit dem Wenigen, was ich von ſeiner Ge— ſchichte durch den Wirth unſeres Gaſthofes gehört hätte, mich ausnehmend intereſſirt. Des alten Herrn Züge ver— düſterten ſich ſchnell bei meinen Worten, und gerade in dem Augenblick, wo mir eine Frage in Betreff der ver— mauerten Thüre auf der Zunge lag, ſagte er:»Ich möchte Ihnen rathen, nicht zu lange hier zu verweilen; das Haus iſt ſehr feucht und die Luft dumpf und unge— ſund, weil die Fenſter niemals geöffnet werden.“— Ich wußte nicht, ob dieß eine Ausrede war, um mich los zu werden, aber die Atmoſphäre war in der That nichts weniger als erfriſchend, und ich hielt es auf alle Fälle für rathſam, ſeinen Rath anzunehmen; ich begleitete ihn daher in den Garten, und er ſchloß die Thüre ſorgfältig hinter ſich zu. Im Weitergehen erzählte er mir, er be— ſuche das Haus beinahe täglich, und habe ſelbſt niemals daran gedacht, das Gartenthor hinter ſich zu verſchließen, weil die Leute der Nachbarſchaft das Haus um keinen Preis betreten würden. Dieß gab mir Anlaß, ihn nach der Geſchichte des Ortes zu fragen und ihm zu geſtehen, daß ich hierüber gerne etwas Näheres hören würde, wenn mein Verlangen nicht unbeſcheiden ſei. Er gab mir zur Antwort, er könne mir dieſelbe jetzt nicht erzählen, da er einen Kranken unter ſeinen Beichtkindern zu beſuchen habe; wolle ich aber am folgenden Tage um dieſelbe Stunde kommen, ſo werde er gerne meine Neugier befriedigen.— Ich brauche wohl kaum hinzuzufügen, daß ich das Stell— dichein nicht verſäumte. Als ich mich dem Gartenthore näherte, trat er mir aus dem Hauſe entgegen. „Ein Spaziergang auf der Landſtraße dürfte ange— nehmer ſein als dieſer melancholiſche Garten,“ ſagte er; und erbot ſich zugleich, mich auf dem Heimwege wieder zu begleiten. Wir kehrten alſo um, und nach einigen flüch— tigen Bemerkungen erinnerte ich ihn an ſein Verſprechen. „Seit ich in dieſer Gegend wohne,“ hub er an,„und dieß ſind nun mehr als vierzig Jahre— iſt das Haus nicht mehr bewohnt. Es war das Eigenthum einer Fa— milie Namens Beaugency, und die letzten Glieder dieſes Geſchlechtes, welche hier wohnten, waren Vater und Tochter. Die letztere, Henriette de Beaugency, ſoll ein wunderliebliches Weſen und Abgott ihres Vaters geweſen ſein, deſſen Liebe ſie in vollſtem Maaße erwiderte. Vater und Tochter führten ein ſehr eingezogenes Leben und ver— ließen nur ſelten ihre Wohnung, außer um einmal im Jahre eine Reiſe über die Pyrenäen zu unternehmen zu einem ältern Bruder der jungen Dame, welcher dort an eine ſehr reiche ſpaniſche Dame verheirathet war. Fräu— lein Henriette hatte jedoch zwei Geſpielen, welche ſie für den Mangel an ſonſtigem Umgang ganz zu entſchädigen ſchienen. Die eine Geſpielin war ein junges Mädchen, Namens Roſina, welche die Milchſchweſter des Fräuleins geweſen war, und nun die Stelle einer Zofe bei ihr be— gleitete; der andere Gefährte war ihr Vetter Eugen de Beaugency, der eine Waiſe und ganz von ihrem Vater abhängig war, weil Eugen's Vater in Folge eines poli— tiſchen Vergehens vor der Revolution ſein ganzes Ver— mögen verloren hatte. Man ſagte ſich ſogar, die Fa— milie Beaugency ſeie auf dem Punkte geweſen, dieſes Schickſal zu theilen, und einige ſchwere Geldbußen, welche ihnen damals auferlegt worden waren, hätten ihr Ver⸗ mögen ſo ſehr heruntergebracht, daß ſie nun ſehr ſpärlich und eingezogen leben mußten. Wie dem nun auch ſein mag, Henriette ſchien ſehr zufrieden mit ihrem Loos. Eugen theilte ihren Unterricht wie ihre Spiele, und ſie wuchſen in wahrhaft geſchwiſterlicher Liebe und Vertraulichkeit auf, während der alte Herr von Beaugency gar nie eine Ahnung gehabt zu haben ſchien, daß zwiſchen den beiden jungen Leuten je ein anderes Gefühl entſtehen könne. Auch hatten die jungen Leutchen ihrer zärtlichen Empfin⸗ dungen gar keinen Hehl, und gerade dieſe Offenheit ſchlä— ferte vielleicht des Vaters Argwohn ein. In der That floß ihr Leben ſo ſanft und glatt dahin und ihr Verkehr war ſo zwanglos, daß auch niemals nur der mindeſte Zwiſchenfall ſie ſelber über die Natur ihrer Gefühle auf— klärte, während die Zuneigung und Anhänglichkeit Beider an einander unter des Vaters Augen ſo allmälich heran— gediehen war, daß jenem ihre unſchuldigen Ausdrücke ge— genſeitiger Zärtlichkeit und ihre ſcherzenden Liebkoſungen nur als natürliche Kundgebungen der Beziehung erſchienen, in welcher Beide mit einander ſtunden. Henriettens erſter Kummer war die Trennung von Eugen, als dieſer nach Paris abgehen mußte, um dort die Rechte zu ſtudiren, und es war eine Art Troſt für ſie, daß ihr eigener Kum-⸗ mer über dieſen Abſchied kaum geringer war als der ihres Vaters; und als ſie die Wochen und Tage zählte, wie der Zeitpunkt ſeiner Rückkehr wieder herannahte, war der alte Edelmann nicht minder froh als Henriette, daß die Zeit ſo raſch dahinſchwand. „Dieſe Harmonie und dieſes Glück währten einige Jahre ununterbrochen fort; endlich aber ſchien ein, wenn auch anfangs nur unbedeutendes Element der Zwietracht ſich geltend zu machen durch die Ankunft eines gewiſſen Grafen Ruy Gonzalez, welcher eines Tages mit Vater und Tochter von einem ihrer jährlichen Ausflüge nach Katalonien zurückkehrte. Der Graf war ein bildſchöner Mann von ſtattlichem, vornehmem Aeußern, etwa dreißig Jahre alt und dem Vernehmen nach ſehr reich; allein in ſeinen Zügen lag ein Ausdruck von ſtolzer, unbeugſamer Würde und tiefem Ernſt, welche die Leute in weit höherem Maaße abſtießen, als ſein vortheilhaftes Aeußere und ſeine feinen Manieren anzogen. Dieſes unfreundliche Aeußere ſchien jedoch bedeutend gemindert, wo nicht ganz beſeitigt in Gegenwart des Fräuleins von Beaugency, gegen welche er gar bald eine innige Verehrung an den Tag legte, während der Vater offenbar dieſe Werbung ſehr unterſtützte und ermuthigte. Selbſt die junge Dame ſcheint trotz der Anhänglichkeit an ihren Vetter nicht ganz unempfindlich geweſen zu ſein gegen das Bewußtſein, dieſen ſtolzen ſchönen Katalonier unterworfen zu haben, welcher auf Erden herumging wie ein Erzengel, als ware es Herablaſſung von ſeiner Seite, einen Fuß auf dieſelbe geſetzt zu haben. Sie mag deßhalb auch ſeine Bewer— bungen nicht auf ſo offene und entſchiedene Weiſe abge— lehnt haben, daß ſie denſelben ein Ziel ſteckte, obwohl ſicherlich, wenn ſie dieß gethan hätte, zumal in Anbetracht des Charakters, mit welchem ſie zu thun hatte, die end— 224 E liche Entwicklung dieſes Verhältniſſes wohl nicht ſo tragiſch geworden wäre, als ſie ſpäter ward. Inzwiſchen fühlte ſich Henriette äußerſt glücklich; genoß ſie doch Vergnü⸗ gungen aller Art, ward ihr auf die verbindlichſte Weiſe gehuldigt, und ſah ſie ja binnen Kurzem der Rückkehr ihres Vetters entgegen! Des Spaniers Stolz machte ihn nämlich äußerſt behutſam, ſo daß er die Möglichkeit einer abſchlägigen Antwort oder auch nur einer Säum— niß oder Bedenklichkeit Henriettens, ſeine angebotene Hand anzunehmen, ganz vermied und ſeine Werbung kluger Weiſe bis zu einem Zeitpunkt zu verſchieben Sorge trug, wo ſie gerne angenommen, oder wie er wohl wußte, von Henrietten ſelbſt gewünſcht werden würde. Dieß Alles ging ziemlich gut bis Eugen heimkehrte; nun änderten ſich aber die Verhältniſſe ſehr ſchnell. Die Liebe trug den Sieg über die Eitelkeit davon, und der Spanier begann die gehäſſige Seite ſeines Charakters herauszukehren, nun er ſich von dem jungen Advokaten ausgeſtochen ſah. Als das junge Mädchen dieß wahrnahm, erſchrack ſie nicht wenig und ſuchte das Unheil, welches ſie ahnte, dadurch abzuwenden, daß ſie Zeit zu gewinnen verſuchte;— ſie machte alſo den Grafen glauben, die Neigung zwiſchen ihr und Eugen ſchreibe ſich nur von Gewohnheit und blutsverwandtſchaftlicher Vertraulichkeit her, waͤhrend ſie andererſeits Eugen ſtets ihre unwaͤndelbare Treue und Liebe betheuerte. Ihre Furcht vor irgend einem Unheil war ſo groß, daß ſie im Stillen ihren Vater ebenſo täuſchte als den Spanier, und als dieſer entſchloſſen ſchien, den Vortheil nicht ungenützt zu laſſen, welchen ihm des Vetters Abweſenheit eingeräumt hatte, war ſie wahrhaft froh, als des Vetters Aufenthalt zu Ende ging. (Fortſetzung folgt.) Kirchenbuchs⸗Auszug von Friedberg. Monat Juni. Getraute: 9. Johann Georg Mörſchel, Burger zu Melbach und Gemeindeeinnehmer zu Altenſtadt, des verſtorbenen Bürgers und Taglöhners zu Melbach Johann Fried— rich Mörſchel lediger Sohn, und Anna Margaretha Caroline Friedericke Dauernheim, des verſtorbenen Gr. Grenzeinnehmers Johann Martin Dauernheim eheliche ledige Tochter. 12. Heinrich Raab, Feldwebel im 2. Bataillon des 4. Gr. Heſſ. Infanterieregiments, des verſtorbenen Gr. Kriegskanzleiwärters Johannes Raab zu Darmſtadt ehelicher unverheuratheter Sohn, und Juliane Germer, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Taglöhners Auguſt Germer eheliche unverheurathete Tochter. 19. Valentin Düring, hieſiger Bürger und Bedienter zu Frankfurt, lediger Sohn der Magdalena Düring zu Wieſenfeld, im Großherzogthum Sachſen-Weimar, und Marie Wilhelmine Ferro, des hieſigen Bürgers und Muſikus Samuel Heinrich Karl Ferro eheliche ledige Tochter. 26. Georg Schimpf, hieſiger Bürger und Schreiner, des hieſigen Bürgers und Feldſchuͤtzen Philipp Schimpf ehelicher unverheuratheter Sohn, und Johanne Friede ricke Schmid, des Bürgers und Weingärtners zu Stetten im Königreich Würtenberg, Gottfried Schmid eheliche unverheurathete Tochter. S e ee e Bürger und Glaſermeiſter Dem Ludwig hieſigen terzeichnete tragt. Anſprüche Dien bei Meidung ſchluſes von gründen. 6 ſers Eheleut Termine ett nommene dals⸗Erkennt anzubringen. Butzbach E E 1065) 2 Haas zu W geſchlagen. Nachlaß fin! Donn dahier anzu der Maſſe Die Sch bis zu ob Beigeordne oder dieſel Klage geg Friedb (4039 gehörende buchs, m Namen i J. 961, tragenen von Com im Zwan 1164 fl auf 1260 ſenden Fr ben die e Georg 5 nich ſo ui Kagiſc * Den fuͤhlte Loch „Vergnuͤ⸗ * Weiſe 5 Rückkehr ton g e de ain wagte 5 Aeglichkeit Saum. ebene Hand ten S. kluger dude, dug, wußte, von „Ließ Ales W anderten i 8 den degann 7 7 4 den, nun ſah. Als ſie nicht te, dadurch 838 aug zwiſchen edndeit und dahrend ſie te Treue und War ſie wahrhaft —ů—ů— riedberg. 3 orbenen Fried⸗ garetha rſtorbenen Gr m eheliche Ludwig 2283** Schulze eine Tochter, Emilie Gertrute, geb. den 9. Mai. 12. Dem hieſigen Bürger 24. Mai. 12. Dem Großh. Kreisaſſeſſor dahier Louis de Beauclair eine Tochter, Charlotte Wilhelmine, geb. den 14. Mai. 15. 19. Dem hieſigen Bürger und Glaſermeiſter Johann Fried⸗ rich Hanſtein ein Sohn, Johann Georg Heinrich, geb. den 30. Mai. 19. Dem hieſigen Buͤrger und Zimmermeiſter Juſtus Chri⸗ ſtoph Dienſtbach ein Sohn, Philipp Friedrich, geb. den 6. Juni. 19. Dem hieſigen Bürger und Oekonomen Heinrich Loch⸗ mann eine Tochter, Anna Marie, geb. den 29. Mai. 28. Dem hieſigen Bürger und Metzgermeiſter Heinrich Schäfer ein Sohn, Karl Chriſtoph, geb. den 24. Mai. * f und Schneidermeiſter Georg 3. Konrad Daniel Ebert eine Tochter, Sophie, geb. den Beer digte: Eliſabethe Henriette Wagner, Ehefrau des hieſigen Burgers und Glaſermeiſters Chriſtian Friedrich Wag⸗ ner, geb. Pilgram, alt 46 Jahre, 7 Monate und 25 14. Juni. 24. Tage, 1 den 1. Juni. Heinrich Quehl, Üdenhauſen, Kreis Alsfeld, Sohn, alt 16 Jahre, 1 Monat und 3 Tage, 7 den des Bürgers und Taglöhners zu Johannes Quehl lediger Der hieſige Bürger und Schornſteinfeger Chriſtian Conrad Froberg, alt 66 Jahre, 1 Monat und 15 Tage, 7 den 22. Juni. Anna Dorothea Vogt, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Heinrich Vogt nachgelaſſene Wittwe, geb. Schneider, alt 80 Jahre, 5 den 26. Juni. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. Edicetalla dung. (1040) Gr. Heſſ. Hofgericht der Provinz Oberheſſen hat üder das Vermögen der ſich von ihrem Heimathsort heimlich entfernt habenden Peter Schäfer'ſchen Eheleute zu Rockenberg den förmlichen Concursprozeß erkannt und das un⸗ terzeichnete Gericht mit deſſen Leitung beauf⸗ tragt. Anſprüche jeder Art find im Termin Dienſtag den 16. Auguſt d. J., Vormittags 10 Uhr, bei Meidung des ſtillſchweigend erfolgenden Aus⸗ ſchluſſes von der Maſſe anzumelden und zu be⸗ gründen. Gleichzeitig werden die Peter Schä⸗ fers Eheleute aufgefordert, in vorbeſtimmtem Termine etwaige Einwendungen gegen das auf⸗ genommene Inventar und das ergangene Con⸗ curs⸗Erkenntniß bei Meidung des Ausſchluſſes vorzubringen. Butzbach den 28. Juni 1853. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Ebel. Dr. v. Schmalkalder. Edictalla dung. (1065) Die bekannten Erben des Johannes Haas zu Wiſſelsheim haben die Erbſchaft aus⸗ geſchlagen. Erb⸗ oder andere Anſprüche an den Nachlaß find deßhalb im Termin Donnerſtag den 11. Auguſt d. 5 Morgens 8 Uhr, dahier anzuzeigen, gegenfalls ſie bei Vertheilung der Maſſe nicht berückſichtigt werden. Die Schuldner des Johannes Haas haben bis zu obigem Termine ihre Schuld an Gr. Beigeordneten Huber in Wiſſelsheim zu bezahlen oder dieſelbe anzuerkennen, gegenfalls demnächſt Klage gegen ſie erhoben werden wird. Friedberg den 3. Juli 1853. g Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Irle. Edictalla dung. (1039) Die dem Georg Henzel in Bönſtadt gehörende Hofraithe, VII. 102. des Grund⸗ duchs, mit Grabgarten, ſodann die, auf jenes Namen im Grundbuch unter I. 602, 1. 706, 1. 961, 1. 974, XV. 208, XV. 416, einge- tragenen Grundſtücke find wegen Beitreibung von Communalintraden der Gemeinde Bönſtadt im Zwangswege verſteigert und es ſind daraus 1164 fl. 30 kr.— die Taxation beläuft ſich auf 1260 fl.— erlöſt worden.— Die anwe⸗ ſenden Frau und Kinder des Georg Henzel ha⸗ ben die Ratification nicht beanſtandet; da aber Georg Henzel ſelbſt und zwei ſeiner Söhne ab⸗ weſend find, auch Eigenthumsurkunden über die bezeichneten Immobilien nicht vorliegen, ſo werden jene aufgefordert, etwaige Einwendungen gegen die formelle Gültigkeit der ſtattgehabten Verſteigerung und die Ratification ſogewiß bis zum Dienſtag den 30. Auguft hier vorzubringen, als ſonſt Verzicht auf ſolche Einwendungen unterſtellt, ſofort die Ausfertigung der gerichtlichen Adjudicationsurkunden für die Käufer verfügt werden wird. In demſelben Termine ſind auch etwaige Eigenthumsanſprüche Dritter auf die bezeichneten Immobilien ſogewiß hier geltend zu machen, als ſonſt ohne Rückſicht auf ſolche den Adjudi⸗ cationsurkunden für die Käufer die gerichtliche Beſtätigung ertheilt werden wird. Friedberg den 27. Juni 1853. Gr. Heſſ. Landgericht Hofmann. Oeffentliche Aufforderung. (1082) Die Gläubiger des concursfälligen Abraham Rothſchild von Florſtadt werden, bei Meidung ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Mane, zur Liquidation auf Donnerſtag den 18. Auguſt, Vormittags 10 Uhr, mit dem Bemerken vorgeladen, daß nicht bevor⸗ zugte Creditoren keine Ausſicht auf Befriedigung haben. Friedberg den 30. Juni 1853. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. v. Preuſchen. Steinkohlenlieferung. (1087) Dienſtag den 26. Juli d. J., des Nachmittags um 2 Uhr, ſoll in dem hieſigen Militär⸗Verwaltungsbureau die Lieferung von 1500 Centner Steinkohlen, ſogenanntes Fett⸗ ſchrot, erſter Qualität, aus den Ruhrer Stein⸗ kohlenwerken, auf dem Soumiſſionswege in Accord gegeben werden. Dies den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lie⸗ ferungsbedingungen in dem obengenannten Bu⸗ reau Vor⸗ und Nachmittags eingeſehen werden können. Butzbach den 9. Juli 1853. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Lieferung von Buchen⸗ und Kiefern- 5 Scheitholz. (1088) Dienſtag den 26. Juli d. I, des Vormittags um 10 Uhr, ſoll die Lieferung von 33 Stecken Buchen- und 9 Stecken Kiefern⸗ Scheitholz in dem hieſigen Militär⸗Verwaltungs- bureau auf dem Soumiſſionswege an den Wenigſt⸗ fordernden in Arcord gegeben werden. Die Lieferungsbedingungen find auf gedachtem Bu⸗ reau zur Einſicht aufgelegt. Butzbach den 11. Juli 1853. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Oeffentliche Aufforderung. (1107) Nikolaus Heinz von Niederweiſel, deſſen gegenwärtiger Aufenthaltsort unbekannt iſt, wird hiermit aufgefordert, binnen 2 Mona⸗ ten a dato ſogewiß etwaige Einwendungen gegen das über den Nachlaß ſeines verſtorbe⸗ nen Vaters Gerhard Heinz aufgenommene In⸗ ventar dahier geltend zu machen, widrigenfalls daſſelbe abgeſchloſſen, der Nachlaß hiernach zur Vertheilung gebracht, der ihm zufallende Erb⸗ theil zur Befriedigung des Fiscus bezüglich der angeſetzten Refrackärftrafe von 100 fl. veräußert und ein etwaiger Vermögensüberſchuß curato⸗ riſch verwaltet werden wird. Zugleich ſind anderweite dritte Forderungen an den Nachlaß des Gerhard Heinz binnen gleicher Friſt bei Vermeidung der Nichtberück⸗ ſichtigung dahier geltend zu machen. Butzbach den 12, Juli 1853. Großherzogl. Landgericht Ebel. Muth. Oeffentliche Aufforderung. (1108) Da eine Parthie älterer, anſcheinend unbrauchbarer Akten vernichtet werden ſoll, auch in gerichtlicher Verwahrung noch mehrere, meiſt faßt werthloſe Gegenſtände ſich befinden, die muthmaßlich ſchon vor vielen Jahren, aus Veranlaſſung begangener Verbrechen, als Ueber⸗ führungsſtücke abgegeben worden und jetzt, weil die Berechtigten unbekannt find, verkauft werden ſollen, ſo werden alle, welche derartige Gegen⸗ ſtände reclamiren, reſp. die Actenvernichtung beanſtanden wollen, aufgefordert, bis längſtens zum Mittwoch den 10. Auguſt, Morgens, ihre Anſprüche und Einwendungen ſo gewiß hier anzumelden, als ſonſt die beabſichtigte Acten⸗ wernichtung und der Verkauf jener Gegenſtände vollzogen, der Erlös aber dem Gr. Fiscus überwieſen werden wird. Friedberg den 16. Juli 1853. Großherzogl. Landgericht Hofmann. Edictalladung (1109) ueber das Vermögen des Philipp Väth von Melbach iſt von Gr. Hofgericht der Provinz Oberheſſen der förmliche Concursproceß erkannt worden. Es werden deßhalb alle Gläu— biger deſſelben zur Geltendmachung ihrer For⸗ derungen und Vorzugsrechte auf Mittwoch den 31. Auguſt 1853, Vormittags U 9 Uhr, unter dem Rechtsnachtheile des ſtillſchweigend erfolgenden Ausſchluſſes von der Concursmaſſe vorgeladen. Perſönlich oder durch Spezialbe— vollmächtigte nicht erſcheinende Liquidanten wer⸗ den hinſichtlich eines etwaigen Vergleichs, ſowie der Wahl und Cautionsleiſtung eines Maſſe⸗ curators, als den Beſchlüſſen der Mehrheit der erſchienen beitretend angeſehen. Friedberg den 7. Juli 1853. Großberzogl. Landgericht Hofmann. Güterverſteigerung. (1110) Donnerſtag den 21. d. M., Morgens um 9 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe der Ludwig Keims Wittwe, in den Gemarkungen Friedberg und Fauerbach II., zuſtehenden Güter⸗ ſtücke, circa 20 Morgen, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 18. Juli 1853. In Auftrag:. Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Bender. Bekanntmachung. (1111) Freitag den 22. Juli, Vormittags um 10 Uhr, ſollen auf dem Gemeindehaus zu Heldenbergen 40 laufende Fuß neue Spritzen⸗ ſchläuche an den Wenigſtfordernden in Accord gegeben werden. Heldenbergen den 12. Juli 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Grir. Obligations-Verlooſung. (1112) Bei der heute ſtattgehabten Verloo⸗ ſung der Partial-Obligation der Gemeinde Niedermörlen kam die Nummer 17 heraus. Der Eigenthümer derſelben wird aufgefordert den Betrag von 300 fl. gegen Rückgabe der Urkunde bis den 1. November d. J. bei dem hiefigen Gemeindeeinnehmer Johs. Möbs III. in Empfang zu nehmen, indem von da an keine weiteren Zinſen vergütet werden. Niedermörlen den 15. Juli 1853. Der Gebe dec Bürgermeiſter e 9. Verſteigerung von Bauarbeiten zu Friedberg. (1113) Montag den 25. Juli l. J., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, ſollen in der Wohnung des Herrn Gaſtwirths Friedrich Netz dahier die bei der Erbauung eines Pfarrhauſes mit Nebengebäuden dahier vorkommenden Arbeiten öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Die Voranſchläge betragen: 1) für die Maurerarbeit 1262 fl. 52 kr. 2)„„ Steinhauerarbeit 947 11 3)„„ Zimmerarbeit 1593„22„ 4)»„ODachdeckerarbeit 569„ 31„ 5)„„ Schreinerarbeit 783„ 35= 6)„„ Schloſſerarbeit 868„ 7„ 7)„„ KGlaſerarbeit 308„ 6„ 8)„„NWeißbinderarbeit 737 14 9)„„eSpenglerarbeit 67„ 48„ Die Riſſe und Voranſchläge liegen auf dem Büreau der unterzeichneten Behörde zur Ein⸗ ficht offen. Friedberg den 16. Juli 1853. Das Großh. Heſſ. Kreisbauamt Friedberg Sto ck ha u ſe n. N Privat Bekanntmachungen. 30 0 00 Gulden (111) liegen zum Ausleihen auf Kaufſchil⸗ linge ſowohl als auch auf gute Obligationen in Auftrag bereit bei Friedberg. Jakob Finkernagel. 226 E- Prima Schweizer⸗Kaͤſe (1074) bei L. Goldmann junior. NB. Unter 2 Pfund wird nicht abgegeben. Starke Fichten-Bauſtaͤmme (1033) bei M. Spielmanu in Windecken. Einladung zu einem Preiskegelſchieben. (1058) Der Unterzeichnete beehrt ſich hier⸗ mit einem auswartigen Publikum anzuzeigen, daß bei ihm vom 10. Juli bis zum 14. Auguſt ein Preiskegelſchieben auf ſeiner überbauten Bahn ſtattfindet, wozu er Freunde des Kegelſpiels höflichſt einladet und verſichert, daß Speiſen und Getränke ſo ſind, daß deßhalb Niemand die Bahn unzufrieden verlaſſen wird. Die geſammten Preiſen, in 30 Abtheilungen, betragen 330 fl., wovon der erſte 40 fl. und ſo abwärts bis 3 fl. bekommt. Looſe werden jeden Tag von Nachmittags 2 bis 6 Uhr ge⸗ worfen und koſtet das Loos 6 kr. Vilbel den 4. Juli 1853. Chriſtian Dreſcher, Gaſtwirth zur Stadt Kaſſel. Ge ſ u ch. (1115) Unterzeichneter ſucht einen tüchtigen Schäfer, der möglich ledigen Standes iſt. Hof Haſſeleck den 17. Juli 1853. C. Koch. Fuͤr Auswanderer. 1100 Für den Monat Juli ſind die Prei ſe mit Koſt Erwachſene 52 fl. Kinder 40„ Baruch Hecht. Branntwein, 4078) billigt bei L. Goldmann junior. Erfindung von 1852 mit Patent der franzöſiſchen Regierung. Unvergängliche Schildpall⸗Federn für alle Hände nach Belieben brauchbar. Preis 1 fl. 12 kr. das Hundert. (1117) Bei allen Fortſchritten der Induſtrie hatte man es noch nicht dahin gebracht, eine tadelloſe Feder anzufertigen. Die Löſung dieſer ſchwierigen Aufgabe iſt dem Hauſe Lo uh in Paris gelungen. Das Verſpritzen der Tinte und das Zerreißen des Papiers durch die Feder iſt bei dieſer Schildpatt⸗Feder, die dem Gänſekiel an Geſchmeidigkeit nicht nachſteht und jede, auch die ſchnellſte Handſchrift zuläßt, nicht möglich. Was dieſe Feder, außer den bereits anerkannten Vorzügen, noch beſonders empfiehlt iſt das, daß ſie auf beiden Seiten geſchrieben werden kann. Ein Lager dieſer Feder befindet ſich bei C. Bindernagel in Friedberg. Lite t At iche A neigen (1118) In der G. D. Brühl'ſchen Verlagshandlung in Gießen iſt erſchienen: Ge ſ e tz vom 21. Februar 1852, g betreffend die Erwerbung des Grundeigenthums und die beſonderen rechtlichen Folgen des Eintrags eines Erwerbtitels in dem Grundbuche in den Provinzen Starkenburg und Oberheſſen, 0 nebſt den darüber gepflogenen ſtändiſchen Berathungen und beigefügten erläuternden Bemerkungen a ſammt einem Anhange, welcher die Verordnung vom 8. December 1852 bezüglich der Ausführung des obigen Geſetzes, und die Verordnung von demſelben Tage, in Betreff der Fortführung der Grundſteuerkataſter, enthält. (1119) In C. Scriba's Buchhandlung in Friedberg werden fortwährend Subſeriptionen angenommen auf: Volksbibliothek der deutſchen Claſſiker(Schiller, Goethe, Klopſtock, Leſſing, Wieland, Platen, Thümmel, Pyrker, Lenau), per B. 12 kr. Voß Werke p. B. 14 kr., Hauff's ſämmtliche Werke p. B. 12 kr., Claffiker des Alterthums p. B. 12 kr., Biographien deutſcher Claſſiker p. B. 14 kr., Webers Demokritos p. Bd. 12 kr., Illuſtrationen zu den deutſchen Claſſiker p. B. 18 kr, deutſches Vaterlandsbuch von Keil p. B. 11 kr., Wolfs poetiſcher und proſaiſcher Haus⸗ ſchatz 16. Aufl. p. Lief. 14 kr., Herzogs Realencpklopädie für proteſtant. Theologie und Kirche p. Lief. 24 kr., Kleines Brockhaus ſches Converſationslexicon p. L. 18 kr., Moderne Claſſiker p. L. 9 kr., Payne, die königlichen Muſeen in Berlin, eine Auswahl der vorzüglichſten Kunſtſchätze der Malerei u. ſ. w., dargeſtellt in einer Reihe brillanter Stahlſtiche, mit erläutertem Text p. L. 27 kr., Duller's vaterländiſche Geſchichte p. L. 30 kr., Wernicke, Geſchichte der Welt p. L. 28 kr., Volks⸗ naturgeſchichte der drei Reiche von Agaſſiz, Bronn, Leonhard ꝛc. p. Lief. 30 kr., Stier, Evangelien⸗ Predigten p. Lief. fl. 1. 12, Teichmann, Morgen- und Abendopfer p. Lief. 12 kr., Zimmermann, der Erdball und ſeine Naturwunder p. L. 27 kr., Allgemeine Muſter⸗ und Modenzeitung p. Quart. 54 kr., Düſſeldorfer Monatsheft p. B. fl. 2. 42 kr., Dieffenbach Hausagende p. 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